Toms abenteuerliche Schweizer Reise

von: Biotom

Toms abenteuerliche Schweizer Reise - 15.08.20 22:39

Ciao a tutti,

Ich spiele da so ein Spiel mit folgenden Regeln:
1) Verwende keinen Motor (ok, auf dem Wasser sind Motoren erlaubt).
2) Starte von zu Hause aus, oder von einem Punkt, den du bereits Regel 1) befolgend erreicht hast.
3) Versuche, alle 10x10km-Quadrate der 1:300’000-Generalkarte von Swisstopo zu erreichen (hier ein Beispiel für so ein 10x10km-Qaudrat). Es ist egal, welche Distanz du innerhalb des Quadrates zurücklegst, um es als «erreicht» zu betrachten.
4) Du musst nicht pressieren. Und wenn du nicht alle Quadrate erreichst ist’s auch egal grins

Alle meine Reiseberichte hier im Forum sind im Rahmen dieses Spiels entstanden. Ok, bei der Tour nach Le Puy-en-Velay bin ich ein klein bisschen ab dem Spielfeld gefallen peinlich Ah ja, und bei der Juratour mit den Kindern hatte ich den Startpunkt zuvor nicht unmotorisiert erreicht, daher zählt die nicht für das Spiel.
In diesem Faden hier möchte ich nun von denjenigen Etappen erzählen, welche m.E. keinen eigenen Faden verdienen: entweder sind sie zu kurz, oder es entstanden nicht genug Fotos, oder was weiss ich warum. Gemeinsam wird den einzelnen Beiträgen sein, dass sie von der Schweiz oder dem grenznahen Ausland handeln, mit einem leichten Hang zur Südwestschweiz.

Ach ja, wie ich auf den total vermessenen Titel dieses Fadens komme? Den Schweizern wird er wohl bekannt vorkommen: na klar, Globis abenteuerliche Schweizer Reise kennt jeder Eidgenosse. Ich will mich keinesfalls mit dem Helden meiner Jugend vergleichen, aber die Versuchung für diesen Titel war einfach zu gross… An all diejenigen, welche Globi noch nicht kennen: bei der nächsten Schweiz-Reise unbedingt in ein Globibuch reingucken – schon nur die Reime lohnen sich! (ich frage mich übrigens, ob deren kultige Holprigkeit nicht der Ursprung für meine Affinität zu doch eher holprigen Strecken ist, schliesslich habe ich Globis Bücher dutzendfach verschlungen schmunzel ).

Und das Ziel dieses Fadens? Es gibt mir keinesfalls darum, eine systematische und durchschaubare Übersicht meiner Generalkarten-Reise zu geben (ich überblicke die Sache ja selber auch schon kaum mehr schmunzel ). Ich will einfach nur ein paar Fotos von hübschen und weniger hübschen Landschaften zeigen und so vielleicht die eine oder andere Idee geben für die nächste Tour (oder vielleicht auch die eine oder andere Idee austreiben zwinker ).

So, genug geschwafelt, spielen wir los!


von: Biotom

Grimsel und Furka mit ein bisschen Geholper - 15.08.20 22:40


Grimsel und Furka mit ein bisschen Geholper
Karte: Teil 1 und 2

Anfang August musste bzw. durfte ich aus familiären Gründen nach Andermatt. Eigentlich wollte ich was Grösseres machen, aber beim Job ist dermassen viel los, dass nur ein 1.5-Täger drinliegt. Ich starte daher am Nachmittag in Ulrichen, welches ich zuvor so erreicht habe: in ein paar Tageswanderungen bin ich von unserem Dorf nach Visp gelatscht. Von Visp bin ich dann vor 2-3 Jahren ins Obergoms geradelt (von dieser Zweitages-Etappe erzähle ich vielleicht ein andermal).

Bei der Kirche von Ulrichen beginnt die MTB-Route Richtung Gämschfax. Zuerst auf Teer…





…geht es am Star Spangled Banner vorbei…





…auf eine schöne Alpstrasse. Sorry wenn hier mal wieder ein paar Leute wegen des liegenden Velos zu ihren Notfalltropfen werden greifen müssen teuflisch zwinker Wird in diesem Bericht nicht mehr vorkommen, ich schwör’s lach





Ob der Waldgrenze…





…ergeben sich herrliche Ausblicke aufs Goms:





Der Weg wird schmal…





…bleibt aber meistens fahrbar:





Der Plan war eigentlich, zum Rund- und Lengsee aufzusteigen und dort zu übernachten. Aber irgendwie scheint mir das vor Ort ein bisschen zu krass: ich habe noch nie über 2200 müM gezeltet – und steil und felsig sieht es aus. Daher steige ich bei dieser Abzweigung nicht links hoch, sondern fahre geradeaus weiter:





Ich komme wieder auf eine Alpstrasse…





…und schlage bald darauf mein Zelt auf. Sieht schön aus man beachte, dass das Velo nicht auf einem Weg liegt zwinker )…





…aber es weht ein starker Wind von der Grimsel her. Als Zeltanfänger habe ich natürlich die Abspannleinen zu Hause liegen lassen – ob das wohl hält? Und der Spirituskocher verglüht mir fast beim Kochen, dermassen sorgt der Wind für Sauerstoff. Auf dem Bild ist aber keine Rauchwolke vom abfackelnden Kocher, sondern die Grimselschlange (hier gibt es ein eindrückliches Video von diesem Phänomen). In der Bildmitte erkennt man die Furkapassstrasse. Hm, wenn das die ganze Nacht so luftet wird das eine ungemütliche Sache…





Aber wie (fast) immer in den Bergen hört der Wind bald nach dem Sonnenuntergang auf und die Schlange verzieht sich:





Schön, so ein Abend in den Bergen:














Die Nacht…





…und der Morgen kommen…





…und ich ziehe weiter:





Ein bisschen Gemurkse vor dem Frühstück kann nicht schaden lach





Ich parkiere das Velo und die Zeltausrüstung bei einem Wegweiser und wandere auf einem schönen Weg…





…an schönen Ausblicken vorbei…





…zum Jostsee. Ich treffe ein älteres Wanderpaar, welches den Neun-Seen-Weg macht (den will ich dann auch mal noch machen!). Wir kommen ins Gespräch, und als ich meine Badehose montiere, erzählt die Frau, dass sie mit ein paar Kolleginnen jeden Tag im Brienzersee baden geht, auch im Winter. Daraufhin fasse ich mir ein Herz und frage sie, ob es sie stört, wenn ich nackt reinhüpfe. Die Frau meint, kein Problem, und dann fügt sie verschmitzt hinzu: "Mit meinen Kolleginnen gehe ich auch am liebsten baden wenn's schon finster ist" lach zwinker





Auf dem Weg zum Grimsel hätte ich die eine oder andere Gelegenheit für eine Schneeballschlacht, denn vor ein paar Tagen gab es einen ordentlichen Wintereinbruch, mit Schnee bis 2300 müM:





Über teils doch recht holprige Wege…





…erreiche ich den Totesee auf der Grimsel:





Ein kurzer Blick in meinen Heimatkanton…





…bevor ich mich auf der Passstrasse Richtung Gletsch stürze. Krass, wenn man bedenkt, dass bis vor ein paar Jahrzehnten der Rhonegletscher bis an den rechten Bildrand reichte entsetzt





Es sieht schön aus auf der Furka, aber der Verkehr und der Lärm ist zum Teil infernalisch teuflisch Ich bewundere die Touren- und Rennradfahrer, welche es über Tage hinweg in diesem bordelligen Alpengaudi aushalten! Es gibt aber Lichtblicke: im Aufstieg zur Furka hole ich kurz nach Gletsch einen älteren Herrn mit einem klassischen Flatbar-Velo ein; auf dem Gepäckträger hat er ein Metallkörbchen platziert, null Taschen. Der Ausrüstung nach denke ich, dass er wohl so knapp die Furka macht. Er hängt sich mir dann an, und wir kommen ins Gespräch - und da komme ich auf die Welt: er ist am Vortag irgendwo südlich im Kanton St. Gallen losgefahren und hat Gotthard und Nufenen gemacht, heute will er über Furka und Oberalp und via Chur wieder nach Hause. Das ergibt für beide Tage jeweils >>100 km und >2000 Hm – krass!





Auch auf der Urner Seite der Furka gibt es Erfreuliches: eine Familie mit kleinen Kindern kämpft sich mit Anhänger und Follow-Me den Pass hoch – Chapeau!!! Ein Freak und eine Freakin fahren mit Rolllanglaufskiern den Pass hoch. Und Bänz aus Bern hält mir in der Abfahrt mit seinem Dethleffs-Wohnmobil den Rücken frei (hinter ihm wäre ich wohl durchgedreht – der Typ fährt maximal 30 wirr ):





Auch die Furka-Dampfbahn ist gemütlich unterwegs:





Ziemlich schnell kommt Realp in Sicht…





…und nach einem kurzen Ausflug auf der MTB-Route durchs Urserental (für mehr reicht es leider aus zeitlichen Gründen nicht, die Kinderlein warten schmunzel ) erreiche ich Andermatt:





Fazit: Die MTB-Route auf die Grimsel ist eine sehr schöne Alternative zur Passstrasse.
Wer Schiebepassagen nicht scheut kommt dort wohl auch recht gut mit dem Tourenrad durch (vor allem wenn er/sie im Gegensatz zu mir auf der MTB-Route bleibt und nicht noch den Umweg zum Jostsee macht). Und die Fahrt über die Furka hat mir einmal mehr bestätigt: Strassenpässe sind nix für meine Nerven…
von: Biotom

Vom Wallis ins Waadtland, den Badis nach - 15.08.20 22:46


Vom Wallis ins Waadtland, den Badis nach
Karte: Teil 1 und 2

Mein Sohn wollte schon länger mal eine Velotour mit Zelt machen. Da er im Gegensatz zu mir mit Pässen und Bergen nicht so viel anfangen kann, wählten wir eine flache Route von zu Hause aus.
Zuerst purzeln wir von unserem Dorf ins Rhonetal hinunter:





Wir rollen gemütlich der Rhone entlang…





…und machen kurz nach Saillon eine erste Pause. Mit so einem Velohelm kann man allerhand anfangen schmunzel





Weiter geht es auf dem Rhonedamm, die Pierre Avoi im Blick:





Was es wohl zu sehen gibt im Graben? (Man beachte übrigens wie das orange Velo hingelegt wurde – ganz der Alte grins )





Aha, einen Frosch lach





Wir verspeisen unsere Sandwiches und radeln weiter…





…Richtung Martigny. Dort installieren wir uns auf dem Zeltplatz und suchen gleich darauf die lokale Badi auf. Wir verbringen vergnügliche Stunden auf dem Sprungturm und der Rutschbahn – yeah lach





Bei der Kirche…





…parkieren wir später unsere Velos…





…und geniessen ein feines Znacht. Pizza zu heiss? Man muss sich zu helfen wissen schmunzel





Durch die abendlichen Strassen von Martigny…





…purzeln wir zurück auf den Zeltplatz und verbringen eine recht ruhige Nacht. Nur die nahe Autobahn zum Grossen St. Bernhard rauscht ständig ein bisschen ins Zelt:





Nach einem frugalen Zmorge…





…radeln wir der Dranse entlang Richtung Rhone. Die Veloroute #1 sieht zwar anmächelig aus…





…ist hier aber wegen der nahen Autobahn unglaublich lärmgeplagt:





Wir machen daher einen kleinen Umweg über das rechte Rhoneufer…





…und folgen dann sogar für ein paar Kilometer dem Wanderweg:





