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#1501354 - 09.06.22 19:04 Pedelec-Gedanken nach 1200km...
Spessarträuber
Mitglied
Themenersteller
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Beiträge: 556
Hallo mit 73 Jahren kaufte ich mir auch ein Pedelec, dazu meine Gedanken.

1. historische Altstrassen, Handelswege ( Via Regia, Via Claudia, Frankfurt-Leipzig vor 150 Jahren, Gotthardpass, San Bernhardino usw.) wurden wegen Pferdezug von Kaufmannswagen auf max. ca. 8% Steigung trassiert.

Eine Steigung die auch mit Gepäck als Fahrradnutzer bewältigt werden kann, ohne Elektrik.

Alte Bauern- oder Dorfstrassen wurden tels bis 20% trassiert, das war aber kein Problem. Dort wurde Holz, Heu, Steine zum Hausbau usw. nur abwärts transportiert. Ebenso vom Bergdorf ggf. zu verkaufende Gerste, Käse und Heimarbeitsprodukte.

18% Steigung mit Gesamtfuhre von 120kg, Fahrer, 18kg Rad, Gepäck für 1 bis 2 Wochen, Essen, Regenkleidung usw. sind für Nichtsupersportler nicht fahrbar. Eine Fahrgeshcwindgkeit von 3,6m/s bei 18% Stegung erfordert dann 200W Tretleistung. Mit nur 3,6km/h Fahren eine rumeierei. Wenn 250W zusätzlich schieben.....

Meine Folgerung, Pdedelec erschliessen ganz andere landschaftlich, historisch und kulturell interessante Reisewege und Ziele. Auch für weniger hochsportliche Vielfahrer.

Z.B. Oberharzer Wasserregal, der Goldene Steig von Passau nach Böhmen auf den Spuren der Salzsäumer, im Spessart Birkenhainer Strasse und den Eselsweg. Entlang des Kammes des Erzgbirge. In Frankreich das macif-central. In Österreich Wald- und Mühlviertel usw.

Ich war lezte Woche im Spessart, sehr schön, empfehlenswert, zB. von Lohr, Rechtenbach, Maragrethenhof, Aurora, Klosterkuppel, BischbornerHof, Lichtenau, Weibersbrunn, Echterspfahl, Mespelbrunn und zurück...

Sportliche können das auch ohne E-Bike............

Oder anders, Pedelecfahren geht auch anders als im grössten Gang ihm Turbomodus und bei 30 Pedalundrehungen mit 14km/h dahinrollen an Flussuferstrecken.

Vor 3 Jahren fuhr ich ohne E-Technik von Anklam über Usedom nach Masuren, ich kenne Fernstrecken, zB. 2017 Bodensee-Köningsee, spüre aber mit 73 Jahren langsam Grenzen.

Geändert von Spessarträuber (09.06.22 19:07)
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#1501379 - 09.06.22 22:27 Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... [Re: Spessarträuber]
panta-rhei
Mitglied
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Beiträge: 7404
Unterwegs in Britisches Territorium im Indischen Ozean

In Antwort auf: Spessarträuber

Meine Folgerung, Pdedelec erschliessen ganz andere landschaftlich, historisch und kulturell interessante Reisewege und Ziele.


Keine Frage.

Ein Elektro-Motorrad oder ein gar Elektroauto würden aber da noch gaaaanz andere Reisewege und Ziele erschliessen! cool SCNR

Schön, dass Du Freude am Reisen hast - viel Spass!
Liebe Grüsse - Panta Rhei
"Leben wie ein Baum, einzeln und frei doch brüderlich wie ein Wald, das ist unsere Sehnsucht." Nâzim Hikmet, Dâvet
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#1501388 - 10.06.22 08:11 Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... [Re: panta-rhei]
nebel-jonny
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 259
panta-rhei das hört sich irgendwie nicht gut an was du da schreibst…. müde
Ich lies hier im Forum schon länger mit .Aber als hier die ersten Beiträge von Pedelecs auftauchten das wurde einfach nur abwegig kommentiert.Vielleicht sollte man hier mal ein Unterforum aufmachen für elektrische Fahrräder oder diese an ein entsprechendes Pedelec Forum weiterleiten.So 2/3 aller Räder die mir entgegenkommen elektrisch eine sehr erfolgreiche Geschichte .Bin ich jetzt als Radfahrer eine Randfigur oder habe ich Minderwertigkeitskomplexe weil ich nicht mehr dazugehöre? Ok ich werde mir jetzt auch ein Pedelec kaufen vorausgesetzt ich kann nicht mehr laufen.Irgendwie muss ich ja meine Mobilität beibehalten.Da kommt mir so ein Krankenfahrstuhl grade recht.Aber das dauert noch .Benutzung den nur kurzfristig da schon so gut wie tot.Wenn ich nicht mehr kann fahre ich 5 km Rad hab nicht völlig verausgabt und gut ist.Fahrrad der Umwelt zu Liebe!Hat sich schon mal jemand überlegt wieviel Elektroschrott in 10 Jahren anfällt wenn die ersten Akkus schlapp machen und keiner mehr in so ein Oldschool Pedelec investieren will.
So jetzt aber wieder rauf aufs Rad kein Rückwind heute son Mist auch zu anstrengend vielleicht doch mit Auto …….
Also ne ne ne….
Wer kauft sich den noch hier ein elektrisches Fahrrad weil er schlapp macht?
Gruß

