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#1468226 - 03.05.21 07:38 Re: Hundeabwehr nachts beim wildcampen? [Re: Keine Ahnung]
Juergen
Moderator
abwesend abwesend
Beiträge: 11611
Die Antwort von kangaroo und die ausufernde Diskussion ist gelöscht.
kleiner Hinweis: Wenn ihr Beiträge liest, die klar gegen die Regeln verstoßen, dann meldet den Beitrag, Wir kümmern uns dann eher drum.
Danke!
° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° °
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#1468231 - 03.05.21 08:26 Re: Hundeabwehr nachts beim wildcampen? [Re: panta-rhei]
irg
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 5120
Hallo!

In Antwort auf: panta-rhei
In Antwort auf: panta-rhei
Habe schon apps gesehen - aber besser vielleicht noch eine Version für den Garten (Batteriebetrieb):
https://www.hausgarten.net/pflanzenschutz/tierabwehr/hundeabwehr-im-garten.html

Kennt das jemand?


Hat jemand schon so etwas im eigenen Garten getestet: https://www.weidezaun.info/voss-sonic-28...rderabwehr.html

Skeptisch stimmt mich, dass es anscheinend zusätzlich einen Blitz braucht ... auch frage ich mich, wie das mit dem Abstrahlwinkel beim Zelten geht...


Hundeabwehr in der Nacht hatte ich glücklicher weise noch nicht nötig. (Ich würde dafür am ehesten zur Kalashnikow raten, aber das ist aus mehreren Gründen nicht ernst gemeint.)

Hundeabwehr unterwegs war bei mir immer wieder ein Thema, auch mit wirklich kritischen Kötern. In manchen abgelegenen griechischen Gegenden nehme ich immer einen Bambusstecken mit, den kennen sie. Dazu habe ich immer ein Pfefferspray mit. Es ist in Griechenland nicht legal, aber was sind die Alternativen? Mich genüsslich anknabbern lassen? Da lasse ich es lieber auf eine Anzeige an kommen.
Den Dog Dazzer habe ich auch mit.

Zur Anwendung: Um Erfolg zu haben, muss man die Biester leider ziemlich nahe heran kommen lassen, egal ob man Pfeffer oder Hochfrequenztöne anwendet. Der Hersteller des Dog Dazzers warnt ausdrücklich davor, ihn auf größere Entfernung oder länger an zu wenden. Denn dann haben die Hunde eine gute Gelegenheit, zu entdecken, dass Ton und Pfeffer zwar unangenehm sind, aber eigentlich harmlos. Dann hast du ein richtiges Problem.

Pfefferspray in der Anwendung: Nahe ran kommen lassen (meisten leider kein Problem, weil die Biester schnell näher sind, als einem lieb sein kann), dann einen gezielten Schuss ins Gesicht abgeben. Hat bei mir funktioniert, ich möchte aber möglichst keine Gelegenheit mehr haben, es wieder zu brauchen. (Die Pfeffersprays der Exekutive oder der Park Ranger gegen Bären sind andere Kaliber, mit denen kann auch auf größere Entfernungen gesprüht werden. Die bekommen wir aber nicht, und sie sorgen sicher bei der Entdeckung für ernsthafte Schwierigkeiten.)

Dog Dazzer in der Anwendung: Das selbe wie beim Pfefferspray: Wenn das Biest nahe dran ist und hohe Töne noch gut hört, rennt es wahrscheinlich/hoffentlich. Oder, wenn es schlecht hört, eben nicht. Hat bei mir geklappt oder auch nicht.

Diverse Marder/Mäuse/Yeti-Verscheucher mit Hochfrequenz mit Dauerbeschallung: Siehe oben, Dog Dazzer, dürfte die Wirkung unwahrscheinlich sein. Ein Nachbar am Campingplatz hat damit versucht, die Mäuse zu vertreiben. Ich nehme eher an, die haben in der Nacht einen flotten Reel dazu getanzt und sich gefreut, dass die Menschen jeden Blödsinn glauben. Im Ernst: Das Ding war den Viecherln vollkommen egal.