So können wir gleich mal den Bob Yak in recht heftigem Gelände testen (geht ganz gut), und schöne Ausblicke auf die Rhone haben wir auch:





Kurz vor St-Maurice überqueren wir nochmal die Rhone und planschen in Lavey-les-Bains ein paar Stunden im warmen Wasser. Dass wir in der Waadt sind, merken wir vor allem am Wetter: als sonnenverwöhnte Mittelwalliser sind wir uns Regen nicht gewohnt, daher müssen wir wegen fehlender Regenklamotten eine Regenpause abpassen, um über die dampfende Rhone…





…zum Bahnhof von St-Maurice zu gelangen. Dort gönnen wir uns zum Tourabschluss eine Glace und dann tuckern mit dem Regio gemütlich zurück nach Sion:




Fazit: Velofahren mit Kind hat einen ganz anderen Groove als Solotouren – es ist herrlich mit dem Jungen kleine Abenteuer zu erleben schmunzel Und wer weiss, vielleicht kommen bei der nächsten Tour auch die Frauen wieder mit?
Ach ja, und der Rhoneweg? Zwischen Sion und Martigny gar nicht übel, zwischen Martigny und St-Maurice aber infernalisch laut (nach St-Maurice wird’s dann wieder hübscher, wie ich aus Erfahrung weiss).
von: Keine Ahnung

Re: Vom Wallis ins Waadtland, den Badis nach - 16.08.20 18:55

Zwei schöne Berichte mit beeindruckenden Bildern im ersten Teil. Für die MTB-Route würde ich aber tatsächlich ein MTB mit leichtem Gepäck für sinnvoll halten. Ein typisches "Tourenrad" mit Packtaschen usw. wäre sicher nicht gut geeignet. Ich hoffe, dass Du Deinen Sohn dauerhaft für das Radfahren begeistern kann. Mit meinem Junior hatte ich Radtouren machen können bis die Pubertät zugeschlagen hat. Dann waren Touren mit dem Vater eher "uncool". Nun (er ist jetzt 20) entwickelt er wieder Interesse am Radfahren - natürlich am liebsten mit Freunden.
von: Biotom

Re: Vom Wallis ins Waadtland, den Badis nach - 18.08.20 07:31

Danke für die Blumen!

In Antwort auf: Keine Ahnung
Ein typisches "Tourenrad" mit Packtaschen usw. wäre sicher nicht gut geeignet.

Inzwischen finde ich Passstrassen dermassen abschreckend, dass ich glaub auch mit einem normalen Tourenrad den Aufwand auf mich nehmen würde... Der tödliche Unfall am Oberalppass vom Wochenende hilft da auch nicht gerade traurig


In Antwort auf: Keine Ahnung
Ich hoffe, dass Du Deinen Sohn dauerhaft für das Radfahren begeistern kann.

Er hat leider auf der Tour eine ganz üble Magen-Darm-Grippe aufgelesen, daher hält sich die Tourenlust momentan in sehr engen Grenzen. Aber vielleicht assoziert er ja Velotouren in ein paar Wochen nicht mehr mit Kotzen und Durchfall zwinker
von: Keine Ahnung

Re: Vom Wallis ins Waadtland, den Badis nach - 18.08.20 12:23

Bislang hatte ich eher Glück gehabt, wenn ich Alpenpässe mit dem Fahrrad überquert habe. Der Verkehr war erträglich und Horden von Motorradfahrern haben mich auch nicht überholt. Vielleicht liegt es auch an Uhr- und Jahreszeit. Mit meiner üblichen Rad- und Gepäckausstattung sind MTB-Strecken S2+ nicht mehr relevant. S0 oder höchsten S1 fahre ich damit noch - das habe ich bei meiner diesjährigen Tour durch die Slowakei wieder bestätigt bekommen, wo ich recht viele MTB-Strecken erwischt habe, was dann kein echtes Vergnügen mehr war und in einem Fall sogar richtig gefährlich wurde. Ich denke schon, dass man die Ausrüstung entsprechend wählen muss, um Wege, wie Du sie im ersten Teil beschrieben hast, fahren zu können (kleine Tragestrecken eingeschlossen).

Ich hoffe, Dein Sohn wird seinen Brechdurchfall nicht dauerhaft mit Radreisen in Verbindung bringen. Das wäre schade.
von: veloträumer

Re: Vom Wallis ins Waadtland, den Badis nach - 18.08.20 15:10

In Antwort auf: Keine Ahnung
Bislang hatte ich eher Glück gehabt, wenn ich Alpenpässe mit dem Fahrrad überquert habe. Der Verkehr war erträglich und Horden von Motorradfahrern haben mich auch nicht überholt. Vielleicht liegt es auch an Uhr- und Jahreszeit.

Ja, und auch etwas Zufall. Ich bin jüngst u.a. auch ein paar klassiche Pässe in den Zentralalpen gefahren, die ich schon kannte, teils mit Abstand von ca. 15 Jahren. An 2-3 Pässen war recht viel Verkehr (Flüela, Foscagno), Motorräder aber nicht so in großer Zahl. Andere waren weniger stark befahren als erwartet trotz Schönwetter und quasi den ganzen Tag auf der Strecke (Albula). Der Verkehr schien mir sehr stark davon abzuhängen, wieviel lokaler (Wirtschafts-)Verkehr üblich ist (Engadin-Prättigau-Achse über Davos, dicht besiedelte Sonderwirtschaftszone Livigno, Engadin daselbst). Richtung einiger Passhöhen dünnt daher der Verkehr auch deutlich aus. Ein Teil des internationalen (Berg-)Tourismus fehlte erkennbar (fast keine Holländer, am meisten noch Deutsche, sonst vermehrt Inländer). Besiedlung und alltägliche Infrastruktur benötigen heute mehr Verkehr als früher, das ist auch klar sichtbar. Der Vergleich mit dem Verkehr in den Talsohlen ist dann aber schon recht krass, da sind fast alle Passstraßen wieder Waisenknaben.

Radler suchen offenbar mehr Abwege, auf den beliebten Offroad-Pisten war radlerisch teils deutlich mehr los als auf den klassischen Passstraßen mit konventionellen Reiseradlern. Da hat sich auch was verändert, nicht zuletzt wegen MTB mit E-Motor, Ladestationen gibts bis in die letzten Almwinkel hinein. Sportliches mountainbiken mit E-Motor steht hoch im Kurs, auch bei Berg-Italienern. Bike-Boom generell auch in der Schweiz, wie mir auch mehrere Händler bestätigten, Corona sei dank.
von: veloträumer

Re: Toms abenteuerliche Schweizer Reise - 18.08.20 15:22

Mal wieder ein schöner Bilderbogen bei nahezu lauter ungetrübten Aussichten. Vielen Dank! Globi muss ich mir wohl auch mal anlesen - zumal ich ja zuletzt im Heidiland war. Unabhängig davon kommt mir die Frage auf, ob du ohne Sohnemann überhaupt noch jemals unter die Baumgrenze kommst? verwirrt Wahrscheinlich kannst du nur Höhenluft vertragen... lach
von: Biotom

Re: Toms abenteuerliche Schweizer Reise - 18.08.20 22:20

In Antwort auf: veloträumer
Unabhängig davon kommt mir die Frage auf, ob du ohne Sohnemann überhaupt noch jemals unter die Baumgrenze kommst? verwirrt Wahrscheinlich kannst du nur Höhenluft vertragen... lach

Ich komme sehr gerne unter die Baumgrenze, z.B. wenn in den Bergen noch Schnee liegt fahre ich sehr gerne im Flachland verliebt Momentan bastle ich an einer Deutschland-von-Süd-nach-Nord-Route herum, mal gucken ob das wirklich etwas wird oder ob's am Ende doch wieder nach Frankreich geht schmunzel
von: natash

Re: Toms abenteuerliche Schweizer Reise - 19.08.20 08:33

In Antwort auf: Biotom
In Antwort auf: veloträumer
Unabhängig davon kommt mir die Frage auf, ob du ohne Sohnemann überhaupt noch jemals unter die Baumgrenze kommst? verwirrt Wahrscheinlich kannst du nur Höhenluft vertragen... lach

Ich komme sehr gerne unter die Baumgrenze

lach
In den Niederungen der Flußtäler sind zwar manchmal Sümpfe vorzufinden (das Oberrheintal ist zb ein solcher bzw war es vor Tulla)aber die baumlosen Steppen beginnen erst weit nördlich von deutschem Staatsgebiet schmunzel.
Zum Thema: Schöne Touren, gibt das einen Fortsetzungsroman?
Ich selbst fand die Passstrassen in der Schweiz in ihren überwiegendem Teil recht angenehm zu fahren. Bei Furka und Grimsel wars zudem wie ausgestorben, aber da war ich nicht wochends. Der Sustenpass am Wochende war voller Motoradfahrer (überwiegend Töffs mit Züricher Nummernschild), aber die fuhren alle recht zivil.
Da bin ich deutlich unangenehmere Fahrweisen gewohnt. Ich verschwinde hier im Schwarzwald auch vermehrt auf Wald- und Wiesenwegen (bevorzugt die, die sowieso schwach frequentiert sind), damit ich meine Ruhe habe. Dieses Jahr ist jedoch sehr extrem, man glaubt schon, es gäbe Geld fürs motorisierte Spazierenfahren.
Aber Wahrnehmungen sind ja sowieso verschieden und manchmal ist vieles einfach ein Zufall des Augenblicks.
Mich selbst nerven diese unseeligen Quadfahrer, die oft recht rücksichtslos durchs Gelände heizen am allermeisten. Die sind grad leider auch sehr beliebt.
Gruß
Nat
von: talybont

Re: Vom Wallis ins Waadtland, den Badis nach - 19.08.20 09:21

@Tom: wenn ich Deine Bilder so sehe, wird meine Lust nach Bergen immer stärker. Halte nicht mehr lange durch!

Wie alt ist der Sohnemann? Ich muss für Julchen immer irgendwas einbauen: Wasser, Tiere, Spielplätze, Eis - ansonsten geht die Stimmung flöten. Und ich muss daran denken, dass sie gut genug erholt (wird in drei Wochen sieben Jahre alt).
von: misto

Re: Toms abenteuerliche Schweizer Reise - 20.08.20 08:05

Moin Tom,
schönes Spiel - auch wenn Du es wohl bisher alleine spielst. Mal sehen, ob Du noch (Schweizer) Mitspieler findest - dann könnte es sogar sportlich werden - eine Art Schiffe versenken mit Topo-Quadraten.
Machst Du dann auch Kreuze (mit Datum) auf Deinen erreichten Kacheln? So wäre in Foto-Zwischenberichten der Fortgang ganz schön zu sehen.
Ich bin gespannt wie es weitergeht.
Schönen Gruß
Michael
von: Biotom

Re: Toms abenteuerliche Schweizer Reise - 20.08.20 21:35

In Antwort auf: misto
Mal sehen, ob Du noch (Schweizer) Mitspieler findest - dann könnte es sogar sportlich werden - eine Art Schiffe versenken mit Topo-Quadraten.

Mitspieler sind herzlich willkommen! Aber sportlich? Nö grins

In Antwort auf: misto
Machst Du dann auch Kreuze (mit Datum) auf Deinen erreichten Kacheln?

