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#1499395 - 14.05.22 20:42 Frühling in Süd-Spanien 2022
Britta
Mitglied
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 265
Dauer:
Zeitraum:
Entfernung:926 Kilometer
Bereiste Länder:esSpanien


In der 2. Aprilhälfte waren wir dieses Jahr für 2 Wochen in Südspanien unterwegs. Zunächst waren wir noch unentschlossen, ob wir eher nochmal in den Norden in den Winter oder in den Süden in den Frühling wollen. Da der Berliner Winter dieses Jahr aber wieder mit maximal grauer Tristesse geglänzt hatte, hatte vor allem ich einen großen Bedarf nach Frühling. Einen konkreten Plan hatten wir erstmal nicht und sichten so zunächst die möglichen Flugverbindungen. Die erscheinen noch immer ausgedünnt, aber zeitlich sinnvolle Flüge lassen die Entscheidung auf eine Tour von Valencia nach Malaga fallen. Nun noch die Frage: wie und woher? Bei der Ideensuche stolpere ich über diese Seite auf bikepacking.com. Die Altravesur-Route: eine Strecke von Cadiz nach Valencia, die größtenteils auf Fahr- und Wanderwegen verläuft. Auf die Distanz Valencia-Malaga gekürzt landen wir bei einer Strecke von rund 950km. Dass der Autor für die Gesamtstrecke von 1300 km 30 Tage veranschlagt, wir für unseren Abschnitt aber nur 15 Tage zur Verfügung haben, lässt allerdings ahnen, dass wir vielleicht an der ein oder anderen Stelle ein bisschen kürzen müssen. Um zumindest ein bisschen mobiler unterwegs zu sein, entscheiden wir uns das erste Mal gegen die Ortlieb-4-Taschen-Variante und verzurren unsere Ausrüstung stattdessen in bikepacking-Taschen an den Mountainbikes.

Tag1: Von Berlin nach Valencia, 6 km

Da der Flug erst am frühen Nachmittag startet, sollte die Anreise eigentlich entspannt sein. Dass der FEX zum Flughafen uns mal wieder ärgert indem er verspätet, dann auf einem anderen Bahnsteig und letztlich vor unserer Nase abfährt, als wir glücklich die Räder und Kartons in Rekordzeit einmal die Treppe hoch und wieder runtergewuchtet haben, ist im Rückblick schon gar nicht mehr so schlimm. Am Bahnhof haben wir so noch kurz Zeit ein paar Worte mit „Kettenfahrer“ zu wechseln, der uns noch hilft, die Kartons in den nächsten Zug zu packen. Erst später erinnere ich mich, dass wir uns vor vielen Jahren schon mal beim Berliner Radlerstammtisch gesehen haben…
Einmal am Flughafen, klappt dann alles planmäßig und am Abend rollen wir bei 22°C und T-Shirt-Wetter nach Valencia.
In Valencia ist es gar nicht so leicht, zum Hotel zu kommen, da viele Straßen aufgrund der Karfreitags-Prozessionen gesperrt sind.



Tag2: Von Valencia in die Berge vor Dos Aguas, 75 km

Der Vormittag steht ganz im Zeichen der Suche nach einer Gaskartusche. Zwar hatten wir uns vorab einige kleine Outdoorläden in der Innenstadt rausgesucht, aber die haben am Ostersamstag alle geschlossen. Und die verschiedenen Decathlon-Filialen die wir abfahren sind entweder komplett ausverkauft, oder haben nur noch die Klick-Systeme im Angebot die nicht zu unserem Schraub-Kocher passen. Wir erwägen sogar, einen entsprechenden Kocher zu kaufen – den gibt es aber auch nicht. Immerhin, zumindest gibt es ein umfangreiches Radwegenetz:



In einem Baumarkt am Stadtrand werden wir schließlich fündig und machen uns nun entspannt auf den Weg. Zunächst noch eine Weile auf Radwegen, später dann auf kleinen Landstraßen, die uns gleich die ersten Höhenmeter bescheren.





Die Strecke ist zwar noch weitgehend asphaltiert, bietet aber auch schon erste Furt-Einlagen.



Im Anstieg auf die erste Bergkette, die wir queren, finden wir ein ruhiges Plätzchen für das Zelt abseits der Straße mit schöner Aussicht auf die Ebene westlich von Valencia.



Tag3: Von den Bergen vor Dos Aguas bis hinter den Embalse de Embarcaderos 61 km

Die nächsten ca. 12 km bis Dos Aguas geht es konstant aber schön fahrbar weiter bergan. Da Ostersonntag ist, sind einige Rennradfahrer und vor allem auch Motorradfahrer unterwegs. In Dos Aguas legen wir eine Frühstückspause ein und genießen den Sonnenschein.



Immer weiter kurbeln wir hoch – die Aussicht ist schön, aber für uns, die wir so frisch aus dem kalten Norden kommen, ist es auch ganz schön warm.





Nach einer Weile unser Track auf eine Nebenstraße ab. Sie zieht sich nördlich eines Sees entlang und bietet immer mal wieder schöne Blicke auf den See.



Da die Straße an einer Stelle abgesackt und für PKW nicht mehr passierbar ist, ist der Verkehr auch extrem überschaubar.



Am See legen pausieren wir ausgiebig – sogar der Osterhase ist bis hierher mitgehoppelt::



So hübsch es am See auch ist – gleich unmittelbar danach geht es dann wieder steil nach oben. Ziemlich steil… die nächsten 3 Kilometer kosten uns eine gute Stunde.



