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#561692 - 19.10.09 18:47 Hinterbau aufweiten - wie geht sowas?
BeBor
Mitglied
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 7469
Im Winter möchte ich mein neu aufgebautes Reiserad erneut umbauen. Der aktuelle Alurahmen soll ersetzt werden durch einen Stahlrahmen. Soll jetzt aber keine neue Stahl-Alu-Diskussion anzufachen.

Da nicht selten gebrauchte, aber noch sehr ordentliche Rahmen mit der "alten" Hinterbauweite von 130 mm angeboten werden, für das (vorhandene) R-Getriebe aber 135 mm erforderlich sind, müsste - was ja möglich sei soll - der Hinterbau geweitet werden.

Wie macht man sowas? Wird dazu der Hinterbau zum Weiten eine Weile kontrolliert überdehnt, wenn ja, wie stark? Müssen dabei die Ausfallenden, damit sie parallel zueinder bleiben, besonders fixiert werden?

Oder das Ganze besser gleich vergessen und den Fokus von vorn herein auf 135 mm richten.

Bernd
Mit Fahrrädern? So mit selber treten? Wo ist denn da der Sinn? (Heinz Erhardt im Film “Immer diese Radler”)
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#561721 - 19.10.09 19:44 Re: Hinterbau aufweiten - wie geht sowas? [Re: BeBor]
schorsch-adel
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 6259
Ich würd's garnicht erst versuchen, es sei denn, Du hast einen derart minderwertigen Rahmen, der sich widerstandslos 5 mm plastisch verbiegen läßt. Theoretiker behaupten, daß sowas geht (Gewindestange, 2metrige Hebelstangen).Wer an einem Qualitätsrahmen einen mm schafft, ist gut. Wer mehr schafft, sollte den Rahmen entsorgen, damit er sich nicht in der nächsten Kurve verbiegt. Bedenke, selbst wenn es wirklich funktionieren sollte, ist (zumindest Teil-)Neulackieren + Ausrichten der Ausfaller notwendig

Ist auch mit Kanonenkugeln auf Spatzen geschossen. Einen Stahlrahmen ziehst du auch mit mäßigen Muckies die paar mm (elastisch) auseinander, daß die 135er Nabe reinpasst. Danach die Schnellspanner einen Tick fester ziehen, damit die Ausfaller parallel haften, fertig is die Laube.

Auf diese Weise fahre ich seit Jahrzehnten anstandslos mit unterschiedlich breiten Ausfallern unterschiedlich breite Naben. 130 ist IMHO sogar ideal, weil da sowohl 126er als 135er reinpassen.

Geändert von schorsch-adel (19.10.09 19:54)
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#561725 - 19.10.09 19:49 Re: Hinterbau aufweiten - wie geht sowas? [Re: BeBor]
mgabri
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 9334
Hallo Bernd,
das hängt ziemlich vom Rohrsatz ab. ST37 kannst du per Hand biegen, ST52 gerade noch so, Columbus Cromor geht mit Gewalt und Reynolds 525 nicht zerstörungsfrei.
Nur um mal meine Versuche zu dokumentieren.
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#561807 - 19.10.09 22:33 Re: Hinterbau aufweiten - wie geht sowas? [Re: BeBor]
LahmeGazelle
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 831
In Antwort auf: BeBor
...
Oder das Ganze besser gleich vergessen und den Fokus von vorn herein auf 135 mm richten.

Bernd



Vom Biegen rate ich ab - siehe auch die anderen Meinungen. Was für einen Typ Reiserad möchtest Du haben ? 130mm: Ist ehr Randonneuse, sportlich, leichtes Gepäck. (Betrifft nicht nur Naben, sondern auch Bereifung.) 135mm: geländegängiger, robust, komfortable Ausrüstung.

Im letzten Satz scheinst Du bereits ein vorläufiges Fazit gezogen zu haben, mit 135mm wirst Du wohl glücklicher werden.