Hunderudel sehe ich allgemein als riskant. Zusammen fühlen sie sich stark. Hunderudel in der Nacht ist noch einmal riskanter, weil die Biester viel Zeit haben, sich an den Radlfahrer heran zu wagen und ihn austesten können. Dazu kommt, dass es nicht möglich sein wird, alleine die ganze Nacht durch auf der Hut zu sein, um auf eine neue Eskalation sofort reagieren zu können. Was man dagegen tun kann, weiß ich allerdings auch nicht. In größeren Gruppen radeln wäre eine Möglichkeit, aber das mögen die meisten von uns nicht. Ich muss gestehen, dass ich ungern in Ländern/Gegenden radle, in denen ernsthafte Hundeattacken häufig vorkommen.

lg!
georg

Geändert von irg (03.05.21 08:26)
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#1468254 - 03.05.21 12:37 Re: Hundeabwehr nachts beim wildcampen? [Re: Juergen]
kangaroo
Mitglied
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Beiträge: 1033
Sorry nochmal an alle, ich hab echt Angst vor dem angeblichen Freund des Menschen. Manchmal spricht man dann Dinge aus die man sich denkt in seiner Furcht.
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#1468256 - 03.05.21 12:54 Re: Hundeabwehr nachts beim wildcampen? [Re: kangaroo]
Juergen
Moderator
abwesend abwesend
Beiträge: 11611
Deine Entschuldigung ist angenommen. Danke dafür und mehr Worte, auch von anderen, sind nicht notwendig.
° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° °
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#1468291 - 03.05.21 20:45 Re: Hundeabwehr nachts beim wildcampen? [Re: Juergen]
harald.m
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 39
Unterwegs in Deutschland

Das Mittel der Wahl für Carnivore ist Capsaicin Spray. Muss in die Augen gesprüht werden. Ein furchtloser Wissenschaftler berichtet nach "real world" Tests mit Bären (Hunde sind referenziert) in dieser Publikation "Bears tested in this study did not make themselves available for follow-up" :-))) http://www.bearstudy.org/website/images/...y_Repellant.pdf
Wenn kommerzielles Pfeffer Spray verboten ist, dann kann das durch Extraction von Cayenne Pfeffer in Sonnenblumenöl oder Auflösen einer Tube Hansaplast Wärmesalbe in Öl während der Reise hergestellt werden. Kommerzielle Produkte verwenden laut Patentliteratur eine Ethylenglykol/Alkohol/Wasser Mischung. Ich würde das dann mit einer geleerten Sprühflasche Glasreiniger die auf Strahl gestellt ist versprühen. Das Mittel muss in die Augen, man muss also dicht ran. In der Nacht ist dabei eine LED Lampe mit fünf Zilliarden Lumen nützlich um die Angreifer zu verwirren.
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#1468320 - 04.05.21 07:50 Re: Hundeabwehr nachts beim wildcampen? [Re: panta-rhei]
Need5Speed
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 179
Habe neulich in Christoper Schacht´s Buch "Mit 50 € um die Welt" über eine seiner Erfahrungen mit einer Hundemeute in der Nacht gelesen. Da half ihm glücklicherweise ein Esel beim Vertreiben. Aber nicht immer hat man einen Esel zur Hand. Ich würde zu Stock, Steinen, Trillerpfeife und Pfefferspray greifen. Eben alles was greifbar ist.
Mit sportlichen Grüßen und allzeit gute Fahrt!
Heinz
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Off-topic #1468394 - 04.05.21 18:38 Re: Hundeabwehr nachts beim wildcampen? [Re: panta-rhei]
mr.bicycle
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 87
Mei Hund der dud fei nix
...bei rodfohrer ... isser a ned immer locker ...
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#1468405 - 04.05.21 20:04 Re: Hundeabwehr nachts beim wildcampen? [Re: panta-rhei]
Streckenplanverweigerer
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 85
Die besten Erfahrungen hab ich damit gemacht, Hunde anzusprechen. Wenn sie in Hörweite kommen, fange ich an mit ihnen zu reden. Als wären es alte befreundete Bekannte. Die Sprache und welche Worte man benutzt, das ist egal. Entscheidend ist, dass man mit seiner Stimme den Eindruck vermittelt, "Ich gehöre hier hin und bin hier sicher!".
Bei scharfen Wachhunden funktioniert das allerdings nicht. Bei ganzen Rudeln verwilderter Hunde in der Türkei aber sehr gut. Ich mache das mittlerseile auch bei Hasen und Rehen, die früh morgens meinen Weg zu eng kreuzen. Und ich würde das mittlerweile auch bei Bären und Wölfen so machen.


