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#1510459 - 25.09.22 14:50 Loire – besser als erwartet
Holger
Moderator
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 17647
Dauer:14 Tage
Zeitraum:22.8.2022 bis 4.9.2022
Entfernung:1133 Kilometer
Bereiste Länder:frFrankreich
Externe URL:https://les21lacets.de/loire-atlantik-ein-rueckblick-und-etwas-statistik/

Nach dreimal Deutschland nun wieder eine Reise in Frankreich. Leider hatte ich schon recht viel Urlaub verschwendet, daher nur zwei Woche. Start irgendwo in der Nähe von Vichy stand fest, ich begleitete eine Freundin zu ihrem Triathlon dort. Berge waren mangels Form eher ungern gesehen, nun ja, warum nicht die Loire? Bis zur Mündung isses zu kurz, also muss ich noch was dranhängen. Und ich hängte etwas Atlantik dran, buchte die Rückfahrt mit dem Zug ab La Rochelle.

Etappe 1: Meine ersten Kilometer an der Loire
Digoin – Decize, 75 km, 75 km

Der Triathlonsupport am Sonntag war leider nicht ganz so wie erhofft, der Magen spielte nicht mit und Tanja musste aussteigen. Am nächsten Tag fuhr sie dann zurück nach Frankfurt, mich nahm sie bis Digoin mit. Dort startete ich, nicht in Vichy. Start an der Loire fand ich besser, als erst noch hinfahren zu müssen. Also, es hießt, den Bus zu verlassen und aufs Rad umzusteigen.


Fahrzeugwechsel

Digoin hat ein Schloss. Ich verzichtete darauf, es zu suchen, wollte losfahren. Die zweite Sehenswürdigkeit der Stadt ließ ich aber nicht aus, konnte ich gar nicht. Es ist die Kanalbrücke. Wasser kreuzt Wasser, ein Verbindungskanal überquert die Loire.


Kanalbrücke Digoin

Es war schon Mittag, heute würde ich nicht soo weit fahren. Es ging auf dem EuroVelo 6 in Richtung Nordwesten, mal nah, mal nicht so nah an der stark mäandrierenden Loire. Flach, unspektakulär, guter, asphaltierter Radweg, zunächst entlang des Kanals – genau richtig, um mich einzurollen. Leichter Rückenwind unterstützte das Einrollen.


Ein Bewohner des Loire-Altarms

Decize war mein Ziel, zunächst der kleine Supermarkt im Ort, dann der Campingplatz am Altarm der Loire. Zeltaufbauen, Klamotten waschen, das im Supermarkt erstandene Essen verzehren. Und ein bisschen Reisebericht schreiben. Möglich, dass sich das in den kommenden Tagen noch häufiger wiederholt.


Etappe 2: Das erste Schloss
Decize – Cosne, 111 km, 186 km

Zeltabbau muss noch optimiert werden. Der Start nach dem Croissant-Frühstück im Herzen von Decize war definitiv zu spät. Egal. Sonne scheint. Los geht’s.


Radweg am Kanal

Die ersten 40 km folgte der Radweg weiter dem Loire-Seitenkanal, dann erreichte ich Nevers. Die erste Stadt auf der Reise, das erste Schloss. Und meine Mittagspause. Es war nun schon recht warm, war es gestern noch leicht bewölkt, gab es heute blauen Himmel. Und die 30 Grad wurden geknackt.


Palais Ducal in … nun ja, steht ja da. Mein erstes Loireschloss

Nach Nevers verlief der Radweg dann an der Loire. Manchmal direkt, manchmal nicht ganz direkt. Hier wieder asphaltiert. Und – nicht nur heute – es sind schon eine ganze Menge Reiseradler unterwegs. Eine beliebte Reiseroute, zu recht. Schon heute merkte ich, dass es nicht langweilig wird, auch wenn es ziemlich flach ist. Ein unregulierter Fluss wie die Loire ist schon etwas anderes und macht viel vom Reiz des Loireradwegs aus. Und natürlich die kleinen Städte am Ufer.


La Charité-sur-Loire

In einer davon, La Charité-sur-Loire, machte ich eine kurze Mittagspause. Quiche und Orangensaft, genossen direkt an den Überresten des Klosters. Eine große romanische Kirche, ein bisschen juckte es, mal reinzugehen. Aber dann wollte ich doch lieber weiterfahren.




Einzelhandel in Charité-sur-Loire

Wie weit sollte es heute gehen? Die Wahl fiel auf Cosne, der Campingplatz direkt an der Loire sah auf Google-Maps ziemlich gut aus – und der folgende war mir zu weit weg. Nun ging es ziemlich genau nordwärts weiter, erst entlang der Loire, dann wieder ein paar Kilometer am Seitenkanal. Und es war heiß. Ich suchte heftig nach Supermärkte für sehr kalte Getränke, manchmal fand ich einen.

Der Campingplatz in Cosne war dann tatsächlich wie erwartet sehr schön. Einfach eine große Wiese, mit genügend schattenspendenden Bäumen. Und ziemlich leer, einige Wohnwagen, einige Wohnmobile, einige zeltende Radfahrer. Zeltaufbauen, Wäsche waschen – und diesmal stand Essen in einem Restaurant auf dem Programm. Es war noch ziemlich früh, vor 18.30 hatte nichts geöffnet. Ich lief also ein bisschen durch das kleine Städtchen, ehe ich im großen M essen ging. Leicht angeheitert – es gab nicht nur etwas zu essen – machte ich mich dann satt auf den Weg zurück zum Campingplatz.