Geändert von nebel-jonny (10.06.22 08:14)
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#1501390 - 10.06.22 08:30 Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... [Re: nebel-jonny]
Juergen
Moderator
abwesend abwesend
Beiträge: 12984
Wir machen mit Sicherheit kein Unterforum für Pedelecs auf. Wir lassen aber auch den Vergleich mit Krankenfahrstühlen nicht zu.
Wenn jemand einen Bericht über seine Reise Erfahrungen mit dem Pedelec schreibt, dann akzeptiert das bitte und lasst es sein, diskriminierende oder beleidigende Kommentare zu verfassen.
° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° °
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#1501395 - 10.06.22 09:16 Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... [Re: Spessarträuber]
Martina
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 17350
Vorneweg: bei mir muss niemand begründen, warum er ein Pedelec fährt, ich finde im Gegenteil Erfahrungsberichte immer wertvoll. Ich entnehme daraus, dass sich dir neue Möglichkeiten erschlossen haben, das ist immer gut. Aber daraus zu schließen, dass das für alle Nichtsupersportler genauso gelten muss halte ich nun auch nicht für hilfreich. Ich bin bestimmt keine Supersportlerin, fühle mich aber eigentlich nicht von den von dir geschilderten Strecken ausgeschlossen.

In einem Parallelthread gehts ja um England. Dort habe ich zum ersten Mal erlebt, dass ich an die Grenzen des von mir Fahrbahren komme. Das liegt vor allem daran, dass es dort einfach keine sorgfältig trassierten Straßen mit höchstens 8 Prozent Steigung gibt, man muss überall damit rechnen, dass 20 Prozent Steigung vorkommen und kann solche Steigungen eben nicht durch geschickte Routenplanung vermeiden. Hierzulande geht das aber und es ist auch meistens problemlos möglich z.B. ein Stück auf dem Kamm des Erzgebirges langzufahren, solange es Spaß macht und wenn man nicht mehr kann abzufahren und die Reise erstmal auf einer flacheren Route fortzusetzen. Natürlich *muss* das niemand so machen, ich wollte nur sagen, dass ich mich auch als Nichtsupersportlerin ohne Pedelec nicht von solchen Erlebnissen ausgeschlossen fühle. Ich schaffe es höchstwahrscheinlich in diesem Leben nicht mehr, z.B. den Limesradweg am Stück zu fahren und fand ehrlich gesagt auch den Bodensee-Königssee-Radweg schon vor vielen Jahren anstrengend, aber ich bin ja niemand gegenüber verpflichtet, das alles an einem Stück zu fahren.

Disclaimer: das ist eine Momentaufnahme, ich kann nicht ausschließen, dass ich das morgen anders sehe.
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#1501397 - 10.06.22 09:22 Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... [Re: Martina]
Margit
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 5524
In Antwort auf: Martina
dass 20 Prozent Steigung vorkommen
die muss ich sogar mit Pedelec schieben und das ist mit dem schweren Vehicle viel anstrengender als mit einem leichten Rad.
Viele Grüße
Margit
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#1501402 - 10.06.22 10:01 Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... [Re: Margit]
Martina
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 17350
In Antwort auf: Margit
In Antwort auf: Martina
dass 20 Prozent Steigung vorkommen
die muss ich sogar mit Pedelec schieben und das ist mit dem schweren Vehicle viel anstrengender als mit einem leichten Rad.


Mit dem bepackten Tandem ists auch mühsam....
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#1501405 - 10.06.22 10:24 Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... [Re: Spessarträuber]
Der Patriarch
Gewerblicher Teilnehmer
abwesend abwesend
Beiträge: 47
Moin

schon wegen meines Berufs habe ich die Entwicklung der Pedelecs von Anfang an sehr intensiv verfolgt. Ich finde, dass die Dinger ein Fluch oder ein Segen sein können.

Sicher ist Radfahren pur und ohne Strom, auf einem perfekt an mein Fahrkönnen und an meine Körperlichkeit angepasstem Fahrrad, auf den zu mir passenden Wegen, ein hoher Genuss. Das bedeutet aber damit auch, das ich als großer, älterer, schwerer Mann und mit allerlei Gebrechen, nie an einem Nürburgring-Training für Radfahrer teilnehmen kann, ohne mich über alle Maßen zu quälen. Mit einem sehr guten Freund, der schwer Rheuma hat, sind wir aber da gewesen und es war ein sehr großer Spaß und die Rennradfahrer haben sich nicht gelangweilt, versprochen!
Dazu haben wir uns, mit sehr großem Aufwand, Pedelecs auf Maß bauen lassen. (Das war ein Teil meines Berufs) Die Idee dahinter, ich kann an einem ganz normalen Fahrrad eine Leistungssteigerung erzielen, wenn ich den Fahrer auf ein für Ihn zugeschnittenes Rad setze. (ein 55kg Mensch ist vermutlich klein und leicht, erzeugt wenig Drehmoment und braucht daher ein leichtes, wendiges Rad, bei dem der Rahmen eher wendig und agil sein wird. Aber ein 120kg Muskelmensch ist eher groß und erzeugt Drehmoment wie ein Traktor. Der wird eher einen SUPERFESTEN Rahmen brauchen und eine Sitzposition brauchen, die seine Leistungsentfaltung unterstützt, denn 120kg sind am Berg eher doof!)
Unsere Idee, wir nehmen ein theoretisch optimales Fahrrad und lassen dieses mit einem Motor bauen. Diesen Motor lassen wir so programmieren, (geht heute nicht mehr) dass die Unterstützung zu den Tretgewohnheiten des Fahrers passt und Ihn dort unterstützt, wo der Mensch hebeltechnisch und motorisch seine Schwächen hat. So müssten sich ein optimal ausgenutzter „Mensch“ und ein E-Antrieb optimal ergänzen. „:-) Und diese Dinger hat es gegeben!! :-)“ Mit so einem Pedelec lassen sich jetzt auch Strecken bewältigen, die sonst einen gewissen Schrecken beinhalten und eigentlich gemieden werden.

