Beratungsbitte Reiserad

von: marieausparis

Beratungsbitte Reiserad - 08.06.19 19:36

Hallo zusammen,

ich stehe gerade vor der Frage, mit welchem Rad ich meine erste längere Tour fahren möchte. Nach längerer Recherche mit Probefahren, habe ich 3 Optionen gefunden, die mir bislang am sinnvollsten scheinen.
2 der Optionen wären neue Räder (TX-400: gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, für mich sehr bequeme Sitzposition, aber gefühlt sehr träge beim Fahren; Surly Troll: die teuerste der Optionen, bzgl. Sitzposition nicht 100% sicher, da nur mit deutlich zu langem Vorbau probegefahren, dafür sehr flexibel in Auf- und Umbau (da ich neu bin, würde ich mich nicht unwissend zu stark einschränken mit meinen ersten Entscheidungen), sowie gefühlt beim Fahren agiler als das TX-400, scheinbar besseres Fahrgefühl für mich).
Die dritte Option wäre ein Umbau meines bisherigen Alltagsrads. Vorteil: ich habe den Rahmen schon und komme mit der Geometrie gut klar, außerdem fährt es sich ähnlich wendig wie der Troll, wahrscheinlich günstigste Option, auch wenn ich wohl so gut wie alle Komponenten ersetzen müsste, da die wirklich durch sind.
Meine Fragezeichen:
1) Das Rad steht seit 10 Jahren draußen und ist aus Stahl: Soweit ich das durch reines ins Sitzrohr-Schauen beurteilen kann, ist es nicht extrem rostig, aber da sehe ich ja nicht alles - hat jemand Erfahrungswerte, wie schnell so ein Radl so durchrostet, dass das nichts mehr wird, bzw. wie ich das genauer herausfinden könnte?
2) Die aktuelle Gabel hat keine Ösen für den Gepäckträger. Inwieweit schränkt das meinen Transport auf einem Lowrider ein? Es gibt ja die Möglichkeit, das mit Schellen zu machen, aber hält das (auch wenn man die Fuhre mit Last gut durchrüttelt) langfristig?
3) Ich habe für den Umbau einen Händler gefunden, bei dem ich das unter Anleitung machen könnte - fände ich super, da ich dabei dann auch gleich was lerne. Leider handelt dieser Händler aber nur mit Shimano-Teilen, alles andere müsste ich selbst zusammensuchen. Davon habe ich wenig Ahnung. Auch, worauf ich speziell achten sollte. Da ich bald losfahren möchte, habe ich nicht mehr viel Zeit für Trial-and-Error (und das wäre dann auch wieder teurer) oder lange warten bis ich was bei Ebay und Co finde. Meine Hauptsorge dabei sind die Laufräder, v.a. vorne, da ich gerne einen Dynamo hätte. Am liebsten einen von Shutter Precision oder den SON28. Gibt es da 26''-Räder, die schon eingespeicht sind und sich für ein Reiserad eignen? Was für eine Art von Achse empfehlt ihr mir?
Schaltung, Kassette, etc. würde ich wahrscheinlich die Deore nehmen. Gibt es andere Komponenten, bei denen ihr mir von Shimano abraten würdet? Ggf. mit Alternativen und vielleicht sogar mit Kaufmöglichkeit?

Viele Grüße und ein schönes langes Pfingstwochenende!
von: HC SVNT DRACONES

Re: Beratungsbitte Reiserad - 08.06.19 20:10

In Antwort auf: marieausparis
Hallo zusammen,

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2) Die aktuelle Gabel hat keine Ösen für den Gepäckträger. Inwieweit schränkt das meinen Transport auf einem Lowrider ein? Es gibt ja die Möglichkeit, das mit Schellen zu machen, aber hält das (auch wenn man die Fuhre mit Last gut durchrüttelt) langfristig?

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Hallo Marie,

mein erster Lowrider war auch an einem bestehenden Rad mit einer Gabel ohne entsprechende Ösen und daher mit Schellenmontage befestigt. Ich hatte auf meinen Touren damals keinerlei Probleme. Das war ein ganz einfaches Modell ähnlich diesem hier. Wenn Du da nicht allzu viel Gewicht drauf packst, also unter dem Maximum bleibst (hier immerhin 15 kg), sollte es keine Schwierigkeiten geben. Ich hatte in der Tat auch im Gelände keine Probleme.

Schwieriger fand ich eher die Umstellung, auch vorne mit Gewicht zu fahren. Das wirkt sich auf das Lenk- und Fahrverhalten aus. Ich empfehle Dir, unbedingt vorher ein paar Probefahrten mit Lowrider und Gepäck zu machen!

Beste Grüße von
Tom
von: cyclist

Re: Beratungsbitte Reiserad - 08.06.19 20:48

Hallo Marie,
was spricht denn wirklich gegen das TX400? Das Rad wird ja standardmäßig mit den Schwalbe Mondial Reifen ausgeliefert, die bekanntlich einen relativ hohen Rollwiderstand haben.
Ich hatte die Mondial-Reifen (559/50mm) ebenfalls über mehrere Jahre am Rad, bis ich dann vor ein paar Jahren auf Conti Country Plus bzw. Contact Travel umgestiegen bin. Das "Trägheitsgefühl" ist nun deutlich besser geworden.

Meine Freundin hatte sich Ende 2018 ebenfalls ein TX400 (Damen-Version) zugelegt, am Anfang auch mit den dicken Mondial-Reifen drauf, nach 2 Monaten habe ich dann die Reifen getauscht. Das Fahrgefühl hat sich nun deutlich verbessert ihrer Meinung nach.
Und wenn du nicht gerade ganz wilde Pisten fahren möchtest, dann reichen auch deutlich "zahmere" Reifen. Die erste Inspektion werde ich wohl in den ersten Tagen on Tour Ende Juli machen... schmunzel

Gerade wenn du nur noch wenig Zeit hast, würde ich eher zu einem fertigen Rad greifen, anstatt lange ein bestehendes Rad umzubauen.

Wichtig ist vor allem, das du dich auf dem Rad wirklich wohl fühlst. Das scheint ja eher bei dem TX400 gegeben zu sein, als beim Surly.
Deinem alten Rad scheinst ja auch nicht mehr wirklich zu vertrauen? Gerade nach 10 Jahren dauernd draußen abgestellt, vermutlich ohne guter Pflege (?), da wird vermutlich so einiges fällig sein...

Ja, einen Lowrider kann man auch über Schellen montieren. So es vernünftig gemacht wird, hält es sicher auch. Es ist und bleibt aber eine Notlösung.
von: marieausparis

Re: Beratungsbitte Reiserad - 09.06.19 11:05

Danke, das sind beides gute Tipps! Ich dachte bislang, dass dieses Trägheitsgefühl durch die stärkere Gabelvorbiegung käme. Gegen das TX-400 spricht spricht eben meine Sorge, dass es durch die fehlende Agilität mir weniger Spaß machen könnte. Sicher spielt da auch die Gewohnheit von meinem bisherigen Rad mit rein, aber ich möchte mit Gepäck schon nicht nur Asphalt fahren und ggf. auch mal Richtung Bike-Packing denken können. Natürlich ist mir bewusst, dass das eine eierlegende Wollmilchsau wäre, aber ich dachte, da könnte ich mit den beiden nicht-TX400 Varianten näher dran kommen (eher MTB-Geometrie). Das mit den Reifen ist halt schwierig zu testen vor dem Kauf.
Was mein bisheriges Rad betrifft, bin ich unschlüssig, ob ich ihm vertrauen soll. Wie gesagt, der Rahmen hat keinen offensichtlichen Schaden und ich bin recht leicht, was die Beanspruchung reduziert. Aber ja, es müssten fast alle Anbauteile ersetzt werden. Hat denn jemand noch eine Idee, wie ich z.B. an oben erwähntes Laufrad kommen könnte? Wenn ich Probleme mit den Teilen hätte, hätte es sich ja sowieso erledigt...
von: cyclist

Re: Beratungsbitte Reiserad - 09.06.19 11:34

Moin Marie,
die "Agilität" relativiert sich, sobald du auch vorne Taschen dran hast. Je nachdem, was vorne in den Taschen drin ist, nur leichte Sachen, oder auch mal nach einem Einkauf um die 20kg, ist das egal, wie agil das Rad an sich ist.
Wichtig wäre mir jedenfalls, dass das Rad auch bei ruppigen Pisten, wie auch bei längeren Abfahrten stabil läuft.

Wenn du wirklich eine eierlegende Wollmilchsau suchst, dann bleibt dir nix anderes übrig, wie das du dir alle Teile, vom Rahmen bis zur letzten Schraube, einzeln selber besorgst und auch montierst.
Wenn du bei deinem alten Rad alle Teile austauschen willst, oder musst, dann rechne einmal durch, rechne dann aber auch parallel den Aufwand dazu, den du benötigst, dein altes Rad wieder fit zu machen (Teile beschaffen, demontieren, montieren, ...).
Lernen, zu schrauben, kannst du auch am neuen Rad.

Fertige Laufräder, auch mit Nabendynamo, mit Son oder Shutter, gibts bei vielen Radläden oder Versendern. Schmidt (SON) (PDF, Lieferprogramm mit Preisen 2019) bietet auch (über den Fachhändler) fertige Laufräder an.
AnSONsten zwinker auch einige andere Anbieter..., z.B. meilenweit, bike24, kurbelix, einfach mal selber suchen...

Versand entweder an jemanden in D, oder direkt nach F.
von: memy

Re: Beratungsbitte Reiserad - 09.06.19 11:53

In Antwort auf: marieausparis
Das Rad steht seit 10 Jahren draußen und ist aus Stahl: Soweit ich das durch reines ins Sitzrohr-Schauen beurteilen kann, ist es nicht extrem rostig, aber da sehe ich ja nicht alles - hat jemand Erfahrungswerte, wie schnell so ein Radl so durchrostet, dass das nichts mehr wird, bzw. wie ich das genauer herausfinden könnte?
Das ist unmöglich zu beantworten, dazu gibt es zu viele unbekannte Variablen in der Gleichung.

In Antwort auf: marieausparis
Die aktuelle Gabel hat keine Ösen für den Gepäckträger. Inwieweit schränkt das meinen Transport auf einem Lowrider ein? Es gibt ja die Möglichkeit, das mit Schellen zu machen, aber hält das (auch wenn man die Fuhre mit Last gut durchrüttelt) langfristig?
Generell halten wird solch eine Lösung schon, für mich wäre das aber keine Option für eine längere Radtour (womit ich Reisen von mehreren Monaten meine). Wenn du mit eher wenig Gepäck unterwegs bist und die Beladungsgrenze für solch einen Träger eher unterschreitest... dann spräche imho nichts dagegen.

In Antwort auf: marieausparis
Ich habe für den Umbau einen Händler gefunden, bei dem ich das unter Anleitung machen könnte - fände ich super, da ich dabei dann auch gleich was lerne. Leider handelt dieser Händler aber nur mit Shimano-Teilen, alles andere müsste ich selbst zusammensuchen. Davon habe ich wenig Ahnung.
Das ist doch eine tolle Gelegenheit! Und wegen zu verbauender Teile kannst du ja hier fragen.


In Antwort auf: marieausparis
Meine Hauptsorge dabei sind die Laufräder, v.a. vorne, da ich gerne einen Dynamo hätte. Am liebsten einen von Shutter Precision oder den SON28. Gibt es da 26''-Räder, die schon eingespeicht sind und sich für ein Reiserad eignen?
Qualitativ hochwertige Laufräder sind sicher grundlegend wichtig. Komplett aufgebaut mit Dynamo gibt es die zB bei Meilenweit. Zu der handwerklichen Qualität der dort gebauten Laufräder kann ich nichts sagen.
Wie lange (und ab wann) mit etwa welchem Systemgewicht möchtest du denn wo unterwegs sein? Das wären Informationen, die helfen würden deine Fragen zu beantworten.

Gruß
Horst
von: marieausparis

Re: Beratungsbitte Reiserad - 09.06.19 12:47

Hallo zusammen,

danke erstmal für die Link-Optionen und Hinweise, wo ich eingespeichte SON28-Räder finden kann, weiß ich nun. Shutter Precision finde ich aber leider nach wie vor nicht. Vielleicht suche ich falsch oder das gibt es nicht?

Was die Agilität unter Beladung angeht, hast du bestimmt recht, dass da eher die Fahrstabilität zählt. Die scheint zumindest beim TX-400 und beim Troll ja OK zu sein, wenn ich andere Beiträge betrachte. Ggf. gibt es da noch Tolleres (Patria, etc., aber das ist mir im Moment zu teuer). Wie das bei meinem Rad aussieht, wäre natürlich nicht ganz bewiesen, das konnte ich noch nicht mit Vorderradtaschen testen. Mir geht es aber neben dem beladenen Zustand (Wunsch: stabil) auch darum, dass das Rad im leichter beladenen Zustand (Wunsch: agil) Spaß macht.

Zur Reise: Ich möchte eher ergebnisoffen losfahren, d.h. so lange ich Lust (und Geld) habe, ab Deutschland los, erstmal nach Frankreich und dann spontan weitersehen, ob ich eher am Atlantik lang nach Portugal und dann nach Osten oder über Südfrankreich direkt nach Osten fahren möchte. Kommt auch etwas darauf an, wie schnell ich vorankomme. Zusätzlich möchte ich Stopps zum Bouldern/Klettern machen - das schreibe ich, weil zu diesen Orten wohl eher kein Asphalt führt. Ob das eher 3 Monate oder 1 Jahr werden, weiß ich noch nicht. Das Ganze soll mit Camping- und Kochausrüstung stattfinden. Wahrscheinlich werde ich erst einmal zuviel dabeihaben. Was das genau wiegen wird, weiß ich noch nicht (habe noch nicht alles zusammen), aber ich hoffe, das gibt einen ersten Eindruck. Ich selbst wiege ~54kg. Für das Systemgewicht fehlt dann noch das Gewicht des Rads, da ich das Rad noch nicht habe, kenne ich auch das nicht genau, aber ich würde mal so 14-16kg vermuten? Reicht das für den ersten Eindruck? Sonst schaue ich nochmal genauer schmunzel
von: habediehre

Re: Beratungsbitte Reiserad - 09.06.19 13:04

Hallo Marie,

wenn Du noch diesen Sommer los willst, rate ich Dir, Dich möglichst nach einem Komplettrad umzusehen. Ich würde unter diesen Umständen keine Zeit mit Rad neu aufbauen vertun, egal ob es das Bestehende oder ein Neues ist. Als Viel- und Gerneschrauber weiss ich, dass der Aufbau schnell einige Wochen dauern kann. Vor Allem, wenn man sich wie Du neu ins Thema einarbeitet.
Und als ausgesprochen leichte Person wirst Du auch mit Serienware glücklich werden. Wichtig sind -wie immer- die Basisdinge (wie von Dir auch schon richtig erkannt): passende Geometrie, passender Sattel und Lenker, leichte Gänge, stabile Gepäckträger vorne und hinten.
Idealerweise findest Du einen Radladen mit Erfahrung im Aufbau von Reiserädern.
Gruß Ekki
von: marieausparis

Re: Beratungsbitte Reiserad - 09.06.19 13:18

Kurzes Update, da ich das vorher vergessen hatte, zu schreiben: ich meinte das TX-400 mit Diamantrahmen in Größe 47
von: Pierrot

Re: Beratungsbitte Reiserad - 09.06.19 15:19

Hi!

Wie wäre es hiermit: Patria Ranger

Den Preis finde ich allerdings zu hoch für ein 7 Jahre altes Rad, aber für 800€ …

Grüße
Peter
von: olafs-traveltip

Re: Beratungsbitte Reiserad - 09.06.19 18:28

Laufräder mit demShutter-Dynamo cibt zB bei Kurbelix. Hatte Cyclist bereits verlinkt, mE sogar relativ günstig. Hätte da fast eines für Diskbrake gekauft, habe mich letztendlich doch für einen Shimano entschieden- wie beim restlichen Fuhrpark auch.
von: JDV

Re: Beratungsbitte Reiserad - 09.06.19 20:22

In Antwort auf: marieausparis
Kurzes Update, da ich das vorher vergessen hatte, zu schreiben: ich meinte das TX-400 mit Diamantrahmen in Größe 47


Falls Du dich dazu entscheiden solltest und sparen möchtest, hier gibt es das Vorjahresmodell für 1.199 €:

https://www.14-gang.de/CartArticle.asp?frmOpgID=575&frmIDOffer=2113540452

Ein Kollege hat dort im Laden sein TX 1200 sehr preiswert bekommen.

Oder hier:

https://www.ebay-kleinanzeigen.de/s-anze...810733-217-1684

Da habe ich meinen TX Randonneur 300 € billiger bekommen. Ist auch ein Ladengeschäft, also kein dubioser Versender.

Die Garantie auf Rahmen und Gabel beträgt 10 Jahre, und der Hersteller ist da sehr kulant. Ich hatte Riefen am Gabelschaft entdeckt und über einen anderen Händler dann eine zweite Gabel bekommen, ohne auch nur eine Quittung zeigen zu müssen.

Eine Rakete ist das TX 400 wohl nicht, und du bist, anders als beim Troll, auf Felgenbremsen fixiert (was ich persönlich nicht schlimm finde). Aber ein rundum stimmiges und zuverlässiges Paket zum guten Preis, da musst Du nur noch den Sattel tauschen. Das Alltagsrad würde ich genau für diesen Alltag weiter benutzen (ohne es zu kennen, Du hast ja leider nicht verraten, was es für eins ist).

Gruß
Jürgen

Zu spät gesehen: Ich hatte den Trapezrahmen verlinkt. Für 1.299 gibt es bei beiden Händlern auch den Diamantrahmen in 47 cm.
von: marieausparis

Re: Beratungsbitte Reiserad - 09.06.19 21:24

[img]https://www.dropbox.com/sh/ij3gb9j425olps7/AAC7yXmkwGfMIM7xMP1PUrKra?dl=0[/img]

Wollte eigentlich schon vorher ein Foto vom Alltagsrad hochladen, unter oben stehendem Link sind nun welche. Es ist immerhin aus Stahl und hat sogar eine 450 Kettenstrebe. Korb käme natürlich ab. Dass die meisten Anbauteile komplett durch sind, weiß ich ;-)

Danke für die Links zum TX-400 Angebot! Ggf. werde ich das in Betracht ziehen schmunzel hast du evtl. noch eine Idee zur Wendigkeit , nachdem du die ja auch angesprochen hast? Die Beschränkung auf die Felgenbremse ist kein Ausschlusskriterium (nur Scheibe wäre es). Besonders nett beim Troll finde ich neben der Wendigkeit die Freiheit bei der Rädergröße. Die vielen Ösen finde ich nebenbei auch ganz nett, wer weiß, was mir noch so einfällt in Zukunft.

Ebenso danke für den erneuten Hinweis auf Kurbelix - war anscheinend vorher zu unfähig zur Suche, hatte da nur "nicht vorrätig" gehabt, aber wurde jetzt doch fündig. Super!
von: JDV

Re: Beratungsbitte Reiserad - 09.06.19 22:20

Über ‚Wendigkeit‘ hatte ich nichts geschrieben. Bei einem Reiserad möchte ich die auch gar nicht in übertriebenem Maße, sondern eher guten Geradeauslauf. Ich bin 18 Jahre mit einem Rad von Achim Nöll auf Reisen gewesen, das sich sehr leicht ausdenken lässt, ich würde es heute sogar nervös nennen. Das kann in brenzligen Situationen sehr vorteilhaft sein, wenn man z.B. kurz entschlossen einem Schlagloch ausweichen will. Wenn du aber mit Packtaschen an der Gabel fährst, ist das sehr anstrengend und sehr nervig. Du musst ständig in kurzen Intervallen gegenlenken. Wenn ich abends dann noch ohne Taschen mit dem Rad fuhr, hatte sich das so automatisiert, das ich Mikro-Schlangenlinien fuhr. Extrem anstrengend, ich weiß immer noch nicht, woran es liegt, Steuerrohrwinkel, Gabelvorbiegung und damit der Nachlauf liegen im üblichen Bereich.

