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#1273348 - 26.03.17 21:25 Der zweite Frühling - Peru
uwee
Gewerblicher Teilnehmer Übernachtungsnetzwerk
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 1116
Dauer:1 Monat, 17 Tage
Zeitraum:15.9.2016 bis 31.10.2016
Entfernung:2400 Kilometer
Bereiste Länder:pePeru




Bis eine Woche vor Abflug war es nicht klar, ob wir fliegen können.
Isabels Schmerzen im Knie wurden immer schlimmer.
Der Physiotherapeut und die Spritzen des Orthopäden reichten nicht mehr.
Drei Wochen vor Abflug ließ sie sich operieren.
"Wird schon!" meinte der Operateur.
Eine Woche vor Abflug lief sie noch immer mit zwei Krücken.
"Wird schon." meinte erneut der Operateur. " Und sonst bleibt Ihr erst mal eine Woche in Lima, oder in einem netten Küstenort, nicht weit von Lima, wo ich vor ein paar Jahren mal war."

Ich freue mich auf alle Fälle in diesem Jahr dem deutschen Herbst ein Schnippchen zu schlagen.
Ein zweiter Frühling im Jahr 2016. Welch ein Luxus!
Und wenn es mit den Rädern gar nicht gehen sollte?
Zur Sicherheit haben wir uns internationale Führerscheine ausstellen lassen.
Das Haus ist an drei nette chinesische Studentinnen vermietet.
Frühestens in fünf Monaten dürfen wir zurückkehren.




Los ging es mit einigen Sorgen, aber ohne Krücken. "Schaun wir mal."




Da wollen wir nächsten Monat sein. Die Anden und der Altiplano.




...und der Titicacasee.
Von dem träume ich schon seit Kindheitstagen.






Ana, die Cousine unserer Nachbarin zeigt uns die peruanische Hauptstadt Lima.
Wir waren schon in vielen Ländern der Welt mit den Rädern unterwegs.
Aber noch nie in Südamerika.
Wir fürchten die Kriminalität- selbst ein Nachbar, der eine große Hacienda in Paraguay besitzt warnt uns eindriglich: "Vielleicht schafft Ihr es nicht einmal vom Flughafen bis zum Hotel- zumindest mit Euren Rädern."
Ana klärt uns auf: " In den letzten Jahren hat sich vieles zum Besseren geändert. Auch durch reichlich Polizeipräsenz. In Miraflores, wo Euer Hotel liegt, ist es mindestens so sicher wie in München."
"Ah ja. Kann ich die Kamera mitnehmen zum Erkunden der Stadt?"
"Tagsüber fast in der ganzen Stadt, abends in manchen Außenbezirken und in der Altstadt eventuell besser nicht- in Miraflores allerdings immer."


















Die "besseren" Stadtteile Limas sind wunderschön, mit Strandpromenade, guten (und teuren) Hotels, Cafes, Bars und Restaurants. Mehrmals wurde Lima ausgezeichnet als die Stadt mit den besten Restaurants..... weltweit.










Auch in diesem Bild sieht man es deutlich. Über Lima und einen weiten Streifen entlang der Küste liegt viele Monate im Jahr ein dichter Küstennebel, hervorgerufen durch die im Zenit stehende Sonne und gleichzeitig eine eiskalte Meeresströmungen aus der Tiefe und aus der Antarktis.







Lange halten wir es nicht in solch quirligen Städten aus. Uns treibt es raus. Die Panamerika ist hier eine anfangs eine 6- spurige, später meist 4- spurige Autobahn durch die Wüste. Zwischen der Meeresküste und den Anden fällt praktisch nie Regen.
Die Strecke lässt sich dank eines breiten Seitenstreifens gut fahren ist aber eigentlich stinklangweilig. Normalerweise hätten wir uns eine bessere Einstiegsstelle für bunsere Südamerikatour ausgesucht. Allerdings: Beide haben wir momentan keinerlei Kondition durch Isabels Kniebeschwerden und die Reisevorbereitungen, die uns die letzten Monate kaum Sport treiben ließen.






Am ersten Tag fahren wir etwa 60km, am zweiten 70, am dritten 90 Kilometer. Das Knie beschwert sich nur ein wenig, und auch die Schwellung bleibt im Rahmen. Und im vom Operateur empfohlenen wenig spektakulären Strandort San Bartolo legen wir einen Ruhetag ein.








Weiter kämpfen wir uns mit wenigen Höhenmetern durch die eintönige Küstenebene.






In Paracas nahe Pisco beeindruckt uns die Bootsfahrt zu den vorgelagerten Vogelfelsen, wo noch immer Guano gewonnen wird- getrocknete Vogelschei.... äh Kot der Seevögel.































Weiter geht es Richtung Nazca, die Sonne mittags im Zenit, die Temperaturen durch den Küstennebel ein wenig nach unten gedrückt. Wir brauchen viel Wasser und Sonnencreme.






