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#656332 - 26.09.10 20:31 Langer Weg ans Meer
IngmarE
Nicht registriert
Dauer:22 Tage
Zeitraum:5.9.2010 bis 26.9.2010
Entfernung:1850 Kilometer
Bereiste Länder:deDeutschland

Eine Tour, bei der vieles anders und das Wasser von oben und von innen in Strömen lief, manchmal gar nichts mehr ging, es aber auch oft richtig rollte.

Leipzig - Elsterradweg - Mittellandradroute - Siegen - bergisches Land - Remscheid - Münster - Osnabrück - Bremen - Hamburg - Büsum - Lübeck - Ostseeküstenradweg bis Usedom(Ückerritz)

Sa 4.September:

Frühmorgens das Rad fertig gepackt und dann die letzte Spätschicht. 8,5h die sich wie Kaugummi ziehen. Kurz vor Mitternacht fahr ich dann los, erstmal aus der Stadt raus und irgendwo in die Pampa fürs Schlafen. Dann ist man beim Aufwachen direkt im Urlaub drin. Ich bin keine halbe Stunde unterwegs und noch im Stadtrandgebiet, auf schlammigen Pfaden dem Elsterradweg folgend, der erste Platten. Omen? Die Inspektion zeigt einen wunderbaren Schnitt/Riss? in der Flanke des Duranos. Kann nicht wahr sein. Der erste Gedanke geht zum Faltdurano im Gepäck, der zweite ist wieder Empörung. Der Reifen war nagelneu. Also Duck-Tape-Flicken. 3 Streifen unter den Mantel geklebt, erster Ersatzschlauch benutzt. Nach wenigen Minuten gings weiter.

Dann kam ich aus den Wäldern raus auf die Felder und befand mich in einem Nebelmeer, der Cyo wurde zur Funzel und die LED-Stirnlampe musste ohne Dimmung mit 3W die Radwegschilder suchen. Der Radweg zog sich auf einsamen Weg ruhig dahin. Kein Regen war angekündigt, so legte ich mich auf einem Feld auf eine Bank und schlief 4 Stunden. Ich hatte ein Date am nächsten Tag.

So 5.September

7Uhr morgens, ich such die Sonne, die wurde mir versprochen. Keine Sonne, nur Nebel. Ich kriech aus dem Schlafsack und mich umfängt Kälte. Ich fluche, stapfe um das Rad und die Bank, die Füße werden nicht warm. Irgendwo muss es Kaffee geben, ich entschließe mich zum schnellen Aufbruch. Neopren an den Füßen, Handschuhe, das Kopftuch weit über die Ohren gezogen.
Durch stille Nebelmeere fahre ich stundenlang übers Land und komme mir vor wie der einzige Mensch auf der Welt.
Dann Sonne, eine Tankstelle, ein Kaffee, ich werd langsam munter.

In einem kleinen Kaff, wo der Elsterradweg die Mittellandroute(D4) trifft, bin ich verabredet um einen Forumslader überreicht zu bekommen. Tja, der kommt nicht, weil am Vorabend durchgebrannt, fahr ich also mit meinem bisherigen Lader weiter.

Ich komm gut vorran, trotz völlig fehlendem Training im letzten Jahr. Ich hab ein Ziel, Remscheid, ich hab mit Mittelgebirgsquerungen einen Gegner und die Regenfront im Nacken.

Es rollt gut und ich fahre in die Dämmerung hinein, finde leicht einen Schlafplatz. Müde und zufrieden schaff ich es gerade noch mich zu ernähren und sinke in einen tiefen Schlaf.

Mo 6.September

Ich fahre den Rest der D4-Mittellandroute Radroute durch Thüringen nach Hessen. Es rollt phantastisch. Ist man in einem Moment noch am südlichen Harzrand, fährt man gefühlte Augenblicke später schon über Teile des Rennsteig-Radwanderwegs. Das Wetter ist phantastisch, die Sonne grillt mich und ich fang an zu rasen.

Dann plötzlich lieg ich auf der Seite, rechter Unterarm und Handballen durch groben Schotter etwas verwüstet. Klarer Ausschilderungsfehler. Das Abbiegeschild des Radwegs war hinter Ästen versteckt und ich sah es erst so spät dass das unbewusste Brems- und Lenkmanöver zusammen mit eher plötzlich aufgetretenem Schotter zum Abflug führte. Der Bremsgriff war schön abgeschubbert und verdreht. Schotter vom Arm und Hand abgewischt, Bremsgriff und Lenker wieder einigermaßen gerade gedreht, dann weiter. Dass ich den Endanschlag vom Schaltwerk neu einstellen muss nach dem Sturz fällt mir erst am nächsten Tag auf, und ich denk mich nicht viel dabei.