‚Keine Rakete‘ bezog sich auf das Beschleunigungsverhalten des TX 400. Als ich den TX Randonneur probegefahren bin, bin ich anschließend noch auf ein TX 400 mit Rohloff-Schaltung, und der Unterschied in der Beschleunigung, ich nenne das jetzt mal Agilität, war gewaltig. Wobei der Randonneur jetzt natürlich ein ganz anderer Typ ist, aber eben auch kein leichtes Rennrad. Da liegen auch ‚nur‘ zwei Kilogramm Unterschied im Gesamtgewicht.

Da ich mein Nöll mit recht stabilen, aber auch recht schweren Laufrädern (Sputnik-Felgen) schon verlangsamt hatte, wollte ich nicht noch so ein Schlachtschiff im Stall, habe den Randonneur gekauft und baue nebenher mein sehr leichtes MTB zum alternativen Geländereiserad um (was unter dem Strich aber auch nicht preiswert wird).

Jetzt habe ich aber keinen Vorschlag, was eine ‚agilere‘, preiswerte und schnell erhältliche Variante zum TX 400 für dich wäre. Wenn es die gäbe, wäre es bestimmt ein Verkaufsschlager.

Thomas hat doch hier schon ausführlich seinen Troll vorgestellt und findet das Handling deutlich besser als bei seinem Velotraum. Ob es sich mit Gepäck auch spürbar leichter beschleunigen lässt, müsstest Du ihn fragen. Mir ist dieser Aspekt sehr wichtig, ich bin auch verhältnismäßig leicht und spüre das recht deutlich.

In dein bisheriges Rad würde ich kein unnötiges Geld investieren und es zu dem machen, was man hier liebevoll ‚Stadtschlampe‘ nennt.
von: habediehre

Re: Beratungsbitte Reiserad - 09.06.19 22:47

Hallo Marie,
Dein vorhandenes Rad ist grundsätzlich eine gute Basis für einen Reiseradaufbau. Deine Einschätzung, dass da für so eine Tour nahezu alles neu gemacht werden muss, teile ich allerdings.
Und wenn Du die benötigten Teile alle neu kaufst, wird das nicht viel günstiger als das VSF zum Angebotspreis, wenn überhaupt.
Mit einem passenden Gebrauchtrad als Teilespender wirds natürlich schlagartig günstiger, dafür brauchst Du aber Zeit und auch das Wissen, was sich eignen könnte.
Bleibt die Entscheidung:
Mit dem VSF bekommst Du mehr oder weniger das, wozu Du Dein Rad auch umbauen könntest. Nicht weniger, aber auch nicht mehr.
Mit dem Troll hast Du mehr Optionen: Laufradgröße, Scheibenbremse, MTB-lastige Nutzung.

Gruß Ekki
von: AndreMQ

Re: Beratungsbitte Reiserad - 10.06.19 09:28

Ich bin bei Deinen bisherigen Beschreibungen etwas im Zweifel. Problem: Einerseits scheints Du Dich ganz gut auszukennen, andererseits doch nicht. Warum diese Frage? Wer sich selbst ein neues (Reise-)Rad zusammenstellt macht als Neuling Fehler und muss nachbasteln. Wenn man sich das Rad von einem Händler zusammenstellen lässt, der Dich nicht perfekt kennt, passiert das gleiche - nachbasteln. In beiden Fällen teuer gekauft plus teuer nachgebastelt.
Dann kann man aber als Lehrübung das vorhandene Rad aufpäppeln und lernt so dazu. Sonst lehne ich eigentlich die Verwendung alter Rahmen ab, weil der eben nicht die wichtigste und teuerste Komponenten ist, aber Probleme und veraltete Technik einen ständig ärgern können. Die teuerste Komponenten sind der gesamte Antrieb - sogar auch mit Kettenschaltung, erst recht bei Getrieben (hier spielt der Rahmenpreis kaum noch eine Rolle). Aber ein Neurad gleich als Schrauberübung ist auch nicht zu empfehlen (wenn Geld eine Rolle spielt). Also heißt die Frage: Traust Du Dir zu, mit Deinem Händler ein "perfektes" Rad zusammenzustellen, dass dann auch so bleiben kann und nicht gleich umgebaut wird? Das typische und zu vermeidende Nachgebastel sind: Sattel, Sattelstütze, Lenker, Vorbau, Griffe, Gepäckträger v/h - also neue Teile und die ebenfalls gerade neuen wandern in die Kramkiste. D.h. hier muss die Neuwahl einfach gleich stimmen. Bei Leitungsverlegung und Radschützern muss man immer nachoptimieren. Das verlangt etwas Zeit, Nerven und Schrauberideen, aber es kostet nicht viel. Also, wenn kein "perfektes" Neurad zu erreichen ist, dann eben das vorhandene - Vorschlag:
- Keine Scheibenbremse-Aufnahmen, also klassische mechanische V-Brakes (keine HS11/33).
- Alles Material von Shimano aus der aktuellen Alivio-Linie 3x9: NaDy, Naben, Kettenschaltung, Kette, Kassette, Schalteinheiten, Tretlager, V-Brakes.
- Alu-Felgen um die 25mm Maulweite, nicht unter 500g, Speichen DT-Swiss oder Sapim 2.0/1.8/2.0. Die übliche Andra 40 mit um die 750g wäre mir fast zu schwer. Bei Leichtgewicht darf die Felge auch schmaler sein, z.B. eine ZAC 421.
- Reifen Schwalbe Marathon Almotion Evo 55-559, Schlauch. Bei dem Systemgewicht dürften vorne 2,5bar und hinten 3bar reichen.
- Gepäckträger v/h aus der Tubus-Familie.
- Steuerkopf sanieren (weiß nicht, was da drinnen ist).
- Aus den vorhandenen Radschützer lässt sich noch was machen.
- ....
D.h. Einkaufsliste mit konkreten Teilen zusammenstellen (so wie die ersten Teile oben) und dann jedes Teil gegen den vorhandene Rahmen querprüfen.
Da das Systemgewicht erfreulicherweise unter 100kg oder sogar nur bei 90kg liegt, sollte dies ein zuverlässiges Gefährt ergeben. Generell: Mit 54kg Eigengewicht macht es überhaupt keinen Spaß, nochmals das gleiche als Rad und Gepäck mitzuschleppen. Leider sind Kochtöpfe für 110kg-Leute und 54kg-Leute etwas gleich schwer. Gleiches für viele andere Teile. D.h. leichte Leute schleppen prozentmäßig wesentlich mehr Plunder mit sich rum, als schwere Leute. D.h. unbedingt Gewicht sparen.
von: panta-rhei

Re: Beratungsbitte Reiserad - 10.06.19 12:25

Salut Marie,

wenn Du auf dem jetzigen Rad wirklich bequem fährst, ist die Umrüstung mit Selbstbau keine schlechte Idee. Du lernst viel und dass Rad wird genauso, wie dus brauchst. Geld sparst Du eher nicht so sehr, v.a. wenn Du die Teile beim Händler bezieht. Eine Alternative wäre, das Ganze in einer ADFC Selbsthilfewerkstatt zu machen und die Brocken online zu bestellen. Sm Besten hier mal ein paar pics des Rads Posten. Shimano ist sicher OK u.U. auch billiger als Deore ( z.B. Kübeln).

Als Eckpunkte bei Deinem Umbau würde ich Folgendes anpeilen:

- 22 Z vorne auf mit mind. 34Z hinten
- Reifen mind. 35mmBreite
- HR Träger mit 4 Punktbefestigung
- bequemer Sattel
- bequemer Lenker mit mind. 2 Griffpositionen.

Falls aber Neukauf: TX 400
von: panta-rhei

Re: Beratungsbitte Reiserad - 10.06.19 12:28

[zitat=cyclist]Moin Marie,
die "Agilität" relativiert sich, sobald du auch vorne Taschen dran hast.

Wie war...
von: dhomas

Re: Beratungsbitte Reiserad - 10.06.19 12:35

Mit Gepäck vorne dran ist man so oder so nicht wendig, aber es stimmt schon, das TX400 ist ein Geradeausfahrpanzer. Unter Beladung kann man sogar offroad freihändig fahren zwinker

Ich glaube aber du magst es einfach nicht, und deshalb musst du es auch nicht nehmen. Wer will schon mit einem schlechten Gefühl losfahren? Das Rad ist auch ziemlich schwer, mit meinem Sattel bringt es schon 17kg auf die Waage.

Da du so leicht bist könnte Bikepacking auf einem leichten Rad eine Option sein? Ich hoffe nur deine Kletterausrüstung ist nicht zu schwer, weil dann fährst du am Ende doch einen LKW und kannst auch gleich das VSF nehmen.
von: panta-rhei

Re: Beratungsbitte Reiserad - 10.06.19 12:40

Nachtrag: den Pics nach kann man vermutlich schon ein gutesReiserad daraus bauen .fraglich isteher der Zeitrahmen ... wenn Du diesen Sommer los willst...
von: marieausparis

Re: Beratungsbitte Reiserad - 10.06.19 23:13

Hallo zusammen,

einmal mehr danke für alle Ideen und Anregungen!

Generell geht es mir mit dem Umbau des alten Rads nicht nur darum, Geld zu sparen (was natürlich nett wäre), sondern auch darum, einerseits ggf. einen für mich guten Kompromiss aus bequemer Sitzposition und etwas agilerem Rad zu finden, und andererseits könnte ich beim Umbau natürlich was lernen. Und dann ist da noch die langfristige Nutzbarkeit des Rades. In Zukunft könnte ich mir damit schon gut auch eine Nutzung ohne/mit weniger Gepäck vorstellen. Bikepacking hatte ich mir auch schon überlegt und möchte diesbezüglich gerne flexibel bleiben.

@dhomas: Habe auch überlegt, direkt mit Bikepacking zu starten, aber habe die Befürchtung, dass das Hinterrad nicht so glücklich über eine zu starke Beladung des hinteren Gepäckträgers sein könnte - Zelt, Kocher, etc, sind bei mir ja auch nicht unbedingt anders als bei einem größeren/schwereren Fahrer? Von meiner Kletterausrüstung werde ich nur das Nötigste mitnehmen: Schuhe sicher, ggf. noch Gurt/Karabiner/Megajul, aber letzteres überlege ich wegen des Gewichts noch. Schuhe sind nicht schwer.

Es ist nicht so, dass ich das TX-400 generell nicht mag, es klingt eigentlich ziemlich vernünftig. Mein Gefühl dazu schwankt etwas, aber es kommt eben immer wieder die Frage auf, ob es mir wirklich langfristig Spaß macht oder ich nicht lieber doch gleich ein bisschen mehr (Zeit/Geld) investiere, um etwas für mich leichter zu Fahrendes zu bekommen. Andererseits ist da die Frage, ob es sich lohnt und die anderen Optionen wirklich (spürbar) leichter zu fahren sind.

AndreMQ hat mich da schon ganz gut durchschaut, was meine Kenntnisse angeht. Ich habe schon einiges gelesen und in der Theorie auch verstanden bzw. mir eine Idee davon gemacht, was für mich passend sein könnte an Anbauteilen. Das praktische Wissen (abgesehen von einfachen Dingen wie Bremszüge tauschen und Co) geht mir aber ab, genauso wie das Wissen zu weniger offensichtlich zu Beachtendem. Es gibt also sicherlich Punkte, die ich erst nach Ausprobieren feststellen würde. Mit manchem würde ich dann wohl aber erstmal leben (müssen). Was die angesprochenen kritischen Teile betrifft:
Sattel: große Unsicherheit, allerdings hätte ich die ja auch bei einem Rad von der Stange
Sattelstütze: würde ggf. die bisherige weiterverwenden -> keine Extrakosten.
Lenker: würde es mit einem geraden versuchen, plus Hörner, hatte das bisher immer und kann mich mit Rennlenkern bisher nicht anfreunden
Griffe: die von Ergon, da bin ich mir recht sicher
Gepäckträger: evtl. würde ich für hinten erstmal meinen bisherigen behalten bis er das Zeitliche segnet (keine Kosten), für vorne würde ich einen von Tubus nehmen und denke da eher nicht, dass ich den schnell tauschen wollen würde.
Das mit dem Zusatzgewicht, was prozentual im Vergleich zu schwereren Fahrern hoch ist, habe ich mir auch schon überlegt. Deshalb auch die vielen Überlegungen, wie ich wenigstens kein allzu schwer zu fahrendes Rad zusammenbekomme. Und die Überlegung, dass ich die Beladung am Vorderrad in Zukunft potentiell reduzieren möchte, wobei die Agilität sich dann hoffentlich wieder mehr bemerkbar machen würde...

Zum Vorschlag mit der Selbsthilfewerkstatt: meines Wissens ist die nächste von mir aus vom ADFC erst wieder in Frankfurt, was meinen Umbaufortschritt ziemlich reduzieren würde (ich arbeite voll, da ist es besser, wenn die Werkstatt nah ist, damit sich das abends noch lohnt). Es gibt eine andere, die auch nah ist, allerdings habe ich die Befürchtung, dort mehr Fehler zu machen (sehr stark besucht), deshalb die Idee mit dem Händler.

@JDV: puh, ich hatte Wendigkeit und Agilität bisher immer in eine Kiste gepackt, aber deine Beschreibung des Ganzen über die Beschleunigung beschreiben mein Empfinden tatsächlich besser, als ich das bislang selbst konnte - danke! Ein extrem nervöses Rad möchte ich natürlich auch nicht, dachte nur, dass es vielleicht einen guten Kompromiss gäbe, zumal bei meinem eher nicht ganz so hohen Gewicht. Was für ein leichtes MTB baust du denn zum Reiserad um? Wäre das vielleicht noch eine Alternative? Thomas' Troll-Thread habe ich schonmal mit einer ähnlichen Frage kommentiert, leider bislang ohne Antwort. Wahrscheinlich ist das einfach untergegangen, ich probiere es gleich nochmal per privater Nachricht. Danke für den Hinweis!

Der Zeitrahmen macht mir auch etwas Sorgen und mir ist schon klar, dass ich mich sehr schnell entscheiden sollte. Meine Idee ist, dass ich notfalls eben eine Woche später losfahre und in der noch Vollzeit ich mit dem Rad beschäftige bzw. wenn ich merke, dass es zum Problem wird, doch Teile an eine professionelle Werkstatt auszulagern versuche.

Ich habe da noch was, wobei ich mich über einen Tipp freuen würde (Bilder dazu habe ich zu oben stehendem Link hinzugefügt): Da ich das Troll ja nur eingeschränkt probefahren konnte, habe ich versucht, über die Geometrieangaben der Hersteller die Sitzpositionsmöglichkeiten vom Troll (Größe XS, S) mit der Position vom TX-400 (Größe 47) zu vergleichen. Leider komme ich damit auf keinen grünen Zweig, da die Maße in sich nicht stimmig zu sein scheinen (siehe ungleich-Zeichen im Bild). Inzwischen zweifle ich an mir und meinen Rechenkünsten, alternativ könnte ich auch irgendeine Maßbezeichnung falsch verstanden haben. Über Ideen dazu würde ich mich auch sehr freuen!

Und zu guter Letzt: danke für den Patria Ranger Vorschlag - den schaue ich mir morgen mal an schmunzel

Viele Grüße und eine gute Woche
Marie
von: Pierrot

Re: Beratungsbitte Reiserad - 11.06.19 06:21

Hallo Marie,

Patria Ranger

Eben gesehen: da hat der Besitzer das Rad seit 9 Monaten für weniger Geld angeboten und ist es bislang trotzdem nicht losgeworden. Wenn es also für Dich in Frage käme, würde ich versuchen noch weiter zu handeln.

Grüße
Peter
von: AndreMQ

Re: Beratungsbitte Reiserad - 11.06.19 07:03

In Antwort auf: marieausparis
….
Sattel: große Unsicherheit, allerdings hätte ich die ja auch bei einem Rad von der Stange
Sattelstütze: würde ggf. die bisherige weiterverwenden -> keine Extrakosten.
Lenker: würde es mit einem geraden versuchen, plus Hörner, hatte das bisher immer und kann mich mit Rennlenkern bisher nicht anfreunden. …
… ich hatte es jetzt so verstanden, das die Ergonomie des vorhandenen Rades ok ist, d.h. Lenker, Vorbau, Sattel und Sattelstütze und damit die ganze Körperhaltung. Ergon-Griffe sind eigentlich immer eine gute Wahl. D.h. mit dem vorhandenen Rad ist eine Tour mit 100km machbar, ohne dass der Hintern abfällt. Daher hatte ich die bewusst nicht auf der Einkaufsliste. Zumindest laut Bild sind auch nicht alle Komponenten durch. Mit Antrieb und Laufräder wären aber die gesamte Mechanik eh neu, der ergonomiebestimmende Teil aber bewusst nicht.
von: BeBor

Re: Beratungsbitte Reiserad - 11.06.19 07:04

In Antwort auf: Pierrot
Eben gesehen: da hat der Besitzer das Rad seit 9 Monaten für weniger Geld angeboten und ist es bislang trotzdem nicht losgeworden.

Auch die in der Anzeige noch angebotene Versandform „Hermes Fahrradversand“ ist inzwischen klammheimlich verstorben.

Bernd
von: Pierrot

Re: Beratungsbitte Reiserad - 11.06.19 07:08

In Antwort auf: BeBor
In Antwort auf: Pierrot
Eben gesehen: da hat der Besitzer das Rad seit 9 Monaten für weniger Geld angeboten und ist es bislang trotzdem nicht losgeworden.

Auch die in der Anzeige noch angebotene Versandform „Hermes Fahrradversand“ ist inzwischen klammheimlich verstorben.


Das liegt aber nur daran, dass Hermes den Fahrradversand (unverpackt) Anfang 2019 eingestellt hat.
von: marieausparis

Re: Beratungsbitte Reiserad - 11.06.19 07:40

Oh, ich fürchte, das war ein Missverständnis, tut mir leid. Ich hatte das nicht auf das bestehende Rad bezogen, sondern generell. Am bestehenden Rad würde ich definitiv den Sattel tauschen wollen. Auch die Griffe würde ich tauschen. Sattelstütze und Vorbau bzw. Lenker nicht unbedingt. Hätte gerne einen etwas größeren Abstand zwischen Sattel und Lenker, aber zumindest den Sattel könnte man mit den bestehenden Teilen noch etwas nach hinten versetzen, das könnte schon reichen. Ich meinte eher, dass der Rahmen eine gute Sitzposition hergibt grins

Komponenten, die aus meiner Sicht durch sind: Antrieb, Kurbel, Bremsen, Sattel, Griffe, Mäntel. Vorderrad würde ich zwecks NaDy tauschen. Hinterrad hat lockere Speichen, evtl. reicht Reparatur? Dann käme noch die Frage mit der Gabel/Ösen dazu, ob da tauschen Sinn macht bzw. was es da gäbe, weiß ich nicht.
von: Pierrot

Re: Beratungsbitte Reiserad - 11.06.19 08:33

Für die Gabel gibt es sowas!

Wenn Du Dir allerdings vorstellen kannst, regelmäßig Radtouren mit Gepäck zu machen, dann ist eine Gabel mit Ösen eleganter. Bei einer Gabel mit Lowriderösen ist es praktisch, wenn diese durchgehend sind. Dann kannst Du auch einen Tubus Duo montieren (Lowrider ohne Bügel). Der Tubus Duo wird von der Gabel-Außenseite und von der Gabel-Innenseite befestigst.

