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#1391869 - 09.07.19 22:31 Technik: wieviel davon?
iassu
Mitglied
Themenersteller
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Beiträge: 20614
Zitat:
Die Technik wird komplizierter, teurer und geht schneller kaputt.


Diesen Satz finde ich bemerkenswert, denn er bringt eine Ansicht auf den Punkt, die durchaus zustimmungsfähig, ablehnungsfähig, zumindest aber interessant und diskussionsfähig ist.

Stimmt dieser Satz, ist er unzutreffend? Wieviel Technik wollen wir am Reiserad, wo sind unsere Mindestanforderungen, wo unsere Grenzen?

Nachdem ich im anderen Faden pointiert eine Extremhaltung aufs Korn genommen habe, fände ich hier eine ernsthafte Auseinandersetzung hilfreich.
Gruß Andreas
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#1391877 - 09.07.19 23:04 Re: Technik: wieviel davon? [Re: iassu]
Lord Helmchen
Mitglied Übernachtungsnetzwerk
abwesend abwesend
Beiträge: 1319
Komplizierter ja, teurer nicht unbedingt, schneller kaputten manchmal.

Ausnahmsweise ist hier mal ein Autovergleich angebracht. Irgendwann wurde die Autotechnik ausgefuchster, komfortabler, zuverlässiger. Aber leider nicht mehr so einfach zu reparieren. Es gab dagegen viel Widerstand. Und doch freut man sich heute darüber, dass ein Auto jahrelang nur Reifenwechsel benötigt, man keine Ersatz Zündspulen dabei haben muss, und keiner weiß wie man Gemisch und Zündzeitpunkt regelmäßig unterwegs einstellt. Auch der improvisierte Keilriemen ist kein Herrschaftswissen mehr.

Aber selbst gegen die seit >10 Jahren ultrazuverlässige, ausgereifte, leicht reparierbare Hydrodisc gibt es hier im Forum fürs Pendelrad immer noch Widerstand. Weil Urwaldpiste und so. Deine Fragen sind also wirklich spannend.

Wo Grenzen liegen? Für mich muss die Technik nicht mal persönlich reparierbar sein. Eine ausgereifte und hoch zuverlässige elektronische Schaltung mit langer Akkulaufzeit würde ich mit Freuden fahren. Ohne Lötkolben in der Tasche. Meine Grenze sehe ich da, wo ich bei Problemen nicht aus eigener Kraft weiterfahren könnte. Ein Zentralsteuergerät, ohne dass das Rad sich nicht bewegen lässt, hätte für mich wahrscheinlich mehr Nachteile als Vorteile. Aber selbst dieses Risiko besteht selbstverständlich schon mit der herkömmlichen Technik - nach einem Felgenbruch oder Sattelverlust radelt auch keiner einfach nach Hause. ganz maßgeblich ist die Ausfallwahrscheinlichkeit.

Entscheidend wird wie immer sein, wo die Verbraucher den größten Vorteile sehen. Unsere hypothetischen Risikobetrachtungen werden eher in die Kategorie "Zeitzeugen der Bedenkenträgerei" fallen.
Gruß, Manfred
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#1391884 - 09.07.19 23:19 Re: Technik: wieviel davon? [Re: iassu]
macbookmatthes
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 731
Von welcher Technik reden wir?

Das wäre ja zunächst einmal die Frage. Ob man(n) mit Smartphone, Tablet, Digitalkamera und GPS unterwegs ein "muss" kann man mit Wiener Schmäh beantworten: I muss sch**** un störbn - sonst muss i goar nix. grins

Bei der "originären" Velotechnik gilt analog dazu: Erlaubt ist, was passt und gefällt. Das Wort "Fortschritt" wird vielleicht bisweilen ein wenig leichtfertig als scheinbar eindeutiger Begriff in die Diskussion eingebracht, wenn ich selbst aber einmal zurück denke, mit welchen Gerätschaften ich Touren und Reisen vor ca. 30 Jahren unternommen habe, dann kann ich vielen Entwicklungen seitdem nicht unterstellen perse zu schlechteren Gefährten geführt zu haben. Eher im Gegenteil.

Ich fahre zwar derzeit nicht 12fach, nicht elektrisch oder hydraulisch geschaltet - aber so what? Sofern jemand seine Reisen überwiegend in Mitteleuropa absolviert kann man das durchaus machen, ohne gleich an der nächsten Eisdiele mangels Energie oder Kette zu verenden und in ein paar Jahrhunderten als prähistorisches Gerippe eingesammelt zu werden. lach

Der Streit um die Technik wird vielleicht auch deshalb so leidenschaftlich geführt, weil die Optionen trotz Entwicklungen wie Rohloff, Pinion, AXS & Co. trotzdem quantitativ wie qualitativ mannigfaltig sind. Deswegen zu unterstellen, die Technik sei "komplizierter und schneller kaputt" greift als Generalvorwurf so nicht. Es kommt eben auch darauf an, was man mit der Technik anstellt und da gilt wie im Maschinenbau: Alles können, nichts warten und nichts kosten geht nur schwierig zusammen. grins

Wir sollten ja eins nicht vergessen: Praktisch alle Teile die wir am Rad einsetzen, sind Industrieteile, was nix anderes bedeutet als dass Toleranzen unabdingbar sind, auch unschöne. Alles andere wäre tendenziell unbezahlbar.
Der von manchen vorgebrachte Vorwurf "heute ist es schlechter alswie früher" ist wohlfeil. Ich weiß aus eigener Anschauung aus dem Maschinebau welche Sprünge -man kann es nicht anders sagen- die Materialqualität und -Verabeitung in den letzten Jahren gemacht hat. Sowohl das Rohmaterial (Stahl und Alu und Carbon) ist praktisch auf der gesamten Angebotsbreite besser geworden, als auch die Verarbeitung desselben (Stichwort: CNC-Maschinen).

Anders gesagt: Heute morgen habe ich mit Anhänger und Kind darin einen Gravelradler locker im Ampelsprint überholt, daran ist das Trekkingrad mit der Sram X0 nicht unschuldig. Mit dem Rad meiner Jugend und Hänger dran, wäre das eher schwierig geworden.
Ich fahre nur bei schönem Wetter...in Europa also gar nicht
https://bikephreak.wordpress.com
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#1391889 - 09.07.19 23:38 Re: Technik: wieviel davon? [Re: iassu]
Falk
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 32508
Kommt drauf an. Vor 15 Jahren wurde auf mich eingeprügelt. wenn ich nur das Wort »Scheibenbremse« ganz klein an die Schuppenrückwand geschrieben hatte. Inzwischen, oh Wunder, sind die Verfechter der selbstzerstörereischen Bremsen deutlich leiser geworden. Was die Antriebslösungen betrifft, da bin ich in den Augen vieler inzwischen vermutlich stockkonservativ, weil ich seit 19 Jahren keinen Systemwechsel mehr hatte. Die Freunde des mehr oder weniger ungepflegten Kettenwürgers bejubeln jede neue Kombination, sofern sie nur aus Osaka kommt – und möge sie noch so unsinnig sein. Dass man dort seit Jahren ein Patent für einen 14fach Ritzelblock hält, scheint weitgehend vergessen zu sein. Die Frage ist nur, ob man auch den Zwischenschritt mit dreizehnfach noch macht oder in Bauchpinselung der Abergläubischen überspringt.

Davon abgesehen, mein Herdentrieb ist nur sehr schwach ausgebildet und ich habe schon in der Schule nicht »dazugehört«. Letztlich ist mir Wurscht, was andere machen. Ich lasse mir nicht reinquatschen und sollte ich mal bei irgendeiner Komponente danebengreifen, dann hänge ich das schon deswegen nicht an die große Glocke, weil aus Lärmschutzgründen gar keine vorhanden ist.
Falk, SchwLAbt
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#1391900 - 10.07.19 07:14 Re: Technik: wieviel davon? [Re: iassu]
Sickgirl
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 4643
Bin gerade am hirnen was mir alles an Radtechnik in den letzten Jahren so kaputt ging.

Erinnern kann ich mich:

Bei meiner allerersten Hydro Disc Hope C2 Druckpunkt weg, das war 2002 und wurde auf Garantie repariert

Riss an einer Tune Kurbel und Flanschbruch an einer Tunenaben. Naja sind halt ausgereizte Leichtbauteile

Das wars auch schon

Langlebig sind die Sachen auch, gestern die Kettenlehre an meine 11fach Kette gehalten bei Km Stand 9200. immer noch nicht am Ende. Das habe ich mit keiner 9fach Kette g schafft.
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#1391905 - 10.07.19 08:18 Re: Technik: wieviel davon? [Re: iassu]
Martina
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 15019
In Antwort auf: iassu
Wieviel Technik wollen wir am Reiserad, wo sind unsere Mindestanforderungen, wo unsere Grenzen?


Mindestanforderungen: immer das, was gerade im Keller steht. zwinker Ernsthaft: ich bin ein extremes Gewohnheitstier und würde daher nie auf die Idee kommen, ein existierendes Fahrrad ohne Not mit neuer Technik auszustatten oder mir ein neues Rad zu kaufen, *weil* das alte z.B. keine Scheibenbremsen hat und auch keine nachrüstbar sind. Wenn ich aber dann doch ein neues kaufe würde ich allerdings genausowenig auf die Idee kommen, es mit Achtfach oder ohne Scheibenbremsen zu kaufen. Und ich kann ehrlich gesagt auch nicht recht verstehen, warum so etwas empfohlen wird. Natürlich gibt es noch irgendwo in den Tiefen des Internets Achtfach-Teile, aber eben garantiert nicht im Radladen um die Ecke. Und das wäre *mir* zu kompliziert.

Nicht recht anfreunden kann ich mich dagegen mit federnden Teilen. Allerdings weniger aus Fortschrittsscheu, mich haben alle Federungen bisher einfach total verunsichert, weil sich am Rad etwas bewegt hat, was sich nach meinem Popogefühl nicht bewegen sollte. Aber vielleicht habe ich auch nur noch nie eine gute bzw. gut und richtig eingestellte Federung gefahren.

Was das kaputtgehen angeht: meiner Erfahrung nach geht neue Technik nicht schneller kaputt, sondern eher anders und ungewohnt. Und da sich die Technik wohl wirklich immer schneller ändert, sind unsere Lernphasen, in denen wir uns an Macken gewöhnen können kürzer. Ich kann gar nicht zählen, wie oft ich *damals* zwinker beim klassischen Nichtpatronentretlager die Achse ersetzen musste, weil die Konen kaputt waren und alles wackelte. Irgendwann fand man das normal und wusste auch, was man dann tun muss. Heute kann man sowieso keine Achsen mehr ersetzen, ergo habe ich ein modernes Hollowtech-Lager noch nie auseinandergenommen und stünde daher erstmal da wie der Ochs vorm Berg, wenn dann doch mal was nicht klappt. Genauso wie wir total blöd dastanden, als wir das erste Mal ein Steckachsen-Laufrad ausbauen wollten... peinlich. Und bis wir wissen wies geht, gibts wahrscheinlich schon den nächsten Standard.
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Off-topic #1391906 - 10.07.19 08:21 Re: Technik: wieviel davon? [Re: Sickgirl]
fema
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 213
In Antwort auf: Sickgirl
Langlebig sind die Sachen auch, gestern die Kettenlehre an meine 11fach Kette gehalten bei Km Stand 9200. immer noch nicht am Ende.

Da ist ja eine wahnsinns Laufleistung! erstaunt Was fährst du denn?
Mark
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#1391907 - 10.07.19 08:24 Re: Technik: wieviel davon? [Re: iassu]
irg
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 4031
Hallo!

Vieles wurde, wenn ich vom Beginn meiner Radtouren an denke (1976 erstmals, ernsthaft ab 1983), besser und stabiler.

Die (zu mindestens mir zugänglichen) Reifen haben einen Quantensprung an Langlebigkeit erlebt, die Schaltungen, auch relativ billige, sind viel ausgereifter, die Auswahl an Radtypen ist weit größer. Die Räder sind großteils deutlich leichter geworden. Ich muss mir im Geschäft nicht mehr zwischen 5 verschiedenen Sätteln einen aussuchen. Die Räder sind, bezogen auf die Qualität (und wahrscheinlich auch allgemein) billiger geworden.

Dafür ist die Technik diffiziler geworden. Die alten 5-Gang Kettenschaltung hatte einen Werfer und einen billigen, rastenlosen Hebel aus Plastik am Rahmen, da konnte ohne Gewaltanwendung kaum etwas kaputt gehen. Wenn jetzt ein Schalthebel den Geist aufgibt, hat man als Radler ein Problem.

Manche Entwicklungen gehen, wie falk schön geschrieben hat, in Bereiche, die für mich schon eher absurd werden: Wozu braucht jemand wirklich eine Nabe mit 14 Ritzeln darauf? Was nicht heißt, dass ich sie den anderen nicht gönne. Aber die Physik stellt uns bei solchen Entwicklungen vor ein paar Probleme, die meiner Ansicht nach unnötig sind. Da frisst der technische Fortschritt schnell einmal alle Vorteile.

Das bringt uns zum Kern des Themas: Technischer Fortschritt, schön, aber wozu? Für mich persönlich, um möglichst unkompliziert, entspannt und effizient Rad zu fahren. Das ist ein Ausdruck meiner gesamten Einstellung: Ich will Bedürfnisse erfüllen. Wünsche können auf diesen begründet sein, müssen aber nicht. Gestern habe ich ein Tout Terrain mit Pinion-Antrieb gesehen. Ein ausgesprochen schönes Rad, aber mich würde es nicht reizen. Wenn bei diesem Rad unterwegs etwas Ernsthaftes zickt, bin ich wahrscheinlich ziemlich aufgeschmissen. Ich könnte es mir leisten, habe aber keine Lust dazu. Das Geld, das ich bei einem einfacheren Rad einspare, gebe ich gerne meinen Mädeln. Die können damit Wichtigeres kaufen.

Als pragmatischer Schrauber ist mir ein Rad, das ich möglichst komplett selbst warten und reparieren kann, am liebsten. Das schließt für mich schon einige Technik aus. Eine elektronisch gesteuerte Schaltung ist mir zu kompliziert, ich sehe auch ihren Sinn bei meinem Einsatzbereich nirgends. Anders kann es mit Scheibenbremsen sein: Am einen Tandem haben wir Felgenbremsen, am anderen Scheibenbremsen. Beide funktionieren und reichen bei unserem Gebrauch aus. Bei den Scheibenbremsen kann ich mit weniger Fingerkraft eine Vollbremsung hin legen. Bei tiefem Schnee machen die Felgenbremsen Probleme, das ist der größte Unterschied. Die Scheibenbremsen haben also durchaus Vorteile. Dafür klingeln sie auch bei richtiger Einstellung, und die alten Scheibenbremsen musste ich schon ersetzen, weil die Kolben hartnäckig schwergängig waren. Am Tourenrad würde ich mir das mangels Bedarf nicht antun wollen. Was nicht heißt, dass Scheibenbremsen keine tolle Erfindung wären.

Zur Extremhaltung im anderen Faden: Ist es wirklich extrem, mit dem, was man hat und kennt, zufrieden zu sein? Oder wird es extrem, weil die Konzerne einem genau das schwer machen, indem sie alten Systeme auslaufen lassen?
Im Beispiel vom Käfer, der zuverlässig fährt, im Vergleich mit einem modernen Auto stehe ich klar auf der Seite des modernen Autos. Ich habe zu viel an meinen alten Käfern geschraubt, hatte dabei zu oft blutige Finger davon getragen. Unser modernes Auto ist technisch viel robuster, braucht viel weniger Treibstoff, hat viel mehr Platz und kann den Wohnwagen ziehen, den wir mit unserer behinderten Tochter brauchen, um mit der Familie interessante Urlaube machen zu können. Aber was spricht gegen eine 8-fach Schaltung, um beim Beispiel zu bleiben? Mit einer 11-fach habe ich feinere Gangabstufungen, das kann nett sein. Wenn ich diesen Komfort aber mit geringerer Stabilität erkaufen sollte, oder einen sehr hohen technischen Mehraufwand bezahlen muss, um die Stabilität zu erhalten, stelle ich den Mehrwert für mich in Frage. Das ist aber nur meine persönliche Ansicht, mit der ich die Entscheidungen anderer nicht in Frage stelle.

Zu den verschiedenen Ritzelzahlen ein Nachtrag: Wenn ich ein Rad neu aufbaue, werde ich sicher nicht 8-fach Standard nehmen, so gut wie sicher auch nicht 9-fach. Beim Reparieren kann das schon anders ausschauen. Ich wüsste z.B. nicht, warum ich unsere Alltagsräder umrüsten sollte, so lange sie ihren Dienst tun. Und wenn jemand gezielt nach 8-fach fragt, antworte ich entsprechend. Wer bin ich, jemand anderem die eigene Entscheidung nehmen zu wollen?

lg!
georg

Geändert von irg (10.07.19 08:30)
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#1391908 - 10.07.19 08:38 Re: Technik: wieviel davon? [Re: iassu]
mgabri
Mitglied
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Beiträge: 9329
In Antwort auf: iassu
Zitat:
Die Technik wird komplizierter, teurer und geht schneller kaputt.


Diesen Satz finde ich bemerkenswert, denn er bringt eine Ansicht auf den Punkt, die durchaus zustimmungsfähig, ablehnungsfähig, zumindest aber interessant und diskussionsfähig ist.

Stimmt dieser Satz, ist er unzutreffend?


Das höre ich seitdem ich Radfahre. Nö, der Satz stimmt so pauschal nicht. Man muß nur die Kompetenz haben sich das passende Material rauszusuchen. Das ist allerdings Individuell und kann nur bedingt verglichen werden.
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Off-topic #1391910 - 10.07.19 08:54 Re: Technik: wieviel davon? [Re: fema]
veloeler
Mitglied Übernachtungsnetzwerk
abwesend abwesend
Beiträge: 539
In Antwort auf: fema
In Antwort auf: Sickgirl
Langlebig sind die Sachen auch, gestern die Kettenlehre an meine 11fach Kette gehalten bei Km Stand 9200. immer noch nicht am Ende.

Da ist ja eine wahnsinns Laufleistung! erstaunt Was fährst du denn?

10fach, Kette-Laufleistung 29'000 km (inkl. zwei Winter), messbar noch gut. Geheimnis: Velomobil (wo die Kette nicht nur 3x länger ist, sondern auch von Dreck/Wasser verschont bleibt)
Reiseblog: 2019 und 2017 Frankreich, 2016 Nordamerika, 2015 Neuseeland & Australien, 2014 Dubai->Schweiz, 2013 Schweiz->Nordkap->Schweiz
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Off-topic #1391912 - 10.07.19 09:02 Re: Technik: wieviel davon? [Re: fema]
Sickgirl
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Sram xx1, am Randonneur im 2x11 Antrieb, Rad wird ganzjährig und auch bei schlechtem Wetter gefahren
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#1391914 - 10.07.19 09:05 Re: Technik: wieviel davon? [Re: mgabri]
Martina
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Beiträge: 15019
In Antwort auf: mgabri
Man muß nur die Kompetenz haben sich das passende Material rauszusuchen. Das ist allerdings Individuell und kann nur bedingt verglichen werden.


