Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra

von: RollenderRalf

Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 08.08.19 21:53

Ich plane, mir ein neues Reiserad zusammenzustellen. Dabei gibt es so ein paar Grundsatzentscheidungen wie Stahl/Alu, Felgenbremse/Scheibenbremse.

Derzeit bewegt mich die Frage nach der Schaltung: Kettenschaltung, Pinion oder Rohloff. Was spricht wofür und dagegen.

Würde mich interessieren, welche Erfahrungen ihr gemacht habt. In welchem Terrain welche Vor oder Nachteile zum Tragen kommen.

Zur Anwendung: Meist werde ich in Europa unterwegs sein. Das Rad sollte aber vor allem für die nächste geplante große Tour durch Südostasien, China, Mongolei und Russland taugen.
von: kleinerblaumann

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 08.08.19 22:30

Das ist natürlich eine Glaubensfrage, die auch schon oft rauf und runter diskutiert wurde. Ich versuche mal einige Aspekte anzuführen, die mir bei meiner Entscheidung wichtig waren.

Pinion:
- braucht einen speziellen Rahmen. Man kann also nicht auf Kettenschaltung umrüsten, wenn einem das Getriebe doch nicht taugt. Bei Rohloff geht das.

Pinion und Rohloff:
- sind wenig wählerisch was die Kette angeht. Wenn die mal kaputt ist, muss man nicht unbedingt auf die passende Breite schauen.
- beide arbeiten zuverlässig und sind unempfindlich, es kann z.B. kein Schaltwerk beschädigt werden. Wenn sie aber doch mal ausfallen sollten, kann man unterwegs nichts reparieren.

Rohloff:
- passt in die meisten Rahmen.
- man kann die Rohloff mit zwei Kettenblättern fahren. Habe ich so gemacht, weil ich auf langen Abfahrten gerne mittreten möchte.

Kettenschaltung:
- simples Prinzip, man bekommt viel flächendeckender Ersatzteile
- höhere Verschleißkosten und Verschleiß (von Kettenblättern, Ritzeln und Kette) hat auch viel eher als bei Rohloff oder Pinion negativen Einfluss auf die Funktion.
- recht günstig zu haben.


Wenn es Pinion oder Rohloff wird, würde ich dir empfehlen, das ganze mit einer Kette zu fahren. Die Versorgung mit Antriebsriemen könnte unterwegs schwierig werden. Eine Kette bekommt man viel eher. Natürlich wäre der erste Weg, die Kette nur zu kürzen. Neben den zwei Kettenblättern ist das der Grund, warum ich mit einem Kettenspanner fahre. Exzenter kommt mir nicht ans Rad, weil sich da bei jedem Nachspannen der Kette die Sitzposition ändert. Saubere Optik ist mir weit weniger wichtig. Mit einem Kettenspanner kann man die Kette einfach um ein Stück kürzen und weiter fahren. Beim Exzenter bräuchte man (ein Stück) Ersatzkette.
Bei mir fiel Pinion raus, weil ich ovale Kettenblätter fahre, das geht mit Pinion nicht. Aber das ist für die meisten Radler natürlich kein relevanter Punkt.

Ich habe bestimmt vieles Wichtige noch nicht erwähnt. Ich hoffe andere ergänzen noch ihre Punkte.

Grüße
Sebastian
von: Falk

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 08.08.19 22:38

Wie sieht es mit Deinen Erfahrungen aus? Was davon hast Du schonmal benutzt?
von: AndreMQ

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 09.08.19 09:44

Mal aus einer anderen Richtung aufgezogen: Wer reparieren und schrauben lässt und auch sonst wenig bis nichts am Rad selbst repariert, sollte bei der Kettenschaltung bleiben, weil sich überall jemand findet, der damit umgehen kann und Teile verfügbar und günstig sind. Bei der Speedhub oder Pinion ist es umgekehrt, d.h. Du erklärst dem berühmten Dorfschmied, was er zu tun hat und wie er Dir bei der Reparatur assistieren kann. Im übrigen hinderst Du ihn daran, sein Standardwerkzeug Vorschlaghammer und Rohrzange anzusetzen.
Es gibt jede Menge Leute, die eine Pinion oder Speedhub mit Riemen an Stadt- und Tourenrädern fahren, einen Haufen Geld ausgegeben haben, vollständig auf den Händler angewiesen sind und bereits bei kleinsten "Problemen" (z.B. der Riemen wagt es, ein wenig zu knurbsen) völlig aus dem Häuschen und überfordert sind und mit Anwalt drohen.
von: Keine Ahnung

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 09.08.19 10:45

In Antwort auf: AndreMQ

Es gibt jede Menge Leute, die eine Pinion oder Speedhub mit Riemen an Stadt- und Tourenrädern fahren, einen Haufen Geld ausgegeben haben, vollständig auf den Händler angewiesen sind und bereits bei kleinsten "Problemen" (z.B. der Riemen wagt es, ein wenig zu knurbsen) völlig aus dem Häuschen und überfordert sind und mit Anwalt drohen.


Das kannst Du aber auch auf Kettenschaltungen übertragen. Ich kenne viele Radfahrer, die sogar einen Platten beim Radhändler beheben lassen. Schäden unterwegs können auch bei "einfacher Technik" zu enormen Problemen führen. Wenn Dir unterwegs das Schaltauge abbricht, so kann das bei der Kettenschaltung das Aus für die Radreise bedeuten.

Die Rohloff-Schaltung ist extrem robust und Schäden, die zu einem Abbruch einer Reise führen, dürften statistisch gesehen gegen Null gehen. Es können Schaltseile reißen - die kann man aber wieder ersetzen und Ersatz führe ich dafür mit. Sollte Öl austreten, so kann man die Behebung des Problems auf die Zeit nach der Rückkehr von der Tour verlegen, da die Rohloff auch ohne ihren Ölvorrat weiter läuft. Ansonsten bedarf es für die Wartung nur eines (empfohlen) jährlichen Ölwechsels und nach sehr vielen Kilometern eines Wendens oder Ersetzens des Ritzels - für beides braucht jemand, der nicht ganz ungeschickt ist, keinen Radhändler.

Zur Pinion habe ich schon häufiger von Problemen gelesen, wobei es sein könnte, dass die neueren Versionen hier bereits verbessert wurden. Mir fehlt aber persönliche Erfahrung mit dieser Schaltung.

Riemenantrieb klingt zunächst recht gut, aber zum einen braucht man einen speziellen Rahmen mit Rahmenschloss und zum anderen ist der Wirkungsgrad deutlich schlechter als bei der Kette. Hat man z. B. eine Rohloff-Schaltung, so hält die Kette deutlich länger als bei eienr Kettenschaltung, so dass ich nur wenig Vorteile in der Riemenversion sehe.

Ein für mich ganz wesentlicher Vorteil der Rohloff-Schaltung (gleiches würde für Pinion gelten) ist, dass ich im Stand schalten kann. Natürlich sollte man immer "vorausschauend" schalten, aber gerade bei den Wegen, die ich häufig auf meinen Touren fahre (sandige Strecken in Polen, schlammige und unwegsame Anstiege in Bosnien oder Rumänien usw.) kommt es immer wieder vor, dass man schlagartig ausgebremst wird und dann wieder anfahren muss. Früher blieb mir dann häufig nichts anderes übrig als abzusteigen, das durch das Gepäck hinten schwere Rad anzuheben, mit einem Fuß die Kurbel zu drehen und mit der anderen Hand den Gang runterzuschalten. Nun drehe ich einfach nur am Griff und fahre wieder los.
von: panta-rhei

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 09.08.19 11:15

In Antwort auf: RollenderRalf

Zur Anwendung: Meist werde ich in Europa unterwegs sein. Das Rad sollte aber vor allem für die nächste geplante große Tour durch Südostasien, China, Mongolei und Russland taugen.

Am Wichtigsten: Es muss Dir passen. ->auspropierebn


Stahl (was preiswertes reicht) 559er LR, Reifen mind. 47 mm, Kettenschaltung v Shimano (3*9, 3*10), V-Brakes ( max. LX) Träger: VR TubusTara, HR irgendein anderer Tubus.
von: AndreMQ

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 09.08.19 11:32

.... selbst fahre ich ja Pinion, Speedhub mit Riemen und auch Kette und eine Kettenschaltung nur, wenn es nicht zu umgehen ist (z.B. mit dem Lastentrike). Würde das aber wahrscheinlich nicht tun, wenn ich die Systeme nicht komplett selbst am Laufen halten könnte und zwar auch unterwegs. Mir ist zwar unterwegs noch nie ein Defekt an der Pinion und der Speedhub passiert, weil sie zuverlässig sind, aber wenn, dann MUSS man sich selbst helfen können.
Was den Wirkungsgrad angeht, sitzt man - mal platt gesagt - häufig folgenden Zahlen auf:
- Wirkungsgrad Kette: 98% (also 2W Verluste beim typischen "100W-Fahrer")
- Wirkungsgrad Riemen: 96% (also 4W Verluste)
BILD-Überschrift: DER RIEMENANTRIEB HAT DOPPELT SO HOHE VERLUSTE - SKANDAL!!!
Übrigens: Bei NaDys mit Forumslader versucht man die Ladeleistung hoch zu treiben, was dann bei Erfolg zu einer Tretleistung am NaDy von mal geschätzt 15 - 20W führen müsste, damit 10W am Lader ankommen. Trotzdem würde ich den Wirkungsgrad von Forumslader plus NaDy unter 60% ansetzen, d.h. man tritt etwa das doppelte, was für Lader und angeschlossene Elektronik verbraucht wird. Aber eventuell gibt es da mehr Messungen.
von: panta-rhei

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 09.08.19 11:59

Andre, bei aller Liebe, vielleicht LIEST du mal, wo der TE hin will?!
Echt... nur den eignen Bauchnabel anschauen...
@ Blaumann
Gute Übersicht!
von: Toxxi

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 09.08.19 12:03

Ich hole schon mal Popcorn und Bier... party
von: AndreMQ

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 09.08.19 12:04

In Antwort auf: panta-rhei
Andre, bei aller Liebe, vielleicht LIEST du mal, wo der TE hin will?!
Echt... nur den eignen Bauchnabel anschauen...
... eben, nach Südostasien etc. und deshalb meine Empfehlung zur Kettenschaltung. Falls er die andere Technik nicht beherrscht und dazu hat der TE sich noch nicht geäußert. Sagt ein überzeugter Getriebefahrer, also gerade nicht Nabelschau.
von: Toxxi

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 09.08.19 12:04

In Antwort auf: kleinerblaumann
Kettenschaltung:
- simples Prinzip, man bekommt viel flächendeckender Ersatzteile
- höhere Verschleißkosten und Verschleiß (von Kettenblättern, Ritzeln und Kette) hat auch viel eher als bei Rohloff oder Pinion negativen Einfluss auf die Funktion.
- recht günstig zu haben.

- Übersetzungsbreite und Abstufung im Gegensatz zu Pinion und Rohloff individuell anpassbar

Gruß
Thoralf
von: Toxxi

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 09.08.19 12:05

In Antwort auf: RollenderRalf
Derzeit bewegt mich die Frage nach der Schaltung: Kettenschaltung, Pinion oder Rohloff. Was spricht wofür und dagegen.

Argumente wurden genannt. Letzten Endes ist es ein Glaubenskrieg. Alle drei Schaltungen sind für Weltumradelungen geeignet.

Gruß
Thoralf
von: panta-rhei

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 09.08.19 12:09

OK, dann hatte ich Deinen Riemenbeitrag missverstanden.
von: Keine Ahnung

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 09.08.19 12:51

Ich würde einen Riemenantrieb nicht wegen schlechterer Ersatzteilversorgung ausschließen - man kann einen Ersatzriemen mitnehmen. Aber der Wirkungsgradunterschied sollte schon eine Rolle spielen. Siehe z. B. HIER. Ein anderes Ergebnis würde mich auch überraschen.

Von den Vorzügen der Kettenschaltung bei Fahrten in exotische Ländern bin ich nicht wirklich überzeugt. Vielleicht erhält man eher Ersatzteile, aber bei gebrochen Schaltaugen oder Schaltwerken wird das auch eher zu einer theoretischen Möglichkeit. Am Ende wird man dann doch auf Ersatz in größeren Städten hoffen müssen. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Rohloff-Schaltung Probleme macht, ist nicht gleich Null, aber meiner Ansicht nach ist sie eher geringer. An Kettenschaltungen hatte ich schon Defekte, an der Rohloff noch nie. Würde sie wirklich ausfallen, so ist Rohloff dafür bekannt auch in exotische Länder Ersatzgetriebeblöcke zu verschicken.

Ernsthafte Defekte sind aber immer ein Problem und das nicht einmal nur irgendwo in Indien. Wenn Deine Schaltung irgendwo im Balkan den Geist aufgibt, so könnten zumindest lange und einsame Schiebestrecken vor Dir liegen. Mehrstündige Etappen ohne Kontakt zu anderen Zweibeinern hatte ich dort schon öfters erlebt. Und dann kam auch nicht gleich die Stadt mit Radläden sondern meist das Dorf mit Tante-Emma-Laden (wenn überhaupt).

Auch bei hydraulischen Felgenbremsen wird gerne auf die möglichen Probleme bei der Ersatzteilbeschaffung hingewiesen. In Wirklichkeit stellt sich das Problem nicht größer dar als das, eine mechanische V-Brake zu ersetzen, da man zur Not jederzeit z. B. die Magura-Bremse gegen eine solche mechanische Variante ersetzen könnte. Man könnte hier fortfahren. So kann man auch Federgabeln zur Not als Starrgabeln weiterfahren und die immer wieder erwähnte bessere Reparierbarkeit des Stahlrahmens im Vergleich zur Aluvariante (sowieso bei guten Rahmen eher eine eher unwahrscheinliche Notwendigkeit) ist wohl meist nur noch bei echten Dorfschmieden ein Thema, wobei dort auch die Frage ist, ob das Schweißen der Rohre durch den auf das Reparieren von Pflugscharen spezialisierten Handwerker brauchbar bewerkstelligt wird.