Ich zeichne die Touren auf einer Papierversion der Generalkarte ein, aber leider mit einem dermassen feinen Stift, dass man die Routen auf Fotos nicht sieht... Die Kacheln markiere ich nicht extra. Das Datum vermerke ich nur auf dem elektronischen SchweizMobil-Duplikat (welches ich hier ja jeweils verlinke).
Ich schaue bei der Tourplanung nie darauf, was ich schon erreicht habe, und auch nicht, ob ich vielleicht mit einem kleinen Umweg noch eine Kachel hinzufügen kann. Von den 800 Quadraten habe ich ca. 170 erreicht. Es gibt also noch zu tun - aber eben, gemütlich cool Mein Ziel ist, fünf Jahre nach meiner Pensionierung die letzte Kachel zu erreichen, d.h. in ca. 30 Jahren zwinker


In Antwort auf: talybont
@Tom: wenn ich Deine Bilder so sehe, wird meine Lust nach Bergen immer stärker. Halte nicht mehr lange durch!

Mir geht's bei Bildern von weiten Ebenen und vom Meer ganz ähnlich verliebt


In Antwort auf: talybont
Wie alt ist der Sohnemann? Ich muss für Julchen immer irgendwas einbauen: Wasser, Tiere, Spielplätze, Eis - ansonsten geht die Stimmung flöten. Und ich muss daran denken, dass sie gut genug erholt (wird in drei Wochen sieben Jahre alt).

Er ist 7. In der Tat, die Tourplanung ist nicht trivial... Hier im Wallis fehlt es uns vor allem an "normalen" Trainingstouren: entweder ist es sacksteil am Hang oben, so dass er verständlicherweise keinen Bock hat, oder dann ist es topfeben unten an der Rhone, wo ich dann nicht so Bock habe zwinker
von: Biotom

Re: Toms abenteuerliche Schweizer Reise - 20.08.20 21:41

In Antwort auf: natash
Zum Thema: Schöne Touren, gibt das einen Fortsetzungsroman?

Ja, wenn ich Zeit finde, grabe ich wohl noch das eine oder andere Foto von früheren Touren aus (sind aber oft nicht so toll...) - und auch die neuen kleinen Sachen werde ich hier einfädeln schmunzel
von: Biotom

Hügelige Pilgerfahrt nach Feldkirch - 27.02.21 23:52


Hügelige Pilgerfahrt nach Feldkirch

Ciao a tutti,

Ich kann momentan nicht fahren, daher berichte ich hier mal ein bisschen weiter.

Diese Tour führte mich im April 2018 über die verschiedenen Hügelsysteme des Schweizer Mittellandes nach Feldkirch. Damals war ich noch mit dem Andale von MTB Cycletech unterwegs. Auf der Fahrt merkte ich, dass ich eigentlich schon noch recht gerne velofahre, und dass mir ungeteertes Gepurzel ziemlich Spass macht. Entsprechend reifte auf dieser Fahrt der Gedanke, mir nach 15 Jahren ein neues Velo anzuschaffen – und tatsächlich, im folgenden Winter kam das Cutthroat in den Stall.
Ach ja, die Ständerfetischisten dürfen sich freuen: dieser Bericht kommt ohne liegendes Velo aus lach



Tag 1: Mühlethurnen – Röthenbach i.E. – Langnau i.E. – Lüderenalp (Karte)

Mühelturnen im Gürbetal hatte ich zuvor über mehrere Einzeltage hinweg mit dem Velo, zu Fuss und mit dem Trottinett erreicht; das heisst, es gab eine durchgehende unmotorisierte Linie vom Wallis dorthin.

Kaum dem Zug entstiegen fahre ich los. Damals hatte ich noch nicht so den Fotoreflex, daher entsteht das erste Bild erst ob Langnau, obwohl das südwestliche Emmental natürlich auch viel Schönes zu bieten hätte:





Der Aufstieg von Langnau auf die Lüderenalp ist der letzte des Tages. Für die Anstrengung werde ich mit Ausblicken auf die Berner Alpen belohnt:







Der April ist ein herrlicher Reisemonat!





Wer Hügel mag, ist im Emmental goldrichtig:





Ich finde im Hotel auf der Lüderenalp Unterschlupf. Ein guter Ort, um die die Alpen im Abendlicht zu geniessen:







Tag 2: Lüderenalp – Huttwil – Olten – Staffelegg – Klingnau (Karte)

Am nächsten Tag stehe ich zeitig auf, schliesslich will der Sonnenaufgang bewundert werden:





Schön, diese Berner Alpen…







…und dieses Emmental!





Über die Fritzeflue (ein witziger Name, über den ich auf der Karte ein paar Mal gestolpert war und den ich unbedingt mal besuchen wollte)…





…gelange ich in den Oberaargau. Als Bergler gefallen mir die flachen Hügelchen ausgesprochen gut – das ist mal was anderes als zu Hause schmunzel





In Gretzenbach mache ich im Wat Srinagarindravararam eine längere Pause:







Das Aaretal um Aarau ist nicht so meins, daher weiche ich bald in den Jura aus – dort gefällt es mir besser:





Auf breiten…





…und schmalen Wegen entwickle ich eine zarte Zuneigung zum rough stuff Cycling. Zwei MTBler sind leicht erstaunt, als ich ihnen auf dem Wurzelweg entgegenkomme lach





Zurück auf Teer purzle ich über Höger und Hügel nach Klingnau, wo ich in einem Hotel übernachte:







Tag 3: Klingnau – Eglisau – Tösstal – Sternenberg – Hulftegg (Karte)

Der nächste Tag begingt dunstig beim Klingnauer Stausee:





Eine Todeszone: Bäume werden gnadenlos gefällt…





…und die Aare hört auch auf zu existieren – ja, und sogar die Schweiz findet hier ein Ende!





Dem Rhein entlang…





…fahre ich an riesigen Einfamilienhausquartieren (Aargauer Raumplanung omm ) und gewaltigen Kiesgruben vorbei…





…zur Mündung der Töss:





Ich verlasse den Rhein…





…und wende mich ungeteert und ungefedert…





…dem Tösstal zu. Hier weiche ich aber kurz ins Rumstal aus…





…denn so kann ich Winterthur durch gefällige Landschaften umgehen…





…und den Dättnauer Weiher besuchen:





Die Töss ist ein herrlicher Fluss!





Ebenso gefällt mir das Zürcher Oberland vor Sternenberg…







…und nach Sternenberg:





Im Osten ist bereits der Alpstein sichtbar:





Ich kriege im Gasthaus Hulftegg ein Zimmer und geniesse den lauen Abend mit einem feinen Znacht und ein paar alkoholfreien Bier.





Tag 4: Hulftegg – Bütschwil – Dicken – Appenzell – Oberriet SG – Feldkirch (Karte)

Am nächsten Morgen ist der Osten in schönstes Licht getaucht:





Das nächste Hügelsystem steht an: das Toggenburg ist recht steil…





…und vor allem sehr gefährlich!





An vielen kleinen Weilern vorbei…





…nähere ich mich dem Alpstein…





…und dem Appenzellischen. Hier habe ich soeben Urnäsch durchfahren:





Das Dorf Appenzell ist zwar sehr hübsch, bleibt aber unfotografiert (wahrscheinlich hatte ich mal wieder nur das Essen im Kopf lach ). Ich verabschiede mich vom Säntis…





…und gelange auf einsamen Strässchen…





…ins St. Galler Rheintal:





Na ja, der Rhein ist hier nicht so toll anzusehen…:





Dafür gefällt mir Feldkirch:





Meine Pilgerfahrt endet in Tashi Rabten, wo ich zwei wunderbar ruhige Tage verbringe:











Zum Abschluss purzle ich noch dem Rhein entlang…





… nach St. Margrethen, von wo aus mich der Zug wieder nach Hause bringt:





So, das wars schon schmunzel
von: cyclerps

Re: Hügelige Pilgerfahrt nach Feldkirch - 28.02.21 07:41

Schöne Bilder einer beeindruckenden Landschaft. Einige davon erinnerten mich eher an Burma, Thailand oder Laos.

Danke dafür.
von: Biotom

Re: Hügelige Pilgerfahrt nach Feldkirch - 28.02.21 08:14

Gern geschehen schmunzel
Es geht bald weiter, dieses Mal aber ohne asiatische Anklänge zwinker
von: Biotom

Im Winter durch den Jura nach Neuchâtel - 28.02.21 08:29

Im Winter durch den Jura nach Neuchâtel

Für diese kleine Jahresabschlusstour von 2018 musste für ein vorläufig letztes Mal das Andale herhalten. Das Ziel war der Jura, denn ich hatte Lust auf weite Landschaften.
Eigentlich hätte ich diese Tour gerne "Durch den winterlichen Jura nach Neuchâtel" genannt, aber ausser der Kälte war es nicht allzu winterlich zwinker


Tag 1: Le Pont –Dent de Vaulion – Mouthe – Pontarlier – Fleurier (Karte)

Ich starte in Le Pont (natürlich zuvor unmotorisiert erreicht), von wo aus ich als erstes auf die Dent de Vaulion kraxle. Von dort oben hat man schöne Ausblicke auf den Lac de Joux und den Lac Brenet:





In der neunten Klasse verbrachten wir ein Klassenlager im Vallée de Joux. Unser Lehrer war ein toller Typ, der nicht davor zurückschreckte, mit uns wilde Sachen zu unternehmen. Mal sind wir nachts auf den Niesen gewandert (das würde glaub heute kein Lehrer mehr machen!), und im besagten Lager purzelten wir ebenfalls nachts auf die Dent de Vaulion. Der Sonnenaufgang war ein tolles Erlebnis!





Das Wetter ist nicht optimal, und die Kamera kreiert bei entsprechendem Licht einen kleinen Pflatsch in der Bildmitte – aber so ein typisches Jurabild muss sein schmunzel





Über den Col de Landoz-Neuve komme ich nach Mouthe. Hier entspringt der Doubs:





Ich bleibe in Frankreich und betreibe im Doubs-Tal ein bisschen rough stuff Cycling:





Es hat aufgeklart, und die tief stehende Sonne erleuchtet den Lac de St-Point und mein Herz:





Das Château de Joux kommt in Sicht, und schon bald erreiche ich Pontarlier. Dort haue ich bei einem Kebab-Restaurant ordentlich rein – Radeln im Winter gibt Hunger!





Eigentlich möchte ich noch ein bisschen in Frankreich weiterfahren, aber auf die Schnelle finde ich nichts zu übernachten. Daher fahre ich in der einsetzenden Nacht ins Val de Travers:




In Fleurier komme ich ob einer Bar unter. Herrlich, nach einem ganzen Tag an der Kälte eine heisse Dusche zu nehmen und sich in ein warmes Bett zu legen verliebt





Tag 2: Fleurier – Ste-Croix – Le Chasseron – Neuchâtel [url= https://map.schweizmobil.ch/?lang=de&photos=yes&bgLayer=pk&logo=yes&season=summer&resolution=29.01&E=2544786&N=1195647&trackId=5169217](Karte)[/url]

Den letzten Tag des Jahres beginne ich mit dem Aufstieg durch das Vallon de Noirvaux. Nachts bzw. frühmorgens durch Schluchten zu radeln hat immer etwas Mystisches, auch auf dieser Tour (gegen das Ende hin).





Ich habe den Aufstieg unbefrühstückt absolviert; entsprechend schlage ich in Ste-Croix in einem Tea-Room ordentlich zu.





Ich traversiere…





…zu den Skipisten von Les Rasses….





…und steige auf den Chasseron auf. Damals war ich noch ein junger Wilder und für entsprechende Posen zu haben grins





An dem Tag herrscht irgendwie eine invertierte Inversion: das Mittelland ist praktisch nebelfrei…





…während auf den Jurahöhen die Nebelschwaden teils heftig wabern. Eigentlich will ich noch zum Creux du Van, aber dort, oberhalb der pinken Stange, schlabbert der Nebel am dicksten:





Ich mache mich an den Fussabstieg (es hätte ein Strässchen, aber das ist im Wald zu sehr schneebedeckt)….