Di 7.September und Mi 8.September

Weiterhin Mittellandradroute, Mittelgebirge und Regen, viel Regen, und ich hab ein Ziel zu erreichen, das Liegeradtreffen in Münster, bzw. Donnerstag Abend Remscheid um jemand abzuholen. Die Mittellandradroute offenbart gemeinheiten, Streckenqualitäten die jegliche schnelle Fortbewegung verhindern. Abschnitte auf verschlammten, versandeteten Waldpfaden. Dann Abfahrten in Wäldern die ich durch Laub, Äste und Dauerregen mit 20-25km runterschlich. Schlammbad für alle Teile. An 3 Tagen ging mehr als die Hälfte der Bremsbeläge an der V-Brake und der Scheibenbremse hinweg.
Stundenlanger Platzregen, da hatten auch die Carradice keine Chance mehr. Auf den Merkzettel kommt, dass ich sie mal nachimprägniere.

Ich schaffte im immer durchnässteren Zustand immer noch Durchschnitte von 18km/h und dreistellige Tageskm, aber das ging auf die Substanz, wie sich im Verlauf zeigen sollte.
Berghoch konnte ich nicht so langsam fahren dass ich nicht schwitzte, und bergrunter konnte ich dauerbremsend die Zeit nicht wieder rausholen und fror zudem, weil ich gar nicht mehr treten brauchte.

Am Mittwoch Abend erreiche ich Siegen und fahre noch paar km Richtung Remscheid. Der Regen setzte immer mal aus und ich war guter Hoffnung.

Do 9 September.


Der Tag meiner Fehleinschätzung

Auf der Tagesordnung stand eine relativ kurze Strecke nach Remscheid, ich hatte schon hinter Siegen im Wald geschlafen. Irgendwie kam ich auf die Idee dass Remscheid im Ruhrpott liegt. Meine geographischen Kenntnisse der Region sind eher bescheiden, und ich fuhr ohne Karte, nur nach GPS. Ich wartete also darauf, dass es flacher wird.

Pustekuchen, bergisches Land, wie der Name schon sagt. Vllt. hab ich die falsche Richtung erwischt, aber irgendwie gehts nur noch hoch und runter. Ich erlebe das bergische Land als das härteste Mittelgebirge bisher. Der Regen ist leider weiterhin mein ständiger Begleiter. Die Flüche werden nicht gezählt.

Eigentlich wollt ich zumindest am Abend noch mit einem Velomobil meines Gastgebers probefahren, aber ich bin nur noch platt und froh endlich durchs Mittelgebirge durch zu sein.

Kaum steh ich 10min vor der Tür bei meinem Gastgebers, gibt es einen Knall und der zweite Platten. Diesmal ein Anwenderfehler, der Versuch normales Tape, also Rollenpflaster als Felgenband zu verwenden ging jahrelang gut, allerdings hab ich noch nie mein Rad so intensiv geduscht. Völlig durchgeweicht gaben sie dann langsam den Geist auf. Erst Maßnahme, ne Schicht Iso-Klebeband als zusätzliches Felgenband. Das würde nicht reichen, 2 Tage später bei der gemeinsamen Ausfahrt gab es den dritten Platten, danach Gewebeklebeband als dritte Lage Felgenband, dann war Ruhe.

Den Abend wurde ich dann extrem mütterlich umsorgt und umhegt von meinen Gastgebern. Am nächsten Morgen sollte es losgehen zum Liegend Leezen, einem Liegeradtreffen in Münster. Ich hatte schon 600km nach 5Tagen auf der Uhr, was ich für die Bedingungen und das Relief ganz ok fand.

[Fortsetzung und genaue Etappenlängen folgen]

Geändert von IngmarE (26.09.10 20:32)
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#656343 - 26.09.10 20:49 Re: Langer Weg ans Meer [Re: ]
Oppa
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 350
Sehr interessant zu lesen, bei manchen Gedanken kann ich mich wiedererkennen.
Noch etwas im Klugscheiß-Modus: Wenn das bergische Land nach den Bergen benannt wäre, müsste es bergiges Land heißen zwinker Der Name kommt vom Herzogtum Berg.

Freue mich auf die Fortsetzung

Gregor
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#656363 - 26.09.10 22:06 Re: Langer Weg ans Meer [Re: ]
IngmarE
Nicht registriert
Wie ärgerlich ist das denn, das letzte Softwareupdate des GPS hat den Haken entfernt bei "Trackaufzeichnung auf Chip". Also ohne GPS-Support, ohne genaue Etappenlängen aus dem Gedächtnis geschrieben.

Frei 10. September

Tag des Honigkuchenpferds

Schnelles Frühstück und der dritte Mitfahrer Christoph trifft ein. Als Gespann von 3 Liegerädern (Flux S800, 2xSpeedmachine) dann von Remscheid über Dortmund nach Münster.

Eine absolut tolle Tour. Wir harmonierten vom Tempo sehr gut, die Sonne kam langsam raus, ein paar Hügel markierten das Ende der Mittelgebirge. Ich lutschte ungeniert Windschatten und fühlte mich sauwohl. Flach, Sonne, Mitfahrer, schöne Streckenwahl, was will der Mensch mehr. Am späten Nachmittag erreichten wir Münster.