Das Örtchen Cofrentes erreichen wir am frühen Abend. Wir legen eine kleine Bierpause auf dem Marktplatz ein und machen uns dann auf den Weg, um nach einem Platz für unser Zelt zu suchen. Da wir weiter auf einer kleinen Nebenstraße unterwegs sind, findet sich bald ein Plätzchen neben der Straße.





Tag4: Weiter nach Jorquera 64 km

Schon bald verlassen wir den Asphalt und es geht wieder steil bergauf – heute auf Schotter und immer noch bei schönstem Sonnenschein.



Der Anstieg ist etwas mühsam, aber einmal oben, führt uns der Weg die nächste Zeit über eine Hochebene mit grandioser Aussicht – quasi eine Panorama-Piste.





In Balsa de Ves machen wir kurze Kaffee-Pause und weiter geht’s über Feldwege zum Rio Júcar.



Der Weg führt von der Höhe hinab in das Flusstal, und die Abfahrt zum Fluss macht richtig Spaß. Unten angekommen finden wir uns an einem paradiesischen Pausenplätzchen wieder, das wir erstmal für ein erfrischendes Bad nutzen.





Nahe bei der kleinen Badestelle stehen auch einige, zum Teil verfallene, Gebäude eines Wasserkraftwerks.



Von hier aus geht es jetzt immer am Fluss entlang durch das Tal. Ein wunderschöner Abschnitt: der Fluss schlängelt sich durch eine sich nur langsam aufweitende Schlucht. Mit im späteren Verlauf einigen hübschen, in die Felswände geschlagenen Dörfern und zahlreichen Höhlen.





Wir fahren staunend weiter. In Alcalá del Júcar – einem kleinen Ort der von spanischen Osterurlaubern ziemlich geflutet ist, kehren wir in auf Bier und Tapas ein. Noch während wir unser Getränk schlürfen, werden die Wolken am Himmel immer dunkler. Es folgt ein kurzes Gewitter, das aber schnell vorbeizieht. Für uns das Zeichen zum Aufbruch.



Kurz hinter den Ortschaften La Recueja und Jorquera wird der Himmel wieder sehr düster. Für uns ist es eh langsam Zeit, nach einem Schlafplatz zu suchen. Kaum dass die ersten Tropfen fallen, kommen wir an einer geräumigen Höhle vorbei, die kurzentschlossen zum Nachtlager erklärt wird.





Kaum haben wir uns gemütlich eingerichtet, fängt es draußen auch schon an zu schütten. Sauber abgepasst! schmunzel

Tag 5: Höhle bei Jorquera bis kurz vor Balazote 79 km

Am Morgen begrüßt uns zunächst wieder die Sonne und auch die nächsten Kilometer durch das Flusstal gibt es nochmal viel zu sehen. Häuser, die direkt in die Felswände gebaut sind und selbst eine Kirche, die halb in der Felswand steht.





In Valdeganga verlassen wir das Flusstal – Zeit für unsere schon fast obligatorischen Mittags-Tostadas.



Die Strecke führt uns nun nach Albacete – eine Stadt mitten im platten Land. Es ist zwar nicht überragend spannend zu fahren, aber es gibt eine exzellente Fahrradstraße gleich neben der nicht eben überfüllten Landstraße, die uns flott voranbringt.



So flott, dass wir erst kurz vor Albacete merken, dass unser Track eigentlich nur wenig parallel verläuft. Also schwenken wir nochmal kurz ab – nach einem kurzen fehlgeleiteten Ausflug auf den Acker finden wir die korrekte Route und die letzten Kilometer geht es nun fernab der Straße in die Stadt.



Zu Albacete selbst ist nicht viel zu sagen – sonderlich schön fanden wir es nicht. Wir verbummeln ziemlich viel Zeit mit ein paar Einkäufen, und dem Abwarten eines heftigen Gewittergusses und verlassen die Stadt dann auf der Via Verde in Richtung Alcaraz – der Ruta de Don Quijote.



Das ist zwar im Prinzip ganz nett zu fahren, allerdings wird mit den dunklen Wolken auch der Wind im Laufe des Nachmittags immer stärker. Und das – wie sollte es auf so einer Strecke anders sein - direkt von vorn. Meine Laune sinkt Kilometer für Kilometer tiefer in den Keller und so suchen wir uns dann bald ein Plätzchen für das Zelt.



Tag 6: weiter nach Alcaraz 63 km

Als wir morgens aufwachen ist es verdammt kalt. Die Temperatur ist von 25-30°C in den letzten Tagen auf jetzt etwa 5°C abgesackt. Brrr – So richtig zieht uns nichts aus dem Schlafsack und so ist es schon 10 Uhr, bis wir aufbrechen. Der Weg geht schnurgrade weiter bis Balazote.



Wieder Gelegenheit, ein ausgiebiges 2. Frühstück einzulegen. Ist schon komfortabel mit all den Futterstellen unterwegs. schmunzel Auch für den weiteren Verlauf von Balazote nach Alcaraz folgen wir der Ruta de Don Quijote. Es wird ein bisschen abwechslungsreicher als der erste Abschnitt gestern und die Landschaft bietet ein wechselhafteres Bild.







Es wird auch deutlich hügeliger – was man auf der Bahntrasse nicht unbedingt an der Steigung merkt, sondern hier vielmehr daran, dass ein Tunnel auf den nächsten folgt. Und viele davon unbeleuchtet und nicht eben kurz. Das war schon wirklich finster da drin – ohne Beleuchtung absolut unmöglich, auch nur einen Hauch zu erkennen. Da just hier die Batterien meiner Stirnlampe schwächeln und wir keine Lampen am Rad haben, klemm ich mich an Bernds Hinterrad und rolle langsam hinter seinem Lichtkegel her. Auf jeden Fall sehr spannend zu fahren!