Loirebrücke Cosne


Viel Platz


Etappe 3: Schlösser – Kernkraftwerke 3:2
Cosne – Jargeau, 109 km, 295 km

Heute nochmal in Richtung Nordwest. Orléans und damit der nördlichste Punkt der Tour rücken näher. Auch heute wieder weitgehend entlang der Loire. Und auch heute wurde es ziemlich warm. Die Loire ist zwar unreguliert – aber wirtschaftlich genutzt wird sie schon. Beispielsweise zur Kühlung von Kernkraftwerken. Zumindest dann, wenn sie in Betrieb sind. Belleville, das Kernkraftwerk, das mir auf einmal im Weg stand, ist derzeit nicht in Betrieb. Sicherheitsrelevante Schäden im Sicherheitseinspeisesystem. Hm.


Einfach mal ein Kernkraftwerk am Weg. Belleville heißt es

Ich überquerte mal wieder die Loire und kam dann auf dem rechten Ufer in das Städtchen Briare. Dort machte ich eine kurze Pause, mit ein paar kalten Kaltgetränken. Also, Cola und sowas. Mit Blick auf eine Sehenswürdigkeit der Stadt, die Kirche Saint-Etienne mit einem schönen Mosaik am Giebel, geschaffen von Eugène Grasset, einem mir bis dahin – und wahrscheinlich bald wieder – völlig unbekanntem frühen Jugendstilkünstler.


Kirche Saint-Etienne in Briare mit Mosaik von berühmten Künstler

Die nächste Überquerung der Loire stand direkt in Briare an, wieder mal wie am Beginn in Digoin zusammen mit viel Wasser. Der Seitenkanal quert die Loire. Leider fuhr gerade kein Schiff darüber, aber dennoch kein gewöhnlicher Anblick.


Bewachtes Rad

Tatsächlich kamen dann ein paar Höhenmeter. Oben war das kleine Städtchen Saint-Brisson-sur-Loire, mit seinem Schloss. Die Schlösser glichen also aus, Schlösser 1, Kernkraftwerke 1. Ich schaute es mir nur durch den Wald an, denn Eintritt wollte ich nicht zahlen.


Castle of Saint Brisson sur Loire

Wo es hochgeht, geht es auch wieder runter. Die paar Kilometer nach Gien waren also ziemlich schnell. In Gien gingen die Schlösser dann in Führung, mit einem der berühmteren Loire-Schlösser. Aus der Ferne, also, vom anderen Loire, sah Gien aus wie viele andere Städtchen am Ufer der Loire, nette Altstadt, überragt vom Schloss. Als ich dann in die Stadt reinfuhr, sah es etwas anders aus. Die Häuser wirkten nicht wirklich alt, sie waren nach dem Krieg neu errichtet, angelehnt an den alten Stil. Die Stadt ist im 2. Weltkrieg komplett abgebrannt, als die Deutschen die Loirebrücke angriffen und zerstörten.


Gien und sein Schloss

Wiederum ein paar Kilometer weiter glichen die Kernkraftwerke aus. Dampierre, am anderen Loireufer. Ich fuhr ohne Besichtigung weiter. Durch die Hitze. Nun waren die 30 Grad wiedermal geknackt. Und meine Getränkevorräte in den Flaschen eher warm. Und keinerlei Einzelhandel geöffnet in den kleinen Dörfern, durch die ich fuhr. Immerhin gab es in Lion-en-Sulias einen Brunnen auf dem Dorfplatz – so konnte ich mich wenigstens äußerlich etwas abkühlen. Und die Mütze nass machen, das kühlte auch noch für ein paar Kilometer.


Dampierre. Die Kernkraftwerke gleichen aus 2:2


Siesta in Lion-en-Sulias

In Sully waren die Supermärkte geöffnet. Es war schon recht deutlich touristisch. Das merkte ich schon an den Parkplätzen rund um das Schloss, dass auch zu den Highlights der Loireschlösser zählt. Ich schaute es mit – mit etwas zu essen und viel zu trinken – aus dem Park von außen an. Und außerdem war ich angekommen: Das UNESCO-Weltkulturerbe Loiretal begann hier, mit dem Schloss von Sully


Chateau de Sully-sur-Loire: 3:2 für die Schlösser


Über die Loire, zum xten…

Das Ziel für heute war Jargeau, noch ca. 30 km durch die Hitze radeln. Den einen oder anderen Einzelhandelsstopp legte ich ein, Bedingung: Getränke im Kühlschrank. Und auf den letzten Kilometern verließ ich den Radweg, um auf der Straße schneller voranzukommen.
Am Campingplatz merkte ich, dass es eine touristische Gegend ist. Beim ersten kleinen Anzeichen, dass ich kein nativer Franzose bin – also sofort –, wechselte die Campingplatzfrau auf englisch. Der Campingplatz war – wie viele hier – auf Reiseradler eingerichtet. Es gab einen Aufenthaltsraum mit Kühlschrank, und an den Stromverteilern gab es auch „normale“ Steckdosen, die man kostenlos benutzendurfte. Einziges Problem: Es war schattig. Hat Vorteile, aber den Nachteil, dass meine Klamotten nicht trocken wurden. Egal. Bei den Temperaturen kann man sich morgens auch mal in eine feuchte Radhose zwängen.