…und wende mich Richtung Norden:





Wenn im Jura auf einem Schild «Kein Winterdienst» signalisiert ist, können die Verhältnisse auch Mal etwas schwieriger werden. An die Ständerfetischisten: das ist das vorläufig letzte Bild eines frei stehenden Velos in diesem Faden lach





Durch neblig-sonnig-schattige Juralandschaften….





…erreiche ich Provence…





…und das Ufer des Neuenburger Sees:





Neuchâtel / Neuenburg ist ein hübsches Städtchen:





Im Hintergrund erkennt man den Mont Vully, den ich zwei Jahre später auf dieser Tour erklimmen werde:





Ungebadet ins neue Jahr starten geht natürlich gar nicht schmunzel




Nach dem Bad purzle ich dann gemütlich mit den Zug nach Hause.

Fazit: Wintertouren sind eine feine Sache! Aber die Tage sind recht kurz, und ein warmes Bett am Abend ist schick. Meine aufrichtige Bewunderung denjenigen, welche solche Touren mit dem Zelt machen!
von: Biotom

Nach Ronchamp - 28.02.21 20:43

Nach Ronchamp

Im Januar 2019 konnte ich das Cutthroat nach Hause nehmen, und im Mai ging es erstmals auf grössere Fahrt. Ich wollte schon seit langem Notre-Dame-du-Haut ob Ronchamp besuchen, und so peilte ich denn dieses Ziel an.


Tag 1: Grenchen – Grenchenberg (Karte)

Nach einer Sitzung in Bern nehme ich abends den Zug nach Grenchen (ihr wisst es natürlich schon: Grenchen unmotorisiert blabla) und radle von dort auf den Grenchenberg.

Der Jura ist einfach wunderbar verliebt



Ich übernachte im Berghaus Untergrenchenberg, welches überregional bekannt ist für seine Crèmeschnitten. Ich schlage ordentlich zu und lege mich anschliessend zur Ruhe schmunzel





Tag 2: Grenchenberg – Moron – Col des Rangiers – Belfort – Ronchamp (Karte CH / Karte F)

Wie gesagt: der Jura ist einfach wunderbar: die Aussicht auf die Alpen (hier vom Grenchenberg aus)!





Die Blumen!





Die hügelige Weite (hier vom Moronturm aus gesehen)!





Die tollen Wege!





Die interessante Industriegeschichte (hier in Blanches-Fontaines)!





Beim Blanches-Fontaines wandere ich ein bisschen in die Schlucht hinein. Ich nehme in einem herrlichen Seelein ein erfrischendes Bad:









Die Grotte de Sainte-Colombe bei Undervelier:







Feucht-stotzige Schluchten wechseln sich ab mit trocken-sanften Hügeln:







Die Ajoie finde ich für Schweizer Verhältnisse schon fast schockierend flach und dünn besiedelt:







Und dann bin ich im Land der Kanäle und der älteren Herren auf Rennvelos schmunzel





Bei Belfort muss ich feststellen, dass mein Handyabo in Frankreich kein Datenroaming unterstützt. Aber egal, irgendwie wird es schon gehen:





Gegen Abend ich erreiche die Kapelle von Notre-Dame-du-Haut. Auf diesen Moment habe ich mich schon viele Jahre gefreut schmunzel





Le Corbusier hat sich m.E. die Lichtgestaltung für die Madonna nicht so gut überlegt: für mich bleibt sie einfach ein dunkler Schatten – aber egal, es ist trotzdem schön, dort zu sein:




Ich chille noch ein bisschen auf den Rasenflächen bei der Kapelle herum und geniesse die einkehrende Ruhe (unglaublich, wie viele Touristen diese Kapelle besuchen!). Danach mache ich mich auf die Suche nach einer Übernachtungsmöglichkeit, was sich ohne Internet als recht herausfordernd erweist. Am Ende komme ich in einem sympathisch-spelunkigen Hotel in Ronchamp unter. Es wird von Chinesen geführt, entsprechend ist die Kommunikation nicht ganz trivial. Aber das Wichtigste klappt tipptopp: ich steige satt in ein weiches Bett schmunzel





Tag 3: Ronchamp – Ballon d’Alsace – Masevaux – Col du Schirm – Col du Hundsruck – Thann (Karte)

Die SchweizMobil-App macht ja bei ausländischen Strecken immer ein bisschen Probleme. So kann man z.B. keine Touren ohne Schweizer Abschnitt zeichnen. Daher sieht die verlinkte Route etwas komisch aus…

Planche des Belles Filles – ein unwiderstehlicher Name, auch wenn die Geschichte dahinter eine sehr verzweifelte ist. Das Schild beim Beginn der Steigung macht mich auch fast ein bisschen verzweifelt: Chris Froome heizte die 503 Hm in 16min 11sec hoch, d.h. 3.2min für 100 Hm. Ich rechne bei meinen Touren jeweils mit ca. 10min pro 100 Hm träller





Von Planches des Belles Filles aus erreiche ich auf Wald- und Wanderwegen…





…den Ballon d’Alsace. Angeblich soll man von hier aus u.a. das Schreckhorn und das Wetterhorn sehen – ich sehe aber nur ein Lenkerhorn grins





Die Vogesen sehen ja auf den Michelin-Karten immer sehr verlockend aus: eine einzige Ansammlung von Strassen mit grünen Strichen, welche für «Parcours Pittoresques» stehen. Aber irgendwie werde ich mit den Dingern nicht wirklich warm: stundenlange Anstiege, um dann doch nur auf einem Hügel zu stehen:





Dunkle Wälder und Seen (hier der Lac d’Alfeld), und über all dem der Hauch von leidvoller Geschichte:





Irgendwie helfen mir da auch die netten Schafe nicht drüber hinweg:





Aber die schöne Marienstatue im Münster von Thann erfreut mein Herz verliebt





Ich entzünde eine Dankeskerze für die unfallfreie Fahrt und purzle danach zum Bahnhof:



Die Eisenbahn fährt mich nach Hause zurück, dorthin, von man nach stundenlangen Anstiegen auf irgendwelchen kleinen Vorgipfeln steht schmunzel
von: natash

Re: Nach Ronchamp - 28.02.21 21:06

Merci für die beiden lebendigen Berichte. Die besuchten Ecken kenne ich ja auch, wenn auch strassenlastiger.
Für die Vogesen (und das gleiche gälte auch für den Schwarzwald), muss man sich schon mit bewaldeten Hügeln, überhaupt viel Wald und nur gelegentlichen Weide und Heidelandschaften anfreunden können.
Tja und Wald heißt halt oft auch: Keine Sicht. Ich mag beides und fühle mich um Wald (schon alleine die Gerüche mag ich) gut aufgehoben, aber das empfindet jeder anders und wird auch teils dadurch bestimmt, wie man aufwächst.
Ich hatte einmal eine Freundin aus der Norddeutschen Tiefebene die bekam in Gebirgen (auch kleinen Hügeln und im Wald auch) Platzangst. Das war für mich damal eher skuril, ich habe aber im Laufe der Jahre mehrere Menschen getroffen, denen das so geht. Ich selbst hingegen finde unbewaldete Ebenen, vor allem Tiefebenen als unangenehm.
Gruß
Nat
von: Juergen

Re: Nach Ronchamp - 01.03.21 06:57

Die Madonna ordentlich belichtet. wein
Und ein großer Architekt aus Graubünden fühlte sich durchaus von den "Lichstreifen" inspiriert. Fremdes Bild aus Vals

Es braucht halt Geduld bis sich das Auge angepasst hat. grins

Danke für die schönen Bilder und Berichte. bravo bravo bravo
von: Biotom

Im Berner Oberland, Teil 1 - 02.03.21 18:19


Im Berner Oberland, Teil 1

Das Cutthroat musste natürlich auch in den Bergen getestet werden. Dabei interessierten mich insbesondere die ungeteerten Pässchen, teils mit Tragepassagen. Klassische Strassenpässe sind mir zu lärmig… Nebst Ausfahrten im Wallis purzelte ich auch ein paar Tage im Berner Oberland herum. Das waren zwar Eintagestouren, aber da sie zumindest teilweise perlenkettenmässig daherkommen und es 1-2 für den Tourenradler interessante Ziele darunter hat, erlaube ich mir trotzdem, hier davon zu berichten.


20.04.2019: Mülenen – Suldtal – Greberegg - Aeschi bei Spiez – Mülenen (Karte)

Das Suldtal geht eigentlich immer, aber im Frühling ist es besonders charmant:





An diesem Tag wähle ich nicht die einfachsten Wege: hier bin ich gerade das Cutthroat auf die Greberegg am Hochtragen, der Blick auf den Pochtenfall erfrischt bei dem Murks:





Ein schöner Ort mit traurigem Namen: Greberegg – hier haben sich glaub im Mittelalter mal ein paar Leute aufs Dach gegeben, mit tödlichen Folgen…





Die Aussicht ist wunderbar: links das Morgenberghorn, in der Mitte die Schwalmere (die wollte ich mal mit meinem Bruder by fair means von Mülenen aus erklimmen, immerhin >2000 Hm. Im Spiggengrund, nach <1000 Hm, haben wir bereits aufgegeben und uns vor einer Alphütte einen gemütlichen Nachmittag gemacht grins ) und rechts unten die Strasse ins Schlieri, welche in diesem Beitrag nochmals eine Rolle spielen wird:





Weiter westlich, von links nach rechts: die First mit dem grossen Schneefeld, der Dreipsitz, danach der Pass der Rengg, und schliesslich die Wätterlatte. Letztere beiden hatten diesen Sommer an Tag 2 ihren Auftritt.





Ein neues Cutthroat verliebt





Vom Grat zwischen Suldtal und Thunersee hat man schöne Ausblicke ins Kandertal…





…und ins Mittelland; ganz links der Niesen mit der Niesenbahn – ein toller Aussichtsberg!




Ich komme in Aeschi bei Spiez vorbei, welches im Juni der Ausgangspunkt für die Weiterfahrt sein wird. Aber zuerst verbringen wir noch einen Tag in der geliebten Heimat schmunzel






21.04.2019: Mülenen – Mäggisseren – Mülenen (Karte)

Das ist bloss ein kleiner Ausflug Richtung Mäggisseren. Das Mäggisserenhorn wäre wohl mit Grödeln gut gegangen, aber ohne war es mir zu riskant. Diesen Sommer habe ich kurz mit dem Gedanken gespielt, statt über den Otterepass via das Mäggisserenhorn ins Diemtigtal rüberzukommen, aber irgendwie war mir das dann zu krass.


Der Ausblick Richtung Thuner- und Brienzersee:





In der Bildmitte Eiger, Mönch und Jungfrau, und unten Frutigen:





Das Engstligental, an dessen Ende Adelboden liegt. Für diejenigen, welche nicht gerne tragen: das Hahnenmoos ist glaub ganz nett, um vom Kander- ins Simmental zu gelangen.