Zelte errichtet und weitere Ankömmlinge des Treffens begrüsst. Nettes Beisammensitzen im Restaurant mit einer blonden Kellnerin, die zwar jeden Tag, bei jedem Wetter, 30km mit ihrem normalen Fahrrad fuhr, aber die nicht auf "gelbe Eier" stand und Trikes auch "unästhetisch" (sinngemäß zitiert ^^) fand. Schlechter Einstieg wenn ca. 3/4 der Leute am Tisch ein Velomobil oder Trike fahren. lach

Sa 11.September

Sehr schöne Tour mit gut 3 dutzend Liegerädern, Trikes und Velomobilen, abendliches Beisammensitzen. Ausführlichere Doku im Thread "liegend Leezen 2010" im Velomobil- und Liegeradfourm.

Tagsüber war ich noch fit und spielte Absicherungsfahrzeug an Kreuzungen damit der Pulk im ganzen über die Ampel kommt. Hieß also immer wieder nach vorne fahren nach Kreuzungen, aber es war sonnig und ich fühlte mich ohne Gepäck einfach nur superschnell.

Der vorher angesprochene dritte Platten war dann auch in ca. 10min behoben, und da ich vorher zu faul war meine Schläuche zu flicken, bekam ich einen Schlauch von nem Mitfahrer und hatte dann erstmal drei Ersatzschläuche mit ungeflickten Löchern.

Am Abend im Restaurant lief mir dann die Nase wie ein Wasserfall und in der Nacht bekam ich kaum Luft. Angeschlagen und dann viele Menschen auf einem Haufen, das war zu erwarten. Morgens erstmal durchgeschnäuzt unter Verbrauch ner halben Rolle Klopapier (nur leicht übertrieben), dann gings mir erstmal wieder gut.

So 12.September

Die Teilnehmer des Treffens packten langsam und ein Teil fuhr noch zum gemeinsamen Brunchen in die Innenstadt. Alles wartete dass der Regen wieder zurückkam. Auf dem Weg in die Innenstadt von Münster ein lauter Schlag am Laufrad, ich sag noch was ist das, und eine Mitfahrerin klärt mich auf dass ich übern nen Ast gefahren bin. Tja, der muss wohl doof in die Speichen gekommen sein.

100m vor dem Café der nächste Platten. Ok, erstmal dahingeschoben mit der Restluft und gefrühstückt. Einen der drei Schläuche beim Frühstück nebenbei geflickt und als die anderen abzogen, wollte ich noch fix den Schlauch wechseln und weiter gen Norden. Ich inspiziere und denke erst das Felgenband hat nun auch vorne aufgegeben. War aber ne gerissene Speiche, die es durch das Felgenband durchkatapuliert hatte.

Ersatzspeichen hatte ich genug dabei, allerdings wusste ich auch dass gerade diese Speiche, eine der Speichen war, die ich kaum spannen konnte, weil am Ventilloch. Lange Rede kurzer Sinn. Das Laufrad war ohne diese Speiche noch fast zentriert und hatte auch keinen größeren Höhenschlag. Ich hab dann keine Speichen getauscht, sondern diese Speiche einfach weggelassen. 250km weiter ist dann die gegenüberliegende, ebenfalls extrem schwach gespannte Speiche gerissen. Die restlichen 900-1000km fuhr ich aber mit einem 22-Speichen-VR was hielt. Seht es als Materialtest zwinker.


Ursprünglich wollte ich erst Richtung Bielefeld und dann die Weser runterfahren, bin dann aber doch gleich gen Norden, über Hagen am Teutoburger Wald. Der angekündigte Regen kam nicht. Hinter Osnabrück fand ich einen Zeltplatz. Ausser einem Päärchen mit KRADs waren die einzigen drei Zelter drei Langstreckenradreisende. Ein älterer Herr irgendwo aus der Bremer Ecke, der die Atlantikküste abgeradelt ist, und >3,5Mm auf der Uhr hatte. Ein Schwede der nach Spanien fuhr, und meine Wenigkeit. Abends nette Gespräche bei nem guten Essen im nebenliegenden edlen Restaurant.

Mo 13.September

Schnupfen war weg, dafür hatte ich Reizhusten. Der verging aber während des Radfahrens. Der Tag war trocken und teils sonnig, ich fuhr auf einsamen Landstraßen nach Bremen, hatte >120km und fühlte mich noch gut und begann schon mit dem Radweg Hamburg-Bremen. Es waren ganz angenehme Strecken und ich fuhr bis in die Dunkelheit und fast 200km an dem Tag.

Da ich keine konkrete Planung hatte, hatte ich mir zu Beginn den Entschluss gesetzt mich auch auf Umwege und schlechte Oberflächen von Fernradreisestrecken einzulassen.