Etappe 4: Der Schnellkochtopf
Jargeau – Blois, 103 km, 398 km

Der frühe Start klappt immer besser. Ich saß schon kurz nach 9 Uhr im Sattel. Immer wieder schöne Morgenstimmungen an der Loire, der Radweg verläuft immer wieder mal auf dem Deich, sodass man den Fluss häufig sieht.



Nach 20 km war ich in Orléans, dem nördlichsten Punkt meiner Reise. Ich hatte keine große Lust auf eine ausgiebige Stadtbesichtigung, ich fuhr nur mal kurz durch. Aber es gefiel mir. Dank der Radwege war sogar die Fahrt in und aus der Stadt schnell erledigt, ohne im Verkehr festzustecken.


Orléans

Kurz vor Meung-sur-Loire war wieder ein Seitenwechsel angesagt, die nächsten Kilometer legte ich wieder auf dem nördlichen, dem rechten Loireufer zurück. Natürlich hat Meung auch ein Schloss. Und die eine oder andere Boulangerie, manche geschlossen. Wichtiger jedoch die Spuren in der Literatur, die Meung hinterlassen hat: Hier beginnt die Handlung des Romans „Die drei Musketiere“ von Alexandre Dumas, außerdem war Meung ein Ferienort von Kommissar Maigret, der hier auch seine Rente verbrachte.


Boulangerie rastet

Ich aber fuhr weiter. Inzwischen stärkerer Rückenwind, daher wechselte ich für ein paar Kilometer auf die D 2152 und erreichte auf der schnurgeraden Straße Höchstgeschwindigkeiten in der Ebene. Schöner ist der Radweg aber doch, also fuhr ich bei Beaugency zurück auf ihn.


Ohne Kernkraftwerk geht es auch heute nicht

Muides-sur-Loire, wieder am südlichen Ufer. Supermarkt, Kühlschrank, Cola light. Dann verließ ich die Loire, um zu einem der berühmtesten Loireschlösser zu fahren. Und zum größten. Chambord. Das allerdings nichtmal an der Loire liegt. Dorthin gelangte ich auf einer kilometerlangen schnurgeraden Straße durch den Wald des Schlosses. Auf den Radweg verzichtete ich. Ich verzichtete auf eine Besichtigung des Schlosses. Zum einen war es ziemlich voll, schon im Park um das Schloss herum. Zum anderen zog der Himmel immer weiter zu, und ich wollte noch im Trockenen nach Blois kommen. Dort hatte ich ein Hotel gebucht. Aber Zeit für ein bisschen Radeln im Park rund um das Schloss musste sein. Und war.




Château de Chambord

Nach Blois waren es noch knapp 20 km, ich versuchte, schnell vorwärts zu kommen. Eine Kreuzung erkannte ich wieder: Hier war ich im Mai schon mal gewesen, an einem sehr frühen Morgen fuhr ich von der Autobahn ab, um zu tanken und Chambord in der Nacht zu sehen. Knapp 30 Stunden später erreichte ich damals Sevilla, und nochmal 14 Stunden später war die Eintracht Europa-League-Sieger. Vergangene Zeiten. Schöne.


Wattndat fürn Service?

Ich erreichte das Hotel nach ein wenig Irrfahrt durch Blois. Checkte ein, packte aus, wusch die Radklamotten und ging in die Stadt. Getrieben auch vom Hunger. Unten nun die Qual der Wahl, Blois ist ziemlich beliebt bei Touristen und so gibt es eine ganze Menge Restaurants. Ich fand eins und bekämpfte den Hunger erfolgreich. Ein bisschen Stadtrundgang noch, sehenswert. Häufig ist es ja so, dass viele Touristen nicht zu hässlichen Orten kommen. So auch hier.






Blois, Schloss

Am Abend fand im Schloss ein Son-et-Lumière-Event statt. Ich hatte das mal in Nancy gesehen auf der Place Stanislas und war begeistert. Seitdem schaue ich immer, wenn ich abends in französischen Städten bin, ob zufällig so etwas stattfindet. Und bisher war keins so schön wie das damals in Nancy. Was ist das eigentlich, Son et Lumière? Ton und Licht, die deutsche Übersetzung, trifft es eigentlich gut. Gebäude werden in ein Lichtkunstwerk verwandelt, dazu gibt es entweder Musik oder eine erzählte Geschichte. Oder beides. Hier bekam ich für 11 Euro Eintritt die Geschichte des Schlosses erzählt, ein bisschen Jeanne d’Arc, in epischer Breite einen Mord – leider alles völlig humor- und auch etwas lieblos… Schade. Schöne Bilder gibt es natürlich schon, aber mit etwas mehr Einsatz bei Dramaturgie und Inhalt hätte man etwas richtig Gutes machen können.