Grüße
Peter
von: AndreMQ

Re: Beratungsbitte Reiserad - 11.06.19 08:56

In Antwort auf: marieausparis
Ich hatte das nicht auf das bestehende Rad bezogen, sondern generell. Am bestehenden Rad würde ich definitiv den Sattel tauschen wollen.
Ok, bei der Sitzpositon geht ein Brooks B17S
In Antwort auf: marieausparis
Auch die Griffe würde ich tauschen.
Ok, der Klassiker Ergon GP1, wenn die Hörnchen nicht benötigt werden.
In Antwort auf: marieausparis
Sattelstütze und Vorbau bzw. Lenker nicht unbedingt. Hätte gerne einen etwas größeren Abstand zwischen Sattel und Lenker, aber zumindest den Sattel könnte man mit den bestehenden Teilen noch etwas nach hinten versetzen, das könnte schon reichen. Ich meinte eher, dass der Rahmen eine gute Sitzposition hergibt grins
Dann probiere das heute mal aus, denn der Vorbau ist bereits lang und wenn jetzt immer noch der Sattel nach hinten soll, dann stimmt da was nicht. Ein B17S lässt aufgrund seiner kurzen Schienen kaum ein Verschieben zu. Ist das eine gefederte Sattelstütze? MMn benötigen (leichte) Leute mit passendem Sattel weder Polsterhosen, noch gefederte Sattelstützen.
In Antwort auf: marieausparis
Komponenten, die aus meiner Sicht durch sind: Antrieb, Kurbel, Bremsen, Sattel, Griffe, Mäntel. Vorderrad würde ich zwecks NaDy tauschen. Hinterrad hat lockere Speichen, evtl. reicht Reparatur?
Ok, aber Laufräder komplett wechseln. Weiterhin bei Schrittlänge um die 75cm oder darunter auch an die 165mm-Kurbel denken.
In Antwort auf: marieausparis
Dann käme noch die Frage mit der Gabel/Ösen dazu, ob da tauschen Sinn macht bzw. was es da gäbe, weiß ich nicht.
Nein, Ösen wären kein Grund zum Tausch. Tubus bietet eine vernünftige Lösung mit Schellen an. Und da ich sicher bin, dass Du vorne keine Möbel transportieren wirst, ist das auch stabil. Und Radschützer bekommt man immer dran.
Fazit: Wäre Zeit, eine konkrete Einkaufsliste zu starten und dann Teil für Teil abzuprüfen. Nach Klärung Bestellung an bike-components o.a. beamen und nach wenigen Tagen ist ein komplettes Teilepaket im Hause. Es gibt da sicher Muster im Netz, im Beitrag #1252843 in diesem Thread ist ein pdf als Muster: Leichtes, reisetaugl. Alltags-/Vielfahrerrad (Ausrüstung Reiserad)
von: Sickgirl

Re: Beratungsbitte Reiserad - 11.06.19 09:26

Dafür ist der Duo auch für drei Kilo weniger zugelassen und was daran praktischer ist wenn man zwei Schrauben mehr einbauen muss leuchtet mir auch nicht ein.

Wenn ich mir auch die zwei so anschaue kann ich mit dem Tara leichte Ungenauigkeiten zweischen den Montagepunkten besser ausgleichen
von: JDV

Re: Beratungsbitte Reiserad - 11.06.19 11:43

In Antwort auf: marieausparis


Ich habe da noch was, wobei ich mich über einen Tipp freuen würde (Bilder dazu habe ich zu oben stehendem Link hinzugefügt): Da ich das Troll ja nur eingeschränkt probefahren konnte, habe ich versucht, über die Geometrieangaben der Hersteller die Sitzpositionsmöglichkeiten vom Troll (Größe XS, S) mit der Position vom TX-400 (Größe 47) zu vergleichen. Leider komme ich damit auf keinen grünen Zweig, da die Maße in sich nicht stimmig zu sein scheinen (siehe ungleich-Zeichen im Bild). Inzwischen zweifle ich an mir und meinen Rechenkünsten, alternativ könnte ich auch irgendeine Maßbezeichnung falsch verstanden haben. Über Ideen dazu würde ich mich auch sehr freuen!


Und zu guter Letzt: danke für den Patria Ranger Vorschlag - den schaue ich mir morgen mal an schmunzel

Viele Grüße und eine gute Woche
Marie


Ich habe mal die relevanten Daten von Troll xs/Troll s/ TX 400 47 (in dieser Reihenfolge) zusammen gestellt:

Reach: 37,1 / 39,3/ 40
Stack: 55,1 / 56,1 / 51,4
Oberrohrlänge: horizontal: 54,5 / 57,5 / 56,5
Radstand: 101,6 / 104,1 / 106,3
Überstandshöhe: 72,0/ 74,9 / ??
Kettenstrebe: 42,4 / 42,5 / 45

Steuerrohrwinkel: 71° / 71° / 71,5°
Gabelvorbiegung: 43 mm / 43 mm / 52 mm

Das TX ist also länger, sowohl in der Sitzlänge (ergibt sich aus dem Reach) als auch im Radstand, dafür ist die Lenkerbasis deutlich tiefer (ergibt sich aus Stack). Beide Räder haben für die Größe eine ordentliche Sitzlänge (was ich seeehr gut finde, die meisten anderen Räder wären mir viel zu kurz), auf dem Surly sitzt man grundsätzlich aufrechter, auf dem TX flacher und etwas gestreckter.

Bei der Lenkgeometrie gehen beide unterschiedliche Wege : VSF mit etwas steilerem Lenkwinkel, aber größerer Gabelvorbiegung müsste weniger Nachlauf und damit schlechteren Geradeauslauf, aber bessere Lenkdynamik haben (entgegen seinem Ruf), gleicht das aber durch längeren Radstand aus (durch die längeren Kettenstreben). Surly mach genau das Gegenteil: Etwas flacherer Lenkwinkel, wenig Gabelvorbiegung und damit mehr Nachlauf (= besserer Geradeauslauf, aber trägeres Lenkverhalten) und gleicht dies mit einem wendigeren, kürzeren Hinterbau aus. Von diesen Daten her ist es also nicht zwingend nachvollziehbar, warum das Surly wendiger sein sollte. Aber ich schrieb schon einmal weiter oben über ein eigenes Rad, das die technischen Daten nicht unbedingt das subjektiv empfundene Fahrverhalten ausdrücken müssen.

Um jetzt zu wissen, welcher Rahmen mit welchen Anbauteilen für dich ideal wären, müsste man deine Arm-, Rücken- und Schrittlänge wissen und damit entsprechende Formeln füttern, oder noch besser etwas wie den Patria Velochecker ausgiebig benutzen. Geometrieberatung ist fernschriftlich nicht wirklich erschöpfend möglich.

Ich würde dir, auf Grund der knappen Zeit und mangelnder Schraubererfahrung, immer noch ein Komplettrad mit ausgiebiger Probefahrt empfehlen.
Die Ergonomie halte ich immer noch für das wichtigste, dann kommt das grundsätzliche Fahrverhalten, den Rest kann man später noch austauschen.

Zum Patria Ranger: Das hat Sputnik Felgen. Sehr stabil und langlebig. Dass ich damit mein bisheriges Reiserad zum lahmen Gaul gemacht habe, habe ich weiter oben schon beschrieben.

Wenn dir das TX 400 zu träge war, dann vergiss es. Ich habe gerade mit einer sehr kleinen Kollegin gesprochen (152 cm), die hatte es 10 Jahre als Reiserad benutzt und es jetzt gerade verkauft, weil sie keine Radreisen mehr macht. Jetzt flitzt sie mit einem 11 kg leichten Canyon Commuter zur Arbeit und würde das mit dem schweren VSF nicht mehr machen wollen. Als Reiserad würde sie es sich aber wieder holen...

Das Surly ist universeller aufbaubar, aber du brauchst einige Zeit und einiges Wissen, um es sinnvoll zusammen zu stellen und dann noch jemanden, der es dir gut zusammen baut oder zumindest dabei hilft. Vielleicht kannst du über bike components oder Hibike auch ein Troll aufbauen lassen.

Einen Blick wert wäre vielleicht noch meilenweit.net, vielleicht haben die in Bochum ein kleines Intec aufgebaut zum Probefahren stehen.

Gruß
Jürgen
von: Gepäcktour

Re: Beratungsbitte Reiserad - 11.06.19 17:30

Hallo Marie,
ich frage mich, ob die genannten Räder nicht alle etwas überdimensioniert und somit zu schwer für deine Vorhaben sind. Gerade wenn du mit Bikepacking liebäugelst und selbst nur ganz wenig Gewicht auf die Waage bringst.
Ich fahre ein 17kg-Reiserad (Utopia) im täglichen und ganzjährigen Einsatz, sowie im Sommer bei meinen geliebten Pässetouren in den Alpen. Ich habe mein Gepäck sehr gewichtsoptimiert und kann auf Lowrider verzichten (mit Zelt, Kocher und allem Geraffel komme ich auf 15 kg). Es ist zwar schön, ein Rad zu fahren, das fast unendliche Zuladungsreserven hat, aber summa summarum wäre ich vielleicht mit einem 12kg-Rad (z.B. ein Reiserad aus einem Gravelbike gewildert) noch glücklicher.
Vor allem vor einem Neukauf würde ich versuchen, den Einsatzzweck und das Gepäckgewicht möglichst klar zu definieren. Ich plädiere für ein Stahlrahmen-Gravelbike (vielleicht das Poison Cyanit?)
Liebe Grüße, Thomas
von: panta-rhei

Re: Beratungsbitte Reiserad - 11.06.19 19:45

In Antwort auf: Sickgirl
Dafür ist der Duo auch für drei Kilo weniger zugelassen und was daran praktischer ist wenn man zwei Schrauben mehr einbauen muss leuchtet mir auch nicht ein.

Wenn ich mir auch die zwei so anschaue kann ich mit dem Tara leichte Ungenauigkeiten zweischen den Montagepunkten besser ausgleichen


Naja, es geht halt angeblich um aesthötick, versteh isch eh nix von ... klar ist der Tara der Robustere ...
von: AndreMQ

Re: Beratungsbitte Reiserad - 11.06.19 19:52

Da gerade einige eigene Bestellungen anstanden, habe ich mal die Variante "vorhandenes Rad mit Neuteilen hochrüsten" mit typischen Marktpreisen als ersten Eindruck durchgespielt. Hier die Tabelle . Nun kann man beliebig über jedes Teil diskutieren.
von: panta-rhei

Re: Beratungsbitte Reiserad - 11.06.19 20:07

In Antwort auf: AndreMQ
Da gerade einige eigene Bestellungen anstanden, habe ich mal die Variante "vorhandenes Rad mit Neuteilen hochrüsten" mit typischen Marktpreisen als ersten Eindruck durchgespielt. Hier die Tabelle . Nun kann man beliebig über jedes Teil diskutieren.

Hm, wenn sie es aber mit dem Händler macht, wirds teurer ... wobei ich ja grundsätzlich FÜR umrüsten bin ... wenn denn die Zeit reicht ...
von: AndreMQ

Re: Beratungsbitte Reiserad - 11.06.19 20:25

In Antwort auf: panta-rhei
... Hm, wenn sie es aber mit dem Händler macht, wirds teurer ... wobei ich ja grundsätzlich FÜR umrüsten bin ... wenn denn die Zeit reicht ...
Ja, das ist schwierig. In einem Komplettrad und eventuell einem herabgesetzten Modell sind gute Einkaufskonditionen für die Teile versteckt. Über den bekannten Online-Handel für Endverbraucher kommt man an diese Werte nicht heran, bleibt aber bei kompletter Eigenarbeit im Rahmen. Wenn die gesamte Bastelei auch über den Händler läuft, dann kann das richtig hoch werden, aber letztlich ist eine Einzel-Vereinbarung mit dem entsprechenden Fahrradladen. Nur was soll man denn vereinbaren, wenn es keinen Vorschlag für eine Teileliste gibt? Es mit so einer Liste selbst zu machen, d.h. erst einmal jedes Teil prüfen (kann es überhaupt passen), dann Vollständigkeit herstellen, dann den Kram bestellen und dann selbst zusammenbauen, ist die beste Übung für ein Reiserad.
von: Kubikus

Re: Beratungsbitte Reiserad - 11.06.19 20:30

In Antwort auf: marieausparis

1) Das Rad steht seit 10 Jahren draußen und ist aus Stahl: Soweit ich das durch reines ins Sitzrohr-Schauen beurteilen kann, ist es nicht extrem rostig, aber da sehe ich ja nicht alles - hat jemand Erfahrungswerte, wie schnell so ein Radl so durchrostet, dass das nichts mehr wird, bzw. wie ich das genauer herausfinden könnte?

Hallo Marie, schau mal bitte an den Stellen, wie Tief der Rost ist, falls nur ein Flugrost, also an der Oberfläche, so kannst Du hier einen Rostentferner verwenden (vom Baumarkt) und die Stellen dann mit Lack bedecken (auch vom Baumarkt)
Zitat:

2) Die aktuelle Gabel hat keine Ösen für den Gepäckträger. Inwieweit schränkt das meinen Transport auf einem Lowrider ein? Es gibt ja die Möglichkeit, das mit Schellen zu machen, aber hält das (auch wenn man die Fuhre mit Last gut durchrüttelt) langfristig?

Kommt wahrscheinlich auf den Lowrider an. Ich hatte auf der letzten Radreise einen Zefal Lowrider, welches mit Schellen sogar an einer Luftfedergabel eines MTBs befestigt war und hat gehalten. Je Tasche waren ca. 7 kg beladen. Ich würde Dir da empfehlen, sich nicht davon abzuhalten, denn wenn Dir das Fahrrad gut passt, so hast Du eine gute Basis, für zumindest diese Reise und kannst erst mal die Erfahrung machen. :-)
Zitat:

3) Ich habe für den Umbau einen Händler gefunden, bei dem ich das unter Anleitung machen könnte - fände ich super, da ich dabei dann auch gleich was lerne. Leider handelt dieser Händler aber nur mit Shimano-Teilen, alles andere müsste ich selbst zusammensuchen. Davon habe ich wenig Ahnung. Auch, worauf ich speziell achten sollte. Da ich bald losfahren möchte, habe ich nicht mehr viel Zeit für Trial-and-Error (und das wäre dann auch wieder teurer) oder lange warten bis ich was bei Ebay und Co finde. Meine Hauptsorge dabei sind die Laufräder, v.a. vorne, da ich gerne einen Dynamo hätte. Am liebsten einen von Shutter Precision oder den SON28. Gibt es da 26''-Räder, die schon eingespeicht sind und sich für ein Reiserad eignen? Was für eine Art von Achse empfehlt ihr mir?
Schaltung, Kassette, etc. würde ich wahrscheinlich die Deore nehmen. Gibt es andere Komponenten, bei denen ihr mir von Shimano abraten würdet? Ggf. mit Alternativen und vielleicht sogar mit Kaufmöglichkeit?

Grundsätzlich halte ich Shimano für die beste Wahl, wenn auch ich von einem Nabendynamo keine Ahnung habe. Ansonsten sind Deore die wohl besten Schaltkomponenten, also gute und solide Technik für guten Preis.
Ich hätte Dir gerne persönlich dabei geholfen oder gar einen Teil der Reparatur in die Hand genommen, doch Du bist zu weit entfernt.

Viel Erfolgt bei der Vorbereitung und einen guten Start in die Reise. Ich hoffe, Du wirst eine schöne Zeit haben und viele tolle Momente erleben. Ich wünsche es Dir!
von: olafs-traveltip

Re: Beratungsbitte Reiserad - 11.06.19 21:31

In Antwort auf: Gepäcktour
Hallo Marie,
ich frage mich, ob die genannten Räder nicht alle etwas überdimensioniert und somit zu schwer für deine Vorhaben sind. Gerade wenn du mit Bikepacking liebäugelst und selbst nur ganz wenig Gewicht auf die Waage bringst.


Das sehe ich ähnlich. Mit einem 18kg++ Rad macht es mir deutlich weniger Spaß als mit einem 14kg Rad und die Wuchterei zB in einen Zug oder über Treppen ist auch deutlich angenehmer.
In Stahl und kleiner Rahmenhöhe habe ich allerdings keinen konkreten Vorschlag parat.
In Alu vielleicht sowas
Nachtrag: Neben VSF und Patria fällt mir zu Stahl die Firma Böttcher ein
von: Falk

Re: Beratungsbitte Reiserad - 12.06.19 01:49

Zitat:
Meine Hauptsorge dabei sind die Laufräder, v.a. vorne, da ich gerne einen Dynamo hätte. Am liebsten einen von Shutter Precision oder den SON28. Gibt es da 26''-Räder, die schon eingespeicht sind und sich für ein Reiserad eignen? Was für eine Art von Achse empfehlt ihr mir?

Wenn SON, dann schon aus Gründen der Zukunftssicherheit unbedingt die Ausführung für Steckachse mit Adapterachse. Wenn es derzeit auch nur eine Bauart für 12mm gibt und möglicherweise der eine oder andere Fanboy von was auch immer schreit, dass genau diese Variante derzeit völlig out wäre, hast Du damit wenigstens schonmal zwei Achsaufnahmebauarten abgedeckt. Die Bauart mit Achsadapter kostet zwar etwas mehr, doch die gewöhnliche Hohlachse ist eben nicht mehr zukunftssicher. Umbauen ist auch nicht vorgesehen. Generatornaben sind ansonsten absolut unauffällig und es ist in jedem Fall besser und auch preisgünstiger, gleich eine einzubauen als hinterher zu wechseln. Dass diese Nabe auch dann einen Bremsscheibenflansch haben sollte, wenn Du den vorerst nicht benutzen willst, ist hoffentlich nicht strittig. In Felgenbremsen habe ich schon vor zwanzig Jahren nicht mehr investiert (und hier wurde auch noch vor zehn Jahren deswegen noch hysterisch »verbrennt den Ketzer« geschrien) und ich werde es auch niemandem empfehlen.