[Fortsetzung folgt]
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#656436 - 27.09.10 10:13 Re: Langer Weg ans Meer [Re: ]
IngmarE
Nicht registriert
Di 14.September

In der Nacht kam der Regen wieder, es goß wie aus Kübeln. Blöderweise stand ich nah an einer Strasse und nem Feld. Also frühes Einpacken. Nach paar km eine Sportlerkneipe mit Leuten beim Frühschoppen, Kaffee, etwas Wärme. Bloß nicht zu lange sitzenbleiben, sonst wird das rausgehen immer schwerer.
Der Vortag steckt mir dann doch deutlich in den Gliedern. Über Waldwege läuft es nur langsam, ich mach viele Pausen.

Als ich den Hamburger Speckgürtel erreiche, entscheide ich dass ich mir Großstadtverkehr auch nicht auf Radrouten antun möchte und setze mich in die S-Bahn, lass mich nach Altona fahren. Ich muss hastig den Fahrschein kaufen, weil die Bahn gleich kommt. Kaum sitze ich 2min in der S-Bahn vermisse ich mein Portemonnaie (kleine Plastiktüte mit Papiergeld und EC-Karte), panisch durchwühle ich die üblichen Taschen wo es sein müsste. Nicht da. Ich spring aus der S-Bahn, will die 2 Haltestellen zurückfahren.

Auf dem Liegerad nutzt man die Rückentaschen von Radjacken nicht, beim Wegstecken hab ich diese Tasche das erste Mal auf der Reise benutzt. Erleichterung als ich da reingreife. Also wieder zurück in die S-Bahn und weitergefahren. Von Altona fuhr ich nur noch paar km ne Ausfallstrasse nach Norden und schlaf auf nem innerstädtischen Zeltplatz, den ich von der Hässlichkeit einmalig fand. Ist eher nur was für Wohnmobile.

Mi 15.September

Tag des Sturms

Am Abend hörte der Regen auf, morgens war blauer Himmel zu sehen. Ich fahr den Elberadweg entlang zur Mündung. Bin gut gelaunt, es rollt wieder. Vorbei an AKWs (Brokdorf und Brunsbüttel?) die sich idyllisch in die Landschaft fügen. Ich komme im Mündungsgebiet an, esse an einem Imbiss zu mittag. Es war stürmig, aber die Liege macht es sehr erträglich. Tief in den Sitz reingerutscht, Kopf eingezogen, man flutscht richtiggehend drunter durch.

Frag die nette Imbissdame nach dem Wetter: "sonnig und windig wie jetzt". Ich fahre jetzt nördlicher, der Wind kommt von Süd-West bis West, es fährt sich ganz angenehm. Man merkt nicht wie er langsam stärker wird. Am Nachmittag ignoriere ich einen Zeltplatz, wenige Zeit später wird mir klar dass ich bei dem Wetter nicht wildcampen will.

Ich mache ein Pause in einem Buswartehäuschen, flaches Land drumherum, keine Bäume, der Wind pfeift. Nein, bei Böen vibriert plötzlich das ganze Haus. Ich beruhige mich und sage mir, damit rechnen die hier, und die Fundamente werden schon halten. Ich sah mich schon halt wie Ellie im Wunderland mit dem Haus davonfliegen. Nächster Zeltplatz nur noch 10-12km Luftlinie, davon ca. 1/3 der Strecke nach Westen, restliche wege gegen Norden. Ich kämpfe mich voran.

5km vor dem Zeltplatz. Es beginnt zu regnen, im ersten Augenblick denkt man an Hagel, aber der Wind macht den Regen so schnell. Wenn der Wind seitlich kommt, ist das Fahrrad locker 30° geneigt. Wenn er plötzlich innehält, kippt man dann fast um. 3km noch gegen den Wind, er prasselt mir ins Gesicht, ich fühle mich ge-kies-strahlt. Ich mache noch 12km/h direkt gegen den Orkan (mit einem Aufrechtfahrrad hätte ich keine Chance gehabt). Ich zähle die 15min runter bis ich die 3km hinter mir hab. Ich schreie gegen den Wind an, lache hysterisch. Die restlichen km nach Norden mit dem Wind im Rücken fliegen nur so dahin.

Komme auf dem Campingplatz an, frag lapidar "das ist jetzt aber kein normaler Sturm mehr für die GEgend"- "nee, mein Jung, das ist Orkan". Die Frau ließ mich dann erstmal hinsetzen, ich war völlig aufgeputscht.
Aber irgendwie auch genial.

Ich bekam dann die am besten windgeschützte Ecke aufm Zeltplatz und das Vela Exped konnte mal wieder zeigen dass es sein Geld wert war. Den Wohnmobilisten flogen ihre Ausseneinrichtungen um die Ohren und ich hab im Vertrauen auf das Zelt geschlafen wie im siebten Himmel.

