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#1549864 - 07.05.24 08:20 interessanter Schlauchschaden
elflobert
Mitglied
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 753
Ich habe leider gerade kein Foto, aber ich habe am Alltagsrad einen interessanten Schlauchschaden festgestellt:

19-622 Standardfelge für V-Brakes
geklebtes Textilfelgenband, alles makellos
40-622 Marathon Efficiency
normaler Schwalbe Schlauch, verbotenerweise nur für 28 bis 32er Reifenbreite
Hinterrad, etwa 3,5 bar

Nach ca. 2000 km pannenfreiem Stadtverkehr hatte ich schleichenden Druckverlust, der Reifen war innerhalb von 1-2 Tagen leer.
Es dauerte 2 Wochen bis ich mich darum kümmern konnte/wollte und siehe da: auf der Innenseite des Schlauchs ist ein ca. 4 cm langer Riss in Umfangsrichtung, der mit einer "Naht" fluchtet. Naht ist vermutlich das falsche Wort, sieht aus wie die Kante der Werkzeugtrennung. Ihr wisst, was ich meine.

Ich frage mich, wie es dazu kam. Der Schlauch ist offiziell im zu großen Reifen verwendet worden. Allerdings hatte ich bei dieser Praxis bisher über Jahre noch keine Probleme.
Vor allem frage ich mich, warum ich zunächst nur einen Schleicher, dann nach 2 Wochen einen so gewaltigen Riss habe?

Kennt das jemand, oder habt ihr Ideen?

Liebe Grüße
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#1549978 - 08.05.24 11:28 Re: interessanter Schlauchschaden [Re: elflobert]
irg
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 6.603
Eigenartig! An sich würde dein Schaden zu den derzeit häufiger werdenden Schäden von Schwalbe-Schläuchen passen, die auf Herstellungsfehler schließen lassen. Ich habe in unserem Fuhrpark im letzten Halbjahr 2 ziemlich neue Schläuche deshalb entsorgt. (Garantie, dass es Herstellungsfehler sind, habe ich natürlich keine. Aber in einem anderen Forum haben einige Ähnliches erlebt. Das nährt meinen Verdacht.)

lg!
georg
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#1549979 - 08.05.24 11:35 Re: interessanter Schlauchschaden [Re: irg]
StephanBehrendt
Mitglied
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Beiträge: 13.915
In Antwort auf: irg
An sich würde dein Schaden zu den derzeit häufiger werdenden Schäden von Schwalbe-Schläuchen passen, die auf Herstellungsfehler schließen lassen.
Woran machst du eine Häufung fest?
Wenn z. B. 80 % der Radfahrenden schwalben, dann wäre es nicht unlogisch, wenn von dort auch 80 % der Schäden gemeldet werden.
------------------------
Grüsse
Stephan
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#1549985 - 08.05.24 12:08 Re: interessanter Schlauchschaden [Re: elflobert]
Falk
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 33.954
Etwa so?

[ von upload.wikimedia.org]

Das ist mir bis heute ein Rätsel. Wegen der Lage am Ventilschaft waren auch Rettungsversuche aussichtslos.

Falk
Falk, SchwLAbt
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#1549994 - 08.05.24 13:52 Re: interessanter Schlauchschaden [Re: Falk]
Keine Ahnung
Moderator
abwesend abwesend
Beiträge: 12.975
So einen Schaden hatte ich auch einmal. Ich vermute, dass bei der Herstellung dort, wo das Ventil eingefügt wird (Rand der Verdickung um das Ventil) Schwachstellen entstehen, von denen aus das Material reißen kann. Schäden in Ventilnähe sind leider kaum zu reparieren. Da hilft unterwegs nur ein Ersatzschlauch (inzwischen führe ich auf längeren Radreisen gleich zwei solcher Ersatzschläuche mit).
Gruß, Arnulf