Wie Dein Stand beim Thema »Vorderradgepäckträger« ist, kann ich nach der längeren Diskussion nicht sicher erkennen. Schellen sind aber immer nur eine Verlegenheitslösung und sowas wie Tubus duo halte ich wegen der Kragträger auch nicht für ratsam. Im Zweifel immer für die Stabilität. Schönheit und Eleganz sind allenfalls als Zugabe interessant. Was nutzt es Dir, wenn Du hinterher sagen musst »Die Mühle ist zwar nach drei Tagen zusammengebrochen, aber vorher war sie bildschön«?
von: AndreMQ

Re: Beratungsbitte Reiserad - 12.06.19 06:32

Die Variante "Hochrüstung des vorhandenen Rades" macht nur Sinn, wenn man das "perfekte" Reiserad noch nicht zusammenstellen kann, zusätzlich dafür nicht die hohen Kosten tragen will und dies darüber hinaus noch mit dem Risiko, trotzdem falsch zu wählen. Deshalb lautet der Vorschlag, das Rad günstig, aber zuverlässig hochzurüsten. Dieses Rad würde niemals mehr größere Umbauten sehen (sonst ist die Hochrüstung mißlungen), sondern dient als erstes Übungsgerät für das was man als "Radreisen" für sich entwickelt. Das Gerät wird gut laufen und funktionieren und man wird eine gehörige Weile damit auskommen und dabei Vorstellungen entwickeln, wie ein noch besseres Gerät aussehen wird. Das hochgerüstete Rad wird dann z. B. ein Alltagfahrzeug mit der einzigen Änderung, dass der Frontträger wieder entfernt wird. Sonst bleibt alles und es wird nichts ausgeschlachtet. Wer durchgebremste Felgen und den Tod von 26"-Material fürchtet, bestellt sich halt gleich 4 Felgen, anstelle von nur 2. Das spätere Umspeichen mit vorhandenen Speichen und Nippeln ist auch noch eine gute Übung. Und für das dann "richtige" Reiserad kann alles anders sein. Z.B. diese Fixierung auf Stahl aufzugeben. Wieso muss für 54kg Körpergewicht Stahl eingesetzt werden, wenn auch noch der vorhandene Stahlrahmen keinerlei Infos zum erlaubten Systemgewicht hergibt, was aber hier auch egal ist. Sich von der Kettenschaltung verabschieden, selbstverständlich Scheibenbremsen zu verbauen, die dann aktuellen Technikstandards zu verwenden, auf geringes Gewicht zu achten und zwar bei allen Teilen und Gepäck, damit es in Summe etwas bringt. usw. usw.
von: Sickgirl

Re: Beratungsbitte Reiserad - 12.06.19 07:51

Im Prinzip hast du recht, obwohl ich jetzt auch nach gut 45 Jahren Radfahren immer noch nicht das Bedürfnis habe mich von der Kettenschaltung zu verabschieden
von: iassu

Re: Beratungsbitte Reiserad - 12.06.19 09:05

In Antwort auf: AndreMQ
Sich von der Kettenschaltung verabschieden....
Diese Suggestion, Kettenschaltung sei inferior und Nabenschaltung sein sowieso das einzig Richtige, ist ein Unding.
von: AndreMQ

Re: Beratungsbitte Reiserad - 12.06.19 10:53

In Antwort auf: iassu
Diese Suggestion, Kettenschaltung sei inferior und Nabenschaltung sein sowieso das einzig Richtige, ist ein Unding.
... es gibt nichts suggestives. Beim hochzurüstenden Rad stellt sich die Frage gar nicht, aber in ein paar Jahren für ein komplett neues Reiserad ist es mit die erste Frage - wichtiger als Stahl oder Alu. Die nachträgliche Hin- und Her-Bastelei zwischen den Antriebsgrundkonzepten ist einfach Unfug und maximal teuer. Man sorge einfach dafür, dass die einmal getroffene Einscheidung dauerhaft richtig bleibt. Aktuell ist zu Schaltungen alles mehrfach diskutiert. Erst wenn es mal wieder was neues gibt (vielleicht zur Eurobike 2019 im September), gibt es Diskussionsstoff.
von: Falk

Re: Beratungsbitte Reiserad - 12.06.19 12:05

Zitat:
Diese Suggestion, Kettenschaltung sei inferior und Nabenschaltung sein sowieso das einzig Richtige, ist ein Unding.

Das hat aber auch niemand gesagt. Du weißt doch, dass es völlig Wurscht ist, wie die Katze aussieht, solange sie nur die Mäuse kurzhält.

Trotzdem ist ein Fahrrad ein Baukastensystem und auch der Wechsel der Antriebteile ist kein Problem, wenn man bei der Rahmenauswahl ein bisschen nachdenkt und sich von solchen unsinnigen Konventionen wie »Ein Fahrrad mit Nabenschaltung hat eine fest abgespannte Kette zu erhalten« trennt.

Mit der »nach fünf Jahren wollte ich was neues«-Mentalität kann ich auch weiterhin nichts anfangen. Wer es braucht, soll es tun. Hauptsache, nicht mit meinem Geld.
von: iassu

Re: Beratungsbitte Reiserad - 12.06.19 14:27

In Antwort auf: AndreMQ
In Antwort auf: iassu
Diese Suggestion, Kettenschaltung sei inferior und Nabenschaltung sein sowieso das einzig Richtige, ist ein Unding.
... es gibt nichts suggestives.
Was ist das denn sonst, wenn du formulierst: "sich von der Kettenschaltung verabschieden"? Warum sollte das denn irgendjemand tun? Man "verabschiedet" sich von etwas, weil man sich für etwas Besseres entscheidet. Wenn du geschrieben hättest: "eine endgültige Entscheidung zwischen Nabe und Kette zu treffen", wäre das neutral gewesen. Genauso suggestiv das vermeintlich Bessere lancierend wäre es gewesen, wenn jemand schreibt: "sich vom Rennlenker verabschieden".
von: IndianaWalross

Re: Beratungsbitte Reiserad - 12.06.19 14:32

In Antwort auf: olafs-traveltip
In Antwort auf: Gepäcktour
Hallo Marie,
ich frage mich, ob die genannten Räder nicht alle etwas überdimensioniert und somit zu schwer für deine Vorhaben sind. Gerade wenn du mit Bikepacking liebäugelst und selbst nur ganz wenig Gewicht auf die Waage bringst.


Das sehe ich ähnlich. Mit einem 18kg++ Rad macht es mir deutlich weniger Spaß als mit einem 14kg Rad und die Wuchterei zB in einen Zug oder über Treppen ist auch deutlich angenehmer.
In Stahl und kleiner Rahmenhöhe habe ich allerdings keinen konkreten Vorschlag parat.
In Alu vielleicht sowas
Nachtrag: Neben VSF und Patria fällt mir zu Stahl die Firma Böttcher ein


Das 6xlite Tour allerdings in der Herrenvariante bin ich in der kleinsten Rahmengröße auch 2 Jahre gefahren mit selbst 162cm. Das ist allerdings recht filigan.
Ich hab da zwar auch mal 25kg Gepäck geklatscht, was es absolut spurtreu mitgemacht hat, aber du kriegst da auch nicht unendlich breite Schlappen rein vonwegen mal ins Gelände. Mit besagtem Gepäck und 35er Slicks sind wir damit zwar über alles was SH an Feldwegen hergibt, aber so richtig ins Gelände hätte ich damit jetzt nicht machen wollen, schon garnicht mit Gepäck...
Und mit Gepäckträger vorne und hinten so wie 6Pack am Rad kriegste das mit 54kg auch nirgends mehr gescheit alleine rauf oder reingetragen... meins hatte in 47 mit Lowrider, Pletscherständer und Brooks so wie Flaschenhalter etc. irgendwas zwischen 15-16kg gewogen ohne Taschen und Gepäck.

Damit würde ich heute nicht mehr reisen wollen. Im Moment zwar deutlich mehr als die TE (74kg, will aber wieder auf 65 runter) aber dennoch auch keine Schwerlastfraktion. Bin zum Cyclocrosser und Bikepacking abgewandert, a) geländegängig - fahre seit kurzem jetzt mit hydraulischen Scheibenbremsen und 40er G-One Bite durch die Gegend und b) relativ leicht. Inkl. Flaschenhalter, Sensoren und Pedalen komme ich auf knapp über 10kg. Natürlich ohne feste Lichtanlage oder Schutzbleche (da hab ich welche zum Stecken für den Notfall). Könnte noch sparen durch tubeless und leichtere Pedale, 200-300g wären da noch locker zu holen...

Na auf jeden Fall würde ich mir wirklich wirklich gut überlegen, ob ich mit einem 17kg Trum + 15kg Gepäck glücklich würde, wenn ich selbst nur 54kg wiege und entsprechend klein bin! Ich wiege wie gesagt zwar etwas mehr, aber mir wäre das nix mehr mit 60%+ vom Eigengewicht als Ballast rumzudüsen. zwinker
von: Sickgirl

Re: Beratungsbitte Reiserad - 12.06.19 14:54

Hier wird doch immer erzählt Gewicht wäre überbewertet, aber halt meistens von Männern die mehr wiegen und in der Regell kräftiger sind.

Aber mir macht ein leichtes Rad auch mehr Fahrfreude. Habe jetzt mein Reiserad voll ausgestattet unter 12 kg und mit ca 12 kg Zuladung ist das auch die Grenze die ich noch eine Unterführung rauf und runter getragen kriege
von: MichiV

Re: Beratungsbitte Reiserad - 12.06.19 15:18

Maximale Leichtigkeit muss nicht sein. Kommt auf die persönliche Vorliebe an.

Ich hab lieber ein Rad, dass ein oder zwei Kilo mehr wiegt, dafür aber maximal verwindungssteif ist.
von: Toxxi

Re: Beratungsbitte Reiserad - 12.06.19 15:26

In Antwort auf: olafs-traveltip
In Alu vielleicht sowas

Ich würde von dieser Damenvariante dringend abraten, sondern gleich einen "richtigen" Rahmen nehmen. Man handelt sich dadurch nur Probleme ein. Schwerer, weniger verwindungssteif, kein vernünftiger Platz für Flaschehalter und zumindest bei Felgenbremsen ungünstige Führung der Bowdenzüge. Macht auf Dauer keinen Spaß. Wirklich nicht.

Eine Mitforistin aus Berlin fuhr lange (bzw. fährt es vermutlich noch) ein X6 mit Herrenrahmen. Schönes Rad, ziemlich leicht und dabei stabil. schmunzel Klar, dicke Schlappen gehen nicht rein, aber so wie ich das verstanden habe, soll das sowieso kein Schwerlastrad werden.

Gruß
Thoralf
von: AndreMQ

Re: Beratungsbitte Reiserad - 12.06.19 16:22

In Antwort auf: Sickgirl
Hier wird doch immer erzählt Gewicht wäre überbewertet, aber halt meistens von Männern die mehr wiegen und in der Regell kräftiger sind. ....
Das ist genau das Problem. Ein Rad vollgepackt auf Systemgewicht 160kg mag sich verwinden und miese fahren, nur noch auf 100kg Systemgewicht belastet, läuft es völlig stabil, steif und absolut zuverlässig. Die können einfach nicht umdenken. Leichte 330g-Alu-Felgen überstehen keine 5km bei 160kg, aber mit nur 90 - 100kg sind sie dauerfest und nichts verwindet sich. Noch nicht einmal nachzentriert werden musste auf mittlerweile über 20.000km. Das typische Reiserad-Strickmuster "... lasst Stahl um mich sein, je mehr desto besser ..." ist für leichte Leute einfach unsinnig.
von: Sickgirl

Re: Beratungsbitte Reiserad - 12.06.19 17:09

Darf man fragen was du wiegst?

Wenn ich dein Profilbild anschaue, vermutlich männlich, also tendenziell eher kräftiger wie ich als Frau.
von: Toxxi

Re: Beratungsbitte Reiserad - 13.06.19 09:55

In Antwort auf: Sickgirl
Hier wird doch immer erzählt Gewicht wäre überbewertet, aber halt meistens von Männern die mehr wiegen und in der Regell kräftiger sind.

Ich frage mich, warum du hier anfangen musst zu stänkern? entsetzt In diesem Faden wurde genau das Gegenteil gesagt, und zwar auch von Männern (z.B. Beiträre #1389309 und #1389344). Bitte unterstelle anderen nicht irgendwas, was sie nicht gesagt haben, und hole nicht pauschal zum Rundumschlag aus! Das ist kein schöner Diskussionsstil.
von: Sickgirl

Re: Beratungsbitte Reiserad - 13.06.19 10:26

Oh je, da habe ich mich ausversehen auf die Lieschen Müller und das Hänschen Klein Ebene runterbegeben

Aber musst auch zugeben das hier empfohlen VSF Rad ist ja auch nicht gerade der Inbegriff von Leichtbau. Vielleicht liegt es auch daran das es die Dame als eher träge empfunden hat und nicht nur an den Reifen
von: olafs-traveltip

Re: Beratungsbitte Reiserad - 13.06.19 11:07

Es gibt eben auch Männer, die deutlich unter 90kg wiegen und/oder Erfahrung mit der Findung eines passenden Fahrrads für Ihre Partnerin haben...
von: marieausparis

Re: Beratungsbitte Reiserad - 15.06.19 12:13

@Sickgirl: Welches Rad fährst du denn, das <12kg wiegt? Ich bin neugierig! ;-)

Allen anderen schon einmal danke, ich antworte nachher noch ausführlich!
von: Toxxi

Re: Beratungsbitte Reiserad - 15.06.19 13:27

In Antwort auf: marieausparis
@Sickgirl: Welches Rad fährst du denn, das <12kg wiegt? Ich bin neugierig! ;-)

Ich war zwar nicht gefragt, aber ich habe auch eins. Ich habe lange nicht nachgewogen, beim letzten Mal vor ein paar Jahren waren es um die 11 kg.

Guerciotti Atos Cyclocross

Allerdings fahre ich damit nicht ins schwere Gelände, die Reifen sind nur 35 mm breit. Es lenkt sich auch sehr agil.

Mein Expeditionsrad ist quasi ein Panzer, ibs. mit den jetzt sehr breiten Reifen wiegt das locker 16 kg:

Poison Ethanol MTB

Auf Asphalt und leichten Feldwegen mit nicht zu viel Gepäck (also ohne Zelt) fährt sich der Crosser besser. Ist auch leichter Treppen hochzutragen und bei Hängeständern einzuhängen (z.B. im Zug).

Wenn es aber auf Schotterwegen durch Gebirge geht, läuft das schwerere Rad besser, ibs. bergab. Da schätze ich auch das etwas trägere Lenkverhalten, man verliert nicht so leicht die Spur, wenn es doch mal rutscht.

Insofern kann ich nicht pauschal sagen, welches Rad nun besser läuft. Das kommt immer auf die Umstände an.

Gruß
Thoralf
von: Pierrot

Re: Beratungsbitte Reiserad - 15.06.19 14:09

Hallo Marie:

Wie wäre es damit: Scott Boulder

Da wäre der Name doch dein Programm. Leichte Veränderungen noch, z.B. Umrüstung auf V-Brakes, anderer Sattel, wahrscheinlich kürzerer Vorbau …

Und noch ein Patria Terra


Grüße
Peter
von: Pierrot

Re: Beratungsbitte Reiserad - 15.06.19 14:41

Oder hier: Wheeler 3000 bzw. Wheeler 6300 in Offenbach!
von: Sickgirl

Re: Beratungsbitte Reiserad - 15.06.19 16:56

Gibt es nicht von der Stange, Stahlrahmen auf mein Körpergewicht ausgelegt und dazu passende Teile. Damit fahre ich Straße und mal ein leichten Waldweg.

Fürs Grobe nehme ich ein MTB. Aber die wiegen auch nur zwischen 8 und 13 kg.
von: marieausparis

Re: Beratungsbitte Reiserad - 15.06.19 17:19

Hallo zusammen,

nun, wie angekündigt, die ausfühlichere Antwortversion. Danke für die unglaublich vielen und so engagierten Rückmeldungen nach meinem letzten (langen) Post!

Update zur Ergonomie des bestehenden Rads: Ich habe den Sattel mittlerweile weiter hinten und jetzt passt der Abstand zum Lenker (horizontal) auch. Habe das vielleicht nicht optimal beschrieben gehabt: Ich habe nicht den Sattel an seinen Streben verschoben, sondern das Teil, was Sattelstange und Sattel verbindet, umgedreht. Ich denke, das war vorher falschrum. Jetzt wäre es noch nett, wenn der Lenker etwas weiter oben wäre, ggf. könnte man da noch diese Abstandshalter, deren Name mir gerade nicht einfällt, nutzen? Die gefederte Sattelstütze habe ich mit dem Fahrrad geerbt, sie hat mich nicht gestört, deshalb ist sie bislang noch dran (wenn ich über hoch genuge Absätze fahre, federt sie sogar auch grins ).

Zum Sattel: Sitzt sich ein Brooks auch bei leichten Menschen in vertretbarer Zeit ein?

Ergänzung zu meinen Maßen: Schrittlänge ist 77cm (also 165-Kurbel oder dann doch nicht? Bisher kann ich damit nichts anfangen, aber ich google das gleich mal). Armlänge 57cm. Oberkörperlänge ca. 55cm. Armlänge und Oberkörperlänge habe ich gerade selbst (so wie hier beschrieben: https://www.pasculli.de/wp-content/uploads/downloads/Selbstvermessung_de.pdf) gemessen und könnte somit etwas ungenau sein.

Im (Stahl-)rahmen-Gravelbike-Bereich hatte ich mich schonmal ein bisschen umgesehen, allerdings schien mir das - zumindest bei den Kompletträdern - oft den Haken mit dem Lenker zu haben. Ich komme nämlich mit Rennlenkern leider nicht ganz so gut klar und möchte deshalb an meinem Rad auf jeden Fall einen geraden. Ich schaue aber nochmal, ob ich nicht doch noch was finde.
Andere bisherige Rahmenvorschläge:
- Böttcher: bin ich mal probegefahren und zumindest der Aufbau damals war nicht so meins, da gefühlt so kurz. Könnte aber am Vorbau gelegen haben... Habe ich also noch im Hinterkopf, allerdings bin ich unschlüssig, ob sich das im Vergleich zum bestehenden Rahmen überhaupt lohnt.
- 6xlite Tour: Ist leichter als das aktuelle Rad, das ist positiv, auch wenn es zugegebenermaßen optisch nicht ganz mein Favourit ist. Bin es noch nicht gefahren zwecks Sitzkomfort und Fahrverhalten testen. Indiana Walross, bist du auf die 10kg durch Umbau gekommen oder mit ganz anderem Rad?
- Guerciotti Atos Cyclocross: schade, aber hat wohl eher keine Ösen, wenn ich das richtig sehe
- Intec: Habe ich noch im Hinterkopf, allerdings bin ich unschlüssig, ob sich das im Vergleich zum bestehenden Rahmen lohnt.
Summa summarum würde ich für einen Rahmen wohl schon Geld ausgeben, aber nur, wenn ich damit etwas signifikant besseres bekomme als ich mit dem bestehenden Rahmen habe. Besser für mich heißt (nach aktuellem Stand):
- vielseitiger (Bikepacking, neben V-Brakes auch Scheiben-Option, neben 26" auch größere Reifen möglich (Durchmesser, aber auch Breite, Ösen für Gepäck); damit bin ich beim Troll gelandet gewesen
- leichter bei trotzdem vorhandenen Möglichkeiten für V-Brakes und Gepäckanbauösen
- finanziell besser als ein Umbau, aber bei mindestens gleichem Sitz- und Fahrkomfort
Dabei möchte ich kein Damenrad. Ideen sind willkommen, ansonsten werde ich mich jetzt auch mal mit den Anbauteilen nochmal vertiefter beschäftigen. Die Idee mit dem Aufbau bei Hibike oder bike-components werde ich ggf. prüfen, wobei es mir natürlich schon gefallen würde, wenn der Aufbau so laufen könnte, dass ich etwas mehr davon mitnehmen kann ;-)

Zu Kubikus' Rostanmerkung (leider wirklich etwas weit, dennoch danke für Idee und gute Wünsche!): Der Rost, den ich am Rahmen sehen kann, ist hauptsächlich im Sitzrohr, das macht die Sache etwas schwieriger, aber ich versuche trotzdem mal mein Glück und berichte. Wenn wir schon bei Lack sind: Ich überlege, den alten Rahmen neu zu lackieren, wenn ich schon alles neu aufbaue. Gibt es dazu Empfehlungen bzw. etwas, was ich auf jeden Fall beachten sollte?

Zu den Radvorschlägen aus Kleinanzeigen: Ich glaube, das letzte Patria ist mir leider zu groß. Die beiden Wheeler gefallen mir gut, da werde ich auf jeden Fall mal den Verkäufer anschreiben. Allerdings bin ich unschlüssig, ob sie das sind, was für meine Tour passt, da es beides 28" sind, wenn ich das richtig verstehe, und im Notfall auch keine 26" reinpassen. Das Scott Boulder (Name ist echt super, schon allein deshalb toll!) und erstes Patria sind leider ziemlich weit weg von mir, da wäre das probefahren halt allein schon recht zeit- und kostenintensiv. Das kann sich natürlich lohnen, aber ich stelle sie deshalb trotzdem erst einmal hinten an.