Do 16.September:

Ich huste ausgiebig und produktiv, das war ja irgendwie klar. Es regnet und stürmt weiterhin, ich nehme mir einen Ruhetag und schau mich in Büsum um (Zeltplatz war 3km vor Büsum).

Frei 17.September:

Kein Regen heute, aber Tag der Entscheidung, eigentlich wollte ich nach Dänemark. Ich huste aber, hab keine auslandskrankenversicherung und irgendwie kein gutes Gefühl. Das Wetter weiter nördlich wurde auch nicht gerade besser. Also fahr ich spontan nach Osten Richtung Lübeck. Ich muss mich schonen und mache nur eine zweistellige km-Etappe an dem Tag.

Abends in der Provinz an einem See ein doch größerer Campingplatz der völlig verlassen schien, wandere zwischen dutzenden Wohnwagen umher, kein Mensch da, gespenstig.

Ein Handy um die angegebene Nummer anzurufen hab ich nicht, Münzfernsprecher nicht in der Nähe. Später am Abend finden sich dann ne Handvoll Wochenendcamper und der Platzwart ein und ich bekomm sogar noch nen Bier und nen warmen Imbiss.
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#656457 - 27.09.10 11:22 Re: Langer Weg ans Meer [Re: ]
IngmarE
Nicht registriert
Sa 18.September

Es schauert, große trockene Abschnitte. Ich versuch auf die Regenkleidung zu verzichten und mich lieber immer mal 5-10min unterzustellen.
Bei einem der vielfachen Schauer suche ich Schutz unter einem Baum an einer Weide. Binnen Minuten kamen wirklich alle dieser Rindviechter an den Zaun und beobachteten mich beim Rauchen. Kennt jemand die Folge der Simpsons, wo die Kühe süchtig werden nach Tomaten die Nikotin enthalten?

In Travemünde auf dem Zeltplatz erging die Warnung vor einer lauten Jugendgruppe. Da hab ich mich halt einfach rangewanzt. Nette Gespräche. Der Zeltplatzbesitzer war darauf bedacht, dass die Leute zwar nicht zu laut wurden, aber trotzdem feierten. Wer Umsatz generiert bestimmt in der Nebensaison offenbar die Regeln etwas mit zwinker.

So 19.September

Die Sonne scheint!
Ab jetzt fahre ich den Ostseeküstenradweg. Ich komm bloß nicht weit, in Boltenhagen erwische ich an einer plötzlichen Steigung den Gang nicht richtig, kippe um. Will mich wieder aufsetzen und weiterfahrn, plötzlich geht gar nichts mehr. Fiese Geräusche von hinten.

Inspektion ergibt: Schaltwerk extrem verdreht, Schaltauge stark verbogen. Wir erinnern und, da gabs ja einen Sturz 1,5Wochen vorher und einen verstellten Endanschlag. Ich denke seitdem war das Auge schon vorgeschädigt.
Der blödsinnig versuch es geradezubiegen führt natürlich zum Bruch. Das Fahrrad zum Laufrad umfunktioniert rolle und schiebe ich die 2km bis Boltenhagen zurück und quartiere mich aufm Zeltplatz ein.

Mo 20.September

Anruf beim Hersteller, die schicken das Schaltauge. Leider per DHL, so musste ich noch paar Tage warten.

Mo 20.September-Mi.22 September

Die Sonne scheint weiterhin wie blöd und ich liege faul rum und lese viel (ca. 1 Buch pro Tag), lass mich in Restaurants verwöhnen, gönne mir ne Massage, mach Strandspaziergänge im Mondschein und sowas.

Do 23.Spetember

Schon am Mittwoch stand ich frühmorgens zur Abfahrt bereit und wartete auf die Post und das Schaltauge. Post kam aber immer erst gegen Mittag.

Donnerstag war es dann da. Ich komme kurz nach der Mittagzeit vom Zeltplatz weg und mache noch 100km an dem Tag. Im großen und Ganzen tolle Wegequalität. Die Steilküsten und Dünen führen zum ständigen Auf und Ab, aber ich genieße es jetzt. Die Ruhetage haben meinen Muskeln sehr gut getan und an den ersten heftigen Steigungen schaue ich aufs Rad ob ich Gepäck vergessen hab.
Der angekündigte Regen bleibt aus.

Kurz hinter Rostock finde ich einen Waldparkplatz mit überdachtem größerem Häuschen. Sah alles ziemlich jägermäßig aus.
Ich sitz noch keine halbe Stunde beim Essen, hält ein Wagen, schaltet Motor und Licht aus, und spielt dann in _extremer_ Lautstärke Stücke aus der aktuellen Ring-Inszenierung (lief im Radio). Ich erstmal an sonstwas gedacht und mit dem aufgeklappten Opinel-Messer aus dem Unterholz beobachtet.