Vor dieser Einsicht hatte ich im Balkan ne Druckluft-Hupe am Lenker. Als Druckbehälter ne gängige PET-Getränkeflasche. Wiederbefüllbar mit Fahrradpumpe. Airzound oder so änlich hieß die. Leider war nach 4 Wochen der Verbindungsschlauch poröß und undicht. Austauschen mislang.
Bis dahin hat sie bei fast allen Hunden auf kurze Distanz gewirkt und den nötigen Vorsprung mit dem Rad gebracht. Beim Wildcamping wär mir das aber zu auffällig. Ich will ja keine Menschen anlocken.


In Anatolien hat sich eines Abends beim Abbiegen von der Straße eine streunende magere Hündin zu mir gesellt. Bis ich eine geschützte Stelle zum Zelten gefunden hatte lief sie neben mir her. Als das Zelt stand, rollte sie sich daneben zusammen. Die Stücke von meinem Brot, die ich ihr gab, hat sie nicht gefressen. Und sie schlief schon, als ich noch meine Zähne putzte. Früh morgens gegen 4 Uhr fing sie an zu knurren. Ich kroch aus dem Zelt und sah ein Rudel stämmiger Hunde in 80 Meter Entfernung das sich auf uns zu bewegte. Für eine Unterhaltung war es mir zu früh. Also hab ich einige Steine in Richtung Rudel geworfen. Das half. Sie verzogen sich. Die Hündin schlief sofort wieder weiter. Ich hab ihr geglaubt und hab auch noch zwei Stunden ohne Stöhrung geschlafen.

Grüße,
Jan
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#1468435 - 05.05.21 00:06 Re: Hundeabwehr nachts beim wildcampen? [Re: Streckenplanverweigerer]
panta-rhei
Mitglied
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 6815
Unterwegs in Britisches Territorium im Indischen Ozean

In Antwort auf: Streckenplanverweigerer

...
Ich kroch aus dem Zelt und sah ein Rudel stämmiger Hunde in 80 Meter Entfernung das sich auf uns zu bewegte. Für eine Unterhaltung war es mir zu früh. Also hab ich einige Steine in Richtung Rudel geworfen. Das half.


Hm. Vielleicht bin ich einfach zu ängstlich. Steine schmeissen hat gereicht, um dann weiterzuschlafen?!
Liebe Grüsse - Panta Rhei
"Leben wie ein Baum, einzeln und frei doch brüderlich wie ein Wald, das ist unsere Sehnsucht." Nâzim Hikmet, Dâvet
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#1468436 - 05.05.21 00:10 Re: Hundeabwehr nachts beim wildcampen? [Re: panta-rhei]
iassu
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 22659
Ich hatte nie die Erfahrung, daß Steinewerfen nachhaltigen Erfolg hat. Diese Standardlösung halte ich für ein Märchen. Egal ob man trifft oder nur simuliert: die Beeindruckung ist doch sehr überschaubar. Und selbstverständlich radelt man gefühlt den ganzen Tag durch Geröllwüsten, dann aber, wenn die Meute kommt, ist man in der Sahara und nix Werfbares bis zum Horizont ist erkennbar. Auch die eigene Trinkflasche kann man nur einmal werfen.....
Gruß Andreas
Onkel Ju 2
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Off-topic #1468443 - 05.05.21 08:11 Re: Hundeabwehr nachts beim wildcampen? [Re: Streckenplanverweigerer]
Uwe Radholz
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 6311
Ein ehemaliger Kollege konnte auch mit Hunden „kommunizieren". Er ist mit ihnen aufgewachsen, hat auch selbst immer Hunde gehalten. Ich konnte das mehrfach erleben, wenn ich mit ihm unterwegs war. Ich bin sehr davon überzeugt, dass es ein Vorteil ist, wenn man den Tieren angstfrei begegnet, ihre Signale zu deuten vermag und die passenden Reaktionen zeigen kann. Nur fürchte ich, dass sich das auf die wenigsten von uns übertragen lässt. Wir haben nicht diesen Erfahrungen und viele Hundehalter zeigen, dass sie sogar im Umgang mit dem eigenen Tier nicht souverän sind.
Mir wird es jedenfalls nur schwer gelingen, Ruhe zu bewahren. So vernünftig dies auch sein mag.
Allerdings habe ich die interessante Beobachtung gemacht, dass ich, wenn ich das Pfefferspray dabei hatte, sehr viel weniger von Hunden belästigt wurde. Das kann, dies ist vollkommen klar, erst mal reiner Zufall sein. Und ich bin auch gegen jede esoterische Deutung vollkommen imun. Aber vor Jahren hat hier im Forum bei einer ähnlichen Diskussion ein Forumistos eine bedenkenswerte These aufgestellt. Er meinte, dass mir das Spray, das ich auch kompromisslos einsetzen würde, eine Sicherheit gäbe, die die Hunde wahrnehmen könnten.
Vielleicht, aber diese Überlegung ist klar eine Spekulation, wirken so auch die geworfenen Steine. Anders als Andreas habe ich mehrfach erlebt, dass sie das nicht mögen. Nachdem ich vor zwei Jahren in Georgien angefallen wurde, hatten wir, wir sind zu zweit gefahren, stehts Steine in den Trikottaschen und diese auch mehrfach eingesetzt. Es waren übrigens die streunenden Hunde, die sich davon beeindrucken ließen. Könnte aber eben auch sein, dass es das dadurch dokumentierte entschlossene Verhalten war, dass sie bremste. Ich weiß es nicht.

