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#1511222 - 06.10.22 18:43 Olhao/Portugal bis Ludwigshafen/Rh in 80 Tagen
brunocbx
Mitglied
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 44
Dauer:2 Monate, 19 Tage
Zeitraum:27.3.2022 bis 14.6.2022
Entfernung:4300 Kilometer
Bereiste Länder:deDeutschland
frFrankreich
ptPortugal
esSpanien


In 80 Tagen durch Südwest-Europa, von Olhao/Portugal bis Ludwigshafen/Rh.

Ende März 22 verpackten wir (ü65) unsere Reiseräder und Packtaschen in Kartons und nahmen sie im Flugzeug bis nach Faro/Portugal. Ziel war, mit dem Fahrrad von Olhao über die N2 im Zentrum Portugals nach Norden und ab Porto an der Küste bis Kap Finisterre in Spanien zu fahren. Danach wollten wir den Jakobsweg quasi rückwärts bis Bordeaux radeln. Hier gegebenenfalls im TGV wieder Richtung Heimat in Ludwigshafen am Rhein. Wir hatten keine vorgegebenen Termine einzuhalten.
Die erste Übernachtung in einer kleinen Ferienwohnung in Olhao buchten wir, um uns 3 Tage zu akklimatisieren. Unsere Route war nur als grobe Richtschnur gedacht. Im Gepäck hatten wir unser Zelt incl. vollwertiger Kochutensilien um möglichst autark zu sein und jederzeit und überall übernachten zu können.

Tag 1: Unser Abflug verzögert sich, da einige Reisende weder vollständig geimpft noch das Immigration-Zertifikat für Portugal dabei haben und deshalb daheim bleiben müssen. Ihre Koffer müssen dann mühsam wieder aus dem Laderaum herausgesucht werden. Von Faro finden wir recht ruhige Straßen bis ins Zentrum von Olhao.



Tag 2 + 3: Olhao: Temperaturen 15-18 Grad. Regen, wenig Sonne. Zuerst werden die wichtigsten Sachen wie Gaskartusche und div. Lebensmittel eingekauft. Auf dem Fischmarkt gibt es am Dienstag eine Riesenauswahl. Wir kaufen Seeteufel und kochen dazu Muskatkürbis-Ratatouille. Sehr lecker. Unsere erste Einradeltour geht Richtung Tavira. Erst nach dem Industriegebiet wird es im Salinen- und Naturschutzgebiet schön. Wir finden den Ecovia Litoral, der ganz idyllisch nahe dem Meer entlang führt, aber immer wieder schlammige Lücken hat. Auch durch den Regen sehen unsere Räder aus, als ob wir schon 3 Wochen durch den Urwald gefahren wären. Bei einer Rast treffen wir Alex, Reiseradler vom Chiemsee, der im Februar in D losgeradelt ist und in Lagos eine Pause einlegt. Wir stellen fest, dass wir ähnliche Tourenplanungen haben und tauschen Tel-Nr aus. Es könnte ja sein …..

Ecovia Litoral

Tag 4: Olhao-Almodovar; 12-17 Grad. Sonne. Wind 30km/h gegen uns. Auf ruhiger Straße bis Estoi und auf Seitenwegen an der exclusiven Pousada Palacio vorbei. Wir bestaunen den wunderschönen Garten, der dem Hotelnamen alle Ehre macht. Danach geht es in die Berge. Anfangs noch viel Verkehr, lässt er zunehmend nach. In der Landschaft wechseln sich viele Eukalyptusbäume mit wenigen Olivenbäumen und Öde ab. Auf dem Höhenzug sind wir dem starken Gegenwind ausgesetzt. Kurz vor dem Ziel reißt einer der 2 Schaltzüge der Rohloff. Kleines, schönes B+B in Almodovar. 80km, 1250Hm.


Tag 5: Almodovar-Ferreira do Alentejo; Regen bei 12 Grad und wieder starkem Gegenwind. Im mittleren Gang bis Castro Verde. Im Bikeladen repariere ich mit dem Eigentümer den Schaltzug. Es ist das erste Mal, dass er eine Rohloff sieht. Der Chef wünscht uns gute Reise und verabschiedet uns mit einem Espresso. Heute in eher langweiliger hügeliger Landschaft aus Wiesen, Schafen, Olivenhaine, Ödnis, Kiefernallee. In einem kleinen Laden (ca 15m²) versorgen wir uns mit Lebensmitteln. Ohne die Hilfe der Einheimischen hätten wir das Geschäft nicht erkannt, zu unscheinbar. Wir finden am Abend ein sehr schönes Landgut B+B. Der zurückhaltende aber superfreundliche Josè hat den Kamin für uns angezündet. Es gibt Orangen aus dem eigenen Hain. 70km, 520Hm.


Tag 6: Ferreira- Aquier; 7-15 Grad, Sonne und Gegenwind 30km/h. José will uns noch einige Kilos seiner sehr guten Orangen mitgeben. Die Masse ist uns jedoch zu schwer, wir müssen aussortieren, lachend akzeptiert er es. Dafür gibt es noch eine Zitrone obendrauf. Wir radeln die ruhige N2 bis Odivelas und weiter bis Alvito. Kleiner schöner Ort. Wir erleben den ersten Municipal Mercato, in dem die Einheimischen ihre Erzeugnisse verkaufen. In Viana de Alentejo sitzen wir mit den „Alten“ auf dem Marktplatz. Es gibt allerdings erstaunlicherweise kein Cafè. Zum Abend finden wir einen Campspot im Korkeichenwald neben dem Camino de Portugues. Kalte Nacht mit 6Grad. 60km, 300Hm.


Tag 7: Evora; 6 Grad. Dick angezogen suchen wir ein Sonnenplätzchen zum Frühstück. Auf dem Weg nach Evora überholen wir ein altes Paar, das mit dem Eselskarren auf der Landstraße unterwegs ist. In Evora ist sehr viel Touristenrummel um römischen Tempel, Kathedrale, Kloster und Altstadt. Wir gehören allerdings auch dazu und besichtigen auch die Franziskus-Kirche und außergewöhnliche Knochenkapelle. Die Rezeptionistin empfiehlt uns ein Restaurant der Einheimischen. Hier wird keine Fremdsprache gesprochen. Wir erhalten eine exzellente Fischpfanne und süßen Nachtisch zu günstigem Preis. Alle verbrauchten Kalorien sind wieder aufgeholt. 25km, 250 Hm.

Knochenkapelle, ganz schön schaurig

Tag 8+9: Evora- Abrantes; 7-15Grad Sonne und Gegenwind 25km/h. Nach 2km aus der Stadt, sind wir auf dem Ecovia Ramal bis Mora. Anfangs asphaltiert, dann Feldweg, vereinzelt zugewachsene Singletracks. Es kommen uns nur MTBiker entgegen. Schöne hügelige Landschaft, Weite, aber auch Wind. Es ist die bisher schönste Strecke in Portugal. Am verlassenen Bahnhof Arraiolos wähnen wir uns im Wilden Westen. Am nächsten ehemaligen Bahnhof Vale de Pais hat ein „Rinderbaron“ die Radstrecke einfach abgesperrt. Es bleibt nichts übrig, als auf die westlich davon gelegene Landstraße auszuweichen. Ab Pavia fahren wir eine kleine Landstraße über den Höhenzug, die bald zum rustikalen Feldweg wird. Wunderschöne Aussichten. Camping am Stausee von Montargil. 85km, 600Hm. Morgens windiges und kühles Frühstück. Quälen uns gegen den Wind bis Abrantes. Unsere Unterkunft liegt knapp unterhalb der Burg, d.h. steilst nach oben. Viele geschlossene Läden. Wir kochen die typische portugiesische Caldeirada zum Abendessen in unserer Küche. 55km, 400Hm.

Asphaltfreie Strecken, ist das jetzt vegetarisches oder schon veganes Radeln?