Im weiteren Verlauf kommen dann auch noch einige Tunnel mit Beleuchtung, die über Bewegungssensoren gesteuert wird. Das fährt sich dann doch irgendwie etwas angenehmer.



Es gibt auch hübsch angelegte Pausenplätze – allerdings will bei den Temperaturen keine rechte Gemütlichkeit aufkommen.





Die Wolken werden auch wieder deutlich dunkler – und wenige Kilometer vor Alcaraz bricht dann der nächste Platzregen los.



Irgendwie zeigt das Konzept, durch die Reise gen Süden den Frühling vorziehen zu wollen, grad massive Schwächen. Es pfeift ein eiskalter Wind, und auf Dauerregen bei 5°C sind wir von der eingepackten Regenbekleidung her auch nicht wirklich eingestellt. Da außerdem langsam eine Wäsche sowohl von uns als auch von unseren Klamotten fällig ist, nehmen wir kurzerhand in Alcaraz ein Hotelzimmer, um uns mal wieder in einen präsentablen Zustand zu versetzen. Zum Abendessen findet sich leider nur eine etwas schmierige Bar – die wenigen anderen Restaurantoptionen im Ort sind alle geschlossen – aber zumindest bekommen wir so auch noch einen kleinen Happen zu Essen.

Tag 7: Alcaraz nach Riópar 63 km

Der nächste Tag begrüßt uns mit strahlendem Sonnenschein – allerdings erstmal immer noch bei recht frischen Temperaturen.



Viel Zeit zum Frieren bleibt aber nicht, denn es geht gleich wieder bergauf in die Sierra de Alcaraz. In der Ferne locken die ersten schneebedeckten Berge.





Wir fahren zunächst auf der Straße, und ich glaube, es ist an der Zeit, einen kleinen Exkurs in die dortige Fauna zu machen: Zunächst wundern wir uns etwas über die vielen schwarzen Streifen, die sich quer über die Straße ziehen:



Des Rätsels Lösung findet sich in den vielen Ansammlungen von Raupen auf der Straße – von Bernd kurzerhand „Doof-Raupen“ genannt: „Ich hab die beobachtet: die rotten sich am Straßenrand zusammen, stecken die Nase in den Hintern vom Vordermann und laufen dann gemeinsam los. Aber nicht quer über die Straße, sondern längs hin und her, bis sie dann überfahren werden…“ Wie auch immer die „Doof-Raupen“ in Wirklichkeit heißen – und welchen Sinn diese Kettenwanderung auch immer haben mag – es gab davon auf jeden Fall verdammt viele.



So rollen wir also entspannt die Asphaltstraße entlang und beobachten Raupen, als ich mich beim Blick auf Track und Karte frage, warum der Altravesur-Track bloß einen Riesenbogen auf der Straße schlägt, wo doch auch eine direktere Verbindung auf der Karte eingezeichnet ist. Immerhin 5 km könnten wir hier sparen – gut, der Anstieg ist wohl etwas steiler, aber das wird schon gehen! Wir überlegen nur kurz und entscheiden dann für den direkten Weg. Zunächst geht’s auch auf schön zu fahrendem Fahrweg bergan. An einer Weggabelung geht allerdings der Fahrweg im spitzen Winkel zurück, während unsere Richtung geradeaus auf einem Wanderweg weitergeht. Die Bodenverhältnisse sind nach dem Regen gestern – nunja – suboptimal…



Aber in der festen Überzeugung, dass 5 km sparen eine Superidee ist, ziehen wir weiter.



Es wird immer steiler und steiniger, und zwischen den Steinen dann schmieriger Lehm – es ist eine Freude! Immerhin ist uns nun nicht mehr kalt.



Ich weiß nicht mehr genau, wie lange wir für den Anstieg gebraucht haben, aber das war definitiv das, was man typischerweise mit „fahrzeitverlängernde Abkürzung“ beschreibt.
Endlich auf der Passhöhe angekommen treffen wir glücklicherweise wieder auf einen Fahrweg, so dass die Abfahrt nun wirklich richtig Spaß macht.



Wir treffen noch einen niederländischen Radler, der für 3 Monate auf dem european devide trail unterwegs ist und tauschen uns ein bisschen aus. Dann folgen viele weitere lange Abfahrtskilometer bis Riópar, auf denen wir’s einfach nur rollen lassen können.





Im Ort angekommen, wollten wir eigentlich einen Campingplatz ansteuern – der scheint aber noch geschlossen zu haben. Also ist der nächste Anlaufpunkt erstmal wieder die örtliche Bar.





Die Wettervorhersage für morgen ist einigermaßen bescheiden und kündigt Dauerregen an. Auch wenn die Zuverlässigkeit meiner Wetter-App bekanntermaßen bescheiden ist, trübt diese Aussicht doch etwas die Laune. Wir überlegen nur kurz und entscheiden dann, auch heute nochmal ein Hotelzimmer zu nehmen.

Tag 8: von Riópar zum Campingplatz Montillana 71 km

Mal wieder hat die Wetter-App Quatsch erzählt – statt mit Dauerregen begrüßt uns der Morgen zwar bewölkt aber trocken. Los geht’s auf den nächsten Höhenzug - Richtung Sierra de Segura.