Nach einer Woche fühlen wir uns heimisch und trauen uns das erste Mal das Zelt in der Wüste aufzustellen. Einige Warnungen haben wir noch in den Ohren. "Bloß nicht in der Nähe der Panamerikana wild campen."
Auf der gesamten 5- monatigen Reise durch fünf Länder treffen wir keinen Radler der in den von uns bereisten Ländern bestohlen oder ausgeraubt wurde. Viele Geschichten halten sich aber dennoch nach wie vor hartnäckig und werden uns wieder und wieder erzählt. Von Einheimischen und anderen Touristen.






Die Panamericana wird zweispurig. Solange es Standstreifen gibt lässt es sich gut fahren- sonst eher nicht. Kommt zum Glück nicht oft vor.










Verpflegung am Straßenrand.





Je weiter wir uns vom Pazifik entfernen, desto "blauer" wird der Himmel.










Wir erreichen die berühmten Scharrbilder, die Geoglyphen von Nazca.
Sie haben Generationen von Menschen fasziniert und zu den wildesten Mutmaßungen geführt u.a denen des Herrn von Däniken mit seiner Theorie vom Landeplatz der Außerirdischen.
Vom Rad aus ist allerdings nur relativ wenig zu sehen.





Wir haben mal wieder Glück. Wir buchten den Flug über die Nazca Linien für den frühen Morgen. Anscheinend schlafen dann die anderen Touristen noch- oder sitzen beim Frühstück.
Wir hatten ein Flugzeug samt Piloten und Copiloten allein für uns.
Zudem ist morgens das Licht schöner und die Turbulenzen sind nicht so heftig. Jetzt im Frühjahr aber auch sowieso nicht so stark wie im Rest des Jahres. Spucktüten wurden nicht einmal angeboten, noch weniger benötigt.
Atemberaubend, ein tolles Erlebnis, absolut empfehlenswert.


























Am nächsten Tag endet vorerst einmal die Spaßtour.
Nach etwa 700 Kilometern haben wir mit dem netten Städtchen Nazca das Ende der Flachetappen erreicht. Während die Panamericana weiter Richtung Süden und Richtung Chile dem Pazifik folgt, biegen wir nach links ab, Richtung Cusco, Richtung Berge. Innerhalb von 99 Kilometern soll es vom 600m hoch gelegenen Nazca bis auf 4390m hoch gehen.
Mal schauen wie wir uns akklimatisieren... und ob Isabels Knie mitzieht.

Davon später.













Der weitere Weg führt uns noch bis ans Ende der Welt in Ushuaia, Feuerland.
Fortsetzungen folgen also noch.


Uwe

Jürgen hatte Dich schon im Testbereich darauf hingewiesen, dass die Bildgröße den Bestimmungen entsprechen soll. 800 Pixel Breite sind völlig ausreichend! Ich habe die Änderungen diesmal für Dich vorgenommen anstatt die Bilder in Links umzuwandeln.
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Geändert von Juergen (27.03.17 07:02)
Änderungsgrund: weitere Bilder verkleinert
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#1275252 - 05.04.17 13:26 Re: Der zweite Frühling - Peru [Re: uwee]
uwee
Gewerblicher Teilnehmer Übernachtungsnetzwerk
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Beiträge: 1116











Nazca liegt in einer Höhe von etwa 520 Meter. Es ist eine angenehme Kleinstadt mit etwa 25.000 Einwohnern und einer guten Infrastruktur.
Also noch einmal die Möglichkeit angenehm zu wohnen und alle nötigen Einkäufe zu tätigen.
Was wir für überflüssig für die nächsten Wochen halten verpacken wir und geben das Paket einer Busgesellschaft mit. Zielort Cusco.
Es gibt auf den folgenden 120km nur wenige Orte an denen es Verpflegung und Wasser gibt.
Die Sonne steht im Zenit. Tagsüber ist es entsprechend heiß.
Schatten gibt es keinen.
Die Landschaft ist meist wüstenartig. Wir lieben Wüsten!

Wir beginnen mit 8 Liter Wasser- pro Person.
Dann heißt es 100 Kilometer unentwegt klettern.







Mit dem schweren Gepäck, dem Proviant und den Getränken fällt uns es schwer.
Wir halten einen Autofahrer an und bitten ihn unsere Wasserflaschen alle 10 Kilometer zu deponieren.
Ob er uns wohl verstanden hat?
Und ob wir die Flaschen finden werden?











Es hat geklappt!
Wir bitten auch im weiteren Verlauf immer mal wieder Auto- oder LKW Fahrer teile unseres Proviantes an bestimmten Stellen zu deponieren (Kilometersteine bieten sich an).
Es klappte immer.
Mitunter fanden wir sogar noch zusätzlich Schokoriegel, Obst oder Bierbüchsen...

















Das tut schon weh. Kurz vor Ende des "Arbeitstages".








Am Abend erreichen wir todmüde doch noch ein kleines Restaurant auf 2.400m Höhe.
Dort gibt es zwar kein Bier, aber etwas zu essen und Cocatee.
Der wird im gesamten Hochland immer und überall getrunken und soll gegen Müdigkeit und Höhenkrankheit helfen.
