"Ein Leben ohne Radfahren ist möglich, aber sinnlos" (frei nach Loriot)
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Off-topic #1550067 - 09.05.24 17:50 Re: interessanter Schlauchschaden [Re: StephanBehrendt]
irg
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 6.603
In Antwort auf: StephanBehrendt
In Antwort auf: irg
An sich würde dein Schaden zu den derzeit häufiger werdenden Schäden von Schwalbe-Schläuchen passen, die auf Herstellungsfehler schließen lassen.
Woran machst du eine Häufung fest?
Wenn z. B. 80 % der Radfahrenden schwalben, dann wäre es nicht unlogisch, wenn von dort auch 80 % der Schäden gemeldet werden.

Mei, wie gesagt, steht hinter meiner Vermutung ein Fragezeichen. Unsere Schläuche waren auffallend, sind aber statistisch völlig irrelevant. In dem anderen Forum ist eine solche Häufung anderen auch aufgefallen, aber das ist allenfalls ein Hinweis, kein Nachweis.

Am liebsten wäre mir, dass das einzelne Ausreißer sind, und gut ist es.

Lg!
georg
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#1550098 - 10.05.24 09:01 Re: interessanter Schlauchschaden [Re: Keine Ahnung]
Falk
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 33.954
Zitat
Da hilft unterwegs nur ein Ersatzschlauch (inzwischen führe ich auf längeren Radreisen gleich zwei solcher Ersatzschläuche mit).
Ich hatte einen dabei, sonst wäre die Fahrt an dieser Stelle (etwa zwei Kilometer nach dem Fährhafen Brestova auf der Insel Cres) wahrscheinlich zu Ende gewesen. Die Luft war verständlicherweise schlagartig raus, allerdings ohne Knall.
Falk, SchwLAbt
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#1550203 - 12.05.24 07:11 Re: interessanter Schlauchschaden [Re: elflobert]
Jan-V
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 348
Ich hatte mehrere Schäden wo längere Risse innen am Schlauch waren, also an der Felgenseite, nicht auf der Lauffläche.

Ich vermute sehr stark, dass es bei mir am Felgenband gelegen hat. Das war hart und unflexibel geworden, ich vermute es hat irgendwie der Schlauch eingeschnitten.

Statt Felgenband verwende ich schon Jahre Panzertape. Einmal längs durchgerissen und dann innen in der Felge geklebt, seitdem habe ich solche Schäden nicht mehr.

Gr, Jan
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#1550207 - 12.05.24 08:58 Re: interessanter Schlauchschaden [Re: Jan-V]
elflobert
Mitglied
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 753
Tesa Gewebeklebeband habe ich auch einmal am Rennrad mit 6 bar benutzt. Ging 1 Jahr gut, dann ist irgendwann der Schlauch am durchgedrückten Nippelloch beschädigt worden. Glücklicherweise hatte ich etwas Isolierband in der Satteltasche um die Stelle zu entschärfen, sonst wäre die Tour vorbei gewesen.
Bei geringeren Drücken denke ich aber auch, dass das eine haltbare Lösung sein sollte.

Mittlerweile nutze ich an dem Rennrad seit 4 Jahren 3 Lagen Tesafilm.
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#1550270 - 13.05.24 10:31 Re: interessanter Schlauchschaden [Re: elflobert]
cyclejo
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 1.110
Ich hatte in den letzten vier Wochen dreimal auf 500km das gleiche Problem am Vorderrad des Tandems.
Zweimal im Stillstand, einmal während der Fahrt.
Jeweils immer kompletter Luftverlust innerhalb weniger Sekunden.
Immer das gleiche, wie auch von elflobert beschriebene Schadensbild.
1-2cm langge Risse an der Nahtstelle auf der Innenseite, also auf dem Felgenband aufliegend, nicht in Ventilnähe..
Die Schläuche sind bis 622-47 angegeben, Reifenbreite ebenfalls 47mm breit.
Mehrere Jahre gelagert.
Felgenband aus relativ hartem Kunststoff, deckt das Felgenbett komplett ab, sauber montiert.
Luftdruck 4,5bar
Tastproben ergaben keinerlei spitze oder scharfe Stellen an der Felge oder am Felgenband.
Erstmaßnahmen sind die Montage von dem guten alten Velox Textilfelgenband und breitere Schläuche.
Jch bin mal gespannt, ob es wirkt und werde berichten.
Falls jemand noch bessere Ideen hat,immer her damit.
Lg Jo
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#1550273 - 13.05.24 12:25 Re: interessanter Schlauchschaden [Re: cyclejo]
thomas-b
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 5.852
Hallo Jo,