Wir folgen zunächst mal der Straße bis Siles. Von dort würde der Track wieder auf Wanderweg abbiegen und sich durch die Sierra de Segura schlängeln. Da sich der Himmel immer mehr verfinstert und wir auch zeitlich nur begrenzte Kapazitäten haben, entschließen wir uns, auf dem nächsten Abschnitt den Wanderweg links liegen zu lassen und stattdessen auf Nebenstraßen den See westlich anzupeilen.



Es geht über hügeliges Auf und Ab durch endlose Olivenbaum-Reihen. Unterbrochen von dem ein oder anderen Kaffeestopp in den verschlafenen Bergdörfern.





Immer mal wieder regnet es heftig, beruhigt sich dann aber recht schnell auch wieder.



Als wir uns dem See nähern, wird es richtig malerisch als eine üppig grüne Vegetation die endlosen Olivenbaumreihen ablöst.



Wir peilen den kleinen Campingplatz Cazorla Montillana an und unser Zelt bekommt einen einsamen und zentralen Platz auf der Zeltwiese – Überfüllung sieht anders aus…



Tag 9: Campingplatz Montillana nach Coto Rios 27 km

In der Nacht schüttet es heftig. Als wir am Morgen aufwachen, steht selbst die Wiese im Vorzelt unter Wasser. Wir sind fast ein bisschen überrascht, dass der Zeltboden dichtgehalten hat. Dann plötzlich die Frage: wo ist eigentlich die Kamera? – Oh, die ist wohl noch in der offenen Tasche griffbereit am Steuerrohr am Fahrrad! Und tatsächlich, mit platschendem Schritt tapsen wir zu Rad, und da ist sie – frisch geduscht! Nach anfänglichen Startschwierigkeiten tut sie dann aber tatsächlich wieder ihre Dienste. Der Monitor zwar noch leicht beschlagen, aber ansonsten anscheinend funktionsfähig – gibt also noch ein paar mehr Fotos! schmunzel
Zwar ist es im Moment trocken, aber sonderlich vielversprechend sieht es nicht aus. Wie gesagt – für Regen bei niedrigen Temperaturen sind wir hier eigentlich nicht so gut gerüstet. Bernd ist mit kurzer Regenhose unterwegs – die Überschuhe hatten wir gleich beide zu Hause gelassen. So startet Bernd bei etwa zugigen 8°C im recht sommerlichen Outfit.





Trotz der Regenmengen macht der See einen erschütternd ausgetrockneten Eindruck. Offensichtlich ist hier in der letzten Zeit viel zu wenig Niederschlag gefallen. In einem kleinen Straßenimbiss gibt es die schöne Gelegenheit, sich am offenen Feuer kurz aufzuwärmen.





Der Regen wird jetzt immer heftiger und geht nun zeitweise in Hagel über. Wir schrauben unsere Ziel-Distanz für heute auf 27 km herunter. Rekord! Aber dort gibt es den nächsten Campingplatz – und überhaupt, so ein halber Pausentag ist ja auch mal ganz schön.
Schon am späten Mittag treffen wir am Campingplatz ein. Auch hier herrscht gähnende Leere. Die Anmeldung erfolgt in der Campingplatz-eigenen Bar, in der grade eine Familie ihr Fleisch am offenen Kamin grillt. Da setzen wir uns gleich auch dazu und werden von der Wirtin ausgiebig mit kleinen Leckereien versorgt, während Bernd seine Füße am Feuer auftauen kann.







Am Abend schlendern wir noch durch den kleinen Ort. Da aber auch hier das gastronomische Angebot recht überschaubar ist, machen wir es uns schon bald im Schlafsack gemütlich.

Tag 10: Coto Rios nach Camping la Bolera 54 km

Am nächsten Morgen scheint wieder die Sonne! Mit neuem Elan strampeln wir los – zunächst mal wieder bergan bis in die Ortschaft Arroyo Frio wo wir – ihr könnt es euch wahrscheinlich inzwischen denken – für ein zweites Frühstück einkehren. Hinter dem Ort biegen wir dann wieder von der Straße ab. Wir wollen uns jetzt wieder zurück zum Altravesur-Track orientieren, der weiter östlich verläuft. Meine Plan-B-Variante sieht hier zunächst mal wieder ein kurzes Stück Wanderweg vor, das zwar einfach zu begehen aber verdammt steil ist.
Hm, kann man an dem Bild nicht so wirklich erkennen – höchstens an meinem außerordentlich genervten Gesichtsausdruck… träller



Zu diesem Zeitpunkt hab ich wirklich etwas den Kaffee auf. Meine größte Sorge ist in dem Moment, dass mein Knie dieses ganze Rauf und Runter nicht klaglos mitmachen könnte und wir, ähnlich wie in Finnland letztes Jahr, wieder zum Abbrechen gezwungen werden. Für einen Moment hatte ich erwogen, nach einer Mitfahrgelegenheit zu suchen, um ein Stück abzukürzen. Aber die Gelegenheiten blieben ungenutzt und so schubse ich laut fluchend mein Rad hinter Bernd den Berg hoch. Glücklicherweise ist der Abschnitt zwar wirklich steil, aber mit gut 800m Länge absolut überschaubar. Danach geht es zunächst auf Asphalt, später auf Schotter weiter hinauf zu einer Passhöhe. Mit immer wieder fantastischen Aussichten und meine Laune steigt erheblich.







Wir passieren einen kleinen Berggasthof wo wir ein weiteres Mal ausgiebig Pause machen. Eine Diät-Tour ist das hier auf jeden Fall nicht!



