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#1315669 - 25.12.17 14:56 Riss im Stahlrahmen
bikeglobetrotter
Mitglied Übernachtungsnetzwerk
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 105
Unterwegs in Bolivien

hola nach Deutschland,
ich hatte in den letzten 2 monaten 3 mal Risse in meinem Rotor Stahlrahmen., Oberrohr Ecke Sattelstuetze. Die Risse waren leicht gezackt, also nicht so glatt, wie ich hier Fotos gsehen habe. Beim ersten Mal hielt das 3 Wochen, dann 1 Tag, jetzt wieder 2 Wochen. Der letzte Schweisser war wohl ziemlich gut, soweit ich das als Gaertner beurteilen kann.
Der Rahmen ist 13 jahre alt und hat so 45000, oder mehr, auf dem Buckel und wurde vor 3 Jahren neu lackiert. Hat jemand von euch vielleicht einen Erfahrungswert wie gross ich mein Vertrauenpotiental ansetzen kann, das mich dieses Rad noch durch die kommenden 2 Monate traegt? Nordchile und Bolivien, Peru vielleicht. und,... wie oft kann mensch das eigentlich schweissen? Irgentwelche Schweisser hier?
liebe gruesse
Joerg
life is not miles
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#1315672 - 25.12.17 15:38 Re: Riss im Stahlrahmen [Re: bikeglobetrotter]
cterres
Mitglied
anwesend und fröhlich anwesend
Beiträge: 1943
Im Grunde ist die Schweißnaht je nach Qualität stabiler als die Rohre selbst, aber nach dem Ermüdungsriss und nun bereits drei Nachbesserungen dürfte sich die Reparaturstelle nicht mehr einfach stabilisieren lassen. Der nächste Schweisser sollte ein, besser zwei Bleche in Dreieckform passend zum Winkel der beiden Rohre seitlich anschweißen und damit die Verbindung über eine größere Kontaktfläche herstellen.
Das wird viel Hitze erzeugen und möglicherweise das Sattelrohr leicht verziehen. Dort muss eventuell mit der Reibahle nachgearbeitet werden.

Am Beispiel einer Abschleppvorrichtung für Traktoren. Siehe dort die Platte im Winkel der beiden Streben.
Viele Grüsse aus Bremen
Christoph

Geändert von cterres (25.12.17 15:40)
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#1315673 - 25.12.17 15:39 Re: Riss im Stahlrahmen [Re: bikeglobetrotter]
Machinist
Gewerblicher Teilnehmer Übernachtungsnetzwerk
abwesend abwesend
Beiträge: 2147
Aus der Ferne ist das schwierig zu beurteilen.
Grundsätzlich kann man beliebig oft drüberschweissen, das Material wird dadurch aber nicht besser schmunzel und die Wahrscheinlichkeit eines wiederholten Risses eher grösser.
Wenn es dauerhafter werden soll würde ich nach dem Schweissen ein Stück grosses und sauber angepasstes Blech auflöten lassen. Es sollte sämtliche Reparaturschweissungen mehrere Zentimeter überlappen, bis um das Sitzrohr reichen und dort grossflächig verlötet werden.
Ideal wäre es mit Silberlot zu löten, dann wird das Rohr vorallem in der Randzone wo keine Verstärkung mehr ist bestmöglich geschont. Messinglot geht aber auch.
Allerdings kann es sein, dass sich dadurch das Sitzrohr zu sehr verzieht und neu ausgerieben werden müsste damit die Sattelstütze wieder gut reinpasst.

In welcher Gegend Chiles bist du denn?
Als mir vor Jahren mal in der Atacama-Wüste die Gabel gebrochen war habe ich in Calama eine mit TIG-Schweissgerät ausgerüstete Werkstatt gefunden dessen Inhaber auch ganz gut mit Silberlot löten konnte schmunzel.
Die besten Chancen hast du natürlich in der Grossstadt, allen voran Santiago. Dort wirst du dann falls notwendig sicherlich auch eine Fahrradwerkstatt mit der passenden Reibahle fürs Sitzrohr finden können.

In jedem Fall würde ich die Reparatur schon in Chile machen lassen bevor du nach Bolivien und Peru fährst.