T 10+11: Abrantes-Serta-Gois; 7-12 Grad. Wolken und Wind 20-25km/h. Aus der Altstadt raus gleich mit 18% steil abwärts. Dann absolut ruhig bis Carvalhal . Wir radeln auf der wunderschönen Antiqua N2 mit vielen Höhenmetern bis Villa de Rei und weiter bis Serta. Ungemütlich kalt. Für unser B+B im alten Bauernhaus müssen wir nochmals hoch auf den Berg. Ziemlich anstrengender Tag. 60km 1.250Hm. Temp im Zimmer um 8:00 Uhr:12Grad. Für die Abfahrt müssen wir uns sehr warm anziehen. Ab Pedrogado wärmt uns die Sonne etwas. Über Alvares geht es auf das Sternengebirge Sierra Estrella. Grandiose Aussicht auf 800m Höhe. Der Café-Betreiber ist der erste überaus kommunikative Portugiese, den wir erleben. Alle anderen sind bisher eher zurückhaltend. 15km langer Downhill mit kaltem Gegenwind. Was haben wir nur verbrochen. Sollte der Wind hier nicht regelmäßig aus Südwest kommen? Wieder sehr anstrengender Tag mit 75km und 1200Hm.





Sierra Estrella

Tag 12+13: Gois- Coimbra; 8-17 Grad, Wolken, wenig Sonne. Über die Hügel nach Poiares und steil ab ins Mondego-Tal. Ziemlich hügelig am Fluss entlang auf abwechslungsreicher und ruhiger Straße bis Coimbra. B+B in alter Apotheke in der Fussgängerzone der sehr lebhaften und steilen Altstadt. Eine Studenten-Band begrüßt uns mit Musik. Rundgang und Restaurantbesuch in verwinkelten Gassen. 50km, 450Hm. Am frühen Morgen besuchen wir u.a. die über 500 Jahre alte Uni-Bibliothek. Der Ticketverkauf ist in einem entfernten Gebäude erst ziemlich aufwendig zu finden. Hinter den Büchern leben noch Fledermäuse. Deshalb werden die Tische jeden Abend mit Leder abgedeckt. Um 19:00Uhr ist die Tapas-Bar noch leer. Wir aber haben Kalorien-Nachholbedarf. Um 20:00 wird es brechend voll und unangenehm eng.

Mondego-Tal

Tag 14-16: Coimbra-Peso da Regua; Wegen Regen zögern wir die Abfahrt hinaus. Dann nochmals durch das Mondego-Tal und über Montagua nach Santa Comba Dao. Trotz Hinweisen finden wir den Einstieg für den Ecovia nicht und fahren viele Umwege und unnötige steile Höhenmeter. Nähe Treixedo finden wir einen CP-Spot in der Wildnis und schlafen absolut ruhig. 85km 900Hm.

Der insgesamt rund 50km lange Radweg ist anfangs sehr schön, wird aber Richtung Viseu zunehmend langweilig. Diese Stadt gefällt uns überhaupt nicht. Wir rollen weiter Richtung Castro Daire. Es wird mit 20 Grad „sehr warm“. Entgegenkommende Rennradler grüßen uns lautstark. Das können keine Portugiesen sein; sind es auch nicht. Vor Castro brechen wir ab und finden noch ein Hotel. 75km, 950Hm. Nachts sehr viel Regen, auch noch am Morgen. In Castro sehr steiles Kopfsteinpflaster und starker Regen. Nach 25km sind wir auf 980m Höhe. Regen. Wind. Bitterkalt. Nasse Handschuhe. Nur nicht anhalten. Nach 10km Abfahrt suchen wir völlig durchgefroren Asyl in einem einfachen Café. Es gibt allerdings nichts zu essen. Wir dürfen unsere eigenen Brötchen essen. Die Chefin hat Erbarmen mit uns. Danach geht es weitere 20km abwärts bis auf 50m üNN. Peso da Regua im Douro-Tal. B+B in der Altstadt. 55km 700Hm. Pedro, unser hiesiger Chef, muss wohl einen Wink erhalten haben, dass zwei Pfälzer ankommen. In Küche und Kühlschrank stehen 3 Flaschen Rotwein, 2 Flaschen Weißwein, 1 Rosé und 1 Sekt. Ooh, wir wollten eigentlich nur 3 Nächte bleiben. Da müssen wir uns aber anstrengen; schaffen es aber letztlich nicht. Im Sinne einer gesunden Weiterreise ohne übermäßiges seitliches Pendeln bleiben wir jetzt mal ganz brav.


Tag 17-19 : Peso da Regua; Gemütliches Frühstück im Wohnzimmer. Relax-Tag. Leider ist Pedro, wie viele Portugiesen, kein Wanderer und kann uns keine Tipps geben. Also gehen wir auf Verdacht auf einen Berg. Die Kapelle Sta.Marta de Penaguiro hat eine grandiose Aussicht auf die umliegenden Weinberge. Sehr dunkle Wolken und Wind treiben uns alsbald ins B+B zurück. Nächsten Tag Entspannungsradeln nach Pinhao. Schöne Strecke am Douro aber zeitweilig viel Verkehr. Treffen im Hafen „Rentner-Paar“ John und Ann aus Colorado/USA auf Radreise. Kurzweilige interessante Unterhaltung.

Tag 20-22: Peso-Porto; Nach herzlicher Verabschiedung von unserem Herbergspaar rollen wir bei 10Grad über die N108 Richtung Porto. Es ist eine sehr schöne Strecke oberhalb des Douro, eine Balkonstrecke mit tollen Ausblicken, mäßig steil, aber trotzdem viele Höhenmeter. Unten teils alte verfallene Orte, etwas höher moderne Neubausiedlungen, starker Kontrast. In San Lourenco da Douro mieten wir uns in einem alten Landgut eines norwegischen Aussteigers ein. Wunderschönes Ambiente. 65km, 1000Hm.

Bleiben gleich noch einen Tag. Bike putzen, warten, Schrauben anziehen. Der Chef kommt immer wieder auf einen Plausch vorbei. Er zeigt uns seine Quelle. Es gibt kein kommunales Wassernetz. Sehr angenehmer Platz. Auf dem Weiterweg bis Porto grüßen uns dann außergewöhnlich viele Rennradler. Es ist Samstag. Auch viele schnelle Motorräder sind unterwegs. Auf gutem Radweg, manchmal überbreite Fußwege, nach Porto rein. 60km 600Hm. Unter der eisernen Brücke ist Massenauflauf. Unangenehm, falsche Uhrzeit? Besichtigung Porto. Bolhao-Markt leider in Renovierung, Kathedrale, Bahnhof Bente mit vielen Azuleijos, eiserne Brücke. Es ist unangenehm voll und nachts sehr laut. Wir wollten eigentlich länger bleiben, entscheiden uns dagegen.


Tag 23-24:Porto-Caminha; Wir rollen am Douro entlang ans Meer und nach Norden. Gefühlt 20km Promenade. Viele Camino-Pilger sind in Porto gestartet und heute in die gleiche Richtung unterwegs. Ab jetzt Gegenwind 25-30km/h strapaziert uns genauso wie das abwechselnd gnadenlose Kopfsteinpflaster oder grober Schotter. Sind froh, endlich am CP in Fao zu sein. 60km, 270Hm. Auf schlechtem Weg oder verkehrsreicher Straße wechseln wir mehrfach um dem noch stärkeren Gegenwind zu trotzen. Er bläst uns hin und her. Am Nachmittag bricht wegen der bisher vielen schlechten Wege/Kopfsteinpflaster das Sattelgestell, notdürftige Reparatur. Weiter nach Caminha bei noch stärkerem Wind. Der Spaßfaktor ist heute gleich Null. 56km, 350Hm. Am CP treffen wir Jin aus Südkorea. Reiseradler auf Europatournee und Youtuber. Wir tauschen lebhaft unsere Erfahrungen aus.


Spanien:
Tag 25: Caminha-Baiona: Der CP-Chef gibt uns Tipps, wie wir über den Grenzfluß Minho nach Spanien kommen. Als wir einen Boots-Kapitän anrufen wollen, kommt er gerade um die Ecke.


Zusammen mit einem Pilger düsen wir in vollem Tempo über den Fluß. Wir landen am Sandstrand an und laden unsere Bikes und Gepäck ab. Jetzt ist erst Mal Schieben durch den tiefen feinen Sand angesagt, bis wir auf einen Holzsteg für die Pilger treffen. Diese Strecke auf den Holzbohlen direkt am Meer ist fantastisch. Wir können uns kaum satt sehen und machen mehr als einen Fotostop. Der Wind mit jetzt 40km/h gegen uns zaubert sehr hohe Wellen, aber strapaziert uns mit gefährlichen Böen. Als es auch noch zu regnen beginnt, brechen wir nach 40km ausgezehrt ab und übernachten in einer kleinen feinen Pilgerherberge.