Was dann folgt ist zweifellos einer der schönsten Abschnitte der ganzen Tour! Auf Fahr- und Wanderwegen geht es über Hochebenen, durch kleine Täler und über geschotterte Abfahrten weiter durch die westliche Sierra de Castril. Es ist ein Traum – und ich bin unheimlich froh, dass wir hier sind und nicht, wie von mir kurz überlegt, per Anhalter abgekürzt haben.



Als ich dieses Flüsschen hier erreiche, begrüßt mich Bernd schon fröhlich winkend und plitschnass. Sein enthusiastischer Versuch, da mit Schwung durchzufahren endet in einem Vollbad. Angeblich kam da plötzlich ne Monsterwelle… cool Auch unsere Kamera nimmt das zweite Bad der Reise – und das wieder unbeschadet… erstaunt



Auch die weitere Strecke ist ein Traum:











Im Tal angekommen, steuern wir den Campinplatz la Bolera an. Das Tor ist zwar geschlossen, aber es auf dem Platz sehen wir zwei Bikepacking-Mädels, die uns zurufen, wie wir es öffnen können und dass morgen früh jemand zum Kassieren vorbeikäme. Die zwei sind aus den Niederlanden und kürzlich in Granada gestartet. Wir unterhalten uns kurz – für die eine ist es die erste, für die andere die zweite Radtour. Sie sind mit top-Rädern unterwegs und am Abend folgt eine ausgiebige Fotosession um die Ausrüstung socialmedia-gerecht zu inszenieren. Wir kochen unsere Nudeln und verfolgen das Schauspiel mit leichter Irritation.
Der Vollständigkeit halber haben wir dann auch ein Foto von unserem Zelt gemacht: schmunzel



Dass die beiden am nächsten Morgen dann noch pünktlich verschwinden, bevor die Campingplatz-Inhaberin die Gebühr kassieren kann, finden wir allerdings dann doppelt befremdlich.

Tag 11: Camping la Bolera bis hinter Gor 65 km

Nach dem Traumtag gestern empfängt uns auch dieser Morgen wieder mit strahlendem Sonnenschein. Der Altravesur-Track schlägt nun einen Bogen nach Osten über die Sierra de Baza. Sicherlich auch eine wunderschöne Strecke, aber langsam schließt sich unser Zeitfenster und so entscheiden wir, hier nochmal abzukürzen und gradewegs über Gor nach Süden in Richtung Sierra Nevada zu fahren.



Die Aussicht auf die schneebedeckten Berge begleitet uns jetzt die ganze Fahrt.
Der erste Ort, den wir erreichen ist Pozo Alcón. Am Supermarkt treffen wir wieder auf die beiden Mädels aus den Niederlanden. Und einen Briten der ebenfalls offroad aber mit viel Zeit unterwegs ist, und sich über seine weitere Route erst noch schlüssig werden will. Mit ihm trinken wir noch einen Kaffee, bevor wir nach Süden weiterradeln.


Spargelzeit…

Und immer wieder der Blick auf die Sierra Nevada:



Vor uns liegen 17 Kilometer Abfahrt hinab zu einem Stausee. Aber auch dieser Stausee zeigt eindrücklich, wie trocken es hier in letzter Zeit gewesen sein muss:





Rauf geht’s dann natürlich auch wieder. Langsam aber stetig – mal auf größeren, mal auf kleineren Straßen.









Die meiste Zeit sind wir heute auf Asphalt unterwegs. Erst am Nachmittag verlassen wir hinter Gor die Straße und fahren auf Feldwegen weiter. Es folgt nochmal ein hübscher Abschnitt über eine kleinere Passhöhe.





Augenscheinlich ist unsere Routenwahl nicht ganz offiziell, denn plötzlich steht uns dieses Tor im Weg, das wir links am Hang umgehen müssen.



Je weiter wir von den Bergen herunterkommen, desto klarer wird, dass das vor uns liegende Tal stark bewirtschaftet ist. So nutzen wir noch ein Fleckchen neben der Straße für die Nacht, bevor wir wieder komplett in den Feldern der Bauern landen.



Teil 2 folgt
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#1499396 - 14.05.22 20:42 Re: Frühling in Süd-Spanien 2022 [Re: Britta]
Britta
Mitglied
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 265
Teil 2:

Tag 12: weiter in die Sierra Nevada 61 km

Inzwischen sind wir wieder auf dem Altravesur-Track unterwegs. Das Tal, das vor uns liegt, ist stark landwirtschaftlich geprägt. Viele Felder und dazu ein großer Solarpark und Windpark.





In großen Schritten nähern wir uns jetzt den Bergen. Am Anfang der Passstraße liegt Calahorra. Gute Gelegenheit, noch mal ein Tostada zu essen und den Lebensmittelvorrat aufzustocken. Von hier geht die Passstraße A-337 über den Puerto de la Ragua nach Süden. Unser Track zweigt zum Örtchen Ferreira ab, und geht dann als Wanderroute über den Berg. Im Café philosophieren wir, was wohl die bessere Route ist: moderate Steigung auf Asphaltstraße mit Autos oder lieber Piste mit kürzerem, aber steilerem Anstieg.



Wir tendieren beide zu der Pistenvariante und so führt uns der Weg erstmal nach Ferreira.



Aus dem Ort raus ist zunächst noch fröhliches Fahren:



Allerdings gibt’s schon wenig später erste Verwirrung. Im Prinzip gibt es hier zwei Möglichkeiten: dem Weg direkt zu folgen – das ist hier der mit dem kleinen Pfosten gut markierte Wanderweg rechts neben dem Bächlein:



Oder parallel dazu durch einen kleinen Flusslauf zu schieben. Bernd wählt Variante 1, ich Variante 2 und wenig später treffen wir uns wieder.