Zum Fluch: Was ich auf der Straße sehe, sind (Achtung leicht übertrieben) Einheitsrahmen, mit einer Einheitssitzposition, Leuten drauf, die vom Radfahren mitunter keine Ahnung haben und die Rücktrittbremse für das einzig optimale Verzögerungsinstrument ansehen. Diese Leute fahren jetzt Wege, die Sie ohne E-Antrieb nie fahren würden, mit einer Geschwindigkeit die Sie vorher nie gefahren sind und in einer Sitzposition, mit der Sie ohne Akku noch nicht mal zum Bierholen fahren würden. Beim Kauf wird die Unterstützung auf eine hohe Stufe gestellt und locker mit den Füßen an der Erde und dem Lenker direkt vor der Nase eine „flotte“ Runde gedreht. Die Benutzung der Gangschaltung ist eher überflüssig und eine Körperspannung eher hinderlich. Doch sind 25km/h für manche Menschen, an matschigen oder unübersichtlichen Stellen recht schnell……..(Bitte weiterdenken)

Nun habe ich 2 Fahrräder, eines mit und eine ohne Strom und ich liebe beide. Doch wenn ich 3 Wochen mit Strom gefahren bin, bemerke ich, dass mir das Fahren auf dem „normalen“ Rad recht schwer fällt. In diesen 3 Wochen hat sich meine motorische Art mit Körperspannung umzugehen und diese in eigenen Vortrieb zu verwandeln, einfach verändert. Auch ich habe demnach den Motor für mich schaffen lassen und eigene Körperspannung mehr oder weniger unterlassen….? Ich habe mir daher angewöhnt, so oft ich kann, den Strom auszumachen oder die Fahrräder regelmäßig zu tauschen.
Und….. läuft ein Pedelc ohne Strom schwerer? Na klar, deutlich und wenn es dazu noch „dumm“ gebaut oder gekauft wurde, um so mehr. Trotzdem liebe ich mein Pedelec und werde es bei bestimmten Strecken, (siehe Nürburgring-Nordschleife) mit größtem Vergnügen aus dem Keller wuchten!

Grüße Thomas
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#1501407 - 10.06.22 10:39 Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... [Re: Der Patriarch]
Margit
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 5524
In Antwort auf: Der Patriarch
Und….. läuft ein Pedelc ohne Strom schwerer?
aber wenn es mal in Fahrt ist, dann läuft es. Diese Woche mal auf 37km einen 24er Schnitt geschafft. War zwar ebenes Gelände und das Pedelec schaltet die Motorunterstützung bei 25km/h ab, aber für mich war es ein Glücksgefühl, welches ich mit dem Rad ohne Motor nicht gehabt hätte bier
Viele Grüße
Margit
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#1501408 - 10.06.22 10:56 Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... [Re: Der Patriarch]
Juergen
Moderator
abwesend abwesend
Beiträge: 12984
In Antwort auf: Der Patriarch

Und….. läuft ein Pedelc ohne Strom schwerer? Na klar, deutlich und wenn es dazu noch „dumm“ gebaut oder gekauft wurde, um so mehr.
Meines läuft bauartbedingt nur wegen des Mehrgewichtes von Akku und Motor schwerer. Aber ich muss ja auch keinen Boschgenerator auf Touren bringen. zwinker
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#1501409 - 10.06.22 11:04 Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... [Re: Der Patriarch]
HeinzH.
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 10818
In Antwort auf: Der Patriarch
(....)Und….. läuft ein Pedelec ohne Strom schwerer? Na klar, deutlich und wenn es dazu noch „dumm“ gebaut oder gekauft wurde, um so mehr.
Auf die meisten Pedelecs von der Stange trifft dies sicher zu.
Maßgeschneiderte individuell aufgebaute Pedelecs, wie sie von einigen Forumsmitgliedern wie mir bevorzugt werden wiegen inkl. Akku vier bis sechs Kilogramm mehr als gleichartige Biofahrräder, laufen aber ebenso leicht wie jene:
Sofern der jeweilige eAntrieb über einen echten* Freilauf verfügt.
Gruß aus Münster,
HeinzH.

*Es gibt auch unechte Freiläufe, bei denen etwaige Getriebe- oder andere Verluste elektrisch "wegsimuliert" werden.
Demokratie lebt davon, daß sich die Bürgerinnen und Bürger aktiv einbringen...

Geändert von HeinzH. (10.06.22 11:12)
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#1501411 - 10.06.22 11:40 Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... [Re: Der Patriarch]
BeBor
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 7471
In Antwort auf: Der Patriarch
Ich finde, dass die Dinger ein Fluch oder ein Segen sein können.

Das trifft wohl exakt so zu.

Ich nähere mich gerade mit großen Schritten (Unfall, Erkrankung, altersbedingter Verschleiß) ebenfalls einer Lebensituation, in der ich wohl über eine Elektrofizierung nachdenken muss, wenn ich weiterhin mit dem Rad mehr als nur Kurzstrecken zurücklegen möchte. Und ich sehe gleichzeitig, dass der Schritt zum E-Bike in meiner Umgebung im Regelfall sehr viel leichter und sehr viel früher im Leben erfolgt, gleichzeitig mit viel weniger Gedanken dazu, als ich mir welche mache.