Gute Reise!
Der Mensch ist umso reicher je mehr Dinge er liegen lassen kann.
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#1315674 - 25.12.17 15:46 Re: Riss im Stahlrahmen [Re: Machinist]
bikeglobetrotter
Mitglied Übernachtungsnetzwerk
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 105
Unterwegs in Bolivien

Danke fuer die Antworten. Ich bin gerade In La Serena, also schon noerdlich Santiago. Mein Spanisch ist eher unterentwickelt, ich fahre aber ueber Arica zu einer Freundin nach Cochabamba. na ja,wuerde mir natuerlich wuenschen,das es bis dahin irgentwie geht.
gruesschen
life is not miles
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#1315676 - 25.12.17 15:55 Re: Riss im Stahlrahmen [Re: bikeglobetrotter]
bikeglobetrotter
Mitglied Übernachtungsnetzwerk
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 105
Unterwegs in Bolivien

... ich habe gerade mal so einige Woerter in so ein Uebersetzungsdingsbums eingegeben. Da werde ich mir mal einen Text zusammenbasteln. ja,prima. wird schon klappen.....irgentwie, gehts ja immer.http://www.rad-forum.de/images/icons/default/cool.gif
life is not miles
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#1315677 - 25.12.17 15:57 Re: Riss im Stahlrahmen [Re: bikeglobetrotter]
bikeglobetrotter
Mitglied Übernachtungsnetzwerk
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 105
Unterwegs in Bolivien

....http://www.rad-forum.de/images/icons/default/blush.gifhttp:// muss ich auch noch ueben
life is not miles
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#1315684 - 25.12.17 17:49 Re: Riss im Stahlrahmen [Re: bikeglobetrotter]
Der Patriarch
Gewerblicher Teilnehmer
abwesend abwesend
Beiträge: 31
Moin und frohe Weihnachten

normalerweise werden Stahrahmen gelötet, weil die Kraft-Verbindung flüssiger ineinander über geht. Ich meine: Die Schweißnaht ist meist hart, direkt daneben ist eine Schweißkerbe die das Rohr schwächt, das Rohrmaterial ist vermulich eher weicher. Wenn der Rahmen sich bewegt (tut jeder) wird der Übergang strapaziert. (Meist die Kerbe) Wenn die Naht (oder daneben) immer wieder aufgeht, ist das nicht verwunderlich. Rahmen die man so serienmäßig verschweißt, sind dicker in der Wandung oder dicker im Ende.
Was hilft, ist ein Knotenblech. Ein alter Karrosseriemann weiß direkt was du meinst. Er macht von der unterseite der Rohre (Also im Innenraum des Rahmens) ein mehr oder minder dreieckiges Blech als Verbindung zwischen Oberrohr und Sitzrohr. (Kantenlänge: geraten ?? 10cm ?? ) Dieses Knotenblech wird idealerweiße eingelötet. Man winkelt die an den Rohren anliegenden Blechkanten ein paar Milimeter ab, damit mehr Auflagefläche entsteht. So wird der Kraftübergang über das Knotenblech geleitet (wenigstens teilweise) und die Schweißnaht wird besser halten.
Vielleicht findest Du einen guten Kunstschlosser oder einen Schmied oder einen der heftige Autos repariert/restauriert. Der kann das. Wenn das gut gemacht ist, sollte die Stelle halten.
Viel Glück
Thomas
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#1315693 - 25.12.17 20:14 Re: Riss im Stahlrahmen [Re: Der Patriarch]
bikeglobetrotter
Mitglied Übernachtungsnetzwerk
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 105
Unterwegs in Bolivien

hola nochmal,
okay, dankeschoen. das mit dem reinschweissen hatte auch schon mal jemand angedeutet. ich habe mir jetzt einige woerter und saetze uebersetzt und stehe nicht mehr ganz so unwissend da. loeten, schweissen und so.
guten jahresstart demnaechst.
Joerg
life is not miles
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#1315695 - 25.12.17 20:45 Re: Riss im Stahlrahmen [Re: bikeglobetrotter]
Strolch
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 384
Ja, du musst dem "Dorfschmied" unmissverständlich klarmachen können, was du gelötet haben möchtest und was geschweisst werden soll. Dir ist es bestimmt klar, aber zur Sicherheit: Das sind zwei vollkommen unterschiedliche Vorgänge. Auch fürs noch vorhandene Material.