Es ist April auf 2000 m.üM. verliebt








16.06.2019: Aeschi bei Spiez – Suldtal – Renggli – Wilderswil – Grosse Scheidegg – Meiringen (Karte)

Als klar war, dass wir die Familienferien auf dem Hasliberg verbringen würden, wollte ich noch vor den Ferien mein Velo dorthin bringen. Angedacht war ein Zweitäger, aber es kam dann anders heraus schmunzel

Ich starte in Aeschi und radle durchs Suldtal auf der weiter oben erwähnten Strasse Richtung Schlieri. Ab dem Mittelberg muss ich das Velo schieben und tragen. Links der Bildmitte erkennt man die Spitzkehren Richtung Latrejefeld, dem Übergang in den Spiggengrund und das Kiental:





Auf dem Renggli lasse ich das Cutthroat stehen und kraxle noch ein bisschen Richtung Morgenberghorn. Die Aussicht tendiert gegen null, aber die Blumen sind traumhaft:





Zurück auf dem Renggli geben die Nebelschwaden den Blick frei auf den Brienzersee…





…und das Latrejefeld:





Das Renggli ist ein cooler Pass für mit dem Dropbar-MTB: nach ein klein bisschen Geschiebe und Gepurzle erreicht man schon bald eine Alpstrasse:





Das Saxettal verliebt





Am Ausgang des Saxettals komme ich bei der Gedenkstätte für das Unglück des Saxetbachs vorbei. Der Gedenkstein und vor allem die Gedenkwand mit Texten der Angehörigen und Freunde der Toten rührt mich zu Tränen. Krass, wie fragil das Leben ist…





Ich entscheide mich, noch die Grosse Scheidegg anzuhängen. Es gibt wohl nur wenige Alpenpässe, bei denen man Eis…





…und Fels dermassen nahe kommt:





Ein toller Pass, diese Grosse Scheidegg!





Oben überlege ich mir, im Hotel für ein Zimmer zu fragen – aber dann wende ich mich trotzdem der Abfahrt zu:




Die Grosse Scheidegg ist auf einem Grossteil der Strecke für Autos gesperrt. In der Abfahrt kommt mir aber eine Velofahrerin auf meiner Strassenseite entgegen – extrem gefährlich…

In Meiringen stelle ich fest, dass ich auf der Scheidegg nicht gut überlegt habe: für noch auf den Hasliberg reichen die Körner nicht; zugleich ist der Aufstieg zu kurz, um eine Übernachtung und einen zusätzlichen Tag zu rechtfertigen (für eine Extraschlaufe fehlen mir auf die Schnelle die Ideen).
Ich versuche noch, mein Velo irgendwo in Meiringen unterzustellen, finde aber nix. Daher nehme ich unverrichteter Dinge den Zug nach Hause und keuche dann mit dem Cutthroat noch in unser Dorf ob Sion hoch. So komme ich zum ersten Mal in meiner Bewegungskarriere auf über 3000 Hm an einem Tag schmunzel






20.06.2019: Wilderswil – Brienz – Vorsess – Brünig – Hasliberg (Karte)

So, jetzt musste noch dieses Velo auf den Hasliberg grins
Ich entschloss mich, in Wilderswil den Faden wieder aufzunehmen, nördlich dem Brienzersee entlangzupurzeln, mit einer kleinen Komplikation auf den Brünig zu gelangen und von dort auf den Hasliberg zu queren.
Das Wetter und die Form waren nicht optimal, und entsprechend sind auch die Fotos (und die Erinnerungen) nicht topp schmunzel Wenn ich mich richtig erinnere, wäre die gefahrene Route mit dem Tourvelo grenzwertig; mit dem Cutthroat war es aber ziemlich easy.

Ob dem Brienzersee:







Um Vorsass herum:




So, das war’s schmunzel Ich war jetzt also auf dem Hasliberg angekommen. Von dort aus ging es nach den Familienferien ins Safiental. Zuvor ging es aber vom Hasliberg aus noch auf 2-3 Tagestouren, von denen ich dann hier im zweiten Teil berichten werde.
von: Biotom

Im Berner Oberland, Teil 2 - 03.03.21 18:50


Im Berner Oberland, Teil 2

Im vorigen Beitrag bin ich im Hasliberg angekommen. Während der Familienferien gab es Gelegenheit für ein paar Solotouren – les voilà!
Ich beginne mit der Tour, welche auch für Mehrtagesradler interessant ist – einer der schönsten Übergänge vom Berner Oberland in die Zentralschweiz. Und dann gibt’s noch zwei Morgentouren mit schönen Bildchen schmunzel


28.06.2019: Hasliberg – Winterlicken – Engstlenalp – Geisstritt – Tannalp – Melchsee-Frutt – Flüeli-Ranft – Sarnen (Karte)

Diese Route kann ich von Herzen empfehlen, denn sie ist unglaublich schön und unglaublich wenig befahren (zumindest unter der Woche…).
Die Winterlicken (quaeldich-Link) müssen nicht unbedingt sein, denn man kommt auch von der Sustenstasse her ins Gental – aber irgendwie sind sie das Tüpfelchen auf dem i. Fotos habe ich aber keine träller

Hier bin ich bereits im Gental (schon nur dieser Talname lohnt den Ausflug verliebt ):





Juni ist immer ein guter Monat, um Wasserfälle zu gucken:





Berner Oberland: Berge und Ahorne verliebt





Gäntelwasser:





Der Engstlensee:







Es hat natürlich seinen Grund, wieso es relativ wenig Verkehr hat: der Geisstritt ist ein Fusspass. Die Schiebepassage ist aber relativ kurz und vor allem unschwierig, auch wenn der Name etwas anderes suggeriert. Meines Erachtens sollte das auch recht gut mit 4 Saccochen machbar sein:





Auf dem Geisstritt wechsle ich den Kanton: die Tannalp befindet sich in Obwalden:





Das ist glaub der Tannensee – oder vielleicht doch schon der Melchsee?





Ab Melchsee-Frutt folgt eine ruppige Abfahrt. Man beachte, dass die Zeiten auch für Velofahrer gelten lach





Der Strassenzustand ist der einzige Schönheitsfehler an dieser Perle von einem Pässchen: sehr steil und mit ziemlichen Bodenwellen – da ist nix mit gemütlich runterchillen entsetzt





Nach Melchtal zweige ich links auf ein herrliches Strässchen ab und gelange so nach Flüeli-Ranft. Dort hat der Schweizer Nationalheilige Niklaus von Flüe gelebt – ein schöner Ort!





Zum Abschluss purzle ich runter zum plütterwarmen Sarnersee, wo ich ein unerfrischendes Bad nehme:



Danach geht es mit dem öV zurück auf den Hasliberg.






03.07.2019: Hasliberg – Wilerhorn – Hasliberg (Karte)

Trotz der plüttrigen Wärme: ziehen wir uns diesen Sarnersee doch noch einmal rein, einfach von weiter oben.

Früh losfahren verliebt





Ich komme wieder auf dem Vorsess vorbei (siehe Anfahrt zum Hasliberg) und parkiere das Velo ob Obem Wald, danach geht es zu Fuss weiter. Über dem Lungern- und dem Sarnersee geht gerade die Sonne auf:





Wetterhorn, Schwarzhorn, Faulhorn:





Die Urner Alpen. Rechts im Bild erkennt man die Anfahrten zur Grimsel (rechts) und zum Susten (links):





Da das Bild mit den Seen und den Alpenrosen nicht ganz scharf war, hier noch die scharfen Versionen der beiden Motive schmunzel





Danach schnell zurück, zum Familienzmorge schmunzel






27.06.2019: Hasliberg – Alpentower – Hasliberg (Karte)

Zum Abschluss dieser Oberländer Serie noch ein kurzes Fährtchen zum Alpentower schmunzel


Irgendwo dort hinten befindet sich der Susten:





Nochmals das Gental:





Der Brienzersee und sein Drumherum:



So, das war’s schon wieder schmunzel
Fazit: das Berner Oberland geht eigentlich immer, und frühmorgens losfahren auch.

Ich hoffe, dieses Tagesgepurzel hat euch nicht allzu sehr gestört… Falls doch: keine Sorge, wird es hier wohl nicht mehr geben, denn inzwischen stelle ich die Tagestouren jeweils bei den MTB-News drüben ein (die Beiträge sind in meiner Signatur verlinkt).
von: indomex

Re: Im Berner Oberland, Teil 2 - 03.03.21 20:29

bravo bravo
Was für eine Augenweide!
von: veloträumer

Re: Im Berner Oberland, Teil 2 - 10.03.21 19:26

Das sind mal wieder tolle Zugaben, wo ich auch mal rumgekurvt bin, wenn auch nicht auf allen solchen Wegen. bravo

Gleich möchte ich etwas wissen, da in meinem Wunschplan schon angedacht: Der Übergang Tannalp - Engstlenalp würdest du als schiebefähig für meine gut gepacktes Reiserad für beurteilen? Ich dachte eher es in dieser Richtung zu versuchen. Oder würdest du behaupten, deine Fahrtrichtung sei leichter, um aufzufahren/aufzuschieben? - Runter komme ich immer... grins
von: salbedo

Re: Im Berner Oberland, Teil 2 - 11.03.21 06:33

Ich bin zwar nicht Tom, aber schon zweimal mit dem Bike von der Engstligen zur Tannalp. Ich würde sagen umgekehert (also Tannalp-Engstligen) wäre sogar mit dem vollbeladenen Reisepanzer fahrbar, wenn man bis dahin nicht nur flachster Asphalt gefahren ist zwinker Es hat ein paar Stufen, aber dürfte gehen.
Ein Abschnitt ist zwar Fahrverbot, aber dann stosst du dein Velo da halt...
von: Biotom

Re: Im Berner Oberland, Teil 2 - 11.03.21 06:53

Wie Salbedo schon sagt: mit ein bisschen Schiebelust ist das für Dich auch mit viel Gepäck problemlos machbar. Die von Dir angedachte N-S-Richtung hat den Vorteil, dass die Teerabfahrt von der Engstlenalp whs. angenehmer ist als die von der Tannalp.
Viel Vergnügen schmunzel
von: veloträumer

Re: Im Berner Oberland, Teil 2 - 13.03.21 19:19

Danke für die Infos! Ich hatte ähnlich klingende Beschreibungen schon in anderen Webberichten gefunden. Weil meine Engelberg-Reise in die Vorwinterzeit fiel, erübrigte sich dieser Exkurs, da wäre eingeschneit gewesen. Ich habe da aber wieder eine neue Idee geschaffen, ins Goms zu gelangen und ein paar weitere Nischen zu erschließen. Aber niemand weiß, wann Rumpestilzchen hinfinden kann und darf.
von: StefanS

Re: Toms abenteuerliche Schweizer Reise - 13.04.21 20:09

In Antwort auf: Biotom
Ich spiele da so ein Spiel mit folgenden Regeln:

Gut zu sehen, dass ich nicht der einzige Verrückte bin grins

In Antwort auf: Biotom
1) Verwende keinen Motor (ok, auf dem Wasser sind Motoren erlaubt).
2) Starte von zu Hause aus, oder von einem Punkt, den du bereits Regel 1) befolgend erreicht hast.

Das sind generell meine Regeln. Jede Tour, auch im Urlaub, wird nur von einem zuvor mit dem Rad erreichten Punkt gestartet. Das heißt, zu jedem Punkt bin ich einen (zusammengesetzten) Hinweg gefahren. Außerdem versuche ich es so hinzukriegen, dass es von jedem Punkt auch eine (zusammengesetzte) Rücktour gibt.

In Antwort auf: Biotom
3) Versuche, alle 10x10km-Quadrate der 1:300’000-Generalkarte von Swisstopo zu erreichen

Genau das habe ich auch letzten Sommer gemacht, nur mit 2x2km-Quadraten und dem heimischen Landkreis schmunzel

Viele Grüße,
Stefan
von: Mado

Re: Toms abenteuerliche Schweizer Reise - 13.04.21 23:08

Ich mag Deine Berichte sehr, das wollte ich schon länger sagen. Tolle Touren, tolle Bilder, humorvolle und pointierte Bildtexte. Sehr erfrischend und inspirierend! Vielen Dank!
von: Biotom

Re: Toms abenteuerliche Schweizer Reise - 14.04.21 09:09

In der Tat, es ist immer wieder beruhigend zu sehen, dass es noch andere Spinner gibt grins

In Antwort auf: Mado
Vielen Dank!