Der "Normalfall" ist hier (regional traditionell sehr hoher Fahrradanteil) inzwischen, dass bereits der rüstige Mittdreißiger beim Fahrradkauf intensiv in Richtung E-Bike gedrängt wird. Fahrräder ohne Motor gelten nahezu als vorsintflutliche Steinzeittechnik. Mag sogar sein, dass das Fahren eines Nicht-Elektrofahrrades in bestimmten Kreisen bereits als soziales Stigma (... ein "richtiges" Fahrrad kann er sich nicht leisten...) empfunden wird, wenn alle Freunde und Bekannten längst elektrifiziert sind. Niemand aus dieser Käuferschicht macht sich besondere Gedanken über Fahrradtechnik, wie zum Beispiel die Tauglichkeit eines reinen Muskelbetriebes, wenn mal der Akku leer ist. Oder um die Reparaturmöglichkeiten, wenn das Rad erst ein paar Jahre alt ist. Gerade vor ein paar Tagen berichtete mir eine Dame aus meinem Bekanntenkreis, dass sie allergrößte Probleme hat, für ihr Kalkhoff-Fahrrad von ca. 2012 einen Ersatzakku zu bekommen. Das ist ganz offensichtlich geplante Obsoleszenz.

Ähnliches gilt für Werkstattservice im Allgemeinen. Früher brachte man sein Rad zur Werkstatt, im besten Falle konnte man nach kurzer Zeit weiterfahren, im weniger guten Falle ließ man es dort und holte es vielleicht am Folgetag ab. Inzwischen haben auch Fahrradwerkstätten es verstanden, aus Servicearbeiten hochdotierte Wertschöpfung zu machen. Ohne vorherige Terminabstimmung geht im Regelfall gar nichts. Teure Pflichtinspektionen sind Voraussetzung für die gesetzliche Gewährleistung. Für die Entgegennahme des Rades ist nicht mehr ein beliebiger Blaukittel zuständig, sondern ein geschulter Kundenberater, der auch gleich eroieren kann, ob dem Kunden nicht noch ein Extra-Gimmik fürs Rad oder ein schickes Jäckchen für den auch visuell standesgemäßen Auftritt erfolgreich angepriesen werden kann. Bei einem auch in diesem Forum bekannten großen Radhändler in Bocholt konnte ich vor drei Monaten beobachten, wie kurz vor Geschäftsöffnung etliche PKW mit Anhänger oder Fahrradträgern auf den Hof rollten, um ihre Räder zur Wartung, Inspektion oder Reparatur abzugeben. Kennzeichen der Autos waren u. a. D(üsseldorf), MG (Mönchengladbach), einige aus dem Ruhrgebiet, einige aus den Niederlanden. Da kommen für einen einzigen Fahrradservice mit Bringen und Abholen gern mal Gesamtfahrstrecken von 300 Kilometern zustande. Ob sich da irgendwer Gedanken macht, dass das auch in die ach so positive Umweltbetrachtung eines E-Bikes mit einfließen muss?

Mein Fazit: Sehr gespalten. Ich will aber den Leuten nicht die Freude am E-Antrieb vermiesen. Schon gar nicht denen, die ein Leben lang die Pedale mit Muskelkraft bewegt haben, das aber im Alter irgendwann nicht mehr so richtig können, aber gern dabeibleiben möchten. Ohne damit ein E-Bike zum Behindertenvehikel abzustempeln. Ein bisschen mehr individuelle Überlegung würde aber gut tun, ob man wirklich jedem Trend folgen muss. Der Zug ist allerdings wohl abgefahren. Es wird im Massengeschäft wohl keine Rückkehr mehr geben zum simplen, muskelbetriebenen Fahrrad. Genau so, wie man sich auch heute keinen Schwarzweißfernseher mehr kauft.

Bernd

Mit Fahrrädern? So mit selber treten? Wo ist denn da der Sinn? (Heinz Erhardt im Film “Immer diese Radler”)

Geändert von BeBor (10.06.22 11:43)
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#1501412 - 10.06.22 11:58 Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... [Re: BeBor]
Martina
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 17350
In Antwort auf: BeBor

Ähnliches gilt für Werkstattservice im Allgemeinen. Früher brachte man sein Rad zur Werkstatt, im besten Falle konnte man nach kurzer Zeit weiterfahren, im weniger guten Falle ließ man es dort und holte es vielleicht am Folgetag ab.


Das ist entweder regional verschieden oder muss schon wirklich lange her sein. Ich kann mich jedenfalls nicht erinnern, jemals ein Rad am Folgetag abgeholt zu haben, es hat im Gegentum früher gefühlt immer ewig gedauert, weil die Radläden eine Einmannshow waren. Über zumindest eine Ankündigung, dass man gedenkt, sein Rad vorbeizubringen, war man schon immer froh und ab und zu bekam man dann durchaus auch zu hören, dass es nächste Woche besser passen würde.

Zitat:

Inzwischen haben auch Fahrradwerkstätten es verstanden, aus Servicearbeiten hochdotierte Wertschöpfung zu machen. Ohne vorherige Terminabstimmung geht im Regelfall gar nichts.


Ich bin mir nicht so richtig sicher, was da Ursache und was Wirkung ist. Die Räder werden auch ohne E-Antrieb technisch immer aufwändiger und damit wartungsintensiver.
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#1501413 - 10.06.22 12:34 Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... [Re: BeBor]
Wendekreis
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 3573
Ich gehöre zu der nach und nach ausgestoßenen Minderheit von E-Bike-Verweigerern, und werde dabei bleiben. Ich muß zugeben, dass ich mir schon vor einiger Zeit ein passendes Pedelec ausgesucht hatte. 5000 Euro war mir dann aber doch eine zu große Investition für ein Gerät, das ich nicht unbedingt haben muß. Bei meinen Reisegewohnheiten muß ich in einigen Punkten umdisiponieren. Die von dir beschriebenen Auswüchse bei den Reparatur- und Serviceleistungen sind mir ebenso ein Dorn im Auge. Mein jetziges Rad warte ich selber. Ich musste daran denken, dass ich meinen ersten VW-Käfer für 300 Mark von einem Verwandten kaufte, und damit lange Jahre auch ins Ausland reiste. Die Wartungsarbeiten führte ich selbst durch: Zündzeitpunkt-Einstellung etwa nach Augenmaß und Gehör, später mit Stroboskoplampe.