RIESIGES DANKESCHÖN für die Tabelle! Ich habe schon begonnen, sie zu bearbeiten, sobald ich fertig bin, lade ich sie hoch! Ich denke, in jedem Fall ist sie wichtig für mich und wird die Basis eines Gesprächs mit dem Händler sein. Ich bin gerade auch noch dabei, mich nach Alternativen zur Montage beim Händler umzusehen. Allerdings ist es mir schon wichtig, die Arbeitsschritte, die mir neu sind, richtig zu lernen und das nicht auf gut Glück zusammenzuwurschteln. Die Reise könnte ja länger werden und dann möchte ich schon, dass das gut funktioniert. Außerdem wäre das ja eine langfristige Investition in mein Können quasi grins
von: JDV

Re: Beratungsbitte Reiserad - 15.06.19 19:27

Hallo Marie,

Mit deinen Körpermaßen (die kommen mir, bezogen auf die Körpergröße, vielleicht minimal zu lang vor), komme ich auf folgende Geometriemaße:

Sitzhöhe (Abstand Tretlager- bzw. Kurbelwellenmitte bis Oberkante Sattel): 68 cm
Sitzlänge (nach Juliane Neuß Hinterkante Sattel bis Mitte Griff): 79 cm Diese Sitzlänge ist leider bei den Radherstellern nicht gebräuchlich, aber sehr praktisch, weil sie sich aus den Körpermaßen bestimmen lässt.

Aaaber: Bitte nicht den Sattel so verschieben, dass der Abstand zum Lenker passt, sondern anders rum:
Erst die Sitzhöhe einstellen. Die Füße müssen nicht den Boden berühren können. Dann in Fahrhaltung aufsitzen, die Kurbeln in waagerechte Position bringen und beim vorderen Knie direkt unter der Kniescheibe ein Lot (z. B. einen Faden mit irgendeinem Gewicht dran) anhalten, welches dann idealerweise auf die Pedalachse zeigt. Wenn nicht, den Sattel untsprechend vor- oder zurück schieben.
Dann die Sitzlänge mit einem passenden Vorbau anpassen. Wenn das nicht möglich ist, ist der Rahmen zu kurz oder zu lang.
Danach nach längeren Probefahrten noch kleine Korrekturen vornehmen. Als Basis die Lenkerhöhe auf Sattelhöhe einstellen. Das ist auch Geschmackssache. Wenn alles stimmt, merkst du das, es ‚rastet‘ irgendwie ein. Vermutlich hast du bisher zu tief und zu kurz gesessen, es braucht eine Zeit der Umgewöhnung.

Zur Kurbellänge hieß es mal: Körpergröße minus 100. Du wärst also wohl mit einer 160er gut bedient. Eine zu lange Kurbel ist nicht gut für die Knie, weil du im obersten Punkt einen ungünstigen Kniewinkel hättest. 22-32-44 wäre eine gute Abstufung der Kettenblätter.

Soviel zur Ergonomie. Jetzt werden vermutlich wieder Einsprüche kommen, dass man das alles so nicht berechnen könne, ich habe damit, als Basis, nicht nur bei mir gute Erfahrungen gemacht.

Gruß
Jürgen
von: marieausparis

Re: Beratungsbitte Reiserad - 16.06.19 20:17

Hallo Jürgen,

danke für diese super Erklärung! Ich habe versucht, das ganze entsprechend einzustellen. Wenn ich den Sattel ganz hinten habe, komme ich bei 68 Höhe mit dem aktuellen Vorbau interessanterweise genau auf 79 zwischen Sattelende und Lenken Mitte, wie von dir beschrieben. Allerdings ist der Lenker jetzt tiefer als der Sattel, das behagt mir noch nicht. Das mit der Kurbel passt nicht. Aktuell ist eine mit 175mm Länge dran, eine kürzere würde das wahrscheinlich lösen. Allerdings eher eine mit 160mm Länge als eine mit 165mm. Die kürzeste Kurbelgarnitur mit den drei passenden Zahnrädern, die ich bisher gefunden habe, war allerdings 170 lang. Muss man 160 einzeln kaufen und dann umbauen oder war ich mal wieder blind? Oder gibt es das gar nicht?

Viele Grüße!
von: cyclist

Re: Beratungsbitte Reiserad - 16.06.19 21:54

Hallo Marie,
wenn du tatsächlich eine Kurbelgarnitur mit 160mm für 3-Fach suchst, dann wird das nicht einfach. Hersteller sind u.a. Specialites TA (Carmina) bzw. Sugino. Mögliche Händler sind bike24, meilenweit, Studio Brisant, bike-components. Bei der Carmina ists ein Bausatz, bestehend aus den beiden Kurbeln, den passenden (!) Kurbelstern (2- oder 3-fach, Lochkreis 104 o. 130mm), sowie den 3 Kettenblättern. Der Preis für solch einen Bausatz liegt (Listenpreis) bei ab 200,-€.
Gebraucht oder Restposten vielleicht günstiger...

Viel Spaß bei der Suche... grins
von: Toxxi

Re: Beratungsbitte Reiserad - 16.06.19 22:10

Hallo Marie, 160er Kurbeln sind wirklich sehr selten. Standard sind sind 170 mm und 175 mm, bei Rennrad auch durchaus 172,5 mm. Gelegentlich gibt (gab?) es auch 165 mm und 180 mm.

Dreifachkurbeln in 165 mm Länge gibts z.B. von Stronglight:
https://www.xxcycle.com/crankset-stronglight-impact-triple,,en.php
Ich bin aber nicht 100%ig sicher, wie gut sich diese Kurbel mit aktuellen MTB-Schaltungen verheiraten lassen, weil das m.E. eine Rennradkurbel ist. Ich fahre sie am Guerciotti auch mit Rennradschalthebeln.

Kürzere Kurbeln würden sicherlich was ausmachen, ibs. wenn du Knieprobleme hast. Letzten Endes ist aber jeder Mensch anders. Die Faustformel stimmt zwar für ca. 80% der Radfahrer, aber was ist, wenn du zu den restlichen 20% gehörst?

Insofern würde ich mich nicht auf die 160 mm versteifen. 170 (Standardware) oder 165 (gelegentlich zu bekommen) ist sicherlich auch okay. Zumal du ja offenbar mit der bisherigen Kurbel klargekommen bist.

Zum Lenker:

Die Abstandshalter heißen Spacer (was mir das Wörterbuch mit "Abstandshalter" übersetzt lach ). Bei dir passen allerdings keine mehr rein, der Vorbau ist am Ende des Gabelschaftes. Es gibt aber entsprechende Teile, um das zu kompensieren, z.B dieses hier:

Ergotec Ahead Adapter

Bedenke, dass der Sattel mit einer 1 cm kürzeren Kurbel auch 1 cm höher stehen wird.

Gruß
Thoralf

PS: Ja, das Guerciotti Atos hat keine Ösen. Ich habe da mit Schellen gearbeitet. Heute würde ich wahrschenlich das von der Geometrie her fast gleiche Ridley Crossbow nehmen, das Ösen hat. Ich würde dir auch keinen Cyclocrosser empfehlen, das sollte nur ein Beispiel sein, wie ein leichtes Reiserad aussehen kann.
von: Nickynator

Re: Beratungsbitte Reiserad - 16.06.19 22:29

160 Kurbeln mit dem Standart Lochkreis-Durchmessern von 64/104 gibt es von Thorn in UK für günstige 50 GBP. Solange der Brexit noch nicht durch ist vielleicht eine Option.

Verwende das selbe Modell (allerdings in den ebenfalls verfügbaren 185mm). Bisschen schwerer, bisschen altbackenes Design aber gut und günstig.
von: panta-rhei

Re: Beratungsbitte Reiserad - 16.06.19 22:43

In Antwort auf: Toxxi

Insofern würde ich mich nicht auf die 160 mm versteifen. 170 (Standardware) oder 165 (gelegentlich zu bekommen) ist sicherlich auch okay. Zumal du ja offenbar mit der bisherigen Kurbel klargekommen bist.


Sehe ich genauso!
von: marieausparis

Re: Beratungsbitte Reiserad - 16.06.19 22:49

Danke! Das mit der bisherigen Kurbel ist so eine Sache, gefühlt kommt mir mein Knie schon eher nahe, aber ob 1cm da soviel ausmacht... das bringt mich auch noch zu einem anderen Thema: ich hatte mich vorhin verrechnet, wenn die Kurbel 1cm kürzer ist, wird das untere Ende meiner Kniescheibe dennoch deutlich vor der Kurbelachse liegen. Ich verstehe aber, ehrlich gesagt, auch nicht so richtig, wie das anders sein sollte. Wenn die Pedale waagerecht sind, ist der Fuß ja schonmal vor der Achse plus das Bein kann nicht gestreckt sein. Damit das Knie 175mm hinter meinem Fuß liegt, müsste der Sattel ein gutes Stück (mehr) hinter der Achse liegen. Bei welcher Fahrergeometrie würde das denn bei meinem Rad hinkommen? Irgendwas scheint mir in meinem Kopf gerade verdreht...?

Ansonsten habe ich gerade mal eine Teiletabelle in den Ordner zu den Fotos geladen. Ich befürchte, es passt noch nicht alles so ganz zusammen (vor allem das Rote, aber ggf. nicht nur), entsprechend unterliegt es natürlich Überarbeitung und ich freue mich über jegliche Anmerkungen. Zunächst einmal relevant sind wohl die Spalten unter Kiowa (bzw. die mit Kosten und Kommentaren daneben), falls die Teile aber umbaukompatibel (z.B. Troll) wären, wäre ich nicht traurig. Danke an alle Vorlagen (u.a. die hier im Thread vorgeschlagene Tabelle und der Troll-Thread von Thomas)!
Generell bin ich noch offen für einen Rahmenwechsel, habe jetzt aber mal mit dem Kiowa begonnen, um etwas zu parallelisieren, und in der Hoffnung, dass sich das Ergebnis mehr oder weniger auch auf einen anderen Rahmen anwenden ließe.

Viele Grüße und eine gute Woche!
von: IndianaWalross

Re: Beratungsbitte Reiserad - 16.06.19 23:03

Also mein Brooks fuhr sich mit damals noch 65kg selbst nach 1500km nicht nennenswert ein, sprich da war nix groß zu sehen von meinen Sitzknochen. Beim 6xlite Herren wo ich ihn drauf hatte war er aber ab dem ersten Moment bequem, wenn auch rutschig.

Auf dem Cyclocrosser ging er aber bei der Sitzposition garnicht.

Die knapp über 10kg am Cyclocrosser (Stevens Prestige 2019 / Größe 47) inkl. hydraulischer Scheibenbremsen und 40er Schlappen waren nach dem Umbau. Vor dem Umbau waren es nackig rund 9,5kg mit Pedale dann 9,98kg.

Dann hab ich umgebaut > Pedale + Sattel getauscht + Lenker getauscht + Gabel getauscht (Alu war drauf, nun Carbon mit Alushaft und 3 Ösen je Seite) + Flaschenhalter dran, Sensoren für Trittfrequenz und Geschwindigkeit und so nun wiegt es 10,2kg
Fahrfertig mit immer montiertem Feedbag am Lenker, Oberrohrtasche und Multitool mit Flickzeug, Luftpumpe usw. komme ich dann so auf 10,6kg. Steckschutzbleche verwende ich nur noch im Notfall, Akkulampen sind bei Bedarf dabei.

Fährt sich mit Bikepacking Ausrüstung sogar freihändig absolut sicher und stabil. Mit Gepäckträger hab ich es zuletzt am anderen fast baugleichen Cyclocrosser getestet das ging garnicht, hat sich gern aufgeschaukelt und fahrstabil fühlte sich das nicht an, hab mich sehr unwohl gefühlt damit.

Meine komplette Bikepacking Ausrüstung wiegt übrigens inkl. Taschen, Quilt, Isomatte und Schlechtwetterzeugs usw. aber ohne Getränke ca. 8-9kg. Zelt (ca. 1,5kg) + Kochausrüstung (ca. 1kg) trägt mein Mann, dafür ist bei mir unsere gemeinsame Werkstatt (ca. 700g) und 1 Hilfe Ausrüstung (ca. 600g) inkludiert.
von: JDV

Re: Beratungsbitte Reiserad - 17.06.19 00:04

In Antwort auf: marieausparis
Danke! Das mit der bisherigen Kurbel ist so eine Sache, gefühlt kommt mir mein Knie schon eher nahe, aber ob 1cm da soviel ausmacht... das bringt mich auch noch zu einem anderen Thema: ich hatte mich vorhin verrechnet, wenn die Kurbel 1cm kürzer ist, wird das untere Ende meiner Kniescheibe dennoch deutlich vor der Kurbelachse liegen. Ich verstehe aber, ehrlich gesagt, auch nicht so richtig, wie das anders sein sollte. Wenn die Pedale waagerecht sind, ist der Fuß ja schonmal vor der Achse plus das Bein kann nicht gestreckt sein. Damit das Knie 175mm hinter meinem Fuß liegt, müsste der Sattel ein gutes Stück (mehr) hinter der Achse liegen. Bei welcher Fahrergeometrie würde das denn bei meinem Rad hinkommen? Irgendwas scheint mir in meinem Kopf gerade verdreht...?


Ich glaube, du hast hier Pedal- und Kurbelachse verwechselt.

Das sieht dann idealerweise so aus wie hier:

https://www.mybike-magazin.de/gesundheit_fitness/die-richtige-koerperhaltung/a1119.html

Es lohnt ein Klick auf das ‚in der Onlineversion blättern‘.

Sugino XD2 Dreifachkurbel vom Feinsten in 160 mm komplett für 140 € (nackte Kurbel ohne Kettenblätter 60 €), dazu Token Vierkantlager für 30 € gibt es hier:

http://www.radplan-delta.de/antriebe/antriebe.html#sugino_xd2

Das ist aber dann schon sehr edel und für vorhandene Rad zu teuer. Das Vierkantlager muss auch in der Breite zum Rahmen passen, das wird nicht einfach. Eine preiswerte Alternative aus UK wurde schon genannt.

Gruß
Jürgen





von: JDV

Re: Beratungsbitte Reiserad - 17.06.19 00:24

In Antwort auf: Nickynator
160 Kurbeln mit dem Standart Lochkreis-Durchmessern von 64/104 gibt es von Thorn in UK für günstige 50 GBP. Solange der Brexit noch nicht durch ist vielleicht eine Option.
.


Das ist dan aber die nackte Kurbel, für die drei Kettenblätter kommen dann auch noch 90 BP dazu.
von: Sickgirl

Re: Beratungsbitte Reiserad - 17.06.19 05:39

Das mit den Kurbellängen sehe ich auch nicht so kritisch. Nach über 40 Jahren mit zu langen Kurbelarmen im Knie alles in Ordnung. Obwohl mein rechtes Knie nicht 100 % orthopädisch korrekt ist. (zweiteilige Kniescheibe und läuft nicht genau in der Spur)
von: Pierrot

Re: Beratungsbitte Reiserad - 17.06.19 06:01

Außerdem habe ich mal gelesen, dass etwas längere Kurbeln Vorteile am Berg zeitigen, etwas kürzere in der Ebene, rechnerisch jedenfalls.
von: Toxxi

Re: Beratungsbitte Reiserad - 17.06.19 08:03

In Antwort auf: marieausparis
Danke! Das mit der bisherigen Kurbel ist so eine Sache, gefühlt kommt mir mein Knie schon eher nahe, aber ob 1cm da soviel ausmacht...

Kommt darauf an... manche Menschen merken schon 5 mm, anderen sind 20 mm vollkommen Wurst. Noch eins - 1 cm weniger Kurbellänge (=Radius) sind 2 cm weniger Durchmesser. Das Knie kommt dir beim Treten also 2 cm weniger nahe. Das kann schon merklich sein.

Zur Sache mit dem Knielot: Wenn du bisher keine Probleme mit den Knien hattest, würde ich eher auf dein Bauchgefühl hören, also jetzt den Rahmen nach abstrakten Werten umzuarbeiten.

Zu deiner Tabelle: Das Innenlager folgt der Kurbel. Wenn du eine Hollowtech-Kurbel nimmst, brauchst du eine Hollowtech-Lager. Bei einer Veirkantkurbel brauchst du ein Viekantlager, obendrein auch noch in der richtigen Länge.

Grippe: Ergon GP-5 sind gut und deinen aktuellen Griffen sehr ähnlich, aber den meisten zu überkanditelt. Benutzt du die vordere Biegung? Ansonsten schau dir mal die GP-4 an, die reichen dann (die fahre ich auch).

Gruß
Thoralf
von: AndreMQ

Re: Beratungsbitte Reiserad - 17.06.19 08:37

Bei SL 77cm muss man um die Kurbellänge noch keine Kopfstände machen, aber ich selbst habe SL 75mm und fahre 2 Räder mit 165mm-Kurbeln und ein älteres (inzwischen seltener gefahrenes) Rad noch mit den 170er-Kurbeln. Man merkt beim Umstieg den Unterschied schon, man "rührt" einfach einen größeren Kreis. Die 5mm machen sich tatsächlich als 10mm bemerkbar: 5mm wird der Sattel höher eingestellt, weil das Pedal im unteren Totpunkt ja 5mm höher liegt und im oberen Totpunkt ist es dagegen 5mm tiefer als vorher, also wird das Bein 5mm weniger angehoben. Es gibt Kurbeln, die in z.B. 3 Größen bestellbar sind und dann ist es einfach. Aber umgekehrt jetzt Exoten zu jagen, ist auch nicht sinnvoll.
von: Sickgirl

Re: Beratungsbitte Reiserad - 17.06.19 09:51

Hat man die 5 mm Unterschied nicht schon wenn man verschiedene Schuhe fährt?

Und auch Pedale bauen unterschiedlich hoch
von: AndreMQ

Re: Beratungsbitte Reiserad - 17.06.19 09:56

In Antwort auf: Sickgirl
Hat man die 5 mm Unterschied nicht schon wenn man verschiedene Schuhe fährt?
… mit dicken Sohlen müsste man theoretisch den Sattel um die Sohlendicke höher stellen. Entscheidend ist dann aber der gesamte Kreis, den der Fuß "fährt". Einmal ist er 330mm und einmal 340mm im Durchmesser.
von: Toxxi

Re: Beratungsbitte Reiserad - 17.06.19 10:04

In Antwort auf: Sickgirl
Hat man die 5 mm Unterschied nicht schon wenn man verschiedene Schuhe fährt?

Und auch Pedale bauen unterschiedlich hoch

Jein. Man hat den Unterschied in der Sattelhöhe. Es gibt Leute, die empfindlich sind und das merken. Dicke Sohlen oder höherbauende Pedale ändern aber NICHT den Durchmesser des Kreises, den die Füße beschreiben (und damit auch nicht den Knieknickwinkel). Das geht nur mit kürzeren Kurbeln.

edit: Ich erinnere mich gerade, dass es mal Kurbeln gab, bei denen die Länge durch ein ovales Teil einstellbar war. aber ich finde die nicht mehr beim Suchen.