Son et lumière




So, das waren die ersten vier Tage. Es folgt noch was. Stay tuned.
Schloss, Schloss, Schloss, Atlantik. An der Loire entlang und dann La Rochelle: http://les21lacets.de/blog/

Geändert von Holger (25.09.22 15:10)
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#1510560 - 27.09.22 11:32 Re: Loire – besser als erwartet [Re: Holger]
Tonno
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 22
Unterwegs in Deutschland

Sehr schöner Bericht. Wäre auch an Deinem Schlaf-Setup interessiert träller
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#1510563 - 27.09.22 12:16 Re: Loire – besser als erwartet [Re: Tonno]
Holger
Moderator
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 17647
In Antwort auf: Tonno
Sehr schöner Bericht. Wäre auch an Deinem Schlaf-Setup interessiert träller


Zelt, Isomatte, Schlafsack und Schlafanzug schmunzel

Das Zelt ist von Decathlon, die Isomatte ist die Sea-to-Summit Ultralight, der Schlafsack auch von Decathlon, der Schlafanzug Merino-T-Shirt und Hose, auch von Decathlon.

Mit allem bin ich zufrieden, der Schlafsack ist aber tatsächlich ein reiner Sommerschlafsack. Wenn es an die 10 Grad geht, wird es schon etwas kalt.
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#1510568 - 27.09.22 12:40 Re: Loire – besser als erwartet [Re: Tonno]
Wendekreis
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Beiträge: 3608
Die "Sea To Summit Ultralight" kostet an die 100 Euro. Ein gutes Beispiel wie man auch als Sparfuchs eine gelungene, inspirierte, länger dauernde Radreise ausrichten kann.

Ich komme da ins Grübeln mit meinem Hilleberg Zelt Soulo, Mountain Equipment Schlafsack, ...
Wer schläft besser?
Gruß Sepp
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Off-topic #1510569 - 27.09.22 12:45 Re: Loire – besser als erwartet [Re: Wendekreis]
Holger
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Warum grübeln? Du hast das Equipment ja schon - und es tut sicher auch seinen Zweck.

Grübeln müsste man doch nur, wenn man vor der Neuanschaffung steht.

Gut geschlafen habe ich - wie gesagt, der Schlafsack ist nur für den Sommer geeignet. Allerdings sagt das nichts aus über die Langlebigkeit der Produkte. Möglicherweise hat da ein Hilleberg Vorteile gegenüber einem Decathlon-Zelt.
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#1510753 - 29.09.22 15:00 Re: Loire – besser als erwartet [Re: Holger]
Tonno
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Beiträge: 22
Unterwegs in Deutschland

In Antwort auf: Holger


Zelt, Isomatte, Schlafsack und Schlafanzug schmunzel



Made my day grins

Bin überrascht, wie gut die Übernachtungssachen in den wenigen Taschen unterzubringen sind
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#1510756 - 29.09.22 16:02 Re: Loire – besser als erwartet [Re: Tonno]
Holger
Moderator
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 17647
Zelt und Isomatte sind vorne in der Rolle am Lenker. Der Schlafsack ist in der Satteltasche. Beim Schlafsack bin ich schon nahe am Minimum, wie gesagt, Sommerschlafsack. Das Zelt ging sogar noch kleiner, aber ein bisschen Platz möchte ich auch haben.

Was ich eingespart habe im Vergleich zum Reisen mit viel Gepäck früher ist hauptsächlich Kleidung. Und Papier. Früher hatte ich mehr Papierkarten und auch ein oder zwei Bücher dabei, das ist heute alles digital.

vIele Grüße
Holger
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#1510790 - 30.09.22 07:34 Re: Loire – besser als erwartet [Re: Holger]
Need5Speed
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Beiträge: 338
Hallo Holger,

dicken Daumen nach oben. Du hast ein gutes Auge für schöne Motive. Welche Kamera benutzt du? Oder machst du die Fotos auch mit deinem Samsung S22+? (Habe gerade mal in deinen netten Blog geguckt.)

Und noch eine Frage. Wenn du lt. deinem Blog das Samsung für fast alle nutzt, warum denn nicht auch als Navi? Ich habe meinen Oregon 600 verkauft und navigiere seit ca. 5000 km wunderbar mit dem Handy. Incl. Sprachausgabe über Komoot.
Mit sportlichen Grüßen aus Köln und allzeit gute Fahrt!

Heinz

Geändert von Need5Speed (30.09.22 07:44)
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#1510803 - 30.09.22 09:03 Re: Loire – besser als erwartet [Re: Need5Speed]
Holger
Moderator
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 17647
Vielen Dank!

Ja, die Fotos sind alle mit dem Handy gemacht.

Für zwei Dinge nutze ich es nicht: Bücher lesen und Navigieren. Dafür habe ich eigene Geräte dabei (okay, ich nutze das Handy natürlich für viele andere Dinge auch nicht - aber da ist es auch keine Alternative grins). E-Book-Reader für Bücher, weil es für mich deutlich angenehmer ist, da zu lesen.

Warum nicht als Navi? Vor allem ist es der Akku. Ich nutze das Handy nicht sehr sparsam - wenn ich es nun auch noch zum Navigieren nutzen würde, dann müsste ich es noch häufiger laden, ggf. auch während der Fahrt. Das mag ich nicht. Und ich habe mich an das Garmin Edge gewöhnt, brauche für die Navigation damit kaum Akku - in den 10 Tagen musste ich einmal aufladen.