Altersbedingt meide ich Überanstrengung, steige rechtzeitig am Berg ab. Der anstehende, behäbige Fußmarsch ist gut für die Bewegung der Beine und deren Durchblutung. Diskriminierung als Tölpel habe ich noch keine erfahren. Zum wöchentlichen Großeinkauf mit Schwerlast lasse ich mich von einer meiner Töchter mit dem Auto kutschieren.
Gruß Sepp
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#1501414 - 10.06.22 13:17 Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... [Re: BeBor]
lufi47
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 1902
Das ist mir im Ganzen zu allgemein.
Der erste grundlegende Fehler in dieser Betrachtung ist, das es Käufer sind die vorher normal Rad gefahren sind.
Nein, es sind Erstkäufer denen es einfach Spaß macht mit den Erädern zu fahren.
Es geht nach meiner Erfahrung den Allermeisten nicht um ökologische Aspekte oder monitäre Abwägungen. Sie haben einfach Spaß am Eradfahren und auf kurzen Strecken mit hoher Unterstützung ist es auch nicht anstrengend.
Dazu kommt, das im Moment sehr viel freies Geld in den Familien vorhanden ist. Fernreisen und Restaurantbesuche fielen über zwei Jahre mehr oder weniger aus. Durch Homeoffice wurde weniger Auto gefahren, also weniger getankt.
Ich fragte neulich in der Werkstatt meines Vertrauens nach, wieviel das durchschnittliche Erad im Jahr fährt.
Max 1000 Kilometer, eher weniger.
Ach ja, auf meiner letzten Radreise durch die Niederlande stellte ich fest, das es dort nur drei Radtypen mehr gibt. Erstens Rennräder in rauhen Mengen, zweitens Eräder in großer Stückzahl und drittens eine kleine Gruppe alter Schrotträder.
Die Gruppe der gepflegten guten Reiseräder fehlte komplett.

Gruß
Lutz

Geändert von lufi47 (10.06.22 13:19)
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#1501418 - 10.06.22 14:03 Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... [Re: lufi47]
Martina
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 17350
In Antwort auf: lufi47

Die Gruppe der gepflegten guten Reiseräder fehlte komplett.


Das ist das eigentliche Problem an der Sache. Die Gruppe derjenigen, die weder (um auf den Ausgangspunkt des Threads zurückzukommen) weder Supersportler sind und deshalb auch ein entsprechendes Rad fahren können und wollen noch so wenig fahren, dass sie keine großen Ansprüche ans Rad stellen war schon immer klein. Und sie wird noch viel kleiner dadurch, dass offensichtlich alle glauben, für diese Gruppe seien Pedelecs genau das richtige. Im Moment (wohl gemerkt im Moment) will ich aber ein nichtelektrisches alltags- und langstreckentaugliches Rad mit einer Übersetzung und Sitzposition, die meiner Leistungsfähigkeit angemessen ist. Und das gibt es immer seltener.
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#1501419 - 10.06.22 14:05 Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... [Re: lufi47]
errwe
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 940
In Antwort auf: lufi47
Niederlande <...> Die Gruppe der gepflegten guten Reiseräder fehlte komplett.
Die gibt's halt nicht mit Hängerkupplung für den Wohnwagen.

Die Studis fahren bei uns noch konventionelle Räder, wenngleich die Retro-Teile weniger zu werden scheinen. Die Berufspendlers fahren zunehmend ebikes, vermutlich aber eher als Alternative zu PKW / ÖPNV. Hier klappt der Umstieg. (Er hätte aber wohl meist auch mit konventionllen Rädern geklappt.)

Ich selbst hoffe, in der Ebene noch sehr lange konventionelle Räder zu fahren, auch wenn ich wg. Arthrose wohl bald auf einen Damenrahmen umsteigen muss. (Petten geht, auf-/absteigen nicht; immerhin habe ich neulich ich ein gutes gebrauchtes bekommen, weil die Vorbesitzerin ein Firmen-eBike erhalten hat.) Ob ich noch in 10 Jahren ein normales Rad fahren kann? Hoffentlich. Verwandte konnten in meinem aktuellen Alter schon wegen Knieproblemen nicht mehr Rad fahren. Und auch kaum zum ÖPNV gehen. Die hätten sich über den elektrischen Krankenfahrstuhl gefreut.

Jemand aus dem Freundeskreis mit Herzschwäche überlegt, ins Hügelland zu ziehen. In der Gegend gibt's keine alten Bahntrassen, die die Steigung begrenzen. Da wird die Wahl wohl eher auf das eBike fallen. Statt auf's Auto.

Über den eBike-Müll mache ich mir Gedanken. Sehe darin aber kein besonderes Problem gegenüber anderem Elektro-, vor allem Akku-Müll. (Wer im Forum hat kein oder nur wenig Akku-Werkzeuge? Wer nutzt noch das Telefon an der Schnur? Das zumindest machen wir, wenngleich nicht ausschließlich.)


Geändert von errwe (10.06.22 14:05)
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#1501420 - 10.06.22 14:10 Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... [Re: lufi47]
BeBor
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 7471
In Antwort auf: lufi47
Der erste grundlegende Fehler in dieser Betrachtung ist, das es Käufer sind die vorher normal Rad gefahren sind. Nein, es sind Erstkäufer denen es einfach Spaß macht mit den Erädern zu fahren.