LG Strolch

Geändert von Strolch (25.12.17 20:46)
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#1315696 - 25.12.17 20:54 Re: Riss im Stahlrahmen [Re: bikeglobetrotter]
Der Patriarch
Gewerblicher Teilnehmer
abwesend abwesend
Beiträge: 31
Moin!

ich habe meinen Text einfach mal, mittels einem Übersetzungs-Progamm, ins Spanische übersetzt. Der Text ist jetzt vermutlich in grauenhaftem Spanisch, aber wenn Du ihn einem anderen Fachmann zeigst, weiss er vermutlich was du meinst.

Nachtrag:
Es heisst übrigens Stahlrahmen und nicht wie bei mir oben geschrieben Stahrahmen. (Dicke Finger!) Im Spanischen Text ist es richtig geschrieben!


Normalmente, los marcos de acero están soldados porque la conexión de potencia se funde más fluidamente. Quiero decir: la soldadura suele ser dura, justo al lado hay un puntaje de soldadura que debilita la tubería, el material de la tubería es probablemente más suave. Cuando el marco se mueve (todo el mundo lo hace) la transición es tensa. (Por lo general, la muesca) Si la costura (o apagado) sigue apareciendo, eso no es sorprendente. Los marcos que se sueldan como estándar son más gruesos en la pared o más gruesos en el extremo.
Lo que ayuda es una cartela. Un viejo cochero sabe directamente lo que quieres decir. Él hace desde el fondo de los tubos (por lo tanto, en el interior del marco) una chapa más o menos triangular como una conexión entre el tubo superior y el tubo del asiento. (Longitud del borde: aconsejado ?? 10 cm ??) Esta placa de escudete está soldada en blanco ideal. Incline los bordes de la chapa adyacentes a las tuberías unos pocos milímetros, de modo que se cree más superficie de contacto. Por lo tanto, la transferencia de fuerza se pasa por encima de la cartela (al menos parcialmente) y la soldadura se mantendrá mejor.
Puede encontrar un buen instalador o un herrero o uno de los fieros autos reparados / restaurados. Eso puede hacer eso. Si se hace bien, el trabajo debería mantenerse.
Buena suerte
Thomas

Geändert von Der Patriarch (25.12.17 21:04)
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#1315697 - 25.12.17 20:59 Re: Riss im Stahlrahmen [Re: Der Patriarch]
bikeglobetrotter
Mitglied Übernachtungsnetzwerk
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 105
Unterwegs in Bolivien

hola strolch, mir ist das ueberhaupt nicht klar. nach etwas internet sind mir jetzt die unterschiede ansatzweise klar, aber nicht warum,weshalb, weswegen und ueberhaupt.
ich dachte immer loeten waere so eine weicheiform des schweissens !!

hola patriarch, ich schreib mir mal was ab. danke. ich vertraue da einfach mal auf die fachleute.
Joerg
life is not miles
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#1317463 - 10.01.18 23:34 Re: Riss im Stahlrahmen [Re: bikeglobetrotter]
bikeglobetrotter
Mitglied Übernachtungsnetzwerk
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 105
Unterwegs in Bolivien

hola, ich moechte noch kurz berichten, wie es weiterging. ich bin erst mal weitergefahren, waren auch feiertage. irgnetwann ist dann wieder ein riss enstanden. der erste schweisser war nicht so ganz in der lage, das volle wunschprogramm umzusetzen, oder wollte nicht. er hat aber den riss geschweisst. dann habe ich noch einen aelteren fachmann getroffen, der meinte das wuerde alles zu heiss und das ginge nicht bei so einem rahmen. er verwiss mich aber auf das 400 km entfernte Antofagasta.
wieder erwarten hielt die naht aber, und auf dem weg nach Iquique traf ich einen Triathleten auf der strasse, wir unterhielten uns ueber unseren sport und raeder, und siehe da, er hatte einen guten schweisser an der hand.
bei dem habe ich jetzt morgen um 9 uhr einen termin.
"fuelle" heisst hier uebrigens sowas wie blasebalg, der richtige begriff ist "gussets". googel weiss auch nicht alles.
liebe gruesse
Yakman
loeten haelt nicht, habe ich jetzt auch wieder gehoert ?????
life is not miles
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#1318945 - 21.01.18 16:30 Re: Riss im Stahlrahmen [Re: bikeglobetrotter]
Lord Helmchen
Mitglied Übernachtungsnetzwerk
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Beiträge: 1182
"loeten haelt nicht, habe ich jetzt auch wieder gehoert ?????"