Da danach wieder ein Fahrweg auftaucht, der auch schön zu fahren ist, sind wir guter Dinge und beglückwünschen uns zu der Entscheidung, nicht die Straße genommen zu haben.



Allerdings nehmen die Widrigkeiten langsam zu – zunächst müssen wir über einen Zaun auf eine Wiese ausweichen, weil der Weg nicht mehr begehbar ist.



Dann liegt ein Baum quer auf dem Weg:



Und irgendwann kommt zu dem immer dichter werdenden Dornenbewuchs auch eine immer steilere Steigung.





Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen und es geht nur noch Meter für Meter voran. Dieser gut 3 Kilometer lange Abschnitt dürfte uns so etwa 3 Stunden gekostet haben. Aber tatsächlich findet sich in all dem Gestrüpp immer mal wieder eine Markierung – im Prinzip sind wir also schon richtig. Tatsächlich erreichen wir gegen Vier am Nachmittag dann eine Anhöhe und treffen wieder auf einen breiten Fahrweg. Der Blick zurück zeigt, dass wir doch ganz ordentlich Höhenmeter gemacht haben.



Da das Experimentier-Pensum für heute erstmal erfüllt ist, verlassen wir den Track und folgen dem Fahrweg zur Straße. Da kurbeln wir dann ganz entspannt die letzten 6 Kilometer bis zum Pass auf 2000m. Und wirklich überfüllt ist es jetzt hier auch nicht…





Am Pass angekommen, steht die nächste Routenentscheidung an: Track oder Straße? Der Track biegt von der Straße ab und folgt einer markierten Radroute auf etwa 1800 – 2200 m Höhe entlang der Sierra Nevada. Über die Straße ginge es wieder nach unten und dann parallel auf etwa 1000 m am Berghang entlang. Wenn schon, denn schon: Das Höhenprofil verspricht, dass es über den Track zwar nochmal auf 2200m hoch geht, dann aber erstmal eine langgezogene Abfahrt folgt. So wählen wir wieder die Pistenvariante und biegen ab.
Diesmal eine gute Wahl, der Weg ist super zu fahren, es geht flott voran und wir haben immer wieder einen schönen Blick auf die Täler unter uns.







Gegen acht Uhr abends erreichen wir eine Schutzhütte, wo wir unser Lager aufschlagen können.





Außer uns sind noch drei Iren mit ihren Rädern hier untergeschlüpft. Sie sind in entgegengesetzter Richtung unterwegs, und so können wir noch gut Erfahrungen über die zurückliegenden Streckenabschnitte austauschen.

Tag 13: Vom Refugio nach Trevélez 59 km

Die Nacht ist es ziemlich frisch und wir ziehen an, was wir haben, als wir morgens aufbrechen. Es ist trüb – sehr trüb.



Nach anfänglich noch klarer Sicht, wird es zunehmend nebliger. Wir sind im Prinzip mitten in den Wolken unterwegs. Der Weg ist zwar sehr schön zu fahren, aber die Sicht wird immer schlechter und schon bald strampeln wir nur noch durch eine Nebelwand.





Die Strecke zieht sich und mich nervt das ein bisschen – über 30 km geht es konstant leicht bergan und es gibt nix zu sehen. Meine Vorstellung von Spanien war irgendwie eine andere. Irgendwo im Nebel dann haben wir den Scheitelpunkt erreicht und es geht auf eine 12 km lange Abfahrt. Zunächst noch moderat, später immer rasanter geht es abwärts. Und kaum sind wir ein paar Höhenmeter tiefer, verlassen wir die Wolken und haben wieder fantastische Sicht auf das Tal.





Kurz vor Juviles treffen wir wieder auf die Straße. Nach ausgiebiger Mittagspause zum Aufwärmen folgen wir der Straße weiter nach Trevélez. Es bleibt trüb und fängt immer mal wieder an zu regnen.



Es ist Zeit, mal wieder Wäsche zu waschen und zu duschen. Also buchen wir ein Zimmer in Trevélez. Einem hübschen Örtchen am Fuße des Mulhacén. Der Ort liegt steil am Hang und da ich bei der Buchung des Hotels die Topographie des Ortes nicht im Blick hatte, hab ich natürlich punktgenau das Hotel ausgesucht, dass den schönsten Blick über die Stadt hat – also ganz oben liegt. Ehrlich, ich hab keine Ahnung, wieso dieses Kaff in Wales einen Guinessbuch-Eintrag für die steilste Straße der Welt bekommen hat. Hier ist der ganze Ort voll davon!



Aber: einmal oben angekommen ist der Blick aus dem Fenster schon wirklich schön!



Tag 14: Trevélez nach Motril 73 km

Langsam geht unser Urlaub dem Ende zu, und wir müssen mal zusehen, dass wir nach Malaga kommen. Deswegen lassen wir die Berge jetzt Berge sein und beschließen, von hier an die Küste zu fahren, und dann die letzten 100 km entlang der Küste nach Malaga. Nach dem frostigen Tag gestern haben wir dann doch auch Lust, noch ein paar spanische Sonnenstunden abzugreifen. Nach der Plackerei die letzten beiden Tage ist der Tag heute ein reiner Spaß. Von 1600 Metern Höhe rauschen wir auf 70km verteilt durch eine grandiose Berglandschaft mehr oder weniger konstant bergab. Es macht richtig Spaß!







