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#1296493 - 04.08.17 12:29 Santiago de Chile - Valparaiso
uwee
Gewerblicher Teilnehmer Übernachtungsnetzwerk
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 1151
Dauer:7 Tage
Zeitraum:6.12.2016 bis 12.12.2016
Entfernung:240 Kilometer
Bereiste Länder:clChile
Externe URL:http://velo-traumreise.de







Wir kamen bereits von Lima in Peru und waren bereits mehrere tausend Kilometer durch Peru, Bolivien, Chile und Argentinien geradelt.
Leider war auch unsere Zeit terminiert.
In drei Wochen sollten/ wollten wir mit der Carretera Austral beginnen, um auch noch unseren Rückflug am 15.2. von Ushuaia aus zu erreichen.
Daher flogen wir von Salta in Argentinien bis nach Santiago de Chile.
Und bei Sonnenuntergang über den höchsten Berg Amerikas, den 6.962 m hohen Aconcagua.


Gegen Mitternacht verließen wir den Flughafen.
Das vorgebuchte Hotel war nur wenige Kilometer entfernt.
Wir fanden leider keinen Radweg und auch keine kleinen Straßen.
So mussten wir die auch noch zu dieser Uhrzeit stark befahrene Autobahn nutzen.
Das ist auch in Chile nicht erlaubt.
So etwas mag außerdem Isabel gar nicht.
War dann auch wirklich eklig dort zu fahren.

Die Bar im Hotel war bereits geschlossen.
Nur mit Mühe konnten wir uns doch noch ein Bier erkämpfen...




Am nächsten Morgen fanden wir zwar kleinere Straßen, aber selbst diese waren so unangenehm zu fahren, dass ich ausnahmsweise mal so gar keine Lust hatte Fotos zu machen.
Es war auch wirklich gefährlich zu fahren.
Es wurde fürchterlich gerast. Und kein Sicherheitsabstand gewährt.
Die Straße war viel zu schmal- die Anzahl der Fahrzeuge viel zu groß.
Besonders die Kleinlaster, Transporter und Baustellenfahrzeuge fuhren furchteinflößend.





Noch mal ein verschwommener Blick auf die Andenkette.
Und man kann sogar den Aconcagua erahnen, den die Bewohner Santiagos gerne als ihren Hausberg erklären, obwohl er ja in Argentinien steht.










Die Gegend um Santiago wird stark landwirtschaftlich genutzt- nicht nur (aber auch) zum Weinanbau.






Hier mal die Strecke, die wir uns ausgesucht haben.
Die "normale" Strecke von Santiago nach Valparaiso ist eine Autobahn- und zum Glück gesperrt für Radfahrer.


Santiago- Valparaiso on GPSies





Ab Lampa beruhigt sich allmählich der Verkehr.

In Tiltil biegt man nach links ab und steigt bis auf über 1200m Höhe.

Links und rechts begleiten uns mehr als mannshohe Kakteen.














..... übrigens keine guten Stellen zum Wildcampen. Links und rechts der Straße allenthalben Zäune.
Am Straßenrand bieten viele Selbstvermarkter lokale Produkte an (Obst, Wein Öl etc.). Und einige Haciendas verfügen sogar über angeschlossene Restaurants. Wie fast überall in Chile allerdings nicht sehr günstig- meist ist es teurer als in Deutschland.























Es war teilweise ziemlich steil und auch anstrengend- trotz des vorherigen Training in den Anden.



In Concon, unweit von Cancun erreichten wir schließlich wieder den Pazifik, den wir vor 2 1/2 Monaten in Peru verlassen hatten.






Begrüßt wurden wir von Pelikanen und Robben.




















































Die Küstenstraße von Concon über Vina del Mar nach Valparaiso lässt sich dann übrigens bestens befahren. Entweder gibt es breite Seitenstreifen und kaum Verkehr oder Radwege.












Im Vina del Mar, nur von einer Bucht getrennt von Valparaiso, treffen sich die Schönen und die Reichen.
Unzählige schicke und teure Restaurants, Bars, Hotels und hunderte Hochhäuser mit Appartements von gut verdienenden Hauptstädtern.
Wer so etwas mag ist hier gut aufgehoben.






