Löten ist technisch was anderes als Schweißen. Hält aber für ein Fahrrad stabil über Jahrzehnte - völlig ausreichend. Bei beiden Verfahren kann man Fehler machen, die nach der Reparatur zu erneuten Problemen führen. Lötstellen können nicht ausreichend verbunden sein. Schweißnähte können das Material direkt um die Naht verspröden (Bruchgefahr erhöht).

Mein Vorschlag: Frag den Fachmann vor Ort, wie er es reparieren würde. Ein guter Löter repariert Dir das besser als ein schlechter Schweißer.
Gruß, Manfred
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#1318952 - 21.01.18 17:12 Re: Riss im Stahlrahmen [Re: Lord Helmchen]
AndreMQ
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 2546
Halte zwar nichts von Löten an Stahlrahmen (und auch nicht von Stahlrahmen grins ), aber für Löten wird Fläche benötigt, wie z.B. die alten Muffen zum Rohr. Schweissen ist fester und die Schweissraupe schafft etwas Volumen. Aber dann gibt es ggfs. das Problem "Bruch neben der Naht". Also das muss man können. Bei der modernen Stahlblech-Verarbeitung (und Alublech) ersetzt Kleben das Löten - benötigt auch Fläche. Wenn ein gerissenes Rohr mit Löten repariert werden soll, müsste man eine Blechmanschette (ca. 1mm) herum legen und anlöten.
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#1319003 - 21.01.18 21:56 Re: Riss im Stahlrahmen [Re: AndreMQ]
bikeglobetrotter
Mitglied Übernachtungsnetzwerk
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Beiträge: 105
Unterwegs in Bolivien

hola, na,jetzt wirds aber fachtechnisch.
ich moechte euch den rest der geschichte erzaehlen. jetzt bin ich schon in Cochabamba.
am naechsten morgen war ich also bei Sergio. er hat 5 jahre in der Schweiz gelebt, im radtourigeschaeft, was die kommunikation doch sehr erleichterte.
laut seiner aussage war die "buchse", die das sattelrohr passend zum rahmenrohr machte, der grund fuer den riss. so im nachhinein ist mir das auch klar. die buchse war nur 15 cm lang, und da nuetzt natuerlich auch kein langes sattelrohr.
durch die schweisserei waren natuerlich etliche loecher im rahmen, also hat er das ding einfach abgesaegt, ein neues teil zusammengebaut, so mit schneiden und alles moegliche. ich hatte erfuerchtige gefuehle. das teil hat er dann mit TIG schweissen angebracht. haelt jetzt ewig, sagte er, der rahmen sei naemlich sehr gut.
dann hat er noch ein neues sattelrohr passgenau eingesetzt. mit viel maschinenarbeit, ausprobieren, fingerspitzengefuehl, gefummel und so. alles hat so 4, 5 stunden gedauert. zwischendurch hat er noch andere sachen gemacht.
sein vater war chilenischer meister und er waere zwischen raedern aufgewachsen, na ja, da standen immer noch 20 stueck rum, darunter welche mit laufraedern aus holz. ausserdem ein selbstgebauter wuestenbuggy und ein wuestensegler.
also, falls ihr mal in Nordchile ein problem habt ......
der meister hat dann wohl meinen rahmen gerettet. ich hoffe wir sehn uns noch mal, er will ne Europatour machen....
gruesse
joe
life is not miles
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#1319011 - 21.01.18 23:22 Re: Riss im Stahlrahmen [Re: bikeglobetrotter]
Strolch
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 384
Das klingt doch gut. schmunzel
Indiskrete Frage: Wieviel hat die aufwändige Operation gekostet?

Viele Grüße
LG Strolch

Geändert von Strolch (21.01.18 23:23)
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#1319025 - 22.01.18 08:00 Re: Riss im Stahlrahmen [Re: bikeglobetrotter]
irg
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 3404
Ich drücke dir auf jeden Fall die Daumen!

Zum Unterschied Schweißen - Löten, weil du weiter oben danach gefragt hast:
Schweißen ist das Verbinden von Metallteilen durch geschmolzenes Metall der selben Sorte. (Ich hoffe, die Profis im Forum schreien jetzt nicht auf. Ich versuche nur, das Prinzip zu klären, nicht auf Feinheiten herum zu reiten.) Dein Schweißer verbindet also Stahl mit Stahl durch Stahl. Dabei bastelt er diese wunderschönen Schweißraupen.
Löten ist das Verbinden von Metall mit Metall durch eine geschmolzene Metalllegierung, die nicht zu den verbundenen Metallteilen gehört. Diese Legierung hat immer einen deutlich niedrigeren Schmelzpunkt als die zu verbindenden Teile.