Am zweiten Abend schlafen wir auf der 4.000er Höhenlinie.
Hier wird es nachts schon ziemlich kalt.
Morgens ist das Wasser gefroren.







Die erste und einzige Reifenpanne auf der gesamten Reise.
So etwas erledigt Isabel.












Unerwartet schnell wird die Passspitze erreicht.
In allen Karten wird die Höhe mit 4.390m angegeben.
Es sind aber nur 4.190m.
Wir sind nicht unglücklich darüber.














Vicunjas sind eine der vier Neuweltkamelarten. Sie sind die kleinste Art und ähneln den Guanakos. Sie sind nicht domestizierbar und waren schon dicht vor der Ausrottung.
Der Nationalpark, durch den wir jetzt radeln war maßgeblich an der Rettung der Art beteiligt.



























































Nach kurzem Abstieg ging es dann doch noch auf auf Höhen bis fast 5.000 Meter.
Immer wieder folgten auf lange, rasante Abfahrten in Flusstäler ebenso lange Aufstiege.
Hier liegt unter uns der kleine Ort Pampamarca.






















Im Restaurant des Ortes trifft man sich.
Das nette Paar im VW Bus stammt aus Brasilien und ist auf dem Weg von Ushuaia nach Alaska.
Noch sprechen beide kein Wort Englisch.
Der junge Radler stammt aus New York und startete von dort seine Reise nach Ushuaia.
Er muss sich sputen, weil er nächste Woche seine Freundin in La Paz treffen möchte.
Was wir in drei Tagen fuhren machte er allerdings in einem.
160 Kilometer und mehr als 5.000 Höhenmeter.
Von den anderen Radlern, die wir unterwegs trafen wurde er nur "The Speedy American" genannt.
Wir empfahlen ihm doch mal am Ötztal- Radmarathon teilzunehmen.
Wir sind sicher er erreicht dort das Ziel- mit schwerem Reiserad und 12 Liter Wasser, mit denen er in Nazca aufgebrochen war.















The Speedy American













Viele Lamas und Alpakas säumen und kreuzen unseren Weg.






































Auf dem Weg nach Abancay kommen wir auch mal wieder unter die 3.000er Linie.
Gleich wird es tropisch und grün.
Sittichschwärme fliegen kreischend über uns.







Diese Tiere mag Isabel gar nicht.







Wir erreichen die 100.000 Einwohner Stadt Abancay, die uns auf den ersten Blick erst einmal gar nicht gefällt- aber auf den zweiten dann doch sehr.
































Es gibt hübsche Hotelzimmer.
Die Preise sind ähnlich wie die in Europa.
Die südamerikanischen Länder sind keine Billigreiseziele.





Wir müssen auf unser Gewicht achten.
Also noch ein Stück Torte.

In der Karaffe ist übrigens Kaffeekonzentrat.
Mit heißem Wasser verdünnt man es auf Trinkstärke.
Peru ist kein Land für Kaffeeliebhaber!






Dafür ist die Auswahl an alkoholischen Getränken beträchtlich.
Bier, Wein und Hochprozentiges gibt es in guter Qualität in jedem größeren Ort, Geschäft und Lokal.







Wir werden in der Stadt angesprochen.
Eine Dame bittet uns auf ihren Mann zu warten.
"Er spricht so gerne Deutsch."
Wir warten und treffen den einzigen deutschen Bürgermeist in Peru und persönlichen Freund von Perus neuen Präsidenten.
Wir bleiben ein paar Tage in Abancay und treffen Herrn Karl Gajetzky immer wieder und machen gemeinsame Ausflüge.
Es beeindruckt uns sehr mit wie viel Energie der frühere Bauingenieur und Bauleiter diverser Großbaustellen für seinen Bezirk arbeitet und gleichzeitig noch diverse Hilfsprojekte leitet.

Deutscher Bürgermeister in Peru







Und richtig gutes deutsches Essen gibt es auf einem unserer Ausflüge auch noch...













Wir überlegen uns, ob wir wirklich Machu Piccu besuchen sollen.
Einige Radler waren geschockt von den Preisen und den vielen Menschen dort.
Das ist nach wochenlanger Einsamkeit nur schwer zu ertragen.
"Diese alte Stadt der Inkas hat ihren Mythos und ihre Seele verloren."

Unser neuer Freund empfiehlt uns die nahegelegene Schwester von Maccu Piccu, Choquequirao zu besuchen. Das hatten wir im Vorfeld auch geplant, wussten nur nicht ob diesen anstrengenden Trek Isabels Knie wohl aushält. Und die Preise der Veranstalter sind gesalzen.
Karl vermittelt uns an einen befreundeten Studenten.
Mit ihm werden wir das alte Inkaheiligtum besuchen.

Das ist aber ein ganz anderes Thema.

Davon erzähle ich später.