Sehe ich auch so. Und deshalb empfinde ich diese Threads, in denen Leute fragen, was sie sich für ein Rad aufbauen sollen und viele Leute ihre sehr dezizierte Meinung posten, ohne die fragende Person zu kennen immer als sehr seltsam. Wie groß ist wohl die Wahrscheinlichkeit, dass das jemand, der mich gar nicht kennt besser beurteilen kann als ich?


Martina
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Off-topic #1391917 - 10.07.19 09:21 Re: Technik: wieviel davon? [Re: Sickgirl]
fema
Mitglied
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Beiträge: 213
In Antwort auf: Sickgirl
Sram xx1, am Randonneur im 2x11 Antrieb, Rad wird ganzjährig und auch bei schlechtem Wetter gefahren

Danke für die Info! Das hätte ich echt nicht gedacht, dass mit 11-fach solche Laufleistungen erzielt werden können. Die Kette ist mit aktuell knapp 27 Euro ja übrigens ein echtes Schnäppchen.
Mark
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#1391922 - 10.07.19 10:02 Re: Technik: wieviel davon? [Re: Martina]
MatthiasM
Mitglied
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Beiträge: 6347
In Antwort auf: Martina
In Antwort auf: mgabri
Man muß nur die Kompetenz haben sich das passende Material rauszusuchen. Das ist allerdings Individuell und kann nur bedingt verglichen werden.


Sehe ich auch so. Und deshalb empfinde ich diese Threads, in denen Leute fragen, was sie sich für ein Rad aufbauen sollen und viele Leute ihre sehr dezizierte Meinung posten, ohne die fragende Person zu kennen immer als sehr seltsam. Wie groß ist wohl die Wahrscheinlichkeit, dass das jemand, der mich gar nicht kennt besser beurteilen kann als ich?


Martina


Naja, wenn jemand seine Meinung schreibt und das gut begründet und dabei vllt. einen gan neuen Aspekt reinbringt, ist das schon eine Hilfe. Da kommen oft Sachen rein, an die der Fragesteller nicht gedacht hat, und entweder sind sie relevant oder nicht (spontanes Beispiel: Nabenschaltung mit Kettenspanner oder mit Exzentertretlager/ Verschiebeausfallenden: Den Aspekt, ggf. einen geschlossenen Kettenschutz anbringen zu können hat man als Kettenschaltungssozialisierter vielleicht nie am Radar, bis ein Ganzjahresrohloffradler ungefragt den Chainglider erwähnt.)

lG Matthias
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#1391923 - 10.07.19 10:08 Re: Technik: wieviel davon? [Re: mgabri]
BeBor
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 5953
In Antwort auf: mgabri
Das höre ich seitdem ich Radfahre. Nö, der Satz stimmt so pauschal nicht. Man muß nur die Kompetenz haben sich das passende Material rauszusuchen.

Das „passende Material“ gab es zu Beginn meines Radlerdaseins gar nicht. Das, was es bei Neurädern an Qualitätsabstufung zwischen Billigrädern und Hochpreisrädern gab, deckt das heutige Qualitätsspektrum vielleicht auf dem unterem Fünftel ab. Wenn ich Schutzbleche, Leuchten, Seitenständer, Felgen, Sättel, Handgriffe, Bremshebel, Gepäckträger etc. von 60er/70er-Jahre-Rädern denke, wird mir jetzt noch schummerich. „Qualität“, sofern man sie materialmäßig manifestieren wollte, bestand bestenfalls aus dick verchromten Eisenteilen, die dennoch zügigem dem braunen Gammelfraß unterlagen.

Man muss nicht alles gut finden, was sich Marketingstrategen ab den späten Siebzigern ausgedacht haben, aber nach meinem Geschmack fing damit erst die Epoche der Räder an, die auch von der Qualität und der ausgefeilteren Technik her Spaß überhaupt machten.

Bernd
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Off-topic #1391926 - 10.07.19 10:15 Re: Technik: wieviel davon? [Re: veloeler]
Uli
Moderator
abwesend abwesend
Beiträge: 13089
In Antwort auf: veloeler
10fach, Kette-Laufleistung 29'000 km (inkl. zwei Winter), messbar noch gut. Geheimnis: Velomobil (wo die Kette nicht nur 3x länger ist, sondern auch von Dreck/Wasser verschont bleibt)

Ich habe mal eine 7fach-Kette an meinem alten Reiserad bei Wind & Wetter problemlos über 20 TKM gefahren. Allerdings lasse ich mir nicht von einer Kettenlehre vorschreiben, wann eine Kette zu tauschen ist. Das MHD ist ja auch keine belastbare Angabe dafür, ob ein Joghurt noch geniesbar ist oder nicht. Solange die Kette noch sauber schaltet und nicht durchrutscht, bleibt sie drauf.
Gruß
Uli
Plural-Verben ist out!
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#1391927 - 10.07.19 10:21 Re: Technik: wieviel davon? [Re: iassu]
Uli
Moderator
abwesend abwesend
Beiträge: 13089
Zitat:
Die Technik wird komplizierter, teurer und geht schneller kaputt.

Das würde ich so nicht unterschreiben. Zustimmen würde ich der Aussage, dass die technische Entwicklung dafür sorgt, dass Reparaturen schwieriger werden und die Produktlebensdauer geringer wird, weil immer schneller neue Dinge das Licht der Welt erblicken. Das Reiserad sehe ich dabei eher im harmlosen Bereich, da gibt es Bereiche, in denen die Entwicklung deutlich heftiger abläuft.
Gruß
Uli
Plural-Verben ist out!
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#1391929 - 10.07.19 10:33 Re: Technik: wieviel davon? [Re: MatthiasM]
Martina
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 15019
In Antwort auf: MatthiasM

Naja, wenn jemand seine Meinung schreibt und das gut begründet und dabei vllt. einen gan neuen Aspekt reinbringt, ist das schon eine Hilfe. Da kommen oft Sachen rein, an die der Fragesteller nicht gedacht hat, und entweder sind sie relevant oder nicht


Das stimmt, allerdings nur unter der Voraussetzung, dass der Fragesteller beurteilen kann, ob das für ihn relevant ist oder nicht. Und daran habe ich ehrlich gesagt Zweifel, wenn jemand eine quasi völlig offene Frage nach dem richtigen Rad stellt.

Vielleicht muss man sich ab und zu auch sagen, dass es erstaunlich oft gar nicht so wichtig ist, die optimale Entscheidung zu treffen, sondern dass man mit ganz vielen Dingen gut leben kann. Insbesondere da man ja gar nicht den ständigen Vergleich hat und sich dadurch die Frage, ob etwas anderes nicht *noch ein bisschen besser* gewesen wäre in der Praxis gar nicht stellt. Andererseits sind auch viele Entscheidungen gar nicht endgültig. Ich tappe selber oft genug in diese Optimierungsfalle, habe mir zum Beispiel ewig Gedanken gemacht, ob mechanische Scheibenbremsen wirklich eine gute Idee sind. Bis ich mir irgendwann gesagt habe, dass man die ja wenns gar nichts ist immer noch austauschen kann.

Martina
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#1391931 - 10.07.19 10:55 Re: Technik: wieviel davon? [Re: Martina]
MatthiasM
Mitglied
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Beiträge: 6347
Um bei meinem Beispiel zu bleiben, wenn eben noch alles völlig offen auch z.B. eine Nabenschaltung in die Auswahl kommt hat der Fragesteller dank der ungefragten Erwähnung vom Chainglider einen Punkt für die spätere Detailauswahl (Kettenspanner ja/nein), an den er vielleicht nie gedacht hätte.
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#1391932 - 10.07.19 11:05 Re: Technik: wieviel davon? [Re: iassu]
iassu
Mitglied
Themenersteller
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Beiträge: 20614
Um auch mal selbst Stellung zu nehmen:
Motivation, Technik zu benutzen, gibt es vielfältig. Zunächst war/ist ja das Bedürfnis, damit Abläufe zu ersetzen, die man ganz ohne Hilfsmittel selber zu machen hätte. So gesehen ist schon das Fahrrad selber natürlich Technik. Die letzten zwei Jahrhunderte haben im Wesentlichen eine Mechanisierung ursprünglich menschlicher Tätigkeiten gebracht, die Mechanik wird derzeit ihrerseits auf ein Minimum reduziert und von Elektrik und Elektronik ersetzt. Dieser Vorgang scheint mir allumfassend une unausweichlich zu sein.

Auch am Fahrrad, das als ursprünglich rein mechanisches Gerät immer schneller in einen musealen Zustand versetzt wird, wird sich das irgendwann vollziehen. Und damit auch am Reiserad. Motivationen für die mechanische und die elektrische Weiterentwicklung gibt es wie gesagt ja viele. Sie basieren immer auf irgendeiner Art von Verbesserung und diese hat eben verschiedene Charaktere. Einer davon ist für mich: tatsächliche und eingebildete Komfortsteigerung.

Diese läuft in vielen Fällen auf Fortschritte raus, die auf ihrer Rückseite gleichzeitig Rückschritte sind. Den peak der Mechanik haben wir bereits hinter uns. Die Elektrifizierung des Fahrrads bringt in vielen Bereichen eine Vereinfachung, Verprimitivierung der Komponenten mit sich, einfach weil Gewicht kaum noch eine Rolle spielt und weil neben der Elektrik und Elektronik nur noch wenig finanzieller Spielrauf bleibt. Würde mich zB nicht wundern, wenn an den Pedelecs demnächst wieder billige Vollkunststofflaufräder fröhlichen Urständ feiern würden.

Und am Reiserad? Hier werden 8fach Komponenten empfohlen, weil die aus der guten alten Zeit stammen. Das ist die eine Art der Faszination. Man sehnt sich in Zeiten zurück, in denen Mechanik allein war. Sie gab einem Sicherheit. Interessanterweise widersprüchlicher Art. Denn einerseits erhoffte man sich sagenhafte Zuverlässigkeit und andererseits propagierte man überschaubare Reparaturmöglichkeit.

Die andere Art der Faszination ist die Begeisterung für Neues. Ob das Neue nun soviel Verbesserung bringt, daß der Ökonom den Kosten zustimmt, spielt für den Freak, den Spieler und den Poser keine Rolle. Faszination ist schon immer, auch in vielen anderen Bereichen, das Vehikel für Weiterentwicklung gewesen, ganz egal, ob diese echt oder eingebildet ist. Wir stehen da mittendrin. Stichwort Alexa&Co. Angesichts dessen, was diese Art von Technik in der Lage und willens ist, uns abzunehmen, könnten wir zu immobilen Sesselfurzern degenerieren, dank Alexa bestenfalls in einer Art Dauer-Reha befindlich.

Das Radreisen stemmt sich seit jeher gegen solche Tendenzen. Und, um konkret auf mich einzugehen, mit allerlei Möglichkeiten, Technik einzusetzen, wo sie früher nicht wirksam war. Ich nutze mit Überzeugung und Begeisterung Vollfederung, Hydraulik, 9x und 10x Antriebe, Aheadbauweise in der Lenkung und im Tretlager. Hier aber habe auch ich den Punkt erreicht, wo ich im angebotenen Weiterso nur Rückschritt sehe. Eine kurze Forschung im aktuellen Markt für MTB-Fullies ergibt: Umwerfermontage ist überwiegend nicht mehr möglich. Der 1xirgendwas-Antrieb ist Standard geworden. Fürs gemeine Reiserad und den gemeinen Reiseradler schlicht ungeeignet.

Die Motorisierung ist ein weiteres Thema. Hier durch die Altersentwicklung mit besten Zukunftsaussichten ausgestattet. Man ist, wenn die Gebrechlichkeiten und die abnehmenden Leistungsmöglichkeiten zunehmen, immer geneigter, alte Vorstellungen von Purismus über Bord zu werfen, denn sonst müßte man ja das Gewohnte ganz an den Nagel hängen. Dorfschmied und Knochenwerkzeug gehen gleich mit über den Jordan. 7/8fach Kinderstube? Hier entschädigen die vielseitigen Spielmöglichkeiten am Mainboard auf dem Lenker. Und das Drehmoment aus dem technischen Unterleib vermittelt einem Jugendfrische. Gesundheit draußen im grünen Wald im Elektrofeld? Egal.

Fazit: ich erfreue mich am status quo meiner Hardware, nehme aber mit einem Lächeln im Knopfloch und einer Träne auf dem Inbusschlüssel zur Kenntnis, daß das alles schon länger angefangen hat, zu veralten und ich mich dem Fortschrit, wo immer er auch hin führt, verweigere.

Das hat angefangen, als ich nicht auf Centerlock umgeschwenkt bin, bei 25,4 am Lenker geblieben bin, keine Lenker über 60 cm fahre, kein Pressfit verwende, keine Directmountkomponenten verwende, mit stack und reach noch immer nicht souverän umgehe, keine Systemlaufräder besitze, uralte biogrips verwende, zwar inzwischen das smartphone am Lenker habe (manchmal), aber in diesem Leben kein Garmin mehr anschaffen werde, genausowenig wie die Zwitter, die inzwischen den normalen Fahrradcomputer ersetzen wollen.

Ich bin auch einer der bikepacking-Kopfschüttler und noch nie auf einem Sattel mit Aussparungen gesessen. Ich habe an der Federgabel keinen Fernbedienungsverschluß und keine Plattformtechnik im Dämpfer. Ich ignoriere Carbon, Stahl allerdings auch.

Es ist wie wenn man auf einem Fluß vom Mainstreamkreuzfahrtschiff in ein Beiboot umgestiegen ist. Eine Zeitlang merkt man den Geschwindigkeitsunterschied nicht so. Aber dann...

Aber mir geht es gut damit. Mal schaun.
Gruß Andreas

Geändert von iassu (10.07.19 11:10)
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Off-topic #1391934 - 10.07.19 11:33 Re: Technik: wieviel davon? [Re: iassu]
martinbp
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 2042
Das ist m.E. eine generelle Frage, die weit über die Radtechnik hinausgeht. Und zwar: BRAUCHEN wir Wachstum um JEDEN Preis.
Immer schnellere Computer, Software mit so vielen Einstellmöglichkeiten ,dass der Laie nicht mehr durchsieht, internetgesteuerte Kühlschränke, Kreuzfahrtschiffe mit immer wieder einer Etage mehr. Das ließe sich beliebig fortsetzen.

Die Frage, ob 8 oder 12-fach-Ritzel, oder etwas dazwischen ist da eigentlich nur eine marginale Frage für vielleicht 1 % der Weltbevölkerung.

Ich für meinen Teil werde definitiv bei 3x9 stehen bleiben- habe ich an 4 von 5 Rädern. Und 5 Fahrräder sollten bis an mein Lebensende ausreichen.
Auch wenn ich manchmal denke, das mir ein irgendein gezeigtes oder beworbenes Rad schon gefallen könnte, so werde ich mir dennoch kein neues mehr kaufen, auch wenn eins irgendwann einmal endgültig kaputt geht. Also werde ich auch nicht in den Genuss einer Steckachse, elektrischer Schaltung oder ähnliches kommen.
Der einzige Fortschritt, den ich für mich noch erstrebenswert halte, ist der Austausch der mechanischen Scheibenbremse am MTB. Die damit verbundenen neuen Kenntnisse der Einstellung und Wartung zu erwerben, traue ich mir gerade noch so zu.

Tut mir leid für das zu "steigernde Bruttosozielprodukt".
VG aus Budapest
Martin
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#1391945 - 10.07.19 13:06 Re: Technik: wieviel davon? [Re: iassu]
olafs-traveltip
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Das Gewicht keine Rolle spielr, scheinen vielleicht die Hersteller zu meinen.
Als Städter muss man sein Rad zB in einen Fahrradkeller bugsieren können, ala Radreisender in einen Zug. Da finde ich alle über 20kg unpassend und mein Auseahlkriterium Nr.1 wenn ich mir mal dreinst ein Pedelec kaufen werde, wird das Gewicht desselbigen sein.
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#1391947 - 10.07.19 13:21 Re: Technik: wieviel davon? [Re: iassu]
talybont
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Sofern alles rein mechanisch/hydraulisch bleibt, ist es nicht komplizierter und anfälliger geworden. Es wurde nur komfortabler.
Ob man elektrische Schaltungen braucht, muss jeder selber wissen. Die Fehlersuche wird hier dann etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen.

Am Rad möchte ich alles, wirklich alles, selbst machen können. Beim Auto geht das nicht mehr. Und da ich keine Zeit und keine Lust habe, gewisse Dinge permanent zu hegen und zu pflegen, fallen teure Leichtbauteile halt raus. Und die Mittelklasse und auch die Budgetklasse sind mittlerweile so gut, da geht nichts mehr kaputt (außer Verschleiß und Pech).

Man könnte es auch so sagen: das Fahrrad ist auskonstruiert, Änderungen sind nur noch marginal bzw. gehen Richtung Komfort und Spezialisierung. Das Prinzip ist aber fertig.
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Off-topic #1391954 - 10.07.19 14:19 Re: Technik: wieviel davon? [Re: Sickgirl]
Chris-Nbg
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In Antwort auf: Sickgirl
Sram xx1, am Randonneur im 2x11 Antrieb, Rad wird ganzjährig und auch bei schlechtem Wetter gefahren

Schreib vielleicht auch noch dein Systemgewicht dazu, damit man deine Angaben etwas besser einordnen kann...
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Off-topic #1391956 - 10.07.19 14:27 Re: Technik: wieviel davon? [Re: Chris-Nbg]
Sickgirl
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Am Randonneur ca 85 kg

Die 10fach Ketten haben aber am gleichen Rad nur knapp 5000 km gehalten
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#1391957 - 10.07.19 14:32 Re: Technik: wieviel davon? [Re: Martina]
Uli
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Zitat:
Das stimmt, allerdings nur unter der Voraussetzung, dass der Fragesteller beurteilen kann, ob das für ihn relevant ist oder nicht. Und daran habe ich ehrlich gesagt Zweifel, wenn jemand eine quasi völlig offene Frage nach dem richtigen Rad stellt.

Ich seh das etwas anders. Mein Eindruck ist, dass bei Fragen dieser Art - egal ob hier oder beim Händler - beim Fragesteller neben der nötigen Kompetenz (kein Vorwurf!) oftmals auch die Erwartung vorhanden ist, dass die Antworten ihm die Entscheidungen zu den offenen Punkten abnehmen: "Nimm das und mach es so!". Das klappt aber nicht, die Antworten können aufgrund der fehlenden Infos immer nur Hilfestellung für eine Entscheidung geben und ggf. noch neue Aspekte ins Blickfeld rücken. Deswegen ist diese Erwartungshaltung - und damit auch Art und Inhalte der Fragestellung - fehl am Platz. Ebenso wie aus dem gleichen Grund viele Antworten am Ziel vorbeigehen.
Gruß
Uli
Plural-Verben ist out!
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Off-topic #1391958 - 10.07.19 14:33 Re: Technik: wieviel davon? [Re: martinbp]
Martina
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In Antwort auf: martinbp
Das ist m.E. eine generelle Frage, die weit über die Radtechnik hinausgeht. Und zwar: BRAUCHEN wir Wachstum um JEDEN Preis.