War dann eine ältere Dame, Amerikanerin, seit Jahrzehnten in Deutschland, ehemals Opernsängerin, Gründungsmitglied bei den Grünen. Ist allein vom Taunus an die Ostsee gefahren, schaute sich die Vögel-Rastgebiete an. Schlief meist wild in ihrem Kleintransporter. Nette Gespräche beim Abendessen und Frühstücken.

Schöner Vollmond mit Nebel und Tiergeräuschen.

Frei 24.September

Der angekündigte Regen bleibt weiter aus, und ich fahre locker dahin. Die letzten km vor Greifswald werden zur Qual. Diesen Streckenabschnitt Stralsund-Greifswald würde ich mittlerweile völlig anders fahren. Die Bundesstrasse ist gesperrt für Radfahrer, bzw. 30km/h mindestgeschwindigkeit, und der Ostseeküstenradweg verläuft auf einer alten Strasse parallel. Absolut miese Kopfsteinoberfläche, ich fühlte mich als Radfahrer ungewollt.

Ich schlafe wenige km vor Greifswald in einer Bushaltestelle auf dem Feld, bzw. dahinter, weil der Regen auch in der Nacht nicht kam.

Am Abend Krämpfe im linken Unterschenkel und Fuß.

Sa 25.September

Am Morgen hunderte Kraniche auf dem benachbarten Feld. Die schlafen noch, solche Langschläfer.

Es fängt wieder an zu nieseln. Ich muss mich entscheiden wie weit ich noch fahre. Ich hab weiterhin schmerzen im linken Bein und fühle mich insgesamt schief auf dem Rad sitzend. Muss jetzt erstmal genau inspizieren was da wo schief ist. In Usedom hatte ich keine Lust noch die 4-5h zur Grenze weiterzufahren und quartierte mich noch für eine Nacht in Ückeritz aufm Zeltplatz ein. Man kommt sich langsam vor wie der letzte Mohikaner mit seinem Zelt. Abends taucht dann eine dresdner Seminargruppe auf bepackten Reiserädern auf, wohlwollend sehen meine Augen zwei Randonneusen. Die Gruppe will noch eine Woche Richtung Polen fahren. Ich hab ihnen die Daumen fürs Wetter gedrückt und noch paar Regentips gegeben, da hatte ich ja jetzt genug Erfahrung.

So 26.September: Rückfahrt per Wochenendticket


Fazit:
  • war einfach schön, trotz des Wetters, eigentlich hats das Wetter erst richtig spektakulär gemacht, siehe Sturm
  • Ersatzschaltauge hab ich in Zukunft dabei
  • der Faltdurano kam unbenutzt mit zurück. Sieht man von den Anwenderfehlern ab, hatte ich ja nur eine Panne gleich zu Beginn die wirklich am Reifen lag. Trotzdem werd ich mit dem Reifen nicht warm.
  • Ruhetage muss ich besser verteilen
  • UDK-Lenker wird perspektivisch gegen Tiller-/Deichsellenker ersetzt. Jeder UDK ist ein bißchen schief, wie ich auf dem Treffen sehen konnte. Mich macht das aber kirre, ich merk das. Erbse unter dem Sitzpolster wie ein Mitfahrer meinte.
  • Ich brauch kein Papierkarte mehr, ich hab 3 Open-Street-Maps und eine Topo auf dem Garmin. Jede Karte hat so ihre Vorzüge und in Kombination ersetzen sie restliches Kartenwerk. Die OSM-Radfahrkarte ist z.B. genial wenn man Radrouten fährt, weil die da stark hervorgehoben werden.
    Wenn ich keine Radroute fahre, setz ich mir ein Luftlinienrouting zu einer Stadt in der richtigen Richtung und such dann auf ner anderen OSM-Karte einsamere Landstrassen die in der Nähe liegen.
  • Die Liege hat gezeigt was sie drauf hat. Ich bin fast soviel gefahren wie vor paar Jahren, als ich mit weniger Ruhetagen bei gutem Wetter und ausschließlich im Flachland mit der Randonneuse 2Mm in 3Wochen fuhr. Jetzt mit vielen Ruhetagen, mit Erkältung, Mittelgebirge und viel Regen noch >1800km zu machen, das spricht schon sehr für das Rad.


EDIT: Hab diesmal nur wenig Photos gemacht, wenn es regnete hatte ich Angst um den Apparat und wenn es trocken blieb wollte ich nur fahren. Ein bißchen kommt aber noch, z.B. ein Video des Zelts im Orkan.

Geändert von IngmarE (27.09.10 11:31)
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#656542 - 27.09.10 15:47 Re: Langer Weg ans Meer [Re: ]
joerg721
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 485
Netter Bericht!
Das mit dem Bergischen Land finde ich lustig. grins

In Antwort auf: IngmarE
[*]UDK-Lenker wird perspektivisch gegen Tiller-/Deichsellenker ersetzt. Jeder UDK ist ein bißchen schief, wie ich auf dem Treffen sehen konnte. Mich macht das aber kirre, ich merk das. Erbse unter dem Sitzpolster wie ein Mitfahrer meinte.