Grüße
Uwe
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#1275498 - 06.04.17 15:28 Re: Der zweite Frühling - Peru [Re: uwee]
talybont
Mitglied
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Beiträge: 310
Super! Es geht nichts über zwischenmenschliche Kontakte! Habe ich so in Südafrika (ohne Rad) und Alberta (mit Ski) erlebt.
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#1275756 - 07.04.17 15:00 Re: Der zweite Frühling - Peru [Re: uwee]
grenzenlos
Mitglied Übernachtungsnetzwerk
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Beiträge: 769
Hallo uwee,

du hast geschrieben: "Wir überlegen uns, ob wir wirklich Machu Piccu besuchen sollen.
Einige Radler waren geschockt von den Preisen und den vielen Menschen dort." schmunzel

Wir haben M.P. ausgelassen zwinker Überhaupt haben wir gelernt, man muss nicht alles sehen + trotzdem war es nie langweilig zwinker

Freue mich auf die Fortsetzung schmunzel
Gruß Wi grenzenlos
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Geändert von grenzenlos (07.04.17 15:00)
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#1276465 - 10.04.17 22:38 Re: Der zweite Frühling - Peru [Re: uwee]
Roldi
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Beiträge: 268
Toller Bericht, klasse Fotos - so wie man es von Euch gewohnt ist :-) Bin gespannt auf die Fortsetzung! LG Roldi
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#1276871 - 12.04.17 12:02 Re: Der zweite Frühling - Peru [Re: uwee]
Chrisposure
Mitglied
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Beiträge: 2
Danke für den richtig tollen Bericht. Hat mir ordentlich die Mittagspause versüßt schmunzel
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#1277172 - 13.04.17 19:16 Re: Der zweite Frühling - Peru [Re: uwee]
sebael
Mitglied
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Beiträge: 512
Unterwegs in Deutschland

Hallo Uwe!
Schöner Bericht mit schönen Bildern.
Du schreibst, dass die südamerikanischen Länder keine Billigreiseziele sind.
Ich würde sagen, das gilt nur für Chile, Argentinien, Uruguay.
Ich war zwar noch nicht weiter nördlich als die oben genannten Länder, habe aber von vielen Radlern gehört, dass alle Länder nördlich von Bolivien für uns Europäer sehr billig sind.
Es kann sein, dass die Preise der besseren Hotels in den größeren Städten, wie fast überall auf der Welt deutlich höher sind als auf dem Land.

Das mit dem Mitgeben von Wasser und Proviant an Auto-und LKW-Fahren hätte ich mir nicht getraut. Vielleicht sollte ich es auch mal versuchen.

Bin schon gespannt auf den nächsten Teil.
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#1277189 - 13.04.17 21:50 Re: Der zweite Frühling - Peru [Re: grenzenlos]
uwee
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Beiträge: 1116
Lieber Wilfried,
Du hast sicher recht.
Man sollte immer den Mut haben etwas auszulassen, selbst wenn es andere Leute als das 8. Weltwunder betrachten.
Mein Leitspruch: "Weniger ist mehr!"
Bei M.P. habe ich mich dann aber doch leider gegen Isabel durchgesetzt.
Es ist sicherlich für andere schwer verständlich...
Einige meiner guten und reiseerfahrenen Freunde schwärmten von M.P. Ich war der Ansicht es sehen zu müssen.
Wenn man aber wochenlang die Einsamkeit lieben gelernt hat, erschlägt einen der dortige Massentourismus.
Das fiel mir davor besonders auf, als wir nach vielen Monaten Zentralasien und (Ost-) Tibet nach Thailand kamen.
Früher liebte ich das Land.
Nach der langen Abgeschiedenheit war dann für uns der Tourismus allerdings nicht zu ertragen.
Zum Glück vergeht das Gefühl später wieder, und wir brauchen nicht unentwegt Runden durch die Wüsten der Welt zu drehen.
Liebe Grüße
Uwe

Und auch immer nett die Tipps von daheim.
"Das müsst Ihr sehen. Liegt unmittelbar an Eurer Route. Nur 80km entfernt..."


.
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#1277190 - 13.04.17 21:55 Re: Der zweite Frühling - Peru [Re: Roldi]
uwee
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abwesend abwesend
Beiträge: 1116
Grüß Dich Roldi,
danke sehr.
Wann ist das nächste Sabbatical bei Euch?
Und wo geht`s dann hin?
Liebe Grüße von
Isabel und Uwe
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#1277338 - 15.04.17 00:14 Re: Der zweite Frühling - Peru [Re: sebael]
uwee
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Hallo Sebastian,
ich hatte die Preise mit denen der meisten asiatischen Länder verglichen, in denen wir viel unterwegs waren.
Wir kennen in Südamerika nur Peru, Bolivien, Chile, Argentinien und Uruguay.
Peru und besonders Bolivien sind etwas günstiger als Europa, Chile ähnliche Preise wie daheim.
Argentinien und Uruguay deutlich teurer.
Da wir oft zelteten und auch häufig selber kochten hielten sich die Kosten pro Tag dennoch in Grenzen.
Liebe Grüße
Uwe
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#1277339 - 15.04.17 00:15 Re: Der zweite Frühling - Peru [Re: uwee]
uwee
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Beiträge: 1116





Vor vielen Jahren sah ich im Fernsehen einen Bericht über eine alte Inkastätte, verborgen in unzugänglichen Bergen und nur zu einem kleinen Teil bislang ausgegraben. Choquequirao
Man nannte sie die Schwester von Machu Piccu.
Allein schon die Landschaft faszinierte mich.
"Da will ich hin!" - Irgendwann einmal.
Lange überlegten wir, ob es Isabels Knie wohl mitmachen würde.
Nordic Walking Stöcke hatten wir sicherheitshalber von daheim mitgenommen.