Das ist mir wieder zu pauschal. Ich brauche kein Wachstum um jeden Preis, ich brauche nicht einmal jede Neuheit mitzunehmen, wenn ich sie ganz klar für eine Verbesserung halte. Trotzdem kann es sein, dass ich nach reiflicher Überlegung bzw. gründlicher Prüfung zu dem Ergebnis komme, dass es gewisse Dinge wert sind. Ich denke z.B. an medizinische Hilfsmittel wie Brillen oder Hörgeräte, wo es sich zumindest für stärker Eingeschränkte durchaus 'lohnt', immer mal wieder zu prüfen, ob der Umstieg auf ein aktuelles Modell nicht doch die Lebensqualität verbessert.

Martina
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Off-topic #1391985 - 10.07.19 19:05 Re: Technik: wieviel davon? [Re: Martina]
martinbp
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Da hast du natürlich völlig recht, es gibt so vieles Gutes, was erfunden wurde, vielleicht sogar manchmal ungewollt. Bei medizinischen Hilfsgeräten ist die Erhöhung an Lebensqulität unbestritten.

Naja, vielleicht ist es auch für einen Rennradfahrer ein Gewinn an Lebensqualität, wenn sein Rad nicht mehr 10 sondern nur noch 8 Kilo wiegt. Das kann ich zwar nicht nachvollziehen, aber auch das will ich nicht abstreiten.

Mir ging es eher um die allgemeine Frage des Wirtschaftswachstums, was so ziemlich als erstes Kriterium erscheint, wenn die wirtschaftliche Lage beurteilt wird. Ein eigentlich unwichtiger Effekt dessen ist die Weiterentwicklung der Fahrradtechnik )z.B. auch jedes Jahr ein neues Modell bei jeder Herstellerfirma, das zwar meist kaum eine spürbare Verbesserung für den durchschnittlichen Endverbraucher bringt, aber neue Verkaufszahlen generieren soll.
Aber das ist ein Wespennest, in das ich nicht tiefer hineinbohren möchte.
VG aus Budapest
Martin
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#1391988 - 10.07.19 19:30 Re: Technik: wieviel davon? [Re: iassu]
dhomas
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In Antwort auf: iassu
Die Technik wird komplizierter, teurer und geht schneller kaputt.


Tolles Thema! Als einer der Jüngeren kann ich das oft gehörte "schneller kaputt" eigentlich nicht bestätigen. Was ich heute habe ist kaum teurer als früher, aber es geht viel weniger kaputt. Als Kind ist mir an meinen Rädern ständig was kaputt gegangen. Ich meine, während meiner Schulzeit (und das ist erst 15 Jahre her) sind mir eine ganze Reihe an Ketten gerissen, Bremsen gingen nicht, Schaltungen waren schwergängig, und das bei 3km Schulweg. Heute verstehe ich eigentlich nicht mehr wie das passieren kann.

Heute habe ich mit 9x und 10x Komponenten überhaupt kein Problem. Vielleicht habe ich irgendwie Glück, aber ich fahre einen 10x Antrieb seit über 20000km (zugegeben: Kette wurde gewechselt. Nicht gerissen. Ehrlich). Mein "Stadt"-Rad stand mal für 4 Jahre draußen, da musste ich dann für vielleicht 150 Euro Antrieb und Schaltung erneuern, seitdem läuft es wieder top. Platten habe ich auch fast nie mit den Schwalbe-Reifen.

Aber OK, vielleicht bewege ich mich nicht in dem Segment das manche als "Technik von heute" verstehen - und hatte als Kind eher schlechte Fertigräder.

Nicht mal bei Computern kann ich zustimmen. Um die Jahrtausendwende war ein Computer wirklich nach 3 Jahren hoffnungslos unbenutzbar. Jetzt aber halten die Geräte bei mir 5 Jahre und länger - noch dazu sind sie vergleichsweise günstiger - und das fast komplett ohne Bastelaufwand.

Geändert von dhomas (10.07.19 19:32)
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#1391989 - 10.07.19 19:34 Re: Technik: wieviel davon? [Re: BeBor]
dhomas
Mitglied Übernachtungsnetzwerk
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Ich möchte auch noch an die Fahrradbeleuchtung mit Glühlampen und pfeifendem Seitenläuferdynamo erinnern. Da ist für mich dann schon ein spürbarer Fortschritt sichtbar!

Geändert von dhomas (10.07.19 19:38)
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#1392033 - 11.07.19 00:06 Re: Technik: wieviel davon? [Re: iassu]
macbookmatthes
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In Antwort auf: iassu
Um auch mal selbst Stellung zu nehmen:
.....
Die letzten zwei Jahrhunderte haben im Wesentlichen eine Mechanisierung ursprünglich menschlicher Tätigkeiten gebracht, die Mechanik wird derzeit ihrerseits auf ein Minimum reduziert und von Elektrik und Elektronik ersetzt. Dieser Vorgang scheint mir allumfassend une unausweichlich zu sein.

Auch am Fahrrad, das als ursprünglich rein mechanisches Gerät immer schneller in einen musealen Zustand versetzt wird, wird sich das irgendwann vollziehen. Und damit auch am Reiserad. Motivationen für die mechanische und die elektrische Weiterentwicklung gibt es wie gesagt ja viele. Sie basieren immer auf irgendeiner Art von Verbesserung und diese hat eben verschiedene Charaktere. Einer davon ist für mich: tatsächliche und eingebildete Komfortsteigerung.
.....

Und am Reiserad? Hier werden 8fach Komponenten empfohlen, weil die aus der guten alten Zeit stammen. Das ist die eine Art der Faszination. Man sehnt sich in Zeiten zurück, in denen Mechanik allein war. Sie gab einem Sicherheit. Interessanterweise widersprüchlicher Art. Denn einerseits erhoffte man sich sagenhafte Zuverlässigkeit und andererseits propagierte man überschaubare Reparaturmöglichkeit.

......

Das Radreisen stemmt sich seit jeher gegen solche Tendenzen. Und, um konkret auf mich einzugehen, mit allerlei Möglichkeiten, Technik einzusetzen, wo sie früher nicht wirksam war. Ich nutze mit Überzeugung und Begeisterung Vollfederung, Hydraulik, 9x und 10x Antriebe, Aheadbauweise in der Lenkung und im Tretlager.
......

Die Motorisierung ist ein weiteres Thema. Hier durch die Altersentwicklung mit besten Zukunftsaussichten ausgestattet.
.....

Fazit: ich erfreue mich am status quo meiner Hardware, nehme aber mit einem Lächeln im Knopfloch und einer Träne auf dem Inbusschlüssel zur Kenntnis, daß das alles schon länger angefangen hat, zu veralten und ich mich dem Fortschrit, wo immer er auch hin führt, verweigere.

Das hat angefangen, als ich nicht auf Centerlock umgeschwenkt bin, bei 25,4 am Lenker geblieben bin, keine Lenker über 60 cm fahre, kein Pressfit verwende, keine Directmountkomponenten verwende, mit stack und reach noch immer nicht souverän umgehe, keine Systemlaufräder besitze, uralte biogrips verwende, zwar inzwischen das smartphone am Lenker habe (manchmal), aber in diesem Leben kein Garmin mehr anschaffen werde, genausowenig wie die Zwitter, die inzwischen den normalen Fahrradcomputer ersetzen wollen.

Ich bin auch einer der bikepacking-Kopfschüttler und noch nie auf einem Sattel mit Aussparungen gesessen. Ich habe an der Federgabel keinen Fernbedienungsverschluß und keine Plattformtechnik im Dämpfer. Ich ignoriere Carbon, Stahl allerdings auch.

.....


Also unausweichlich,

ist im Leben nix, außer dem Tod. lach Ja, es gibt durchaus Argumente, das Velo an sich als "ausentwickelt" zu betrachten, andererseits aber genau darin den Reiz zu sehen, vielleicht doch noch einmal darüber nachzudenken. Elektrifizierung ist dabei nur ein Lösungsansatz, wenn auch ein derzeit sehr populärer.

"Komfort" als Begriff muss ja erst einmal nicht schlecht sein. Der Komfort einer indexierten Schaltung mit definierten Schaltschritten in direktem Zugriff einer favorisierten Lenkerposition ist sicher nichts, was heutige Radler in großer Menge mit Freuden zurückgeben wollen würden. Ob das jetzt in 8, 10 oder 12 Schaltschritten erfolgt ist erst einmal zweitrangig.
"Die gute alte Zeit" zu beschwören und aus diesem Verständnis heraus Empfehlungen abzugeben ist erst einmal Ausdruck einer Überforderung mit der "neuen" Unübersichtlichkeit. Das ist menschlich verständlich, man sollte aber seine Mitmenschen für alltagstauglich genug halten, selbst einschätzen zu können was sie für sich selbst wollen und was nicht. Das verbietet Formulierungen à la "das ist heute alles Schrott! Und war früher NIENIENIE so!"
Dazu gehört auch, sich bewusst zu machen, dass das Gefährt Velo mit seinem Alter von 100+X Jahren schon eine Menge Moden mitgemacht hat und viele davon kamen, gingen und kamen wieder und gingen wieder. Seien es nun Laufradgrößen, Einfachantriebe, Sattelstützendurchmesser, oder Lenkerbreiten. Man kann diesen Moden schlecht aus dem Weg gehen, gerade im MTB-Bereich, mitmachen muss man sie aber deshalb noch lange nicht.

Deswegen teile ich auch nicht den Satz "Das Radreisen stemmt sich seit jeher gegen solche Tendenzen."
Nicht nur, weil du den Satz danach gleich konterkarierst, sondern weil sinnvolle Entwicklungen gerade auf Reisen schnell zeigen können, ob sie wirklich Mehrwert erbringen, abseits persönlicher Vorlieben. Stichworte wären für mich persönlich Nabendynamos und LED, Sockelfelgenbremsen und Scheibenbremsen.
Das kann (nicht muss!) mit der Motorisierung ähnlich laufen. Ob sich das auf längeren Reisen durchsetzen wird, bleibt erst einmal offen, denn unterwegs sein ist mindestens so unterschiedlich wir die Spezies Mensch an sich. Im Alltagsbetrieb ist es definitiv eine Bereicherung in der Form, dass jedes Velo bedeutet, dass die Person gerade kein KFZ bewegt. Im MTB-Bereich bin ich selbst da noch ein wenig kritisch, ich habe zu viele Leute mit den motorisierten MTB Berge erklimmen sehen, die sie nur unter äußersten Mühen wieder heruntergeschafft haben, wenn überhaupt. Im besten Fall macht man Erfahrungen, im schlechtesten Fall riskiert man Leib und Leben.

Das abschließende Namedropping der Technologien und Entwicklungen die du an deinen Rädern nicht einsetzt fällt für jeden sicher ein wenig anders aus. Es hängt auch vom Radtyp und dessen Alter ab. Ich habe einen alten Stahlrennradrahmen, natürlich mit Felgenbremsen. Nur weil dort die Scheibenbremsen fehlen, mustere ich den nicht aus.
Ich kenne mittlerweile, nach über 40 Jahren "Fahrkarriere" meine Vorlieben und Abneigungen bei Radtechnik ganz gut und finde immer noch dazu passendes Material. Ich nutze sogar Teile des "Marktriesen" aus Osaka, ohne mich deswegen selbst zu geißeln. Die Welt ist so wie sie ist, anders müssen wir sie schon selbst machen. grins
Ich fahre nur bei schönem Wetter...in Europa also gar nicht
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#1392034 - 11.07.19 00:17 Re: Technik: wieviel davon? [Re: macbookmatthes]
iassu
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In Antwort auf: macbookmatthes
Deswegen teile ich auch nicht den Satz "Das Radreisen stemmt sich seit jeher gegen solche Tendenzen."
Ich nehme an, daß du diesen meinen Satz falsch verstanden hast. Gemeint war, daß sich Radreisen gegen ausufernde Bequemlichkeit und eingebildeten Komfortgewinn durch Nichtstun stemmt.
Gruß Andreas

Geändert von iassu (11.07.19 00:17)
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Off-topic #1392050 - 11.07.19 07:39 Re: Technik: wieviel davon? [Re: iassu]
irg
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Stimmt! Ein Tourenfahrer, der nichts tut, kommt nicht weit!

lg!
georg
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#1392068 - 11.07.19 09:28 Re: Technik: wieviel davon? [Re: iassu]
AndreMQ
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In Antwort auf: iassu
... Stimmt dieser Satz, ist er unzutreffend? Wieviel Technik wollen wir am Reiserad, wo sind unsere Mindestanforderungen, wo unsere Grenzen? ...
Schwieirge Frage, daher mal anders aufgezogen. Würde also nicht pauschal von "Technik" reden, sondern von anständiger Konstruktion, wie es im Industriemaschinenbau aufgrund hoher Anforderungen an Zuverlässigkeit und Laufzeit selbstverständlich ist. Denen fehlen aber die Millionen-Stückzahlen, deshalb können sie (glücklicherweise) nicht wie in der KFZ-Technik jede Menge schlecht demontierbare (Clips-Technik) und nur durch das fahrzeugspezifische Originalteil ersetzbare Teile konstruieren. Also gemeint ist:
- Lagerstellen werden mit Wälz- oder Gleitlagern aus den DIN-Reihen ausgeführt. Diese sind selbstverständlich auswechselbar.
- Weiterhin hat jede Lagerstelle ein funktionierendes Dichtungssytem bestehend aus externen Maßnahmen (Labyrinth, Simmerring, ....) und ggfs. internen (also die Dichtscheiben des Wälzlagers).
- ALLE Schrauben und Muttern sind aus den metrische DIN-Reihen und haben eine definierte Festigkeitsklasse. Frei liegende sind aus rostfreiem Stahl. Ausnahme wären nur hochfeste Schrauben, die es rostfrei nicht gibt. Als Antrieb gibt es nur Torx, die Muttern sind 6-kant.
- Alle sonstigen Maschinenelemente (Scheiben, Sicherungsscheiben, Federn, Dichtungen, Keile, Splinte, .....) sind aus den DIN-Reihen.
- Da Fahrräder leicht bauen sollen, werden nur feste bzw. hochfeste Stahl- und Alu-Werkstoffe verbaut - bzw. Faserverbundwerkstoffe.
- Flächige Abdeckungen aller Art sind aus schlagfestem Kunststoff (z.B. sind Stahlschutzbleche in 2019 nur schwerer Unfug).
- Wellen und Achsen sind maßgenaue Teile, Gewinde sind keine Auflageflächen.
- Unsinnige und undefinierte Verbindungselemente gibt es nicht (wie Knebel-Schnellspanner).
- Antriebsteile sind gegen Verschmutzung geschützt (nicht nur abgedeckt), anständig geschmiert und keine Schmutzfallen (also Dreck und Wasser kommt zwar rein, aber nicht wieder raus).
- Keine endlose Stapelei von kleinen Einzelteilen über Schraubverbindung wie Metallbaukästen, sondern dann auch mal kompakte, aber auswechselbare Gesamtteile.
- Konstruktive Ausführung von Funktionsbaugruppen (Bremsen, Antrieb, ...) so, dass sie zwischen Wartungsintervallen ohne Leistungs- und Funktionseinbußen laufen.
- usw. usw.
- Ein voll ausgestattetes Rad wiegt für Systemgewicht bis 130kg um die 13kg.
Die obigen Punkte sind auch 2019 nur stückwerkmäßig vorhanden und dann meist an der sogenanten "modernen Technik". Meine Erfahrung damit ist, dass sie einfacher und zuverlässiger sind, als die "klassische" Fahrradtechnik. Die heute drastisch höheren Preise sind nachteilig, aber nach einer Weile vergessen. Zerlegen, warten und zusammensetzen geht einfacher und schneller, die Korrosionsanfälligkeit ist geringer.
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#1392069 - 11.07.19 09:36 Re: Technik: wieviel davon? [Re: Martina]
Cruising
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In Antwort auf: Martina
Natürlich gibt es noch irgendwo in den Tiefen des Internets Achtfach-Teile, aber eben garantiert nicht im Radladen um die Ecke. Und das wäre *mir* zu kompliziert.

Nicht nur im Internet, auch etwa beim Uli Walz in Ditzingen (vielleicht mit einem Tag Bestellzeit), aber doch schon (fast) bei dir um die Ecke schmunzel Und im Internet sowieso, etwa hier, Ketten dito, und zwar für gut nen Zehner. Das wird m.E. auch noch eine ganze Weile so bleiben, denn Shimano bietet bis heute im preiswerten Segment Schaltgruppen mit 7, 8 oder 9 Ritzeln an. Vor drei Jahren hatten wir auf Gran Canaria nagelneue Mieträder mit 3/7-fach, absolut bergtauglich, ordentliche Markenräder von Scott. Wir haben nix vermisst…

Ansonsten geht es mir wie dir: Warum soll ich etwas Bewährtes wegschmeißen, wenn es mir gefällt, quasi unkaputtbar ist und vor allem passt? Schließlich haben wir schon beim Kauf auf gute Qualität geachtet, und bei unseren orthopädischen (und ein paar anderen gesundheitlichen) Problemen brauchen wir eh etwa ein Jahr, bis so ein Bock perfekt gefittet ist und wir schmerzfrei für längere Strecken drauf sitzen. Außerdem widerspricht das ewige „Größer, schneller, leichter, weiter“ etc. unserer grünen Mentalität lach

Bei der Technik ist für mich wichtig, dass ich sie selbst und relativ einfach reparieren kann. Dabei bin ich absolut kein Edelschrauber und das Basteln bereitet mir keinerlei Lustgefühle, doch schätze ich sehr die tief von innen kommende Zufriedenheit wenn ich sagen kann: „Hey, du hast es mal wieder hiengekriegt“ grins Zumal ich mich über professionelle Schrauber oft genug sehr geärgert habe wegen schlechter Qualität, langer Wartezeit und erst recht über den verlorenen halben Tag und den verblasenen Sprit, wenn das Rad nicht mehr fährt und ich es mit dem Auto zur Reparatur bringen muss. Aus ähnlichen Gründen machen wir auch viele andere Dinge selbst, Wohnung renovieren, Möbel restaurieren etc.

Trotzdem habe ich mich über neue Technik manchmal auch schon sehr gefreut. Vor allem Anfang der 80er-Jahre über die genialen Long-Cage-Schaltwerke, die drei Kettenblätter und zum ersten Mal echte Berggänge möglich machten. Vorher wären wir nie auf die Idee gekommen, Radreisen zu machen, denn in den seligen Torpedo-Dreigang-Zeiten waren wir schon von S-Weilimdorf zur Solitude hinauf völlig platt und nicht selten brauchte es eine Schiebe-Einlage Dann damals, als die griffigen V-Brakes die doch etwas windigen Cantis abgelöst haben, und auch als das Schalten vom Lenker aus mit gut gerasterten Rapidfire-Schalthebeln möglich war. Carbon hingegen wird für mich nie in Frage kommen, und wenn ich dran denke, wie wohl eine R-Dose von innen aussieht oder ein Pinion-Schaltwerk, dann bekomme ich Schnappatmung grins Immerhin könnte ich mir vorstellen, mal über Scheibenbremsen nachzudenken, wenn wir denn wirklich mal ein neues Rad bräuchten.