Letzlich stört es mich nicht, mehrere Geräte zu benutzen schmunzel
Schloss, Schloss, Schloss, Atlantik. An der Loire entlang und dann La Rochelle: http://les21lacets.de/blog/
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#1510835 - 30.09.22 19:40 Re: Loire – besser als erwartet [Re: Holger]
Martina
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 17452
Etwas Ähnliches wie Son et Lumiere gibt es in Karlsruhe als Schlosslichtspiele. Die einzelnen Programmpunkte sind relativ kurz und werden in einer Endlosschleife abgespielt. Werbung gibs zwischendurch auch, dafür kostet es auch keinen Eintritt.
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#1513202 - 29.10.22 16:09 Re: Loire – besser als erwartet [Re: Holger]
Holger
Moderator
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 17647
Etappe 5: Schwupps – Herbst
Blois – Chenonceau, 66 km, 464 km

DerStart war frisch. Etwas unter 20 Grad, bedeckt – da war der Sommer bisher doch anders. Die Armlinge waren aber zu tief verpackt und blieben in der Tasche.


Das hinten ist eine Treppe. Bemalt.

Im Wechsel verlief meine Route auf der – wenig befahrenen – D751 und einem Weg am Ufer oder auch mal weiter weg. Daher etwas hügelig. Manchmal recht sandig, das war mein Grund für die D751. Nach etwa 20 Kilometern erreichte ich das nächste Schloss-Highlight, Chaumont. Eine sehr steile Straße schob ich teilweise hoch, um dann festzustellen, dass man oben vom Schloss nichts sieht. Der Eingang war sehr weit weg, dann standen da viele Bäume. Von unten konnte man ein bisschen was sehen, das musste reichen.


No words needed


Wirkt arg herbstlich


Schloss Chaumont versteckt sich


Auch bei bedecktem Himmel malerisch: Die Loire

Next Stop Amboise. Das näxte Top-Schloss. Und entsprechend touristisch ging es in der Fußgängerzone zu. Ich blieb nicht allzu lange, aß kurz etwas und machte mich dann auf den Weg zu meinem Ziel, Chenonceau. Okay, ein kurzer Fotostopp musste noch sein: Was Blois der Erfinder des Dampfkochtopfs, ist Amboise Leonardo da Vinci. Der starb hier. Etwas überraschend – also, nicht dass er starb, sondern dass er hier starb. Überraschend möglicherweise auch nur für mich, ich hätte diese Info hier nicht erwartet.


Schloss Amboise


Hüte


Hier starb Leonardo da Vinci

Aus Amboise raus musste ich mal wieder ein paar Höhenmeter überwinden. Chenonceau liegt nicht an der Loire, sondern am Cher. Nicht wirklich alpin, die Passhöhe lag bei ca. 130 Höhenmetern. Dann eine schöne Abfahrt, und ich gelangte zum Proxi in Chisseaux, dort wollte ich mich für den Rest des Tages verpflegen. Aber denkste, Streik. Das bedeutete für mich noch einen Umweg von etwa 10 km, um einen offenen Supermarkt zu finden. Inzwischen war es wieder sonnig und deutlich wärmer, da kamen die gekühlten Getränke gerade recht. Zum Campingplatz wollte ich lieber entlang des Cher als auf der hier doch gut befahrenen D976 fahren. Wäre ich mal dort geblieben. Der Weg war schon arg ramponiert und eng, und vom Cher sah man im Wald nichts. Doch es waren nur wenige Kilometer, dann hatte ich meinen Campingplatz erreicht.

Nach Duschen, Wäschewaschen & Co. lief ich zum Schoss. Mein Besichtigungsschloss, ich hatte dieses Brückenschloss auserkoren, etwas näher zu besuchen. Erträglicher Eintritt, erträgliche Menschenmengen und schönes Schloss. Die Brückenlage hat was. Einiges an Geschichte las und vergaß ich, wer darüber mehr wissen möchte, dem seien handelsübliche Reiseführer oder auch Wikipedia empfohlen. Viele Frauen spielten eine Rolle, Diana von Poitiers oder Katharina Medici.


Schloss Chenonceau


Die Galerie



Nach Besichtigung spazierte ich zurück zum Campingplatz, setzte mich etwas ans Ufer des Cher und dann ins gut gefüllte Campingplatzrestaurant. Vor allem Engländer gab es hier viele. Das Essen war trotzdem gut, der Pastis sowieso.


Etappe 6: Auf die westliche Seite der Welt
Chenonceau – Gennes, 131 km, 595 km

Heute hieß es zum ersten Mal vor dem Frühstück: Auf’s Rad! Aber nur acht Kilometer, immerhin sehr schöne. Entlang des Cher, direkt vorbei am Schloss Chenonceau, dann auf Waldwegen bis Bléré. Dort gab es einige Boulangerieen, ich suchte nicht lang und nahm die erste. O-Saft, Pain au Chocolat. Dann weiter.


Au revoir, Chenonceau

Auch am Cher viele Schlösser. Und auch hier ein schöner Radweg, erstmal mit der Sonne im Rücken. Und schon wieder: auch dem Wind. Ziemlich schwacher zwar, aber immerhin.