Wir fahren weiter.
Vor uns liegt der harte und kantige Ort Valparaiso.
Hier dominieren eher die Arbeiter. Aber auch eine interessante Szene an Künstlern ließ sich hier nieder.
Valparaiso lieben wir beide schon seit Jahrzehnten- obwohl wir die Stadt nun zum ersten Mal besuchen.
Mit dem begnadeten Musiker Eduardo aus Valparaiso lebte ich mehrere Jahre in einer WG in der Nähe von Giessen.
Isabels Freundin Ines, eine Waldorflehrerin in München stammt ebenfalls von dort.
Von beiden lernten wir, dass Valparaiso, wie es schon der Name sagt (Das Paradiestal), der schönste, beste, interessanteste und kulturellste Ort des Erdballes ist.
Punkt!
Irgendwelche Zweifel ausgeschlossen.
Endlich sind wir da.
Eher hätten wir die Carretera Austral ausgelassen, aber nie Valparaiso.

























Viele Straßen und Gassen weisen Steigungen über 20% auf.
Wir schieben viel. Auch ohne Gepäck.
Und auch bergab.













































Viele Radler sind unterwegs.
Besonders an Wochenenden.
Valparaiso ist auch bei den Chilenen beliebt.














































Beliebt bei den Einheimischen, wie auch bei den Touristen: Die Kolonien der Mähnenrobben. Die Tiere kann man an der gesamten Küste und auch im Hafen beobachten. Erwachsene männliche Exemplare werden bis zu 500kg schwer,die weiblichen dagegen nur bis zu 150kg.
Ein Schauspiel, wenn sie sich aus dem Wasser katapultieren und sich einen Weg durch die anderen Robben bahnen müssen. Dann wird es laut. Ein Spektakel, dem man stundenlang beiwohnen kann.




















Es ist Sommer.
Weihnachtszeit!
Da darf natürlich auch der Besuch des Weihnachtsmarktes nicht fehlen.
Allerdings wurde kein Glühwein angeboten.






















Wir blieben einige Tage und erkundeten die Stadt und ihre Umgebung.
Wir können Eduardo und Ines nur beipfichten. Was für eine tolle Stadt!

























Schwimmen gehen kann man übrigens an mehreren Stränden mitten in der Stadt.








Und der Pazifische Ozean war gar nicht so kalt wie allenthalb beschrieben.







Es gibt nicht gerade viele, aber doch einige sehr schöne Strandrestaurants.
Hier das des Jachtclubs, das auch Nichtmitgliedern zugänglich ist.
Und die Preise sind auch nicht viel höher, als die der anderen Restaurants in der Stadt.






Und neben dem guten chilenischen Wein bereiteten sie dort den besten Pisco Sour der gesamten Reise. (Obwohl wir sonst den peruanischen Pisco bevorzugen)













Wegen des heftigen Verkehrs rund um Santiago verzichteten wir darauf die Tour Richtung Süden per Rad fortzuführen.
Das erschien uns einfach zu gefährlich.
Wir nahmen den Bus nach Santiago und einen weiteren von dort nach Temuco.
Überall heißt es, die Fahrradmitnahme sei in Chile nie ein Problem.
Das stimmt so verallgemeinernd leider nicht mehr.
Viele Busgesellschaften nehmen gar keine Räder mehr mit- andere nur wenn sie zerlegt und verpackt sind.
Nach viel Mühe, langer Zeit und mit einigen US- Dollars konnten wir Busfahrer überreden die Räder doch noch mitzunehmen.
Isabels Rad tat diese Busreise allerdings gar nicht nicht gut.
Wir hatten hernach erst einmal eine Zwangspause.
Davon berichte ich später.









.
hier nur privat, (gewerblich wg. 2 Radreisebüchern)
www.velo-traumreise.blogspot.de
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Geändert von Uli (04.08.17 13:35)
Änderungsgrund: Kalendereintrag entfernt
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#1296536 - 04.08.17 18:51 Re: Santiago de Chile - Valparaiso [Re: uwee]
Falk
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 30817
Zitat:
Wir fanden leider keinen Radweg und auch keine kleinen Straßen.
So mussten wir die auch noch zu dieser Uhrzeit stark befahrene Autobahn nutzen.
Das ist auch in Chile nicht erlaubt.