Das erklärt die unterschiedlichen Vor- und Nachteile der Verfahren:

Schweißen ist deutlich billiger, technisch meistens wohl auch einfacher. Es werden nur kleinere Flächen dafür benötigt. Dafür überträgt aber auch nur ein schmaler Rand nach der Reparatur beim Weiter Radeln die Kräfte, und der ist durch die Hitze vor geschädigt. Wer dünne, hochwertige Rohre schweißen will, muss also etwas von seiner Arbeit verstehen. Der berühmte Dorfschmied, der gerne als Argument für Stahlrahmen herhalten muss, hat realistische Chancen, einen guten Rahmen endgültig durch Schweißen zu zerstören.

Beim Löten sind die angewendeten Temperaturen weit niedriger. Weichlöten, die Methode der Wahl im Elektrobereich, fällt aufgrund der fehlenden Belastbarkeit bei Rahmen aus. Das Hartlöten mit Messinglot ist billiger, dabei muss aber das Material stärker erhitzt werden als beim Löten mit Silber. Deshalb wurden früher hochwertige Rennrahmen aus Stahl meistens mit Silber gelötet. Das Lot selbst ist nicht so fest wie eine Schweißnaht. Deshalb muss beim Löten mehr Fläche verbunden werden, z.B. durch eine aufgelegte Manschette, oder, wie beim Rahmenbau, eine Muffe, auf die das Rohr geschoben wird. Der Vorteil einer solchen Verbindung liegt auf der Hand: Die Übertragung der Kräfte geschieht nach dem Löten auf einem weit größeren Bereich, das ergibt stabilere Reparaturen. Dafür ist es natürlich weit aufwändiger, eine genau passende Manschette zu basteln, die z.B. ein gebrochenes Rohr wieder verbindet. Rohre, die in einem weiteren Bereich deutlich niedriger erhitzt werden, werden weit weniger geschädigt als beim Schweißen.

Beide Techniken bringen gute Ergebnisse, wenn sie richtig angewendet werden.

Ich hoffe, ich habe die Unterschiede halbwegs klar und sachlich halbwegs richtig beschrieben.

lg!
georg
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#1319026 - 22.01.18 08:19 Re: Riss im Stahlrahmen [Re: irg]
Ulli Gue
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 2036
In Antwort auf: irg
Ich hoffe, ich habe die Unterschiede halbwegs klar und sachlich halbwegs richtig beschrieben.
lg!
georg

Naja, es gibt aber auch noch WIG-Schweißen und WIG-Hartlöten. Bei letzterem wird das Lot auf dem vom Lichtbogen vorgewärmten Material aufgebracht und verteilt. Bedingt durch die größere Kontaktfläche braucht man bei dieser Verbindungsart keine Muffen mehr.
Gruß Ulli

Geändert von Ulli Gue (22.01.18 08:22)
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#1319059 - 22.01.18 12:19 Re: Riss im Stahlrahmen [Re: Ulli Gue]
MatthiasM
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 6045
In Antwort auf: Ulli Gue
..Bedingt durch die größere Kontaktfläche braucht man bei dieser Verbindungsart keine Muffen mehr.
Gruß Ulli
.. erfordert aber präzisteste und paßgenaue Vorbereitung der zu fügenden Teile >> für Reparatur im Felde eher zweite Wahl.
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#1319092 - 22.01.18 17:51 Re: Riss im Stahlrahmen [Re: MatthiasM]
bikeglobetrotter
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hola, danke fuer euro beitraege. wie gesagt, ich habe mich da nie mit beschaeftigt. wenn bei uns aufm hof was zu schweissen ist, kommt Egon und dann ist gut.
vor der untersuchung meinte er 7000, also knapp 10 euronen. am tag darauf meinte ich dann, das waere ja wohl zu wenig. na ja, 12000, bezahlt habe ich dann etwas mehr.
schliesslich hat er wohl meinen 400 euro rahmen gerettet.
das war aber auch nen sonderpreis, weil ich Deutscher bin, und er nur gute erfahrungen mit unseren landsleuten gemacht hat, und weil er selber biker ist, war und so, reiseradlerpreis.
Sergio war halt auch begeistert von dem was er da machte, da ist das mit dem geld nicht so entscheident. das kenne ich mit meinem gemuese auch.
gruesschen
life is not miles
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#1319397 - 24.01.18 22:39 Re: Riss im Stahlrahmen [Re: bikeglobetrotter]
bikeglobetrotter
Mitglied Übernachtungsnetzwerk
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abwesend abwesend
Beiträge: 105
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hola, ich habe da noch mal eine frage.
sattelstuetzen mit einer huelse sind ein ganz normales radteil, sagt mein freund und mechaniker. (durchaus kompetent)
ist es also unguenstig, wenn die huelse kuerzer ist als die sattelstuetze?
hat da jemand ahnung?
gruesse
Joe
life is not miles
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#1319399 - 24.01.18 23:01 Re: Riss im Stahlrahmen [Re: bikeglobetrotter]
macbookmatthes
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 612
In Antwort auf: bikeglobetrotter
hola, ich habe da noch mal eine frage.
sattelstuetzen mit einer huelse sind ein ganz normales radteil, sagt mein freund und mechaniker. (durchaus kompetent)
ist es also unguenstig, wenn die huelse kuerzer ist als die sattelstuetze?
hat da jemand ahnung?
gruesse
Joe