Doch wir haben schon zwei Räder auf über 100.000 km gebracht, und das mit der meisten Laufleistung in unserem Stall hat erst knapp 60.000. Wird also wohl noch eine Weile dauern zwinker

Gruß Thomas
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Geändert von Cruising (11.07.19 09:47)
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#1392077 - 11.07.19 10:13 Re: Technik: wieviel davon? [Re: Cruising]
Martina
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In Antwort auf: Cruising
In Antwort auf: Martina
Natürlich gibt es noch irgendwo in den Tiefen des Internets Achtfach-Teile, aber eben garantiert nicht im Radladen um die Ecke. Und das wäre *mir* zu kompliziert.

Nicht nur im Internet, auch etwa beim Uli Walz in Ditzingen (vielleicht mit einem Tag Bestellzeit), aber doch schon (fast) bei dir um die Ecke schmunzel


Ich glaube mit dem einen Tag Bestellzeit gibts die so ziemlich überall vorausgesetzt der Radladen ist überhaupt willig zu bestellen.

Mir ging es aber um den Neukauf: wenn ich heute in einen Radladen gehe und ein Rad kaufen möchte, wird da bestimmt keines mit Achtfach stehen und selbst wenn ich es nicht von der Stange kaufe, sondern individuell zusammenstellen lasse, wird man mich komisch anschauen, wenn ich Achtfach haben will. Mir gehts nicht darum, dass ich das komisch anschauen nicht abkann (das passiert mir häufiger), aber warum soll ich extra Aufwand reinstecken, um bei einem neuen Rad nicht mehr aktuelle Teile zu bekommen? Klar funktioniert Achtfach, aber Zehnfach funktioniert m.E. eben auch. Und wahrscheinlich auch 11fach, das habe ich aber noch nicht ausprobiert.
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#1392084 - 11.07.19 10:50 Re: Technik: wieviel davon? [Re: iassu]
macbookmatthes
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In Antwort auf: iassu
In Antwort auf: macbookmatthes
Deswegen teile ich auch nicht den Satz "Das Radreisen stemmt sich seit jeher gegen solche Tendenzen."
Ich nehme an, daß du diesen meinen Satz falsch verstanden hast. Gemeint war, daß sich Radreisen gegen ausufernde Bequemlichkeit und eingebildeten Komfortgewinn durch Nichtstun stemmt.


So besehen hast du vollkommen recht - mit Einschränkungen, zumindest für mich selbst. grins So nehme ich durchaus heute beim Zelten eine aufblasbare Isomatte (und nicht nur die gute alte Schaumstoffmatte) mit und ein komprimierbares Kissen (früher hätte es ein Pullover getan).
Gegen guten Schlaf hat auch eine Reiseradler nichts einzuwenden... lach
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Off-topic #1392088 - 11.07.19 11:03 Re: Technik: wieviel davon? [Re: Cruising]
iassu
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In Antwort auf: Cruising
... denn in den seligen Torpedo-Dreigang-Zeiten waren wir schon von S-Weilimdorf zur Solitude hinauf völlig platt und nicht selten brauchte es eine Schiebe-Einlage ....Doch wir haben schon zwei Räder auf über 100.000 km gebracht...
Frage: wie oft muß man zur Solitude hoch und wieder runter, bis man sechsstellig erreicht hat? lach grins

Gruß Andreas
....der seine Kindheit dort oben verbracht hat. zwinker

Geändert von iassu (11.07.19 11:04)
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Off-topic #1392089 - 11.07.19 11:17 Re: Technik: wieviel davon? [Re: iassu]
Cruising
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In Antwort auf: iassu
Frage: wie oft muß man zur Solitude hoch und wieder runter, bis man sechsstellig erreicht hat? lach grins

Dazu reicht (mit Dreigang) ein Lebensalter vermutlich gar nicht aus grins Doch wenn du dort oben aufgewachsen bist kann man dich beneiden schmunzel Ist einfach superschön da, obwohl - für einen Heranwachsenden vielleicht ein wenig einsam...

Das Schlüsselerlebnis mit der alten Torpedo hatte ich übrigens, als ich einst einen Schulkameraden auf der Schillerhöhe besuchen wollte, der dort im Lungensanatorium eine TBC auskurieren musste, die er sich in Venezuela eingefangen hatte. Ich dachte damals fast, ich muss mich auch gleich ins Sanatorium einliefern lassen lach

Gruß Thomas
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Geändert von Cruising (11.07.19 11:28)
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#1392096 - 11.07.19 11:47 Re: Technik: wieviel davon? [Re: Cruising]
Juergen
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Immerhin war die Torpedo mit ihren drei Gängen ein großer Entwicklungssprung. Wer heute noch mit offenen Getrieben durch die Gegend fährt und täglich versucht, die offenen Zahnräder mit der Zahnbürste zu reinigen, dem ist sowieso nicht zu helfen. grins
° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° °
Reisen + Hauptsache, die Zeit geht rum.
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#1392097 - 11.07.19 11:53 Re: Technik: wieviel davon? [Re: Juergen]
iassu
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Gut, wenn man die Torpedo mit einem Motor verheiratet, könnte das in die Zukunft weisen.... teuflisch lach
Gruß Andreas
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Off-topic #1392107 - 11.07.19 12:42 Re: Technik: wieviel davon? [Re: dhomas]
Uli
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Zitat:
Nicht mal bei Computern kann ich zustimmen. Um die Jahrtausendwende war ein Computer wirklich nach 3 Jahren hoffnungslos unbenutzbar. Jetzt aber halten die Geräte bei mir 5 Jahre und länger - noch dazu sind sie vergleichsweise günstiger - und das fast komplett ohne Bastelaufwand.

Unbenutzbar, weil aufgrund neuer SW die Kiste zu langsam war, oder wirklich, weil kaputt?
Kaputt ging mir seit bestimmt 10 Jahren kein PC-Teil mehr. Davor kam es immer wieder vor, dass mal ein Teil den Geist aufgab (Mainboard, Harddisk, Grafikkarte, ...).
Gruß
Uli
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Off-topic #1392181 - 11.07.19 21:45 Re: Technik: wieviel davon? [Re: Uli]
dhomas
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Beides ein wenig, aber hauptsächlich die Langsamkeit.

Seit es Multicores gibt - und spätestens jetzt mit den SSDs - sind auch alte Geräte top bedienbar für alles was kein Hochleistungsbetrieb ist.
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Off-topic #1392253 - 12.07.19 12:04 Re: Technik: wieviel davon? [Re: Uli]
Nordisch
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HDDs gehen heute auch noch gern kaputt, besonders bei Laptops.


Hab zuletzt deswegen eine SSD verbaut. Viel früher wird die auch den Geist nicht aufgeben.
Aber man hat einen deutlichen Performanceunterschied - besser als ein Upgrade vom Arbeitsspeicher. Für meinen alten PC (Teile von 2003 bis 2010 verbaut) und den 2016 gebraucht erworbenen Laptop war diese Upgrade geradezu ein Jungbrunnen.

Aktuelle preiswerte Laptops und PC arbeiten oft langsamer.
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#1394855 - 03.08.19 19:55 Re: Technik: wieviel davon? [Re: Juergen]
berghopser
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Ich war ja früher auch mal technikverliebt und hatte sogar an einem Rad mal vorne vier Kettenblätter. Jedes mal wenn es hinten ein Ritzel mehr gab, habe ich gleich die Schaltung erneuert.

Als ich dann mt dem MTB fahren angefangen habe, wo dann noch Federung und Hydraulik dazu kam, ging mir dieses "schneller, höher, weiter" irgendwann auf den Keks. Ich hatte keine Lust mehr, von der Fahrradindustrie ständig mein altes Rad mies machen zu lassen.

Also fing ich an, scheinbare Fakten zu hinterfragen und einfach mal kackfrech anzuzweifeln. "Friss oder stirb" war mein Motto.

Nun fahre ich meinen lieben Surly "Eisenhaufen", an dem vieles fehlt, was angeblich beim Rad fahren zwingend notwendig ist. Ich habe keine Federung, keine Hydraulik (mechanische Scheibenbremsen" und keine Schaltung ("Singlespeed") und hatte noch nie solch eine kindische Freude an einem Rad.

Und wenn dann demnächst die erste Schaltung mit 13fach Zahnkranz auf den Markt kommt, ist mir das sowas von egal!
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#1394866 - 03.08.19 21:26 Re: Technik: wieviel davon? [Re: berghopser]
panta-rhei
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Unterwegs in Britisches Territorium im Indischen Ozean

Singlesoeed aufcRadreisen?
Nur in Holland in Windrichtung?!? teuflisch

Bin ja hier derbekanntec Maschinen Stürmer, freue mich grad auf Radreise über mein olles t400, an dem alles mechanisch ist und ich alles unterwegs reparieren kann ( Stahl, VBrakes, 3x9Shimano, Stiffy).
Stillvgoin string!
Liebe Grüsse - Panta Rhei
"Leben wie ein Baum, einzeln und frei doch brüderlich wie ein Wald, das ist unsere Sehnsucht." Nâzim Hikmet, Dâvet
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#1394869 - 03.08.19 21:32 Re: Technik: wieviel davon? [Re: iassu]
panta-rhei
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Unterwegs in Britisches Territorium im Indischen Ozean

In Antwort auf: iassu
In Antwort auf: macbookmatthes
Deswegen teile ich auch nicht den Satz "Das Radreisen stemmt sich seit jeher gegen solche Tendenzen."
Ich nehme an, daß du diesen meinen Satz falsch verstanden hast. Gemeint war, daß sich Radreisen gegen ausufernde Bequemlichkeit und eingebildeten Komfortgewinn durch Nichtstun stemmt.

Radfahren generell ist anachronistisch - widerspricht es doch dem jahrtausende alten Trend, mühselige körperliche Arbeit durch Motorisierung zu ersetzen.
Das E setzt diesen Trend fort, die 80er/90er Radwelle TROTZ anderer technischer Optionen grenzte an ein Wunder ...
Liebe Grüsse - Panta Rhei
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#1394895 - 04.08.19 08:13 Re: Technik: wieviel davon? [Re: berghopser]
Toxxi
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In Antwort auf: berghopser
... und keine Schaltung ("Singlespeed") ...

Na dann viel Spaß mit Zeltgepäck am Berg... wirr

Gruß
Thoralf
Meine Räder und Touren im Radreise-Wiki
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#1394898 - 04.08.19 08:21 Re: Technik: wieviel davon? [Re: Toxxi]
berghopser
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In Antwort auf: Toxxi
In Antwort auf: berghopser
... und keine Schaltung ("Singlespeed") ...

Na dann viel Spaß mit Zeltgepäck am Berg... wirr


Du hast den Hinweis auf meine Knie vergessen.
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#1394899 - 04.08.19 08:24 Re: Technik: wieviel davon? [Re: panta-rhei]
berghopser
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In Antwort auf: panta-rhei
Singlesoeed aufcRadreisen?
Nur in Holland in Windrichtung?!? teuflisch


Teutoburger Wald, Harz, Weserbergland, Thüringer Wald.
Auch wenn nicht in dein Weltbild passt.
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#1394907 - 04.08.19 10:27 Re: Technik: wieviel davon? [Re: berghopser]
Thomas S
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In Antwort auf: berghopser
In Antwort auf: Toxxi
In Antwort auf: berghopser
... und keine Schaltung ("Singlespeed") ...

Na dann viel Spaß mit Zeltgepäck am Berg... wirr


Du hast den Hinweis auf meine Knie vergessen.


Dann will ich das Mal tun:

Der letzte bekennende (Nickname : nomoregears) Singlespeeder ist seit neun Jahren hier nicht mehr aktiv. Seine letzten Beiträge gingen um Knieschmerzen.

grins
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#1394910 - 04.08.19 10:53 Re: Technik: wieviel davon? [Re: Thomas S]
Keine Ahnung
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In Antwort auf: Thomas S
In Antwort auf: berghopser
In Antwort auf: Toxxi
In Antwort auf: berghopser
... und keine Schaltung ("Singlespeed") ...

Na dann viel Spaß mit Zeltgepäck am Berg... wirr


Du hast den Hinweis auf meine Knie vergessen.


Dann will ich das Mal tun:

Der letzte bekennende (Nickname : nomoregears) Singlespeeder ist seit neun Jahren hier nicht mehr aktiv. Seine letzten Beiträge gingen um Knieschmerzen.

grins


Und mir fällt immer wieder dieser schon einmal hier veröffentlichte Videobeitrag ein. Die von mir gefahrenen Touren könnte ich im Leben nicht mit einem Singlespeed-Fahrrad fahren. Entweder, ich hätte eine Übersetzung, mit der ich auch 15% Steigung mit Gepäck hoch käme, dann würde der Rest der Tour aber wahrscheinlich mindestens doppelt so lange dauern, oder ich hätte eine Entfaltung, die mich flotter vorankommen lässt, die mich aber über weite Stücke zum Schieben zwingen würde. Man muss nicht jeden technischen Fortschritt mitmachen, aber die Einführung von Gangschaltungen beim Fahrrad war ein Schritt, den man eigentlich nicht mehr zurückgehen möchte.

Es mag sein, dass Leute Freude an Singlespeed-Fahrrädern haben, aber ich könnte mir nicht vorstellen, damit z. B. die Großglockner-Hochalpenstraße hochzufahren (selbst nur mit Kreditkarte ausgestattet) und dann noch eine Tour weiterzufahren, die zumindest mehrere hundert Kilometer lang ist. Und das ist für mich eine Radreise und um Reiseräder geht es ja hier in diesem Bereich des Forums.

Falls das zum Singlespeeder kastrierte Rad, welches oben angesprochen wurde, gar nicht für Reisen eingesetzt werden sollte, wäre seine Erwähnung hier fehl am Platz. Falls damit tatsächlich Radreisen durchgeführt wurden, die nicht nur im Flachen verliefen, dann würde ich gerne einen Bericht sehen und mich beeindrucken lassen.
Gruß, Arnulf

"Ein Leben ohne Radfahren ist möglich, aber sinnlos" (frei nach Loriot)
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#1394914 - 04.08.19 11:13 Re: Technik: wieviel davon? [Re: Keine Ahnung]
Falk
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Guck Dir an, von wem es kommt. Unser Berghopser pendelt zwischen Extremen – und die nächste Modewelle kommt mit Sicherheit sehr bald.
Falk, SchwLAbt
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#1394917 - 04.08.19 11:33 Re: Technik: wieviel davon? [Re: Keine Ahnung]
Cruising
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In Antwort auf: Keine Ahnung
Es mag sein, dass Leute Freude an Singlespeed-Fahrrädern haben, aber ich könnte mir nicht vorstellen, damit z. B. die Großglockner-Hochalpenstraße hochzufahren (selbst nur mit Kreditkarte ausgestattet)

Die Kreditkarte würdest du dann dringend brauchen, denn danach fragen sie in der medizinischen Notaufnahme noch vor deinem Namen teuflisch

Gruß Thomas (für den die Berge mit jetzt deutlich 60+ doch jedes Jahr ein paar Meter höher werden grins )
www.bikeamerica.de
Cycle. Recycle. For a better world...
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#1394920 - 04.08.19 11:43 Re: Technik: wieviel davon? [Re: berghopser]
Oldmarty
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du bist ein Held ...wow bravo

Du weisst aber schon das zwischen "ichwilldasneuste" und "allesüberflüssig" noch sehr viele Varianten gibt?

Man kann auch ja das erneuern wo es Sinn macht und das lassen was einem gefällt. ..Kann man echt ..glaub es mir
Mir hat noch keine Fahrradindustrie eines meiner Räder madig gemacht, das klappt nur wenn man es zulässt
Tod und Dummheit haben eines gemeinsam, es merken nur die Anderen.
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#1394921 - 04.08.19 11:44 Re: Technik: wieviel davon? [Re: Cruising]
berghopser
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Beiträge: 92
Witzig: keiner hat Ahnung vom Thema, aber alle reden mit.

"Und, so schloss er messerscharf, es kann nicht sein was nicht sein darf".
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#1394924 - 04.08.19 11:54 Re: Technik: wieviel davon? [Re: berghopser]
martinbp
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In meiner Kinder-und Jugendzeit im Thüringer Wald hieß es eben lapidar: "Wo du nicht hochkommst, da musst du halt schieben." Das Schieben fing bei mir bei 3-4%igen Steigungen an und dauerte eben auch mal anderthalb Stunden.
Da war die 5-Gang-Schaltung mit vorn 48, hinten 14-16-18-20-24 schon ein echter Kmfortgewinn. Heute würde ich ohne vorn 22,hinten 36 gar nicht mehr losfahren, selbst im Flachland schalte ich vor jeder Ampel (natürlich nicht aufs 22-er Blatt)
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#1394926 - 04.08.19 12:06 Re: Technik: wieviel davon? [Re: martinbp]
berghopser
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In Antwort auf: martinbp
In meiner Kinder-und Jugendzeit im Thüringer Wald hieß es eben lapidar: "Wo du nicht hochkommst, da musst du halt schieben." Das Schieben fing bei mir bei 3-4%igen Steigungen an und dauerte eben auch mal anderthalb Stunden.
Da war die 5-Gang-Schaltung mit vorn 48, hinten 14-16-18-20-24 schon ein echter Kmfortgewinn. Heute würde ich ohne vorn 22,hinten 36 gar nicht mehr losfahren, selbst im Flachland schalte ich vor jeder Ampel (natürlich nicht aufs 22-er Blatt)


Dein damals kleinster Gang von 48/24 liegt nur knapp unter meiner Übersetzung von 42/20 am 29er. Mit ner 100er Rennradtrittfrequenz bin ich 29 km/h schnell, das reicht mir für Touren. Am Berg im Wiegetritt gehts dann runter bis ca. 7 km/h. Schieben kommt natürlich auch vor, aber das sind nur 1-2% der Strecken.

Befremdlich finde ich den ungläubig-feindseligen Unterton einiger Oberlehrer hier, die noch nie eine Reise ohne Schaltung gemacht haben, aber genau zu wissen scheinen, warum das nicht möglich ist. Und wenn das nicht reicht, wird man eben unterschwellig der Lüge bezichtigt damit sie wieder ruhig schlafen können. Das hat schon ein bischen was von Hexenjagd.

Geändert von berghopser (04.08.19 12:09)
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#1394927 - 04.08.19 12:21 Re: Technik: wieviel davon? [Re: berghopser]
Juergen
Moderator
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Beiträge: 9403
Damit hier jeder mitbekommt, wie Du Radreisen interpretierst, zitiere ich zwei Beiträge von dir aus 2017
Conti GP4000SII gut fürs Reiserennrad? (Ausrüstung Reiserad)

In Antwort auf: berghopser


Bischen Retro eben:

Viel zu großes Bild in Link verwandelt. Bitte max: 1024px in der Breite. Siehe auch: HowTo: Bilder in Beiträge einfügen (Forum)

https://fstatic1.mtb-news.de/v3/19/1986/1986691-2d0ttkwt31gp-steamroller-original.jpg
In Antwort auf: berghopser


Nee, ich will hier keinen veräppeln.

Ösen für Gepäckträger wären sogar dran. Tubus Fly oben an die Bremsbohrung geschraubt, würde passen. Aber brauche ich nicht.
Ich fahre mit Hotelübernachtung, also Leichtgepäck (ca. 3 kg), grosse Bikepacking Satteltasche reicht aus. Habe ich am anderen Tourenrad mit fetten Reifen schon zwei Jahre getestet.

Das Ganze nun am strassenorientierten Rad.