So schön, aber sooo windig

Tag 26-27: Baiona-Maior: Nach reichlichem Frühstück rollen wir nach Vigo. Der Wind hat glücklicherweise nachgelassen. Wir suchen die Fähre nach Cangas und suchen, suchen. Jeder schickt uns woanders hin. In letzter Minute vor der Abfahrt finden wir die versteckte Mole. Auf dem Weg über den Berg Richtung Pontevedra gibt es viel Verkehr und keine Rastplätze. Der Verkehr wird vor der Stadt nochmals stärker. Wir sind froh, als wir dort raus fahren. Erst ab Combarra lässt der starke Verkehr nach. Mit Sahne-Cornetto und frischen Erdbeeren laden wir notwendige Kalorien auf. Auf dem Weg nach O Grove haben zunächst alle CP und auch Hotels geschlossen. Es wird immer später. Erst ein paar Rennradler zeigen uns einen versteckt liegenden CP am Meer. Nach 90km und 920Hm sind wir müde. Wir treffen dort Alex und Emily, Reiseradler aus London, die Achsenbruch erlitten und schon 4 Tage auf das Ersatzteil warten. Wir laden Sie zum Wein in die Rezeptions-Kneipe ein und haben einen überaus unterhaltsamen Abend.
Am nächsten Tag ist viel Regen vorhergesagt. Leichte Wanderung zwischen den Schauern. Abends wird es stürmisch, fast orkanmäßig. Unser 4-Jahreszeiten-Zelt hält problemlos, auch wenn wir wenig und unruhig schlafen.


Tag 28-29: Maior – Catoia-Muros; 9-15 Grad. Regen, Sonne, Regen. Wir kommen spät los. Die Meeresbrandung rauscht mächtig. Erstmals überhaupt haben wir heute Rückenwind. Bei der Nachmittags-Café-Rast beginnt es stark zu regnen. Die Entscheidung in eine Pilgerherberge einzukehren fällt uns ziemlich leicht. Sie ist zufällig nur 500m weiter. Wow, Volltreffer; ein ca. 200 Jahre altes Anwesen mit viel Flair und Küche für uns. Sehr herzliche und unkomplizierte Herbergseltern. Kurz nach uns kommt der regennasse Pilger Guilleaume aus Lyon an. Er ist vor 46 Tagen in Faro gestartet. Wir laden ihn gleich mal zum Tee ein. Zum Abendessen kochen wir gefüllte Tortellini mit frischen Pilzen, dazu gibt es rege Unterhaltung mit Guilleaume. 45km. Nach gutem und reichhaltigem Frühstück radeln wir in Regenjacke los. Auf absolut ruhiger Nebenstraße, natürlich mit vielen Auf und Abs geht es nach Noia.

Bei der Mittagspause im Hafen von Cruxeiro beobachten wir einen ca 8 Jahre alten Jungen im Segelboot und kurz darauf ein etwas älteres Mädchen auf dem Surfbrett beim Training von kurzen Wendemanövern. Beide werden ständig von einem Delfin im Abstand von ca 1-2m begleitet. Ein schönes Erlebnis. Als wir in Muros im Supermarkt einkaufen, entscheiden wir uns im Ort zu bleiben und finden B+B in autofreier Altstadt. 60km, 820Hm.

Tag 30-31: Muros-Fisterre; 9-15Grad. Wir umrunden die große Landzunge bis Carmota. Es ist angenehm wenig Verkehr. Zunehmend gibt es viele schöne Ausblicke auf das Meer und das gegenüberliegende Kap Fisterre.

Das entwickelt sich heute zu einer Genießertour. Mittagsrast über dem Meer mit wiederum grandioser Aussicht. Vor Cee treffen wir einen Schweizer mit Klapprad und Packtaschen. Es ist heute seine letzte Etappe, dann geht es morgen mit dem Bus zurück. Wir suchen den CP, der leider noch geschlossen ist. Buchen eine kleine FeWo im Ort und sind vom großen Balkon mit Top-Aussicht angenehm überrascht. Wir haben am „Ende der Welt“ unser erstes Zwischenziel erreicht. Der Verwalter gibt uns einen guten Restaurant-Tipp außerhalb des Hafens. Es gibt ein vorzügliches Meeresspezialmenü. Das haben wir uns verdient. Venusmuscheln, Pescebbe, Lobster, Polpo und Sole. Wir bitten den Kellner uns zu zeigen, wie man die Pescebbe (Felsenmuscheln) isst. Völlig satt und zufrieden lassen wir den Abend auf unserem Balkon bei spanischem Weißwein ausklingen. Rd. 70km 700Hm. Nach dem gemütlichen Frühstück auf dem Balkon überm Meer laufen wir mit vielen Pilgern die letzten km bis zum Leuchtturm. Viele Omnibusse mit noch mehr Menschen lassen das „Ankommen“-Gefühl nicht wirklich aufkommen. Dieses Ziel muss man wohl eher abends besuchen. Wir ziehen uns zurück. Über den WoMo-Platz wandern wir über den Höhenrücken direkt nach Norden – und sind schnell allein. Es wird immer schöner. Glasklarer blauer Himmel. Strahlende Sonne lässt den gelb blühenden Ginster vor dem türkisblauen Meer intensiv leuchten. Super. Besser hätten wir es nicht treffen können. Wir genießen jetzt diesen Tag, die Pausen werden immer länger. Über den Feldweg gelangen wir noch zum Santa Pedros-Ausblick um danach direkt in den Ort abzusteigen. Am Nachmittag strecken wir die Füße ins Meer und beobachten die hier barfuß vorbeiziehenden Pilger, mit ihren unzähligen Pflastern an den Füßen und einem seligen leuchtenden Blick in den Augen. Sie haben es geschafft.





Pescebbe - Felsenmuscheln


Letzter Blick vom Balkon verheißt nichts Gutes

Tag 32-33: Fisterre-Santiago de Compostella. Sonne und Regen bis 16 Grad. Wir pedalieren bis Cee und biegen dann nach Norden ins Hinterland ab. Viele Schauer begleiten uns auf oder nahe dem Camino, teils unbefestigt, wo uns viele Pilger entgegenkommen. Es ist ungemütlich heute. Kurz vor Da Pena treffen wir Guilleaume, der uns auf der Straße entgegen kommt. Wir quatschen noch etwas bis der stärker werdende Regen uns auseinandertreibt. Im Regen kommen wir in einer Pilgerherberge an. Wir genießen am Abend gemeinsam mit 7 Pilgern aus E/F/I/CH und D ein Pilgermenü. Es wird ein sehr lebendiges und vielsprachiges Erlebnis mit lautstarker Unterhaltung und endet erst, als der letzte Krug Vino Tinto leer ist. 60km, 1120Hm. Über sehr ruhige kleine Straßen rollen wir Richtung Santiago. Merkwürdig, dass es hier keine Wegweiser zu diesem bedeutenden Ort gibt. In einer kleinen Bäckerei erhalten wir sehr feine Empanadas, sie bleiben die Besten der ganzen Tour. 35km, 550Hm. Vor der Kathedrale treffen sich die vielen Pilger überwiegend in Gruppen. Allen steht die Zufriedenheit über das erreichte Ziel in den Augen. Wir schauen zu und genießen die besondere aufgelöste und freudige Stimmung. Wir haben ein kleines Hotel im Zentrum und erkunden die Stadt und Kathedrale am Nachmittag. Am ruhigen Abendspaziergang treffen wir 4 Biker bei der Ankunft und philosophieren. Danach Regen, Regen ….


Tag 34-35: Santiago -Melide - Sarria: Im dichten Verkehr fahren wir aus der Stadt heraus, teilweise sehr steil. Kurz vor dem Airport finden wir eine ganz ruhige Nebenstraße die am Ende der Landebahn in einen miserablen und steilen Feldweg übergeht. Schieben ist angesagt.