Wir kontaktieren einen Reiseveranstalter.
Der Preis p.P.: 300 $.
Im Reiseführer wird ein Weg beschrieben der von Huanipaca nach Choquequirao führt und von dort dann weiter nach Cochara. Laut Reiseveranstalter sei der Weg von Huanipaca aus verfallen und nicht begehbar. Bliebe als Alternative nur Cochara - Choquequirao- Cochara.
Unser Freund Karl vermittelte uns an einen Freund. Octavio studiert Biologie und Geologie und freut sich uns begleiten zu dürfen.
Er ist auch vor kurzem erst den Weg von Huanipaca aus gegangen. Dieser sei nicht gut gepflegt aber sicherlich begehbar.
Also nehmen wir den öffentlichen Bus nach Huanipaca. Da wir keine Rucksäcke mitführen engagieren wir einen Träger im Ort.
Huanipaca liegt in einer Höhe von 3200 m. Von dort führt ein Wanderweg runter zum Rio Apurimac auf 1800 m. Der dortige Campingplatz am Fluss ist nicht im besten Zustand, aber o.k. Hier in den tiefen Regionen ist es heiß und man weiß endlich einmal, warum man die ganze Zeit Autan mitgeführt hat.










Choquequirao liegt nordöstlich von Abancay in der entlegenen Cordillera Vilcabamba.
Die 200 Hektar große Anlage wurde im 15. Jahrhundert errichtet und von den Spaniern nie entdeckt. Erst 1993 begann man damit die Anlage freizulegen.

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Zeitgleich mit uns war wohl ein Reisejournalist auch in Choquequirao.
Sein Bericht:

Choquequirao bei Spiegel online

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Es geht mit vielen Höhenmetern durch viele Vegetationszonen. 4 Stunden bergab und am nächsten Tag 6 Stunden bergauf.
















Octavio macht eine Pause. Er klettert wie ein Äffchen.
Er ist nicht nur unser Führer, der uns Politik, Geschichte, Geologie und Botanik näherbringt, sondern gleichzeitig ein geduldiger Spanischlehrer.







Knapp unterhalb der Inkastätte liegt ein Campingplatz. Dort zahlt man auch den Eintritt. Leider gibt es außer Wasser und Duschen und Toiletten keinerlei Infrastruktur. Der nächste Ort ist etwa eine Stunde entfernt.







Die gesamte Anlage gehört uns allein. Von den wenigen Gäste sieht man meist nicht.
















































Das Gepäck der Touristen wird von Mulis übernommen.







Auf dem Weg nach Cachora gibt es ein paar bewirtschaftete Campingplätze und Verpflegung.
Noch einmal geht es runter bis zum Rio Apurimac.






... und dort drüben wieder hoch.













Wieder auf den Rädern fahren wir nun in Richtung Machu Piccu.
Hätten wir die Räder nicht bei uns gehabt, so wären wir mit Octavio direkt dorthin gewandert.
Er weiß auch wie man dort kostengünstig Eintritt findet.

Kontaktadresse Octavio:
octabike@gmail.com








Bis wir das heilige Tal des Urubamba erreichten gab es natürlich wieder einige Kletterei.
1500 Meter runter zum Apurimac und genausoweit wieder hoch.

Der Urubamba ist wie der Apurimac einer der Quellflüsse des Amazonas.
Wir wohnen in Ollantaytambo (kurz Ollanta), eine wichtige Festung der Inkas und die wohl einzige Stadt Perus, die deren Architektur bewahrte.
























Im Tal, der Keimzelle des Inkareichs, gibt es vieles zu entdecken.












Zum Beispiel die uralten Salineras, wo noch heute Salz wie seit mehr als 1000 Jahren gewonnen wird.






















....oder die Terrassen von Moray, eine landwirtschaftliche Versuchsanstalt der Inkas.























Von Ollanta aus fahren Züge- sündhaft teuer- nach Aguas Calientes, von wo aus Machu Piccu besucht werden kann.






Die etwa 40 Kilometer lange Strecke ist einspurig und landschaftlich grandios.
Es gibt keine Straßenverbindung nach Aguas Calientes. Mit dem Fahrrad dorthin zu gelangen ist abenteuerlich aber nicht unmöglich.
Wir hatten es uns eigentlich vorgenommen.
Am Ende fehlt uns die Zeit. Wir haben eine Verabredung in Cusco.