Mauerkunst


Noch ein Schloss

Am Horizont kündigten typisch französische Vororthochhäuser eine große Stadt an. Das war Tours. Eigentlich hatte ich nicht vor, viel Zeit dort zu verbringen – und tat das dann auch nicht. Einige Kilometer Vorortradeln, dann erreichte ich das Stadtzentrum an der Loire. Ein eher kleines Schloss, wie es sich gehört, direkt am Fluss und eine recht große Kathedrale, die aber an einem arg banalen Platz stand. Da ist nichts repräsentativ, einfach normale Wohnhäuser. Ein paar Fotos, dann fuhr ich weiter. Die Place Plumereau ist das Zentrum der Altstadt, eingerahmt von schönen Fachwerkäusern und komplett bestuhlt. Ein richtiger Platz ist das nicht, das sind viele Open-Air-Restaurants. Morgens noch ziemlich leer.


Die Kathedrale von Tours


Giebel an der Place Plumereau

Okay, ich war wirklich nicht lange dort – aber ich muss auch nicht nochmal hin. Begeistert hat mich das, was ich von Tours gesehen habe, nicht. Ich fuhr zurück an den Cher, der noch knappe 15 Kilometer parallel zur Loire fließt. Es wurde wieder deutlich wärmer, fast schon heiß. Der Loireradweg nutzte nun immer wieder die Straße, die auf dem Deich verlief. As always – sehr schön. Nette kleine Orte am Ufer, wie Bréhémont, auch wenn dort die Boulangerie geschlossen war. Obwohl doch gegen über die Ile du Croissant lag…


Rast im Bréhémont


Fast schon idyllisch

Weiter in der Hitze. Ich baute auf der Suche nach einem Supermarkt einen Schlenker ein, etwas weg von der Loire, nach Avoine. Ein paar Kaltgetränke später ging es auf der Straße zurück an den Fluss. Immerhin habe ich durch den Schlenker ein weiteres Kernkraftwerk weiträumig umfahren. Nach Überquerung der Vienne änderte sich die Landschaft. Recht steile Hänge sind nun nah an der Loire, in die viele Höhlen gebaut wurden. Weinlagerung, Restaurants der nicht ganz billigen Sorte – ich war nun im Weinbaugebiet Anjou-Saumur, das offensichtlich nicht das schlechteste ist.


Sonnenblumen nach zu viel Sonnenschein


Etwas überraschend

Kurz vor Saumur stieß ich in den Westen vor. Ich überquerte den 0-Meridian. Etwas überraschend, gut, eigentlich auch nicht, ist ja klar, dass der irgendwo durch Frankreich verläuft. Aber gerechnet hatte ich dennoch nicht damit. Dann erreichte ich Saumur, fuhr kurz auf die Loirebrücke, um einen besseren Blick auf Stadt und Schloss zu haben.


Saumur

Lange blieb ich aber nicht in der Stadt, genaugenommen fuhr ich einfach durch. Hatte keine Lust auf Stadtbesichtigung, außerdem wollte ich auf den Campingplatz. Ich war immerhin schon 115 km unterwegs, 15 waren es noch bis Gennes. Zum Schluss noch einmal ein paar Höhenmeter, meine Abendverpflegung kaufte ich in einem etwas oberhalb der Stadt Gennes gelegenen Super U. Dann runter an die Loire auf den Campingplatz – auch dieser wieder top. Großer Stellplatz, Infrastruktur für Radreisende: Bänke, Tische, und Schließfächer mit Steckdosen, sodass man Elektronik aufladen konnte. Das machte ich mit Powerbank und Garmin. Letzteren lud ich nun zum ersten Mal seit 6 Tagen auf – und er war noch bei 40 %. Solarladefunktion rocks.


Etappe 7: In die Bretagne. Oder doch nicht?
Gennes – Ancenis, 102 km, 697 km

Heute ließ ich es gemütlicher angehen. 130 km sollten es nicht werden. Außerdem gab es Frühstück am Zeltplatz, das ließ ich mir nicht entgehen. Dann irrte ich noch etwas durch Gennes auf der Suche nach einer Post. Ich fand sie, und nun ging es endlich los.


Haus in Gennes

Richtung West, wie mehr oder weniger fast immer – und der Wind kam aus dem östlichen Richtungen. Schon wieder. Ich traue mich fast nicht, das zu schreiben – wird man irgendwann dafür bestraft? Und gleich die nächste Frage: Woran merkt man in Frankreich, dass Sonntag ist? Jede Menge Radfahrer. Vor allem Rennradfahrer, auch sehr alte.


Sonntagmorgen an der Loire


Prieuré de Saint Rémy

Und nicht nur der Rückenwind blieb mir treu, auch die schöne Flusslandschaft. Auch auf die Gefahr, dass ich mich wiederhole: Unerwartet schön. Ich fürchtete mich vor etwas langweiliger, sich wiederholender Landschaft – ja, sie wiederholte sich in gewisser Weise, aber war dennoch sehr schön. Es machte richtig Spaß. Bei Saint-Mathurin wechselte ich das Ufer und verließ den EuroVelo, der für ein paar Kilometer irgendwo auf kleinen Wegen im Hinterland verlief. Da ist doch die Straße auf dem Deich netter.