Der Weg führt mit vielen Auf und Abs durchs Nirgendwo. Sehr viele anstrengende Höhenmeter. Treffen dann 2 alte Einheimische, die den Kopf darüber schütteln, dass wir diesen Weg fahren. Nicht viel weiter, schlagen wir in der Wildnis unser Lager auf. Nach 70km und 1300 Hm sind wir früh im Schlafsack. Bei 10 Grad gibt es ein kurzes Frühstück. Nach 1 km treffen wir auf den richtigen Camino. Um 9 Uhr sind schon sehr viele Pilger unterwegs. Nach 5 km Camino mit schlechtem Kopfsteinpflaster, steilem Waldweg, Schieben und Pilger in Dreier-Reihen weichen wir auf die parallele Straße aus. Später versuchen wir es wieder auf dem Camino; und es ist gut. Mit „You are wrong“ wollen uns alle auf die falsche Richtung hinweisen, aber wir wollen ja nach Osten. Übernachtung in der schönen Altstadt von Sarria, natürlich wieder steilst oben. Ob wir jemals wieder einen einfachen Tagesschluß erleben? 65km. 1150Hm.

Tag 35-36: Sarria-Cebreiro-Molinaseca. 11-24 Grad. Ruhig und lange geschlafen. Aber das B+B war das Geld nicht wert. Im Nebel rollen wir auf ruhiger Straße bis Samos los. Es gibt ein großes Kloster und natürlich viele Pilger. Wir versorgen uns mit Lebensmitteln. Dann geht es ca 700Hm mäßig steil aber ruhig auf den Pass Aldo do Poio (1.335m) Kurz vor dem Pass holen uns zwei Radler ein. Es ist Alex vom Tag 2 und Nathalie aus Polen. Großes Hallo und Erfahrungsaustausch.




Wir brauchen eine Pause, sie rollen weiter. Im Café gackern die Hühner um unsere Füße. Erst mal abwärts, dann hoch nach Cebreiro. Es ist Wochenende und sehr viele Busse und Motorräder blockieren den Parkplatz. Auf der Abfahrt stoppen uns Einheimische. Unsere geplante Strecke ist komplett gesperrt und wohl auch für uns Radler nicht nutzbar. Also wieder teilweise hoch und zurück. Auf dem geschotterten Camino geht es dann anstrengend abwärts. Bei nächster Gelegenheit weichen wir auf einen parallelen Feldweg aus, finden nach wenigen km einen Camp-Spot und kochen unser Abendessen und Tee. Es war heute sehr anstrengend. Rund 60 km und knapp 1.400Hm.


Wir haben eine absolut ruhige Nacht in dieser Wildnis. Nach dem Frühstück mit Müsli geht es steil abwärts durch ein wunderschönes Tal bis Vega di Valcarce. Heute kommen uns sehr viele Radler auf diesem offiziellen Rad-Camino entgegen. Sie müssen jetzt auf ca 7 km 700 Höhenmeter hinaufstrampeln, eine schweißtreibende Angelegenheit, viele schieben. Wir genießen die Abfahrt. Bei Trabadelo versuchen sich 2 Radler heranzuschleichen. Durch unsere Rückspiegel erkennen wir allerdings Alex und Nathalie schon vorher. Sie sind Spätstarter, weshalb wir jetzt wieder in Front lagen. Gemeinsam und lachend rollen wir weiter. In Carcabelos ist Markt , die Straße letztlich auf 3 km gesperrt. Kaum ein Durchkommen und Schieben angesagt. Kaufen uns Empanadas Bacalao mit Rosinen und Thunfisch und rasten im Park. Wir werden noch zu vielen Umwegen gezwungen bis wir zusammen Ponferrada erreichen. Im Café besprechen wir die weitere Tour. Unsere jungen Begleiter wollen noch über den nächsten Paß, wir finden eine Pilgerherberge in Molinaseca. 60km, 450 Hm.

Tag 37-38: Molinaseca-Astorga-Leon. Unser Herbergsvater ist begeistert von unserer Tour und lädt uns zum Frühstück in seine Küche ein. Spannende Unterhaltung. Er möchte unbedingt ein Foto von uns für seine Facebook-Seite. Herzliche Verabschiedung. Dann geht es aufwärts, 950Hm auf 14km, anfangs mäßig dann immer steiler. 2x 50Hm schieben.


Wir schwitzen mächtig und frieren auf dem Pass Crux de Ferro auf 1.550m. Wir durchqueren wunderschöne kleine Ortschaften und haben dann wieder weite Ausblicke. Intensive Gewitter ziehen auf und holen uns ein. Wir brechen ab und finden spät eine einfache Unterkunft nahe Astorga. 55km 1100Hm. Am nächsten Morgen geht es regenfrei bis Hospital da Orbiego mit schöner alter Römerbrücke. Danach gibt es 3 Varianten, wir nehmen die südliche. Nur wenige Pilger. Ätzend langweilige Piste auf 15km, dann rote Sandpiste. Keine Wegweiser, fahren nach Gefühl.

Jakobsweg

Auch ein Jakobsweg !? offiziell: ja

8km vor Leon gibt es letztlich ausgezeichnete Radstrecken bis ins Zentrum, wo wir am Abend Alex und seinen Kumpel Joachim treffen, Stadt erkunden und Paella essen. Es wird ein langer Abend. 55km, 350Hm.

Tag 39: Leon: Unser Appartment hat eine Waschmaschine die wir intensiv nutzen. Dann Besichtigung der San Isidoro-Kirche, die riesige Kathedrale, die Altstadt mit sehr schönen Ecken, Mercado und natürlich Kalorienbunkern in der Pasteleria, eine unserer leichtesten Übung. Bei angenehmen Temp von 19Grad am Abend noch einen Vino und Häppchen in der Altstadt.


Tag 40-41: Leon-Calzadilla della Cueza-Hontarias : Auf gutem Radweg aus der Stadt heraus. Dann ist es schwer, den Camino gegen die Laufrichtung zu finden. Wir fahren wieder nach Gefühl. Bei km 55 holt uns Alex zufällig ein und gemeinsam geht es weiter. Wir treffen Peter und Silvia aus der Schweiz mit ihren Rädern und Anhänger. Gemeinsam besuchen wir ein Café und plaudern. Sie sind etwas langsamer unterwegs, also rollen wir nur zu Dritt weiter. An einem kleinen Lebensmittelmarkt einer sehr freundlichen Familie gibt es spontan ein Pilgermenü. Sehr lecker. Mit genügend Wasser machen wir uns auf den Weg und finden bald einen Camp-Spot. Sehr ruhig. Alex zaubert aus der Packtasche einen Vino Tinto. Wer kann da schon Nein sagen. 90km, 550Hm.



Wie weit ist es noch, sind wir bald da?



Die Nacht auf 900üNN ist ziemlich kalt. Bleiben etwas länger im warmen Schlafsack liegen. Dann geht es auf sehr schöner und abwechslungsreicher Strecke weiter. Der Untergrund ist anspruchsvoller Schotter. Dann mit 12% vorsichtig eine Schotterpiste nach Castrogeriz hinab. Der verschlafene Ort liegt idyllisch im Tal, ist aber für unsere Wasserversorgung und Lebensmittel eminent wichtig. Mit vollen Packtaschen geht es bald wieder steil aufwärts, wo wir wieder einen herausragenden wilden Camp-Spot finden.75km, 350Hm. Kochen Tee und unser Abendessen, das wir mit flüssigen roten Blutkörperchen abschließen.

Müssen wir da hoch?

Bei diesen Steigungen ist auch mal Schieben angesagt, und geht ja bald wieder mit 12% steil abwärts

Blick auf Castrogeriz

Tag 42: Hondaria-Burgos; Mit 2 Grad sehr kalt. Spätes Frühstück. Auf dem Camino kommen uns jeden Tag mehr Pilger entgegen. Verschlungene Wege bis kurz vor Burgos. Kreuzen mehrmals Autobahnen, dann aber beste Radwege in und durch das Zentrum. Hochzeitsgesellschaft vor der großen Kathedrale und viel Leben in der Altstadt. Großer und ruhiger CP östlich vom Zentrum. 30km 300Hm.

Tag 43-44: Burgos-Trespaderne-Rubalcada; 7-23 Grad. Sonne. Unser ursprünglicher Plan war über Miranda nach Bilbao zu fahren. Da wir mit dem 50-jährigen Alex zu einem gut harmonierenden Team gewachsen sind, entscheiden wir, mit ihm über Santander nach Bilbao zu pedalieren. Es wird der spannendste Tag unserer Tour. Über excellente Radwege geht es nach Nordost, erst Landstraße, dann ab Vivar el Cid Bahnradweg Richtung Santander. Entlang des Ebro durch eine Schlucht. Tolle Strecke auf Schotter durch Tunnels bis zu einem breiten Tal mit interessanten rot-weißen Gesteinsschichten in den umliegenden Begrenzungsbergen.