Genau das scheint mir regional sehr unterschiedlich zu sein und kann in Deiner Umgebung natürlich so sein. Hier (Westmünsterland) kommt nahezu jeder sozusagen mit dem Fahrrad auf die Welt bzw. hat eines in Keller oder Garage. Und selbiges wird inzwischen mit Mitte 30 fast zwangläufig elektrisch. Ansonsten geht es mir überhaupt nicht um Missgunst beim Spaß. Man kann aber als Nebeneffekt des Spaßes beobachten, dass gerade an tourisch attraktiven Nahzielen die E-Biker hordenweise aufschlagen. Wenn man es positiv als Impuls für Wirtschaft und Gastromomie betrachten will, meinetwegen.

Hier kann man zudem auch noch die Gruppe der Käufer beobachten, die vor Längerem mit Mitte oder Ende Fünfzig das Fahrradfahren eigentlich beendet hatten, aber sich mit 20 Jahren Übungsdefitzit jetzt auf ein E-Bike schwingen. Die Folgen stehen im Lokalblatt mehrfach wöchentlich zu lesen, manchmal redaktionell, manchmal unter den Todesanzeigen.

Am anderen Ende der Altersskala tauchen übrigens die elektrischen Kinderräder auf. Ganz kürzlich sogar als Sonderangebot im Wochenprospekt bei einem der großen Discounter. Gerüchteweise soll es schon Entschuldigungsschreiben von Eltern für die Schule gegeben haben, weil Bubi sich nicht auf den Schulweg machen konnte, da der Akku vom Rad leer war.

In Antwort auf: lufi47
Dazu kommt, das im Moment sehr viel freies Geld in den Familien vorhanden ist. Fernreisen und Restaurantbesuche fielen über zwei Jahre mehr oder weniger aus.

Da ist sicher was dran. Meine regionale Beobachtung ist dennoch, dass hier auch vor der Pandemie schon das gleiche Szenario herrschte.

In Antwort auf: lufi47
Ich fragte neulich in der Werkstatt meines Vertrauens nach, wieviel das durchschnittliche Erad im Jahr fährt. Max 1000 Kilometer, eher weniger.

Schwer zu sagen, welche Schlussfolgerung man daraus ziehen kann. Sind das (tendenziell) 20 Wochenendausflüge á 50 Kilometer. Oder sind das (tendenziell) 250 Alltagsfahrten zum Brötchenkaufen etc. oder gar zur Arbeitsstelle á 4 Kilometer? Wenn die Wochenendausflüge lustvoller Genuss waren, den man ohne Motor am Rad nicht gehabt hätte, hat sich das Geld fürs E-Bike gelohnt. Die vier Alltagskilometer hätte man zumindest bei >meiner< topografischen Umgebung auch mit dem Muskelrad zurücklegen können. Das spräche dann auch für die von mir im Vorbeitrag vorsichtig unterstellte Gedankenlosigkeit beim Käufer.

In Antwort auf: lufi47
Ach ja, auf meiner letzten Radreise durch die Niederlande stellte ich fest, das es dort nur drei Radtypen mehr gibt. Erstens Rennräder in rauhen Mengen, zweitens Eräder in großer Stückzahl und drittens eine kleine Gruppe alter Schrotträder.

Da wäre es jetzt interessant, bei den Elektrischen eine Vergleichszahl zu den vorgenannten 1000 Kilometern in D zu haben. Ich glaube, dass die Niederländer im Alltag viel mehr und öfter das Fahrrad benutzen, als das in den meisten deutschen Landstrichen der Fall ist, auch topografieabhängig. Das holländische Mittelgebirge (Maasduinen, Velouwe) erreicht Gipfelhöhen von ca. 80 Metern, der hochalpine Teil der Niederlande (Limburg) kommt auf ca. 300 Meter.

In Antwort auf: lufi47
Die Gruppe der gepflegten guten Reiseräder fehlte komplett.

Immerhin hast Du, sofern mit "gutem Reiserad" unterwegs, ja für den positiven Impuls gesorgt schmunzel.

Bernd
Mit Fahrrädern? So mit selber treten? Wo ist denn da der Sinn? (Heinz Erhardt im Film “Immer diese Radler”)
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#1501424 - 10.06.22 14:14 Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... [Re: Spessarträuber]
errwe
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 940
In Antwort auf: Spessarträuber
<...> 1. historische Altstrassen, Handelswege <...> max. ca. 8% Steigung trassiert. Eine Steigung die auch mit Gepäck als Fahrradnutzer bewältigt werden kann, ohne Elektrik.
<...> Alte Bauern- oder Dorfstrassen wurden tels bis 20% trassiert, das war aber kein Problem. Dort wurde Holz, Heu, Steine zum Hausbau usw. nur abwärts transportiert. <...>
Meine Folgerung, Pdedelec erschliessen ganz andere landschaftlich, historisch und kulturell interessante Reisewege und Ziele. Auch für weniger hochsportliche Vielfahrer.

Der Hinweis auf die Veränderung der Routen ist wichtig, danke. Manche Wege / Siedlungen wurden ja auch erst durch die Verbreitung der KfZ weiter erschlossen (PassSTRAßEN [statt Wege], Hangsiedlungen). Dadurch verschob sich das "neue normal".
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#1501425 - 10.06.22 14:34 Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... [Re: Juergen]
nebel-jonny
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Hi
Ich werde mich hüten hier jemand zu beleidigen.Und das Pedelec nimmt mir das nicht übel.Sorry meine etwas ruppige
Wortwahl .Aber ich hoffe auch hier einen etwas längeren Tread angestoßen zu haben.
Gruß
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Off-topic #1501426 - 10.06.22 15:34 Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... [Re: BeBor]
LudgerP
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In Antwort auf: BeBor
..., der hochalpine Teil der Niederlande (Limburg) kommt auf ca. 300 Meter.
Der höchste holländische Berg ist der Drachenfels am Rhein (321m).