ein ähnliches Schadensbild hatte ich letztes Jahr mehrfach am Rennrad mit Latexschläuchen verschiedener Fabrikate in Ventilnähe. Aber nicht während der Fahrt, sondern über Nacht zischen 2 Nutzungen. Die Reifen waren PranPrix 4 Season in 32 mm, also wurden einige der Schläuche außerhalb der Spezifikation betrieben.
Aber an den Schläuchen war über den gesamten Umfang auf der Innenseite das Material plastisch gedehnt.

Meine These: Auf dem glatten Felgenband wird der Schlauch beim Aufpumpen stärker gedehnt als in dem Bereich, der auf der Reifeninnenwand aufliegt.
Habe jetzt die Schläuche vor der Montage mit Talkum 'eingerieben'. Bin mit dem Rad bisher dies Jahr noch nicht gefahren. bäh

Gruß
Thomas
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#1550275 - 13.05.24 12:29 Re: interessanter Schlauchschaden [Re: thomas-b]
Falk
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 33.954
Sag mal bei Gelegenheit, ob es was gebracht hat.
Talkum habe ich letztmalig 1985 für die Truppenschutzmaske benutzt.
Falk, SchwLAbt
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#1550288 - 13.05.24 16:16 Re: interessanter Schlauchschaden [Re: elflobert]
Jan-V
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 348
Bei mir sind es Felgen mit 21mm Maulweite und 42-44mm Reifen mit Max. 4 bar und ich nutze das Panzertape 1-Lagig.

Bei mir funktioniert das schon einige Jahre einwandfrei.

Gr, Jan
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#1550291 - 13.05.24 17:50 Re: interessanter Schlauchschaden [Re: thomas-b]
schorsch-adel
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 6.484
Zitat
Habe jetzt die Schläuche vor der Montage mit Talkum 'eingerieben'.
Mach ich auch, ist aber schon eine Glaubensfrage.

Angeblich mindert Talkum die Reibung - insbesondere beim Aufpumpen - verhindert das Ankleben und mindert den Rollwiderstand (??). Habe auch gelesen, dass es die Gefahr von Ventilabrissen vermindern soll.

Würde mich schon interessieren, was Fachleute dazu sagen.
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#1550325 - 14.05.24 05:35 Re: interessanter Schlauchschaden [Re: elflobert]
ctub
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 408
Moin,
einen Riss an der Werkzeugkante oder Naht habe ich in meiner Laufbahn noch nicht gehabt.
Schläuche waren Schwalbe SV17 und Conti "irgendwas ähnliches".
Die Schläuche waren immer in der Spezifikation. Mantel 37/40, Schlauch dann 32-47 oder so. Der Reifendruck liegt zwischen 3,5 und 5,5 Bar.
Plattfussursachen waren bisher: Schraube, Nagel, Streusplitt und Montagefehler.
Bei 3,99 pro Stück im Sonderangebot ist für ein Produktionsfehler keine Überraschung. Da reicht dann schon, dass die Produktionstoleranzen nur knapp erreicht werden und man selbst die Vorgaben nicht ganz einhält, um einen Schaden zu provozieren.
Viele Grüße und gute Fahrt,
Christian
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#1550356 - 14.05.24 09:35 Re: interessanter Schlauchschaden [Re: schorsch-adel]
elflobert
Mitglied
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 753
In Antwort auf: schorsch-adel
Würde mich schon interessieren, was Fachleute dazu sagen.