Somit würde ich die Diskussion eher auf die sonstigen Merkmale der Schaltungen beschränken. Mit jeder der Varianten wird man solche Touren machen können. Legt man Wert auf geringeres Gewicht und niedrigeren Preis, so wird man wohl bei der Kettenschaltung landen. Legt man Wert auf gleichmäßige Schaltstufen und/oder Schalten im Stand, so wird man zur Rohloff/Pinion tendieren. Und will man die Möglichkeit haben, die Schaltung leicht von einem Fahrrad zum anderen zu transferieren oder sein Fahrrad von einem Schaltungstyp zum anderen umzurüsten, so wird wohl die Rohloff-Schaltung eine gute Wahl sein.

Am Ende ist es auch ein wenig "Geschmackssache" zwinker .
von: kleinerblaumann

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 09.08.19 13:03

In Antwort auf: Toxxi
In Antwort auf: kleinerblaumann
Kettenschaltung:
- simples Prinzip, man bekommt viel flächendeckender Ersatzteile
- höhere Verschleißkosten und Verschleiß (von Kettenblättern, Ritzeln und Kette) hat auch viel eher als bei Rohloff oder Pinion negativen Einfluss auf die Funktion.
- recht günstig zu haben.

- Übersetzungsbreite und Abstufung im Gegensatz zu Pinion und Rohloff individuell anpassbar

Gruß
Thoralf


Die Bandbreite der Rohloff lässt sich durch zwei Kettenblätter recht beliebig anpassen. Ich habe dadurch 773%, hatte auch schon mal noch mehr. An der Abstufung ändert das natürlich nichts. Das ist tatsächlich ein Alleinstellungsmerkmal der Kettenschaltung.
von: erikai

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 09.08.19 14:03

In Antwort auf: Toxxi
Ich hole schon mal Popcorn und Bier... party


Genau, echtes Freitagsthema, Radforum goes heise. :-)
von: erikai

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 09.08.19 14:08

Hast du denn entsprechende Schaltungen schon mal Probe gefahren?
Ich tendiere aus vielen Gründen auch zur Rohloff, aber irgendwie werde ich mit der nicht warm (habe Vergleich in der Familie). Fahre deshalb nach wie vor 3x9.
von: Uli

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 09.08.19 14:10

In Antwort auf: RollenderRalf
Derzeit bewegt mich die Frage nach der Schaltung: Kettenschaltung, Pinion oder Rohloff. Was spricht wofür und dagegen.
...
Zur Anwendung: Meist werde ich in Europa unterwegs sein. Das Rad sollte aber vor allem für die nächste geplante große Tour durch Südostasien, China, Mongolei und Russland taugen.

Meine unmaßgebliche Meinung: Mit Fokus auf eine Reise ist das einzig wirklich objektive Argument der Vorteil einer Kettenschaltung bei der Ersatzteilversorgung. Das gilt nicht nur - aber vielleicht insb. - für exotische Ziele, das Problem kann einen auch in Deutschland ereilen, wie ich selber schon erfahren durfte. Alle anderen Dinge sind m.E. immer in Kombination / Abhängigkeit mit anderen Gegebenheiten zu betrachten - insb. mit dem Fahrer, seinen Fähigkeiten, seinen Erwartungen - und deshalb stark subjektiv. Deshalb solltest du zuerst die Beiträge von Falk und panta-rhei beantworten, dann sieht man weiter.
Gruß
Uli
von: panta-rhei

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 09.08.19 14:18

In Antwort auf: panta-rhei
In Antwort auf: RollenderRalf

Zur Anwendung: Meist werde ich in Europa unterwegs sein. Das Rad sollte aber vor allem für die nächste geplante große Tour durch Südostasien, China, Mongolei und Russland taugen.

Am Wichtigsten: Es muss Dir passen. ->auspropierebn


Stahl (was preiswertes reicht) 559er LR, Reifen mind. 47 mm, Kettenschaltung v Shimano (3*9, 3*10), V-Brakes ( max. LX) Träger: VR TubusTara, HR irgendein anderer Tubus.

PS sowas gibts für deutlich unter 2000 Euronen. Falls es nicht teuer sein muss... zwinker
von: Toxxi

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 09.08.19 14:28

In Antwort auf: Uli
Alle anderen Dinge sind m.E. immer in Kombination / Abhängigkeit mit anderen Gegebenheiten zu betrachten - insb. mit dem Fahrer, seinen Fähigkeiten, seinen Erwartungen - und deshalb stark subjektiv.

Es würde ja hier auch niemand ernsthaft fragen, ob er lieber die kleine blonde oder die große brünette Frau heiraten soll... omm
von: erikai

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 09.08.19 14:31

Natürlich nur nach Probefahrt! wirr
von: macbookmatthes

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 09.08.19 14:44

In Antwort auf: Toxxi
In Antwort auf: Uli
Alle anderen Dinge sind m.E. immer in Kombination / Abhängigkeit mit anderen Gegebenheiten zu betrachten - insb. mit dem Fahrer, seinen Fähigkeiten, seinen Erwartungen - und deshalb stark subjektiv.

Es würde ja hier auch niemand ernsthaft fragen, ob er lieber die kleine blonde oder die große brünette Frau heiraten soll... omm


Tucholsky hat dazu schon alles gesagt: Man will die große Dünne und bekommt die kleine Dicke... grins
von: RollenderRalf

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 09.08.19 20:30

Also erstmal ganz herzlichen Dank an alle Antworter. Schöne Versammlung der wesentlichen Argumente.
Hängt wohl in der Tat ein bisschen vom Glauben, vom Geschmack und nicht zuletzt vom Geldbeutel ab.
Bislang habe ich nur Erfahrung mit der Kettenschaltung, Probefahrten mit den beiden anderen Antrieben werden jetzt folgen.
Bemerkenswert, dass keiner vom Gewicht gesprochen hat. Das war das Erste, was mir ein erfahrener Biker, der mir auch dieses Forum empfohlen hat, um die Ohren gehauen hat. Pinion: zu schwer und over engineered.
Na, danke jedefalls noch mal. Werde die Teile mal fahren, vielleicht wächst ja dann die innere Überzeugung.
von: panta-rhei

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 09.08.19 20:35

Klar, Pinion ist die schwerste Lösung, mutcdenbAlternativen soarst du 1000E und 1000gr.
Aber für eineLangstreckenradreise bist Du EH nicht gewichtsoptimiert und die anderen Nachteile einer Pinion wirken NOCH stärker teuflisch
von: Landradler

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 09.08.19 20:45

Jedenfalls gibt es auch mit Pinion schöne Reiseräder.
von: kleinerblaumann

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 09.08.19 21:19

Beim Reiserad aufs Gewicht achten? Ok, gibt so Leute, aber das halte ich eher für Unsinn. Damit meine ich natürlich nicht, dass man bei einer Alpentour nicht drauf achten soll, unnötiges Zeug zuhause zu lassen. Aber bei einer Schaltung sind andere Sachen wichtiger als 500g Gewicht, denn die spielen im Gesamtgewicht dann eine kleinere Rolle als eine Schaltung, die zu den eigenen Bedürfnissen passt.
von: AndreMQ

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 09.08.19 21:28

In Antwort auf: RollenderRalf
Bislang habe ich nur Erfahrung mit der Kettenschaltung, Probefahrten mit den beiden anderen Antrieben werden jetzt folgen.
Das ist genau richtig
In Antwort auf: RollenderRalf
Bemerkenswert, dass keiner vom Gewicht gesprochen hat.
Weil es nicht der entscheidende Unterschied ist.
In Antwort auf: RollenderRalf
Das war das Erste, was mir ein erfahrener Biker, der mir auch dieses Forum empfohlen hat, um die Ohren gehauen hat. Pinion: zu schwer und over engineered.
Und so formuliert einfach Propaganda von Leuten ohne Kenntnis. Das Getriebe hat genau die Teile und Funktionen, die notwendig sind. Da ist nichts "over-engineered". Da ist auch nicht mehr drin als in einer Speedhub. Wenn man versucht, drei gleiche Räder auszuführen, dann kommt als Faustregel heraus: Kettenschaltungsrad 0g, Speedhub-Rad +500g und Pinion-Rad + 1000g. Das ist äußerst mühsam, weil es solche Räder nicht verfügbar gibt. Man muss das selbst auf Basis von Teilelisten und Gewichten zusammenrechnen. Warum ist eine Pinion tendenziell etwas schwerer als eine Speedhub? Weil die Leistung bei geringeren Zahnraddrehzahlen und damit höheren Drehmomenten übertragen wird als die schneller laufende Speedhub. Weiterhin das sogar einfachere Stirnradgetriebekonzept benutzt wird, während die Speedhub viel filigranere Planetenstufen verwendet. Das führt zu größeren Zahnrädern mit höherem Gewicht. Weiterhin ist ein Riemen deutlich leichter als eine Kette, kann aber ein Kettenschaltungsrad nicht nutzen. Also vergleichbar oder nicht? Ein Riemenritzel ist schwerer als ein Kettenritzel, aber eine Pinion-Riemenscheibe leichter als ein Ketten-Kettenblatt. usw. usw.
Nachtrag: Die "1000g" mehr der Pinion gelten übrigens für die P1.18. Die C1.12 ist etwa 500g leichter und damit liegt man etwa bei einem Speedhub-Rad. Fazit: Die Gewichtsdiskussion kann man vergessen, wenn nicht explizit ein Leichtbau-Fahrrad ausgelegt wird.
von: iassu

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 09.08.19 22:56

In Antwort auf: kleinerblaumann
Beim Reiserad aufs Gewicht achten? Ok, gibt so Leute, aber das halte ich eher für Unsinn.
Ja, in der Tat, es gibt so Leute, die sagen: wenn sowieso schwer, dann mehr schwer sowieso egal. Man könnte auch das für "Unsinn" halten. Mich erinnert diese Argumentation immer an den Kinder-zähl-Kalauer: eins-zwei-drei-viele.

Es dürfte kein Problem sei, das Gesamtgewicht des Reiserads und alles sonstigen Mitgenommenen durch geschickte Auswahl zu verdoppeln. Garkein Problem.
von: Keine Ahnung

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 09.08.19 23:22

In Antwort auf: RollenderRalf

Bemerkenswert, dass keiner vom Gewicht gesprochen hat.


Stimmt nicht träller zwinker .

Das Gewicht würde ich allerdings nicht als ein wesentliches Argument herziehen. Wie Du schon geschrieben hast, ist hier ja schon eine recht umfangreiche Sammlung von Argumenten für die eine oder andere Schaltung zusammengekommen. Für mich kann ich sagen, dass ich an meinem Reiserad nicht mehr auf die Rohloff-Schaltung verzichten möchte. Aber ich bin auch mit der Kettenschaltung zuvor schöne Touren gefahren zwinker .
von: kleinerblaumann

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 09.08.19 23:25

Ich schrieb ja bereits, dass das nicht für alles gilt, deshalb ist meine Aussage nicht ad absurdum zu führen. Ich schaue selbst auch aufs Gewicht und nehme das leichtere, sofern es die gewünschte Funktion erfüllt (und halbwegs erschwinglich ist). Aber für 500g auf eine Schaltung zu verzichten, die den eigenen Wünschen und Bedürfnissen besser entspricht als die leichtere, das halte ich beim Reiserad für Unsinn und das war meine Aussage, nicht dass das Gewicht überall vollkommen egal ist. 500g sind (bei mir jedenfalls) um die 0,5% des Gesamtgewichts aus Fahrer, Rad und Gepäck. Dafür auf gewünschte Eigenschaften einer Schaltung verzichten? Bei so etwas wichtigem wie der Schaltung lieber nicht. Wenn man die Schaltungen gegeneinander gestellt hat und sich Vor- und Nachteile ausgleichen, dann kann man natürlich aufs Gewicht schauen.

In Antwort auf: iassu

Es dürfte kein Problem sei, das Gesamtgewicht des Reiserads und alles sonstigen Mitgenommenen durch geschickte Auswahl zu verdoppeln. Garkein Problem.


Man könnte das Gewicht des Rades auch um ein Drittel oder sogar mehr reduzieren. Nur würden die meisten Reiseradler dann abwinken, weil das Rad nicht mehr den Bedürfnissen entspricht. Unnötiges Gewicht weglassen. Aber wenn einem die Rohloff besser passt, ist das Mehrgewicht eben nicht unnötig.

Ganz allgemein zum Thema Radgewicht:
Aber bevor ich (also ich ganz persönlich) beim Rad aufs Gewicht schaue, müsste ich selbst erstmal etwas abspecken. Solange der Köfperfettanteil nicht im einstelligen Prozentbereich liegt, muss ich nicht auf ein kg beim Rad schauen. Zudem ist am Körper vermutlich mehr raus zu holen, ist günstiger und wahrscheinlich der Gesundheit zuträglich.
von: rayno

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 10.08.19 09:34

Beim Gewicht kommt es auch darauf an, wo es sich befindet. Bei der Rohloff an einer für die Gesamtgewichtsverteilung sehr ungünstigen Stelle, bei der Pinion am mittleren und zugleich tiefsten Punkt des Rades. Für das Fahrverhalten ist das dann nicht unwichtig, wenn man viel in unwegsamem Gelände unterwegs ist. Das ist vielleicht auch der Grund dafür, dass sich die Rohloff im MTB-Bereich (für den war sie ja nicht zuletzt entwickelt worden, wenn man sich an die ganz frühen Werbespots für die Rohloff erinnert) nicht durchgesetzt hat, die Pinion jedoch schon dort eine Rolle spielt.

Im Gegensatz zu nicht wenigen hier im Forum, die, seit sie die Rohloff haben, nichts anderes mehr wollen, ist sie für mich ein NoGo. Ich hatte 10 Jahre ein Reiserad mit Rohloff; zuerst als einziges. Dann kamen andere hinzu: alle mit Kettenschaltung. Meine ersten Radreisen (ab 2006) habe ich mit dem Rohloffrad (Patria Terra) unternommen. Nach einigen Jahren, als ich auch ein Velotraumm und dann ein Surly LHT hatte, bin ich dann damit gefahren. Und wenn ich mich für meine täglichen Touren für eines meiner Räder entscheiden musste, habe ich immer seltener, später überhaupt nicht mehr das Rohloffrad genommen. So stand dieses einige Jahre nur noch herum. Zum Einsatz kam es nur noch, wenn ich Freunde zu Besuch hatte und ich mit ihnen eine Radtour hier in der Gegend machen wollte. Die waren von dem Terra und besonders der Rohloff sehr angetan. Und einige haben sich dann sogar selbst ein Rad mit einer Rohloff zugelegt.