Gruß
Thoralf
von: Sickgirl

Re: Beratungsbitte Reiserad - 17.06.19 10:11

Theoretisch, die meisten merken keinen Unterschied

Bin schon parallel zwischen 165 und 175 alles gefahren. Im direkten Wechsel habe ich nichts gemerkt

Im Moment habe ich 170 und 172,5. ich glaube wichtiger ist das man Gänge fährt die man gut in einer passenden Trittfrequenz treten kann
von: Sickgirl

Re: Beratungsbitte Reiserad - 17.06.19 10:16

Der Winkel ist aber in den beiden Endpunkten dann ja unterschiedlich, auch wenn die Amplitude nicht gleich ist
von: AndreMQ

Re: Beratungsbitte Reiserad - 17.06.19 10:16

In Antwort auf: Sickgirl
Theoretisch, die meisten merken keinen Unterschied

Bin schon parallel zwischen 165 und 175 alles gefahren. Im direkten Wechsel habe ich nichts gemerkt

Im Moment habe ich 170 und 172,5. ich glaube wichtiger ist das man Gänge fährt die man gut in einer passenden Trittfrequenz treten kann
… ich merke den Wechsel vom 330mm-Kreis (165er-Kurbel) zum 340mm-Kreis (170er-Kurbel). Ist nicht viel und für normales Radeln unerheblich, aber auf längeren Strecken bemerke ich einen kleinen Vorteil. Z.B. fällt bei gleichem Pedaldruck eine etwas höhere Trittfrequenz leichter, was genau so sein soll, um wieder die gleiche Antriebsleistung auf die Kurbeln zu drücken.
von: Sickgirl

Re: Beratungsbitte Reiserad - 17.06.19 10:31

Die meisten Kilometer fahre ich auf dem Rad mit der 172,5er Kurbel.
von: AndreMQ

Re: Beratungsbitte Reiserad - 17.06.19 10:38

In Antwort auf: JDV
… Sugino XD2 Dreifachkurbel vom Feinsten in 160 mm komplett für 140 € (nackte Kurbel ohne Kettenblätter 60 €), dazu Token Vierkantlager für 30 € gibt es hier:

http://www.radplan-delta.de/antriebe/antriebe.html#sugino_xd2....
… ich habe mal nach irgendeiner Formel (0,2 x SL?) aus meiner SL die "perfekte" Kurbellänge ausgerechnet. Kam so um die 153mm raus. Dann diese Sugino in 152,5mm bei radplan - trotz deren Warnung - beschafft - gerade auch, weil ich mal wirklich einen großen Unterschied zur 170er-Kurbel sehen wollte. Auch noch umgestiegen auf die eigentlich wenig geschätzten Vierkant-Lager (irgendein Token für die Speedhub-Kettenlinie), den ganzen Kram montiert und probiert. War nix oder der Gewöhnungsprozess wäre zu lange gewesen. Auf jeden Fall wieder die 170-er-XT-HT-II-Kurbeln montiert und - wie bei Fehlschüssen üblich - den neuen Kram in der Teilekiste verschwinden lassen (da liegt er heute noch). Aber der spätere Umstieg bei neuen Rädern auf 165mm war genau richtig.
von: iassu

Re: Beratungsbitte Reiserad - 17.06.19 11:42

In Antwort auf: Toxxi
In Antwort auf: marieausparis
Danke! Das mit der bisherigen Kurbel ist so eine Sache, gefühlt kommt mir mein Knie schon eher nahe, aber ob 1cm da soviel ausmacht...

Kommt darauf an... manche Menschen merken schon 5 mm, anderen sind 20 mm vollkommen Wurst. Noch eins - 1 cm weniger Kurbellänge (=Radius) sind 2 cm weniger Durchmesser. Das Knie kommt dir beim Treten also 2 cm weniger nahe. Das kann schon merklich sein.
Natürlich. Allerdings sollte man für ein vollständiges Bild auch einrechnen, daß in demselben Ausmaß auch die Hebelarme verlängert werden, also weniger Kraft für dieselbe Leistung gebraucht wird. Bedeutet, daß im Totpunkt das Knie zwar enger gebeugt, aber auch weniger belastet wird.
von: Juergen

Re: Beratungsbitte Reiserad - 17.06.19 11:52

In Antwort auf: marieausparis
Zum Sattel: Sitzt sich ein Brooks auch bei leichten Menschen in vertretbarer Zeit ein?
Mit Hilfe der richtiger-Sitzknochenabstand-prägende-Holzkugelkonstruktion ist das sicher kein so großes Problem mehr. grins
Re: Brooks in der Mikrowelle (Ausrüstung Reiserad)
von: iassu

Re: Beratungsbitte Reiserad - 17.06.19 12:00

Und das muß ich dann jede Nacht wieder so einspannen? Gibts auch Carbon-Schraubzwingen? Am besten wäre dafür dann ja eine mobile Sattelklinik, praktisch in einem Anhänger mitzuführen und mit einer passenden Konstruktion aus nachwachsenden Rohstoffen auch auf Reise überall spontan einsetzbar. grins
von: AndreMQ

Re: Beratungsbitte Reiserad - 17.06.19 12:04

Wahrscheinlich gibt es für jeden eine optimale Kombination von Kurbellänge, Pedalkraft und Trittfrequenz, bei der die höchste Dauerleistung erzeugt wird (also wirklich dauernd, z.B. 1h). Kleine Abweichungen davon reduzieren das. Aber niemand kennt diesen Punkt und wahrscheinlich ist es nur ein "flaches" Optimum (also es geht bei Abweichungen nicht viel verloren). Das ließe sich nur auf einem Fahrradergometer mit verstellbarer Geometrie herausfinden. Außerdem verschiebt sich dieses Optimum wahrscheinlich mit dem Trainingszustand. Egal wie, man wird es nicht herausfinden, weil niemand diese Meßeinrichtung hat. Die Kurbellänge ist aber eine der nachrangigen Feinheiten. Da müssen vorher erst die ganzen anderen Dinge stimmen und dann kann die Kurbellänge von den üblichen 170mm nach oben oder nach unten korrigiert werden. Gerade bereits 165mm sind nicht leicht zu bekommen, selbst wenn der Hersteller die Variante hat. Ob der Online-Shop diese auch im Programm hat, ist eine ganz andere Frage.
@marieausparis: Zum Brooks für leichte Leute: Einfahrzustand und Zeit/Strecke siehe die Bilderserie vorher. Leichte Leute erzeugen wahrscheinlich kleinere Auflageflächen, aber gleichen Druck wie schwere Leute, weil Haut/Fett/Muskeln da eine ähnliche Konsistenz haben. Der Sattel insgesamt wird wesentlich weniger belastet (es gibt keine brechenden Gestelle und auch kein Durchhängen).
von: Toxxi

Re: Beratungsbitte Reiserad - 17.06.19 12:12

In Antwort auf: iassu
also weniger Kraft für dieselbe Leistung gebraucht wird.

Das ist ein Trugschluss. Richtig ist, dass du weniger Kraft für das gleiche Drehmoment brauchst. Leistung ist aber Drehmoment mal Drehzahl, und letztere hängt dann von Übersetzung und Geschwindigkeit ab.

Insgesamt ist Leistung also Kraft mal Kurbellänge mal Drehzahl. Die Drehzahl ist hier das ganz entscheidende, und die wird über die Gangschaltung eingestellt. Hohe Drehzahl = geringere Kraft für die gleiche Leistung. Das gilt bei jeder Krubellänge. Mit kürzeren Kürbeln fährt man eben tendenziell höhere Drehzahlen.

Und du hast das verwechselt, ich redete von kürzere Kurbeln, du von längeren.

----

Trotzdem - die Tatsache, dass das Knie ein paar Grad weniger gebeugt werden muss, ist für die meisten Menschen mit Knieproblemen (so wie ich) DAS alles entscheidende Merkmal. Zumal man die physische Kraft ja über die Übersetzung regulieren kann.

Gruß
Thoralf
von: Sickgirl

Re: Beratungsbitte Reiserad - 17.06.19 12:23

Aber nicht alle Leute haben Knieprobleme

Sonst dürften man Ja auch keine tiefen Kniebeugen womöglich noch mit Gewichten machen
von: Toxxi

Re: Beratungsbitte Reiserad - 17.06.19 12:29

Irgendwie bist du heute wieder in Stänkerlaune und magst gern unbedingt das letzte Wort haben...

Tiefe Kniebeugen werden heute von Trainern und Sportmedizinern ziemlich einhellig abgelehnt, selbst wenn man (noch) keine Knieprobleme hat. Ich hatte nach dem aktiven Radsport noch 5 Jahre lang Kraftsport gemacht, da war das ein ganz aktuelles Thema.
von: Sickgirl

Re: Beratungsbitte Reiserad - 17.06.19 12:48

Da gibt es verschiedene Ansichten zu den Kniebeugen. Dürftevwohl auch viel von der sauberen Technik abhängen
von: AndreMQ

Re: Beratungsbitte Reiserad - 17.06.19 16:21

In Antwort auf: AndreMQ
… @marieausparis: Zum Brooks für leichte Leute: Einfahrzustand und Zeit/Strecke siehe die Bilderserie vorher. ...
… sehe gerade, dies war in einem anderen Thread, aber gleiche Kundschaft: Ledersattel für kleine, zierliche Frau? (Ausrüstung Reiserad) . Da ist irgendwo die Bilderserie von 3 in Gebrauch befindlichen Brooks-Sätteln.
von: JDV

Re: Beratungsbitte Reiserad - 17.06.19 16:38

Die Laufräder in der Tabelle passen nicht zum Arrow-Rahmen. DT Swiss 533 disc sind, wie der Name schon andeutet, Felgen für Scheibenbremsen, der Rahmen bietet das aber nicht, genau so wenig wie 15 mm Steckachsenaufnahme für den SP 8x.

Ich finde Investitionen in diesen Rahmen von 1000 € oder mehr nach wie vor fraglich.
von: iassu

Re: Beratungsbitte Reiserad - 17.06.19 18:02

In Antwort auf: Toxxi
Insgesamt ist Leistung also Kraft mal Kurbellänge mal Drehzahl. Die Drehzahl ist hier das ganz entscheidende, und die wird über die Gangschaltung eingestellt. Hohe Drehzahl = geringere Kraft für die gleiche Leistung. Das gilt bei jeder Krubellänge. Mit kürzeren Kürbeln fährt man eben tendenziell höhere Drehzahlen.

Und du hast das verwechselt, ich redete von kürzere Kurbeln, du von längeren.
Das ist mit zu theorielastig. Die 5 mm mehr Länge bei 180 zu 175 spüre ich als Erleichterung an jedem Berg und würde sie bei 170 bei jedem Berg als Erschwerung spüren. Dieses ist tendenziell bei Erwachsenen mit kürzeren Beinen dann eben bei 165/170/175 ebenso gegeben, oder noch weiter unten mit 160/165/170. Ob man das nun raufwärts rechnend darstellt oder runterwärts: das Phänomen bleibt dasselbe. Von Verwechseln kann also nicht die Rede sein.

Ich sehe nach wie vor nicht, wieso die Verteilung des Bewegungsablaufes im Knie auf ein größeres Kreissegment zu mehr Knieebelastung führen soll. Zumal die Grenzbelastung ja abnimmt, da der Hebel länger wird. Ich sehe vielmehr eine tendenziell steigende Kniebelastung, wenn mehr Kraft eingeleitet werden muß, weil die Hebelarme kürzer werden.

Aber ich gebe zu, ich habe keine Knieprobleme, führe das aber aus eigener Erfahrung darauf zurück, daß ich immer mit langen, oder nach Regelglaubensnormen zu lange Kurbeln fahre, mit denen ich dem Bein Bewegung und Auslauf gönnen kann statt es im Hamsterradmodus einzusperren. Sorry für diese etwas emotionale Schilderung meiner Erfahrungen.
von: AndreMQ

Re: Beratungsbitte Reiserad - 17.06.19 18:06

In Antwort auf: JDV
Die Laufräder in der Tabelle passen nicht zum Arrow-Rahmen. DT Swiss 533 disc sind, wie der Name schon andeutet, Felgen für Scheibenbremsen, der Rahmen bietet das aber nicht, genau so wenig wie 15 mm Steckachsenaufnahme für den SP 8x.

Ich finde Investitionen in diesen Rahmen von 1000 € oder mehr nach wie vor fraglich.
Ja, ich hatte aus diesem Grund auch die günstige Alivio-Gruppe und ähnlich eher günstiges Material ausgesucht (außer Sattel, der muss einfach richtig sein, egal was es kostet, ist aber auf ein neues Rad übernehmbar). Dieses Material zusammen mit dem betagten Rahmen ist aber als erstes Reiserad in Ordnung. Auch das führt schon auf die 900€ plus. Wenn es weit darüber geht, dann wird das unausgewogen.
von: Toxxi

Re: Beratungsbitte Reiserad - 17.06.19 18:20

In Antwort auf: iassu
Ich sehe nach wie vor nicht, wieso die Verteilung des Bewegungsablaufes im Knie auf ein größeres Kreissegment zu mehr Knieebelastung führen soll.

Es ist aber so, auch wenn du es dir nicht vorstellen kannst. Das ist sportmedizinisch und physiotherapeutisch zweifelsfrei nachgewiesen (und von mir persönlich auch im Selbstversuch empirisch). Zwei Hauptgründe:

Zum einen ist die Kraft nicht konstant über den Beugungswinkel des Knies, sondern nimmt irgendwann drastisch ab, wenn das Knie zu weit gebeugt wird. Das kann dazu führen, dass die Muskeln auf eine kürzere Kurbel mehr Drehmoment bringen, weil das Knie nicht so stark gebeugt wird.

Zum anderen nimmt die Belastung der Sehnen, ibs. der Sehnenscheiden, mit stärkerem Anwinkeln des Knies deutlich zu. Das führt zu einem höheren Entzündungsrisiko (das kann dann auf die Kniescheibe überspringen). Zumindest bei mir ist das der Hauptgrund für Knieprobleme.

In Antwort auf: iassu
Zumal die Grenzbelastung ja abnimmt, da der Hebel länger wird. Ich sehe vielmehr eine tendenziell steigende Kniebelastung, wenn mehr Kraft eingeleitet werden muß, weil die Hebelarme kürzer werden.

Nochmal zum Mitschreiben:

Die Kraft wird bei gleichem Fahrwiderstand primär durch die Übersetzung (bzw. Entfaltung) festgelegt, und nicht durch die Kurbellänge. Sicherlich muss man mit kürzeren Kurbeln sein Schaltverhalten ein wenig anpassen und eher höhere Trittfrequenzen fahren. Wenn ich mit kürzeren Kurbeln deutlich deutlich höhrer Trittfrequenzen fahren kann, weil das Knie nicht mehr so stark gebeugt wird, dann steigt die Leistung trotz geringerer Kraft.

Ich setze das mal Offtopic, und wenn wir weiter diskutieren wollen, dann gern in einem separaten Faden. schmunzel
von: marieausparis

Re: Beratungsbitte Reiserad - 17.06.19 23:31

OK, also Fazit:
- Die Kurbel wähle ich dann wohl so kurz wie zu einem vertretbaren Preis erhältlich. Ich habe jetzt mit dem korrekten Unterschied zwischen Kurbel- und Pedalachse nochmal geprüft und festgestellt, dass die angebenen Maße jetzt alle (fast) passen. Wenn die Kurbel 1-1.5cm kürzer ist, dann noch genauer. Allerdings komme ich mit dem 68cm-Abstand zwischen Kurbelachse und Satteloberfläche nicht mehr gut an die Pedale mit den Füßen. Also Sattel wieder etwas weiter runter. Damit sitzt es sich dann aber echt gut! Den Adapter von Thoralf würde ich aber dennoch gerne mal ausprobieren.
- Sattel: Probieren scheint die beste Option zu sein. Das würde natürlich wieder dafür sprechen, einen Händler einzubeziehen...
- Danke für den Gabel-Vorschlag! Ich bin noch etwas verunsichert mit der Frage, inwieweit die dann wieder das Fahrverhalten verändern könnte. Will ja nicht, dass es wieder träger wird, dann hätte ich ja einen Teil des Umbausinns wieder verloren.

Was die "Wertigkeit" der Komponenten im Vergleich zum Rahmen angeht: Wie wirkt sich das denn auf Fahrspaß und Verschleiß aus?
von: Pierrot

Re: Beratungsbitte Reiserad - 18.06.19 06:34

Hallo Marie,

ich könnte mir vorstellen, dass Dich die vielen Meinungen anfangs erfreut haben, Du aber nun zunehmend ratloser wirst. Ich würde mir an Deiner Stelle nicht zu viele theoretische Gedanken machen. Dazu verleitet das Internet. So kann man sich z.B. wochenlang Gedanken über den optimalen Reifen machen, über das Gewicht des Rades etc. In der Praxis ist das alles weit weniger entscheidend. Da zählt v.a. die Freude am Radfahren durch schöne Landschaften.

Da das Dein erstes Reiserad wird, fang ruhig bescheiden an. Ich kann Dir nur nochmal empfehlen, ein gebrauchtes MTB als Basis zu nehmen, mit V-Brakes, Kurbel mit Vierkant, Schaltung Deore, LX, oder XT. Ob Du Dein jetziges Rad als Basis nimmst, oder Dir ein anderes holst, was im Vergleich z.B. geometrische Vorteile bietet, musst Du für Dich entscheiden.
Etwas Geld würde ich noch in einen vernünftigen Laufradsatz und in den Sattel stecken. Es gibt so viele Leute, die glauben, dass sie etwas Neues brauchen, da findest Du einen guten, wenig gebrauchten Laufradsatz ohne Probleme.

Auf diesem Weg ist es kein Problem, ein gutes Reiserad für ca. 600-700€ zu bekommen, incl. Gepäckträger. Mehr muss man wirklich nicht ausgeben !!!

Grüße
Peter

von: marieausparis

Re: Beratungsbitte Reiserad - 20.06.19 12:27

Hallo zusammen, hallo Peter,

ich muss sagen, du hast den Nagel auf den Kopf getroffen, ich bin gerade tatsächlich etwas überfordert.

Blöde Frage: Ich dachte bislang immer, ich würde unbedingt Cantilever brauchen für eine einfache und überall erhältliche Bremse. Jetzt sind mir aber gerade Seitenzugbremsen über den Weg gelaufen, die so aussehen, als wäre sie einfach und bräuchten gar keine Sockel - ist das richtig, bekomme ich die also an jedes Rad dran (Felgen natürlich vorausgesetzt)? Ist die weltweite Verfügbarkeit gut?

Und um der Frage nach Alivio vs. Deore noch einmal etwas auf den Grund zu gehen: Welchen Vorteil bringt mir Deore denn bzw. welchen Nachteil hat Alivio genau im Vergleich?
von: Pierrot

Re: Beratungsbitte Reiserad - 20.06.19 13:24

Hallo Marie,

Zum Thema Bremsen:

Cantis: waren bis ca. Mitte der 90er modern, danach kamen die V-Brakes. Heutzutage existieren sie im CC-Bereich. Richtig montiert (flaches Bremsdreieck) bremsen sie ordentlich.
Aber überall erhältlich sind sie auf keinen Fall.
Seitenzugbremsen: passen auf keinen Fall überall dran. Oft scheitert das schon hinten an der fehlenden Aufnahme an der Querstrebe der Sitzstreben. Außerdem funktioniert es meistens konstruktionsbedingt auch vorne nicht (Abstand Gabelkrone-Felge)

Das einfachste, und überall erhältliche sind V-Brakes !!!
Sie sind leicht, leicht zu montieren und zu reparieren, auch wenn man kein versierter Radtechniker ist.
Wenn Du hier im Forum zum Thema 'Bremsen' postest, stößt Du auf zwei Lager:
1. Die Bremsscheibenbefürworter: sie loben die Bremskraft und lehnen Felgenbremsen ab, weil diese die Bremsflanken abnutzen.
Doch das dauert ca. 20.000km ...
2. Die Felgenbremsler: hier gibt es auch noch hydraulische Systeme, alle voran die von Magura. Die sind sehr gut, aber auch teurer. Ich gehöre zu denen, die mit normalen V-Brakes fahren (Avid, Shimano).Ich mache seit ca.30 Jahren Radreisen, am liebsten in den französischen Bergregionen. Ich fahre regelmäßig auch Pässe zwischen 1500m-2500m. Ich hatte NIE das Gefühl über zu wenig Bremskraft zu verfügen.

Zum Thema: welche Schaltgruppe?

Alivio - funktioniert auch gut, am Anfang. Geht aber früher oder später kaputt, je nach Belastung.
Deore - hält sicherlich länger. Als Kurbel reicht Deore sicherlich. Zahnkränze reichen auch vollkommen, haben das bessere Preis-/Leistungsverhältnis.
Die Naben sind nicht so gut gedichtet wie z.B. XT. Das kann, muss aber nicht zum Problem werden. Wenn Du sie pflegst halten sie auch lange. Bei XT mußt Du nichts machen, die laufen und laufen.