Hier wurde das untersucht.

Ergebnis: der Rollwiderstand ist mit Talkum innerhalb der Messungenauigkeit sogar geringfügig höher. Vermutung: die Mikrobewegungen zwischen Schlauch und Reifen kommen zur Walkarbeit hinzu.
Aber Talkum verhindert das Anhaften bzw. Ankleben.
Andererseits muss ich sagen, dass mich das noch nie ernsthaft gestört hat.
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Off-topic #1550366 - 14.05.24 11:11 Re: interessanter Schlauchschaden [Re: elflobert]
schorsch-adel
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 6.484
Schon toll, was richtige Freaks so untersuchen. Danke für den Link.
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#1550395 - 14.05.24 18:44 Re: interessanter Schlauchschaden [Re: ctub]
derSammy
Mitglied Übernachtungsnetzwerk
abwesend abwesend
Beiträge: 20.527
In Antwort auf: ctub
Bei 3,99 pro Stück im Sonderangebot ist für ein Produktionsfehler keine Überraschung. Da reicht dann schon, dass die Produktionstoleranzen nur knapp erreicht werden und man selbst die Vorgaben nicht ganz einhält, um einen Schaden zu provozieren.
Hast du einen validen Anhaltspunkt dafür?
Nach meiner Beobachtung räumen diverse Händler mehrmals im Jahr (gegen deren "Saisonende") ihre Materiallager. Da wird dann bei allen Posten, die noch im Regal liegen, der Rotstift angesetzt. Weil Schwalbe die Verpackungsfarbe für die nächste Saison geändert hat, oder warum auch immer. Dass dieselben Schläuche, die paar Wochen vorher noch 5,99€ gekostet haben, dann für 3,99€ auf einmal von minderer Qualität sein sollten, mag ich nicht so recht glauben. Ich kaufe meine Schläuche seit Jahren derart auf Vorrat, wenn sie gerade günstig zu haben sind (für alles über 5€ bin ich eigentlich zu geizig) und hatte noch nie ernsthaft Probleme damit. Zumindest nicht bei Markenprodukten. Dass man mit "Fischer" oder "Aliexpress" mal ne Niete ziehen kann, mag sein. Liegt dann aber nicht am Preis, sondern der Bezugsquelle.
Komm wir grillen Opa. Es gibt Koch und Suppenfleisch!
Satzzeichen können Leben retten.

Geändert von derSammy (14.05.24 18:45)
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#1550400 - 14.05.24 19:21 Re: interessanter Schlauchschaden [Re: ctub]
BaB
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 10.176
In Antwort auf: ctub
Bei 3,99 pro Stück im Sonderangebot ist für ein Produktionsfehler keine Überraschung.
Aha! Ja, ne, klar so weit. Was ist denn bei 1,05€ für Conti und Schwalbe Schläuche? So viel habe ich bei fahrrad.de bezahlt für die Markenschläuche. Die kommen schon durchlöchert an bei mir oder was? Oder hat Schwalbe mal kurz persönlich die Lagerbestand ausgetauscht gegen schlechtere Ware, weil die jetzt billiger verkauft wird? Die Gewinnspanne ist bei 3,99€ auch noch hoch genug (und wenn geht das auf die Marge von Groß- und Einzelhändler), warum sollte man dann bitte schön seinen Namen ramponieren für ein paar Cent Gewinn?!? (Ich weiß übrigens nicht, wann ich noch diesen hohen Preis von 3,99€ für einen Schlauch bezahlt hatte.) Die Hersteller überprüfen jeden Schlauch nach der Produktion und schlechte Ware wird direkt aussortiert.
Wenn du Händler wärst, würdest du dann für ein paar Cent weniger einen fehlerhaften Schlauch kaufen und Ärger und Diskussionen mit den Kunden haben wollen? Doch wohl eher nicht, oder?