Die Zahl der Besucher wurde gegen den Willen der Unesco von 2500 auf 3500 pro Tag erhöht.
Dies führt zu Massenaufläufen und langen Schlangen.
Hier warten die Menschen auf die Busse von Aguas Calientes hoch nach Machu Piccu.
Wir gehen zu Fuß.















Die "Stadt in den Wolken" ist wirklich beeindruckend. Dazu in einer absolut grandiosen Landschaft.




Leider leidet die Mystik und Erhabenheit des Welkulturerbes Machu Piccu unter dem immensen
Besucherandrang und deren Sucht allenthalben Selfies in den eigenartigsten Posen und Verrenkungen zu verewigen.
Die Faszination kommt eigentlich nur noch kurz nach der Öffnung der Tore und kurz vor dem Schließen auf.
Dann kann Machu Piccu noch immer der magische von Legenden umrankte Ort bleiben, auf den man sich so lange gefreut hat...




















Zu den richtigen Zeiten, oder ein wenig abseits der Hauptattraktionen kann es aber noch immer so ausschauen.




























Weiter geht es nach Cusco, wie Machu Piccu ein Muss für jeden Perureisenden, Unesco Welterbe, Nabel des Inkareiches und voll mit Touristen, Hotels, Restaurants und Bars.
Der Weg dorthin ist wunderschön und führt an etlichen unbekannten und vergessenen Terrassen, Zeichnungen und Bauwerken der Inkas vorbei.






Teilweise folgen wir sogar einer Radstrecke.































Das vorläufige Ziel, der Plaza de Armas, Hauptplatz von Cusco, mit der Kathedrale und der Kirche La Compania de Jesus.




Im letzten Teil dieses Peruberichtes erkunden wir Cusco und fahren von dort über ruhige und hohe Pässe bis zum Titicacasee und weiter nach Bolivien.

Bis dann
Uwe



.
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Geändert von uwee (15.04.17 00:22)
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#1277345 - 15.04.17 03:12 Re: Der zweite Frühling - Peru [Re: uwee]
iassu
Mitglied
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Beiträge: 16556
Sehr beeindruckend!
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Gruß Andreas
Vor 10 Jahren
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#1277377 - 15.04.17 10:38 Re: Der zweite Frühling - Peru [Re: uwee]
grenzenlos
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Beiträge: 769
In Antwort auf: uwee
Lieber Wilfried,
Du hast sicher recht.
Man sollte immer den Mut haben etwas auszulassen, selbst wenn es andere Leute als das 8. Weltwunder betrachten.
Mein Leitspruch: "Weniger ist mehr!"
Bei M.P. habe ich mich dann aber doch leider gegen Isabel durchgesetzt.
Es ist sicherlich für andere schwer verständlich...
Einige meiner guten und reiseerfahrenen Freunde schwärmten von M.P. Ich war der Ansicht es sehen zu müssen.
Wenn man aber wochenlang die Einsamkeit lieben gelernt hat, erschlägt einen der dortige Massentourismus.
Das fiel mir davor besonders auf, als wir nach vielen Monaten Zentralasien und (Ost-) Tibet nach Thailand kamen.
Früher liebte ich das Land.
Nach der langen Abgeschiedenheit war dann für uns der Tourismus allerdings nicht zu ertragen.
Zum Glück vergeht das Gefühl später wieder, und wir brauchen nicht unentwegt Runden durch die Wüsten der Welt zu drehen.
Liebe Grüße
Uwe

Und auch immer nett die Tipps von daheim.
"Das müsst Ihr sehen. Liegt unmittelbar an Eurer Route. Nur 80km entfernt..."


.


Lieb Uwe,
ich wollte eigentlich nur ausdrücken, dass nach vielen Radel-km, vielen Monaten + auch Jahren unterwegs, sich bei uns das Verlangen nach den "Weltwundern" verändert hat schmunzel Für uns gibt es tausende Weltwunder unterwegs zwinker Es sind meist die "kleinen Dinge" welche uns begeistern. Ich denke, da sind wir irgendwie seelenverwandt schmunzel
Die großen "Weltwunder" sind meist wie Feuer und Wasser. Da kennen wir auch einige. Und ich bereue auch diese nicht, denn man lernt ja nie aus, und einige möchte ich auch nicht missen schmunzel
Was mich nun ganz besonders freut, MP durfte ich ja nun erleben. Danke für die Bilder und Zeilen schmunzel
Gruß Wi grenzenlos
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Geändert von grenzenlos (15.04.17 10:48)
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#1277606 - 16.04.17 20:09 Re: Der zweite Frühling - Peru [Re: uwee]
uwee
Gewerblicher Teilnehmer Übernachtungsnetzwerk
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abwesend abwesend
Beiträge: 1116






In Cusco wohnen wir bei den Eltern einer Nachbarin.
Das ist sehr angenehm und informativ.
Man ist dort auch nicht unentwegt im Touristenrummel. Wo diese Familie wohnt kommen keine Touristen hin.
Aber wir genießen andererseits auch die Möglichkeiten, die solch eine Stadt bietet.