Nicht ganz, spätestens in Araucania gibt es neben der Autobahn gar keine andere Straße in Nord-Süd-Richtung, zumindest nicht im Valle central. Dort ist es vollkommen normal, die Autobahn mit dem Fahrrad zu benutzen und die Einnehmer an den Mautstellen grüßen freundlich. Um Santiago ist das ein bisschen anders, doch die Flughafenstrecke ist mit nur etwa zwei Kilometern kurz. Man muss auch nur einfach geradeaus fahren, hinter dem zweiten Kleeblatt (sie liegen nicht weit auseinander) ist man im Boulevard Aeropuerto in einem anheimelndem Gewerbegebiet, das schon zu Pudahuel gehört. Dass es keine sinnvolle Alternative gibt, weiß auch die Polizei. Theoretisch könnte man über die Calle Diego Barros und den Camino Lo Boza einmal im Uhrzeigersinn um den Flughafen fahren und damit die zweitausend Autobahnmeter umgehen, aber das macht niemand, der noch irgendwie bei Trost ist. Wenn ich gleich weiter Richtung Valparaíso wollte, wäre ich gar nicht erst nach Santiago reingefahren. Dann wäre die erste Hälfte der Flughafenehenrunde gleich der passende Anfang der Strecke Richtung Tiltil. Eigentlich hätte ich Euch nach der langen Südamerikareise für abgebrühter gehalten.

Die Autobahn 68 ist nicht die klassische Strecke zwischen Santiago und Valparaiso. Sie ist erst Ende der Achtziger gebaut worden und bedeutete ganz nebenbei das Ende des Eisenbahnreiseverkehrs zwischen beiden Städten. Ich habe an dieser auch keine Fahrradsperrschilder gesehen. Die stehen erst kurz vor dem Autobahnring um Santiago. Gefahren bin ich sie trotzdem nicht, doch das hatte mehr was mit der Hitze zu tun.

Dass die Busgesellschaften innerhalb eines Jahres deutlich weniger fahrradbegeistert wurden, ist mir auch aufgefallen. Tur-Bus war noch am zugänglichsten, doch zehntausend Pesos zusätzlich und ohne Quittung wollte man im letzten Februar dort auch.
Falk, SchwLAbt
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#1296541 - 04.08.17 19:55 Re: Santiago de Chile - Valparaiso [Re: Falk]
uwee
Gewerblicher Teilnehmer Übernachtungsnetzwerk
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Beiträge: 1151
Hallo Falk,
herzlichen Dank für Deine präzisen Anmerkungen.
Du warst ja sogar noch nach uns dort unterwegs- leider wohl gerade im heftigen Dauerregen.
Im Prinzip hast Du mit Allem recht.
Üblicherweis sind wir tatsächlich ziemlich abgebrüht, was die Nutzung von Autobahnen angeht.
Selbst in Singapur haben wir den Airport mit dem Rad erreicht.
In Santiago lag es hauptsächlich an uns, dass wir uns dort so unwohl fühlten.
Gegen Mitternacht waren wir nach einem langen Tag doch schon ein bisserl müde und hatten Schwierigkeiten auf dem kleinen Display des Garmin an den Autobahnkreuzen den richtigen Weg zu finden.
Zudem gab es eine lange Baustelle mit nur zwei schmalen Fahrspuren in unserer Fahrtrichtung.
Die Hälfte der Zeit konnten wir uns hinter der Absperrung entlanghangeln.
Die andere Hälfte nicht.
Der Verkehr war ähnlich wie der rund um München am ersten Ferienwochenende, die Fahrer dementsprechend genervt. Jeder zweite hupte. Agressiv, nicht freundlich.
Zeitgleich versucht man noch immer auf die gar nicht weit entfernte aber unerreichbare Nebenstraße zu gelangen. Leider vergebens.
Tagsüber und ausgeschlafen würde auch ich sagen: "Where`s the problem?"
Vom Bus Vina del Mar- Santiago sahen wir auf der Autobahn nicht einen Radler.
Und chilenische Radler in Valparaiso meinten, es sei keine gute Idee sie zu nutzen.
Außer im Umkreis von Santiago/ Valparaiso hatten wir in Chile keine weiteren Autobahnen, und die Schnellstraßen befuhren wir selbstverständlich.
Liebe Grüße
Uwe
hier nur privat, (gewerblich wg. 2 Radreisebüchern)
www.velo-traumreise.blogspot.de
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#1296554 - 04.08.17 21:59 Re: Santiago de Chile - Valparaiso [Re: uwee]
tirb68
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Hallo Uwe, schöner Bericht. Mit Zäunen muss man in Chile immer rechnen. Es gibt dort ein Gesetz, dass es erlaubt sich auf nicht eingezäuntem Grund niederzulassen. Daher ist alles kilometerlang dicht. Meistens mit Stacheldraht. Man kann aber einfach durch das nächste offene Tor durch und wird selten jemanden treffen, den das wirklich stört. Wo es stört, ist abgeschlossen. Grüße Brit
Der normale Tropfen macht das schon und fließt mit den anderen in den Wasserkopf der Nation.
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#1296566 - 04.08.17 23:33 Re: Santiago de Chile - Valparaiso [Re: tirb68]
uwee
Gewerblicher Teilnehmer Übernachtungsnetzwerk
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Grüß Dich Brit,
dies waren unsere ersten Erfahrungen mit den Zäunen .
In Peru, Bolivien und dem äußersten Norden von Chile und Argentinien gab es sie nicht.
Ab Santiago immer!
Es war doch oft, nein sogar immer, nervend hunderte oder gar tausende von Kilometern zwischen solchen Zäunen zu radeln.
Und das in den einsamsten Gegenden weltweit.
Wenn wir tatsächlich mal jemanden trafen und fragten, durften wir immer übernachten und waren oft noch eingeladen oder bekamen zumindest Wasser und eine Notration.
Leider sind die Estancias so groß, dass man selten jemanden der Besitzer oder Gauchos sieht Und auch die Häuser liegen meist weit entfernt von der Straße.
Bei uns waren übrigens etwa 95% der Tore fest verschlossen.
Die Einheimischen meinten auf Nachfragen: "Üblicherweise könnt Ihr überall über die Zäune klettern und schlafen. 90% der Besitzer sind besonders zu Radlern extrem freundlich".
"Und die anderen 10% ?"
"Na ja, hier draußen leben auch einige skurille Gestalten. Die schießen auch schon mal auf jeden, der ihr Land betritt."
"Wie erkennen wir diese?"
"Leider erst dann, wenn sie schießen."