Gangschaltung hat mir mit dem anderen Rad in Sauerland, Harz und Thüringer Wald nicht gefehlt, ich fahre schon fünf Jahre ohne. Ich würde am oben gezeigten Rad evtl. die Übersetzung noch etwas kürzer machen. Aktuell 46/18 für sportliche Touren und RTFs, vielleicht für Touren 46/19 oder 42/18. Muss ich noch ein wenig probieren.

° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° °
Reisen + Hauptsache, die Zeit geht rum.

Geändert von Juergen (04.08.19 12:21)
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Off-topic #1394929 - 04.08.19 12:32 Re: Technik: wieviel davon? [Re: Juergen]
farnotfast
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Warum enden hier eigentlich so viele Fäden damit, dass sich auf eine Person, die sich mit ihrer Art nicht im "Normbereich" des Forums bewegt, eingeschossen und diese bloß gestellt wird?
Grüße, Stephan
mapline - Erstelle druckbare Karten entlang deiner Route
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#1394931 - 04.08.19 12:45 Re: Technik: wieviel davon? [Re: berghopser]
AndreMQ
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Beiträge: 3374
In Antwort auf: berghopser
... Befremdlich finde ich den ungläubig-feindseligen Unterton einiger Oberlehrer hier, die noch nie eine Reise ohne Schaltung gemacht haben, aber genau zu wissen scheinen, warum das nicht möglich ist. Und wenn das nicht reicht, wird man eben unterschwellig der Lüge bezichtigt damit sie wieder ruhig schlafen können. Das hat schon ein bischen was von Hexenjagd.
So soll es natürlich nicht sein. Aber man kann ja mit jedem Schaltungsrad ein Fixie nachahmen und in den passenden Gang mit gleicher Entfaltung wie das Fixie schalten. Also in meinem Beispiel habe ich ein 46/16-Fixie auf 30-622-Rädern mit einerm P1.18-Rad mit 32/28-Primärbestückung auf 60-584-Laufrädern "nachgeahmt". Das war ziemlich genau der 15. Gang. D.h. mit dem Rad alles im 15. Gang gefahren. Auch wenn das Fixie sicher noch etwas leichtfüßiger ist (aber sooo viel mehr auch nicht, weil das P1.18-Rad ein Leichtbau ist). Auch wenn es ganz angenehm ist, in der Stadt mal komplett ohne Schalten auszukommen, sagt mir der Fahrstil einfach nicht zu - gerade wenn es eng und verwinkelt wird. Also jeder kann mal "Fixie-Fahren" testen ohne irgendein anderes Rad zu beschaffen oder am bestehenden zu verändern.
Korrekt muss es wohl Single-Speed heißen, weil "Fixie" wohl für die Single-Speeder ohne Freilauf und Bremsen reserviert ist (weiß ich aber nicht genau).

Geändert von AndreMQ (04.08.19 12:47)
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#1394935 - 04.08.19 13:14 Re: Technik: wieviel davon? [Re: panta-rhei]
schorsch-adel
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Beiträge: 5333
Zitat:
VBrakes, 3x9
neumodisches Zeugs grins
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Off-topic #1394942 - 04.08.19 13:58 Re: Technik: wieviel davon? [Re: farnotfast]
Falk
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Beiträge: 32508
Zitat:
Warum enden hier eigentlich so viele Fäden damit, dass sich auf eine Person, die sich mit ihrer Art nicht im "Normbereich" des Forums bewegt, eingeschossen und diese bloß gestellt wird?

Wird sie nicht. Nur schießt sie aus allen Rohren auf alles, was sich bewegt und dazu kommt, dass sie von einem Extrem zum anderen gependelt ist. Sich darüber zu wundern und es fallweise auch mal zu glossieren, ist durchaus legitim. Die Ursache dafür ist das Adenauerprinzip »Wat kümmert mich mein Jeschwätz von jestern«. Ich halte beide extreme für daneben und lasse mir von der Industrie nicht vorschreiben, wieviel Geld ich wann für was ausgebe. Ich fasse mir aber schon öfter mal an den Kopf, verbunden mit nicht öffentlichkeitsfähigen Kommentaren. Hier ist das im Übrigen auch schon mehrmals passiert.

@berghochschieber, angebotsbedingt bin ich von 1969 bis 1993 ohne Schaltungen fahrradgefahren. Ging in der Ebene durchaus und deswegen erlaube ich mir auch ein Urteil darüber. Ohne Not muss ich es nicht wieder haben.
Die, die jedes zusätzliche Ritzel vom Angelhalkenkombinat Osaka als epochemachende Neuerung beklatschen, obwohl sie doch eigentlich wissen müssten, dass dieses Unternehmen seit Jahren ein Patent über ein Vierzehnfachritzel hält und besonders gut in inkompatibler Häppchentaktik ist, gehören in dieselbe Kiste. Fanboys sind in ihren Äußerungen niemals objektiv und die Wandlung von peterrohloff zu peterxtr istr mir noch gut in Erinnerung.
Falk, SchwLAbt
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#1394945 - 04.08.19 14:08 Re: Technik: wieviel davon? [Re: AndreMQ]
Nordisch
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Jupp SSP


Fixed, da muss man immer mittreten, wie auf dem Spinningrad.
Bremsen können und sollten aber für den Straßenverkehr besser dran sein.

Wie viel mit SSP geht, kann uns unsere Eltern und Großelterngeneration zeigen oder abertausende Menschen in ärmeren Regionen dieser Welt.


Klar das ist nicht ganz zeitgemäß und die Gelenke freuen sich bestimmt über geringere Dauerbelastungen.



Geändert von Nordisch (04.08.19 14:13)
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Off-topic #1394949 - 04.08.19 14:48 Re: Technik: wieviel davon? [Re: Falk]
Nordisch
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Osaka ist lange nicht Vorreiter in Sachen immer ein Ritzel mehr. (Da sind meist in folgender Reihenfolge Tiso, Campa und SRAM vorn.)
Und in Sachen Kompatibilität geht bei Shimano meist mehr als anderswo.

Dass Inkompatibilitäten dazu kamen, war systembedingt. Das alte Übersetzungsverhältnis zwischen Hebeln und Schaltwerk war für die vielen eng stehenden Ritzeln zu anfällig geworden.
Da war im MTB Bereich ab 10x und im Rennradbereich ab 11x der Fall. Und weil 10x Renn im Winter zwischen der warmen Wohnung und der kalten Umwelt schon leichte Probleme machte, hat man auch bei der Tiagra 4700 10x nachgelegt. Dafür kann man ihr, auch wenn offiziell nicht genehmigt, die 105er bis Dura Ace 11x Schaltwerke spendieren.


Die MTBler können sich im Gegensatz zu den Rennradlern darüber freuen, dass mit den großen MTB Kassetten die alten 8x und 9x Naben auch für 11x Kassetten noch tauglich sind. Dabei haben sie auf die Konstruktion des 14 Ritzel-Patents zurückgegriffen, wo die Ritzel sich dichter an die Speichen schmiegen.

Shimano kann man, wenn man nicht gerade den Riesenbeißreflex hat, schon weiterhin ein Bemühen um Kompatibilität bescheinigen. Und vor allem haben sie die Nutzer älterer Antriebssysteme nicht im Stich gelassen. 8x und 9x Schaltbremshebel bekommt man weiterhin in guter Qualität und speziell fürs Rennrad mit besserer Ergonomie auch für schlankere Hände.
Sicherlich gibt es eine gewisse Enttäuschung, weil zu 8x und 9x Zeiten diese extrem hohe Kompatibilität bestanden hat. Für manche kommt das Abweichen von diesem sehr hohen Standard einem Weltuntergang gleich.


Campa hat die Probleme in Sachen Übersetzungsverhältnis auch erkannt und sogar binnen der 11x Reihe ab 2015 die Übersetzungsverhältnisse geändert.


Achso, dass man nicht sofort sein ganzen Pulver verschießt, ist in der Industrie üblich.
(Weil du auf die 14 Gang Kassette anspieltest.)

Frag mal Bumm mit ihren Cyo Leuchten. Die allerersten der ersten Generation hatten versehentlich eine besseren Reflektor mit breiterer Ausleuchtung, der dann aber bald nicht mehr verbaut wurde. Da haben sie sogar einen Rückzieher gemacht, schließlich musste man mit der zweiten Generation weiteres Geld abgreifen.

Willkommen im Kapitalismus!
(Was nicht heißt, dass ich das Gebaren für gut halte. Aber man muss nicht einen Bösewicht hervorheben, wenn das systembedingt flächendeckende Praxis ist.)

Geändert von Nordisch (04.08.19 14:53)
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#1394951 - 04.08.19 14:54 Re: Technik: wieviel davon? [Re: berghopser]
iassu
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Themenersteller
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In Antwort auf: berghopser
Befremdlich finde ich den ungläubig-feindseligen Unterton einiger Oberlehrer hier, die noch nie eine Reise ohne Schaltung gemacht haben, aber genau zu wissen scheinen, warum das nicht möglich ist. Und wenn das nicht reicht, wird man eben unterschwellig der Lüge bezichtigt damit sie wieder ruhig schlafen können. Das hat schon ein bischen was von Hexenjagd.
Es kommt drauf an, ob wirklich gejagd wird oder ob sich jemand nur vefolgt fühlt. Das mit deinem "noch nie...."ist nämlich kaum haltbar. Erstes dürfte noch immer eine große Mehrheit hier das Radfahren auf einem Eingangrad (sorry für diese absurd-rückwärtsgewandte Bezeichnung) gelernt haben und zweitens braucht man ja auf einem Rad mit mehr als einem Gang nur das Schalten zu unterlassen. Gerade dann, wenn es für einen richtig erforderlich ist, eine andere Übersetzung zu haben.

Ich jedenfalls brauche und nutze auf Reise jede Über-/Untersetzung, die mir die 11-34 und 20/32/44 ermöglichen. Das ist für mich gerade der Witz am Radfahren. Sonst kann ich statt des nicht selbst stehenden Einspurgeräts besser einen richigen Leiterwagen nehmen. Der ist zum Bepacken dramatisch praktischer. Wenn ich eh schon laufen muß.
Gruß Andreas

Geändert von iassu (04.08.19 14:55)
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Off-topic #1394952 - 04.08.19 14:58 Re: Technik: wieviel davon? [Re: Nordisch]
Sickgirl
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Beim MTB passen aber nur die Shimano 11fach und die NX Kassetten auf den alten Freilauf.

Zumindest bei den teuren Rädern mit den beliebteren einfach Kurbeln ist der xd Freilauf der neue Standard.
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Off-topic #1394958 - 04.08.19 15:38 Re: Technik: wieviel davon? [Re: Sickgirl]
Nordisch
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Zumindest die Reiseradler können bei Umrüstung auf Shimano 11x (und wohl selbst 12x) weiterhin die alten Naben nutzen.
Hier wird ein XD Freilauf und Einzelkettenblatt nicht zur Regel gehören.


Und den Fahrern teurerer Räder kommt es wohl auf Kompatibilität nicht ganz so sehr an.
Wer da jammert, jammert auf hohem Niveau.



Vielleicht noch im Zuge Komptabilität: Ich sehe gerade, dass lediglich die Kassette, der rechte Shifter, das Schaltwerk und die Kassette als Umrüstungset von 11x auf 12x angeboten werden. Wenn das nicht von hoher Kompatibilität zeugt.


Irgendwo, musste es halt einen Bruch geben. Und der war halt bei 10x/11x.

Geändert von Nordisch (04.08.19 15:39)
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Off-topic #1394962 - 04.08.19 15:53 Re: Technik: wieviel davon? [Re: Nordisch]
Sickgirl
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Bist du nicht up to Date: Shimano 12fach nur mit Microspline Freilauf.
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Off-topic #1394967 - 04.08.19 16:17 Re: Technik: wieviel davon? [Re: Sickgirl]
Nordisch
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Beiträge: 2940
Danke für den Hinweis!

Dann hat man sich die Nabenkompatibilität wenigstens von 8x bis 11x erhalten, also ca. 25 Jahre.


EDIT

Und damit wohl noch länger.

Sunrace 12x Kassette für die bisher herkömmlichen Freilaufe.

https://www.4thebike.de/komponenten/kass...-11-50-kassette


EDIT 2


Und mit dem 12 Trigger vom Sunrace können gar die 11x Shimano Schaltwerke weiter genutzt werden.

https://www.4thebike.de/komponenten/scha...ger-schalthebel





--->


Sunrace Trigger, Kassette und eine 12x Kette und man rüstet die 11x auf 12x um - nicht schlecht

Geändert von Nordisch (04.08.19 16:26)
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#1394979 - 04.08.19 17:39 Re: Technik: wieviel davon? [Re: berghopser]
Keine Ahnung
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In Antwort auf: berghopser
Witzig: keiner hat Ahnung vom Thema, aber alle reden mit.


Ich gehöre zu einer Altersklasse, die sich mit ihren Fahrrädern bzgl. verfügbaren Gängen langsam von einem auf immer mehr "hochgearbeitet" haben. Wer mir erzählen will, dass ein Fahrrad ohne Gangschaltung bei einer echten Radreise Vorteile bieten soll oder in irgendeiner Art erstrebenswert wäre, muss leider mit einem Kommentar meinerseits rechnen, der erkennen lässt, dass es mir sehr schwer fällt, eine derartige Entscheidung nachzuvollziehen. Das heißt nicht, dass ich nicht glauben würde, dass man irgendwie auch ohne Gangschaltung vorwärts kommen würde, aber sinnvoll erscheint es keineswegs. Würde mir einer erzählen, dass er seine Radreise mit einem Fahrrad durchführen würde, bei dem er auf die Bereifung verzichtet und auf Holzfelgen umgerüstet hätte, würde ich auch das für möglich halten, aber mein Kopfschütteln wäre ihm sicher. Gerne kann jede/r das Fahrrad wählen, das seinen/ihren persönlichen Vorlieben entspricht. Nur muss er/sie schon damit rechnen, dass man zumindest die Sinnhaftigkeit hinterfragen möchte. Vielleicht kannst Du uns ja erläutern, wo die Vorteile den Eingangfahrrads bei einer Radreise liegen sollen. Vielleicht können wir das ja dann nachvollziehen.
Gruß, Arnulf

"Ein Leben ohne Radfahren ist möglich, aber sinnlos" (frei nach Loriot)
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#1394984 - 04.08.19 18:07 Re: Technik: wieviel davon? [Re: berghopser]
Toxxi
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In Antwort auf: berghopser
Befremdlich finde ich den ungläubig-feindseligen Unterton einiger Oberlehrer hier, die noch nie eine Reise ohne Schaltung gemacht haben, aber genau zu wissen scheinen, warum das nicht möglich ist.

Nun mal gaaanz ruhig mit den jungen Pferden. schmunzel Ich habe nie behauptet, dass man mit einem Gang nicht fahren kann, das hast du völlig falsch verstanden. Ich habe dir viel Spaß am Berg gewünscht und meinte das wörtlich. lach Beleidigung lag mir fern.

Wenn dir das Rad Spaß macht, dann fahr es doch. grins Fühl dich nicht gleich auf den Schlips getreten, wenn manche sich wundern. Über meine Räder wundern sich auch manche - so what? Für mich sind sie ideal, und was anderen denken, interessiert mich nur marginal. Gehen tut viel, und wenn es dir Spaß macht, dann ist es genau dein Ding. cool

Wir haben hier in Berlin einen Mitforisten, der regelmäßig auch zu Touren ins hügelige Gelände mit einem Singlespeeder gekommen ist. Mit Gepäck und Zelt. Wir waren alle schwer beeindruckt.

Und irgendwann, als er zum x-ten Mal von mir und anderen Mitforisten viele Bilder von Radreisen im Hochgebirge gesehen hat, und selbst ohne Fahrrad im Hochgebirge war, meinte er "da will ich auch hin". Und schaffte sich flugs ein Rad mit Gangschaltung an.

Und by the way... ja, auch ich kenne noch das Fahren mit nur einer Übersetzung ohne Gangschaltung. Ich weiß ziemlich genau, wovon ich da rede. Ich habe es nicht gemocht und möchte es nicht zurück.

Also dann, alles etwas lockerer sehen. party

Gruß
Thoralf
Meine Räder und Touren im Radreise-Wiki
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Off-topic #1394985 - 04.08.19 18:10 Re: Technik: wieviel davon? [Re: Keine Ahnung]
Toxxi
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In Antwort auf: Keine Ahnung
Und mir fällt immer wieder dieser schon einmal hier veröffentlichte Videobeitrag ein.

party party party
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#1394986 - 04.08.19 18:17 Re: Technik: wieviel davon? [Re: iassu]
Toxxi
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In Antwort auf: iassu
Wieviel Technik wollen wir am Reiserad, wo sind unsere Mindestanforderungen, wo unsere Grenzen?

Zum Thema zurück. Ich hatte das schon mehrfach geschrieben, was ich für nötig halte:

1. Bequeme Sitzposition für langes Fahren. Wer mit einem 10 € Sattel und klarkommt kann sich glücklich schätzen. Andere brauchen anderen Sättel und andere Lenkergriffe. Und die Geometrie sollte ohnehin stimmt. (Technik hier v.a Sattel und Griffe).

2. Ausreichende Übersetzung für das zu erwartende Terrain. Wer mit Singlespeed klarkommt - prima! Wer asphaltierte deutsche Flussradwege fährt braucht vermutlich eine andere Überstzung als jemand, der auf Schotterpisten von 0 auf 2300 m hoch fährt, so wie ich vor einem Monat im Kaukasus. (Technik hier v.a. Gangschaltung oder eben nicht).

3. Möglichkeiten für ausreichend Gepäck. Wer mit Tagesrucksack fahren will - ich habe nichts dagegen. Wer sich Packsäcke und Taschen ans Rad schnallt - gern. Und dann gibt es noch die Fraktion mit Gepäckträger und Packtaschen, und last but not least diejenigen, die mischen. (Technik hier v.a. Gepäckträger und Taschen).

4. Ausreichende Bereifung für das zu erwartende Terrain. Das ist ein Zusammenspiel aus Untergrund, Reifen und persönlicher Fahrtechnik. Ich bin mit 35er Reifen irgendwo langgefahren, wo die MTB-ler geschoben haben. Trotzdem war ich über meine 55er Schlappen im Kaukasus froh. Und für die schnelle Tour an die Ostsee reicht mir auch Rennradbereifung. (Technik hier v.a. Laufräder (Felgen und Reifen).

----

Der Rest ist Kür. Für mich vor allem Schutzbleche, Forumslader, Navi, Licht. Schön ist, dass ich das Handy beim Fahren laden kann.

Gruß
Thoralf
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#1394988 - 04.08.19 18:40 Re: Technik: wieviel davon? [Re: Toxxi]
Nordisch
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Schöner Beitrag! bravo
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#1394997 - 04.08.19 19:47 Re: Technik: wieviel davon? [Re: berghopser]
mgabri
Mitglied
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In Antwort auf: berghopser
Witzig: keiner hat Ahnung vom Thema, aber alle reden mit.


Endlich wieder ein Neuzugang der alles Besser weiß. Wie Erfrischend.
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#1395012 - 04.08.19 22:07 Re: Technik: wieviel davon? [Re: berghopser]
Uwe Radholz
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Ist schon ok so.
Niemand soll mit einem Rad fahren, das er nicht mag. Du so wenig, wie jeder andere. Dass du den Eindruck hast, niemand hat Ahnung, will aber mitreden, sei dahin gestellt. Du wirst das sicher in der Folge begründen?