Auf der einen Seite,

sind die Dinger (auch shims genannt) ein normales Radteil. Ja. Auf der anderen Seite bevorzuge ich persönlich, wenn es irgendwie machbar ist, eine direkte und passgenaue Verbindung zwischen Sattelrohr und Sattelstütze.
Die Hülse, die hier lange Jahre in einem T600 Dienst tat, hatte insgesamt 3 Stützen auf dem Gewissen, das war mir ein wenig zu viel. Seitdem da eine Stütze im richtigen (wen auch etwas exotischen) Maß drin ist, ist an dieser Front Ruhe eingekehrt.

Von daher: Kann wunderbar funktionieren, Garantien gibt es aber nicht.
Ich fahre nur bei schönem Wetter...in Europa also gar nicht
https://bikephreak.wordpress.com
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#1319400 - 24.01.18 23:01 Re: Riss im Stahlrahmen [Re: bikeglobetrotter]
cterres
Mitglied
anwesend und fröhlich anwesend
Beiträge: 1943
Mindesteinstecktiefe für Sattelstützen ist in der Regel 10cm. Bei Diamantrahmen ist zudem wichtig, das die Stütze etwas tiefer steckt, als die Verbindung des Oberrohr reicht. Selbst wenn also die Markierung der Stütze vorgibt, tief genug zu stecken, gibt auch der Rahmen eine wichtige Vorgabe.
Viele Adapterhülsen sind deutlich kürzer und selbst 10cm sind ja auch nur die minimale Tiefe.

Du schriebst, bei Dir seien es 13cm. Das wäre ausreichend lang, jedoch kann es sich da vielleicht auch um einen Tippfehler handeln?
Viele Grüsse aus Bremen
Christoph

Geändert von cterres (24.01.18 23:02)
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#1319427 - 25.01.18 10:16 Re: Riss im Stahlrahmen [Re: bikeglobetrotter]
derSammy
Mitglied Übernachtungsnetzwerk
abwesend abwesend
Beiträge: 15119
Ich hab an vielen Rädern Hülsen und keine Probleme damit. Wichtig ist, wie schon gesagt, dass die Hülse ausreichend lang ist und das Gesamtkonstrukt wirklich maßhaltig ist. Ohne Hülse kann ebenso Probleme bereiten, vor allem wenn die Stütze minimal zu schmal für das Sattelrohr ist. Die bekommst du dann vielleicht festgeklemmt, aber wenn die im Rohr minimal Spiel hat, führt das über kurz oder lang zu Problemen.

Hochwertige Hülsen sind m.E. leichter und billiger zu bekommen als Sattelstützen in exotischen Durchmessern. Bei letzteren gibt es nur wenige Modelle, die alle Durchmesser anbieten (BBB Skyscrapter z.B.).
Komm wir grillen Opa. Satzzeichen können Leben retten.
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#1319478 - 25.01.18 15:27 Re: Riss im Stahlrahmen [Re: derSammy]
rayno
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 3280
Ich habe früher mal gelernt, dass die Sattelstütze so weit im Sattelrohr stecken soll, wie sie oben herausragt und dass sie maßhaltig ist, wenn sie, leicht gefettet, nicht allein schon durch das Gewicht des Sattels nach unten rutscht, sondern erst mit leichtem Nachdruck.
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Off-topic #1319479 - 25.01.18 15:33 Re: Riss im Stahlrahmen [Re: rayno]
derSammy
Mitglied Übernachtungsnetzwerk
abwesend abwesend
Beiträge: 15119
In Antwort auf: rayno
Ich habe früher mal gelernt, dass die Sattelstütze so weit im Sattelrohr stecken soll, wie sie oben herausragt [...]