So unterschiedlich kann es sein. Dass mir die Rohloff nicht liegt, hängt sicher auch mit meiner radsportlichen Vergangenheit zusammen. Ich war viele Jahre in Radsportgruppen unterwegs, zuerst in einem Verein in den benachbarten Niederlanden. Dort waren wir viel im Gelände unterwegs, mit Crossrädern und später und mit MTB's.
Und das vor allem auch im Winter durch Wald, über Wiesen und Äcker, über Stock (besser Baumstämme) und Stein. Mit einem schweren Klotz im Hinterrad würde man da nicht gut zurecht kommen.

Auch wenn ich jetzt langsam auf die 80 zugehe, käme für den Fall, dass ich mir noch mal ein neues Rad zulegen sollte, nur eines mit Kettenschaltung und (natürlich) auch Rennlenker und Klickpedale in Betracht. Und auf die heute aktuelle Fahrradtechnik wie hydraulische Scheibenbremsen, Rahmen mit FlatMount-Aufnahmen dafür, Steckachsen (aber richtige!), voluminösere Reifen in 27,5" etc. würde ich nicht verzichten wollen.
von: panta-rhei

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 10.08.19 09:50

In Antwort auf: rayno
Beim Gewicht kommt es auch darauf an, wo es sich befindet. Bei der Rohloff an einer für die Gesamtgewichtsverteilung sehr ungünstigen Stelle, bei der Pinion am mittleren und zugleich tiefsten Punkt des Rades. Für das Fahrverhalten ist das dann nicht unwichtig, wenn man viel in unwegsamem Gelände unterwegs ist.

Jane, du spürst 500g mehr Gewicht hinten am beladenen Reiserad im Fahrverhalten?!?! So mit 5-10kg Reisegepäck in den Panniers drauf???? Kann ich kaum glauben ....
von: kleinerblaumann

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 10.08.19 11:07

In Antwort auf: panta-rhei
In Antwort auf: rayno
Beim Gewicht kommt es auch darauf an, wo es sich befindet. Bei der Rohloff an einer für die Gesamtgewichtsverteilung sehr ungünstigen Stelle, bei der Pinion am mittleren und zugleich tiefsten Punkt des Rades. Für das Fahrverhalten ist das dann nicht unwichtig, wenn man viel in unwegsamem Gelände unterwegs ist.

Jane, du spürst 500g mehr Gewicht hinten am beladenen Reiserad im Fahrverhalten?!?! So mit 5-10kg Reisegepäck in den Panniers drauf???? Kann ich kaum glauben ....


Ich auch nicht. Genauso wie Pinion einen besseren Schwerpunkt bietet. In der Theorie ist das natürlich besser, aber beim beladenem Reiserad ist das nicht relevant, weil man es nicht merkt.

Beim MTB hat sich die Rohloff nicht durchgesetzt, aber da spielt das Gewicht auch eine größere Rolle. Die Fahren ja aber auch nicht mit Gepäck und sowieso schererem Rad über die Trails, sodass das Gewicht relativiert würde. Beim Fully kommt hinzu, dass das Mehrgewicht einer Rohloff ungefederte Masse ist. Für MTBler ist die Kettenschaltung halt die bessere Alternative, unter Last schalten die aktuellen MTB Schaltungen z.B. sehr viel besser als die Rohloff.
Rohloff selbst hat das wohl auch erkannt. Vor einigen Jahren gabs noch die Aussage, man würde an einer SuperSpeedhub arbeiten, die dann eben leichter sein soll, aber auch nur eine Lebenserwartung von 50.000 km haben soll. Das Projekt hat man wohl eingestellt.
Für Hobby-MTBler ist die Rohloff aber auch am MTB keine ganz schlechte Wahl, bin ich selbst mal gefahren. Ist super zum Kilometer fressen im Dreck. Was mich aber störte war der Drehgriff. Aufm Trail ist es mir dann schon wichtig, auch beim Schalten einen Finger am Bremshebel zu haben. Das ging beim Drehen nicht.
von: Keine Ahnung

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 10.08.19 13:19

Irgendwie scheinst Du nicht Reiserad von Sportrad getrennt zu betrachten. Auch ich habe am Crossbike eine Kettenschaltung, würde aber an meinem Reiserad dennoch nicht mehr eine Kettenschaltung haben wollen. Ein kleines Mehrgewicht hinten macht doch beim Reiserad praktisch gar nichts aus. Selbst ein "Bikepacker" wird mir das nicht weismachen können.

Bei Rennsportveranstaltungen mag das geringere Gewicht die entscheidenden Zehntelsekunden bringen. Bei einem Sport-MTB dürfte die zentrale Lage der Pinion auch vorteilhaft sein. Die Pinion hat bei MTBs dann auch noch den gleichen Vorteil wie die Rohloff: Ein Schaltwerk kann nicht mehr durch Äste und andere Hindernisse beschädigt werden.

Aber hier geht es um Reiseräder. Natürlich gibt es die Kandidaten, die die Griffe ihrer Zahnbürsten absägen, um Gewicht zu sparen. Für die mag das Rohloff-/Pinionmehrgewicht ein Grund für schlaflose Nächte darstellen. Ansonsten sollte am Reiserad ein doch recht geringes Mehrgewicht genauso wenig eine Rolle spielen, wie die Positionierung des Mehrgewichts in der Mitte des Fahrrads oder hinten in der Nabe.

So ganz wird mir daher nicht klar, ob Du tatsächlich "sachliche" Gründe für die Abneigung gegen die Rohloff-Schaltung am Reiserad vorbringen kannst, oder, ob Du einfach - wie Du andeutest - lediglich eine eher "gefühlsmäßige" Wahl von Kettenschaltungen aufgrund der Tatsache, dass Du im Sportbereich auch Kettenschaltungen wählst, vornimmst.

Ansonsten bleibe ich sowieso dabei, dass mit jeder der hier angesprochenen Schaltungsformen Radreisen durchzuführen sind. Zumindest für die Kettenschaltung und die Rohloff-Schaltung habe ich das selber schon in "langen eigenen Testreihen" zeigen können grins .
von: ElGato

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 10.08.19 14:37

Es kommt darauf an wo man unterwegs ist und ausserdem ist es sehr wohl eine gwfühlsmässige Entscheidung.
In sehr entlegenen Gegenden bekomme ich eher Ersatzteile für eine kettenschaltung als für rohloff oder pinion.
In Europa bin ich im zweifelsfalle so nah an zu hause dass ich auch einen Totalausfall überleben dürfte. Das meine ich wörtlich.
Ich fahre an verschiedenen Rädern kettenschaltung und pinion mit Riemen abwechselnd und fand jetzt in Schottland bei viel auf und ab das schalten mit der pinion super. Du musst nicht nachdenken ob du das Blatt schon wechselst weil Du immer nur Rauf oder runter schaltest.
Auch bei Tourenfahrern gibt es ja bekanntlich eher sportliche bei denen Gewicht mehr die Rolle spielt als bei anderen.
von: suppersready

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 11.08.19 09:04

Mit einer Kettenschaltungen hat man die volle Freiheit bei der Wahl der Abstufung. Z.B. mein HSG-Setup geht nunmal mit einer Getriebeschaltung nicht:

Half Step Granny

Außerdem kann das Fehlen eines teuren Getriebes ein Diebstahlgrund weniger sein.
von: Falk

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 11.08.19 09:52

Zitat:
voluminösere Reifen in 27,5" etc. würde ich nicht verzichten wollen.

Ich dachte eigentlich, dass ausgerechnet Du als eigentlich nüchtern denkender den Unsinn mit den siebeundzwanzigeinhalb Zollobersekretären nicht nachtippst. Wenn alles sonst irgendwie sinnvoll ist, diese aus der Mottenkiste geholte alte niederländische Laufradgröße, die damals im Übrigen unter »sechsundzwanzig Zoll« geführt wurde, wurde nur als Mode für Fanboys und zur Förderung der Unverträglichkeiten ausgegraben.
von: natash

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 11.08.19 09:55

In Antwort auf: panta-rhei
In Antwort auf: rayno
Beim Gewicht kommt es auch darauf an, wo es sich befindet. Bei der Rohloff an einer für die Gesamtgewichtsverteilung sehr ungünstigen Stelle, bei der Pinion am mittleren und zugleich tiefsten Punkt des Rades. Für das Fahrverhalten ist das dann nicht unwichtig, wenn man viel in unwegsamem Gelände unterwegs ist.

Jane, du spürst 500g mehr Gewicht hinten am beladenen Reiserad im Fahrverhalten?!?! So mit 5-10kg Reisegepäck in den Panniers drauf???? Kann ich kaum glauben ....

ich glaub das. Ich merke nämlich sehr deutlich,ob ich grad einkaufen war fürs Abendessen oder nicht und ob ich einen zusätzlichen Liter Wasser dabei habe oder nicht. Das mag nicht viel sein. Aber es ist spürbar und kann den Unterschied zwischen Spaß und halber Quälerei ausmachen. Vielleicht ist es aber auch Zufall, dass viele hier im Forum fast so etwas wie eine Steigungsphobie haben und auch gemäßigte Geschwindigkeiten bereits als Raserei empfinden.
Einem Mann bis in die mittlere Altersklasse mag das Mehrgewicht vielleicht nicht auffallen, aber allen die von Haus aus weniger Muskelmasse besitzen und trotzdem gerne mal bergauf und auch vielleicht ansatzweise sportlich fahren wollen, merken auch geringeres Mehrgewicht. Vor allem am Antrieb und bei den Laufrädern.
Wenns in der Ebene mal rollt, spielt das keine Rolle mehr, aber bergauf und auch beim Anfahren.
Mir käme eine Rohloff ans Winterrad, wenn sie nicht so teuer wäre. Bei Sauwetter, Schnee und Eis sehe ich echte Vorteile. Ebenso im Schlamm. Fur manche Kaukasusstrecken gäbs also auch Vorteile.
Am Reiserad wollte ich sie nicht. Aus dem Stand schalten zu können vermisse ich eher selten, das klassische Nabenschaltungsgefühl finde ich unangenehm schwammig und so einen schweren Bollen am Hinterrad wollte ich auch nicht. Auch wenn der Preis den Wert der meisten meiner Räder mindestens verdoppeln würde.
Gruß
Nat
von: Falk

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 11.08.19 10:08

Zitat:
In sehr entlegenen Gegenden bekomme ich eher Ersatzteile für eine kettenschaltung als für rohloff oder pinion.

Dort bekommst Du eher gar keine Ersatzteile. Am Gesäß der Welt spielt eher die Standfestigkeit eine Rolle und nach knapp zwanzig Jahren Fahrbetrieb mit R-Geräten kann ich sagen, damit bin ich jedesmal fahrend in den Stall gekommen. Der Primärantrieb ist damit der verschleißbehaftete Teil und der ist auch dort wieder in Fahrt zu bringen, wo Eingangnaben mit Fußbremse das Maß der Dinge darstellen.

@rayno, die Lage der Getriebemasse ist beim R-Gerät solange kein Problem, wie der Hinterbau ungefedert ist. Die Masse liegt genau über dem Aufstandspunkt. Wirklich ungünstig sind überhängende Massen und die entscheidende Massenanhäufung ist ohnehin die zwischen Lenker und Sitz.
von: uri63

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 11.08.19 10:59

An allen Rädern fahre ich eine Kettenschaltung (von 2x8 bis 3x10 ist so ziemlich alles dabei) und bin ziemlich zufrieden damit, überschaubare Unterhaltskosten und mit einfachsten Mitteln selbst reparierbar.

Nur mein Reiserad hat ein Rohloffgetriebe. Das Rad wurde günstig über Kleinanzeigen angeboten, neu würde ich mir ein ähnliches Rad nicht kaufen, es wäre mir zu teuer.

Grund für den Kauf war auch ein gutes Stück Neugier. Einfach mal testen, wie sich so ein Rad mit Rohloff fährt. Im Zweifelsfall wäre ein Wiederverkauf ohne oder nur mit geringem Verlust problemlos möglich gewesen.

Vorab - das Rad ist im Gegensatz zu meinen anderen Rädern sehr schwer (19kg ohne Schloss), aber das stört mich nicht. Mit Gepäck, Getränken, Lebensmitteln etc. komme ich im Urlaub auf gut 50kg Gesamtgewicht, also eher die Schwerlastfraktion und bin auf Reisen eher langsam unterwegs.
500 g Mehrgewicht der Rohloff gegenüber einer Kettenschaltung sind sicher nicht ohne Einfluß aber in Relation zum Gesamtgewicht eher zu vernachlässigen.

Auf Reisen zeigen sich für mich die Vorteile der Rohloff. Die Möglichkeit, mit einem schwer beladenen Rad "sprunghaft" über mehrere Gänge hoch oder runter schalten zu können, ob während der Fahrt bergauf, bergab oder beim Anfahren, stellen für mich den großen Vorteil gegenüber der Kettenschaltung dar. Im Alltag mit "normal beladenen" und deutlich leichteren Rädern vermisse ich diesen Vorteil nicht. Geringere Unterhaltskosten bzw. geringerer Verschleiß sind mich in diesem Zusammenhang eher nebensächlich.


grüsse uwe






von: Toxxi

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 11.08.19 17:33

In Antwort auf: RollenderRalf
Zur Anwendung: Meist werde ich in Europa unterwegs sein. Das Rad sollte aber vor allem für die nächste geplante große Tour durch Südostasien, China, Mongolei und Russland taugen.

Mir fällt gerade noch ein Argument, das vielleicht bei Wintertouren ein Rolle spielt. Wenn es Schnee und Eis hat, dann wechsele ich (mit Kettenschaltung) einfach den Laufradsatz. Ich habe einen zweiten mit Spikereifen. Bei einer Rohloff braucht man dann ein zweites Roloff-Hinterrad, oder man muss eben den Reifen wechseln.

Vermutlich spielt das bei deinem Anforderungsprofil eher keine Rolle.