So ist auch Zeit für die ein oder andere Nebenbeschäftigung – kleines Fitnessprogramm am Wegesrand:



Und der Besuch einer Schokoladenmanufaktur mit Verkostung. Nicht ohne auch Mitbringsel für die Lieben daheim einzukaufen. schmunzel









Wir passieren Órgiva, wo es dann auch mal wieder heftig anfängt zu regnen. Aber inzwischen sind wir wieder so weit von den Bergen runter, dass er Regen schon deutlich wärmer ist.



Richtig gut gefallen mir dann auch die letzten Kilometer bevor wir die Küste erreichen. Wo sich die Straße durch eine letzte Schlucht schlängelt, bevor sich die Berge dann komplett zurückziehen.



Motril ist nicht unbedingt ein Ort, der durch besondere Schönheit überzeugt. Es herrschte – vorsichtig formuliert – absolut tote Hose. Aber es gibt einen Strand, einen Campingplatz und eine Strandbar – mehr hat’s an dem Tag nicht mehr gebraucht. lach









Tag 15: Motril nach Nerja 52 km

Ab hier ist jetzt richtig Sommerurlaub: Es ist wieder sonnig und warm, ein Ort folgt auf den nächsten, ein Café folgt auf das nächste und wir trudeln gemütlich gen Westen.



Da wir uns bemühen, da wo möglich der N340 auszuweichen, sammeln wir auch nochmal ordentlich Höhenmeter.





Hinter Nerja bekommen wir ein Plätzchen auf einem proppevollen Campingplatz. Wir sind etwas überrascht, wo plötzlich so viele Leute herkommen. Und dann die allermeisten davon Deutsche! So viele Urlauber haben wir die ganzen letzten 2 Wochen nicht gesehen.



Tag 16: Nerja nach Malaga 54 km

Gab es gestern noch ein paar Anstiege, so sind die letzten Kilometer heute nach Malaga nur noch ein „ausrollen lassen“.



Je mehr wir uns Malaga nähern, desto netter werden die Örtchen. Die großen Bettenburgen werden von kleineren Siedlungen abgelöst und auf den letzten Kilometern rollen wir weitgehend auf einem top-ausgebauten Radweg in Richtung Stadt.





Das hier ist aus meiner Sicht ein geniales Fahrrad-Konzept für Städte: eine Fahrspur mit Priorität für Radfahrer und Tempolimit 30 km/h. Der Auto-Verkehr in Spanien ist eh schon unglaublich entspannt den Radfahrern gegenüber, aber hier fuhr es sich wirklich ausgezeichnet:








Wir checken im Hotel ein und bummeln noch ein bisschen durch die Stadt, die uns ausgesprochen gut gefällt.



Tag 17: Malaga - Berlin 12km

Die Rückreise gestaltet sich recht entspannt. Unser Flug geht am frühen Nachmittag, so dass wir noch in Ruhe frühstücken können. Die Radtaschen und das Verpackungsmaterial hatten wir uns aus Berlin schon ins Hotel nach Malaga geschickt, so dass wir uns dort nicht noch um Kartons kümmern mussten und die 12 Kilometer zum Flughafen radeln konnten.



Einzig in Berlin angekommen wurde die Stimmung bei diesem Anblick an der Gepäckausgabe gleich wieder etwas getrübt. Ratet, wo auf diesem Haufen unsere Räder sind (kleiner Tipp, die Taschen sind groß und schwarz)…



Was bleibt zu sagen: Es war eine wunderschöne Tour. Wir beide hatten das Gefühl, viel länger als 2 Wochen unterwegs gewesen zu sein, und das ist immer ein gutes Zeichen!
Die Strecke hat uns supergut gefallen – mit mehr Zeit hätte man sicher noch die ein oder andere Wanderstrecke mehr mitnehmen können, aber auch so hatten wir schon eine wirklich schöne Auswahl.
Und hat es jetzt dafür die bikepacking-Taschen gebraucht? Jein – das allermeiste hätten wir auch mit den üblichen Ortlieb fahren können. Die Wander-Schiebepassagen hätten dann vielleicht etwas weniger Freude gemacht. zwinker
Aber: Ich gebe zu, zum Fahren auf Schotter – vor allem wenn’s abwärts geht - macht das mit diesem Pack-Konzept schon um einiges mehr Spaß! Werden wir in Zukunft also bestimmt wiederholen. schmunzel

viele Grüße
Britta
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#1499397 - 14.05.22 23:59 Re: Frühling in Süd-Spanien 2022 [Re: Britta]
Horst14
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 251
Wieder ein schöner und interessanter Bericht.
Die erwähnten Raupen sind nicht nur "doof", sondern auch gefährlich.
Es handelt sich um Prozessionsspinner-Raupen, sie wurden z.B. in Mallorca offiziell als Plage erklärt.

Gruß
Horst
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#1499399 - 15.05.22 08:04 Re: Frühling in Süd-Spanien 2022 [Re: Britta]
qrt
Mitglied Übernachtungsnetzwerk
abwesend abwesend
Beiträge: 113
Unterwegs in Namibia

Hallo Britta
Das ist ja eine wunderschöne Strecke die ihr euch da ausgesucht habt. Ich hab mir ein mentales Post-it in den Hinterkopf geklebt. Und dein Bericht lässt mich genüsslich und schweissfrei mitreisen.
Vielen Dank und liebe Grüsse an euch
Kurt
May the road rise to meet you
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#1499417 - 15.05.22 19:00 Re: Frühling in Süd-Spanien 2022 [Re: Britta]
natash
Moderator Übernachtungsnetzwerk
abwesend abwesend
Beiträge: 7268
Servus Ihr 2,
wieder sehr unterhaltsam geschrieben, der Bericht, ich habe quadi mitgefroren lach.
Übrigens ist in Gebirgen so ziemlich immer mit miesem Wetter zu rechnen, auch in südlichen.Immerhin hattet Ihr schon einmal keinen Schneeeinbruch.
Auf jeden Fall wars eine schöne Tour, ich empfinde Spanien als eines der entspanntesten Radfahrländer überhaupt und sehr schöne Ecken (Berge) hats da auch.