Gruß Gerhard
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#561813 - 19.10.09 22:49 Re: Hinterbau aufweiten - wie geht sowas? [Re: BeBor]
iassu
Mitglied
anwesend und zufrieden anwesend
Beiträge: 24024
Biegen ging bei meinen Versuchen schon. Zuerst den Rahmen so gut wie möglich am Steuerrohr und Tretlager festhalten und sehr vorsichtig nur eine Seite des Hinterbaus behandeln. Dabei sensibel die Grenze zwischen der elastischen Biegung zur plastischen Verformung austasten. Lieber einmal nur gedehnt als zu weit verformt: dauernd nachmessen. Wenn die 2,5 mm erreicht sind, die andere Seite biegen. Wenn die Ausfaller vorher parallel waren, sind sie das hinterher auch, das macht kaum sichtbar etwas aus.
Klappt aber wirklich nicht bei hochlegierten ChroMo Stählen.
Gruß Andreas
Onkel Ju 2
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#561821 - 19.10.09 23:00 Re: Hinterbau aufweiten - wie geht sowas? [Re: iassu]
LahmeGazelle
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 831
Hab das mit Reynolds 531 versucht. Ich empfehl es nicht.
Spec ist Spec.

Gruß Gerhard.
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#561844 - 20.10.09 08:02 Re: Hinterbau aufweiten - wie geht sowas? [Re: LahmeGazelle]
rayno
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 3806
Also, ich hätte da keine großen Bedenken! An meiner alten Guylaine aus Columbus GT-Rohr von Anfang der Neunziger habe ich vor etlichen Jahren den Hinterbau von 126 auf gut 130 mm geweitet; Probleme konnte ich nicht erkennen.
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#561846 - 20.10.09 08:08 Re: Hinterbau aufweiten - wie geht sowas? [Re: iassu]
Landradler
Mitglied Übernachtungsnetzwerk
abwesend abwesend
Beiträge: 1796
Ich würde das Tretlager ausbauen und den Rahmen mit dem Tretlagergehäuse im Schraubstock festspannen. Holzbrettchen als Klemmschutz nicht vergessen. So hab ich es vor Jahren schon mal gemacht. Auch von 126 auf 130 aufgeweitet. Ist bei einem guten CroMo Rahmen eine schweißtreibende Arbeit. Vorsichtig in kleinen Schritten arbeiten und mit einer geraden Latte über Steuer- und Sitzrohr gelegt, kannst Du auch die Symmetrie gut überprüfen (Abstand zum Ausfallende messen).
Gruß, Michael

- Buckelst du noch oder liegst du schon? -
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#561942 - 20.10.09 13:44 Re: Hinterbau aufweiten - wie geht sowas? [Re: Landradler]
Sonntagsradler
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 908
Durch das Aufweiten stehen die Ausfallenden nicht mehr parallel zueinander.

Daher würde ich davon absehen.

Viele Grüße

Andi
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#561952 - 20.10.09 14:14 Re: Hinterbau aufweiten - wie geht sowas? [Re: BeBor]
Konrad Krause
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 469
Habe den Hinterbau meines Long John von 130 auf 135 mm aufgeweitet. Das ging mit dem richtigen Werkzeug ganz gut. Ich habe in der Tat den Rahmen etwas "zu weit" gedehnt, weil sich der sehr robuste und dickwandige Stahl immer wieder etwas zurückverformt hat. Allerdings ist der LJ auch ein Extrembeispiel mit sehr dicken Rohren.

Wichtig ist, ob nun dickwandig oder nicht, dass man das Werkzeug immer wieder seitlich wechselt, damit es nicht schief wird.

Hilfreich auch hier, wie immer: Sheldon Brown

Grüße,
k.
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#562044 - 20.10.09 18:22 Re: Hinterbau aufweiten - wie geht sowas? [Re: Konrad Krause]
schorsch-adel
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 6259
Zitat:
wie immer: Sheldon Brown
da hätte ich zusätzlich Sorge um das Sattelrohr - aber wer kann dem vorwärtsdrängendem Aktionismus schon Einhalt gebieten.
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#562090 - 20.10.09 19:24 Re: Hinterbau aufweiten - wie geht sowas? [Re: Konrad Krause]
Dschoordsch
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 214
Mich würde mal interessieren, wie du das genau gemacht hast, weil ich das langfristig auch machen möchte, Pentasport mit Trommelbremse ist ein ganzes Stück breiter als Dreigang mit Rücktritt.