Hier müssen wir unsere Pausenzeit verlängern, es ist zu schön. Dann über Orsa und Trespaderne zur „Brückenpassage“. Die erste Brücke ist in einem Bogen gespannt und völlig problemlos.


Die Zweite ist im Bau, tief durchatmen, wir schieben unsere Räder auf einem schmalen Band neben offener Stahlkonstruktion 40m weit über die Schlucht.


Abklatschen und weiter. Ein paar km weiter die nächste Prüfung, noch schwieriger. 5 Meter über dem Fluß, offene Stahlkonstruktion, kein Geländer und übersteigbare Querträger, 40m lang. Und nun? Herzklopfen. Wir heben Alex‘ Rad auf einen Längsträger.




Er schiebt vorsichtig. Es funktioniert. Anita balanciert vorsichtig solo. Ich nehme ihr Rad. Zum Schluß schieben A+B balancierend gemeinsam das schwerste Rad auf dem 25cm-Stahlträger hinüber. Durchatmen. Abklatschen. Mehr Abenteuer brauchen wir wirklich nicht. Alsbald suchen wir einen Camp-Spot, den wir dann erst nach einiger Zeit nahe dem Fluß finden. Sehr schön. Waschen am Fluß, dann Abendessen. 85km 250Hm.
Ruhig geschlafen. Nachts hat uns ein großes Tier besucht. Wir erkennen dies an den großen Tatzen im Sand. Wir satteln auf und rollen den Bahnradweg weiter. Nur kurz darauf schon wieder eine Brückenbaustelle. Diesmal mit allerhöchster Risikostufe; das ist uns eindeutig zuviel. Also zurück und Umweg über eine Landstraße. Ab Espinosa durch wunderschöne Landschaft 600Hm hinauf zum Lunada-Pass (1350m)





Die Sonne brennt uns auf den Rücken. Einsame Straße. Grandioses Panorama zu beiden Seiten, oben liegen noch Schneereste am Rand.


Der Einschnitt, ganz oben rechts ist der Pass

Steil abwärts bis Concha, wir müssen mehrmals anhalten um diese Umgebung auf uns wirken zu lassen. Der CP hat heute geschlossen. Schade, er hat eine absolut ruhige Lage. Das weitere Tal ist noch 12km lang eng und tief. Es gibt keinen CP-Spot. Erst kurz vor 20 Uhr spricht Alex mit einem Landwirt, der gerade seine Wiese gemäht hat. Wir dürfen campieren. Vor dem Zelt schöne Aussicht auf die hinter uns liegenden Berge. Rund herum Kühe und Pferde. Schnelles Kochen und müde ins Zelt. 75km, 1050Hm.


Tag 45-46: Rubalcalda-Laredo: 10-27 Grad. Über angenehm flache Piste bis Praves. Die letzten 10km vor Laredo geht es dann ständig kurz und steil auf Nebenwegen auf und ab um über tiefe Sandpisten, teils schiebend, den CP am Meer zu erreichen. Unterwegs hält uns die Polizei an, da Alex während der Fahrt ein Handyfoto machte, Ausweiskontrolle und Verwarnung. Relaxen, waschen. Genießen erstes Bier seit Tagen. 36km 440Hm. Ruhetag, Bike-Inspektion, Bremsbelag-Wechsel, Strandspaziergang. Am Abend über den riesigen Strand mit Brandung in den Ort und ausgesuchtes Meeresfrüchte-Restaurant aufgesucht. Essen erst ab 20:30Uhr, wir sind bis dahin, trotz umfangreichem Nachmittagsimbiß, fast halb verhungert. Das vorzügliche Essen richtet uns wieder auf.

Tag 47-48: Laredo-Bilbao; 12-23 Grad, Regen, Sonne. Gleich nach dem Ort verfranzen wir uns auf kleinsten super steilen Wegen und schieben. Drehen um. Auf der N624 recht ruhig, aber immer wieder steile 150Hm-Buckel. Über Castro Urdiales bis Onton, wo wir viele Pilger des Camino del Norte treffen. Auf diesem radeln wir entlang der Küste. Es ist ein schöner hoher Balkon-Weg.

Zum Schluß müssen wir die Höhenmeter auf einer Treppe abwärts schieben. Leider. Wir finden überraschend eine Fußgänger/Radler-Brücke in Pobena und einen schönen Holzweg am großen Strand. Danach einen genialen Radschnellweg nach Santurtzi. Hier trennen sich die Wege von Alex und uns. Es war eine sehr kommunikative und abenteuerliche Zeit in diesen 10Tagen. Wir sind zu einem Team zusammen gewachsen und werden uns vermissen. Über die älteste Schwebefähre der Welt wechseln wir über den Fluß Ria und dann auf Super-Radwegen ins Zentrum Bilbaos. 75km, 1000Hm. Hotel im Zentrum. Ohne die Schallschutzfenster, wäre der nächtliche Lärm der südlichen Länder nicht auszuhalten. Wir besuchen das Guggenheim-Museum. 5 verschiedene Ausstellungen auf den 3 Ebenen brauchen Zeit. Für die „Evolution des Surrealismus“ sind wir allerdings zu nüchtern. Am Nachmittag im Café und in den Parks sowie am Fluß entlang unterwegs. Bilbao überrascht uns mit sehr schönen Ecken.


Das Guggenheim-Museum, allein das Gebäude ist schon ein Kunstwerk


Die Evolution des Surrealismus; hatte der Künstler irgenwelche Assoziationen zu den Schotterwegen des Camino gezogen?

Tag 49-50: Bilbao-Mutriko-Oria; 16-30 Grad. Als wir die Bikes vollgepackt im Lift nach unten fahren, staunt selbst der Rezeptionist. Auf Radweg und verschlungenen Wegen raus aus der City. Schnell verliert sich die Schönheit der Innenstadt in Trabantensiedlungen. In Durango ist eine einstündige Zwangspause wegen des Baskenland-Radrennens. Danach mit 10% Steigung auf den Pass Richtung Markina-Xemein und weiter bis Ondarroa. Der ruhige CP liegt auf dem Berg. Nochmals 1km sehr steil bergauf hätten wir jetzt nicht mehr gebraucht. Kaum ist das Zelt aufgebaut gibt es ein Gewitter. 75km, 850Hm. Es ist Sonntag. Viele Rennradler feuern uns auf dem 220Hm-Anstieg an. In Zaroutz und Oria sind außergewöhnlich viele Spaziergänger an der Promenade unterwegs. Es ist heiß und schwül, suchen den Schatten. Der CP ist sehr gut belegt. Zeltaufbau, Gewitter. Um 18 Uhr sind wir dann fast allein. Alle Spanier rollen Sonntags spät nachmittags nach Hause. 55km, 650Hm.

Tag 51: Oria-San Sebastian-Hendaye/Frankreich: Am Fluß entlang radeln wir nach San Sebastian. Der Verkehr wird immer dichter und vielspurig. Ab Stadtrand dann hervorragende Radwege bis Innenstadt. Rast an der „Concha“, sehr viele Menschen sind an diesem Montag unterwegs. Durch die Fußgängerzone und auf Umwegen/Radwegen wieder raus. Die verschiedenen Schreibweisen Spanisch und Baskisch erschweren uns die Orientierung. Irgendwann landen wir auf einer Autobahn ähnlichen Straße. Wahnsinn, nichts wie runter! Neu orientieren und über Irun zur Grenze. In Hendaye sind von 8 nur 3 CP geöffnet. Wir suchen sie ab und machen viele zusätzliche Höhenmeter. Die Rezeption will uns partout keinen besseren Platz anbieten. Ärgerlich. 55km, 600Hm.

Frankreich
Tag 52-53: Biarritz. Es ist nur eine kurze Etappe auf kleiner Landstraße, aber anstrengend, da die Autofahrer in F sehr wenig Rücksicht auf Radler nehmen. Es ist enttäuschend. Das haben wir jetzt fast 2 Monate viel besser erlebt. Bei 32 Grad finden wir einen CP mit Schatten direkt am Meer. Relaxen am Strand mit hohen Wellen und natürlich viel Wind, der uns heute nichts ausmacht. Nach dem Abendessen nochmals bei Flut ans Meer, Wellenreiter beobachten. Ruhetag, Wäsche waschen, relaxen, Strandspaziergang. Das Wasser ist noch gewöhnungsbedürftig kühl.