Aber gestatte mir die Frage, und ich gehe davon aus, dass du Ahnung hast, du schreibst von deinem Rad als einen Reiserad?
Beeindruckend. Berichte mehr davon. Doch.
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Off-topic #1395283 - 06.08.19 15:28 Re: Technik: wieviel davon? [Re: farnotfast]
berghopser
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In Antwort auf: farnotfast
Warum enden hier eigentlich so viele Fäden damit, dass sich auf eine Person, die sich mit ihrer Art nicht im "Normbereich" des Forums bewegt, eingeschossen und diese bloß gestellt wird?


Danke. Genauso sieht hier nämlich leider all zu oft aus.

Ein Bekannter von mir fährt ein Singlespeed Rennrad und fand letztes harte Worte:

Beleidigung entfernt. Der Spruch ist einfach nur total daneben.

So, und damit bin ich fertig hier. Eure Intoleranz kotzt mich an!

Geändert von Toxxi (06.08.19 15:42)
Änderungsgrund: Beleidigung entfernt
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Off-topic #1395287 - 06.08.19 15:39 Re: Technik: wieviel davon? [Re: berghopser]
Toxxi
Moderator Übernachtungsnetzwerk
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Meine Güte bist du empfindlich... Hast du irgendwelche Komplexe? Satire ist unverständlich?

Ich habe dir oben in einem längeren Beitrag erklärt, wie ich das meinte. Bist du nicht fähig zur Selbstreflektion und ggf. zu überdenken, ob du vielleicht was falsch verstanden hast? Badest du dich lieber in deinem Märtyrertum, weil das einfacher ist?

Auf Nachfragen bist auch nicht eingegangen, sondern hast gleich contra gegeben und angefangen rumzupoltern. Nennst du sowas Diskussionkultur? wirr Ist das die Diksussionkultur, die du hier gern hättest?

Meine Räder und Touren im Radreise-Wiki

Geändert von Toxxi (06.08.19 15:42)
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Off-topic #1395296 - 06.08.19 16:10 Re: Technik: wieviel davon? [Re: Toxxi]
Deul
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Lass doch, Reisende soll man nicht aufhalten.
Cycling is an addiction, it can drive you quite insane. It can rule your life as truly as strong whiskey and cocaine.
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Off-topic #1395304 - 06.08.19 17:11 Re: Technik: wieviel davon? [Re: Toxxi]
Keine Ahnung
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Schade, dass wir nun nicht hören werden, welche Motivation hinter der Wahl eines Singlespeed-Reiserades steht. Ich wäre gerne bereit, zu erläutern, warum mir Gänge sehr wichtig sind, warum ich inzwischen ganz besonders die Rohloff-Schaltung nicht mehr missen möchte, warum ich lieber gefedert fahre usw. Würde mir dann jemand sagen, dass die Gründe nicht nachvollziehbar seien, würde ich damit leben können. Wenn Dinge hinterfragt werden, ist das keine Intoleranz. Intoleranz wäre, wenn wir schreiben würden, dass wir mit "Singlespeedern" Diskussionen gar nicht erst führen wollen.

Schade, dass die Frage nach den Gründen für die Entscheidung für eine bestimmte Technik schon als diskriminierend gesehen wird.
Gruß, Arnulf

"Ein Leben ohne Radfahren ist möglich, aber sinnlos" (frei nach Loriot)

Geändert von Keine Ahnung (06.08.19 17:13)
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#1395324 - 06.08.19 19:46 Re: Technik: wieviel davon? [Re: mgabri]
iassu
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In Antwort auf: mgabri
In Antwort auf: berghopser
Witzig: keiner hat Ahnung vom Thema, aber alle reden mit.
Endlich wieder ein Neuzugang der alles Besser weiß. Wie Erfrischend.

Nachtreten muss jetzt wirklich nicht sein. Bitte kommt zurück zum Thema!
Gruß Andreas

Geändert von Toxxi (06.08.19 21:31)
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#1395495 - 07.08.19 20:15 Re: Technik: wieviel davon? [Re: iassu]
FordPrefect
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In Antwort auf: iassu
Wieviel Technik wollen wir am Reiserad, wo sind unsere Mindestanforderungen, wo unsere Grenzen?



Was "WIR" wollen, weiß ich nicht, aber was ich möchte, kann ich nach 40 Jahren Radreisen einigermaßen beschreiben:

1. es kommt auf die Reise an: Höhenprofil, Gepäckmenge, Distanz....
2. es kommt auf die Reise an: Jahreszeit, Trainingszustand, sportlicher Anspruch...
3. es kommt auf die Reise an: Reise ab Haustür und zurück zur Haustür, Reise mit Zug....
4. es kommt auf die Reise an: allein, zu zweit, in Gruppe..... (meist allein)

Allein brauche ich lange Strecken, Berge und Pässe - mit Freundin eher flache, kurze Etappen...
Allein fahre ich mit Minizelt und Leichtgepäck - zu zweit mit größerem Zelt und etwas Komfort...
Bei Reisen in der kalten Jahreszeit mit Spikebereifung und viel Wäsche zum zwiebeln...

Für Kurzreisen mit Zuganfahrt bevorzuge ich mein Faltrad - für den Rest nehme ich mittlerweile nur noch ein Rad: Als ich es gekauft habe, war es ein günstiges, nacktes MTB mit Federgabel und Alivio-Acera-Mix-Ausstattung und einfacher hydraulischer Shimano-Scheibenbremse. Es ist auf über 40.000km zu meinem Lieblingsrad gereift: Jetzt mit leichter Starrgabel, Schutzblechen, stabilem 30kg-Gepäckträger, 50mm breite Marathon Supreme im Sommer, Spikereifen im Winter, Steckbeleuchtung (ist gleichzeitig Taschenlampe und Zeltbeleuchtung), 3x9-Schaltung mit vorne 22-30-40 und hinten 12-27 Zähne, Lenkertasche und 2 Packtaschen hinten. Das Rad ist ausreichend schnell, ausreichend belastbar und kommt mit 1-Personen-Zeltgepäck jeden Alpenpass rauf und sicher wieder runter.... Mein Reiserennrad habe ich verkauft, meinen Rohloff-Randonneur genauso - und sie fehlen mir nicht wirklich.

Bei der Beleuchtung ist alles doppelt vorhanden und ich fahre mit sehr starken (legalen) Akku-Scheinwerfern, da ich auch gerne nachts radel, bei der restlichen Technik reicht mir Shimano-Deore-Mittelklassetechnik. Die Bremsanlage, die Laufräder und der Werfer sind noch original, die meisten anderen Bauteile sind einmal oder mehrmals wegen Verschleiß ersetzt worden (dabei Acera- und Alivio durch Deore ersetzt).

Aber brauchen tu ich das alles zum Reisen nicht unbedingt - eine Flußradtour würde ich genauso mit einem alten 3-Gangrad und Dynamo-Halogenfunzeln genießen (habe ich oft genug gemacht)!

Liebe Grüße / Micha
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Always look on the bright side of life !
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Off-topic #1395499 - 07.08.19 20:40 Re: Technik: wieviel davon? [Re: Toxxi]
iassu
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In Antwort auf: iassu
In Antwort auf: mgabri
In Antwort auf: berghopser
Witzig: keiner hat Ahnung vom Thema, aber alle reden mit.
Endlich wieder ein Neuzugang der alles Besser weiß. Wie Erfrischend.

[mod]Nachtreten muss jetzt wirklich nicht sein. Bitte kommt zurück zum Thema![/mod]

Sorry, ja, du hast Recht.
Gruß Andreas
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Off-topic #1395503 - 07.08.19 21:54 Re: Technik: wieviel davon? [Re: iassu]
FordPrefect
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Andreas - no komm du halt au zruck - s' isch doch urschpringlich dei Thema gwäh...?!?

Micha
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Always look on the bright side of life !
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#1395504 - 07.08.19 21:57 Re: Technik: wieviel davon? [Re: iassu]
Keine Ahnung
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Die Frage war ja: "Technik: wieviel davon?" - nachdem wir uns mit der Möglichkeit befasst haben, fast keine Technik zu verwenden, möchte ich auf meine eigene Einschätzung zurückkommen. Meine Anforderung an das Reiserad ist, dass es mir möglichst sorglose Reisen ermöglicht und dabei zugleich komfortabel ist. Somit sind neben hoher Stabilität eine ganze Reihe technischer Details für mich inzwischen mehr als ein "Nice-to-Have".

Eine gute Gangschaltung ist für mich essentiell - das ist wohl auch der Grund, warum ich bei der Wahl eines "Eingangrades" für Reisezwecke etwas Unverständnis zeige. Inzwischen bin ich ja bei der Rohloff-Schaltung gelandet, die ich als äußerst angenehm empfinde (robust, gleichmäßige Abstufung, Schalten im Stand, ...). Den Übersetzungsbereich habe ich so gewählt, dass ich auch Steigungen deutlich über 10% mit meinem Gepäck noch gut hochkurbeln kann. Gute Bremsen sind mir wichtig und hydraulische Bremsen empfinde ich als besonders effizient. Ich hätte lieber Scheibenbremsen, die Umrüstung ist mir aber zu teuer und die Magura-Felgenbremsen arbeiten sehr zuverlässig. Federung möchte ich nicht missen, wobei eine gute Federgabel kombiniert mit einem faiv-Lowrider und eine ebenfalls gute gefederte Sattelstütze (Thudbuster) viel Komfort auf den "unwegsamen Wegen" bringen, die ich doch immer wieder fahre. Nabendynamo, gute Lichtanlage und USB-Ladeadapter sind auch dabei.

Man sieht, dass ich nicht auf Technik verzichten will. Es muss nicht die teuerste Ausstattung sein, aber sie muss funktional sein und mir Radreisen nicht nur ermöglichen, sondern sie mich auch angenehm durchführen lassen.
Gruß, Arnulf

"Ein Leben ohne Radfahren ist möglich, aber sinnlos" (frei nach Loriot)

Geändert von Keine Ahnung (07.08.19 21:59)
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Off-topic #1395505 - 07.08.19 22:18 Re: Technik: wieviel davon? [Re: Keine Ahnung]
MichiV
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Ihr streitet euch, weil jemand eine andere Schaltung, bzw. ohne fährt??? verwirrt
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Off-topic #1395506 - 07.08.19 22:22 Re: Technik: wieviel davon? [Re: MichiV]
panta-rhei
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Unterwegs in Britisches Territorium im Indischen Ozean

In Antwort auf: MichiV
Ihr streitet euch, weil jemand eine andere Schaltung, bzw. ohne fährt??? verwirrt


Nein.
Siehe Eingangspost des TE
Liebe Grüsse - Panta Rhei
"Leben wie ein Baum, einzeln und frei doch brüderlich wie ein Wald, das ist unsere Sehnsucht." Nâzim Hikmet, Dâvet

Geändert von panta-rhei (07.08.19 22:23)
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#1395510 - 07.08.19 22:39 Re: Technik: wieviel davon? [Re: MichiV]
iassu
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In Antwort auf: MichiV
Ihr streitet euch, weil jemand eine andere Schaltung, bzw. ohne fährt??? verwirrt

Nö. Schwierigkeiten entstehen nur dann, wenn ein Standpunkt Tendenzen zeigt zum Missionieren.
Gruß Andreas

Geändert von iassu (07.08.19 22:40)
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Off-topic #1395511 - 07.08.19 22:42 Re: Technik: wieviel davon? [Re: MichiV]
Keine Ahnung
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Eine Anfrage, warum jemand sich für eine bestimmte technische Lösung entscheidet, und der Hinweis darauf, dass man die vorgestellte Variante für sich selber nicht wählen möchte, ist kein Streit. Leider können manche Leute nicht damit umgehen, dass jemand ihre Ansichten nicht teilt. Ich hätte keine Probleme damit, wenn mir jemand sagen würde, dass er keinesfalls eine Rohloff-Schaltung wählen würde.

Und nun sollten wir wieder auf die Technikdiskussion zurückkommen, was ich getan habe. Was ist Dir für Dein Reiserad wichtig? Wählst Du auch eine Singlespeed-Variante oder eine Pinion-Schaltung oder findest Du eine Kettenschaltung die bessere Wahl? Welche technische Details sind für Dich unwichtig? Und wenn ich oder jemand anderes dann vielleicht schreibe, dass Deine Reiseradausstattung für mich oder diese andere Person nicht in Frage käme, so ist das weder ein Akt der Intoleranz noch die Herausforderung zum Streit.

Wer hier seine Vorstellungen äußert - und ganz besonders, wenn sie "gegen den Mainstream" gehen, muss damit rechnen, dass er gefragt wird, warum er das tut und wo er die Vorteile sieht. Wenn jemand hier schreiben würde, dass er mit dem Hochrad auf Reise geht, so würde ich ihm diese Freude lassen, ich würde aber dennoch äußern, dass ich das garantiert nicht tun würde. Der Betroffene sollte dann nicht den Beleidigten spielen, sondern einfach sagen, warum er diese Variante so toll findet. Das ist übrigens auch nicht die Notwendigkeit, sich zu rechtfertigen. Wenn jemand seine Aussagen nicht diskutiert sehen will, soll er sie hier nicht vorstellen. Wir sind ein Forum, d. h. wir posten nicht nur eine Meinung sondern diskutieren sie auch.

Also nochmals: Was ist Deine Meinung zum Thema Technik am Reiserad?
Gruß, Arnulf

"Ein Leben ohne Radfahren ist möglich, aber sinnlos" (frei nach Loriot)

Geändert von Keine Ahnung (07.08.19 22:43)
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#1395512 - 07.08.19 23:32 Re: Technik: wieviel davon? [Re: Keine Ahnung]
MichiV
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ICH schwöre auf die "alte" Technik.

Kettenschaltung und Felgenbremsen, komplett ungefedert.

Warum: Ich liebe es, ALLES am Rad selber wechseln und reparieren zu können. Seit meiner Kindheit schraub ich an Rädern rum, das macht mir Spaß.

Nur wenn ich auf Tour bin, da will ich nicht rum schrauben, da muss alles funktionieren.

Da ich nicht Querfeldein fahr, brauch ich keine Federung. Spart auch Gewicht und das Fahrverhalten ist direkter. ICH mag es so.

Bei einer Kettenschaltung kann ich je nach Kassettenwahl die Übersetzung jederzeit ändern und anpassen.

Felgenbremsen bringen mich auch mit viel Gepäck Berg ab zuverlässig zum stehen.

Vor allem, jederzeit problemlose Ersatzteilbeschaffung, Ersatzteile günstig, Mechaniker-Kosten keine, weil ich alles selber machen kann.

Einzig mein Alu-Rahmen würde ich gerne tauschen, da ich Stahl mitlerweile geiler finde.

Ist aber völlig irrational, denn mein Rad ist perfekt für mich. Fährt geil, perfekt auf mich abgestimmt, und bis auf zwei Platten und einen selbstverschuldeten Speichenbruch nie was gewesen.


Aber der Traum eines Rennstahl 853 besteht zwinker

Ich gebe zu, hab mittlerweile ein USB Lader am Rad. Zwar "zu viel" Technik, finde es aber cool, so meine Touren per GPS aufzuzeichnen.

Navigieren tue ich analog per Marcopolo Karten. Funktioniert und die Papierkarten haben NIE einen leeren Akku zwinker
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#1395515 - 08.08.19 00:35 Re: Technik: wieviel davon? [Re: MichiV]
iassu
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In Antwort auf: MichiV
Navigieren tue ich analog per Marcopolo Karten. Funktioniert und die Papierkarten haben NIE einen leeren Akku

Ich habe mich heuer ernsthaft gefragt, was eigentlich aus meinen Überzeugungen geworden ist. Ich war strikt gegen Navis im Auto und am Fahrradlenker. Und jetzt fahre ich zu 85% online rum.

Entlastung 1: in Holland fährt man nicht Straße. Entgegen hier vielfach geäußerter Ansichten halte ich das dortige Nummernsystem für Durchreisende für insuffizient. Ohne Navi oder Topo max 1:100 000 kann man sich da kaum orientieren.
Entlastung 2: in fremden Städten ist Navigation eine große Erleichterung.
Entgegnung 1: früher konntest du dich in fremden Städten ziemlich gut orientieren.
Widerspruch 1: ja, aber dazu brauchte ich einen Stadtplan.
Entgegnung 2: jein. Du hattest auch ohne erstaunliche Zielfindungsfähigkeiten.
Widerspruch 3: mag sein. Inzwischen bin ich 40 Jahre älter, fett, faul, lesebrillenbedürftig und langsam geworden.
Entgegnung 3: heul halt rum. Die Lesebrille brauchst du auch fürs Schmachtfon und der Rest ist Ausrede.
Kapitulationsurkundenwortlaut: ich würde jetzt gerne über ein anderes Thema reden....
Gruß Andreas
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#1395528 - 08.08.19 09:08 Re: Technik: wieviel davon? [Re: iassu]
AndreMQ
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In Antwort auf: iassu
... Ich habe mich heuer ernsthaft gefragt, was eigentlich aus meinen Überzeugungen geworden ist. Ich war strikt gegen Navis im Auto und am Fahrradlenker. Und jetzt fahre ich zu 85% online rum. ....
Es ist ein gutes Zeichen, wenn man auch im hohen Alter noch neuen Dingen zugänglich ist grins.
Ansonsten habe ich den schönen Text von @MichiV einfach mal auf mich umgebaut:
"ICH schwöre auf die "neue" Technik. Getriebeschaltung, Achssysteme, Antriebsriemen und Scheibenbremsen, komplett gefedert oder ungefedert. Warum: Ich liebe es, ALLES am Rad selber wechseln und reparieren zu können, wobei die neue Technik selten Eingriffe benötigt. Das fällt besonders auf, wenn man parallel alte Systeme am Laufen hält und so zwischen den "Welten" pendelt. Seit meiner Kindheit schraub ich an allem rum, nicht so sehr, weil es Spaß macht, sondern man so schnell und kostengünstig die Systeme perfekt am Laufen halten kann, da Defekt grundsätzlich Samstag nachmittag passieren. Nur wenn ich auf Tour bin, da will ich nicht rum schrauben, da muss alles funktionieren und das tun die Systeme, wenn sie vorher korrekt montiert, eingestellt und gewartet wurden. Wenn ich nicht Querfeldein fahr, brauch ich keine Federung, da ich aber auch Querfeldein fahre, brauche ich es dann. Ohne spart Gewicht, aber das Fahrverhalten ist etwas bockiger und man muss aufmerksamer fahren. ICH mag es so auf Straßen, obwohl das gefederte MTB von allen Rädern (zufällig) die beste Ergonomie hat. Bei einer guten Getriebeschaltung stimmen die Übersetzungen für alle Anwendungen immer, es gibt nichts zu wechseln. Scheibenbremsen bringen mich auch mit viel Gepäck Berg ab zuverlässig zum stehen. Die von mir vorher gefahrenen V-Brakes taten das im sauberen Zustand auch, der Felgenverschleiß und das sich ständig ändernde Verhalten bei Nässe und Schmutz brauchte mehr Aufmerksamkeit und war einfach lästig. Einmal korrekt montiert und eingestellt funktionieren die SB über lange Zeit unauffällig. Ersatzteile sind nicht erforderlich, als Verschleißteile gibt es nur die Beläge, die aber bei mir sehr lange halten. Mechaniker-Kosten keine, weil ich alles selber machen kann. Der Alu-Rahmen ist leicht, steif, korrosionsfrei und problemlos, es gibt keine Änderungsnotwendigkeit. Ist aber völlig irrational, denn meine Räder sind perfekt für mich abgestimmt, für andere wahrscheinlich kaum fahrbar. Ein Rennstahl 853 ist zwar ein schönes Rad, aber für mich viel zu schwer und überdimensioniert. Der Titan-Bruder von Falkenjagd ist vom Werkstoff zu teuer, außerdem immer noch überdimensioniert. Es reicht ein guter Alu- oder Carbon-Rahmen. Ich gebe zu, hab keine USB Lader am Rad, weil die Akkus für den Bedarf reichen, die passenden Ladegeräte dabei sind und keine Bastelübungen mit dem NaDy bisher notwendig sind. Navigieren tue ich mit Straßenschildern und ggfs. einem Track auf stromsparenden GPS-Gerät. Und wenn dies nicht reicht und kein Track vorhanden ist, mit 1:200.000-Karte, Sonnenstand und der Locus-App. Da letztere aber nicht am Lenker hängend ständig betrieben wird, gibt es das Akku-Problem nicht."
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#1395533 - 08.08.19 09:42 Re: Technik: wieviel davon? [Re: iassu]
Toxxi
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In Antwort auf: iassu
Entlastung 1: in Holland fährt man nicht Straße. Entgegen hier vielfach geäußerter Ansichten halte ich das dortige Nummernsystem für Durchreisende für insuffizient. Ohne Navi oder Topo max 1:100 000 kann man sich da kaum orientieren.
Entlastung 2: in fremden Städten ist Navigation eine große Erleichterung.
Entgegnung 1: früher konntest du dich in fremden Städten ziemlich gut orientieren.
Widerspruch 1: ja, aber dazu brauchte ich einen Stadtplan.
Entgegnung 2: jein. Du hattest auch ohne erstaunliche Zielfindungsfähigkeiten.
Widerspruch 3: mag sein. Inzwischen bin ich 40 Jahre älter, fett, faul, lesebrillenbedürftig und langsam geworden.
Entgegnung 3: heul halt rum. Die Lesebrille brauchst du auch fürs Schmachtfon und der Rest ist Ausrede.