Das kenne ich, hat mich an meinem alten Fujin auch verrückt gemacht. grins
Bedenke, dass der HP-Tiller nicht klappbar ist, was ein paar praktische Nachteile hat. Vor allem wird das Aufrichten während der Fahrt erschwert (bzw. weitgehend unmöglich), was ein bisschen doof sein kann bei nicht gut einsehbaren Stellen.
Ich glaube ich würde heute trotzdem Tiller nehmen. Ist jedenfalls viel spaßiger beim Kurven fahren! schmunzel
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#656710 - 27.09.10 21:45 Re: Langer Weg ans Meer [Re: ]
martinbp
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 2823
Hallo, Ingmar,
danke für deinen stimmungsvollen Bericht.
Ich bin auch gern in Deutschland unterwegs und vermisse lediglich ein wenig die Zwischenorte während einer Etappe. So fällt es mir schwer, deine Tour nachzuvollziehen. Aber vielleicht ist das halt normal, wenn man ohne Papierkarte fährt.
Wenn ich nicht Sorge hätte, dass das Navi unterwegs versagt, würde ich mich wohl auch nur mit der OSM Radfahrerkarte auf den Weg machen (und würde mich auch nicht an die Städtchen auf dem Weg erinnern)
Viele Grüße aus Budapest
Martin
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#656768 - 28.09.10 00:12 Re: Langer Weg ans Meer [Re: martinbp]
IngmarE
Nicht registriert
In Antwort auf: martinbp
Hallo, Ingmar,
danke für deinen stimmungsvollen Bericht.
Ich bin auch gern in Deutschland unterwegs und vermisse lediglich ein wenig die Zwischenorte während einer Etappe.
Ja, ich hatte mich auf die Navi-Aufzeichnung verlassen, bloß das blöde Gerät hat beim Software-Update den Haken entfernt, so fehlt mir jegliche Aufzeichnung.




Aber du kannst die Tour trotzdem gut nachvollziehen, im Wiki kannste dir ein Großteil der Strecken anschauen, weil ich oft auf Radreiserouten fuhr. Elsterradweg z.B. bis zum Schnittpunkt mit Mittellandradroute. Ab da dann die D4-Mittellandradroute bis Siegen.

Einfach mal den D4-Track ausm Wiki bei Google-Earth einspeisen. Von Siegen nach Remscheid bin ich einen Track von jemand aus der Region gefahren.
Von Remscheid nach Münster bin ich nur hinterhergefahren. Von Münster nach Bremen ging es hauptsächlich an größeren Orten vorbei über kleine Landstrassen. Teils nur 3-4 Autos pro Stunde, hätte nicht gedacht dass es solche Strassen im Westen gibt.
Von Bremen nach Hamburg kannste meine Strecke wieder nachvollziehen, wenn du dir den Track vom Radweg Hamburg-Bremen bei Google-Eart anschaust.
Von Büsum nach Lübeck, keine Ahnung, Luftlinienrouting, kleine Strassen und ich hab Schleswig-Holstein auf mich einwirken lassen.
Ab Travemünde bin ich dann den Ostseeküstenradweg abgefahren und hab nur Rügen ausgelassen.


Also Elsterradweg, D4-Radroute, Hamburg-Bremen-Radweg, Ostseeradweg. Da kannste dir bei Google Earth einen sehr großen Teil meiner Tour anschauen.



Ich ärgere mich aber schon, ich hab z.B. jetzt ne viertel Stunde gebraucht um meinen tollen Schlafplatz am Erlensee hinter Kirchhain zu finden. War Di der 7. September, es regnete und ich suchte ne überdachte Stelle. Da haben die ein wunderschönes Vogelbeobachtungshäuschen hingesetzt, wind- und Regengeschützt saß ich auf warmen Holz am See, und das Fahrrad stand im Vorraum. Die Jugendlichen die mich irgendwann in der Nacht mal kurz weckten, verschwanden sofort wieder.


Orte find ich halt meist nicht so spektakulär, da wiederholt sich vieles, und gerade diese ganzen kleinen und mittleren Städte sind sich untereinander überregional so ähnlich im Aufbau und Aussehen. In Dörfern findeste da mehr Individualität.

Geändert von IngmarE (28.09.10 00:18)
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#656770 - 28.09.10 00:17 Re: Langer Weg ans Meer [Re: joerg721]
IngmarE
Nicht registriert
In Antwort auf: joerg721

Das kenne ich, hat mich an meinem alten Fujin auch verrückt gemacht. grins
Ich rechne ja damit dass ich bald Beschwerden bekomme, weil ich den Leuten erstmal bewusst gemacht hab, dass ihr UDK schief ist. Die haben das alle gar nicht gemerkt, aber jetzt wirds es ihnen vermutlich auffallen.