Zwischenfazit: Wir resümieren über unsere bisherige Tour. Die vielen Erlebnisse, es rollt gut, es geht uns gut. 10 Tage mit Alex haben uns zusätzlichen Schub gegeben. Die Wetteraussichten sind gut. - Warum sollten wir jetzt in den Zug steigen und nach Hause fahren? Ja, die Enkelkinder vermissen uns, aber sie haben gerade noch Schule. Wir könnten doch …….. und das machen wir. Ab morgen fahren wir quer durch Frankreich ganz nach Hause. Wir werden schon eine vernünftige Strecke finden. Es geht weiter.

Tag 54-56: Biarritz-Mixte-Gasten-St.Symphorien. Wir radeln durch das schöne Biarritz mit seinen Palästen und High-Society-Läden. Schöne Radwege, aber auch hier immer wieder steil. Über Bayonne nach Cap Breton, dann auf dem EV1. Irgendwann nehmen wir den falschen Abzweig, verfranzen uns und landen spät am CP in Mixte bei noch über 30Grad. Sehr liebevolle Chefin und ihr ca 80 Jahre alter Vater begrüßen uns. Als sie hören, auf welcher Tour wir unterwegs sind, sind sie so begeistert und schenken uns 4 kleine Bier. Unser Mund ist so trocken, dass wir keine Ablehnung formulieren können, und als wir es könnten, sind die Flaschen leer. Vielen Dank. 95km, 450 Hm. Morgens finden wir wieder den EV1 und rollen bis Gasten. Wir begegnen jetzt vielen Radreisenden. Am nächsten Tag fahren wir bei 33 Grad über Liposthey und Sore bis St. Symphorien. Wir suchen den Schatten uns relaxen den ganzen Nachmittag. 60+70km 400Hm.

Tag 57-61: Symphorien-Duras-Couze-Siorac. Wegen der Hitze geht es früh los. Auf dem Bahnradweg geht es über Vilandraut und Langon/Garonne. Flach und gerade.

„Nächste Kurve in 5km“ sind wir jetzt überhaupt nicht mehr gewohnt. Wir wollen bei schwülen 34 Grad die Tour früh beenden. Aber der CP ist ungepflegt und eher eine Müllhalde. Nein, hier bleiben wir nicht. Wollen eigentlich temperaturbedingt nicht weiter, finden FeWo 15km entfernt. 80km, 550Hm. Am Abend starkes Gewitter. Am nächsten Tag entlang der Dordogne bis Bergerac. Wunderschöne Altstadt, mit natürlich erstmals wieder vielen Touris. Unser gesuchter CP Pirate ist trotz sehr guter Bewertung nur ein Stoppelacker, wo man sich den Zeltboden malträtiert. Rundum ein halber Urwald. Nichts für uns. In Lalinde/Couze finden wir einen freundlichen und familiären CP. 80km, 500Hm. An der Dordogne gibt es jetzt wieder schöne Ecken und Routen. Schöne kleine Ortschaften. In Tremolat gibt es um 12 Uhr beim Bäcker kein Brot mehr. Brotautomat erst wieder in Limereul. 45km 450Hm. Bäcker und Supermarkt haben heute, Mittwoch geschlossen. Also Müsli-Frühstück. In St.Cyprien ist der Ort wunderschön dekoriert.

Hier gibt es beim Bäcker excellente Brotspezialitäten. Die Strecke wird immer schöner. Beynac, La Roque Gaynac, Mittags Picknick mit Blick auf Dordogne und Felsenwohnungen. Jetzt regelmäßig Wohnmobil-Staus. In Domme ist die Straße zum CP w/Erdrutsch gesperrt. Wir sparen uns den Umweg. Die vielen Spuren zeigen, dass wir durchkommen. Der CP hat erst gestern geöffnet. Die Saison hat Ende Mai noch nicht richtig begonnen. Ruhetag mit Höhlenbesichtigung.

Beynac


La Roque Gaynac


Dordogne-Tal von Domme aus gesehen

Tag 62-67: Domme- Vayrac-Argentat-Meymac-Saint Ours-St.Hippolyte. Heute wechseln sich ruhige Landstraße, 12% steile Waldwege und Bahnradweg ab. CP in Vayrac mit ungepflegtem Ufer und vielen fliegenden Plagegeistern. 60km/660Hm. Von der Dordogne sehen wir kaum etwas. Das Tal, mal weit mal eng, eher uninteressant. CP vor Argentat mit schönem Ufer, aber tlw ungepflegt. 50km/350Hm. Der Ort gefällt uns sehr gut. Dann verkehrsarm über die 2 Stauseen und hoch nach St.Mart-in l.M. Stille Orte, schöne Straße, aber mächtiger Gegenwind. Der CP in Egleton ist eine Gerümpelhalde, nicht zu empfehlen, rollen weiter bis Meymac, wo uns eine MTB-Familie bis an den versteckten CP führt. 75km 1150Hm. Auf 25km gibt es keinen Laden/Bäcker, dafür ein kleines Restaurant im Niemandsland, wo ausschließlich Einheimische und Monteure Rast machen. Mit vollem Bauch geht es weiter, zum Glück erstmals nur noch 50Hm. Wieder landschaftlich reizvolle Wege.

Tolles Panorama bis Puy Sancy . Alle CP noch geschlossen. Kleine Bäckerei versorgt uns mit dem Nötigsten. Dann wilder Camp-Spot auf gemähter Wiese. 55km 970Hm. Wir fahren in vielen Schleifen bis Rochefort-Montagne.

Blick zum mächtigen Vulkan Puy de Dome.
Von dem Pass Richtung Clermont-Ferrant nehmen wir Abstand, als wir den starken Verkehr mit vielen LKWs sehen. Viele verschlungene Wege bringen uns auf anstrengende Schotterstrecke. Wir brechen ab. Heiß und schwül. Tour-Änderung, jetzt Richtung Saint Ours und nehmen den ersten CP, leider laut und unfreundlich. 66km 1000Hm. Der Ruhetag verschiebt sich. Deshalb jetzt nur Kurzetappe im Regen bis St.Hippolyte. Sehr familiärer CP. Treffen ein gleichaltriges Paar, die 5 Jahre mit dem Segelboot auf Weltreise waren und jetzt nur noch mit Motorrad und Zelt. Eine Wohnung haben sie nicht wirklich. Sehr unterhaltsam.

Tag 68-69: St.Hippolyte-Lapalisse-Paray le Monial. Viele verkehrsreiche Straßen rund um Riom, dann ruhige Sträßchen und Radwege bis Randan. Treffen beim Picknick 5 ältere Rennradler, die uns und das Gepäck beäugen. Sie sind interessiert an unserer Ausrüstung. Als wir die Landkarte unserer Tour zeigen, sind sie sprachlos. Rohloff haben sie nur mal gehört, zollen uns viel Respekt und schwingen sich später auf ihre superleichten Racebikes. Durch Vichy mit viel Verkehr, lange Bergauffahrt wird mit 14% Gefälle im Downhill ganz schnell egalisiert. Lapalisse, kleiner Ort mit großem Schloß. Regen, Regen ... 75km 650Hm. In voller Regenmontur los, wird es zunehmend trocken und heiß. Es läuft gut heute. Erst ruhige Straßen, dann Kanalradweg und schließlich Bahnradweg bis ins Zentrum von Paray le Monial. Schöne Altstadt .Zwei Wiener Radler kommen gerade auch von Santiago d.C. auf den CP., großer Erfahrungsaustausch. Die superfreundlichen CP-Eltern geben uns einen Restauranttipp. Das exquisite Menü übertrifft alle unsere Erwartungen. Leben wie Gott in Frankreich. Allein das Käsebuffet zum Schluß und je drei Kuchenversucherle vom Feinsten bringen Kalorien für 2 Radtage. Wir können das gut gebrauchen. 60km 500Hm.