Gern geschehen schmunzel Zwischendurch ein Kompliment motiviert immer wunderbar für weitere Berichte.
Von der letzten Tour gibt es bei den MTB-News drüben bereits kleine Tagesberichte: Tag 1 - 2 - 3. Und wer noch nicht genug hat: noch ein paar Bilder (ich habs bei meinem letzten Bilderrätsel bereits verlinkt). Ich mache dann wohl in den nächsten Wochen hier noch einen richtigen Bericht.
von: Juergen

Re: Toms abenteuerliche Schweizer Reise - 14.04.21 09:19

Kennst Du eigentlich Lützelflüh?
Da gibt es in der Emme wunderbare Badeplätze und oberhalb vom Dorf das schöne Waldhaus. Wenns wieder passt, muss ich da nochmal zur Schwitzhütte hin. verliebt

ps: einige Streckenlinks funktionieren nicht, da sie auf "privat" stehen. Mir fiel es im Jura auf. Wenn Du die Links dafür ändern musst, dann schick sie mir bitte im Textkontext. zwinker
von: Biotom

Re: Toms abenteuerliche Schweizer Reise - 19.04.21 21:42

Lützelflüh kenne ich dem Namen her, und ich bin wohl auch schon 1-2x durchgefahren. Die Emme ist dort in der Tat unglaublich schön!
Ich checke das mit den Links mal wenn ich Zeit habe - danke für den Hinweis!
von: Biotom

Auffahrtsausfahrt: Zürich - Brig - 03.06.21 23:03

Aufffahrtsausfahrt: Zürich - Brig

Ciao,

An Auffahrt war ich fünf schöne Tage auf Achse. Ich habe zu den einzelnen Tagen jeweils einen kleinen bebilderten Bericht bei den MTB-News drüben eingestellt, inkl. Kartenlink. Es handelt sich dabei quasi um die Fortsetzung der Militärvelotour, denn die endete ja in Zürich.

Hier die einzelnen Tage:
Tag 1: Anreise nach Zürich, Fahrt auf die Chrüzegg
Tag 2: Chrüzegg - Toggenburg - Davos
Tag 3: Davos - Flüela - Maloja -Soglio
Tag 4: Soglio - Comersee - Lugano - Sessa
Tag 5: Sessa - Verbania - Domodossola - Simplon - Brig.

Hier schon mal ein paar Teasebilder:











































Vielleicht verfasse ich mal noch einen richtigen Bericht - aber folgende Messages möchte ich bereits jetzt platzieren: Der Flüela öffnet relativ früh, und der Simplon ist momentan noch recht angenehm zu fahren (Corona-bedingt weniger Verkehr als sonst?).

So, das ist schon alles schmunzel
Einen schönen Abend wünscht
Tom
von: Biotom

Re: Auffahrtsausfahrt: Zürich - Brig - 12.06.21 22:14


Heute gab es noch einen kleinen Nachtisch zu obiger Tour. Von Brig, dem Endpunkt der Auffahrtstour, radelte ich auf die Belalp. Dort gab es Schnee im Teller und Schnee auf den Bergen:



Ok, die Pneus waren ein bisschen mager für diese doch eher alpine Tour träller



Wasser neben dem Weg, Wasser auf dem Weg:





Alle sind sie aus dem Winterschlaf aufgewacht!
Die Blumen:


Die Murmeltiere:


Die Schwarzhalsgeissen verliebt


Schweisssalzfans schmunzel


Das Ziel war nicht mehr weit:


1900 Hm ob Brig erreichte ich wandernd das Foggenhorn:




Aletschgletscher:


Die Nordseite des Simplons:


Die Abfahrt ab Nessel war ziemlich abwechslungsreich, inkl. längeren Abwärtsschiebepassagen und coolen Alpsträsschen:










So, das war's auch schon wieder. Hier noch die Karte.
Schönen Sonntag allen!
von: Biotom

Ein paar Tage in S-charl - 04.07.21 14:13


Ein paar Tage in S-charl, Teil 1

Ciao a tutti

Für die diesjährigen Sommerferien haben wir vom 20. bis 30. Juni in S-charl eine Ferienwohnung gemietet. S-charl ist ein Sommerdorf im Val S-charl, einem südlichen Seitental des Unterengadins. MTB-Affine unter euch kennen es als Ausgangspunkt zum beliebten Pass da Costainas, während Wanderfreunde es eher mit dem Schweizer Nationalpark in Verbindung bringen.

Wie erwähnt: S-charl ist ein Sommerdorf. Im Winter ist es nur per Pferdeschlitten erreichbar; im Sommer fährt mehrmals täglich ein Postauto hoch. Es hat zwei Hotels, jedoch keinen Lebensmittelladen. Dort oben auf 1800 m.ü.M. ist es unglaublich ruhig und schön (ok, auch ein bisschen eng), aber schaut selber schmunzel



Tour 1: Wanderung auf den Mot Tavrü (Karte)

Wir sind mit dem öV angereist und haben daher vor allem Touren rund um S-charl gemacht. Am ersten Tag fuhren wir mit dem Postauto nach Scuol zum Baden und Grosseinkaufen. Am zweiten Tag wanderten wir auf den Mot Tavrü. S-charl hatte ich zu dem Zeitpunkt auf meiner abenteuerlichen Schweizer Reise noch nicht erreicht, daher zählt diese Tour nicht zu diesem Projekt. Aber egal, die Tour ist gut geeignet um sich einen ersten Überblick über die Gegend zu verschaffen.

Ich fand den Abschluss des Val Tavrü wunderschön verliebt





Sur il Foss bildet den Übergang vom Val Mingèr ins Val Plavna. Dominiert wird die Szenerie vom Piz Plavna Dadaint:





Das Val Sesvenna. S-charl liegt dort wo der Bach hinfliesst:





Scuol und der Eingang des Val S-charl:





Silberwurze:





Rechts das Val Foraz. Es gehört zum Nationalpark und wird gerüchteweise von vielen Hirschen besiedelt, gesehen haben wir aber keinen schmunzel







Die Gewässer regen immer zu längeren Pausen an. Wobei, wirklich Ruhezeit war da keineswegs: es gibt immer viel zu tun, wenn Wasser auf Steine und Sand trifft verliebt






Tour 2: Über den Ofenpass und den Pass da Costainas (Karte)

Als Nächstes wollte ich meine Schweizer Tour nach S-charl bringen. An Tag 3 der Auffahrtstour hatte ich Susch und Zernez erreicht. Der Weg von Susch über Scuol nach S-charl sah ungefähr gleich lang aus wie die Pässefahrt über Ofen und die Fuorcla Funtana da S-charl; als Passaffiner radelte ich denn frühmorgens nach Scuol und nahm von dort den Zug nach Zernez.

Ich bin nicht so strassenpass, aber der Ofen hat mich echt begeistert – quasi kanadische Verhältnisse in der Schweiz! Und frühmorgens noch ohne Motorradlärm…







Man beachte den Schmetterling unten links verliebt





Blick vom Ofenpass ins Val Müstair:





Wie gesagt: in S-charl gibt es keinen Laden. Da mir meine Liebste per Telefon eine dringende Beschaffung auftrug, musste ich noch im Prima-Laden in Tschierv vorbei. Von Tschierv aus bot sich der Costainas eher an als die Fuorcla Funtana, daher ich purzelte ich nach Lü, den Ausgangspunkt des Costainas:







Die SBB haben ja für die ICs eine Reservationspflicht für den Velotransport eingeführt. Da bereits alle Plätze ausgebucht gewesen waren, haben wir in Scuol ein paar Hardtails gemietet. Ich habe mein Cutthroat schon ein bisschen vermisst – aber eigentlich egal: Hauptsache, schöne Landschaften entdecken schmunzel





Der Pass da Costainas ist einfach wunderschön! Besonders das Hochtal bei der Alp Astras hat es mir angetan:







Das Valbella und der God Tamangur, der höchstgelegene Arvenwald Europas:





Zurück in S-charl war gemütliches Rumhängen und Landschaftgucken angesagt:








Tour 3: Auf die Alp Astras (Karte)
Wie gesagt, die Gegend um die Alp Astras hat es mir angetan – da musste ich auch mit der Familie hin verliebt












Tour 4: Auf den den Mot Madlain (Karte)

Hinter unserem Haus lag der Mot Madlain, der musste natürlich auch bestiegen werden schmunzel

In S-charl wurde ab dem 12 Jh. Blei und Silber abgebaut. Die Minen lagen im Bereich «Las Minieras» auf dem Mot Madlain, auf über 2100 m.ü.M. Dort oben sieht es etwa so aus (im Hintergrund das Val Mingèr):





Es können noch über 10 km der früheren Stollen begangen werden. Die beiden noch existierenden Zugänge sind mittels Holzbarracken gesichert, welche normalerweise verschlossen sind:





Zufälligerweise war ein Team von Bergbaubegeisterten vor Ort, und so konnten wir einen Blick reinwerfen. Enge und feuchte Sache…





Wahrscheinlich war dieser Bergbau eine enorm leidvolle Sache, wie uns die Spezialisten erklärten: die Arbeit in den Stollen verrichteten teilweise Kinder, welche den ganzen Tag in nassen Klamotten in der Finsternis unterwegs waren. Das gewonnene Erz musste 300 Hm zu den Öfen in S-charl runtergebracht werden; die sehr moderate Steigung des Wanderwegs ist eine letzte Erinnerung an diese Transporte. Beim Schmelzen des Bleierzes waren Bleivergiftungen wohl unvermeidlich. Die Bergleute erreichten selten ein Alter von über 30 Jahren…

Das Museum in der Schmelzra legt heute Zeugnis ab von dieser Zeit. Was noch interessant ist: offensichtlich profitierte die Habsburgermonarchie finanziell stark vom Bergbau auf ihrem Territorium. Zentrum war dabei das tirolische Schwaz, während S-charl wohl eher ein Nebenschauplatz war. Als 1652 das Unterengadin an die Drei Bünde ging, endete dort vorerst auch der Bergbau.
Da in den Tiroler Bergbaugebieten das Holz wegen des Bergbaus knapp geworden war, wurde später im Unterengadin grossflächig geholzt und die Ware über den Inn geflösst.
Im Museum hat es ein paar eindrückliche Bilder und Texte über den Bergbau und den Holzschlag – sehr sehenswert!

Trotz seiner düsteren Geschichte ist der Mot Madlein ein wunderschöner Höger verliebt

Rechts der Bildmitte das Val Sesvenna mit der Fuorcla Sesvenna:





Das Val S-charl. Links geht es über den Cruschetta ins Südtirol, rechts über den Costainas ins Val Müstair.





Links das Val Mingèr, rechts der Talausgang nach Scuol:





Val Tavrü:





Nebst den Enzianen hatte es auch unzählige Edelweisse, aber die waren irgendwie unfotografierbar schmunzel





Nebst den Stolleneingängen zeugt auch noch die eine oder andere Abraumhalde vom Bergbau:




So, ich mache mal Pause schmunzel
von: Biotom

Re: Ein paar Tage in S-charl - 15.07.21 22:48

Ein paar Tage in S-charl, Teil 2

So, es geht weiter mit Bündner Ferientouren schmunzel


Tour 5: Rund um den Piz Sesvenna (Karte)

Heute steht was Grösseres auf dem Programm. Der Clemgia entlang purzle ich zu den Feuerlilien:







Danach geht es stundenlang aufwärts durchs Val d’Uina. Zuerst auf Teer…





…und dann auf Schotter:





Schotter allüberall:







Nach Uina Dadaint…





…kommt schon bald der spektakulärste Teil der Tour in Sicht. Da soll ich durch??