Das wirksamste Mittel gegen einen Angriff erlebten wir auch im Kaukasus, als mich ein Herdenhund angreifen wollte, der plötzlich bemerkte, dass mein Partner auch noch hinter mir kam. Er blieb kurz stehen, vermutlich um darüber nachzudenken, um wen von uns beiden er sich kümmern müsse. Das tat er mitten auf der Straße, was klar sein Fehler war. Der letzte in seinem Leben. Aber leider hat man nicht immer ein Auto zur Hand, wenn man mal eins braucht....
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#1468445 - 05.05.21 08:43 Re: Hundeabwehr nachts beim wildcampen? [Re: panta-rhei]
irg
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 5120
In Antwort auf: panta-rhei
In Antwort auf: Streckenplanverweigerer

...
Ich kroch aus dem Zelt und sah ein Rudel stämmiger Hunde in 80 Meter Entfernung das sich auf uns zu bewegte. Für eine Unterhaltung war es mir zu früh. Also hab ich einige Steine in Richtung Rudel geworfen. Das half.


Hm. Vielleicht bin ich einfach zu ängstlich. Steine schmeissen hat gereicht, um dann weiterzuschlafen?!


Wenn du die Hunde letal triffst, sicher. grins

Dauerhafte Erfolge habe ich beim Radeln damit nie erlebt, nur etwas mehr Luft, um Abstand her zu stellen. Nächtliche Erfahrungen mit Dauerbelagerungen von Hunden habe ich glücklicher weise keine. Aber warum sollen Hunde, die sich als Meute stark fühlen, auf geben, weil das Opfer ein paar Steine wirft? Das leuchtet wohl auch dem blödesten und labbrigsten Hund nicht ein.

Das Übernachten unterscheidet sich in mehreren Punkten stark vom Durchradeln: Ich bleibe beim Übernachten lange im Revier, in dem sich die Hunde zu Hause fühlen. Die Hunde haben es in der Pfote, die Situation eskalieren zu lassen, nicht du. Die Hunde können entscheiden, wann sie das tun. Du kannst nur aufpassen, um dich zu wehren. Bis du erschöpft umkippst.