Gruß
Thoralf
von: iassu

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 11.08.19 17:44

In Antwort auf: uri63
Die Möglichkeit, mit einem schwer beladenen Rad "sprunghaft" über mehrere Gänge hoch oder runter schalten zu können, ob während der Fahrt bergauf, bergab oder beim Anfahren, stellen für mich den großen Vorteil gegenüber der Kettenschaltung dar. Im Alltag mit "normal beladenen" und deutlich leichteren Rädern vermisse ich diesen Vorteil nicht.

Ich höre dieses Argument immer wieder und wieder. Es bleibt für mich rätselhaft. Vorausschauendes Schalten ist mir, seit ich vor 50 Jahren mein erstes Rad mit Kettenschaltung bekam, in Fleisch und Blüt übergegangen.

Ich kann mich auf meinen Radreisen beim besten Willen an keine Situation erinnern, in der ich durch einen falschen Gang gezwungen war, das Hinterrad samt Beladung anzuheben um einen anderen Gang schalten zu können.
von: AndreMQ

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 11.08.19 18:28

In Antwort auf: iassu
... Ich kann mich auf meinen Radreisen beim besten Willen an keine Situation erinnern, in der ich durch einen falschen Gang gezwungen war, das Hinterrad samt Beladung anzuheben um einen anderen Gang schalten zu können.
... aber ich und zwar bei JEDEM Male, wenn ich Kettenschaltung fahre. Da unbeladen, ist es zwar kein großes Thema, aber einfach lästig. Wirklich bei JEDER Fahrt mit diesem System an etwa 50% der Stopps. Speedhub und Pinion werden nicht vorausschauend geschaltet, einfach kein Bedarf. Die dreht man sich während der z.B. Rotphase hin oder auch erst beim Anfahren durch Blick auf den Zahlenring. Ist natürlich Gewöhnungssache, aber ich gewöhne es mir nicht an, da zu wenig Kettenschaltungsfahrten.
von: Keine Ahnung

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 11.08.19 18:34

In Antwort auf: iassu

Ich kann mich auf meinen Radreisen beim besten Willen an keine Situation erinnern, in der ich durch einen falschen Gang gezwungen war, das Hinterrad samt Beladung anzuheben um einen anderen Gang schalten zu können.


Mir passiert das immer wieder, nicht auf Straßen oder in Ortschaften, aber im Gelände. Heute war ich mit dem Crossbike wieder auf recht abenteuerlichen Wegen unterwegs. Gleich dreimal musste ich meine Kettenschaltung im Stand herunterschalten, wobei dort ohne Gepäck und generell niedrigem Gewicht das Anheben kein Problem ist. Einmal habe ich vor einem kleinen Baumstamm, der hinter einer Kurve den Weg blockiert hat, eine "Notbremsung" machen müssen. Das andere mal bin ich seitlich in eine von Gras verborgene Mulde abgerutscht und konnte mich gerade noch abfangen. Und das dritte Mal - hätte ich evtl. voraussehen können - bin ich im Sand "stecken geblieben".

Ähnliche Situationen erlebe ich auch bei meinen Radreisen immer wieder einmal und dann ist das Schalten im Stand ein echter Vorteil. Wenn Du einmal meine Tour Von Vilnius nach Passau - Der Weg ist das Ziel (Reiseberichte) nachfahren möchtest, dann wirst Du Dich sicherlich mit aller Voraussicht auch plötzlich in einer Sandkuhle steckend wiederfinden. Dann kannst Du entweder gleich anfangen zu schieben, oder Du schaltest herunter und kämpfst Dich wieder auf "festes Terrain". Das sind dann übrigens keine exotischen Wald- und Wiesenwege sondern "Landstraßen", bei denen gerne einmal von Asphalt auf Sand gewechselt wird und umgekehrt.
von: Uwe Radholz

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 11.08.19 19:33

In Antwort auf: Falk
Zitat:
In sehr entlegenen Gegenden bekomme ich eher Ersatzteile für eine kettenschaltung als für rohloff oder pinion.

Dort bekommst Du eher gar keine Ersatzteile. Am Gesäß der Welt spielt eher die Standfestigkeit eine Rolle und nach knapp zwanzig Jahren Fahrbetrieb mit R-Geräten kann ich sagen, damit bin ich jedesmal fahrend in den Stall gekommen.....
....


So arschig ist die Welt nun aber längst nicht mehr. Von Bariloche in Argentinien bis nach Ulan Bator in der Mongolei, von Sofia in Bulgarien bis Riga in Lettland habe ich mittlerweile Radläden betreten, in denen jedes Problem mit einem konventionellen Antrieb aber keines mit Pinion oder Rohloff zu lösen gewesen wäre. Wirklich garkeins.

Dass du mit deinen Antrieben in 20 Jahren keine gravierenden Defekte hattest, freut mich für dich, fällt aber in die Kategorie der anekdotischen Evidenz also der minderwertigsten Form eines Beweises. Und weniger.

Im letzten Jahr trafen wir in Georgien ein Paar aus Köln, dessen Urlaub beinahe in Tbilissi schon zu Ende gewesen wäre. Ein Schaden, von dem viele von uns schon öfter lasen: das Rohloff-Ritzel war gebrochen.
Sie hatten Glück im Unglück, weil sie schon diese Variante hatten, bei der man keinen speziellen Abzieher braucht und weil eine Freundin der Frau zwei Tage später - reiner Zufall - auch nach Georgien flog und ein neues Ritzel aus Köln mitbrachte.

Nee, ich möchte dem Forumisto, dem du widersprichst, ausdrücklich zustimmen, dass die Chance einen Schaden am Antrieb in Gottes weiter Welt zu fixen bei einem konventionellen Antrieb viel größerer ist. Wirklich sehr viel.

Deine Annahme der größeren Standfestigkeit wird im Diskurs nicht zu klären sein. Niemand von uns kennt belastbare Zahlen, mit denen man arbeiten könnte. Deinen 20 Jahren stelle ich dann meine entgegen, und ich war sicher nicht weniger als du unterwegs. Wir haben mal in Argentinien die Führungsrädchen der Schaltung tauschen müssen, was ich allerdings auch besser schon zu Hause hätte machen müssen. Das war es.
Beide Aussagen, also auch meine, taugen als Beleg zu gar nichts.

Du hast eigentlich am Anfang des Fadens die richtige Frage gestellt. Nämlich welche Erfahrungen der TO mit den Antrieben, über die er nachdenkt, gemacht hat. Er war doch schon auf Reisen und sollte mehr seinen eigenen Erfahrungen und Vorlieben vertrauen. Was hat ihn an der auf Reisen genutzten Technik gestört, was fand er gut, wo wünschte er sich besseres. Wir können hier nur Argumente und Erlebnisse vortragen, die er so für sich selbst bestätigt oder ablehnt.
Und jedes Rad, mit dem er sich seinen Traum erfüllt, wird das richtige sein. Egal ob Singlespeeder, Dreigang-Torpedo oder Pinionantrieb.
von: iassu

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 11.08.19 19:40

Es scheint wirklich so zu sein, daß wir in verschiedenen Welten radreisen. schmunzelzwinker
von: Uwe Radholz

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 11.08.19 19:50

In Antwort auf: iassu
In Antwort auf: uri63
Die Möglichkeit, mit einem schwer beladenen Rad "sprunghaft" über mehrere Gänge hoch oder runter schalten zu können, ob während der Fahrt bergauf, bergab oder beim Anfahren, stellen für mich den großen Vorteil gegenüber der Kettenschaltung dar. Im Alltag mit "normal beladenen" und deutlich leichteren Rädern vermisse ich diesen Vorteil nicht.

Ich höre dieses Argument immer wieder und wieder. Es bleibt für mich rätselhaft. Vorausschauendes Schalten ist mir, seit ich vor 50 Jahren mein erstes Rad mit Kettenschaltung bekam, in Fleisch und Blüt übergegangen.

Ich kann mich auf meinen Radreisen beim besten Willen an keine Situation erinnern, in der ich durch einen falschen Gang gezwungen war, das Hinterrad samt Beladung anzuheben um einen anderen Gang schalten zu können.


Ganz so rätselhaft ist es mir nicht. Denk nur mal an den Klassiker des steilen Anstiegs direkt hinter der Kurve. Und auf meinem Lieblingsgeläuf, also, wie Berliner Forumistos wissen, auf Sand und Schotter, wo ein Rad, das einen dicklichen älteren Herren tragen muss, gern mal stecken bleibt, erlebe ich das auch.
Ich habe meine Rohloff jetzt im Trike, wo es dann richtig angenehm ist, weil die Gangkorrektur nicht so simpel vonstatten geht, wie auf dem upright.
von: ro-77654

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 12.08.19 20:49

Wirf doch mal die Suchmaschine an. Es gibt zu deinen Fragen Bremse/Schaltung/Rahmen-Metall zig Infos im Netz, u.a. hier im Forum. Es muss doch nicht alles ständig wiedergekäut werden. Mich wundert, dass überhaupt noch Leute darauf anspringen.
von: Keine Ahnung

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 12.08.19 21:26

Mit diesem Argument kannst Du den Großteil der hier neu aufgemachten Fäden gleich wieder schließen. Solange man hier Antworten bekommt, kann man alles fragen. Wenn Du konkrete Fäden oder Beiträge im Forum zu dem aktuellen Thema empfehlen kannst, so kannst Du sie ja für den TE hier verlinken. Wenn Dich Fäden nicht interessieren oder Du sie für überflüssig hältst, warum ignorierst Du sie nicht einfach?
von: Avante

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 12.08.19 23:02

In anderen Foren wird man, zurecht wie ich finde, bei Fragen, die so schon 100x gestellt wurden, einfach -mehr oder weniger höflich- auf die Suche verwiesen (die zu den hier gesuchten Erkenntnissen mehr als zufriedenstellende Inhalte liefern würde und bei Nachfrage zu Details sicher beantwortet würden), statt in epischer Breite den selben Kram immer und immer wieder vorzukauen, der da eh ganz flott wieder in Scharmützeln der selben festgefahrenen Grabenkämpfern endet und wie auch hier grandios ins Offoffofftopic abdriftet und mit dem ursprünglichen Anliegen wenig thematische Überschneidungen hat. Beneide aber jeden, der dazu die Zeit hat und/oder findet...
von: Toxxi

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 12.08.19 23:05

Wir sind aber kein anderes Forum, sondern das Rad-Forum. lach Und das Forum ist genau das, was die Mitglieder daraus machen. bier
von: iassu

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 13.08.19 01:57

Damit geht dann aber ein Abschottungsvorgang einher, ein Sicheinigeln. Neulinge mögen den Bestand bitte nicht stören. Ich bin zwar nicht der Meinung, daß es keine blöden Fragen gibt, oder daß nicht Mancher einfach denkfaul oder googlefaul ist. Wer aber eine ernste Frage hat, ist froh, wenn er dort abgeholt wird, wo er steht und wo schließlich all die Einwohner der erlauchten Wolkensphären auch irgendwannmal gestanden waren.
von: Falk

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 13.08.19 05:14

Zitat:
Speedhub und Pinion werden nicht vorausschauend geschaltet, einfach kein Bedarf.

Richtig, und ich möchte das auf alle Getriebe(naben) ausdehnen. Es ist Wurscht, was auch unterwegs passiert, man kommt immer zur passenden Fahrstufe. Die Einschränkungen der Kettenschaltung fehlen mir wirklich nicht, doch ich musste mich auch nur acht Jahre damit herumfreuen.
von: Falk

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 13.08.19 05:28

Zitat:
Dass du mit deinen Antrieben in 20 Jahren keine gravierenden Defekte hattest, freut mich für dich, fällt aber in die Kategorie der anekdotischen Evidenz also der minderwertigsten Form eines Beweises. Und weniger.

Nein, das ist nur eine Erfahrung. Beweiskraft wolltest Du rauslesen, doch das Problem, dass so mancher das liest, was er lesen will und eben nicht das, was ein anderer geschrieben hat, haben wir immer wieder.

Außerdem, wer mit R-Getriebe unterwegs ist und sich nicht auf Störungen am Primärantrieb einstellt, der hat den entscheidenden Fehler lange vorher gemacht. Wer jammert, dass der Gegenhalter ja unglaubliche dreißig Euro kostet, auch. Seltsam ist nur, dass das nie jemandem gesagt wird, der die Kassette nicht vom statisch ungünstigen, asymmetrischen Kettenschaltungshinterrad runterbekommt, weil er das auch dafür erforderliche Montagewerkzeug zu Hause vergessen hat. Im Gegenteil, damit beginnen seitenweise Ergüsse über flexible Notspeichen und andere Kunstbauten.
von: Avante

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 13.08.19 07:45

Weiß nicht, aber da jetzt einen 'Abschottungsvorgang' oder ein sich 'Einigeln' drin sehen, wenn man bei einfach selber nachzulesenden Fragen erstmal auf die Suche verweist, halte ich schon für sehr weit hergeholt, Nachfragen auf Unklares wird sich sicher gerne angenommen. In kürzester Zeit wird wieder über Dinge diskutiert, die von Fragesteller nicht mal ansatzweise nachgefragt wurde. Das finde ich für Neulinge eher irritierend, aus dem ganzen wortreichen Geplauder die Antwort auf seine Frage zu extrahieren. Glaube schon, dass es blöde Fragen gibt und man nicht jeden an der Hand zum Eingang führen muss und von genau dort abholen muss wo er gerade steht, speziell wenn er unmittelbar vorm Schild 'Eingang' steht. N kleiner Schubs in die richtige Richtung tuts auch...
von: AndreMQ

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 13.08.19 08:13

Die Eingangsfrage vom TE ist weit gefasst und wenn man den Thread kurz durchsieht, dann sind bisher alle Beiträge durchaus darauf passend. Es gehört eindeutig nicht zu den Eingangs-Beiträgen, bei denen der TE alle möglichen Antworten ausschließt und eigentlich nur eine als zulässig erklärt. Was i.d.R. aber verständlicherweise vom geneigten Publikum ignoriert wird.
von: Martina

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 13.08.19 08:45

In Antwort auf: natash

ich glaub das. Ich merke nämlich sehr deutlich,ob ich grad einkaufen war fürs Abendessen oder nicht und ob ich einen zusätzlichen Liter Wasser dabei habe oder nicht.