Tag 70-71: Paray-Blanzy- Seurre: Nach sehr starken Gewittern in der Nacht rollen wir morgens am

Kanal de Centre entlang und werden gleich einmal von älterem Radler-Paar überholt. Sie haben weniger Gepäck als wir. Wenn sie die Karte studieren, rollen wir an ihnen vorbei usw. Beim Mittagspicknick in Genelard sitzen wir zusammen am Tisch. John und Trudy, 78+73 Jahre, aus Kalifornien, ohne Zelt auf Europatour. Es wird eine großartige Unterhaltung. Zum Abschluß gibt er mir mit auf den Weg: „Bruno, schau mich an, du hast noch 10 Jahre bis zu meinem Alter, du kannst noch alles erreichen, nutze sie.“ 45km 200Hm. Am Kanal weiter entlang über Chagny und Verdun s.l. Doubs nach Seurre. Viele einsame und ruhige Landstraßen. 85km 250Hm.

Tag 72-74: Seurre-Gray-Baulay. Es ist Pfingst-Montag, das hatten wir überhaupt nicht auf dem Schirm. Wo einkaufen? In F kein Problem, selbst Aldi + Co. haben geöffnet. Auf ruhigen Feiertagsstraßen geht es immer nahe, aber nie direkt an der Saone über Lamarche bis Gray. Wir genießen leichten Rückenwind und sind zeitig am CP. Historische Altstadt mit vielen Leerständen, tlw trostlos. 80km 350Hm. Heute wechseln sich die Schauer und Gewitter ab, ungemütlich. Regenzeug an-aus-an-aus. Finden urigen CP in Baulay. Nur 1 WoMo und 5 Radreisende in der Obstbaumwiese. Treffen Hermann aus NL, der vor 10 Tagen in Ruhestand gegangen und sofort auf Radreise gestartet ist. Da für den nächsten Tag viel Regen gemeldet ist, legen wir dann einen Ruhetag ein und quartieren uns für die 2. Nacht im Chambre d’hòte bei Jean-Pierre und Claudette ein. Nach einer morgendlichen Wanderung leisten wir Hermann bei starkem Regen unter dem Vordach Gesellschaft. Nacheinander kommen noch 8 Radreisende an, darunter eine junge Familie aus Gerolstein auf Radtour ans Mittelmeer in strömendem Regen und vollem Ostfriesennerz. Die Kinder, Moritz, 6 J, eigenes Bike, und Frederick 1,5. Bei diesem Wetter basteln wir Papierflieger mit ihnen. Der Chef geht später mit den beiden auf die Weide. Unserer Anfrage auf ein Abendessen hat die Chefin zugestimmt. Und so sitzen Hermann und wir, die Gerolsteiner und ein belgisches Radlerpaar zusammen mit Jean-Pierre und Claudette an einer langen Tafel im großen Wohnzimmer. Claudette musste nachmittags noch einkaufen und zaubert ein vorzügliches 4-Gänge-Menü auf den Tisch. Jean-P. ist der Conferencier, leitet die Vorstellung der Teilnehmer, die Geschichte des Hauses uvam, eine vergnügliche vielsprachige Unterhaltung, die uns allen noch lange in sehr guter Erinnerung bleiben wird. Die beiden leben diesen CP und das Chambre d’hòte und wir lieben es. Diese Erlebnisse sind es, die Reisen interessant machen.

Tag 75-77 Baulay-Epinal-Baccarat-Saverne. Nach dem gemeinsamen reichlichen Frühstück im Wohnzimmer gibt es eine herzliche Verabschiedung. Dann über Hügel mit teils knackigen Steigungen bis Corre, wo Saone und Vogesen-Kanal zusammentreffen und gemütlich den Kanal entlang über Selles und Montmortier bis kurz vor Epinal. 85km 430Hm. Von Epinal folgen wir Kanal und Mosel nach Norden. Flach und langweilig biegen wir vor Chambres in die Hügel ab und finden sehr schöne und ruhige Straßen über einen Höhenrücken bis Baccarat/s.Meurthe. Sehr familiärer CP am Fluß mit Holzfeuer-Grill, den wir für unsere kurzfristig erworbenen Thunfisch-Steaks nutzen. 65km 500Hm. Von der Sonne geweckt und schon ziemlich warm rollen wir über Sarrebourg bis Niderviller. Genießen eine lange Pause direkt am Rhein-Marne-Kanal. Ein kleiner Umweg über den wunderschönen Radweg am alten Kohle-Kanal bringt uns dann bis Saverne wo wir uns mit sehr vielen Radreisenden eine große Zeltwiese teilen. 80km, 600Hm.

Tag 78-80: Saverne-Bärenthal-Dahn/D-Ludwigshafen/Rh. Jetzt sind wir schon in heimatlichen Gefilden unterwegs. Die Landschaft ist wieder etwas abwechslungsreicher. Wald, Reben, Obst-Wiesen, Felsen. Über Ingwiler bis Bärenthal. 50km, 440Hm. Am nächsten Tag über Hanauer Weiher und das schöne Ludwigswinkel bis CP Dahn. 50km 300Hm. Da es die nächsten Tag bis 36 Grad heiß werden soll, bleiben wir nur eine Nacht. Die Schlußetappe von rund 100km und 400Hm bewältigen wir bei angenehmen Temperaturen von 26 Grad dann recht locker.

Fazit: Äußerst vielseitige und teils sehr anspruchsvolle Strecke mit traumhaften Landschaften. Viele Begegnungen mit Einheimischen, aber auch Radlern und Pilgern, machten diese Reise zu einem einmaligen Erlebnis für uns. Die Gesamtstrecke war rund 4.300km und 41.000 Höhenmeter. Wir übernachteten 43 Mal im Zelt.

Besonders interessierte Herbergseltern und Hosts informierten wir anschließend, dass wir wieder gesund zu Hause angekommen sind. Eine eindrucksvolle Antwort aus Spanien geben wir hier kurz wieder.
“Sure I remember you. I am so glad you accomplished your goals. Please always have us in your hearts as we will have you for sure.
It has been a great honor to have been part of your trip. We will always be here for you. Best regards, Xavier.”


Muchas Gracias, dem ist nichts hinzuzufügen.
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#1511245 - 07.10.22 07:10 Re: Olhao/Portugal bis Ludwigshafen/Rh in 80 Tagen [Re: brunocbx]
qrt
Mitglied Übernachtungsnetzwerk
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Unterwegs in Namibia

Tolle Reise, danke für den Bericht. Rentnern ist doch herrlich schmunzel
Liebe Grüsse
Kurt
May the road rise to meet you
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#1511269 - 07.10.22 15:21 Re: Olhao/Portugal bis Ludwigshafen/Rh in 80 Tagen [Re: qrt]
brunocbx
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Ja, "rentnern" ist herrlich, wenn man noch Ziele hat. Ein Muskel, der nicht bewegt, ein Geist, der nicht gefordert wird, bildet sich zurück. Deshalb ist "dieses" Reisen u.a. für uns so wichtig. Wir wurden unterwegs hin und wieder von WoMos angesprochen, wieso wir uns in unserem Alter noch so etwas wie zelten und radeln ohne "E" antun. Ganz einfach: "weil wir es können"
Im Übrigen ging unsere zuvor berichtete Reise auch ins "Niemandsland" hier Albanien.
Rundreise Albanien, dann bis Österreich (Reiseberichte)
Viele Grüße
Bruno
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#1511284 - 07.10.22 21:08 Re: Olhao/Portugal bis Ludwigshafen/Rh in 80 Tagen [Re: brunocbx]
natash
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Eine schöne Tour habt Ihr gemacht und auch viel gesehen und erlebt.
Manche Stellen sind mir bekannt, andere ein wenig und Portugal kenne ich nur am nördlichen Douro und das ist auch schon sehr viele Jahre her.
Merci also für die spannenden Appetithappen, ich nehme einen schönen, samtig-kräftigen Rotwein vom Douro dazu.