Wir hatten einmal aus Ahnungslosigkeit eine lange Nacht mit zwei Bären, die um das Zelt gestrichen sind. Die Bären waren sehr grantig über uns, aber eigentlich sehr nett, sie haben uns nicht gefressen. Die emaillierten Trinkhäferln, mit denen wir Lärm erzeugt haben, haben aber heute noch Macken davon. Ich weiß nicht, wie lange wir im Zelt wach geblieben sind, um die Bären wieder und wieder auf Distanz zu bringen. Ich weiß nur, dass wir irgend einmal in der Früh vollkommen erledigt auf gewacht sind, und die Bären fort waren. Die hätten uns gemütlich filetieren können, bevor wir richtig wach gewesen wären. (Abgesehen davon, dass sie das auch hätten machen können, während wir wach waren. So einem Bären rennst, radelst und kletterst du nur in der Theorie davon. Auch das Taschenmesser als Waffe zum Erlegen reicht nur bei Karl May.)

Mir fällt deshalb nur ein, dass in Gegenden, wo Hunderudel gefährlich sein können, es das einzig Sichere sein dürfte, die Nähe von Menschen zu suchen. Was wieder andere Risiken hervor rufen kann. Oder, du hängst eine Hängematte hoch genug zwischen Bäume. Ein mit mir befreundetes Paar hat das einmal wegen Wölfen gemacht. Als sie im Finsteren aus der Hängematte pinkeln mussten, haben sie alle ihre alpinistischen Fähigkeiten gebraucht. Sie waren not amused.

lg!
georg
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#1468482 - 05.05.21 12:33 Re: Hundeabwehr nachts beim wildcampen? [Re: irg]
natash
Moderator Übernachtungsnetzwerk
abwesend abwesend
Beiträge: 6670
Einzelne wilde Hunde (also die, die nicht herzerweichend um Adoption bettelten, da besteht die Gefahr ja eher ungwollt zum Hund zu kommen) konnte ich auch schon mit Steinwürfen auf Abstand halten, bei den zu einem Hof oder einer Herde gehörigen ist das schwerer. Weil ich eigentlich immer zu zweit (ich un mein Partner) reise und die zweite Person eine eher einschüchternde Statur hat, haben spätestens Steinwürfe aus zwei Richtungen zum Erfolg geführt. Alleine geht das aber nicht.
Problematisch sind auch Rudel, deren Hunde sich gegenseitig aufhetzen. Und nachts im Zelt ist das mit dem Steinewerfen auch nicht so einfach.
Vielleicht hilft Feuer (zb in Form einer Fackel), das mögen Tiere eher nicht und ist sicherlich auch nicht das richtige Mittel in einem trockenen Wald. Aber in einer Wüste vielleicht schon.
Gruß
Nat
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#1468560 - 05.05.21 19:34 Re: Hundeabwehr nachts beim wildcampen? [Re: panta-rhei]
Daffodils
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 12
Dieses Thema beschäftigt RadfahrerInnen seit „Urzeiten“. Als ich die Diskussion hier nachgelesen habe, fiel mir ein wunderbares Buch ein, das ich vor Jahren am Flohmarkt gefunden habe.

Im „Schiefferdecker-Schumacher“, veröffentlicht im Jahr 1900 (!), wurde zur Abwehr von Hunden auf die Entwicklung der sogenannten Revolverglocke hingewiesen. Über eine erfolgreiche Anwendung derselben ist leider nichts bekannt.

[img]https://ibb.co/0qYZXgZ[/img]

aus dem „Schiefferdecker-Schumacher“, S. 194.
Nachdruck von
„Das Radfahren und seine Hygiene“ von Dr.med. Schiefferdecker, a.o. Professor der Anatomie an der Universität Bonn,
Nebst einem Anhang: Das Recht des Radfahrers von Professor Dr. jur. Schumacher, Amtsgerichtsrat zu Köln.
Mit 328 in den Text gedruckten Abbildungen.
Bonn, 1900.

Nachdruck erschienen in: Lessing, Hans-Erhard (Hg.): Fahrradkultur 1. Der Höhepunkt um 1900. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1982.

[img]https://ibb.co/RN34P2d[/img]
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#1468564 - 05.05.21 20:01 Re: Hundeabwehr nachts beim wildcampen? [Re: Daffodils]
StephanBehrendt
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 12861
In Antwort auf: Daffodils
Dieses Thema beschäftigt RadfahrerInnen seit „Urzeiten“.
Richtig. Der Amazon des 19. Jahrhunderts, die Firma Stukenbrok, verkaufte Hundebomben.
------------------------
Grüsse
Stephan
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#1468567 - 05.05.21 20:17 Re: Hundeabwehr nachts beim wildcampen? [Re: StephanBehrendt]
irg
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 5120
Es gab auch Radfahrerpeitschen. Nicht, um Radfahrer damit zu züchtigen, sondern um als Radfahrer Hunde ab zu halten. Das war auch so um 1900 herum. Meine Großmutter hatte in den 1920-er Jahren aber keine mehr.