Saint Mathurin


Wassersport am Sonntag

Nach einiger Zeit verließ ich die Loire für mein nächstes Ziel: Angers. Die Stadt liegt an einem Nebenfluss der Loire, an der Maine. Und die Stadt ist recht groß, für mich unerwartet groß. Mit etwas über 150.000 die zweitgrößte Stadt der Reise. Nach Nantes. Obwohl sie zeitlich vor Nantes lag. Verrückt. Ich kam am frühen Mittag an. Schaute mir erstmal das Schloss von außen an. Das erhöht lag, man schaute schon weit runter auf die Maine. Ich machte mich dann auf die Suche nach einem Supermarkt, last Chance, um 12.30 machen alle zu. Ich fand einen und fuhr an den Fluss, um einen schönen Picknickplatz zu finden. Stop, auf dem Weg fuhr ich noch an der Kathedrale vorbei. Dann Supermarkt, dann Picknickplatz. Nicht direkt Picknickplatz, den ersten schönen Platz mit Bänken noch in der Stadt ließ ich hinter mir. Ein Fehler, denn nun musste ich noch mehr Kilometer fahren – und die häufig auf recht engen Waldwegen bei Sonnntagsspaziergangsverkehr, ehe ich eine schöne Bank fand. In La Pointe, wieder an der Loire.


Kathedrale von Angers


Kunst am Ufer

So langsam wurde immer deutlicher, dass nicht so viel Wasser in der Loire floss. Ich wechselte die Seite, nicht direkt, einige Kilometer verlief der Weg auf einer Insel. Die nicht so richtig eine Insel war, weil der nördliche Teil der Loire teilweise komplett versandet war. Ansonsten war es wieder sehr heiß und ich suchte Supermärkte und ähnliches, um mich mit Kaltgetränken zu versorgen. Okay, keine Supermärkte, es waren eher Bäckereien oder Imbisse.


Eigentlich ist hier ein breiter Fluss…

Relativ früh erreichte ich den Campingplatz in Ancenis – direkt an der Loire. Ancenis liegt im Departement Loire-Atlantique, historisch zur Bretagne gehörend. Das sieht man und liest man, häufig werden auch bretonische Namen angegeben. Zelt aufgebaut, geduscht, Wäsche gewaschen – Hunger. Es war wirklich früh, ich musste warten, bis die Restaurants öffneten. Und trotz Bretagne gab es für mich keine Crêpes oder Galettes, es gab Hamburger. Und der war gut. Abends setzte ich mich dann noch ein bisschen zum Sonnenuntergang an die Loire.


Abends an der Loire


Etappe 8: Am Atlantik!
Ancenis – Saint-Brévin, 100 km, 797 km

So, der letzte Tag an der Loire begann mit einem Besuch bei Decathlon. Hatte ich doch meinen 10-EUR-Mini-Rucksack verloren, den ich so gerne für Einkäufe nutzte. Danach an die Loire – genaugenommen um Loireradweg. Den Fluss sah ich selten auf den ersten Kilometern. Dagegen umso häufiger die Bahnstrecke. Einer der weniger schönen Streckenabschnitte des Loireradwegs.


Not nice

Frühstück gab es nach 12 Kilometern in Oudon, wo es denn doch eine Bäckerei gab, die montags geöffnet hatte. Zudem stand hier mal ein mittelalterliches Schloss, von dem immerhin noch der Wachtturm übrig war – seinerseits bewacht von einer schläfrigen Holzfigur.


Ob er wirklich noch wacht?

Irgendwann trennten sich Bahnstrecke und Radweg, ich sah die Loire wieder und schwupps, war ich in Nantes. Die größte Stadt meiner Reise, die sechstgrößte Frankreichs. Gefiel mir gut. Auch wenn ich wieder nicht allzulange in der Stadt verbrachte, ein bisschen kreuz- und querte ich herum. Keksfabrik, letztes Loireschloss, Altstadt, Passage. Schön. Auf der Ile du Nantes dann ehemalige Hafen- und Industrieflächen, nun Kunst, Kultur und überhaupt. Wenn nicht irgendwelche Gewitter am Himmel drohten, wäre alles top. Die hatte niemand vorhergesagt! Und ich entging ihnen, das wusste ich aber erst am Abend.


Tour LU, hier wurde die berühmte Keksfabrik gegründet


Das letzte Schloss an der Loire, das der Herzöge der Bretagne




In der Passage Pomeraye


Ein Elefant in der Machines de l’Île



Stadtauswärts nutzte ich zwei Fähren, die eine kostete ein wenig was und war sowas wie eine Buslinie, die andere war größer und kostenlos. Zwischendrin ein Radwegweiser, der mich ein wenig aufregte. Ich störe mich ja schon an den Hinweisschildern auf den nächsten Auchon, Géant Casino, McDonald’s oder was auch immer in „5 Minuten“. Aber auf einem Radwegschild hatte ich das bisher noch nicht gesehen. Bis heute. Was soll das? Die konstante Größe zwischen den Fähren ist die Entfernung. Es sind auf dem Radweg immer genausoviele Kilometer. Nicht konstant, sondern sogar sehr variabel ist die Geschwindigkeit – und nach einfachen mathematischen Regeln damit auch die Zeit, die man für die Strecke benötigt.