Z.B. das höchstgelegene Irish Pub der Welt.
Cusco liegt etwa 3500 m hoch.
Jedes Hotel bietet seinen Gästen Sauerstoffflaschen bei Bedarf an.
Radler, die bis hier hin mit dem Rad fuhren brauchen so etwas natürlich nicht.

















Obwohl es uns recht gut gefallen hat, freuen wir uns auf die Fortsetzung der Reise.
Wir hofften, dass der Verkehr nach der Großstadt Cusco nachlassen würde.
Das war leider nicht der Fall- ganz im Gegenteil.










Wo immer es geht meiden wir die Hauptstraße. Geht leider nicht immer. Besonders die Fahrer der Kleinbusse und Colectivos fahren viel zu schnell und viel zu dicht an uns vorbei.
Das erste Mal fühlen wir uns auf der Straße nicht wohl.
Der Verkehr hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Das Straßennetz wächst wesentlich langsamer als die Anzahl der Fahrzeuge.





Abseits der Hauptroute bekommt man außerdem gute Einblicke in das normale Dorfleben.



















Die kulinarische Spezialität hier im Hochland sind eindeutig die Cuy - Meerschweinchen.
Die sind auch deutlich teurer als eine normale Mahlzeit.
Meist können wir ihnen ausweichen- aber nicht immer...













Die Menschen lassen sich hier meist nicht gerne fotografieren.
Natürlich respektieren wir das.
Um so mehr freuen wir uns wenn wir doch einmal diese ausdrucksstarken Gesichter ablichten dürfen.


















Die Nebenstrecke, über die wir nichts wissen, entpuuppt sich als eine Perle.
Teilweise sind die Straßen sogar asphaltiert.
Kaum Verkehr, freundliche Menschen, grandiose Landschaften und genügend Infrastruktur.














Hier an den Quatro Lagunas in Acopia möchte Isabel bleiben. Am liebsten für immer!





























































Es ist Mitte Oktober. Die Regenzeit beginnt. Nach dem Foto schaffen wir es grad noch in ein Heustadl- und verbringen dort frierend einen halben Tag.



























Nachtlager auf 4.000 m Höhe.






















Unerwarteterweise führte der Pfad bis in eine Höhe von 4.850 m. Höher als der Mont Blanc.
Wie dieser Pass heißt: ???
Überhaupt fehlen auf der gesamten Strecke unserer Südamerikatour die beliebten Schilder mit Höhenangabe für das obligatorische Passfoto.
Wir halten das aus.








... geht auch so.




















Dies alles wurde evtl. schon von den Inkas gebaut.
Diese Mauern überstehen auch die vielen Erdbeben hier.












Isabel braucht doch noch einen warmen Pulli.
Die Damen produzieren solche aus Alpakawolle.
Besichtigung der Werkstätte.











Gekauft! Und noch heute glücklich damit. Und eine Mütze gibt es für mich als Zugabe.







Kurz vor Juliaca am Titicacasee.















































Mitten in einer Rally.











Wir dürfen als einzige durch.
Wenn wir auch wirklich aufpassen!
Und bekommen Applaus von den Zuschauern wie die Fahrer der Tour de France auf dem Weg nach Alpe d`Huez.




Über Juliaca erreichen wir Puno am Titicacasee.
Gegen alle unsere Befürchtungen, trotz viel Tourismaus ein angenehmer Ort zum Ausspannen.
Zudem haben wir beschlossen über die Ostseite des Titicacasees nach Bolivien zu fahren.
Dort bekommt man aber keinen Ausreisestempel, sondern nur hier in Puno- und hat danach fünf Tage Zeit nach Bolivien zu gelangen.

Davon allerdings erst später...






Uwe




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#1277684 - 17.04.17 17:00 Re: Der zweite Frühling - Peru [Re: uwee]
fabianovic
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Beiträge: 74
Toller Bericht. Tolle Bilder. Danke.
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#1278033 - 19.04.17 15:04 Re: Der zweite Frühling - Peru [Re: uwee]
uwee
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In und um Puno gibt es viel zu entdecken.
Ein netter Ort um ein paar Tage zu relaxen.




Zum Beispiel den Viehmarkt im Ort Juli. Mittwochs werden hier Lamas und Alpakas verkauft.









...aber auch Schafe






...und Schweine








Dann findet man um Puno herum Grabtürme, die bereits in der Vorinkazeit errichtet wurden.



