Ich gehöre auch zur Fraktion derer, die das nicht merken. Liegt eventuell daran, dass ich schon zeit meines Lebens überdurchschnittlich viel Körpergewicht mit mir rumschleppe und es daher einfach gewohnt bin.

Zitat:

Das mag nicht viel sein. Aber es ist spürbar und kann den Unterschied zwischen Spaß und halber Quälerei ausmachen. Vielleicht ist es aber auch Zufall, dass viele hier im Forum fast so etwas wie eine Steigungsphobie haben und auch gemäßigte Geschwindigkeiten bereits als Raserei empfinden.


Das klingt jetzt ein bisschen so als wolltest du unterstellen, dass diese vielen einfach noch nicht bemerkt haben, dass sie mit einem leichteren Rad bzw. leichteren Laufrädern plötzlich Spaß an Bergen bzw. an höherem Tempo hätten. Ehrlich gesagt kann ich mir nicht vorstellen, dass sich sooo viele diese Chance entgehen ließen, wenn sie so einfach zu kriegen wäre. Zumindest was den Grad der Quälerei angeht kann ich nur einen einzigen Faktor ausmachen nämlich meinen Trainingszustand (unter der Voraussetzung, dass die zur Verfügung stehende Übersetzung grundsätlich klein genug ist, um den Berg hochzukommen...). Der übliche Effekt mit einem leichteren Rad ist m.E., dass sich der Grad der Anstrengung nicht verändert, wohl aber das Tempo erhöht. Wechselt man dann wieder auf ein schwereres (wobei ich wie gesagt den einen Liter Getränke nicht bemerke, wohl aber z.B. den Unterschied zwischen mit und ohne Gepäck), hat man natürlich ein Problem, wenn man erwartet, damit mit genauso schnell zu sein. Das geht nur mit größerer Anstrengung und eventuell Quälerei. Wer aber nie ein leichteres Rad gefahren ist und auch nicht in einer Gruppe fährt, mit der er gerne mithalten möchte, hat dieses Problem m.E. tatsächlich nicht.

Zitat:
Mir käme eine Rohloff ans Winterrad, wenn sie nicht so teuer wäre. Bei Sauwetter, Schnee und Eis sehe ich echte Vorteile. Ebenso im Schlamm. Fur manche Kaukasusstrecken gäbs also auch Vorteile.
Am Reiserad wollte ich sie nicht. Aus dem Stand schalten zu können vermisse ich eher selten, das klassische Nabenschaltungsgefühl finde ich unangenehm schwammig und so einen schweren Bollen am Hinterrad wollte ich auch nicht.


Das sehe ich allerdings bis auf den letzten Halbsatz ganz genauso. Im Winter ist die Rohloff super, weil nichts einfrieren kann bzw. einmatscht. Aber das Nabenschaltungs-Schaltgefühl mag ich auch nicht besonders.

Martina





von: AndreMQ

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 13.08.19 09:09

Richtige Bemerkung von @Falk, für die gute alte 3-Gang-Nexus gilt das natürlich genauso und was es sonst noch so gibt.
Es gibt eigentlich nur eine Klasse von Rädern, bei denen die Kettenschaltung heute alternativlos ist: Rennräder, Triathlon-Räder, also Sport- und Wettkampfgeräte ("Gravel-Bikes", "Cross-Bikes" etc. gehören schon nicht mehr dazu). Diese sind mit den Getrieben nicht konkurrenzfähig. Alles andere lässt sich mit Speedhub und Pinion technisch abfeiern. Etwas anderes ist, wenn man das nicht mag. Für den Alltag darf es auch eine Alfine sein, aber wenn Reiserad, Tourenrad, MTB, .... auch Alltagsrad sind, dann reicht mMn die Alfine nicht mehr.
Beide werden heute zunehmend mit Riemen angeboten, aber aus der Erfahrung würde ich das nur für Straßenrädern mit eher geringer Schmutzbelastung verbauen und auch nicht bei hohen Systemgewichten, es sei denn, es werden große Scheiben gewählt. Offene Riemen verschleißen zwar deutlich weniger als offene Ketten, aber die mehrfach höheren Preise kippen das ins Gegenteil. Also Kette mit Speedhub oder Pinion. Beide Systeme sind ok, von der Schaltbarkeit ist die Speedhub etwas toleranter, die Pinion quittiert unsauberes Schalten mit Knacken. Dafür erwischt man sich beim Schritt von der Pinion auf die Speedhub zurück, dass man ein Tick zu schnell und damit minimal unter Last schaltet. Die Pinion kann das tatsächlich beim Hochschalten innerhalb der Teilgetriebe, die Speedhub mag das nicht. Noch nicht einmal ein Luxusproblem.
Ansonsten: Bei Getrieben wird jeder Mucks als schwerer Fehler kommentiert, die Kettenschaltung muckst immer und zwar bei jedem Schaltvorgang. Wie sollte es auch anders sein, wenn man die Kette quer über Ritzel laufen lässt?
Bleibt die Fehlkonstruktion offene Kette (bzw. Riemen). Der kann man heute nur beikommen mit einem in Eigenarbeit verbesserten Chainglider. Nur das Original verbauen, kann Probleme bereiten und die Schutzwirkung des Originals ist - aufgrund der universellen Einsetzbarkeit - begrenzt. Es passiert auch leicht, das man dann den Siff schön unsichtbar und eingesperrt herumfährt, was die Sache aber nur optisch besser macht, nicht technisch. Wer das nicht selbst anpassen kann, belasse den Chainglider an Stadträdern und fahre mit offener Kette rum.
Trotzdem: Wie angepisst ich von der Kettenschaltung und generell offenen Ketten bin - bei jeder Fahrt - und was mit Getrieben heute geht, zeigt das wahrscheinlich nächste MTB, wenn das jetzige durch ist. Nach Organentnahme der völlig unbeschädigten und kratzerfreien Speedhub, wird sie ein zweites Leben in wahrscheinlich einem SVO-Bike antreten. Wie beim ersten wird ein massiv aufgerüsteter Chainglider den Kettenantrieb erfolgreich schützen, weil die Kinematik keinen Kettenspanner benötigt.
PS: Wenn Hebie das Prinzip Chainglider auf Riemen überträgt ohne diesen wegzuschmirgeln, wird das die bevorzugte Kombi werden, weil dann auch noch das Öl innerhalb des Chaingliders wegfällt
von: Cruising

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 13.08.19 09:14

In Antwort auf: Martina
Im Winter ist die Rohloff super, weil nichts einfrieren kann bzw. einmatscht.

Stimmt das? Wo bewegliche Teile und Zugführungen sind kommt auch Wasser und Dreck rein, wenn vielleicht bei gut gemachten Konstruktionen auch nur wenig. Habe hier auf die Schnelle mal gegoogelt und bei der Konkurrenz das hier gefunden. Okay, schon etwas älter...

Das ist nämlich dasselbe Problem, das ich mit meinen geliebten Kettenschaltungen auch schon hatte grins An meinem Winterbock habe ich zur schnellen Bekämpfung von Streusalz-Korrosion schon einiges WD 40 in den Umwerfer geschossen zwinker

Gruß Thomas
www.bikeamerica.de
von: Keine Ahnung

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 13.08.19 09:14

In Antwort auf: Avante
und wie auch hier grandios ins Offoffofftopic abdriftet und mit dem ursprünglichen Anliegen wenig thematische Überschneidungen hat.


Wenn ich mir den Faden so ansehe, so beginnt eine Serie von Offtopic-Beiträgen genau mit dem Hinweis darauf, dass der Faden überflüssig sei und dass man doch anderweitig die Informationen sammeln sollte.

Nochmals. Wenn jemand der Meinung ist, dass in einem Faden eine Frage gestellt wird, die in ihrer ganzen Breite durch einen anderen Faden oder Beitrag beantwortet wurde, wäre es doch toll, wenn dem Fragesteller diese Fäden, die ja dem Kritiker offensichtlich bekannt sind, auch verlinkt würden. Ansonsten würde ich doch einfach so einen Faden ignorieren, wenn er mich stören sollte. Kein Mensch zwingt doch Forumsmitglieder an der Beantwortung von Fragen mitzuwirken. Wenn alle zur Überzeugung kommen, dass Antworten überflüssig sind, wird der Faden schnell sterben. Wenn aber Leute gerne antworten, so lasst sie das bitte ungestört tun. Ein Forum ist keine bloße Sammlung von Daten und Informationen sondern auch ein Platz wo man sich über sein Hobby austauschen kann. Solange dies friedlich geschieht, so kann es durchaus auch eine kontroverse Diskussion sein. Ich habe schon häufig aus solchen Diskussionen Argumente für oder gegen eigene Überzeugungen gehört, die mich zumindest zum Nachdenken angeregt haben.
von: Sickgirl

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 13.08.19 10:38

Mal eine Frage von einer noch nie Rohloff gefahrenen

Wie ist das eigentlich mit schalten unter Last? Muss man immer noch kurz den Druck vom Pedal nehmen?

Mit der Kettenschaltung geht da ja erstaunlich viel zumindest hinten? An zwei Rädern habe ich einen Sidewing Umwerfer, da ist es auch erstaunlich, da habe ich auch schon dedacht jetzt gibt es chain suck, aber ging immer gut
von: Deul

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 13.08.19 11:31

Man gewöhnt sich recht schnell daran am oberen Totpunkt zu schalten. die Last die da noch drauf ist macht mix aus. Ansonsten krachte kurz und der Gang ist drin..
von: Keine Ahnung

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 13.08.19 11:38

Schalten unter Last geht nur schlecht bis gar nicht. In der Praxis war das aber für mich nie ein Problem, da ich nur kurz ein wenig Druck vom Pedal nehmen muss, um dann z. B. auch über mehrere Gänge schnell zu schalten. Ist der Schaltvorgang beendet, ist der passende Gang sofort verfügbar und ich muss nicht warten, bis die Kette auf das richtige Ritzel geklettert ist. Schalten unter Last geht auch bei der Kettenschaltung nur in einem begrenzten Ausmaß. Gerade wenn ich z. B. in einer Sandkuhle schlagartig ausgebremst werde und einige Gänge herunterschalten müsste, versagt die Kettenschaltung vollständig und wenn ich dann in zu hohem Gang stehenbleibe, habe ich ohne Anheben des Hinterrades gar keine Chance den Gang zu wechseln. Bei der Rohloff-Schaltung komme ich meistens rechtzeitig in den richtigen Gang und wenn ich dann doch einmal stehenbleibe, kann ich im Stand nach unten schalten und wieder loskommen.
von: Sickgirl

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 13.08.19 11:50

Schalten unter Last kommt bei mir eben ständig vor, gerade eben auch am MTB. Daher ist da eine Nabenschaltung für mich nicht vorstellbar.

Mit den aktuellen Kettenschaltungen geht das eigentlich Ruck zuck, das der Gang drin ist.

Der nächste Punkt ist für mich diese bastellösung bei Steckachsen.

Und ja, seit meiner kurzen Episode mit Grip Shift nie wieder Drehgriffschalter.
von: Reirei

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 13.08.19 12:26


Der Rohlofffahrer muss somit nie unter Last schalten. Er hält an der Steigung kurz an, schaltet und fährt dann mit seinem Wunschgang gemütlich weiter.

Reini
von: blue

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 13.08.19 12:39

Da hast du was falsch verstanden grins
von: kleinerblaumann

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 13.08.19 12:56

In Antwort auf: Sickgirl

Der nächste Punkt ist für mich diese bastellösung bei Steckachsen.


Gibts damit eigentlich schon Erfahrungen, nutzt das jemand hier im Forum? Ne durchgehende (also normale) Steckachse wäre mir auch lieber. Aber wenn die Rohloff Lösung ohne Probleme zuverlässig funktioniert, geht das doch auch.
von: Toxxi

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 13.08.19 13:11

In Antwort auf: Falk
Seltsam ist nur, dass das nie jemandem gesagt wird, der die Kassette nicht vom statisch ungünstigen, asymmetrischen Kettenschaltungshinterrad runterbekommt, weil er das auch dafür erforderliche Montagewerkzeug zu Hause vergessen hat.

Doch, habe ich schon oft gesagt: Zum nächsten Radladen fahren. Die sollten das Werkzeug haben, um den Ritzelblock runterzubekommen. schmunzel Wenn das Hinterrad so dermaßen im Eimer ist, dass selbst das nicht mehr geht, dann kann man direkt unterwegs vermutlich auch mit Abzieher nicht mehr selbst reparieren.

Was das "statisch ungünstig" angeht - ja, das stimme ich dir zu. Merke ich selbst beim Laufradbau.

Gruß
Thoralf
von: Toxxi

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 13.08.19 13:13

In Antwort auf: AndreMQ
...die Kettenschaltung muckst immer und zwar bei jedem Schaltvorgang.

Bist du mal eine habwegs aktuelle Kettenschaltung der nicht alleruntersten Qualitätsstufe gefahren, die nicht viel älter als 10 Jahre ist? Da muckst kaum noch was.
von: Sickgirl

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 13.08.19 13:14

Das mit der Steckachse geht auch nicht so einfach

Der Rahmen braucht gewisse Vorraussetzungen

Der Händler muss eine Prüfbox zum ausmessen bestellen und die Achsstücke werden mit dem Ergebnis dieser Messung angefertigt

Das heißt bei einem neuen Rahmen muss nochmal gemessen werden und wenn man Pech hat passt da die Rohloff gar nicht mehr rein
von: Toxxi

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 13.08.19 13:18

In Antwort auf: Sickgirl
Mit der Kettenschaltung geht da ja erstaunlich viel zumindest hinten? An zwei Rädern habe ich einen Sidewing Umwerfer, da ist es auch erstaunlich, da habe ich auch schon dedacht jetzt gibt es chain suck, aber ging immer gut

Kann ich bestätigen. schmunzel

Unter Last hinten auf ein größeres Ritzel zu schalten geht bei allen meinen Kettenschaltungen (2x Shimano Deore, 2x Campagnolo Centaur) wirklich völlig problemlos. Auch mit angegammelten Zügen. Und das ist das wichtigste. Am steilen Berg den kleineren Gang einlegen zu können, ohne Druck vom Pedal zu nehmen, ist wirklich Gold wert. lach

Beim Schalten auf ein kleineres Ritzel hängt es ein bisschen von der Stärke der Schaltwerksfeder und der Leichtgängigkeit des Bowdenzuges ab. In aller Regel funktioniert auch das ziemlich gut, aber wenn der Zug schon angegammelt ist, ist es nicht verkehrt, kurz ein wenig Druck vom Pedal zu nehmen.