Auf Fähre Nr. 1


13 Minuten? Was soll der Scheiß?


Fähre Nr. 2 ist deutlich größer als Nr. 1 – dafür kostenlos

Die Loire ist nun deutlich breiter – und auch gut mit Wasser gefüllt. Ab Nantes ist sie schiffbar, und nun auch reguliert. Ich merkte, dass ich immer näher ans Meer kam. Der Radweg war asphaltiert, führte wiedermal einige Kilometer entlang eines Kanals und dann wieder an die Loire. In Paimboeuf stand ein Leuchtturm, das nächste klare Zeichen: Der Atlantik ist nah. Und ich konnte schon die Brücke von Saint Nazaire sehen. Ihr näherte ich mich nun immer weiter an, sie wurde sozusagen immer größer in meinen Augen. Ich plante ja für morgen, mit dem Rad drüber zu fahren, aber je näher ich kam, desto mehr freundete ich mich mit dem Shuttle-Gedanken an. Immerhin war es auch heute wieder windig, und wieder rückenwindig. Und oben auf der Brücke ist es wohl noch windiger, seitenwindig. Kein Spaß bei ziemlich schmalem Radstreifen und LKW-Verkehr.


Die Brücke von Saint-Nazaire. Fahre ich morgen drüber oder nutze ich das Velo-Shuttle?


Der Atlantik! Die Ozeanschlange!

Fast direkt nach der Brücke war ich endlich am Atlantik. In Saint Brévin les Pins nahm ich den Campingplatz. Der schon etwas anders aussah als die Campingplätze mit den weiten Wiesen an der Loire. Ziemlich klein und gedrungen, viele Mobilhomes und immerhin ein Stellplatz für Radreisende. Heute nacht standen drei Zelte dort. Etwas eng, aber dafür der günstigste Platz: 8 EUR. Und direkt am Meer. Auch schön.
Leider war der Proximarket in nächster Nähe geschlossen, also fuhr ich nochmal ein paar Kilometer ins „Stadt“zentrum und besorgte mein Abendmahl im Super-U. Regen schien immer noch zu drohen, doch es blieb abends und die ganze Nacht trocken. Ich setzte mich an die Promenade, schaute aufs mehr, aß etwas, schaute zu den Werften von Saint Nazaire, aß etwas, schaute aufs Meer, schrieb Blogbeitrag, las etwas und ging ins Zelt.








So, dat war das zweite Drittel. Das letzte wird noch folgen.
Viele Grüße,
Holger
Schloss, Schloss, Schloss, Atlantik. An der Loire entlang und dann La Rochelle: http://les21lacets.de/blog/

Geändert von Holger (29.10.22 16:10)
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#1513208 - 29.10.22 17:16 Re: Loire – besser als erwartet [Re: Holger]
Keine Ahnung
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Schon einmal vielen Dank für die ersten zwei Drittel. Bei den schönen Bildern freue ich mich gleich noch mehr auf die Tour, die ich nächstes Jahr mit meiner Frau von Paris aus fahren will. Wir planen, größtenteils dem EV 3 (Pilger-Route) bis nach Bremen zu folgen. In Frankreich bin ich nun schon eine ganze Zeit lang nicht mehr unterwegs gewesen.
Gruß, Arnulf

"Ein Leben ohne Radfahren ist möglich, aber sinnlos" (frei nach Loriot)
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#1513210 - 29.10.22 17:26 Re: Loire – besser als erwartet [Re: Holger]
Rennrädle
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Gerne - weiter so. Momentan gibt es wieder cihtig gute und unterhaltsame Reiseberichte, die ich momentan alle gerne lese.

Und die Tour von Dir macht Lust, sie auch mal zu erradeln.

Grüße Renata
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#1513322 - 30.10.22 21:22 Re: Loire – besser als erwartet [Re: Holger]
Hansflo
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Ein schöner Bericht und stimmungsvolle Bilder, vielen Dank dafür.
Erstaunlich finde ich für einen Camper das geringe Gepäckvolumen, alle Achtung.

Hans

PS: Gibt es ein Geheimrezept für permanenten Rückenwind? Dann bitte per PN!
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#1513340 - 31.10.22 07:31 Re: Loire – besser als erwartet [Re: Hansflo]
Holger
Moderator
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Vielen Dank, auch an die anderen beiden schmunzel

Geringes Gepäckvolumen basiert sozusagen auf drei Pfeilern:

  • Sommer
  • Kein Kochgeschirr
  • Ziemlich extreme Klamottenreduktion
  • okay, vier, im Vergleich zu meinen vorigen Reisen: Kein Papier


Das mit dem Rückenwind ist mir fast schon peinlich. Leider kein Geheimrezept ... und ich fürchte irgendwann die große Rache...
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#1513349 - 31.10.22 08:43 Re: Loire – besser als erwartet [Re: Holger]
Rennrädle
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 7414
In Antwort auf: Holger


Das mit dem Rückenwind ist mir fast schon peinlich. Leider kein Geheimrezept ... und ich fürchte irgendwann die große Rache...


Vielleicht auch mal die Belohnung für schon vorher durchgestandenes Leid?

Rennrädle schmunzel
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