Das passte früher vielleicht mal. Heute mit den geslopten Rahmen schauen die Stützen deutlich weiter raus. Ich würde mich heute an den schon genannten 10cm orientieren, oder eben an dem, was auf die Sattelstütze aufgeprägt ist.
Komm wir grillen Opa. Satzzeichen können Leben retten.
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Off-topic #1319536 - 25.01.18 21:04 Re: Riss im Stahlrahmen [Re: derSammy]
rayno
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 3280
Ja genau! Und die heutig nicht so seltenen Defekte im oberen Bereich des Sattelrohres gab es früher, als es die geslopten Rahmen noch nicht gab, auch nicht.
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#1319549 - 25.01.18 22:30 Re: Riss im Stahlrahmen [Re: bikeglobetrotter]
Raumfahrer
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 338
Um mal konkret was dazu zu sagen...

Einen Riss am Oberrohr, wie beschrieben, in der Nähe vom Sitzrohr hatte ich auch mal.
Es war auch ein ROTOR Komet, aus der allerersten Serie von 2001.
Ich kann nicht ausschließen, daß dieser Riss damals als Spätfolge von einem Unfall entstanden ist. mE wurde der Riss etwa 1/2 Jahr danach deutlich.
Besagter Riss war seitlich in Längstrichtung im Oberrohr, kurz vor dem Sitzrohr.

Der ErsatzRahmen hielt dann noch mal über 10 Jahre, bis er nach fast täglicher Nutzung an der linken Kettenstrebe in der Nähe vom Ausfallende auf Höhe der Verlötung dort gebrochen ist.
Möglicherweise hat dort das Drehmoment der Speedhub mit gewirkt.

Die Verarbeitung ist bei den ROTOR Komet Rahmen damals etwas speziell gewesen, zumindest wenn man in den Rahmen hinein schaut.
Ein vergleichbarer taiwanesischer BilligRahmen wie mein Chaka Pele Rohloff sieht innen drin wesentlich besser aus. Da gibt es innen drin keine irgendwelche komischen Verformungen vom Schweißen...
Absolut gerade war er auch nicht und das Sitzrohr war innen sehr rau, mit Riefen...
Ich hoffe mal, daß sich da etwas zum Besseren verändert hat.

Eine Besonderheit beim ROTOR Komet ist das Sitzrohr mit Innendurchmesser 30,0 mm. In diesem Durchmesser gibt es nicht sehr viele vernünftige Sattelstützen. Man kann da eine ganze Weile danach suchen... viele Hersteller ignorieren dieses Maß.
Die Thomson Elite gibt es glücklicherweise in diesem Durchmesser. Dazu stellen noch BBB, NC-17 und Shannon was im passenden Durchmesser her.
Evtl. gibt es noch weitere, selber suchen hilft...
Ansonsten ist man im Notfall auf eine Adapterhülse angewiesen.
Oder man lässt den Innendurchmesser mit der Reibahle fachgerecht auf 30,9 mm aufreiben. Da gibt es dann recht viele Hersteller/Sattelstützen.

Ich hoffe, mein Beitrag ist einigermaßen hilfreich. zwinker
Freundliche Grüße - unbekannterweise.
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Off-topic #1319557 - 26.01.18 00:08 Re: Riss im Stahlrahmen [Re: rayno]
Falk
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 31625
Murks gab es immer schon. Ich würde ja nichts sagen, wenn es bei den alten Hobeln mit dem waagerechten Oberrohr nie Schäden gegeben hätte. Ein Vorteil der ansonsten miesen Kerzensattelstützen war, das man sie, wenn sie krumm wurden, so gedreht werden konnten, dass sie sich langsam wieder geradebogen. Ich musste das öfter machen. Bei meinen dickwandigen und langen Stützen aus jüngerer Zeit ist das nicht passiert.
Falk, SchwLAbt
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