Gruß

Nat
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#1511286 - 07.10.22 22:35 Re: Olhao/Portugal bis Ludwigshafen/Rh in 80 Tagen [Re: brunocbx]
Uli aus dem Saarland
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In Antwort auf: brunocbx
Wir wurden unterwegs hin und wieder von WoMos angesprochen, wieso wir uns in unserem Alter noch so etwas wie zelten und radeln ohne "E" antun. Ganz einfach: "weil wir es können"

Ja, diese verständnislosen Fragen kenne ich auch. Ich finde euren Reisestil großartig. Ich bin ein halbes Jahrzehnt "jünger schmunzel " als du - und euer Bericht macht mir Mut, dass mir doch noch ein paar gute Jahre zum Radeln (mit Zelt und Kocher) bleiben. Auch die Aussage eurer amerikanischen Reisebekanntschaft fand ich sehr treffend und motivierend.
Also, herzlichen Dank für den tollen Reisebericht. Im französischen Teil hab ich viel wiedererkannt. Und der Rest weckt die Neugier.
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#1511291 - 08.10.22 00:23 Re: Olhao/Portugal bis Ludwigshafen/Rh in 80 Tagen [Re: brunocbx]
cyclerps
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Beachtlich.
Von Portugal über den Hanauer Weiher und Ludwigswinkel nach Ludwigshafen.
Diese Variante durch den Urwald des Nord Elsass bzw Pfälzer Wald um Heim zu kommen muss einem erstmal einfallen.
Gruss
Markus
Forza Victoria !

When nothing goes right -> go left!
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#1511315 - 08.10.22 16:42 Re: Olhao/Portugal bis Ludwigshafen/Rh in 80 Tagen [Re: cyclerps]
brunocbx
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Hallo Markus,
wenn Du von der Auvergne kommend viele Strecken an Fluß und Kanal entlang geradelt bist, freust Du Dich zum Abschluß, auf die wunderschönen Touren im Elsaß und natürlich im Dahner Felsenland. Die Alternative, von Saverne am Rhein entlang zurück, schließt sich durch unseren Unwillen für flache Flußradwege, selbstverständlich aus. Unsere lange Abwesenheit von den Enkeln mussten wir danach mit diesen natürlich mit ein paar "Zeltnächten" in Dahn wieder gutmachen. Sie lieben es und wir auch, waren ja "geübt".
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#1511317 - 08.10.22 16:55 Re: Olhao/Portugal bis Ludwigshafen/Rh in 80 Tagen [Re: Uli aus dem Saarland]
brunocbx
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Hallo Uli und auch Natash, behaltet Eure Neugier und stillt sie. Es war unsere erste Reise in Portugal und Spanien überhaupt.

"Wer an der Küste bleibt, kann keine neuen Ozeane entdecken" (Magellan)

Viele Grüße
Bruno
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#1511325 - 08.10.22 22:07 Re: Olhao/Portugal bis Ludwigshafen/Rh in 80 Tagen [Re: brunocbx]
Hansflo
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beeindruckende Radreise, da kann man nur staunen - und gratulieren!
Vielen Dank für den umfangreichen Bericht!

Hans
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#1511400 - 10.10.22 07:16 Re: Olhao/Portugal bis Ludwigshafen/Rh in 80 Tagen [Re: brunocbx]
qrt
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Unterwegs in Namibia

Hallo Bruno
Dem kann ich nur zustimmen, Bewegung und neue Eindrücke halten jung. Zusätzlich kann man dann auch abends ohne Bedenken bezüglich Bauchgrösse, so richtig futtern.
Wir sind jetzt in Südafrika und das Unverständnis bezüglich dieser Art zu reisen hält mit der Bewunderung nicht schritt. Und auf ein solches "you are crazy" können wir lachend sagen, dass wir das gerne sind.
Liebe Grüsse
Kurt
May the road rise to meet you
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#1511706 - 13.10.22 09:10 Re: Olhao/Portugal bis Ludwigshafen/Rh in 80 Tagen [Re: qrt]
kaman
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Beiträge: 370
Wie sah bei euch die Wartung unterwegs aus. Meine 8-fach Kette würde z.b. keine 4000km mitmachen.
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#1511791 - 13.10.22 17:05 Re: Olhao/Portugal bis Ludwigshafen/Rh in 80 Tagen [Re: kaman]
brunocbx
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Hallo Kaman,
wir fahren beide mit Rohloff-Schaltung. Unsere Kette KMC E1 hält ca 8000km. Die Kette wird je nach Regen/Matsch eher unregelmäßig mit dem Lappen abgerieben und geölt.
Da wir beide ziemlich identisch ca. 7000-8000km p.a. pedalieren hatte ich vor drei Jahren den direkten Vergleich einer SRAM PC870 und KMC X1 (heute: E1) eher zufällig getestet. Ergebnis PC870 max. ca. 6000km, KMC 8000km. Da ich unterwegs keine unnötigen Probleme haben möchte, entschied ich mich seither für die KMC.
Viele Grüße
Bruno
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#1512747 - 23.10.22 10:12 Re: Olhao/Portugal bis Ludwigshafen/Rh in 80 Tagen [Re: brunocbx]
Bafomed
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Sehr schöne Reise, die ihr da gemacht habt - und was innereuropäische Strecken anbelangt sicher eine der längsten, die hier im Forum vorgestellt wurden. Auch die teilweise beachtlichen Höhenmeter, die ihr an einigen Tagen zurückgelegt habt, sind aller Anerkennung wert. Gut gefallen hat mir vor allem aber die Routenwahl, bei der mir die eine oder andere Gegend bekannt vorkommt. Beim Mitlesen habe ich u.a. versucht nachzuvollziehen, wie ihr ab Burgos das Kantabrische Küstengebirge überquert habt. Ihr gebt ja an, den Portillo de Lunada gefahren zu sein. Welche Strecke seit ihr denn da konkret ab Burgos gefahren? Und wie war das Verkehrsaufkommen dort? Das interessiert mich vor allem, weil ich bei meiner zweiten Überquerung des Kantabrischen Küstengebirges ab Santander nicht wie beim ersten Mal über Reinosa gefahren bin (zu viel Verkehr aufgrund der damals noch nicht fertiggestellten A-66), sondern mich für den den Puerto de la Trueba (1166 m) über Vega de Pas und Selaya auf der Ca-262 und danach auf der C-631 entschied, was sich als echter Volltreffer erwies, da diese alte Nebenstrecke praktisch autofrei war:

Aufstieg zum Puerto de la Trueba

Die kleine Nebenstraße führt weitgehend parallel zu einer nie fertiggestellten Eisenbahnlinie aus Zeiten der Franco-Diktatur:

Geisterbahnhof

Den Lunada-Pass hatte ich damals bei der Planung zwar auch zunächst ins Auge gefasst, dann aber auf Anraten meines spanischen Radfahr-Freundes verworfen und mich für den Trueba-Pass entschieden, nach dessen Überquerung wir in Medina de Pomar übernachtet haben.

Viele Grüße
Martin

Geändert von Bafomed (23.10.22 10:22)
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#1512853 - 24.10.22 18:14 Re: Olhao/Portugal bis Ludwigshafen/Rh in 80 Tagen [Re: Bafomed]
brunocbx
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Hallo Martin,
danke für Dein Kompliment.
Als wir aus Burgos Richtung Santander nördlich herausgeradelt sind, gab es anfangs noch den großstädtischen Kfz-Verkehr mit kurzen Schnellstraßen-Teilstücken, der nach ca. 6km immer weniger wurde. Dann fanden wir zufällig den Radweg und sukzessive die nachstehenden Übersichtsschilder



Daraus wird die Anfangsstrecke ersichtlich, dessen Bahnradweg wir lange nachgefahren sind. Ortschaften: Poza del Sal/Bureba, Ona, Trespaderne, Übernachtung bei Moneo. Alles autofrei oder nahe Ortschaften quasi autofrei.


Ab Moneo gab es übersichtlichen Kfz-Verkehr, der sich ab El Ribeiro auf ca. 20 Kfz/Stunde reduzierte. Am Pass noch 5 Kfz/h. Insgesamt kommode Steigung mit recht gutem Asphalt; wir mussten nirgends schieben. Wir können diese Strecke nur empfehlen. Ab Lierganes sind wir nicht nach Santander hinein, sondern direkt nach Osten, Laredo, abgebogen.

Der Blick vom Pass nach West. Eine grandiose Aussicht und natürlich dementsprechende Abfahrt. Von 1.350m bis auf ca. 150m. Wir mussten oben öfters anhalten um das Panorama zu genießen.


Viele Grüße
Bruno
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#1512885 - 24.10.22 22:56 Re: Olhao/Portugal bis Ludwigshafen/Rh in 80 Tagen [Re: brunocbx]
Bafomed
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Hallo Bruno,
vielen Dank für die Informationen und die illustrierenden Fotos. Das schaue ich mir mal im Detail auf der Karte an und vergleiche dann mal beide Routen.
Viele Grüße
Martin
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