LX, SLX, XT arbeiten genauer, sind etwas leichter und halten lange.

Ich fahre mit gebrauchten Schaltwerken, Umwerfern etc. aus den 90ern in XT-Qualität. Die halten und halten und halten.

Ansonsten habe ich Dir ja schon meine Empfehlung gegeben. 1500€ oder gar über 2000€ für ein neues Rad auszugeben ist Luxus, der Spaß machen kann, aber absolut nicht nötig ist.
Ich bin z.B. wieder zu meinem Kuwahara Cougar zurückgekehrt. Ich schätze die bunten, phantasievollen Lackierungen der 90er Jahre. Das klaut mir auch niemand so schnell …

Grüße aus dem Schwarzwald
Peter




von: marieausparis

Re: Beratungsbitte Reiserad - 20.06.19 14:23

Hallo Peter,

das ging schnell, vielen Dank!

Meine Fragen zielten nicht unbedingt in Richtung eines neuen Rahmens ab, mir ging es eher generell darum, besser abwägen zu können, was ich (warum) brauche - auch für den Umbau meines bisherigen Rahmens oder eines anderen. Dein Rad gefällt mir richtig gut! Ich schaue auch schon die ganze Zeit immer wieder bei Kleinanzeigen, leider ist die Auswahl in meiner Größe, mit 26''-Laufrad-Option und ohne durch durch halb Deutschland fahren zu müssen, um probezufahren, nicht ganz so groß. Die vorher schon mal geposteten Wheeler gefallen mir gut und ich plane, mir die anzuschauen. Auch habe ich gerade mal gezielt nach einem Kuwahara gesucht. Cougar habe ich keins gesehen, nur ein Panther, wobei ich nicht 100% sicher bin, ob es 26'' und nicht weniger hat. Es soll 550€ kosten, das ist natürlich auch nicht gerade ein Schnäppchen, außer die Komponenten sind in sehr gutem Zustand.
https://www.ebay-kleinanzeigen.de/s-anzeige/kuwahara-panther-hardtail-1989/1130075073-217-4776
Aus der Auflösung der Bilder konnte ich bislang leider auch noch nicht identifizieren, ob die Kuwahara-Räder (z.T.) Ösen für einen Lowrider haben. Auf deinen Bildern ist ja teilweise einer dran, nur die Befestigung konnte ich noch nicht identifizieren schmunzel
von: Sickgirl

Re: Beratungsbitte Reiserad - 20.06.19 14:57

550 finde ich überteuert, das ist halt ein Liebhaber Preis.
von: Pierrot

Re: Beratungsbitte Reiserad - 20.06.19 14:59

Hallo Marie,

das Kuwahara Panther ist zu teuer. Das ist ein Liebhaberpreis.
Ein MTB-Klassiker, der Dir passen könnte, ist dieses Specialized Hard Rock .
Da müsstest Du Dich nur vergewissern, ob es hinten Ösen für einen Gepäckträger hat. Vorne an der Gabel kannst Du auch mit Adapter arbeiten.
Kuwahara-Rahmen sind sehr gut gemachte Rahmen. Wenn Du einen finden solltest, könntest Du auch die Geo-Daten mit deinem aktuellen Rad vergleichen und geg. schicken lassen, ohne Probe zu fahren. Die fahren sich prima, versprochen!
Hier ein Link zu den Kuwahara Kataloge 1990-1992.

Aber wenn Du jetzt zeitnah nix Passendes findest und Dein bisheriges Rad dir gefällt, dann mach es doch fit. So ein größeres Projekt für ein neues (gerne gebrauchtes) Reiserad ist auch eine prima Sache für den Winter ...

Grüße
Pete
von: Thomas S

Re: Beratungsbitte Reiserad - 20.06.19 15:05

Hallo Marie,

Warum jetzt plötzlich Seitenzugbremsen? Die funktionieren nur dann gut, wenn die Hebel kurz sind, z. B. beim Rennrad. Nur bedeutet das gleichzeitig, dass nur sehr schmale Reifen reinpassen und meist keine Schutzbleche. Ich glaube nicht, dass Du das willst!

Bei dem Begriff "Canti" musst Du unterscheiden zwischen den eigentlichen Cantileverbremsen und deren Bremssockel. Die Cantileversockel werden genauso für die Montage von V-Bremsen verwendet, haben den Namen aber von der ursprünglichen Verwendung beibehalten.

Cantileverbremsen haben heute eigentlich nur noch dann einen Sinn, wenn man Rennbremshebel (z.b. STI) verwenden will, deren Übersetzung nicht zur V-Bremse passt, sehr wohl aber zur Cantileverbremse. Ein zweiter, seltener Fall für die Verwendung von Cantis liegt vor, wenn man einen alten Rahmen mit sehr eng liegenden Sockeln hat, bei dem V-Bremsen nicht passen.

ansonsten macht eine V Bremse mehr Sinn, da sie mehr Bremskraft hat.
von: panta-rhei

Re: Beratungsbitte Reiserad - 20.06.19 15:16

In Antwort auf: marieausparis
Jetzt sind mir aber gerade Seitenzugbremsen über den Weg gelaufen, die so aussehen, als wäre sie einfach und bräuchten gar keine Sockel - ist das richtig, bekomme ich die also an jedes Rad dran (Felgen natürlich vorausgesetzt)? Ist die weltweite Verfügbarkeit gut?


Seitenzugbremsen bremsen an Rädern mit dickeren Reifen (=längeren Bremsschenkeln) nicht so gut. Canti oder V-Brakes sind besser und auch weltweit zu haben.

In Antwort auf: marieausparis
Und um der Frage nach Alivio vs. Deore noch einmal etwas auf den Grund zu gehen: Welchen Vorteil bringt mir Deore denn bzw. welchen Nachteil hat Alivio genau im Vergleich?


Nicht grossartig, Alivio sind meistens mit mehr Plastik und schwerer-> ABER:
Wie Pierrot schon sagt: ALL das sind KEINE relevanten Probleme. Du musst auf dem Rad bequem sitzen und die Schaltung muss dem Terrain und Deiner Leistungsfähigkeit angepasst sein. Dann einfach ma los ...
von: marieausparis

Re: Beratungsbitte Reiserad - 20.06.19 15:32

Super, ich schaue mal. Was sind denn generell so typische Namen für MTB-Klassiker, die sich gut umbauen lassen und stabil sind? Dann könnte ich meine Suche erweitern. Mein Rahmen ist durchaus noch im Rennen, ich war/bin nur der Hoffnung, was zu finden, bei dem ich nicht quasi alle Komponenten tauschen müsste. Falls verfügbar, scheint mir das sinnvoller. Natürlich nur, falls es mir passt.
DIe Bremsenfrage hat sich erledigt, habe jetzt verstanden, dass das mit den Seitenzugbremsen nicht gar so schlau für meinen Zweck ist ;-) danke fürs Aufklären!
von: Pierrot

Re: Beratungsbitte Reiserad - 20.06.19 15:41

Hallo Marie,

ach da gibt es viele Klassiker, die sich eignen würden. Ein Klassiker wäre ein Trek (950, 970,990).
Was ich Dir empfehle:
melde Dich hier an: mtb-news.de und beschreibe was Du suchst. Da bekommst Du bestimmt gute Vorschläge !
Wichtig wäre dabei, dass Du weißt, wie lang das Oberrohr sein darf (in Anlehnung an Dein jetziges Rad). Es gab damals 'Race'-Rahmenhersteller, die besonders lange Oberrohre produzierten.

Grüße
Peter
von: uri63

Re: Beratungsbitte Reiserad - 20.06.19 16:37

Du kannst z.B. nach Giant Boulder oder Giant terrago suchen, oft für kleines Geld zu bekommen. Beides solide Stahlrahmen aus den 90ern, der Vorteil: die Orginalgabeln haben Lowriderösen.
Wenn der Rahmen noch in Ordnung ist, hast du eine gute Grundlage.

Grüße uwe
von: Pierrot

Re: Beratungsbitte Reiserad - 20.06.19 18:57

In Antwort auf: uri63
Du kannst z.B. nach Giant Boulder oder Giant terrago suchen, oft für kleines Geld zu bekommen. Beides solide Stahlrahmen aus den 90ern, der Vorteil: die Orginalgabeln haben Lowriderösen.
Wenn der Rahmen noch in Ordnung ist, hast du eine gute Grundlage.


In Hirschberg an der Bergstraße steht ein Giant Terrago in der richtigen Größe. Lowriderösen meine ich auch erkannt zu haben, und die Farbe ist auch ganz nett !

Marie, da könntest du mit dem Zug hin und gleich eine nette Radtour von 50km zurück nach Darmstadt ...
Grüße
Peter
von: JDV

Re: Beratungsbitte Reiserad - 20.06.19 19:41

Mal was ganz Anderes:

https://www.fahrrad-xxl.de/cube-access-ws-pro-allroad-x0035756

In der Filiale in Mainz (und nur da) in deiner Größe vorhanden. Draufsetzen, Probefahren. Wenn gutes Fahrgefühl: Hinten einen Tubus, vorne an die Gabel einen Faiv Hoogar Träger montieren und einen passenden Sattel finden. Fertig. Alles dran, aktuelle, wenn auch preiswerte Technik, gute Übersetzung, Geometrie auf Frauen abgestimmt. Nagelneues Rad mit Garantie. Mit beiden Trägern und Sattel für unter 1000 €.

Da würde ich mir, besonders ohne Schrauberkenntnisse, nicht noch einen Oldtimer zulegen, um dann noch mindestens die Hälfte der Teile auszutauschen.

Ich habe auch ein Cube-MTB (wenn auch aus einer anderen Preisklasse) und bin mit dem Rahmen sehr zufrieden und baue ihn auch für Reisen jenseits der Asphaltstraßen um. Pushbikegirl (auch hier im Forum aktiv) ist mit ihrem Cube jahrelang um die Welt geradelt, bis man es ihr zu Schrott fuhr, sonst wäre sie jetzt noch damit unterwegs, schrieb sie.

Ich würd‘s mal in Mainz testen.

Gruß
Jürgen
von: marieausparis

Re: Beratungsbitte Reiserad - 21.06.19 18:13

Danke für die ganzen Ideen! Ich fürchte, ich habe ein bisschen Blut geleckt, was das basteln angeht ;-)

Die Kuwahara gefallen mir ja schon am besten. Aber das Giant wäre auch gut gewesen, vor allem das mit den Ösen ist gut! Ich fürchte nur, das fand nicht nur ich...
Was sollte ich denn aus eurer Sicht beachten bei den älteren zwecks Kompatibilität mit aktuellen Komponenten? Und was würdet ihr vor der Reise tauschen? Die haben ja meist 3x7 Gänge, das wird mit Ersatz schwierig, oder?
von: habediehre

Re: Beratungsbitte Reiserad - 21.06.19 18:57

In Antwort auf: marieausparis
Was sollte ich denn aus eurer Sicht beachten bei den älteren zwecks Kompatibilität mit aktuellen Komponenten? Und was würdet ihr vor der Reise tauschen? Die haben ja meist 3x7 Gänge, das wird mit Ersatz schwierig, oder?
Was die Kompatibilität mit halbwegs aktueller Technik angeht, solltest Du auf Folgendes achten:

- Einbaubreite fürs Hinterrad 135mm. Ansonsten musst Du ein evtl. benötigtes Laufrad aus Rennradnabe oder historischer MTB-Nabe (mit 130mm Einbaubreite) und MTB-Felge selbst bauen bzw. bauen lassen. So ab Anfang der Neunziger wurde dieser Standard geändert.

- Cantileversockel am Hinterbau für Canti/ V-Brakes. Ebenfalls Ende 80er/ Anfang 90er gab es sogenannte U-Brakes, die die Sockel an einer etwas anderen Position haben, weswegen diese Rahmen -trotz vorhandener Sockel- nicht auf eine andere Bremse umgerüstet werden können. U-Brake hatte ich einmal an einem Rad und habe sie von Anfang an gehasst.

- Steuersatz 1 1/8 Zoll. Bis Mitte/ Ende 90er gab es auch Rahmen mit 1 1/4 Zoll und 1 Zoll-Steuersätzen. Funktioniert auch, nur mit Gabeltausch wirds schwierig.

Zu 3x7:
Geht auch, man kann die Naben/ Freiläufe aber nicht auf 8-10-fach umrüsten.
Ersatz gibts (glaube ich unsicher) schon noch, wenn auch nur in homöopathischer Auswahl. Du kannst Dir aber auch eine einfache 8-fach-Kassette kaufen, auseinandernehmen (dazu 3 Niete aufbohren) und ein Ritzel entfernen. Die Ritzelabstände passen ansonsten. Dass die Ritzel zukünftig nicht mehr vernietet sind, hat auf die Funktion keinen Einfluss.
Als Kette kannst Du alles von 7-10-fach verwenden (selbst schon getestet).
Übersetzungsspektrum inkl. Variantenvergleich kannst Du mit dem Ritzelrechner komfortabel ausprobieren.

Gruß Ekki
von: habediehre

Re: Beratungsbitte Reiserad - 21.06.19 19:40

.............noch was zur Kompatibilität von Schaltwerk, Umwerfer und Schalthebeln (alles auf Shimano bezogen):

Schalthebel:
Hier ist die Rasterung drin, d.h die geben vor, wie viele Gänge geschaltet werden können. Willst Du von 7 auf 8 oder 9-fach wechseln, brauchst Du die entsprechenden Schalthebel. Willst Du mit MTB-Hebeln auf 10-fach umbauen, außerdem noch zwingend ein entsprechendes Schaltwerk.

Schaltwerk:
Hier ist die Kompatibilität größer. 9-fach-Schaltwerke (bei RR-Schaltwerken sogar 10-fach) kann man rückwärts bis 7-fach runter nutzen. Umgekehrt gehts auch (mit Einschränkungen, manche 7-fach-Schaltwerke sind etwas schmaler gebaut und haben deswegen einen etwas geringeren Schwenkbereich).

Umwerfer:
Da gibt es die Unterscheidung zwischen Umwerfern für Rennrad-Bremsschalthebeln und MTB-Schalthebeln zu beachten. Darüber hinaus: Schellendurchmesser, Winkel zw. Kettenstrebe und Sitzrohr, 2- und 3-fach, Seilansteuerung von oben oder unten.

Kompatibilität zu anderen Herstellern:
Da Du Dich für alte Klassiker interessierst. Sollte Dir Suntour unterkommen: Da geht nur wenig mit Shimano zusammen und Ersatzteile gibts auch nicht mehr, deswegen für ein verschleissintensives Reiseradprojekt die Finger davon lassen (Campa passt natürlich auch nicht, aber das musst Du auf dem Gebrauchtmarkt erst mal finden listig ).

Gruß Ekki
von: panta-rhei

Re: Beratungsbitte Reiserad - 21.06.19 19:50

135 mm ist wichtig, lässt sich aber im Radladen passend richten (=aufweiten). 3*7/8/9 ist alles OK, je exotischer/länger die Reise, desto weniger Ritzel ... Brocken kriehste in D eh.
Shimano yes, U-Brake no :-)
von: Lagerschaden

Re: Beratungsbitte Reiserad - 22.06.19 12:10

In Antwort auf: panta-rhei
135 mm ist wichtig, lässt sich aber im Radladen passend richten (=aufweiten).


Bei meinem Kuwahara habe ich einfach die 135mm Alfine so reingedrückt. Scheint weder dem Rahmen, noch der Nabe irgendwas auszumachen. Radausbau ist ein bisschen Würgerei, geht aber eigentlich problemlos. Die Flexibilität ist bei dem alten Stahl auf jeden Fall vorhanden...
von: Falk

Re: Beratungsbitte Reiserad - 22.06.19 16:03

Gehen tut das schon, aber bei einem vermuteten Anfänger und einer Neubeschaffung würde ich sowas zumindest nicht empfehlen. Du kaufst doch auch keine zu knappen Schuhe, obwohl das irgendwie doch schon geht.
von: Lagerschaden

Re: Beratungsbitte Reiserad - 23.06.19 11:09

In Antwort auf: Falk
Gehen tut das schon, aber bei einem vermuteten Anfänger und einer Neubeschaffung würde ich sowas zumindest nicht empfehlen. Du kaufst doch auch keine zu knappen Schuhe, obwohl das irgendwie doch schon geht.


Da hast du natürlich völlig recht.
von: marieausparis

Re: Beratungsbitte Reiserad - 05.07.19 21:37

Hast du (oder natürlich auch gerne jemand anderes) eine Empfehlung für eine Kurbel mit Vierkant, max. 170mm, Schrauben (nicht genietet) und idealerweise min. ~22, max. ~42 Zähnen (3-fach), die mit Deore kompatibel ist? Finde was für 3xmax.8, da ist es dann mit der Kompatibilität nach oben schwieriger, oder?
von: martinbp

Re: Beratungsbitte Reiserad - 05.07.19 21:45

Ich habe solche Vierkantkurbeln, 22-32-44, die für 3x8 oder gar 3x7 ausgelegt sind, und fahre sie mit 3x9. Das geht schon, ist aber vielleicht nichts für Perfektionisten. Allerdings fehlt mir da die Vergleichsmöglichkeit.
von: Pierrot

Re: Beratungsbitte Reiserad - 06.07.19 07:08

In Antwort auf: marieausparis
Hast du (oder natürlich auch gerne jemand anderes) eine Empfehlung für eine Kurbel mit Vierkant, max. 170mm, Schrauben (nicht genietet) und idealerweise min. ~22, max. ~42 Zähnen (3-fach), die mit Deore kompatibel ist? Finde was für 3xmax.8, da ist es dann mit der Kompatibilität nach oben schwieriger, oder?


Hallo Marie,

die Qualitätsstufe (Deore oder LX oder XT...) ist nicht entscheidend für die Kompatibilität.
Die Qualitätsunterschiede bei Kurbeln machen sich in erster Linie in der Optik und u.U. in der Langlebigkeit der Kettenblätter bemerkbar. Bei der Kurbel kannst Du also durchaus Geld sparen.
Kurbeln haben aber unterschiedliche Lochkreise (LK), z.B. 94, 104,110,130). Hier geht es um die Abstände zwischen den Löchern (beim größten Kettenblatt), die zum Verschrauben der Kettenblätter dienen.
Ich würde Dir eine Kurbel mit LK 110 empfehlen, weil es da eine große Auswahl an Kettenblättern gibt.

Grundsätzlich würde ich Dir ein Rad mit 8fach oder 9fach Schaltung empfehlen (und Dein jetziges oder ein anderes geg. umrüsten. Hier ist einfach die Auswahl an Ersatzteilen größer. Kettenblätter sind z.B. oft für 8-10fach ausgelegt.
Dann brauchst Du die entsprechenden Schaltteile und natürlich ein Hinterrad mit einem entsprechenden Freilauf (das ist das Ding wo die Kassette drauf kommt).

Du siehst also, es gibt immer wieder neue Dinge zu berücksichtigen. Deswegen frage ich mich inzwischen, ob es nicht für Dich einfacher und entspannter wäre, wenn Du Dir einen Radladen suchst, der gebrauchte Räder verkauft und Dir dann das Rad reisefit macht. Dann musst Du Dir nicht so lange den Kopf zerbrechen!
Vielleicht hat ja jd hier im Forum einen Tipp, im Raum Frankfurt sollte es das doch geben.

Grüße
Peter
von: Pierrot

Re: Beratungsbitte Reiserad - 06.07.19 07:23

Schau mal, in Frankfurt habe ich das hier gefunden:

Wohnzimmer-Werkstatt

Klingt nett! Kannst ihm Dein Begehren schildern. Er bietet auch Workshops an!