Das einzige, was unter Druck wirklich nicht gut geht, ist das Schalten vom mittleren Kettenblatt (32 oder 34) auf das kleines (22 oder 24). In dem Bereich ist die Rückholfeder des Umwerfers nicht stark genug. Deshalb schalte ich immer rechtzeitig vor dem steilen Anstieg runter, weil ich dort noch etwas Druck vom Pedal nehmen kann. Im Berg selbst geht das nicht sehr gut.

Gruß
Thoralf
von: Toxxi

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 13.08.19 13:22

In Antwort auf: Cruising
Das ist nämlich dasselbe Problem, das ich mit meinen geliebten Kettenschaltungen auch schon hatte grins An meinem Winterbock habe ich zur schnellen Bekämpfung von Streusalz-Korrosion schon einiges WD 40 in den Umwerfer geschossen zwinker

Hilft das? verwirrt

Ich habe zur Bekämpfung von Streuzsalzkorrosion vor dem Abstellen den Antrieb einfach mit Wasser gespült, das wäscht das Salz weg.

Gruß
Thoralf
von: Falk

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 13.08.19 14:00

Zitat:
Doch, habe ich schon oft gesagt: Zum nächsten Radladen fahren.

Sofern die Mühle noch fährt und sofern es einen nächsten Fahrradladen gibt.

Der Gegenhalter für den Ausbau von Rohloffritzeln hat im Übrigen etwa den Durchmesser einer Zweieuromünze. Das Thema »Rohloffritzel mit Paradonthose« war so etwa vor zehn Jahren akut. Es ist danach nie wieder aufgetreten und ich habe noch zwei dieser Ritzel todesmutig abgefahren. Mein in Buenos Aires im Februar 2018 weggekommenes Fahrrad dürfte auch noch damit gelaufen sein und an die in Niederwutzen fehlenden drei Zähne kann sich vielleicht auch noch der eine oder andere erinnern. Gesprungen ist die Kette deswegen nicht.

(Wer sich natürlich so anstellen will wie der Hahn beim Eierlegen, der sollte dann nicht darüber beklagen, dass er keinen wirklichen Erfolg hat)
von: blue

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 13.08.19 14:01

Auf georgischer Schlammpiste konnte ich mit Kettenschaltung irgendwann gar nicht mehr schalten (hartnäckige Lehmpampe). Und natürlich ging es wunderbar hoch und runter grins Die Rohloff von meinem Reisepartner hat das natürlich gar nicht gejuckt. Tja, jetzt habe ich auch eine Rohloff im Stall zwinker (u.a.)
von: kleinerblaumann

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 13.08.19 14:32

Zur Steckachse:

Meine Frage zielte eigentlich darauf, dass ein Kollege sich bald mal einen Rahmen bauen lassen will und eigentlich gerne eine Steckachse hätte, ist ihm irgendwie lieber als Schnellspanner. Da er aber auch ne Rohloff will, wäre meine Frage, ob die Rohloff Lösung schon halbwegs erprobt ist. Dass der Rahmen dann auch für Rohloff und Steckachse bzw. deren Schrauben passt, hatte ich vorausgesetzt, würde halt mit dem Rahmenbauer entsprechend besprochen.
von: AndreMQ

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 13.08.19 14:35

Du solltest mal ein Getriebe fahren, um die Unterschiede selbst zu erfahren. Zu den anderem Punkt wird es jetzt länger.
Ist in den Beiträgen schon gut erläutert, aber ein paar Ergänzungen.
In der Getriebelehre gibt es vermutlich einen Beweis, warum und welche Getriebe grundsätzlich nicht unter Last schaltbar sind. Ein DSG umgeht das (scheinbar) durch 2 Kupplungen. Aber ich kenne die Theorie und die Bedingungen nicht genau. Die Speedhub folgt ganz klar diesem Grundsatz: Schalten unter Last geht nicht. Was aber immer vergessen wird ist, dass der Radfahrer überhaupt nur Last deutlich ausserhalb der Kurbeltotpunkte erzeugen kann (sieht bei E-Bikes anders aus).
Zur Pinion sagt das P1.18-Handbuch: Hochschalten unter Last innerhalb des 6-gängigen Teilgetriebes geht. Also von 1 -6, dann von 7 - 12 und dann von 13 - 18. Nicht von 6 auf 7, nicht von 12 auf 13 und nicht runterwärts. Wie kann das sein? Ich vermute es liegt an der Gestaltung der Schaltklauen und deren Betätigung und der Tatsache, das beim Hochschalten immer ein etwas schneller drehendes Zahnrad eingeklinkt wird, welches das vorige überholt und dann entlastet. Da ich nicht sicher bin, lasse ich da lieber Erklärungsversuche. Aber Fakt ist:
- Der Drehgriff lässt sich unter Last ohne Widerstand zu höheren Gängen wie oben bewegen.
- Da die Abstufungen so fein sind, bin ich mir nicht sicher, ob wirklich schon das tragende Zahnrad gewechselt hat, dann ist nämlich schon der nächste Kurbeltotpunkt zu nahe, Entlastung ist da und spätestens dann ist der Gangwechsel sicher.
- Es ist mir auch nicht gelungen, beim langsamen Fahren von 17. auf 18. Gang mit Zeitlupenbewegung der Kurbel das sicher festzustellen.
- Aber: Der Griff blockt unter Last, wenn man versucht, gleich 2 Gänge zu drehen. Es geht nur eine Stufe aufwärts unter Druck.
Das ist jedoch alles völlig wurscht, weil man schaltet ein Getriebe grundsätzlich drucklos und wenn die Konstruktion zufällig das oben beschriebene zulässt, ist das funktional ganz nett aber nicht wichtig. Vor allem, wenn es eh nur zu hohen Gängen funktioniert.

Die Kettenschaltung wäre am Berg gar nicht vernünftig fahrbar, wenn sie nicht "unter Last" schaltbar wäre, weil etwa eine halbe Radumdrehung - über 1m und zwar immer - benötigt wird, damit die Kette wieder korrekt auf dem größeren Ritzel liegt. "Unter Last" runterschalten bei dieser Konstruktion heißt, die Kette wird vom Schaltwerk nach innen gedrückt. In diesem Bereich ist die Kette immer lastlos, weil nur die ersten paar Zähne oben den Kettenzug aufnehmen. Die Kette läuft lastlos schräg auf das größere Ritzel, aber die nächste viertel Radumdrehung wirkt immer noch das vorige Ritzel unverändert. Dann kommt die Kette hoch in den Bereich des Kettenzuges, wobei sie in der Lage quer über 2 Ritzel läuft. Das ist auch die Position, wo wahrscheinlich Ketten gesprengt werden. Erst jetzt beginnt das neue Ritzel die Last zu tragen, aber immer noch nicht seinem mit vollem, größerem Hebel, weil die Kette noch gar nicht ganz oben aufliegt. die würgt sich jetzt erst auf den letzten Zentimetern aus dem alten Ritzel hoch auf das neuen Ritzel. Die Kettenschaltungfahrer glauben nur, dass der Gang unter Last schnell wechselt. Das tut er aber gar nicht. Die ganzen IG-, HG- und sonstigen Verbesserungen haben durch geschickte Ausfräsungen den Lauf der Kette bei dieser Tortur versucht zu verbessern, was auch erstaunlich gut gelungen ist. Wenn man eine 70er-Jahre-Kassette und eine aktuelle nebeneinander legt, sieht man das ja sofort.
Und die Getriebeschaltung? Braucht den ganzen Quark nicht, weil sich das Laufrad zum Gangwechsel überhaupt nicht drehen muss. Es wird nur eine etwa 100ms drucklose Phase benötigt, aber keine Strecke. Deshalb ist das Runterschalten auch am Berg kein Problem.
von: Martina

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 13.08.19 14:50

In Antwort auf: Cruising
In Antwort auf: Martina
Im Winter ist die Rohloff super, weil nichts einfrieren kann bzw. einmatscht.

Stimmt das? Wo bewegliche Teile und Zugführungen sind kommt auch Wasser und Dreck rein, wenn vielleicht bei gut gemachten Konstruktionen auch nur wenig.


Mit Wasser und Dreck hatten wir tatsächlich nie Probleme, was Streusalz angeht, möchte ich meine Hand nicht ins Feuer legen. Aber da unser Wintertandem vornehmlich auf Waldwegen eingesetzt wurde, kam es nicht allzu oft mit Streusalz in Kontakt.
von: Sickgirl

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 13.08.19 14:51

Egal, ich habe eine ganze Reihe von Gründen wieso für mich persönlich eine Getriebe nicht in Frage kommt.
von: Martina

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 13.08.19 15:08

In Antwort auf: Keine Ahnung
Schalten unter Last geht nur schlecht bis gar nicht. In der Praxis war das aber für mich nie ein Problem, da ich nur kurz ein wenig Druck vom Pedal nehmen muss, um dann z. B. auch über mehrere Gänge schnell zu schalten. Ist der Schaltvorgang beendet, ist der passende Gang sofort verfügbar und ich muss nicht warten, bis die Kette auf das richtige Ritzel geklettert ist. Schalten unter Last geht auch bei der Kettenschaltung nur in einem begrenzten Ausmaß.


Eigentlich ist es ganz einfach: Nabenschaltungen erfordern ein anderes Schaltverhalten als Kettenschaltungen. Die einen schalten nicht unter Last, die anderen nicht im Stand. Und ich nehme an, dass es sehr stark von individuellen Vorlieben und (vielleicht noch mehr) Gewohnheiten abhängt, welches Schaltverhalten einem besser gefällt. Und eventuell auch am Radtyp. Wir sind z.B. beim Tandem gar nicht gut mit der Rohloff zurechtgekommen, weil wir das koordinierte deutliche Entlasten nicht hinbekommen haben. Dass der Schaltvorgang sehr schnell geht, hat die Sache zusätzlich erschwert. Bei einem Dreirad, mit dem man jederzeit stehenbleiben kann, wäre dagegen eine Nabenschaltung die deutlich logischere Wahl. Ich bin mit meinem Trike schon mehr als einmal an der Tiefgaragenauffahrt verhungert bzw. sogar rückwärts gerollt (insbesondere wenn sie nass ist) und konnte die Situation deshalb ohne Absteigen retten, weil ich verhältnismäßig viel Kraft habe und weil unsere Tiefgarageneinfahrt nicht unendlich lang ist. Im Stand schalten können würde da einiges bringen.

Martina
von: Stevie_81

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 13.08.19 15:08

Ich stand vor ca. 6 Monaten bei der Planung des neuen Rads genauso unbeholfen da.
Bisher immer Kettenschaltung mit Rapid-Fire Schalthebeln gefahren.
Meine ersten Vergleiche waren alle an Müsing-Rädern nur bzgl. Schaltung:
1. 11 Gang Alfine
2. 30 Gang Deore XT komplett
3. Rohloff
4. Pinion 18G.

zu 4. Schied in meinem Fall aus weil viel zu enge Abstufung, dazu gefällt mir der Müsing Rahmen für das Pinion nicht -> dagegen wegen des Rahmens.
Schaltbarkeit, Geräusch super. Gewicht in der Mitte. Alles Top.
Zuverlässigkeit naja. Das von mir gefahrene Vorführrad mit Riemen fühlte sich weich und teigig an, als ich mit 115kg aus dem Sattel aufgestanden bin

zu 3. Macht mit Alurahmen deutliche Geräusche in den Gängen 1-7, mit Riemen zu weiche -> Kette wurde meine Wahl. Wartung nach 1800km vom feinsten, 2 Ritzel und Kette putzen, fertig. Spannen erfolgt über verschiebbares Ausfallende.
Gesamtübersetzung perfekt, Abstufung auch, für mich.
Geräusche wurden aber leiser, jetzt find ich es gut, man erkennt am Geräusch des Freilaufs, welcher Gang eingelegt ist.
Schalten ohne Last oder am Totpunkt merkt man nicht.
Größter Vorteil in der Stadt -> Schalten im Stand möglich.
Nervig, der Drehgriff gefällt mir nicht -> aber ich habe mich dran gewöhnt.

zu 2. der Klassiker mit allen bekannten Nachteilen und Vorteilen...dazu gibt es genug Stoff zu lesen. Mein Hauptargument dagegen -> Es kracht irgendwann immer beim Schalten, viele Ritzel zu putzen...

zu 1. Preislich echt eine Alternative zur Rohloff, Vorteile die gleichen bis auf Gesamtübersetzunge. Die war mir einfach zu gering.

Einzige Lösung bei meiner Entscheidungsfindung war FAHREN...
Erst nach ca. 10 getesten Rädern wusste ich, was ich wollte.

Gruß
Stephan
von: Keine Ahnung

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 13.08.19 15:18

Ingenieur? zwinker Interessante Erläuterung technischer Details! lach

Dem TE wird die Entscheidung nicht einfach gemacht. Ausprobieren dürfte tatsächlich die sinnvollste Herangehensweise sein.
von: Sickgirl

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 13.08.19 15:27

Warum kein Getriebe?

Möchte gerne meine Übersetzung nach Geschmack anpassen, nicht allen Rädern brauche ich die gleiche Spreizung, möchte dafür lieber die Gangsprünge nach Geschmack anpassen können.

Fahre teilweise mehrere Laufradsätze an einem Rad, Kassettennaben sind nicht so teuer wie eine Rohloff

Drehgriff geht gar nicht, dazu das Gebastel, wenn ein Rennradlenker bevorzugt wird.

Die Lösungen mit verschiebbaren Ausfallenden oder Excentertretlager gefallen mir beide nicht.

Wie oben geschrieben, keine echte Steckachsenlösung.

Mit dem Schaltverhalten komme ich super zurecht.