Schon seit Kindertagen wollte ich den Titicacasee sehen und erkunden und den dortigen Uros einen Besuch abstatten.
Die Uros sind ein indigenes Volk und leben seit Urzeiten auf schwimmenden Schilfinseln im Titicacasee.
Sie konnten auch von den Inkas nie unterworfen werden.
Heute leben sie fast ausschließlich vom Tourismus.
Es gibt noch etwa 2.000. Davon schlafen allerdings inzwischen die meisten auf dem Festland.
Täglich fahren Dutzende Boote mit Touristen zu den vor Puno liegenden Inseln der Uros.
Isabel hat allerdings bei airbnb ein anderes vielversprechendes Angebot gefunden.
Eine Übernachtung auf einer Insel incl. Verpflegung und Transport- und das nicht teurer als zwei Tickets für die "normale" Tour.


















Unser Gastgeber Vidal wohnt mit Frau, Kind und Eltern auf seiner Insel und vermietet eine Hütte auf dieser.
Er hat Englisch studiert. Das ist für uns ganz angenehm, da unser Englisch doch deutlich besser ist als unser Spanisch.






















In diesem "Dorf", dass aus etwa 100 (mittlerweile verankerten) Schilfinseln besteht gibt es Schule, Rathaus und mehrere Einkaufsmöglichkeiten.
Die ersten Touristenboote kommen gegen 10:00 Uhr, die letzten verlassen gegen 16:00 Uhr das Dorf. Dann herrscht absolute Ruhe.










Die Schule






Alle ein bis drei Wochen muss eine neue Schicht Schilf aufgetragen werden.
Eine anstrengende Angelegenheit.





















Beim Fischfang.







Wir wurden wie Familienmitglieder behandelt.
Wir erfuhren und lernten viel und fühlten uns sehr wohl.
Eine tolle Erfahrung.


Wer das kleine Paradies auch einmal besuchen möchte:

Summa Paquari
Vidal Suana Lujanz
+51 956538177
Summapaqari@gmail.com









Wir bekommen in Puno nach etwa zwei Stunden auf der Migracion und bei der Polizei unsere Ausreisestempel und müssen nun zusehen innerhalb der nächsten fünf Tage auszureisen, was aber kein sehr großes Problem darstellt.

Der Titicacasee liegt in einer Höhe von 3.800 m und ist der größte See Südamerikas. Er ist 180km lang, bis zu 70 km breit und etwa 15 mal so groß wie der Bodensee.
Er wird meist in drei Teile unterteilt: den Golf von Puno, den Hauptteil Lago Mayor und den kleineren, südlichen Teil, den Lago Menor.






Hier ein Blick über den Golf von Puno, wo viel Schilf wächst, ohne das es die schwimmenden Inseln der Uros nicht geben würde.

Der Luxuszug im Vordergrund fährt von Cusco nach Puno. Der Preis ist mit fast 200 Euro für die einfache Fahrt allerdings astronomisch. Selbst wenn eine Mahlzeit eingeschlossen ist.






Auf der üblichen Reiseroute, von Cusco kommend, über Juliaca und Puno nach Bolivien fährt man zwar parallel zum westlichen Seeufer, jedoch sieht man den See dabei kaum einmal. Und auch der landschaftliche Reiz dieser Strecke hält sich in engen Grenzen.
Zudem ist die einzige Straße oft relativ eng und ohne Seitenstreifen und der Verkehr heftig und der Fahrstil der Peruaner in dieser Gegend oft furchteinflößend.
Ganz anders der Weg um das Nordende und entlang des Ostufers.
Meist tolle Landschaften und kaum Verkehr.






































Landwirtschaft auf fast 4.000 m Höhe.







































































Der Grenzstein.
Isabel noch in Peru- ich dagegen schon in Bolivien.
Von Grenze, Grenzern und Grenzstation ansonsten nichts zu sehen.
Überhaupt haben wir schon seit Stunden niemenden mehr zu Gesicht bekommen.
Isabel möchte gar nicht ausreisen. Am liebsten bliebe sie in Peru.
"Es ist so schön, die Leute so freundlich..."
Sie hat ein neues Lieblingsland.
Auch über das Wetter in unserem zweiten Frühling dieses Jahres kann man sich nicht beschweren.
Meist angenehme Temperaturen mit zwar teilweise heftigen, aber selten lang anhaltenden Regenfällen.

Wir sind gespannt auf Bolivien, das zweite Land unserer Südamerikatour.
Von anderen Reisenden haben wir viele üble Geschichten von und über Bolivien gehört.
Unfreundliche Leute, schlechtes Essen- so man überhaupt etwas bekommt.
Auch nicht erbauend die Aussage eines brasilianischen Radlers auf unsere Frage, wie es denn in Bolivien im Vergleich zu Peru sei.
"Eigentlich genau wie Peru nur alles viel schlechter...."
Bolivien ist dann tatsächlich ein echtes Abenteuer.
Davon berichte ich später einmal...

Uwe


Unsere Reiseroute von Lima nach Bolivien auf GPSies


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#1278705 - heute um 10:17 Re: Der zweite Frühling - Peru [Re: uwee]
sebael
Mitglied
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Beiträge: 512
Unterwegs in Deutschland

Schöner Bericht und schöne Bilder. bravo
Da bin ich mal auf euren Bericht von Bolivien gespannt, wenn es dort angeblich nicht so schön sein soll.
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