Ich hab mich ja erst für völlig blöd gehalten, dass ich es auch nach einem Jahr nicht schaffe den Lenker ganz korrekt gerade einzustellen. War dann doch ganz froh, dass es offenbar allen so geht.
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#661485 - 13.10.10 20:18 Re: Langer Weg ans Meer [Re: ]
IngmarE
Nicht registriert
So hier mal ein kurzes Video vom Exped Vela im Sturm. Die restlichen Aufnahmen ergeben auch noch paar kurze Szenen, aber viel hab ich nicht photographiert und gefilmt.

http://zipd.eu/DL224182Z10z13fzda.avi

Direktlink zur Datei:
http://zipd.eu/FILE10Z13z224182/zda.avi (70Mb)

Wer die Anmeldung nicht scheut, kann eingeloggt im Velomobil- und Liegeradforum ein Photoalbum mit Radreiseimpressionen aus Upright-Zeiten sich anschauen.

Geändert von IngmarE (13.10.10 20:19)
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#661610 - 14.10.10 10:23 Re: Langer Weg ans Meer [Re: ]
peter chris
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 129
hallo Ingmar,
toller Bericht! Möchte nächstes Jahr auch den langen Weg ans Meer in Angriff nehmen, und somit auch die Gegend zu bereisen, da sind Deine Schilderungen wohl schon mal die perfekte Einstimmung ;-)
Nicht, dass einem als Alpenländer das Phänomen Regen fremd wäre, aber die Komponente Sturm/Orkan scheint schon noch mal eine erhebliche Bereicherung zu sein...
schöne Grüsse,
Peter
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#661627 - 14.10.10 10:51 Re: Langer Weg ans Meer [Re: ]
natash
Moderator Übernachtungsnetzwerk
abwesend abwesend
Beiträge: 7261
In Antwort auf: IngmarE

[*]Ich brauch kein Papierkarte mehr, ich hab 3 Open-Street-Maps und eine Topo auf dem Garmin. Jede Karte hat so ihre Vorzüge und in Kombination ersetzen sie restliches Kartenwerk.

ich brauche schon noch eine Papierkarte, weil ich das herauszoomen zur Langstreckenorientierung ziemlich lästig finde. Da langt dann aber eine im Maßstab 1:400 000 zur Übersicht.
Regenfahrten hatte ich dieses Jahr auch zur Genüge - am Hinterhältigsten sind dann eigentlich die Abfahrten, weil man da nicht das gewohnte Tempo fahren kann und weil der Regen meistens gerade dann zeigt was er so alles kann zwinker
Im Flachland hat man dann als Zugabe noch den Wind (Du hattest den ja sogar in seiner Prachtvariante), den ich übrigens wesentlich demoralisierender finde als stundenlanges Bergauffahren, wo immerhin eine Aussicht und Abfahrt lockt.

LG Nat



PS:
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#661739 - 14.10.10 14:51 Re: Langer Weg ans Meer [Re: natash]
IngmarE
Nicht registriert
In Antwort auf: natash

Im Flachland hat man dann als Zugabe noch den Wind (Du hattest den ja sogar in seiner Prachtvariante), den ich übrigens wesentlich demoralisierender finde als stundenlanges Bergauffahren, wo immerhin eine Aussicht und Abfahrt lockt.
Deswegen Liegerad, ich hab hier in der Umgebung auch mehr Wind als Berge, aber mit der Liege ist das nur schön. Man hat wirklich das Gefühl, dass man drunter durchtaucht. Ich merk starken Wind meist erst, wenn die anderen noch langsamer sind, wenn ich sie überhole teuflisch.

Aber mit Gepäck auf schlammigen Waldwegen bei Regen abfahren, ab-dauerbremsen, das werd ich in Zukunft versuchen zu vermeiden. Ich war nur noch am Nachstellen mit der Verschleissschraube an beiden Bremsen. Da waren tolle Abfahrten dabei, mitten durch den Wald asphaltierte Radwege mit kontinuierlicher Steigung (also etwas höher als das Terrain drumherum). Wären die sauber und trocken gewesen, wären das wohl mit die schönsten Abfahrten bisher gewesen. So ging es km-lang mit nem kontinuierlichen Gefälle runter, und die Wege waren so voller Äste und Laub, dass alles >20km/h zuviel gewesen wäre.




So, hier mal noch ein paar wenige Impressionen. Photos muss ich noch sichten, aber das werden auch nicht sehr viele sein.
klick
Direktdownload (ca.80Mb)
rechtsklick->speichern unter

Wenn man sich das speichert, dann am besten mit vlc-player abspielen. Freeware, klein, und spielt eigentlich alles ab.

Das Video ist in 1280x720, bei Interesse könnte ich noch eine 1920x1080-Variante reinstellen.
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#661925 - 15.10.10 10:57 Re: Langer Weg ans Meer [Re: ]
martinbp
Mitglied
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Beiträge: 2823
Hallo, Ingmar

schönes Video mit klasse Musik. Deutschland ist halt ein schönes Land zum Radfahren.

Martin
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