Da die neue Brücke erst am nächsten Tag montiert wird, muss ich noch ein bisschen klettern und balancieren:





Man lässt mir die Wahl: tragen oder schieben schmunzel





Die Schlucht Quar – eindrücklich!











Der Pass da Costainas scheint mir mit klassisch beladenem Tourenvelo recht gut machbar, beim Val d’Uina und dem Schlinigpass ist’s ein bisschen schwieriger. Aber wo ein Wille ist, ist auch ein Weg zwinker Der Weg ist zum Glück recht breit und an den wirklich heiklen Stellen gut gesichert.







Nach der Enge de Schlucht sind die hellen weiten Matten der Alp Sursass eine Wohltat!




Der Weg durch die Schlucht wurde übrigens erst 1909/10 mit partieller Finanzierung durch den DAV errichtet, anscheinend damit die damalige Pforzheimer Hütte (neben der heutigen Sesvennahütte gelegen) auch vom Engadin her gut erreicht werden konnte. Die den Engadinern gehörende Alp Sursass wurde davor über das kleine Val da la Stüra und die Hänge östlich der Schlucht bestossen, was eigentlich im Vergleich zum Schluchtweg gar nicht so ein grosser Umweg ist. Ich habe ein bisschen ein Eindruck, dass es beim Bau des Wegs durch die Quar vor allem auch um Spektakel ging – und ich muss sagen, es ist gelungen!


Vor dem Spektakel wird ausgiebig gewarnt:





Kurz nach dem Schlinigpass werfe ich einen letzten Blick zurück in die Schweiz…





…und erreiche schon bald darauf die ehemalige Pforzheimer Hütte:





Von der Hütte führt eine Schotterstrasse sacksteil ins Schliniger Tal:




Nach Schlinig komme ich in einen Abfahrtsrausch, welcher nur von zwei breit nebeneinanderfahrenden und nichtplatzmachenden Uphill-E-Bikern gestört wird. Idioten.


Im Tal der Etsch herrscht mittägliches Hochlicht, entsprechend gibt es nur zwei Belegbilder:







Die uralte und wunderschöne Claustra San Jon in Müstair liegt nicht ganz am Weg, daher auch von der nur ein Belegbild. Ich kann aber aufgrund früherer Erfahrungen sagen: absolute Besuchsempfehlung!





In Sta. Maria Val Müstair wird geheut was das Zeugs halt:





Ich überlege eine Weile hin und her: soll ich noch ins Val Mora hochziehen? Aber ich bin schon recht müde, und Gewitter sind angesagt. Und so ziehe nach Norden statt nach Süden hoch und erreiche nach einer Weile ziemlich ko den Hof Craistas. Stotzige Sache!





Der weitere Weg nach Lü ist nicht mehr ganz so steil, ich brauche aber trotzdem unbedingt eine Pause. Da trifft es sich gut, dass ich beim Eintreffen des Gewitters gerade auf der Terrasse des Hirschen eintreffe. Ein schöner Ort, an dem ich Unmengen an Getränken und Speisen zu mir nehme schmunzel







Danach geht es zum zweiten Mal in diesen Ferien über den Costainas. Ein feiner Pass verliebt











Wie bereits erwähnt: der ginge auch mit einem Tourenvelo recht gut. Hier einer der schlimmsten Abschnitte:




Zurück in S-charl bin ich dann ein bisschen ko schmunzel




Tour 6: Von S-charl nach Scuol

Ziel des Tages: in Scuol die Leihvelos zurückgeben und Baden, und dann mit dem Bus zurück nach S-charl schmunzel









So sieht es in Scuol aus:






Tour 7: Wanderung zum Lai da Sesvenna (Karte)

Alpenrebe verliebt





Bester Duft ever: Steinröschen verliebt







Bis zur Alp Sesvenna hätte man auch fahren können:





Bis zum See dann eher nicht (wobei, es hatte tatsächlich Bikespuren! Die sind wohl über die Fuorcla Sesvenna):





Maximale Zuversicht und Tapferkeit: Zwerg-Alpenglöckchen verliebt





Val Sesvenna:





Schwefel-Anemone verliebt





Polsternelke verliebt





Das habe ich noch nie gesehen: eine Bachschlaufe wird langsam durchbrochen.





Aua Sesvenna:





Herzblättrige Kugelblume:





Ein letzter Gruss an die Bündner Fahne…





…die Bündner Kühe…





…und an S-charl – und dann sind die Ferien und dieser Bericht schon wieder vorbei schmunzel


von: natash

Re: Ein paar Tage in S-charl - 16.07.21 06:25

sehr schön, merci bravo

Gruß
Nat
von: Juergen

Re: Ein paar Tage in S-charl - 16.07.21 08:15

verliebt
Dankeschön.
von: DebrisFlow

Re: Ein paar Tage in S-charl - 16.07.21 11:23

Fantastisch. Ist diese kleine Satteltasche eigentlich alles was du auf deinen Tagestouren mithast?
von: Biotom

Re: Ein paar Tage in S-charl - 17.07.21 22:17

In Antwort auf: Juergen
verliebt
Dankeschön.

Gern geschehen schmunzel

In Antwort auf: DebrisFlow
Ist diese kleine Satteltasche eigentlich alles was du auf deinen Tagestouren mithast?

Nein, da war nur das Flickzeug für das Mietvelo drin. Ich habe immer auch noch einen Rucksack dabei (22 l). Den bepacke ich jeweils so leicht wie möglich: mit Rucksack velofahren ist eigentlich nicht so mein Ding, aber fürs Wandern ist er halt unentbehrlich schmunzel
von: Biotom

Brünig - Altdorf: durch die Mitte der Schweiz - 22.07.21 21:45


Brünig - Altdorf: durch die Mitte der Schweiz

Vom 10. zum 12.Juli hiess es bei mir mal wieder "im Uri die Kinder abholen". Dies habe ich dann gleich mit einer kleinen Tour durch die Mitte der Schweiz verbunden.
Ich habe jeweils bei den MTB-News drüben Tagesberichte mit mehr Bildern und Text sowie der Karte erstellt; diese sind hier im Tagestitel verlinkt.


Tag 1: Brünig - Güpfi - Seefeldsee - Älggi


Aufstieg nach Hüttstett:





Aussicht vom Güpfi:





Aufstieg zum Sachsler Seefeld:





Seefeldsee:






Tag 2: Älggi - Ächerli - Sinsgäuer Schonegg - Gitschene

Älggi, der geographische Mittelpunkt der Schweiz:







Sarnersee:







Haghütte:





Sinsgäu:





Blick von der Sinsgäuer Schonegg in den Uri:





Einer der guten Abschnitte der Ab"fahrt" von der Sinsgäuer Schonegg:






Tag 3: Gitschene - Schwalmis - Altdorf

Aussicht vom Schwalmis:









Die Kinder sind ganz nah schmunzel




Fazit: leicht murksige, aber landschaftlich sehr schöne und verkehrsmässig ruhige Tour. Ich muss gestehen: die 10 Minuten an der Brünigstrasse und die paar Autos und Motorräder auf dem Ächerli haben mich mal wieder davon überzeugt, dass ich mit dem Rough Stuff Cylcing auf dem richtigen Weg bin lach
von: Biotom

Mittelländisch-voralpine Februarfahrt - 12.03.22 08:45

Ende Februar war es Zeit für die erste kleine Ausfahrt in diesem Jahr. Hauptziel war der sonntägliche Besuch bei einem Freund am Zürichsee, Nebenziele war der Anschluss Luzerns an mein Netz der abenteuerlichen Schweizer Reise sowie die Bepilgerung der Schwarzen Madonna in Einsiedeln.



Tag 1: St. Urban – Luzern – Einsiedeln (Karte)

Wie immer ist im Februar krass viel zu tun beim Job, so dass ich am Freitagabend überhaupt nicht sicher bin, ob ich überhaupt losziehen mag. Zudem finde ich den donnerstäglichen Überfall auf die Ukraine eine belastende Ungeheuerlichkeit. Früh am Samstagmorgen packe ich dann aber doch rasch das übliche Zeugs zusammen und schleiche mich davon – ein bisschen den Kopf verlüften wird mir wohl guttun.

Ich sause runter nach Sion und reise mit dem Zug zu einem Anschlusspunkt der Schweizer Reise: In St. Urban bin ich letzten Frühling mit dem Militärvelo vorbeigekommen. Letztes Jahr hat mich in der Klosterkirche ein Orgelspieler zu Tränen gerührt; dieses Mal erkunde ich die wunderbare Akustik nur mit ein bisschen halbgarem Gepfeife.





Das wunderbare Wallis ist um diese Jahreszeit unten graubraun und oben weiss – fürchterlich... Da ist das Grün des Luzerner Hinterlandes eine willkommene Abwechslung.





Die Ostergau ist ein hübscher Flecken:







Ich folge ziemlich konsequent der Veloroute 38, «Luzerner Hinterland – Rigi». Und tatsächlich, nach einer Weile taucht am Horizont die Rigi auf.





In diesen unsicheren Zeiten tut es gut, Gewissheiten zu haben: rechts geht’s definitiv nach Luzern.





In der Altstadt tänzle ich mich durch die Fasnacht – oh, ich liebe diese Rhythmen, und ich überlege kurz, hier bereits ein Zimmer zu nehmen und mitzufeiern.





Bei diesem Anblick kommt mir unweigerlich Stille Has’ Walliselle in den Sinn: «Uh Luzärn – s’brönnt gärn z’Luzärn, s’brönnt gärn z’Luzärn»:





Die Menschenmassen lichten sich, und ich erreiche den Bahnhof. Cool, Luzern wäre jetzt auch an meine Schweizer Reise angeschlossen!
Ich gucke noch rasch, ob vielleicht gerade ein Schiff nach Brunnen fährt, aber dann fahre ich doch lieber über Land, Richtung Küssnacht an der Rigi.





Ich hatte so halb angedacht über Brunnen zu fahren und noch die Ibergeregg mitzunehmen, aber das wäre definitiv zu viel gewesen.
Der Vorteil der Alternativroute: ich komme an der Hohlen Gasse vorbei. Die Gedanken gehen unweigerlich zum Tyrannen im Osten…





Zugersee mit Rossberg:





Beim Bahnhof Arth-Goldau gönne ich mir ein Birchermüesli, und frisch gestärkt nehme ich den Sattel in Angriff, natürlich mit schönen Ausblicken auf die Mythen.





Hier fährt auch der legendäre Voralpen-Express:





Das Licht wird weniger, der Schnee wird mehr:







Die Armee galt während des Kalten Krieges als eine Art Heilige Kuh der Schweiz. Hier, im Moor von Rothenthurm, erhielt sie vor 35 Jahren einen ersten grösseren Dämpfer: die Rothenthurm-Initiative verhinderte den Bau eines Waffenplatzes und stellte die Schweizer Moorlandschaften unter Schutz. Als dann 1989 35% der Stimmberichtigten für die Abschaffung der Armee stimmten und die Bedrohung aus dem Osten zusammenbrach, musste die Schweizer Armee sich definitiv neu orientieren. Und jetzt steht wegen eines kriegsgeilen Vollpfostens die nächste Neuorientierung an.