Ludger

...duckundwech
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#1501428 - 10.06.22 16:19 Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... [Re: nebel-jonny]
errwe
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In Antwort auf: nebel-jonny
Aber ich hoffe auch hier einen etwas längeren Tread angestoßen zu haben.
Gruß
Mit deinem Beitrag? Denke ich nicht. Die hier mitdiskutieren, kommen ja "alle" vom normalen Rad. Die eBike-Hipster lesen hier nicht mit. Für alle anderen gibt es wohl nur einen graduellen Unterschied von
In Antwort auf: nebel-jonny
Ok ich werde mir jetzt auch ein Pedelec kaufen vorausgesetzt ich kann nicht mehr laufen
zu "jetzt macht das Herz bergauf nicht mehr mit". Meine Schwiegermutter kam mit 85 auch nicht mehr den "Hausberg" hinauf. Ist dann aber gleich der Rollator geworden. Das eBike hätte geholfen, war ihr aber zu suspekt. (Sie hatte auch nie einen Führerschein.) Andere über 80jährige aus dm Sportverein haben sich aber für den Hausberg doch ein eBike gekauft, jetzt bleibt das Auto, mit dem sie gefahren sind, als sie noch 40 waren, halt zu Hause.
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#1501430 - 10.06.22 16:37 Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... [Re: nebel-jonny]
tomrad
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Ja, ich habe mich, wie vielleicht auch Jürgen, über den "Krankenstuhl" etwas geärgert. Gut, dass du das jetzt relativiert schmunzel.
Ich persönlich bin froh, dass es "E" gibt. Ich bin -noch mit "M"- im Mai in der Oberpfalz und Oberfranken unterwegs gewesen, aber die Strecke zwischen Bad Berneck über Fichtelberg nach Mitterteich hatte es schon in sich. Ächz, keuch. Da gab es schon Momente, wo ich mir ein Pedelec gewünscht hätte...
Und die Schüler, die dort mit E fahren, haben mein Verständnis.
Ich sehe bei mir persönlich auch den Alterungsprozess und, wenn dann etwa Erkrankungen oder Unfälle auftreten, sollte man doch froh sein, weiter seine Lieblingsbeschäftigung ausüben zu können. Und wenn andere früher nicht gerne Fahrrad gefahren sind und jetzt Spaß am Pedelec haben, ist es doch in Ordnung.
Über die Umweltbelastung durch Akkus etc. mache ich mir wenig Gedanken. Man möge das mal ins Verhältnis setzen zu den Akkus in E-Autos, den Energieverbrauch bei der Produktion von Panzern, Wärmedämmverbundsystemen, etc.pp.. Geschweige denn der Treibstoffausstoß durch Hochgeschwindigkeitsfahrten und Fliegerei.
Klar stört es mich auch, dass es im Verhältnis immer weniger unmotorisierte Tourenradfahrer gibt und man als solcher von allen (Rennradlern, Gravellern, Pedelecfahrern) abgehängt wird. Und ich hätte auch die zulässige Höchst-Unterstützungs-Geschwindigkeit von Pedelecs eher bei 20, als bei 25 km/h angesetzt.
Und es stört mich auch, dass Fahrradwartung immer komplizierter wird. Allerdings konnte ich bei meinem ersten und letzten Auto vor über 30 Jahren auch nur Reifen und Öl wechseln und nicht selbst den defekten Auspuff ersetzen und die Bremsen reparieren.
Trotzalledem halte ich das Pedelec für eine schöne Sache, vor allem -aus meiner jetzigen Perspektive- als Rückfalloption.
Liebe Grüße Tom
Sämtliche Rechtschreibfehler würden durch Autokorrektur verursacht.
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#1501433 - 10.06.22 17:15 Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... [Re: tomrad]
jutta
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Ich würde mir sehr gern ein kaufen. Aber zum einen muss ich erst mal meine Gehzeuge reparieren lassen, und zum anderen habe ich schon Mühe, mein unE vom Keller nach oben und wieder runter zu befördern.
Gruß Jutta
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#1501434 - 10.06.22 17:33 Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... [Re: jutta]
tomrad
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Ja, das stimmt schon. Die weit verbreiteten Bosch-Pedelecs wiegen meist über 25 kg. Bei meinem verstorbenen Bruder bekam ich den Hinauftransport (ich darf nicht schwer heben) über etwa 8 Stufen mit der Schiebehilfe so einigermaßen hin. Beim Hinabtransport (auch über längere Treppen) habe ich mir das langsame Fahrrad mit beiden Händen am Lenker haltend schrittweise hinabgehen und dabei von Stufe zu Stufe Bremsen immer wieder kurz lösen und wieder anziehen angewöhnt. Funktioniert ganz gut, auch mit beladenen Reiserad.
Liebe Grüße Tom
Sämtliche Rechtschreibfehler würden durch Autokorrektur verursacht.
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#1501435 - 10.06.22 17:52 Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... [Re: tomrad]
irg
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Mei, mein Vater hatte nie Lust, ein Pedelec zu kaufen. Sein Problem im hohen Alter war das Stehenbleiben ohne Zaun zum Anhalten, nicht das Treten. Mit 87 hat er seine letzte, anspruchsvolle, Tour durch Slowenien nach Venedig gemacht, mit 92 musste er Radfahren aufhören. Ich hoffe, ich schaffe das ähnlich.

Steilere Steigungen wären für mich kein Grund, auf Strom um zu steigen. Ich kann ja schieben. Wo ich auf jeden Fall einen Vorteil des Pedelecs sehe: Wenn die Leistungsunterschiede hoch sind, kann ein Pedelec ausgleichen. Und manche brauchen aus gesundheitlichen Gründen eines, wollen sie weiter auf Tour gehen. Eine Bekannte ist z.B. trotz MS mit dem Trike ans Schwarze Meer gefahren, aus unserer Gegend.