Gruß, Georg
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#562137 - 20.10.09 20:25 Re: Hinterbau aufweiten - wie geht sowas? [Re: BeBor]
veloträumer
Mitglied Übernachtungsnetzwerk
abwesend abwesend
Beiträge: 16420
Ich habe mal ein Rennrad gehabt, da stimmte die Hinterbauweite von Anfang an nicht. Wieviele mm weiß ich aber nicht. Bei jedem Platten war das eine ziemlich heftige Antstrengung, das Radwieder einzuschieben - erst recht bei tropischen Temperaturen. Meine Hoffnung, dass sich nach Jahren die Streben sich auf die nötige Weite automatisch verbiegen, trat nicht ein. Mit einer deutlichen Überdehnung habe ich es aber nie versucht.
Liebe Grüße! Ciao! Salut! Saludos! Greetings!
Matthias
Pedalgeist - Panorama für Radreisen, Landeskunde, Wegepoesie, offene Ohren & Begegnungen
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#562142 - 20.10.09 20:36 Re: Hinterbau aufweiten - wie geht sowas? [Re: BeBor]
Auberginer
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 3523
Also ich habe einmal einen Hinterbau aufgeweitet.
Das war ein Rahmen aus Reynolds 5xx.
Eine Gewindestange + 6 Muttern und über mehrere Tage stehen lassen hat geholfen.

Einfach ordentlich dran ziehen dürfte bei einem Einfachen Rahmen auch gehen.


LG Luki
Mit pinkem Flecktarn kann man sich super zwischen Flamingos verstecken.
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#562213 - 20.10.09 23:00 Re: Hinterbau aufweiten - wie geht sowas? [Re: BeBor]
Machinist
Gewerblicher Teilnehmer Übernachtungsnetzwerk
abwesend abwesend
Beiträge: 2317
Grundsätzlich werden die Rahmen nach dem Bau meist auch irgendwie gerichtet, und zwar in kaltem Zustand und von Hand.
Je nach Stahlsorte lässt sich ein Hinterbau sehr einfach aufweiten oder aber bei extrem zugfesten Stahlsorten ist es kaum möglich.
Stähle mit einer Streckgrenze bis zu etwa 900 N/mm2 bereiten in der Regel kaum Probleme. Also lassen sich die meisten Hinterbauten aus beispielsweise Reynolds 531, 525 und oft auch 725 oder Columbus Cromor, SP oder Dedacciai COM aufweiten bzw. richten. Bei Stählen wie Reynolds 853 oder Dedacciai SAT 14.5 lässt sich in den meisten Fällen kaum noch was richten.

Um einen Hinterbau um die 5 mm aufzuweiten spannt man den Rahmen am Besten bei ausgebautem Tretlager mit den Planseiten des Tretlagergehäuses kräftig in einen Schraubstock ein. Dann wird jede Seite mit purer Muskelkraft um die gewünschten 2.5 mm gegen Aussen gebogen. Dabei sollte man stets die Lage des jeweiligen Ausfallendes zur Mittelachse des Rahmens im Auge behalten. Mit einer geraden Stange (beispielsweise in Form eines Vierkantrohres) oder einem ähnlichem Hilfmittel, welche in Rahmen-Längsrichtung an Sitz- und Steuerrohr angelegt wird, kontrolliert man dazu die Position der Ausfallenden.
Ein gleichzeitiges Aufbiegen beider Seiten kann zur Folge haben, dass die rechte Seite schneller "kommt" (oft verursacht durch die bei den Kettenblättern eingedellte rechte Kettenstrebe) und der Rahmen danach durch ein versetztes Hinterrad glänzt.
Nach dem Aufweiten des Hinterbaus sollte mit entsprechendem Spezialwerkzeug die Parallelität der Ausfallenden zueinander kontrolliert und gegebenfalls korrigiert werden.


Der Mensch ist umso reicher je mehr Dinge er liegen lassen kann.