Gruß

Nat
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#1499444 - 16.05.22 12:28 Re: Frühling in Süd-Spanien 2022 [Re: Britta]
WernBa
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Toller Bericht und sehr schöne Fotos

Gruß Werner
Die Schönheit der Natur genießen.
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#1499487 - 17.05.22 06:27 Re: Frühling in Süd-Spanien 2022 [Re: Britta]
Rennrädle
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(Irgendwie ist meine Antwort vor zwei Tagen nicht gespeichert worden…)

Ich lese jedesmal deinen Bericht von Euren Touren mit viel Spannung und werde nie enttäuscht. Das ist einfach ein Genuss - der Schreibstil, die Erlebnisse, die Fotos. Danke für die tolle Unterhaltung und immer wieder auch Eure Abenteuer und Reiselust.

Merci
Rennrädle
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#1499543 - 18.05.22 07:49 Re: Frühling in Süd-Spanien 2022 [Re: Britta]
Hansflo
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Eine beeindruckende abenteuerliche Tour, sehr unterhaltsam beschrieben.
Herzlichen Dank für die schönen Eindrücke.

Hans
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#1499579 - 18.05.22 18:18 Re: Frühling in Süd-Spanien 2022 [Re: Horst14]
Britta
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Hallo Horst,

vielen Dank dir und auch den anderen für die netten Rückmeldungen.

Ja, du hast wohl recht. Tatsächlich kannte ich die Prozessionsspinner-Raupen bisher nur von den Warnschildern im Berliner Umland. In Natura gesehen hab ich noch nie eine. Und auf Abbildungen, die ich schonmal gesehen habe, hatten die längere "Haare". Jetzt haben wir nochmal geschaut und festgestellt, dass es ja zig verschiedene Arten gibt. Wieder was gelernt... Die, die wir da gesehen haben, waren vielleicht Pinienprozessionsspinner-Raupen. Die schauen ganz ähnlich aus. Der Name passt jedenfalls - Prozession stimmt, und Spinnner irgendwie auch. zwinker

viele Grüße
Britta
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#1499580 - 18.05.22 18:25 Re: Frühling in Süd-Spanien 2022 [Re: natash]
Britta
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Hallo Nat,

Dankeschön! Und ja klar, du hast ja völlig recht - dass es in den Bergen kühler werden könnte, konnte man schon auch im Voraus wissen. Ich bin aber auch ganz gut darin, mich auf das zu konzentrieren, was mir gefällt und anderes etwas auszublenden. Drum war mir die "Schönwetter"-Vorhersage mehr im Kopf hängengeblieben. schmunzel
Komplett unvorbereitet auf kühlere Temperaturen waren wir nicht, Fleece- und Daunenjacke sowie Handschuhe waren ja schon auch im Gepäck. Bloß hatt ich nicht gedacht, dass wir die auch wirklich brauchen würden. peinlich

viele Grüße

Britta
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#1499581 - 18.05.22 18:33 Re: Frühling in Süd-Spanien 2022 [Re: Rennrädle]
Britta
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Hallo Renata,

Danke! Du machst mich ganz verlegen. peinlich
Es macht mir aber auch echt Spaß, beim Schreiben die ganze Tour nochmal Revue passieren zu lassen. Nicht ohne manchmal selber den Kopf drüber zu schütteln. zwinker

viele Grüße
Britta
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#1499631 - 19.05.22 12:08 Re: Frühling in Süd-Spanien 2022 [Re: Britta]
fabianovic
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Danke für den unterhaltsamen Bericht einer zum Teil abenteuerlichen Radreise mit schönen Bildern!
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#1499677 - 19.05.22 23:34 Re: Frühling in Süd-Spanien 2022 [Re: Britta]
ro-77654
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HJllo,
wir waren den gesamten April in der Region unterwegs, auch auf einigen Strecken, die ihr gefahren seid: Grenze Portugal-Spanien Extremadura, Granada, Cordoba, Park Segura, Albacete und von da per Bahn nach Valencia.
Da hätten wir auch 2 Wochen zusammen fahren können!

Wir waren wegen des Wetters öfters in Dorf-Hotels für 40 bis 50 Euro/ Nacht / 2 Personen.
Gewerblich: Autor und Lastenrad-Spedition, -verkauf, -verleih
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#1499801 - 21.05.22 10:58 Re: Frühling in Süd-Spanien 2022 [Re: ro-77654]
Britta
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Hallo Roland,

Mensch, da hätten wir uns ja eigentlich über den Weg fahren müssen! Extremadura war unsere ursprüngliche Idee für die 2 Wochen in Spanien. Aber irgendwie haben wir da für unseren geplanten Zeitraum keine gescheiten An- und Abreiseoptionen gefunden. Valencia - Malaga war aber eine fantastische Alternative.
Die Hotels fanden wir überraschend günstig. Richtig - mehr als 50 Euro für uns beide haben wir nie bezahlt (ok, mit Ausnahme von Valencia am Osterwochenende und Malaga - da war's aber den Mehrpreis wert, weil die dann unser Paket mit dem Verpackungskram die 2 Wochen bei sich gelagert haben.)

Wir freuen uns schon aufs Treffen nächste Woche! schmunzel

Bis dahin,
Britta
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