Wir wissen gar nicht, wie gut es uns geht!

Lg!
georg
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#1468644 - 06.05.21 14:36 Re: Hundeabwehr nachts beim wildcampen? [Re: panta-rhei]
Netsrac
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 19
Ich bin zwar auf meinen Touren noch nie von Hunden bedroht worden (in D, NL oder DK auch eher selten..), würde aber neben evtl. Pfefferspray auf jeden Fall eine Zwille mitnehmen, wenn ich in solche Gegenden fahre. Die erhöht die Reichweite und Zielgenauigkeit enorm und passt in jede Lenkertasche.
Fährst Du noch oder schraubst Du schon...?
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#1468646 - 06.05.21 15:02 Re: Hundeabwehr nachts beim wildcampen? [Re: Netsrac]
iassu
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 22659
Ich hatte in GR so ein Teil dabei. Es ist mir nicht gelungen, bei den um erhöhte Aufmerksamkeit buhlenden Vierbeinern irgendwelche Treffer zu landen oder gar Rückzugsabsichten entstehen zu lassen.
Gruß Andreas
Onkel Ju 2
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#1468670 - 06.05.21 17:29 Re: Hundeabwehr nachts beim wildcampen? [Re: iassu]
snoopy_226k
Mitglied Übernachtungsnetzwerk
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Beiträge: 779
Wobei ich die Steinschleuder schon auch eine gute Idee finde. Die Geste "Stein werfen" erkennt ein Hund sofort im Vergleich zum Spannen der Steinschleuder. Wenn der aber merkt wie schlecht ich werfen kann ist die Schleuder wieder im Vorteil schmunzel schmunzel
Unser Lebenstraum von Nord nach Süd:
http://www.2RadReise.de
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#1468681 - 06.05.21 18:00 Re: Hundeabwehr nachts beim wildcampen? [Re: snoopy_226k]
irg
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Beiträge: 5120
Grundsätzlich ja. Unterwegs auf der Straße kann eine Steinschleuder eine gute Option sein. Aber in der Nacht sehe ich kaum einen Vorteil, nicht einmal, wenn der TE auf einem Steinhaufen übernachtet. Er kann ja nicht die ganze Nacht wach bleiben und Steine schleudern.

lg!
georg
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#1468695 - 06.05.21 20:33 Re: Hundeabwehr nachts beim wildcampen? [Re: irg]
panta-rhei
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Themenersteller
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Unterwegs in Britisches Territorium im Indischen Ozean

In Antwort auf: irg
Grundsätzlich ja. Unterwegs auf der Straße kann eine Steinschleuder eine gute Option sein. Aber in der Nacht sehe ich kaum einen Vorteil, nicht einmal, wenn der TE auf einem Steinhaufen übernachtet. Er kann ja nicht die ganze Nacht wach bleiben und Steine schleudern.

lg!
georg

Das ist das Problem. Steine hatte ich natuerlich gesammelt, gabs jede Menge. Auch einen alten Palmast als Schlagwaffe. Aber eigentlich wollte ich ja schlafen. Vielleicht ist Valium die Lösung schmunzel ...
Liebe Grüsse - Panta Rhei
"Leben wie ein Baum, einzeln und frei doch brüderlich wie ein Wald, das ist unsere Sehnsucht." Nâzim Hikmet, Dâvet
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#1468724 - gestern um 00:12 Re: Hundeabwehr nachts beim wildcampen? [Re: panta-rhei]
Thomas S
Mitglied
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Beiträge: 3182
[b][/b]
In Antwort auf: panta-rhei
Vielleicht ist Valium die Lösung schmunzel ...