Geändert von Machinist (20.10.09 23:01)
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#562221 - 20.10.09 23:21 Re: Hinterbau aufweiten - wie geht sowas? [Re: Machinist]
iassu
Mitglied
anwesend und zufrieden anwesend
Beiträge: 24024
In Antwort auf: Machinist
Nach dem Aufweiten des Hinterbaus sollte mit entsprechendem Spezialwerkzeug die Parallelität der Ausfallenden zueinander kontrolliert und gegebenfalls korrigiert werden.

Das empfiehlt sich denke ich bei so manchem Rahmen, auch unaufgeweitet. Wenn sagen wir ein 44er Hinterbau um 2,5 mm aufgeweitet wird und die relevante, gerade Auflagefläche des Ausfallendes sagen wir 4 cm lang ist, also von cm 44 bis cm 40 reicht, so besteht nach dem Aufweiten eine Differenz zwischen Ausfallendenanfang und -ende von weniger als 0,3 mm nach meiner groben Schätzung. Kann gerne mal jemand nachrechnen. So gerade dürften bei weitem nicht alle Rahmen sein, die herumfahren. Aber schaden tut eine Kontrolle natürlich auch nicht...
Gruß Andreas
Onkel Ju 2
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#562225 - 20.10.09 23:42 Re: Hinterbau aufweiten - wie geht sowas? [Re: iassu]
Machinist
Gewerblicher Teilnehmer Übernachtungsnetzwerk
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Beiträge: 2317
Du hast schon Recht, so genau sind die Dinger meist nicht gefertigt zwinker.
Trotzdem gehört dieser Arbeitsgang m.E. zum fachgerechten "Hinterbau-Aufweiten".

Eine kleine Anmerkung noch dazu: Richtbar ist die Parallelität der Ausfallenden nur bei Rahmen mit Ausfallenden in "Blechform", also da wo sich was verformen lässt. Sind die Ausfallenden aber im Stile der Ritchey- oder Gleiss-Ausfallenden, also Ketten- und Sitzstrebe quasi direkt an die Nabenachse, dann lässt sich so gut wie nichts mehr richten schmunzel.
Der Mensch ist umso reicher je mehr Dinge er liegen lassen kann.
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#562227 - 20.10.09 23:52 Re: Hinterbau aufweiten - wie geht sowas? [Re: Machinist]
iassu
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Aber bei aller Wahrscheinlichkeit läßt sich bei solchen auch nichts aufweiten....
Gruß Andreas
Onkel Ju 2

Geändert von iassu (20.10.09 23:52)
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Off-topic #562241 - 21.10.09 00:40 Re: Hinterbau aufweiten - wie geht sowas? [Re: iassu]
Auberginer
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Wiso ?
Mit pinkem Flecktarn kann man sich super zwischen Flamingos verstecken.
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Off-topic #562242 - 21.10.09 00:42 Re: Hinterbau aufweiten - wie geht sowas? [Re: Auberginer]
iassu
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weil wohl meist mit hochwertig(st)en Rohren verbaut. Und da geht halt kaum was.
Gruß Andreas
Onkel Ju 2
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Off-topic #562353 - 21.10.09 12:54 Re: Hinterbau aufweiten - wie geht sowas? [Re: iassu]
Machinist
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In Antwort auf: iassu
weil wohl meist mit hochwertig(st)en Rohren verbaut. Und da geht halt kaum was.


Das würde ich so pauschal nicht sagen. Auch wenn ein Rahmen an den Hauptrohren mit kaum richtbaren Stählen gefertigt ist wird der Hinterbau oftmals aus wesentlich weicherem Geröhr gebaut.
(Gutes Beispiel dafür: MTB Cycletech Papalagi, da sind nur zwei oder drei der Hauptrohre aus Reynolds 853.)
Grund dafür ist neben Spargründen oft die Tatsache, dass sich die knallharten Sitzstreben nicht biegen lassen, welche aus weicheren (und dadurch nicht automatische schlechteren) Rohren aber schon.
Der Mensch ist umso reicher je mehr Dinge er liegen lassen kann.
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