Mitunter hatten wir also ein mulmiges Gefühl, wenn wir mal wieder die Zäune überwanden.
Niemand hat in den fünf Monaten auf uns geschossen.
Häufig wurden wir mit Früchten, Brot und alkoholischen und nicht- alkoholischen Getränken versorgt.
Mitunter auch einmal vom Sattel aus ein wenig ausgefragt, ob wir nicht doch Viehdiebe sein könnten.
Wir bestanden die Tests.

Liebe Grüße in den Norden
Uwe
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#1297423 - 09.08.17 23:33 Re: Santiago de Chile - Valparaiso [Re: uwee]
helmut50
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Beiträge: 267
Hallo Uwe,
vielen Dank für die tollen Bilder und den schön3en Bericht. Wir haben ihn regelrecht gefressen und greifen auch sicher noch auf Eure Erfahrungen zurück und ziehen unsere eigenen Schlüsse daraus. Wir sind seit drei Tagen in Quito und gewöhnen uns langsam an die Höhenluft. Unsere Strecke wird ähnlich verlaufen. Ich glaube, den Reisebericht sollte man nicht wiederholen, zu toppen ist er eh`nicht. Unter Treffpunkt notiere ich aber unsere blog Adresse.
Viele Grüße Helmut
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#1297966 - 13.08.17 16:51 Re: Santiago de Chile - Valparaiso [Re: uwee]
tirb68
Mitglied Übernachtungsnetzwerk
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Beiträge: 3400
Hallo Uwe,
ich kenne die Zäune in erster Linie aus Patagonien. Da sind die Tore offen und viele Kilometer ist da nix, wo man fragen könnte. Vor Überraschungen ist man aber auch dort nie sicher.
Ich hatte mal eine Pferdeherde vor dem Zelt, die recht neugierig schauten und wohl überlegten, ob sie das Zelt plattmachen sollten, ein andermal blicke ich einem waschechtem Torro in die blutunterlaufenen Augen.
Bei den Zweibeinern hat man wohl immer ein gewissen Anteil an Spinnern, denen man besser aus dem Weg geht, egal wo man ist. In Chile ist der Anteil auf dem Land eher gering. In den Randbezirken der großen Städte würde ich z.B. nach Möglichkeit kein Rad fahren wollen. Wirklich gefährlich sind die Zäune wohl eher für die Guanakos, die dort schon mal mumifiziert über dem gut gepflegten Stacheldraht hängen.
Grüße
Brit
Der normale Tropfen macht das schon und fließt mit den anderen in den Wasserkopf der Nation.
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