Und natürlich das Gewicht, für mich persönlich ist das wichtig. Habe jetzt mein Reiserad auf 11,5 kg optimiert. Die Getriebe sind nun mal schwerer
von: AndreMQ

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 13.08.19 15:45

Ist ja die einzige Begründung für den Thread, dass der TE eben alle möglichen Vorlieben, Probleme, Erfahrungen und Argumente lesen kann, auch mal neuere, die in alten Threads zu ähnlichen Frage eben noch nicht waren.
von: Keine Ahnung

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 13.08.19 15:45

Genau solche Informationen sind für einen Entscheidung für oder gegen einen Schaltungstypen wichtig. Du stellst - nachvollziehbare - Ansprüche an die Schaltung, die eher gegen die Rohloff-Schaltung sprechen.

Ich sehe manche dieser Punkte ebenfalls als Nachteil, mit dem ich aber leben kann, da die Vorteile für mich dann doch überwiegen. So hat für mich die Drehgriffschaltung sowohl Vor- als auch Nachteile. Das schnelle Schalten über mehrere Stufen empfand ich in vielen Situationen als Vorteil. Die schlechte Griffigkeit bei feuchten Händen (Schweiß, Regen) nervt mich manchmal.

Man muss eben Vor- und Nachteile zusammentragen und dann entscheiden - Ausprobieren sollte man die Schaltungen allerdings dennoch.

An meinem Crossbike habe ich eine Shimano XTR-Kettenschaltung und dort vermisse ich die Rohloff-Schaltung nur selten (abrupte Stopps, bei denen ich nicht herunterschalten konnte). Ich werde dort sicher nicht umrüsten.

Beim Reiserad habe ich dann andere Ansprüche ...

Und bei meinem Stadtrad ist es mir ziemlich egal. Hier zählt eher, dass die Kettenschaltung deutlich preiswerter ist. Die ursprünglich vorhandenen Drehgriffe für die Schaltung habe ich dort übrigens gegen Schalthebel getauscht.
von: Falk

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 13.08.19 16:08

Zitat:
Die schlechte Griffigkeit bei feuchten Händen (Schweiß, Regen) nervt mich manchmal.

Da schlägt sich zumindest bei mir der neue Griff erstaunlicherweise deutlich besser. Wichtig ist aber auch, die Schaltleitungen leichtgängig zu halten. Je weiter weg vom Tretlagergehäuse, desto besser.

Die Schaltbetätigung beim Stadt-, Arbeits-, Winter- und Mastschhobel war mir recht schnell nicht mehr egal, der höhere Preis für ein R-Gerät dagegen schon. Der ist spätestens mit dem nächsten Gehalt verschmerzt. Eine hakelig schaltende Mühle nervt dagegen im schlimmsten Fall jahrzehntelang. Naja, und Sport ist mir Wurscht, im wahren Leben genauso wie in der Zeitung oder in Funkmedien.
von: AndreMQ

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 13.08.19 16:28

In Antwort auf: Keine Ahnung
... Die ursprünglich vorhandenen Drehgriffe für die Schaltung habe ich dort übrigens gegen Schalthebel getauscht.
Die Drehgriffe für Kettenschaltung - also z.B. Shimano - sind auch nicht der Brüller. Im Gegensatz zu den Griffen von Pinion und Rohloff sind sie mechanisch einfacher und damit auch günstiger ausgeführt. Außerdem zieht ständig der federbelastete 1-Zug-System dran und sie haben das ziemlich komplexe Rastsystem enthalten. Da finde ich die Druckschalter irgendwie auch besser passend. Man darf mMn das Feeling der - eigentlich funktionslosen - Drehschalter von Pinion und Rohloff nicht einfach von einer Shimano-Gripshift oder wie sie alle heißen, ableiten.
von: Toxxi

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 13.08.19 17:47

In Antwort auf: Sickgirl
Fahre teilweise mehrere Laufradsätze an einem Rad, Kassettennaben sind nicht so teuer wie eine Rohloff

Genau. schmunzel Das schrieb ich vor ein paar Beiträgfen auch schon.

In Antwort auf: Sickgirl
Drehgriff geht gar nicht, dazu das Gebastel, wenn ein Rennradlenker bevorzugt wird.

Ich kann mich mit Drehgriffen auch nicht anfreunden...
von: Toxxi

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 13.08.19 17:51

In Antwort auf: Keine Ahnung
GDas schnelle Schalten über mehrere Stufen empfand ich in vielen Situationen als Vorteil.

Im Prinzip ja. Manchmal beneide ich in der Tat die Rohlofffahrer darum. Bei der Kettenschaltung erreicht man das Gleiche durch Wechsel des Kettenblattes.

Aber du hast recht, das ewige einzelne Runterschalten bei Shimano Rapidfires nervt mich auch. Beim Hochschalten kann man zum Glück 3 Gänge auf einmal schalten.

Am Randonneur fahre ich eine ältere Campagnolo Centaur. Da kann ich 3 Gänge hochschalten und 8 Gänge runter. Warum Campagnolo dieses einzigartige Feature aufgegeben hat, wird mir ein ewiges Rätsel bleiben. Bei den neuen Griffen kann man wohl auch nur noch einzeln runterschalten.

Gruß
Thoralf
von: martinbp

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 13.08.19 19:05

Die typische Antwort: "Deine Frage nach..... lieferte 500 Treffer"

Man müsste das Innenleben der Suchmaschine schon sehr gut verstehen, die richtige Begriffe anwenden (für eine Laien, der noch keine 100 Stunden im Forum gestöbert hat, ist Mantel-Decke-Reifen ein- und dasselbe), die Shimano-eigene Bezeichnungen für einen Sora-Umwerfer habe ich nicht parat, und und und.
Bei Technik-Dingen hat das bei mir noch nie funktioniert, wenn es um eine Stadt ging, dann schon eher.
Und oft sind die Infos auch recht widersprüchlich
von: Lenkerzerrer

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 13.08.19 19:06

In Antwort auf: AndreMQ
...alle möglichen Vorlieben, Probleme, Erfahrungen und Argumente lesen kann, auch mal neuere, die in alten Threads zu ähnlichen Frage eben noch nicht waren.

Was ich als deutlichen Vorteil der Rohloff (oder auch anderen Nabenschaltungen oder Pinion) sehe, aber selten davon lese, ist dass man sie auch sehr gut bei Dunkelheit benutzen kann. Da ich mein Reiserad auch für den täglichen Arbeitsweg benutze, kommt dies im Winter relativ häufig vor. Mit Kettenschaltung ist es da schon fast normal, in "unerlaubte" Gänge zu schalten, ist mir mit Kettenschaltung recht oft passiert ("ja wie, ich bin schon auf dem kleinsten Ritzel?"). Das mag jetzt nicht dramatisch sein, aber nervig.
von: Sickgirl

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 13.08.19 19:40

Zumindest die XTR ab 10fach kann jetzt Multi Release, also in beiden Richtungen mehrere Gänge. Bin mir gerade nicht sicher ob zwei oder drei und bin zu faul in den Keller zu gehen.

Ja, der Daumenhebel bei Campa ist schon geil. Ich bin mal eine Weile den Hebel mit einem Shimano Invers Schaltwerk gefahren, kurzer Daumendruck vor der Ampel und ein gut passender leichter Gang war drin.
von: AndreMQ

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 13.08.19 20:13

Ja, etwas ungewöhnlicher Punkt. Habe mal nachgedacht, wie das bei mir läuft: Also ich rolle irgendwie an eine Kreuzung, Ampel, Engstelle oder was auch immer aus. Gang und Anzeige egal. Beim Losfahren wird dann mal auf den Griff geschaut, was die Zahlen so sagen. Meist drehe ich dann auf 8 (sowohl bei der Pinion, wie auch bei der Speedhub). Dann geht es weiter, die weitere Schalterei nach Geschwindigkeit und Pedalkraft ohne auf Nummern zu blicken.
In der Dunkelheit kann man die Zahlen meist nicht lesen. Vor dem Anfahren drehe ich einfach blind den Griff eine Viertel Umdrehung runter. Wird schon was passendes sein. Wenn man in der Dunkelheit steht und überhaupt nicht mehr weiß, welcher Gang eingelegt ist, dann wird entweder auf den kleinsten oder den größten Gang gedreht und passend vor- oder zurückgezählt. Es bewegen sich ja keine Ketten, Schaltwerke und Zahnräder, sondern nur ein paar kleine Schaltklauen.
Die Kettenschalter müssen halt vorausschauend schalten und wenn das nicht geklappt hat, beginnt halt das typische Rumgewürge.
von: Cruising

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 13.08.19 22:22

In Antwort auf: Toxxi
In Antwort auf: Cruising
Das ist nämlich dasselbe Problem, das ich mit meinen geliebten Kettenschaltungen auch schon hatte grins An meinem Winterbock habe ich zur schnellen Bekämpfung von Streusalz-Korrosion schon einiges WD 40 in den Umwerfer geschossen zwinker

Hilft das? verwirrt

Also, bei mir hat das schon mehrfach geholfen, wenn in Streusalz- und Matsch-reichen Wintern (und einmal in einem regnerischen Sommer nach ein paar Dreckwegen) der Umwerfer immer schwerer zu schalten war und ich irgendwann nicht mehr auf das große Kettenblatt kam schmunzel Jedenfalls als schnelle Notfall-Maßnahme - daheim habe ich nach der Tour oder beim Winterrad vor der "Übersommerung" dann natürlich schon alles nochmal sorgfältig gereinigt und gewartet.

Wenn es mal so weit ist wie in meinem Link beim dritten Bild (hier nochmal ), dann langt m.E. Spülen mit Wasser nicht mehr - und zwar weder bei einer Kettenschaltung noch bei der Ansteuerung einer R-Dose.

Gruß Thomas
www.bikeamerica.de
von: RollenderRalf

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 13.08.19 22:28

Besten Dank. Das war kenntnis- und detailreich!
Beste Grüße
RRalf
von: RollenderRalf

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 13.08.19 22:42

Die Winter-Überlegung ist nicht schlecht. Besten Dank
von: Landradler

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 13.08.19 23:02

In Antwort auf: Keine Ahnung
Die schlechte Griffigkeit bei feuchten Händen (Schweiß, Regen) nervt mich manchmal.

Ich genieße den Luxus die Rohloff im Liegetrike zu fahren, dies ist seitens des Herstellers HPV mit dem langen Schaltgriff ausgestattet. D.h. ich kann den Griff mit der ganzen Hand umfassen, Schaltprobleme sind ein Fremdwort. zwinker
von: AndreMQ

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 14.08.19 08:00

Hier noch was @Sickgirl mit Übersetzungen gemeint hat. Den deutlichsten Unterschied zwischen Getriebe und Kettenschaltung ist zu sehen, wenn man mal ein Rennrad mit aktueller Ausstattung nimmt (Canyon mit der 2x12-SRAM-AXS und 48/35 Kettenblättern auf 25-622-Rädern) und ein (fiktives) P1.18-Rennrad mit gleicher Entfaltung im höchsten Gang von etwa 10,2m vergleicht.
Es gibt eigentlich nur 3 Getriebe nämlich Pinion, Speedhub und Kindernay, die aber alle dem Prinzip der geometrischen Abstufung folgen (also jeder Gangsprung prozentmäßig etwa gleich). Das Bild zeigt es mMn optimal.
Die Getriebe versammeln die meisten Gänge unten und werden nach oben gröber, die Kettenschaltung für Rennräder gerade umgekehrt. Unten ist wenig und oben sehr viele, enge Stufen. Mit MTB-Kassetten und Kettenblattbestückung gleichen sich die Systeme aber an. Und Reiseräder sind keine Rennräder.
von: AndreMQ

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 14.08.19 08:53

.... und das kommt heraus, wenn man ein Reiserad mit 60-559-Reifen bestückt und eine Pinion-Auslegung mit einer klassischen 3x9-Schaltung vergleicht, wobei ich nicht sagen kann, welches Schaltwerk diese Kombination bedienen kann.
von: Sickgirl

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 14.08.19 09:55

Genauso eine Abstufung will ich ja nicht haben.

Im Normalen Fahrbetrieb habe ich das große Kettenblatt und hinten die vier oder fünf kleinsten Ritzel. Ich möchte da mit möglichst gleicher Trittfrequenz fahren und da eben deswegen nur kleine Gangsprünge habe. Nervt mich einfach wenn man das Gefühl das gerne noch einen Gang dazwischen hätte weil ich nicht die richtige Wohlfühlfrequenz einhalten können.

Am Berg finde ich die Gangsprünge ok, da geht man ja auch zwischendurch mal aus dem Sattel
von: Keine Ahnung

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 14.08.19 10:13

Genau daran sieht man aber, dass unterschiedliche Radfahrer auch unterschiedliche Empfindung/Interessen haben.

Auf meinem Reiserad habe ich nie das Gefühl, dass ich meine Trittfrequenz mit den vorhandenen Rohloff-Abstufungen nicht halten könnte, und am Berg gehe ich nie aus dem Sattel. Dort habe ich eine Entfaltung, die es mir erlaubt, auch sitzend noch sehr große Steigungen zu bewältigen. Natürlich geht bei 15% oder mehr die Trittfrequenz nach unten, das würde sie aber erst recht, wenn ich aus dem Sattel ginge.

Genau diese Unterschiede machen es eigentlich unmöglich, eine Lösung für alle zu empfehlen. Man kann Empfehlungen bekommen, Vor- und Nachteile zusammenstellen, aber am Ende wird man - am besten durch Ausprobieren - selber die für einen selber beste Lösung finden müssen.
von: Sickgirl

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 14.08.19 10:20

Am Berg gehe aus dem Sattel wenn es eine kurze Welle ist, also mal schnell wegdrücken und eben bei episch langen Anstiegen durch eine andere Körperhaltung kurz entspannen

Habe das jetzt beim letzten Brevet echt gemerkt. Da ging es fast 400 km nonstop total flach und durch das statistische immer gleiche sitzen war ich hinterher total verspannt und fand das anstrengender wie mit ein paar Höhenmeter zwischendrin
von: AndreMQ

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 14.08.19 13:04

In Antwort auf: Sickgirl
Genauso eine Abstufung will ich ja nicht haben. ...
Es sind ja 4 Bilder und welche sind ok/nicht ok? Bzw. wenn alle nicht ok sind, dann nenne doch Kettenblatt/Ritzel-Bestückung/Reifengröße, welche gefällt?
von: iassu

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 14.08.19 13:17

In Antwort auf: Keine Ahnung
Genau diese Unterschiede machen es eigentlich unmöglich, eine Lösung für alle zu empfehlen. Man kann Empfehlungen bekommen, Vor- und Nachteile zusammenstellen, aber am Ende wird man - am besten durch Ausprobieren - selber die für einen selber beste Lösung finden müssen.