Das könnte die Lösung sein, wenn Du es schaffst, das Valium in die Hunde zu bekommen! grins
Gruß
Thomas
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#1468736 - gestern um 07:49 Re: Hundeabwehr nachts beim wildcampen? [Re: panta-rhei]
irg
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 5120
Naja, die Situation in der Nacht ist ziemlich deppert: Du musst, wenn sich Köter um dich zusammen rotten und dich angehen, grundsätzlich mit allem rechnen. Dagegen spricht, dass, in Europa wenigstens, Hunde normaler weise irgendwo eine Grenze haben, bis zu der sie gehen, sprich vielleicht beißen, aber den Menschen am Leben lassen. (Ausnahme: In den Bergen Nordgriechenlands gab es einzelne schwere Attacken von Tieren. Bei einer ist eine Touristin gestorben. Laut Regierung waren es Wölfe, laut anderen Quellen entweder verwilderte Hunde oder Kreuzungen zwischen Hunden und Wölfen. Geklärt wurde das alles nicht wirklich.)

Wie sicher die Erfahrungen von Reisenden sind, ist auch nicht klar: Wer gefressen wurde, erzählt posthum allenfalls über ein Medium.

Wenn du damit zufrieden wärest, irgendwie am Leben zu bleiben (ich wäre es nicht), könntest du selbst das Valium nehmen. Mit dem Restrisiko, dass gerade du der bist, der Pech hat, den es ernsthaft erwischt.

Deshalb fallen mir nur zwei Varianten ein: Nahe bei Menschen zu übernachten, oder in einer größeren Gruppe. Mehrere Menschen sind aus Hundesicht auch ein Rudel, und dazu eines, das Respekt einflößt. Mehrere Menschen können notfalls auch abwechselnd wachen, um die anderen zu warnen. Mehrere Menschen kann man nicht von verschiedenen Seiten her gleichzeitig angreifen.

Es war übrigens interessant zu sehen, dass die alten Ausdrücke wie "Wadlbeißer" stimmen: Von vorne her nett an wedeln, um dann von schräg hinten her einen leisen Angriff aufs Wadl zu machen, das konnte ich bei eher nicht groß geratenen Hunden beobachten. Wenn aber Hunde gemeinsam von mehreren Seiten her einen Radlfahrer angreifen, sehe ich sehr wenige Chancen, ungebissen davon zu kommen.

lg!
georg
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#1468766 - gestern um 10:29 Re: Hundeabwehr nachts beim wildcampen? [Re: panta-rhei]
Streckenplanverweigerer
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 85
In Antwort auf: panta-rhei
Steine schmeissen hat gereicht, um dann weiterzuschlafen?!

Hallo panta-rhei,

in dem Fall hat es gereicht. Ja!
In anderen Fällen, auch im Zelt liegend, hab ich Hunde auch schon einfach ignoriert. Mehr als Schnuppern und weiter ziehen ist noch nicht vorgekommen.
Wenn ich mich nachts von wilden Tieren (Wildschweine, Füchse) zu sehr gestöhrt fühle, hilft in die Hände klatschen und "Hop, Hop" rufen.

Und die Sache mit der Angst oder dem Mut. Ja, ich bin weniger ängstlich als der Durchschnitt. Aber mein Vertrauen in Menschen ist geringer. Wenn sich nachts Menschen meinem Wildcamping-Schlafplatz nähern, dann mach ich mir Sorgen.

Grüße,
Jan
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#1468810 - gestern um 15:27 Re: Hundeabwehr nachts beim wildcampen? [Re: irg]
panta-rhei
Mitglied
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 6815
Unterwegs in Britisches Territorium im Indischen Ozean

In Antwort auf: irg
oder in einer größeren Gruppe. Mehrere Menschen sind aus Hundesicht auch ein Rudel, und dazu eines, das Respekt einflößt. Mehrere Menschen können notfalls auch abwechselnd wachen, um die anderen zu warnen. Mehrere Menschen kann man nicht von verschieden

Ok, vielleicht der Beste Tip, nicht alleine unterwegs sein. Ergo Leute, suche fuer 22 eineN MitradlerIn fuer 3 wo Aegypten! Oder halt kein Wildcamping... seufz ... werde aber sicher son Ultraschallteil mitnehmen.
Liebe Grüsse - Panta Rhei
"Leben wie ein Baum, einzeln und frei doch brüderlich wie ein Wald, das ist unsere Sehnsucht." Nâzim Hikmet, Dâvet
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