Aber lassen wir das weite Feld der Politik und wenden uns dem Katzenstrick zu – ein herrliches Pässchen:





Was gibt es schöneres, als nach einem langen Tag im Sattel das gelobte Land zu erblicken?










Tag 2: Einsiedeln – Sattelegg – Stäfa – Turbenthal (Karte)

Heute habe ich um 10:30 mit meinem Freund in Stäfa abgemacht. Hm, einfach runter zum Seedamm zu rollen wäre ein bisschen mager… Ah, das hat’s so ein gluschtiges Pässchen auf der Karte verliebt
Statt über den Seedamm geht’s über die Seebrücke, nach Willerzell. Morgenlicht, ich liebe dich.





Es ist kalt, aber in den Tannenspitzen kündigt sich bereits die Sonne an.





Und dann ist sie da! Danke Sonne, dass Du jeden Tag aufgehst – Du bist einfach wunderbar verliebt





Die Sattelegg ist definitiv ein schöner Ort: Restaurant, kleines Skigebiet, viel Schnee. Ganz links sieht man den Chöpfenberg.





Die Abfahrt durchs Wägital ist eine feine Sache!





Ich erreiche die Linthebene und den Zürichsee:







Der Seedamm bringt mich nach Rapperswil-Jona.





Durch die Weinberge erreiche ich Stäfa, wo ich vergnügliche Stunden mit meinem Freund und seiner Familie verbringe.





Ich überlege kurz, ob ich nach dem Besuch nicht zurück ins Wallis soll, denn dort wartet viel Arbeit auf mich. Aber da gerade nicht so klar ist, ob demnächst der 3. Weltkrieg ausbricht oder der atomare Erstschlag erfolgt, fahre mal noch ein bisschen weiter – man weiss nie, wann sich wieder eine Tourgelegenheit ergibt…

Die Schatten werden länger und das Licht schöner.








Über dem Tösstal weist mir eine Sternschnuppe den Weg zu Bett und Znacht in Turbenthal.




Tag 3: Turbenthal – Konstanz (Karte)

Gestern Abend hat mich auf der Karte der Schauenberg angelacht – und ja, der Aufstieg lohnt sich:







Danach geht es über Schotter und Teer Richtung Nordosten.









Das Cutthroat hat sich wie immer bewährt, auch wenn die Schlappen viel zu dick waren für diesen Ausflug. Aber in der Hektik des Aufbruchs hat es mir nicht gereicht, die 2.1er Nanos durch was Schmaleres zu ersetzen.







Es ist kalt, und doch weht ein Hauch von Frühling verliebt




Ich nehme noch den Ottenberg mit. Die Hoffnung auf schöne Bodenseeausblicke erfüllt sich nicht, aber dafür gibt es dort oben Leckeres zu futtern.





Es gibt Schilder, die falsche Hoffnungen wecken schmunzel Ach, wie ich mich auf die Schneeschmelze und den Sommer freue!





Falls es bis an die Nordsee durchwegs so aussieht, wird das glaub bei mir nichts mit Deutschlandtouren grins





Nach Savièse – Nizza und St. Moritz – Venedig führt mich schon wieder eine Tour bis ans Meer. Deutschland ist irgendwie doch nicht so übel zwinker




So, es sind wieder fünfzehn 10x10km-Kacheln hinzugekommen – wenn ich aber auf meine Übersichtskarte gucke, sehe ich noch immer viele zu durchstreifende Gegenden für meine abenteuerlichen Schweizer Reise.

Noch eine kleine Bitte: ich habe mich ja bei MTB-News vorübergehend abgemeldet, da mir die Posterei zu viel wurde. Es wäre nett, wenn dort ein MTB-Newser diesen Bericht verlinken würde (z.B. als Antwort auf diesen Post), mit lieben Walliser Grüssen an die Kumpels dort. Es tut mir leid, dass ich mich nicht angemessen verabschiedet habe – und ja, es geht mir gut schmunzel
von: Biotom

Nach Genf - 12.03.22 09:10


Wenn ich das schon am Posten kann ich ja gleich noch einen kleinen Eintäger anhängen. Es wurmte mich schon länger, dass ich auf meiner Schweizer Reise Genf noch nicht erreicht habe. Letzten Samstag ergab sich eine gute Gelegenheit: von Ballens aus (habe ich vor 4-5 Jahren erreicht) radelte ich an die Ukraine-Demo in der Rhonestadt.











Für mich der Schweizer Bodhisattva schlechthin: Guillaume Henri Dufour. Seine Vita ist auch 147 Jahre nach seinem Tod noch immer eine riesige Inspiration.




Und so schliesst sich mit einem in Konstanz – dem Ziel der obigen Tour – Geborenen dieser kleine Frühlingsreigen.
von: Holger

Re: Toms abenteuerliche Schweizer Reise - 12.03.22 20:32

In Antwort auf: Biotom
[…]
3) Versuche, alle 10x10km-Quadrate der 1:300’000-Generalkarte von Swisstopo zu erreichen (hier ein Beispiel für so ein 10x10km-Qaudrat). Es ist egal, welche Distanz du innerhalb des Quadrates zurücklegst, um es als «erreicht» zu betrachten.[…]


Dat ist ja eine coole Idee! Lese ich jetzt erst ... Gibt es diese Quadrate auch in irgendeiner Übersicht online?
von: Holger

Re: Mittelländisch-voralpine Februarfahrt - 12.03.22 20:41

In Antwort auf: Biotom
[…]
In diesen unsicheren Zeiten tut es gut, Gewissheiten zu haben: rechts geht’s definitiv nach Luzern.

[…]


grins
von: Biotom

Re: Toms abenteuerliche Schweizer Reise - 13.03.22 19:05

In Antwort auf: Holger
Gibt es diese Quadrate auch in irgendeiner Übersicht online?

Die von mir erreichten Quadrate habe ich nur auf einer Papierkarte dokumentiert, sowie in dutzenden von Online-Karten, wie ich sie jeweils bei den Berichten verlinke.
Alle Quadrate sind natürlich bei SchweizMobil bzw. bei Swisstopo sichtbar; die Quadratgrösse hängt dort von der Zoomstufe ab. Bei Swisstopo kann man sich auch die berühmte Karte von Dufour (s.o.) zeigen lassen: Link.
von: Holger

Re: Toms abenteuerliche Schweizer Reise - 13.03.22 20:39

Dankeschön! Muss ich mal schauen, wieviele ich habe. Ansonsten sehr, sehr schöne Karten, die Dufour-Karte kannt eich nicht (habe Deine Berichte nicht komplett gelesen peinlich

A propos Dufour - was machst Du bei solchen Quadraten, die nur teilweise in der Schweiz liegen, die aber schwer erreichbar sind? Also etwa das, in dem die Dufourspitze liegt?
von: Biotom

Re: Toms abenteuerliche Schweizer Reise - 13.03.22 20:48

In Antwort auf: Holger
A propos Dufour - was machst Du bei solchen Quadraten, die nur teilweise in der Schweiz liegen, die aber schwer erreichbar sind? Also etwa das, in dem die Dufourspitze liegt?

Ich darf auch übers Ausland reisen, daher ist das Quadrat mit der Dufourspitze eher unproblematisch. Das am schwierigsten zu erreichende Quadrat ist dasjenige ums Finsteraarhorn, aber von der Lauteraarhütte kann ich wohl schon ein paar Meter Richtung Westen kraxeln schmunzel
von: Holger

Re: Toms abenteuerliche Schweizer Reise - 13.03.22 20:53

Oh ja, das sieht schwierig aus. Da wäre für mich wohl Schluss...
Und für das eine Quadrat im Genfersee gibt's die Schifferlaubnis, nehme ich an schmunzel

Wirklich coole Idee.
von: Biotom

Re: Toms abenteuerliche Schweizer Reise - 13.03.22 21:08

In Antwort auf: Holger
Und für das eine Quadrat im Genfersee gibt's die Schifferlaubnis, nehme ich an schmunzel

Pedalo grins
von: Biotom

Re: Mittelländisch-voralpine Februarfahrt - 13.03.22 21:35

In Antwort auf: Biotom
Noch eine kleine Bitte: ich habe mich ja bei MTB-News vorübergehend abgemeldet, da mir die Posterei zu viel wurde. Es wäre nett, wenn dort ein MTB-Newser diesen Bericht verlinken würde (z.B. als Antwort auf diesen Post), mit lieben Walliser Grüssen an die Kumpels dort. Es tut mir leid, dass ich mich nicht angemessen verabschiedet habe – und ja, es geht mir gut schmunzel

Hat sich erledigt lach
von: veloträumer

Re: Mittelländisch-voralpine Februarfahrt - 14.03.22 00:06

Wie immer sehr schöne Bildfänge! bravo Überall stolpere ich über Orte meiner eigenen Routen. Das gab mir jetzt Gelegenheit, ein paar deiner Sommerberichte nachzuholen, zu deren Publikationszeit ich ja selbst wohl in deiner Gegend unterwegs war. Was mich doch etwas beunruhigt, ist der insgesamt doch wenige Schnee in den Alpenregionen (nicht nur in deinem Bericht). Wie sieht dein Winterfazit aus? Meinst du noch im Rahmen, oder ist das Tropenmeer bald zurück in Luzern?
von: Holger

Re: Mittelländisch-voralpine Februarfahrt - 14.03.22 09:49

Du hast versehentlich mir geantwortet, nehme ich an, oder meinst Du mich?

Viele Grüße
Holger
von: veloträumer

Re: Mittelländisch-voralpine Februarfahrt - 14.03.22 22:34

In Antwort auf: Holger
Du hast versehentlich mir geantwortet, nehme ich an, oder meinst Du mich?

Du hast dich mit sovielen Posts dazwischengeschoben, dass mein Zielwasser für den richtigen Knopf nicht reichte. peinlich
von: Holger

Re: Mittelländisch-voralpine Februarfahrt - 15.03.22 07:19

I'm sorry – ich war von der Grundidee zu begeistert schmunzel
von: Biotom

Re: Mittelländisch-voralpine Februarfahrt - 15.03.22 22:10

In Antwort auf: veloträumer
Was mich doch etwas beunruhigt, ist der insgesamt doch wenige Schnee in den Alpenregionen (nicht nur in deinem Bericht). Wie sieht dein Winterfazit aus? Meinst du noch im Rahmen, oder ist das Tropenmeer bald zurück in Luzern?

Ja, dieses Jahr liegt eher wenig Schnee, vor allem wenn man mit letztem Winter vergleicht. Aber die Saison ist noch nicht vorbei; gut möglich, dass es in den nächsten Wochen in den höheren Lagen nochmals einen Schneeschub geben wird.
von: Praxi

Re: Mittelländisch-voralpine Februarfahrt - 31.03.22 14:17

Die Mtb - Gravler werden es dir verzeihen mit dem "nicht richtig abmelden".... aber du bist ja nicht mit denen verheiratet grins sie werden es dir wohlwollend und ein wenig neidisch nachsehen!!
von: Biotom

Auf Schotter liegend durch die Ostschweizer Alpen - 27.08.22 19:00


Auf Schotter liegend durch die Ostschweizer Alpen
Diesen August sind 21 neue 10x10km-Quadrate hinzugekommen: mit dem Liegevelo ging es von Andermatt über ein paar Pässe nach Reichenau.
Ich habe täglich bei den MTB-News berichtet; hier der Link zum ersten Beitrag. Die weiteren Beiträge sind unten im Beitrag verlinkt.

Ein paar Vorschaubilder:











Links auf weitere Berichte (z.B. die Reise durchs Massif Central im Mai) gibt es bei Klick auf den Signaturlink.

Ein schönen Herbst wünscht
Tom