Ob ich je eines kaufe, weiß ich nicht. Ich bin kein Supersportler, komme aber immer noch hin, wo ich will, auch wenn ich mit steigendem Alter gerne höhenmeteroptimierter fahre. Ich brauche halt länger.

Was das an die Bedürfnisse angepasste Rad, das sich Martina wünscht, angeht, denke ich, dass das immer mit gewissen Umbauten vor sich gehen wird. Die Räder von der Stange passen eigentlich fast niemandem. Da wäre etwas Kreativität von Händlern gefragt, statt dem Rat zum Pedelec.

Lg!
georg

Geändert von irg (10.06.22 18:00)
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#1501436 - 10.06.22 17:58 Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... [Re: errwe]
panta-rhei
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In Antwort auf: errwe
Mit deinem Beitrag? Denke ich nicht. Die hier mitdiskutieren, kommen ja "alle" vom normalen Rad. Die eBike-Hipster lesen hier nicht mit.


Naja, das ist sich aber im ändern begriffen. Bis jetzt haben sich hier viele Leute mit EBike gemeldet, die aus Gesundheits/Altersgründen kein Fahrrad mehr fahren können. Und häufig auch keine grossen EBikereisen machen.

Nun haben wir aber auch schon (nach eigenen Aussagen) völlig gesunde Mitdreissiger, die nach Tips für EbikeTouren durch F fragen ... das illustriert den aktuellen Trend:
Muskel ist out, E ist in. Dementsprechend sind die Verkaufszahlen für Fahrräder (nicht Ersatzteile) massiv in den Keller gerauscht und EBikes haben fast schon einen Marktanteil von 50%!

In Antwort auf: errwe

Andere über 80jährige aus dm Sportverein haben sich aber für den Hausberg doch ein eBike gekauft, jetzt bleibt das Auto, mit dem sie gefahren sind, als sie noch 40 waren, halt zu Hause.


Schön, dass das bei Dir so ist. Die Zahlen, die ich im Kopf habe sind anders: EBike ersetzt normalerweise eine Fahrt per Rad, nur in <10% eine per Auto. Was auch kein Wunder ist.
Liebe Grüsse - Panta Rhei
"Leben wie ein Baum, einzeln und frei doch brüderlich wie ein Wald, das ist unsere Sehnsucht." Nâzim Hikmet, Dâvet
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#1501437 - 10.06.22 18:01 Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... [Re: irg]
Martina
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In Antwort auf: irg


Steilere Steigungen wären für mich kein Grund, auf Strom um zu steigen. Ich kann ja schieben.



Ist das wirklich eine Alternative? Jemand, der Schwierigkeiten hat, einen Berg mit dem Rad hochzufahren, wird doch mit relativ großer Wahrscheinlichkeit noch mehr Schwierigkeiten haben, den selben Berg hochzuschieben, zumindest wenn das Rad bepackt ist.
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#1501438 - 10.06.22 18:12 Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... [Re: Martina]
irg
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Klar steigt die Anstrengung mit steigendem Alter, mir macht das aber nicht viel aus. Auf meiner letzten Tour mit meinem elend schweren holländischen Reiselieger bin ich einige Bergerln und Berge hinauf gekommen, mit Tourengepäck fürs Campen.

Seltsam war eine Wortmeldung bei der letzten Tour. Erst wurde ich irritiert gefragt, warum ich mit dem Liegerad fahre. "Weil es unglaublich gemütlich ist", war meine Antwort. Dann wurde ich gefragt, warum ich mir kein Pedelec kaufe. Da hat jemand etwas gar nicht verstanden. Das Fahrgefühl am Lieger ist entspannt wie nur möglich (ich fühle mich wie ein Couchpotato auf Rädern), das Treten am Rad stört mich ja nicht. Und gut 100km/Tag sind ja nach wie vor kein Problem für mich.

Soweit sind wir schon: Entspanntes Fahrgefühl am Rad wird von manchen mit Pedelec gleich gesetzt. Mir tut so jemand eher leid.

Lg!
georg

Geändert von irg (10.06.22 18:13)
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#1501439 - 10.06.22 18:17 Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... [Re: Spessarträuber]
panta-rhei
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Unterwegs in Britisches Territorium im Indischen Ozean

In Antwort auf: Spessarträuber
Hallo mit 73 Jahren kaufte ich mir auch ein Pedelec
...Auch für weniger hochsportliche Vielfahrer.


Das mit dem Verweis auf die "weniger sportlichen Vielfahrer" hat m.e. bei den AltersEbikern hier (zu denen ich vielleicht auch mal gehöre) so eine Art Gewissensentlastungsfunktion cool (bestes Beispiel hier ist unser lieber Heinz): Weil man selber nicht mehr so kann (wie früher) stellt mann schmunzel die heute als zur anstrengend empfundene Fahrradnutzung (mit Hänger, in den Bergen) als etwas da, dass "Normalsterblichen" eh nicht möglich (oder zumutbar) ist.

Ist m.e. grober Unfug - schade, dass sich Ebiker genötigt fühlen, sowas hier zu verbreiten. Sowohl Kids per Rad zu transportieren als auch im Gebirge (latuernicht MIT Gebaeck) unterwegs zu sein, ist sehr wohl gut von völlg durchschnittlichen Radler:innen zu bewältigen!

Leute, steht einfach dazu:
mit zunehmendem Alter (und alterstypischen Krankheiten wie KHK etc.) SINKT die Leistungsfähigkeit einfach - hat nix damit zu tun, was ein Mensch im jungen bis mittleren Alter leisten kann!
Liebe Grüsse - Panta Rhei
"Leben wie ein Baum, einzeln und frei doch brüderlich wie ein Wald, das ist unsere Sehnsucht." Nâzim Hikmet, Dâvet
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