Genau das ist mein Fazit auch aus diesem Faden. Es ist ehren- und lobenswert, wenn und daß hier manche berufenen Geister die Besonderheiten und Vorteile der verschiedenen Schaltungen auf quasi wissenschaftlichem Niveau darzustellen sich befleißigen: eine daraus abzuleitende, sachlich zwingende Schlußfolgerung und Entscheidung folgt daraus trotzdem nicht.
von: Sickgirl

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 14.08.19 13:25

Na diese Pinion Übersetzung mit den konstanten Stufen.

Am Randonneur sieht es so Aus

Und da gefällt mir der Sprung von 14 auf 16 schon nicht. Ich würde lieber auf das 11er verzichten und dafür noch ein 15er

Am Reiserad das Hier
von: Martina

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 14.08.19 13:26

In Antwort auf: Keine Ahnung
aber am Ende wird man - am besten durch Ausprobieren - selber die für einen selber beste Lösung finden müssen.


Das sehe ich auch so, wobei Ausprobieren halt schwierig ist. Räder in allen möglichen Varianten für eine Probefahrt zu bekommen ist nicht leicht und das eigene Rad so oft umzubauen, bis man die optimale Lösung gefunden hat dürfte nur für die allerwenigsten eine Option sein. Sofern der Umbau überhaupt möglich ist.
von: AndreMQ

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 14.08.19 13:49

In Antwort auf: Sickgirl
Na diese Pinion Übersetzung mit den konstanten Stufen.

Am Randonneur sieht es so Aus

Und da gefällt mir der Sprung von 14 auf 16 schon nicht. Ich würde lieber auf das 11er verzichten und dafür noch ein 15er

Am Reiserad das Hier
Im Gegensatz zu anderen Beiträgen bin ich schon der Meinung, dass man das haarklein auseinanderfiseln soll, weil sonst nicht klar wird, wo und warum die Unterschiede liegen. Nun ist es klarer, Du versammelst möglichst viele Gänge zwischen Entfaltung 2,7m und 4,4m, also etwa in der Mitte des gesamten Bereiches, was bei einer hohen Trittfrequenz 90 ungefähr 15 - 25km/h ist. Die Sprünge sind dann zwischen 5 und 9%. Wenn man in diesem Bereich gegen die Uhr fährt, ist das vielleicht praktisch. Bei gemächlicherer Trittfrequenz 70 ist es etwa 11 - 19km/h. Die aktuell verfügbaren Getriebe machen das bewusst nicht, allerdings sind 11% nicht weit von 9% entfernt. Mich würde diese Gangversammlung in der Mitte eher stören.
von: Sickgirl

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 14.08.19 17:38

ich dachte das wäre inzwischen Standard das man eher höhere Trittfrequenzen anstreben sollte.

Aber wie schon festgestellt wurde jeder hat sein eigenen Fahrstil, und darum fahre ich Kettenschaltung da ich da einfach viel mehr auf mich anpassen kann.

Diese extreme Bandbreite der Pinion brauche ich auch gar nicht.
von: Keine Ahnung

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 14.08.19 19:38

Du musst Dich nicht rechtfertigen. Für Dich ist eben eine Kettenschaltung vorteilhafter oder angenehmer. Es soll ja niemand zu einer der Varianten überredet werden (zumindest nicht von mir), sondern es soll lediglich eine "Sammlung" von Argumenten zusammengestellt werden, die bei einer Entscheidung helfen sollen. Ich bin ziemlich sicher, dass Du eher eine sportliche Fahrerin bist. Das mag bei Deiner Wahl sicher auch eine Rolle spielen. Ich empfinde meine Kettenschaltung bei meinem Crossbike ja auch für eine gute Wahl zwinker .
von: iassu

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 14.08.19 21:13

Noch ein Aspekt: was ich an der Kettenschaltung auch als sicher nicht "sportlicher" Fahrer schätze, ist zB gerade das, was für die meisten Freunde der Ro oder Pi Schaltung am nachteiligsten ist: die Offenheit des Systems. So eine gekapselte Blackbox ist nix für mich. So verschieden kann man den Begriff "einfach" sehen.
von: Keine Ahnung

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 14.08.19 21:45

Das ist sicherlich richtig. An einer Kettenschaltung kann ich sehr viel selber reparieren und durch ihre "Offenheit" können Schäden leichter "verstanden" und evtl. auch behoben werden. Allerdings wird man bei größeren Schäden unterwegs auch "feststecken". Ich sehe einfach eine geringere Wahrscheinlichkeit für einen Defekt bei der Rohloff-Schaltung. Den Ritzelabzieher habe ich dabei und ein "Schaltseil easy-set" ebenfalls, so dass ich die mir möglich erscheinenden Defekte ebenso gut beheben könnte, wie einfache Defekte einer Kettenschaltung. Aber dennoch hast Du recht. Tritt doch ein ernster Schaden an der Rohloff-Schaltung auf, so kann dieser kaum noch selber behoben werden, da man in der "Blackbox" nicht so viel selber bewerkstelligen kann, und die Hilfe der Firma wird wohl notwendig sein. Das Risiko nehme ich aber in Kauf, da ich es als sehr klein erachte. Außerdem sollen die Japaner doch auch noch Schaltungen verkaufen können zwinker .
von: Sickgirl

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 14.08.19 21:57

Kettenschaltungen, wenn sie entsprechend gewartet werden gehen aber auch nicht so einfach kaputt.

Ich habe mir jetzt in gut 40 Radjahren erst ein Schaltwerk beim MTB Fahren durch einen Ast zerstört
von: Machinist

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 14.08.19 22:00

In Antwort auf: RollenderRalf

Zur Anwendung: Meist werde ich in Europa unterwegs sein. Das Rad sollte aber vor allem für die nächste geplante große Tour durch Südostasien, China, Mongolei und Russland taugen.


Die Speedhub und das Pinion-Getriebe sind zweifelsohne hervorragende Produkte mit welchen man (wie mit den meisten Schaltungen) um die Welt fahren könnte.
Für ein Reiserad für die erwähnte Tour ins ferne Asien würde ich dennoch eine einfache Kettenschaltung bevorzugen.

Ein Freund von mir hatte auch mal ein Reiserad mit Speedhub. Eines Tages liess sich das Getriebe (mit externer Ansteuerung) nicht mehr schalten. Nur eine Revision im Werk ermöglichte den erneuten Betrieb der Nabe. Solche Fälle sind soviel ich weiss sehr selten, aber passiert es am anderen Ende der Welt hat man ein echtes Problem.
Ein Schaltwerk ist zwar zugebenermassen ein etwas exponiertes und unter Umständen verletzungsgefährdetes Bauteil am Rad, aber weltweit dürfte es in fast allen Ländern ohne grosse Probleme möglich sein funktionierenden und im besten Fall passenden Ersatz zu finden. Schaltet man mit altmodischen Rasterschalthebeln welche auf Reibungsschalten umgestellt werden können ist dies besonders einfach, man kann im Grunde fast jedes Schaltwerk verwenden.
Hat man am Rad ebenso altmodische horizontale Ausfallenden lässt sich die gekürzte Kette notfalls bei demontiertem Schaltwerk einfach spannen und man fährt mit einem Gang vorübergehend weiter.
Das Schaltauge an einem Stahlrahmen lässt sich in der Regel sehr gut auch mehrmals richten, eine Notwendigkeit zur Auswechselbarkeit besteht nicht.

Weitere womöglich noch nicht erwähnte Gründe warum für mich persönlich die Kettenschaltung auch am Fernreiserad bevorzugt wird:

- Ich fahre viel und gerne bergauf, die ewige "Mahlerei" (und teilweise Vibrationen) im Speedhub-Getriebe in den unteren Gängen würde ich an langen Anstiegen nur sehr schwer ertragen können. Das ist vermutlich (nebst dem üppigen Zusatzgewicht) auch ein Grund warum die Nabe an sportlich orientierten Fahrrädern nur selten verwendet wird.

- Die zumindest theoretische Notwendigkeit des Oelwechsels im Getriebe: Alle 5000 km, das ist für manche Langzeitreisen (welche ja unter Umständen auch mal 10'000, 20'000 km oder noch länger dauern können) ein Wartungs- und Materialaufwand mehr den ich mir gerne ersparen wollen würde.

- Den Rohloff-Drehgriff mag ich nicht besonders, zudem ist er für MTB-Lenker mit 22.2 mm Durchmesser ausgelegt. Um am Renn- oder Zeitfahrlenker schalten zu können muss man auf Bastellösungen oder Fremdprodukte zurückgreifen.
Für die Pinion gibt's meines Wissens gar keine Alternative (ohne Drehgriff) welche an die gewünschten Lenker passt.
Ich schalte am Reiserad mit simplen Daumenschaltern (bzw. umfunktionierten Unterrohrhebeln) und kann so ebenso wie mit dem Drehgriff beliebig viele Gänge auf einmal durchschalten.
von: Cruising

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 14.08.19 22:01

In Antwort auf: iassu
Noch ein Aspekt: was ich an der Kettenschaltung auch als sicher nicht "sportlicher" Fahrer schätze, ist zB gerade das, was für die meisten Freunde der Ro oder Pi Schaltung am nachteiligsten ist: die Offenheit des Systems. So eine gekapselte Blackbox ist nix für mich.

+1 dafür Genau - das ist sogar der wichtigste Grund für mich. Und nebenbei auch einer der wesentlichen Gründe dafür, warum ich überhaupt so gerne Fahrrad fahre: Ein einfaches und von der Technik her auch für "Nicht-Ingenieure" beherrschbares Verkehrsmittel. Den Nachteil von mehr Wartungsaufwand nehme ich für die Einfachheit gerne in Kauf.

Gruß Thomas
www.bikeamerica.de
von: panta-rhei

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 14.08.19 23:14

@ Rollender Ralf

Kleiner Tip, falls Du noch mitliest ... grins:
Bei Fragen, die sich auf Radreisen in exotischere Weltregionen beziehen, kann ich Dir nur empfehlen, die Beiträge nach der PERSÖNLICHEN Erfahrung der Insassen in ebendiesen exotischen Reiseländern zu triagieren! Dazu einfach auf den Namen klicken, dann auf "Profil anzeigen" und dann zu "Details zu den Radreisen"
Eine Reihe von Rohloff/Riemen etc. - Priestern hat von solchen Reisen schlicht keinen Schimmer und empfiehlt dann munter "schöne Reiseräder mit Pinion" usw. usf. ...

In Antwort auf: Machinist
In Antwort auf: RollenderRalf

Zur Anwendung: Meist werde ich in Europa unterwegs sein. Das Rad sollte aber vor allem für die nächste geplante große Tour durch Südostasien, China, Mongolei und Russland taugen.

aber weltweit dürfte es in fast allen Ländern ohne grosse Probleme möglich sein funktionierenden und im besten Fall passenden Ersatz zu finden. Schaltet man mit altmodischen Rasterschalthebeln welche auf Reibungsschalten umgestellt werden können ist dies besonders einfach, man kann im Grunde fast jedes Schaltwerk verwenden.
Hat man am Rad ebenso altmodische horizontale Ausfallenden lässt sich die gekürzte Kette notfalls bei demontiertem Schaltwerk einfach spannen und man fährt mit einem Gang vorübergehend weiter.
Das Schaltauge an einem Stahlrahmen lässt sich in der Regel sehr gut auch mehrmals richten, eine Notwendigkeit zur Auswechselbarkeit besteht nicht.


Tja, das oben Geschriebene sollte man sich mal auf der Zunge zergehen lassen, bevor man verzweifelt Schaltaugen in den Backtaschen bunkert oder über unzeitgemässe waagerechte Ausfaller oder sackschwere Stahlrahmen schwadroniert ... oder über den Dorfschmied witzelt teuflisch ... falls man denn ernsthaft Langszeitreisen in exotische Weltgegenden vorhat ... cool
von: AndreMQ

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 15.08.19 08:46

Ok, jetzt wird Deine Philosophie immer klarer, sich einen großen Teil der Kassette in Einzelzahnabstufung auszulegen und diesen mit einem Kettenblatt in seinen bevorzugten Geschwindigkeitsbereich/Trittfrequenz zu legen Also einen Ausschnitt aus den Ritzel-Möglichkeiten:
20->19->18->17->16->15->14->13->12->11->10 also mit den Schritte 5,3% / 5,6% / 5,9% / 6,3% / 6,7% / 7,1% / 7,7% / 8,3% / 9,1% / 10%

Jetzt fällt mir auch auf, dass dies das bereits oben verlinkte Canyon-Rennrad mit der SRAM 2x12 AXS auch so ausführt und von 10 bis 17 acht Ritzel im Paket in Einzelzahnstufung hat. Diese aber schon beim kleinen Kettenblatt auf über 20km/h legt und beim großen jenseits der 30km/h. Also für Fahrer, die offensichtlich Profileistung auf die Kurbel treten können, sinnlos für Normalos (bzw. die stellen auf Trittfrequenz 60 um grins ).
Nun kann ja der TE sehen, ob er eine solche, feine Stufung möchte, sich die passend in seinen Geschwindigkeitsbereich eines Reiserades legt und so eine Kettenschaltung dann bestücken muss. Bei mir definitiv nicht, die gleichmäßigen 11% der P1.18 und die ca. 13,5% der Speedhub reichen mir zwischen den Gängen, sowohl zu kleinen Entfaltungen am Berg als auch beim Strecke machen in der Ebene.
Sehr gut, so muss das sein, die Unterschiede und Gründe wirklich nachvollziehbar herauszutzeln.
von: Falk

Re: Pinion Rohloff oder Kettenschaltung pro contra - 15.08.19 16:39

Steck sie nur immer alle in einen Topf. Aber gut, ich bin ja noch nichtmal den Donauradweg …

Wenn ich achtzig bin, denke ich mal über letzteren nach.