Wenn die Population dort so schnell gewachsen ist und wenn gewisse Arten von Touristen das duch Füttern bzw Abfallentsorgung befördern, wird sich eine ursprüngliche Scheu vor Menschen wandeln in a) Hunger und b) Erfahrung, dass es sich lohnt. Auch wenn aus Bärensicht solche Leckerbissen wie dieser Italiener selten wie ein Lottogewinn bleiben. Mit dem Rad wollte ich jedenfalls solche Gegenden nicht aufsuchen.
Meines Wissens war der Jogger kein Leckerbissen. Ein Fachmensch hat diese Bärenattacke so erklärt: Der Bär hat sich vom Jogger gestört oder bedroht gefühlt, daher hat er den Menschen angegriffen und aus seiner Sicht das Problem gelöst. (Dass er sich damit ein sehr großes Problem aufgehalst hat, die Einstufung als gefährlicher Problembär, hat er natürlich nicht verstanden, der arme Bär!)
Um es klar zu sagen: Wir stehen nicht auf der Speisekarte der Europäischen Braunbären, können ihnen aber auch den Wecker gehen. Dann kann der Bär mehr als ungemütlich werden.
Übrigens hat, ich glaube im letzten Jahr, ein Bär in Slowenien am Waldrand eine einheimische Frau angefallen und schwer verletzt. Das in einer Gegend, wo Mensch & Bär an sich gut nebeneinander her leben und sich in Ruhe lassen. Im Artikel stand, dass Ähnliches selten in Slowenien vor kommt.
Ich war in dortigen Bärengebieten öfters unterwegs, habe ihre kaum von Menschen gestörte Wälder durchquert und abgesehen von 2 Begegnungen keine Bären getroffen. Aber dieser Vorfall hat gezeigt, dass Bären ernst zu nehmen sind, auch wenn sie normaler weise Abstand halten. Dass sie auch sehr nahe an Siedlungen kommen, viel näher, als selbst die Einheimischen glauben, habe ich anhand eines Bärendrecks gesehen: Der war sehr nahe eines Dorfes und hatte halbverdauten Kirschen drin. Kirschbäume gab es dort nur auf den Streuobstwiesen direkt hinter den Häusern, also verdammt nahe bei den Häusern. In bärenträchtigen Gegenden unter Kirschbäumen mit reifen Früchten zu zelten würde ich also auch eher nicht empfehlen!
lg!
georg