In Antwort auf: ctub
Da reicht dann schon, dass die Produktionstoleranzen nur knapp erreicht werden und man selbst die Vorgaben nicht ganz einhält, um einen Schaden zu provozieren.
Wenn der Hersteller Vorgaben macht, warum hält man die nicht ein? Der Schwalbe Schlauch Nr.17 geht von 28 - 47mm Breite. Das ist fast das 1,7fache. Das ist schon ein verdammt großer Bereich und trotzdem reicht das nicht? wirr
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#1550422 - 15.05.24 07:06 Re: interessanter Schlauchschaden [Re: BaB]
kaman
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 506
Zu viel Geiz ist auch nicht gut. Da kauft man (zuviel) Restposten im Angebot und bis man die letzten Schläuche irgendwann braucht, sind sie dann schon uralt.
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#1550423 - 15.05.24 07:14 Re: interessanter Schlauchschaden [Re: BaB]
elflobert
Mitglied
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 753
In Antwort auf: BaB
Wenn der Hersteller Vorgaben macht, warum hält man die nicht ein?

Manchmal übertreiben die Hersteller es aber auch. Conti behauptet in einen 55 mm breiten Race King müssen mindestens 3 bar rein. Da sollte sich kein Mountainbiker dran halten.
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#1550433 - 15.05.24 12:44 Re: interessanter Schlauchschaden [Re: elflobert]
EmilEmil
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 326
Meine Vermutung wäre die:
Die geometrische Form eines Fahrradreifens ist eine Rotationsschale in Form etwa eines Torus/Teiltorus. Bei Reifen mit Schlauch ist der Torus für den Schlauch "vollständig", für den Mantel "unvollständig" (Teiltorus).

Berücksichtigt man zur weiteren Charakterisierung auch die wesentlichen Schnittlasten innerhalb der Körper von Schlauch oder Mantel, so führt das auf den Begriff Membranspannungen. Die Membranspannungen in einem Schlauch sind Zugspannungen. Ensteht irgendwo im Schlauch ein (sehr) kleines Loch wie beim Druckverlust durch sogenannte "Schleicher", dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, daß sich durch die Zugspannungen das Loch in die Länge zieht.

Der Mechanismus hat dann eine Ähnlichkeit zu den bekannten Dauerbrüchen in metallischen Konstruktionen (Stichwort Rißausbreitung). Eine Rißausbreitung im Material "Schlauchgummi" und dazu entlang von Kanten der Werkzeugtrennung (Umfangsrichtung) wird mit einiger Wahrscheinlichkeit schneller vorwärts schreiten als bei einem isotropen Metall eines ähnlichen Körpers, der einen Dauerbruch erleidet. Wenn nicht mehr genügend Druck im Schlauch ist, um den Riß im Material weiter auf zu spreizen, stoppt die Rißausbreitung.

Es sei noch daraufhingewiesen, daß im Torus die Membranspannung senkrecht zu einer Schnittfläche in Umfangs-Richtung (entlang eines "großen" Radius) größer ist als im Schnitt in Quer-Richtung (Entlang eines kleinen Radius); (Genaueres: Szabo "Einführung in die Technische Mechanik": Ähnlich z.B. wie bei den bekannten Kessel-Formeln; z.B. https://schweizerfn.de/rohr/festigkeit/festigkeit.php#kesselformel). Den "Kessel" eines Schlauches (Zylinder) kann man sich zu einem Torus gebogen vorstellen. Das geht in der Realtät sogar ohne große Anstrengung wegen der fast nicht vorhandenen Biegsteifigkeiten. Wer einen Gaadi-Schlauch besitzt, kann das ohne Weiteres mal durchführen.

MfG EmilEmil

Geändert von EmilEmil (15.05.24 12:50)
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