Widerspruch 4: Im Gegensatz zu früher ist die Infrastruktur in den Städten schlechter geworden. Es gibt viele Straßen, die per Rad nicht befahrbar sind. Alternativen sind ohne hochaufgelöste Karte nicht zu finden. Und aus einer Stadt HERAUS zu finden ist noch schwieriger als HEREIN, weil einen die Wegweiser entweder zur Autobahn oder aber zumindest auf Kraftfahrstraßen mit Radverbot leiten. Das war vor 30 Jahren bei weitem noch nicht so ausgeprägt.

Die besonders krassen Negativbeispiele kenne ich aus Frankreich, wo die Wegweiser "Toutes directiones" quasi omnipräsent sind... omm

Gruß
Thoralf
Meine Räder und Touren im Radreise-Wiki
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#1395534 - 08.08.19 09:47 Re: Technik: wieviel davon? [Re: MichiV]
Toxxi
Moderator Übernachtungsnetzwerk
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In Antwort auf: MichiV
Navigieren tue ich analog per Marcopolo Karten. Funktioniert und die Papierkarten haben NIE einen leeren Akku zwinker

Jein.

Wie findest du denn kleine Sträßchen mit solchen Karten? Für meine erste Tour von München nach Rom hatte ich 5 Landkarten im Maßstab 1:200.000 dabei. Größere Straßen findet man da, aber wenn man etwas abseits des Verkehrs fahren will, wird es schwierig. Und Städte waren teilweise echt eine Katastrophe.

Nach der Reise stand mein Entschluss für ein Navi fest. Nicht weil ich meinen Weg ohne Karte nicht finde, sondern weil ich dort beliebig reinzoomen kann und kleine Sträßchen problemlos finde.

Wie gehst du damit um? Färhst du nur größere Straßen?

Selbst in Berlin fahre ich mit Navi, wenn ich in mir unbekannte Gegenden muss. Für mich ist das ein große Erleichterung.

Gruß
Thoralf
Meine Räder und Touren im Radreise-Wiki

Geändert von Toxxi (08.08.19 09:48)
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#1395535 - 08.08.19 09:52 Re: Technik: wieviel davon? [Re: MichiV]
Keine Ahnung
Moderator
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Einfache Technik, die auch unterwegs repariert werden kann, ist natürlich vorteilhaft. Allerdings gibt es hier natürlich auch Grenzen. Bleibt man z. B. mit der Kettenschaltung irgendwo an einem Ast hängen (ist natürlich auf besseren Wegen eher unwahrscheinlich), so kann es schon zu Schäden kommen, die nicht so leicht zu beheben sind. Dennoch hätte ich an meinem Reiserad wohl immer noch eine Kettenschaltung, wenn ich nicht ein Fahrrad mit Rohloff-Schaltung als "Schnäppchen" ergattern hätte können.

Ich habe ja auch Felgenbremsen und komme damit zuverlässig zum Stehen. Meine Sorge ist hier eher, dass irgendwann die Felge durchgebremst ist und das dann doch ein Problem werden könnte. Zudem hatte ich es bei der Abfahrt von der Großglockner Hochalpenstraße schon geschafft, die hintere Felge derart heiß zu bremsen, dass mir der Schlauch an einer Stelle geschmolzen ist.

Dennoch würde ich auch bei Montage einer Scheibenbremse immer darauf achten, dass ich zum einen Felgen habe, die auch für Felgenbremsen geeignet sind, und zum anderen auch einen Rahmen, der die Sockel für die Befestigung von Felgenbremsen bietet. So könnte ich im Notfall immer auf eine einfache Felgenbremse umrüsten. So kann z. B. meine Magura-Felgenbremse im absoluten Notfall (keine Reparaturmöglichkeit der Hydraulik) auch durch jede mechanische Felgenbremse ersetzt werden.

Da auch ich an meinen Fahrrädern alles selber mache und das auch unterwegs so weit als möglich im Griff haben möchte, kann ich Deine Haltung gut nachvollziehen. Die Rohloff-Schaltung fällt hier aus dem Rahmen, da ich bei ihr nicht mehr alles selber reparieren wollte. Allerdings vertraue ich doch auf deren Robustheit und hatte bislang noch keinerlei Probleme.

Die Federung kostet extra Gewicht. Würde ich nicht so viele schlechte Wege fahren und mein Reiserad immer wieder über eher MTB-geeignete Wege quälen, würde ich wohl auch darauf verzichten.

Da ich einen miserablen Orientierungssinn habe und meine Wege auch so plane, dass ich mich auf Schilder nicht verlassen kann und ich häufig zum Auffinden Karten mit richtig gutem Maßstab benötigen würde, möchte ich mein Garmin nicht mehr missen (@Andreas: mit und ohne Lesebrille zwinker ). Auch hier gilt: "Man kann auch ohne, aber mit ist schon deutlich besser!"
Gruß, Arnulf

"Ein Leben ohne Radfahren ist möglich, aber sinnlos" (frei nach Loriot)
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#1395540 - 08.08.19 10:08 Re: Technik: wieviel davon? [Re: Keine Ahnung]
Fricka
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Vielleicht könnten wir uns drauf einigen, dass es in dem Bereich unterschiedliche Ansichten gibt? Das ist doch irgendwie erwartbar. Und in dem Rahmen könnte eine spannende Diskussion entstehen.

Bei mir war das so: Als ich anfing, Radreisen zu unternehmen, habe ich dafür natürlich mein vorhandenes Rad aus der Garage geholt. Ich habe damit in Anfang der 70er meinen damals sehr langen Schulweg grummelnd zurückgelegt. Dann erfreut nach dem Führerschein eine längere Pause vom Rad eingelegt, später meine Kinder drauf transportiert, immer wieder den berühmten Weg zum Bäcker zurückgelegt und dafür war es tauglich gewesen.

Das war natürlich völlig veraltet und in jeder Weise "fertig". Es hatte ursprünglich eine Dreigangschalter, die nie wirklich und nun schon lange nicht mehr funktionierte. Das störte mich nicht. Wir wohnen flach. Ich befestigte also als einzige Veränderung vorne einen Korb mittels Klickfix und ging es an. Es dauerte nicht lange, bis ich 90 - 100 km an so einem Ausflugstag zurücklegte. Ich erzählte meiner Familie wenig bis nichts davon.

Irgendwann fiel das auf, weil ich ab und zu mal jemanden suchte, der mich irgendwo hinfahren sollte. Da gab es dann doch Nachfragen. Mein Mann meinte, das Fahrrad sei für längere Touren nicht mehr geeignet und schenkte mir ein Gebrauchtes für sage und schreibe 150 €. Das war ein Quantensprung. Eine funktionierende 27-Gang-Schaltung, Bremsen, eine festsitzende Federgabel - ein stabiles Rad, mit dem man jedenfalls sehr viel besser fahren konnte. Meinem Mann gefiel das. Wir begannen zusammen zu fahren.

Da wir sowieso schon immer Camper waren, beschlossen wir, alles was wir brauchten, auf die Räder zu laden und auf Reisen zu gehen. Erster Versuch: über den Hoherodskopf nach Fulda, Fulda und Weser entlang bis nach Bremen. Ich kaufte unser Luxuszelt. Wir hatten bis dahin nur Familienmodelle. Discounter-Vollausstattung an Taschen. Der Korb blieb erst einmal noch. Normale zentnerschwere Luftmatratzen. Genau so schwere Schlafsäcke. Sehr wasserdurchlässiges Regenzeug. Wir hatten täglich Platte. Etwa die Hälfte der Zeit Dauerregen. Gewitter allein auf weiter Flur. Und waren restlos begeistert.

Die nächste Reise ging dann von zu Hause aus über Österreich und Prag nach Cuxhaven. Nun zeigte man Rad Nerven. Wir hatten nicht wirklich Ahnung vom Wartungsbedarf von Langstreckenrädern. Im Flicken waren wir nun Weltmeister. Aber ab Wertheim funktionierte bei meinem Rad die Schaltung nicht mehr. An der Altmühl riss die Kette. Am Samstag abend. In strömendem Regen kriegten wir die wieder genietet. Und an das Fahren ohne Schaltung hatte ich mich gewöhnt. Obwohl ich zugeben muss, dass die Strecke von der Donau bis nach Prag grenzwertig war. Von den Steigungen her.

Irgendwo an der Elbe riss die Kette wieder. Wir schoben bis zum nächsten Campingplatz, brachten das Rad am nächsten Tag in die Werkstatt, um die Kette tauschen zu lassen. Und die Ritzel gleich mit. Nun fuhr das Rad wieder wie Butter. Ohne Schaltung würde ich also nicht mehr fahren wollen. Aber ohne Rohloff.

Nun kam der Jakobsweg von zu Hause aus. Wir kauften uns neue, gebrauchte Räder. Teurer. Geeigneter. Und rüsteten sie auf. Da war sie die Frage. Was braucht man? Ich meldete mich hier im Forum an. Um es zusammenzufassen: Es kam nicht viel dabei raus. Ich war nicht Expertin genug, um die richtigen Fragen zu stellen.

Also learning by doing. Eine vernünftige Beleuchtung. Vaude-Taschen. Eine Lenkertasche. Ein Fahrradcomputer. Belastbare Hinterräder. Ein Nabendynamo. Marathon-Plus-Reifen. Eine sinnvolle Fahrradpumpe. Ein passender Sattel.

Das Rad habe ich heute noch. Fahre damit jetzt zum Bäcker. Weiter schaffe ich es nicht mehr. Ein e-werk kam noch dazu.
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#1395549 - 08.08.19 10:54 Re: Technik: wieviel davon? [Re: Fricka]
MichiV
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@Toxxi:

Die Straßen finden mich. zwinker

Die Straßen die nicht auf der 1:200.000 Karte drauf sind, tauchen einfach irgendwann auf. Darum schreib ich mir die Orte auf wo ich lang möchte und wusel mich dann durch. Funktioniert einwandfrei. Gut, war auch die ein oder andere Sackgasse dabei, hab aber dafür was neues gesehen, statt auf einem Display zu gucken. Im Urlaub möchte ich einfach so wenig wie möglich auf ein Display gucken, so meine Einstellung. Auch beim Wandern nutzen ich echte analoge Wanderkarten, macht mir auch mehr Spaß.

Auf den Marcopolo Karten sind übrigens auch klein Straße aufführt. Die besonders schönen sind grün untermalt.

Jedoch meide ich Städte. In Städten funktioniert diese Art der Navigation natürlich nicht bzw dann mit viel Verfahren und Umwege verbunden . Hier würde auch ich auf GPS setzen.

Geändert von MichiV (08.08.19 10:59)
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#1395551 - 08.08.19 11:11 Re: Technik: wieviel davon? [Re: Keine Ahnung]
Sickgirl
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Ich gebe zu das mich die Radtechnik genauso interessiert wie das eigentliche Fahren. Schraube gern und bin immer mal wieder dabei neue Teile aus zu probieren

Und dazu , zumindest ich, ändert man sich ja auch ständig. Vorlieben wechseln, körperlich verändert man sich und so ändern sich auch die Räder.
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#1395554 - 08.08.19 11:25 Re: Technik: wieviel davon? [Re: Sickgirl]
Keine Ahnung
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Da ich an meinen eigenen Rädern ja nicht ständig herumschrauben kann, leiste ich schon "Servicearbeiten" bei den Rädern unserer Bekannten, um immer wieder einmal etwas an einem Fahrrad basteln zu können grins . Leider ist meine Werkstatt doch relativ "elementar". Früher hatte ich noch Zugang zu einer Drehbank und Oberfräse (leider auch nicht in der eigenen Werkstatt), sodass ich mir immer wieder einmal selber Teile machen konnte. Meine Ausstattung reicht aber für das Wesentliche und ich kann mich gar nicht mehr erinnern, wann ich zuletzt die Hilfe einer Fahrradwerkstatt in Anspruch genommen habe. Das müsste in meiner Jugendzeit gewesen sein verwirrt . Am meisten Spaß macht mir das "Improvisieren", was dazu führt, dass ich gar nicht so viel Geld in neue Dinge investiere, sondern versuche, lieber eine Lösung für eine Reparatur zu finden. Das hat sich auch schon auf Radreisen als recht nützlich erwiesen.
Gruß, Arnulf

"Ein Leben ohne Radfahren ist möglich, aber sinnlos" (frei nach Loriot)
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#1395559 - 08.08.19 11:45 Re: Technik: wieviel davon? [Re: Toxxi]
panta-rhei
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Mit 1:200 000 finde ich ausreichend kleine Strässchen.

Hatte dieses Jahr meine ersten Naviferien:
- man kann in der Tat auch über Minifeldwege routen - brauche ich aber ohne kids sicher nicht
- man ist, wenn man das macht, völlig abhängig von dem Teil und muss dem Strom hinterherjagen ...

Ansonsten sehe ich es am Rad gerne lowtech.
Liebe Grüsse - Panta Rhei
"Leben wie ein Baum, einzeln und frei doch brüderlich wie ein Wald, das ist unsere Sehnsucht." Nâzim Hikmet, Dâvet
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#1395560 - 08.08.19 11:48 Re: Technik: wieviel davon? [Re: Sickgirl]
Toxxi
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In Antwort auf: Sickgirl
Und dazu , zumindest ich, ändert man sich ja auch ständig. Vorlieben wechseln, körperlich verändert man sich und so ändern sich auch die Räder.

Dem kann ich uneingeschränkt zustimmen. schmunzel

Gruß
Thoralf
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#1395574 - 08.08.19 12:55 Re: Technik: wieviel davon? [Re: panta-rhei]
Keine Ahnung
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In Antwort auf: panta-rhei
Mit 1:200 000 finde ich ausreichend kleine Strässchen.


Dann verstehen wir wahrscheinlich unter "kleine Strässchen" unterschiedliche Dinge. Sehe ich mir z. B. meinen aktuellen Heimatort und die Umgebung mit Maßstab 1:200.000 auf der Karte an, so fehlen auch viele geteerte Wege, die ich regelmäßig für meine Radtouren in der Umgebung nutze. Von den ungeteerten (z. B. Betonplatten) Wegen möchte ich gar nicht erst reden. Von einer Durchquerungsmöglichkeit des schönen Eichen-Urwalds in unserer Nähe auf recht brauchbaren Forstwegen ahnt man nicht einmal etwas.

Ich weiß es noch aus meiner eigenen "Vor-Navizeit", in der ich noch typischerweise mit Generalkarten (1:100.000) und Co. unterwegs war. Man fährt im Wesentlichen auf den größeren Straßen, da das Zusammenschustern kleinerer Straßen - selbst wenn sie teilweise zu finden waren - zu mühselig war. Außerdem konnte man häufig nicht erkennen, ob es zwischen den eingezeichneten Straßen kleine Verbindungswege gab, so dass man keine Lust hatte, auf gut Glück einen Weg zu nehmen, der die Gefahr barg, tatsächlich eine Art Sackgasse oder zumindest großer Umweg zu werden. Selbst ausgeschilderte "offizielle Radrouten" führen immer wieder auf Radwegen entlang von Bundesstraßen, wo man auf guten Karten durchaus attraktive Umgehungen findet, die man aber ohne Navi oder spezieller Ortskenntnis nicht nutzen wird.

Auf die moderne Navigationstechnik kann man natürlich verzichten. Meine Argumente "pro GPS" überzeugen aber zumindest mich selber durchaus zwinker .
Gruß, Arnulf

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Off-topic #1395578 - 08.08.19 13:24 Re: Technik: wieviel davon? [Re: Keine Ahnung]
panta-rhei
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Unterwegs in Britisches Territorium im Indischen Ozean

Mir ist die Autoarmut halt nicht so wichtig wie die Technikarmut... grins
Liebe Grüsse - Panta Rhei
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Off-topic #1395591 - 08.08.19 14:30 Re: Technik: wieviel davon? [Re: panta-rhei]
Keine Ahnung
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In Antwort auf: panta-rhei
Mir ist die Autoarmut halt nicht so wichtig wie die Technikarmut... grins
schockiert erstaunt entsetzt
Gruß, Arnulf

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#1395592 - 08.08.19 14:35 Re: Technik: wieviel davon? [Re: Keine Ahnung]
Stevie_81
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Hallo zusammen.
Nach 700km durch Italien mit neuer Technik und neuem Rad kann ich folgends beitragen, alles nur meine Meinung.
Vorher Trekkingrad Rixe Toulouse XXl, 27 Gang Deore, Federgabel, Nabendynamo
Jetzt Trekkingrad Steinbock (Müsing Twinroad) Rohloff, starr, Akku-Leuchten.
So nun zur Erfahung.
1. Tacho mit Höhenmesser ist goldwert -> Ich habe den VDO M4.1 kabellos
2. Stecklichter von B&M an originalen Stellen wie feste Lampen -> super praktisch, wiegen kaum was und haben Handyladestecker
3. Navi am Lenker mittels altem Handy und Locus Maps + selbst geplante Routen. In Rom unschlagbar
4. Starres Fahrrad -> richtige Entscheidung
5. Rohloff -> nie wieder was anderes.
Unterwegs mit einem Rohloff-Steinbock-Bike
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#1395642 - 08.08.19 22:14 Re: Technik: wieviel davon? [Re: Stevie_81]
Genußradler-HB
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Hallo in die Runde,

ich lese diesen Faden schon länger mit und bei einigen Antworten habe ich mich wiedererkannt, bei einigen Schmunzeln, bei einigen Verwunderung.

Zu der eigentlichen Frage wieviel Technik bin ich zwiespältig. Zum Einen bin ich von neuester Technik begeistert, sofern ich mir einen Vorteil dadurch erhoffe - leider tritt dieses Verbesserungsversprechen nicht immer ein. Zum Anderen vertraue ich gerne bewährter und gewohnter Technik, auch mit dem Makel des Altmodischen kann ich durchaus leben.

Meine Räder haben alle Rennlenker, 1x9, 2x9, 3x9 Schaltungen und sind je nach Einsatz in der Übersetzung angepasst. Ich habe noch ein paar Räder aus den 80'ern, damals war 5-Gang der Standard und es geht auch damit. Bei meiner Rohloff bin ich noch unentschlossen (habe ich erst ein Jahr) - hier stören mich die gleichmäßigen Gangsprünge, da hätte ich obenrum lieber feinere Abstufungen.
Eines meiner Rennräder ist so eines, das ich mit einem Finger hochheben kann + Technik vom Feinsten - fährt sich toll aber hat irgendwie keine Seele im Gegensatz zu meinem alten Stahl-Rennrad das ich viel lieber und öfter fahre. Fahrmaschine bezeichnet es wohl am treffendsten. Ein Rad löst bei mir auch Emotionen aus.

Auf meine seit ~20 Jahren bewähreten Garmins würde ich jedoch nicht verzichten wollen. Geplante / berechnete Routen sind für mich keine feste Vorgabe... wenn's links oder rechts interessanter erscheint, dann eben dort entlang, irgendwann komme ich schon wieder auf die Route, oder auch nicht.
Ebenso möchte ich moderne LED-Beleuchtung nicht mehr gegen Glühlämpchen tauschen.

Das gern vorgetragene Argument der Reparaturfreundlichkeit unterwegs wird m.E. überbewertet - größere Schäden können wir mangels Werzeug ohnehin nicht in der einsamen Wildnis reparieren, egal ob alte oder neue, einfache oder komlizierte Technik. Den Dorfschmied der alles kann, den gibt es auch schon lange nicht mehr. Da ist bei einer Vorbereitung auf die Reise auch das Rad mit einzubeziehen.

Mein (vorläufiges) Fazit:
soviel wie nötig, so wenig wie möglich. Diese Variablen muß jeder für sich selber finden und ggf. auch jederzeit neu bewerten.
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#1395683 - 09.08.19 10:09 Re: Technik: wieviel davon? [Re: Genußradler-HB]
Genußradler-HB
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Nachtrag

Die ersten 20 Jahre meins Radfahrens hatte ich nur Eingang-Räder, Anfangs mit Stempelbremse und Rücktritt. Das ging auch und wir haben tolle Touren gemacht, dennoch möchte zu dieser Technik nicht wieder zurück.
Vielleicht ist es ja so, das eine gelungene Reise nicht von der Technik und auch nicht von der Ausrüstung abhängt, sondern vom Erleben dieser Reise. Technik und Ausrüstung machen es nur ein wenig komfortabler.
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#1395711 - 09.08.19 12:10 Re: Technik: wieviel davon? [Re: Genußradler-HB]
Falk
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Abhängen vielleicht nicht, aber Bergstrecken sind mit einem Armeefahrrad 05 eben oft genug gar nicht fahrbar. Alpenpässe möchte ich damit auch talwärts nicht befahren müssen. Ob es da noch Potential für eine erlebnisreiche Urlaubsreise gibt?

Hier noch die Streckenempfehlung für die, die sonst die Dackel zu Aufschnitt verarbeiten

Ruta provincial 45 (Pirihueico) – Hua Hum – San Martín de los Andes

Nach der Neigung schon einer der besseren Abschnitte vielleicht zehn Kilometer vor dem Ziel. Laufruhe und Spurführung sehr mäßig. Zunge abbeißen nicht verboten, aber auch nicht zu empfehlen.
Falk, SchwLAbt
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#1395712 - 09.08.19 12:13 Re: Technik: wieviel davon? [Re: Falk]
Sickgirl
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Wenn es einem Spaß macht gerne, mir nicht deswegen suche ich ja meine Strecken anders aus
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#1395716 - 09.08.19 12:25 Re: Technik: wieviel davon? [Re: Falk]
Genußradler-HB
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oh ja, da hast Du völlig recht. Oft waren Wege damals einfach nicht befahrbar dann hieß es eben Schieben. Das war dann eben so, ich kann mich auch nicht erinnern das es ein großes Leid darstellte.
So eine Paßabfahrt auf Gravel mit Stempelbremse und Rücktritt führt dann sicher zu Erlebnissen der besonderen Art, das möchte auch niemand. lach
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#1395718 - 09.08.19 12:32 Re: Technik: wieviel davon? [Re: Falk]
AndreMQ
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... das ist doch eine ganz typische Wegequalität, wie sie für x Wege auch hierzulande, dem Alpenraum etc. etc. üblich ist (das ist nicht negativ gemeint), nur eben nie so breit (außer vielleicht auf (ehemaligen) Truppenübungsplätzen). Die sind für vernünftig breite Reifen - besser MTBs - völlig normales Geläuf und gut fahrbar. Rennräder u.ä. sind halt das falsche Gerät.
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#1395782 - 09.08.19 16:04 Re: Technik: wieviel davon? [Re: AndreMQ]
Sickgirl
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Ehrlich gesagt, solche Wege begegnen mir nur wenn ich einen gezielten Ausflug mit dem MTB mache. Ist wirklich eine Frage der Routenplanung.
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#1395792 - 09.08.19 16:55 Re: Technik: wieviel davon? [Re: Sickgirl]
AndreMQ
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In Antwort auf: Sickgirl
Ehrlich gesagt, solche Wege begegnen mir nur wenn ich einen gezielten Ausflug mit dem MTB mache. Ist wirklich eine Frage der Routenplanung.
Natürlich ist alles Routenplanung, aber wenn mich das Bild nicht täuscht, sehen bei uns die Kanalwege (also die Wege/Radwege auf den Dammkronen des RMD-Kanals) genauso aus, nur eben schmaler. Und da fahren jeden Tag x Leute mit normalen Trekking-Rädern. Und jeder Ausflug in die Fränkische Schweiz, das Altmühltal etc. (alles Jura-Kalkstein) hat solche Wege als völlig normalen Anteil. Wie gesagt, nie so breit und nicht zwingend über 20km (kann man aber auch haben). Aber schon der Bereich der Spuren der KFZ auf dem Bild ist doch regelrecht eben. Aber durchaus zugegeben: bei mir gibt es keine Reifen schmaler als 55mm und keine Reifendrücke über 2,5bar.
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#1395796 - 09.08.19 18:05 Re: Technik: wieviel davon? [Re: AndreMQ]
AndreMQ
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So etwas wie hier ( 49.521427 10.957308 ) oder hier ( 49.521427 10.957308 ) gibt es zu hunderten im Großraum. Alles Kalksteinschotter. Mal gröber mal feiner. Auf jeder täglichen Fahrt ist ein Stückchen dabei. Mal nur ein paar hundert Meter, mal ein paar Kilometer.
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#1395806 - 09.08.19 18:41 Re: Technik: wieviel davon? [Re: AndreMQ]
Sickgirl
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Hat schon einen Grund war ich solche Radrouten nicht fahren, außer mit dem MTB.

Ich benutze für die Planung den Rennradtourenplaner.
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#1395821 - 09.08.19 19:36 Re: Technik: wieviel davon? [Re: Sickgirl]
iassu
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dto. Der verhindert zuverlässig solche Dritteweltabenteuer. Denn bei mir ist die Obergrenze 32 mm und die Untergrenze 4 bar zwinkergrins
Gruß Andreas
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#1396122 - 12.08.19 09:34 Re: Technik: wieviel davon? [Re: AndreMQ]
Uli
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Zitat:
wenn mich das Bild nicht täuscht, sehen bei uns die Kanalwege (also die Wege/Radwege auf den Dammkronen des RMD-Kanals) genauso aus, nur eben schmaler.

Ich glaube, es täuscht. Der Weg auf dem Bild ist deutlich grobschottriger und buckliger, als die üblichen heimischen Schotterwege. was nicht heißen soll, dass es nicht auch solche Wege gibt. Auch ich meide diese, wenn irgendwie möglich.
Gruß
Uli
Plural-Verben ist out!
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#1396132 - 12.08.19 10:06 Re: Technik: wieviel davon? [Re: Uli]
AndreMQ
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Das kann gut sein, in Bildern ohne ein Vergleichsobjekt ist das schwer abzuschätzen. Die Fahrbarkeit hängt stark von der Schottergröße ab, aber noch mehr, ob sich feines Material dazwischen gesetzt hat und das auffüllt. So wie auf Falks Bild die von den Autos verdichteten Spuren.
Mal direkt von Wegen, wie ich sie auch täglich mit dem normalen Straßenrad befahre und den auch Pedelecs benutzen. Niemand packt dafür extra das MTB aus, aber ein Rennrad gibt es dort auch nicht. Ein paar Gravel (=Schotter)-Bikes probieren es, aber die immer noch zu schmalen Reifen reichen halt nicht für vernünftiges Fahren. Das sind typische Verbindungsstücke (auch mal ein paar Kilometer), die ansonsten auf Straßen weiträumig umfahren werden müssen oder die alternativen Straßen im Berufsverkehr eher ungemütlich sind oder die einfach nur eine schöne Alternative zur Stadtfahrt ist. Von diesen Wege gibt es hunderte, wenn nicht tausende in der Gegend. Alles, was nicht asphaltiert ist, sieht so aus (der Fachbegriff könnte "wassergebundene Wege" lauten). Nach Regen gibt es auch mal eine Pfütze, aber das verliert sich schnell, weil es kaum klebrigen Lehm gibt.
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#1396145 - 12.08.19 10:40 Re: Technik: wieviel davon? [Re: Uli]
AndreMQ
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Ein ganz guter Maßstab für ekligen Schotter ist wohl der Gleisbett-Schotter. Es gibt ja einige Stellen, wo Gleise und Schwellen raus gerissen wurden, aber das Schotterbett noch liegt und auch noch nicht planiert und verfüllt wurde. Das lässt sich mit breiten Reifen noch ganz gut befahren (zum Üben), aber der Rollwiderstand ist hoch und damit der Kraftaufwand. Da sieht man auch, dass Gravel-Bikes (also Schotter-Räder) mit im Prinzip immer noch dünnen Reifen, aber Profil, eigentlich Unfug sind. Das einzige, was man auf Schotter nicht braucht, ist Reifenprofil. Aber egal, solche Schotterwege über viele Kilometer sind wirklich ätzend. Das kommt im Alpenraum auch häufiger vor und irgendwann ist Schieben einfach ökonomischer.
Nachtrag zur "Technik", wie im Threadtitel: Eine Voll-Federung hilft wenig und ist dafür nicht notwendig, weil die kaum auf die vielen, kleinen Schotter-Kanten anspricht. Das kann nur die Reifenfederung übernehmen. Aber MTB-Fullys haben ja beides: Reifenfederung und Voll-Federung. Straßenräder können nur die Reifenfederung bieten, aber für Schotter reicht das.

Geändert von AndreMQ (12.08.19 10:44)
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#1396147 - 12.08.19 11:08 Re: Technik: wieviel davon? [Re: iassu]
Keine Ahnung
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In Antwort auf: iassu
dto. Der verhindert zuverlässig solche Dritteweltabenteuer. Denn bei mir ist die Obergrenze 32 mm und die Untergrenze 4 bar zwinkergrins


Mit 42 mm und 5 bar fahre ich immer wieder auch solche Wege (hier Bosnien):



... noch ein nettes Beispiel zwinker ...



Die Federgabel und die Thudbuster-Sattelstütze sind hier dann sehr willkommen zwinker . Ich nehme an, dass Du solche Wege eher vermeiden wirst, wenn ich das richtig verstanden habe grins .
Gruß, Arnulf

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Geändert von Keine Ahnung (12.08.19 11:11)
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#1396150 - 12.08.19 11:26 Re: Technik: wieviel davon? [Re: Keine Ahnung]
Sickgirl
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Genau, solche Wege fahre ich nicht weder mit den Reiserad oder dem Randonneur. Kommt auch in meinem Alltag nicht vor.

Wenn so was auf dem Plan steht kommt eines meiner MTBs zum Einsatz.
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#1396159 - 12.08.19 11:57 Re: Technik: wieviel davon? [Re: Sickgirl]
Keine Ahnung
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Man kann solche Strecken überraschend gut mit einem "28er" Reiserad fahren. Evtl. könnte die Reifenbreite noch mehr als 42 mm betragen, aber selbst damit geht es ganz gut. Die Federung ist hier aber für den Komfort wirklich entscheidend. Während die vorderen Gepäcktaschen durch den Einsatz des faiv-Lowriders die Vorteile der Federgabel "voll auskosten" können, werden die Taschen hinten schon etwas mehr beansprucht. Bislang haben die die schlechten Pisten aber auch klaglos überstanden - einen Satz Ersatzhaken für die Ortliebtaschen habe ich dennoch sicherheitshalber dabei.

Technik kann helfen, solche Wege durchaus erträglich werden zu lassen. Man muss solche Strecken aber natürlich mögen oder zumindest tolerieren. Meine Frau mag diese Art von Wegen z. B. gar nicht und das obwohl sie eines der seltenen Exemplare von "Fully-Reiserädern" ihr Eigen nennt zwinker . Immerhin kann sie mit dieser Ausstattung schlechtere Wegabschnitte zumindest tolerieren. Zu behaupten, dass bessere Wegequalität mir nicht auch lieber wäre, wäre sicherlich gelogen. Aber wenn ich auf schlechten Wegen in sehr schöne Natur gelangen kann, die ich auf den großen Straßen häufig nicht erreiche, so macht es mir nichts aus, wenn ich zum einen langsamer vorankomme und zum anderen etwas mehr Geholpere in Kauf nehmen muss.

Letztendlich ist bei der ganzen Technikdiskussion aber entscheidend, welchen Einsatz man für das Reiserad vorgesehen hat. Eine Federung auf überwiegend geteerten Wegen spazieren zu fahren ist sicherlich unnötig.
Gruß, Arnulf

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#1396185 - 12.08.19 15:16 Re: Technik: wieviel davon? [Re: Keine Ahnung]
AndreMQ
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In Antwort auf: Keine Ahnung
...Mit 42 mm und 5 bar fahre ich immer wieder auch solche Wege (hier Bosnien):

...

... noch ein nettes Beispiel zwinker ...

....

Die Federgabel und die Thudbuster-Sattelstütze sind hier dann sehr willkommen zwinker . Ich nehme an, dass Du solche Wege eher vermeiden wirst, wenn ich das richtig verstanden habe grins .
Das sind absolut normale und fahrbare Wege. Mit dicken Schlappen auch ohne Thudbuster (übs.: Bummsbrecher) und Federgabel. Der TE soll sich das wirklich genau überlegen und ausprobieren, ob er Bummsbrecher und Federgabel am Straßenrad verbauen will. Die Befürworter für jeweils ja/nein haben ihre Argumente genannt, jetzt muss der TE halt selbst entscheiden grins .
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#1396194 - 12.08.19 15:50 Re: Technik: wieviel davon? [Re: AndreMQ]
Keine Ahnung
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Fahrbar ja, normal sicher nicht. So erkennt man wahrscheinlich nicht, dass die erste Abbildung einen Weg zeigt, auf dem es gerade ca. 15% nach unten geht. Das wäre ohne Federung eine Tortur gewesen. Bergauf ist das bei weitem nicht so schlimm - man ist ja dann "grenzwertig langsam" und hat eher Mühe nicht in einer schlammigen Mulde steckenzubleiben, mit entsprechender Geschwindigkeit wird es selbst mit Federung "grenzwertig holprig". Wer solche Wege aber sowieso nicht fährt, kann tatsächlich einfachere und leichtere Ausstattung wählen. Dann genügen "flexende" Starrgabeln und Sattelstützen. Bei meiner Tour hätte deren Flexibilität nicht mehr viel gebracht entsetzt .
Gruß, Arnulf

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Geändert von Keine Ahnung (12.08.19 15:52)
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#1396199 - 12.08.19 16:07 Re: Technik: wieviel davon? [Re: Keine Ahnung]
AndreMQ
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In Antwort auf: Keine Ahnung
Fahrbar ja, normal sicher nicht. So erkennt man wahrscheinlich nicht, dass die erste Abbildung einen Weg zeigt, auf dem es gerade ca. 15% nach unten geht. ..
Ok, das ist dann nicht normal. Wenn es 100m sind, halt eine Schiebestrecke, das gibt es in jedem bundesdeutschen Waldstück (zumindest südlich vom Main). Wenn es 10km sind und somit 1500hm, eine kleine Gebirgsrunde und i.d.T. dann nicht normal.
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#1396210 - 12.08.19 17:32 Re: Technik: wieviel davon? [Re: AndreMQ]
Keine Ahnung
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In Antwort auf: AndreMQ
In Antwort auf: Keine Ahnung
Fahrbar ja, normal sicher nicht. So erkennt man wahrscheinlich nicht, dass die erste Abbildung einen Weg zeigt, auf dem es gerade ca. 15% nach unten geht. ..
Ok, das ist dann nicht normal. Wenn es 100m sind, halt eine Schiebestrecke, das gibt es in jedem bundesdeutschen Waldstück (zumindest südlich vom Main). Wenn es 10km sind und somit 1500hm, eine kleine Gebirgsrunde und i.d.T. dann nicht normal.


Es ging "nur" auf knapp über 1000 m hoch, aber solche Strecken hatte ich nicht nur in Bosnien sondern auch in Kroatien und schließlich hatte ich noch den Rennsteig und Teile des Grenzweges zwischen Deutschland und Tschechien mit den komfortablen Lochplattenwegen mit zum Teil erheblichen Steigungen. Ein Reisebericht steht noch aus.

Aber zur Technik. Man kann auch solche Wege ohne Federung fahren und man kann seine Touren ja auch mit "Single-Speed-Fahrrädern" bestreiten. Die Frage ist, welchen Komfort man sich gönnen will. Für meine Radreisen käme der Verzicht auf eine Gangschaltung überhaupt nicht in Frage, aber auch auf die Federung will ich nicht mehr verzichten. Übrigens war genau der Rennsteig, den ich vor etlichen Jahren zum ersten Mal mit meinem damals noch "völlig starren" Reiserad gefahren bin, ausschlaggebend für meine Entscheidung, mein Folgerad mit Federung auszustatten. Ich habe das nie bereut! Aber jeder muss für sich entscheiden, welche technischen Errungenschaften wichtig oder weniger wichtig oder unnötig sind. Darum geht es ja in diesem Faden zwinker .
Gruß, Arnulf

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