Grüße
Peter
von: marieausparis

Re: Beratungsbitte Reiserad - 07.07.19 20:58

Hallo Peter,

vielen Dank!

Mit Sven von der Wohnzimmer-Werkstatt hatte ich tatsächlich vor einiger Zeit schon einmal Kontakt und wollte auch am Donnerstag mal vorbeischauen - allerdings gerne schon mit einer möglichst genauen Teilevorstellung von meiner Seite.

Dass Deore, Acera, etc. nicht unbedingt in Zusammenhang mit der Kompatibilität stehen müssen, habe ich verstanden, was ich aber meinte, war, dass ich Vierkant-Kurbeln insgesamt nur noch wenig und wenn, dann für max. 9-fach (z.B. https://www.bruegelmann.de/shimano-acera...3mm-900267.html, eigentlich hätte ich lieber 42-44 Zähne auf dem größten Ritzel) finde. Dagegen finde ich Deore-Kassetten mit 10-fach, aber nicht mit 9-fach. Daher dann meine Vermutung, dass ich ein Vierkant-Lager (was mir auch sympathischer ist als Hollowtech) nicht mit Teilen aus höheren Gruppen mischen könnte? Weil u.a. die Abstände zwischen den Zahnrädern anders sind etc.?

Mir persönlich würden eigentlich 3x8 reichen, mehr würde ich machen, um eine bessere Kompatibilität mit bzw. Zugang zu höherwertigen (=langlebigeren) Teilen zu erreichen. Ich würde gerne vermeiden, dass ich den kompletten Antrieb tauschen muss, um an einer Ecke was zu ändern, falls ich das möchte.

Ich denke auch, dass es einfacher wäre, das alles zu einem Händler zu geben und ich überlege auch immer wieder, das zu tun. Aber eigentlich habe ich eben auch große Lust, das selber zu machen und auch besser zu verstehen, deshalb hänge ich da noch so dran fest und frage auch immer wieder ;-)
von: Pierrot

Re: Beratungsbitte Reiserad - 07.07.19 21:15

Hallo Marie,
das finde ich super, dass Du Lust hast, in die Fahrradtechnik einzutauchen. Bei mir war das auch so. Ich bin kein Technikfreak, aber immer sehr gerne Fahrrad gefahren. Irgendwann habe ich mir dann gesagt: wenn ich so gerne fahre, dann will ich auch selber Hand anlegen. Also nur zu!
Ab 8fach kriegst Du eigentlich noch genug Ersatzteile im Netz. Guck doch einfach bei eBay Kleinanzeigen nach einer Vierkant-Kurbel Deore LX oder XT mit den von dir bevorzugten Kettenblättern. Die aus den 90ern hatten, glaube ich, alle den Lochkreis 110. Da kannst Du aber nochmal nachfragen. Für diese kriegst Du jederzeit neue Kettenblätter, bei Bedarf, z.B. von Stronglight, Gebhard oder T.A. Spécialités.
Kurbeln benötigen unterschiedlich lange Tretlager. Die benötigte Länge kannst Du googlen.
Gute Vierkant-Tretlager gibt es z.B. von Token.

Also, frag' ruhig weiter!

Grüße
Peter
von: marieausparis

Re: Beratungsbitte Reiserad - 07.07.19 21:17

Edit: Der 110-Lochkreis habe ich bei den Kurbeln bislang leider eher nicht gefunden, der war meist kleiner...?

Oh, du warst schneller - daraus schließe ich, dass 110 eher bei älteren Kurbeln gegeben ist und ich wahrscheinlich deshalb nicht fündig geworden war
von: olafs-traveltip

Re: Beratungsbitte Reiserad - 07.07.19 21:59

Achtfach-Kurbel gibt es zB hier.
10fach Kurbel mit 4kant dagegen gibt es eher nicht oder sehr teuer.
Shimano 10fach MTB-Schaltungen sind mit 8- oder 9fach nicht kompatibel. Ist mE aber auch nicht notwendig. Naben in LX- oder XT-Qualtät sind vielleicht haltbarer, bei Schaltungskomponenten konnte ich persönlich das nicht beobachten.
von: cyclist

Re: Beratungsbitte Reiserad - 07.07.19 22:11

Hallo Marie,
bei den Kurbeln musst du schauen, ob du eine Kurbel mit einem 4-Fach oder einem 5-Fach-Arm hast. Eine Kurbel mit 4er Stern ist inkompatibel mit einem Kettenblatt für einem 5er Stern.
Dementsprechend hast du auch andere Lochkreise.
Grundsätzlich gibt es die für allermeisten 4er und 5er-Arm Kurbeln Kettenblätter mit den verschiedensten Zähnezahlen.
Aufgedröselt mit den Lochkreisen wird das u.a. hier bei Kurbelix, oder auch hier.

Bei den aktuellen Shimano-Kurbeln (mit Ausnahme des Billigst-Sektors) wird das aber nix, da hat es keine Vierkant-Aufnahme mehr.
von: habediehre

Re: Beratungsbitte Reiserad - 07.07.19 22:17

Hallo Marie,

der 110er-Lochkreis (mit 5 Schrauben und 74mm fürs kleine Blatt) ist bei MTBs schon sehr lange nicht mehr aktuell. Das gabs Ende der 80er bis Anfang 90er. Kleinstmögliches Kettenblatt hat 24 Zähne. Wurde damals im Zusammenhang mit 6-8-fach-Systemen angeboten. Die Kurbeln sind sehr schön, leicht und werden gebraucht durchaus teurer als manche Neukurbel angeboten.
Der Lochkreis wird außerdem noch bei RR-Kurbeln verwendet, heisst da Kompaktkurbel. Deswegen gibts auch noch Ersatzblätter dafür, die für 9-10-fach kompatibel sind und über solche Annehmlichkeiten wie Steighilfen verfügen.
Du kannst solche Kurbeln also durchaus sinnvoll bei einem Reiserad einsetzen (die 9-10-fach-KBs funktionieren auch problemlos mit 7-8-fach), ist aber kein günstiger Standard.

Dann gibts die Kurbeln mit 96/58mm LKD, ebenfalls 5 Schrauben. Wurde mit 7-8-fach-Systemen Anfang 90er bis Ende 90er angeboten.
Nennt sich MTB-Kompaktkurbel, haben geschwungene Kurbeln und darauf abgestimmt kürzere Achsen, was das Ganze insgesamt angeblich steifer und auch etwas leichter macht.
Kann man auch mit 9-10-fach verwenden.
Technisch gesehen eigentlich der beste Standard für ein Reiserad, da standardmäßig bis zu 20Z-Kettenblätter montierbar sind. Leider gibts dafür nur noch von Teuer-Anbietern Ersatzkettenblätter. Von Shimano gibts (nach meiner letzten Recherche) zumindest für das stark genutzte mittlere KB keinen Ersatz mehr.

Der momentan am meisten verbreitete Standard hat 104/64mm und 4 Schrauben.
Gibts mit 4-Kant, Octalink und HT-2. Standardmäßig kleinstes KB hat 22Z. 2oZ gibts noch als (teures) Mountain Goat.
Wäre jetzt meine Empfehlung, wenns günstig und leicht ersetzbar sein soll. Funkioniert ebenfalls von 7-10-fach.

Gruß Ekki
von: panta-rhei

Re: Beratungsbitte Reiserad - 07.07.19 22:34

In Antwort auf: habediehre
Standard:104/64mm und 4 Schrauben.
Gibts mit 4-Kant, Octalink und HT-2. Standardmäßig kleinstes KB hat 22Z. 2oZ gibts noch als (teures) Mountain Goat.
Wäre jetzt meine Empfehlung, wenns günstig und leicht ersetzbar sein soll. Funkioniert ebenfalls von 7-10-fach.

Genausowas würde ich auch nehmen (4kant/ Acera/ Alivio/ Deore)
- kleine Entfaltung (22er)
- verbreitet/kompatibel
- billich

-> optimal fürs Reiserad!

PS: ADFC - Selbsthilfewerkstatt in FFM wäre auch eine Anlaufstelle - bei PN nenne ich Dir Ansprechpartner.
von: irg

Re: Beratungsbitte Reiserad - 08.07.19 08:08

Hallo Marie!

Olafs Tipp ist gut, wenn du auf 8-fach gehst. Bei Kurbelgarnituren will ich gar nichts Teures verbauen, da Ersatz-Kettenblätter dann oft so teuer werden, dass sich deren Tausch nicht mehr lohnt. (Ich habe, wenn ich mich richtig erinnere, noch einen Satz LX-Kurbeln herum liegen, bei denen zwei Kettenblätter gleich viel oder mehr gekostet hätten als eine neue Garnitur. Das war mir eine Lehre.) Eine günstigere Kurbel hat auch den Vorteil, dass das mittlere Kettenblatt, das "Arbeitskettenblatt", mit dem am meisten gefahren wird, aus Stahl ist, dadurch hält es etwas länger und kostet kaum etwas.

Du kannst, wenn du willst, bei 8-fach auch eine 9-fach Kurbelgarnitur verbauen, das funktioniert problemlos.

Auch bei den anderen Teilen ist Pragmatismus angesagt: Du kannst verbauen, was du gerade günstig bekommst. Die Teile passen zusammen, egal, aus welcher Gruppe sie stammen. Werfer und Schaltwerk kannst du bei 8-fach sogar 8- oder 9-fach nehmen, nur die Schalthebel müssen natürlich 8-fach sein. Ob Deore, Alivio oder sonst was ist dabei egal. Nur die Länge des Käfigs muss zur Kassette passen. Dabei gilt: Länger geht immer, kürzer nur bedingt.

Zu den Schaltwerken und Werfern: Ab Acera ist es egal, was du nimmst. Alivio ist ein guter Kompromiss. (An einem Rad meiner Frau habe ich ein Acera-Schaltwerk belassen, um es später bei Bedarf zu tauschen, das läuft dort immer noch. Es ist auch mit sehr vielen Kilometern nicht kaputt zu kriegen.) Ein etwas anderes Thema können die Schalthebel sein: Die können mit der Zeit Ärger machen, und da bekommst du bei 8-fach keinen höherwertigen Ersatz mehr. Die einfachste Lösung, wenn du bei 8-fach bleiben willst: Kauf dir einfach 2 (oder 3) Sätze Acera-Schalthebel und lege den Rest auf Lager. Sie kosten nicht so viel. (Bei 9-fach bekämest du noch Deore-Schalthebel. Die dürften mehr Schaltvorgänge aushalten als Acera.)

XT-Ketten bekommst du in 9-fach übers Internet günstig, die wären ein Argument. Aber wie viel länger halten XT-Ketten als andere? Da die Kettenlebensdauer insgesamt eher ein Trauerspiel ist, hält sich der Vorteil in Grenzen. Aber auch da müsstest du, um den Vorteil länger zu sichern, Ketten auf Vorrat kaufen.

Wenn du besonders langsam den Berg hinauf radeln können willst, würde ich dabei auch an die Kassette denken: In 8-fach kannst du bei gleichmäßiger Entfaltung bis zu 32 Zähnen am größten Ritzel hinunter kommen, tiefer kommst du nur mit einer Megarange-Kassette. Da hast du aber einen Sprung zwischen dem ersten (36 Zähne) und dem zweiten Ritzel. Das mag ich persönlich nicht. In 9-fach bekommst du Kassetten mit gleichmäßiger Entfaltung bis zu 36 Zähnen hinunter.

Naben: Ich speiche selbst ein, da nehme ich (nach einer Pause wegen einer schlechten Serie) XT-Naben. Nötig sind sie nicht. Deore werden genauso ihren Dienst tun. Schaue mehr auf die Felgen (am besten stabile, nicht zu leichte Alltagsfelgen) und ob die Speichen gut gespannt sind. Das macht weit mehr aus, wie lange ein Laufrad hält. (Wenn du selbst ein speichen willst, tue es. Es ist keine Hexerei.)

lg!
georg
von: willi99

Re: Beratungsbitte Reiserad - 08.07.19 10:56

Fast volle Zustimmung zu irg, jedoch: Ich würde auf keine Schalthebel auf Vorrat kaufen. Wenn die Acera Schalthebel ausgenudelt sein sollten (die sind aus Plastik und halten zwar sehr lange, aber nicht ewig) UND es keine 8-fach Schalthebel mehr zu kaufen geben sollte (was ich mir beim besten Willen nicht vorstellen kann): Wechsel auf 9/10/x fach. Der Schalthebel ist ja eh hinüber, das Schaltwerk wird dann viele Jahre alt und abgeschrieben sein, Kette und Kassette sind Verschleißteile. Bei Standardschaltkomponenten würde ich nicht ohne einen extrem guten Grund Vorräte anhäufen.
von: irg

Re: Beratungsbitte Reiserad - 08.07.19 17:17

Ja, stimmt, das Anlegen von Vorräten sollte man sich genau überlegen.

Bei uns ist das eine einfache Entscheidung: Unsere Alltagsräder sind zufälliger weise alle mit 7- oder 8-fach ausgestattet, haben also kompatible Teile. Diese Räder brauchen am meisten Verschleißteile. Spätestens, als ich Schwierigkeiten bekam, für ein Rad meiner Frau den Gripshift-Schaltgriff in einer brauchbaren Qualität nach zu bekommen, habe ich begonnen, Teile auf Lager zu legen. Aber meine Frau ist in manchen dieser Dingen sehr genau in ihren Bedürfnissen, und wenn ein Rad einmal das zeitliche segnen sollte, finden sich noch genug andere, um die gelagerten Teile bei Bedarf zu verbauen. Sogar die 20-Stück Werkstatt-Packung Ketten lohnt sich bei uns.
Da viele Teile wie Kurbelgarnituren (die wegen der verschiedenen Achslängen normaler weise mit den Lagern getauscht werden müssen), Werfer und Umwerfer offenbar mit einer sehr langen Lebensdauer gesegnet sind, kann es sich lohnen, Ersatz ein zu lagern.

lg!
georg
von: olafs-traveltip

Re: Beratungsbitte Reiserad - 08.07.19 19:27

Andererseits: Wenn neben den Schalthelbeln auch noch Umwerfer, Schlatwerk, kassette und womöglich Kurbel getauscht werden müssen kommt man schnell an den Punkt, ob sich das ganze noch lohnt.
Ich habe jedenfalls noch einen Satz 8fach Hebel liegen, da sie gerade günstig waren...
von: irg

Re: Beratungsbitte Reiserad - 09.07.19 07:54

Hallo!

Ich denke, es hängt davon ab, worauf beim Bauen gezielt wird: 8-fach läuft auch mit 9-fach Schaltwerken, Umwerfern und Kurbeln. Da würde ich möglichst gleich diese nehmen, um mir die Option des Upgradens zu ermöglichen. Nicht, dass ich den einen Gang mehr bräuchte, aber die Gruppe wird noch länger brauchbare Ersatzteile haben. Dann wird der Umstieg nicht teuer. Und diese drei Teile halten bei uns ewig lange. Da muss ich nur ab und zu die mittleren Kettenblätter tauschen, noch weit seltener die Schaltröllchen.

Beim Neuaufbau frage ich mich allerdings, ob 8-fach, wenn ich das Rad länger oder lange fahren will, Sinn macht.
Wenn ich das richtig verstanden habe, steht 9-fach die Schwierigkeit, eine günstige und brauchbare Kurbelgarnitur mit Vierkantaufnahme zu bekommen, entgegen. Ich bin selbst ein Freund des Vierkantes, aber da würde ich so gut wie sicher in den sauren Apfel beißen und entweder eine Shimano-Lösung ohne Vierkant verwenden (wie ich es am Liegerad gemacht habe, es funktioniert problemlos), oder eine teure andere Kurbel kaufen. Wir leben leider in einer Zeit, in der gute, ausgereifte Lösungen anderen geopfert werden, um Neues kreiert zu haben. Das ist gut für die Hersteller. Aber soll ich deshalb ein Maschinenbaustudium machen und mir alles selber schnitzen? Der Aufwand wäre mir zu hoch!

lg!
georg
von: olafs-traveltip

Re: Beratungsbitte Reiserad - 09.07.19 08:53

Genau, zumal ich Montage und Demontage der Hollowtech2-Kurbel viel einfacher finde.
Nur nraucht man halt anderes Werkzeug.
von: AndreMQ

Re: Beratungsbitte Reiserad - 09.07.19 09:25

In Antwort auf: irg
.... Wir leben leider in einer Zeit, in der gute, ausgereifte Lösungen anderen geopfert werden, um Neues kreiert zu haben. ...
Irgendwie müssen wir mal inne halten und selbstkritisch sein. Der Thread verläuft langsam in die Richtung: Ein Fahranfänger fragt nach dem ersten Auto - im Jahre des Herren 2019. Der überzeugte und überzeugende Ratschlag: Der VW-Käfer (Technikstand ausgehende 50er Jahre!!) ist ein bewährtes und gutes Auto (läuft und läuft) und Ersatzteile wird es noch lange geben. Und man kann sogar selbst den Blumenspritzenvergaser und die Kontaktzündung mit dem Obstmesser reparieren. Auch die Schrottplätze und der Teilenachbau bieten so ziemlich alles. Das kann also nicht verkehrt sein.
Auch wenn unterstellt werden kann, dass die TE noch ein paar Jahrzehnte Lebenszeit hat, warum soll man seine Radwelt auf dem Stand der 80er einfrieren, als ob man alle Zeit dieser Welt später noch hat. Hat man nicht! Niemand stellt sich doch heute auf Holz-Ski bzw. alte Faßdauben mit Lederriemen und echten Fellen (bin kein Wintersportler)?
von: JDV

Re: Beratungsbitte Reiserad - 09.07.19 10:47

Ich habe bereits vor drei Wochen darauf hingewiesen, dass und wo man für 589,- € ein neues Marken-MTB mit aktueller Technik und Garantie in der richtigen Größe bekommt, an dass man nur hinten einen Tubus und vorne einen Faiv schrauben müsste...
von: iassu

Re: Beratungsbitte Reiserad - 09.07.19 10:54

Du schilderst das sehr treffend und bildhaft, was unter Fahrradfahrern seit immer und hier im Forum eine Grundtendenz ist: der Blick und die Orientierung nach rückwärts. Lange Jahrzehnte hindurch gab es unter der Sonne kaum etwas Konservativeres als Rennradfahrer. Auch hier bei uns ist für Manche neuere Technik ein Graus und die Entfernung vom technischen status quo parallelgehend zum eigenen Älterwerden. Hätten nicht Keiltretlager auch bei den Ewiggestrigen einen traumaauslösenden schlechten Ruf, sie würden geheiligt werden, zusammen mit verchromten Lenkern und Laufrädern im alten 27" Format. Wundersamerweise durften Cantileverbremsen, ja, in Einzelfällen sogar Vau-Bremsen Einzug halten in die akzeptierte Ahnengalerie, man könnte annehmen, daß eigentlich nur Reifenstempelbremsen für zuverlässig, einfach zu dorfschmieden und pakistanbusverladekompatibel gehalten würden. Wenn der TO und die Beratungsgemeinde sich für ausreichend tollkühn erklären, statt 3mal6 mit Schraubkranz das Experiment 3mal8 mit Kassette (kann das gutgehen?) zu wagen, sollten wir sie darin nicht verunsichern, sondern leise lächelnd und wohlgesonnen begleiten. Die Freaks der anderen Extreme sollten sich das Auskundschaften der neuen 1mal12 XT dann aber nicht anmerken lassen. schmunzel zwinker omm
von: irg

Re: Beratungsbitte Reiserad - 09.07.19 13:06

Hallo!

In Antwort auf: AndreMQ
In Antwort auf: irg
.... Wir leben leider in einer Zeit, in der gute, ausgereifte Lösungen anderen geopfert werden, um Neues kreiert zu haben. ...
Irgendwie müssen wir mal inne halten und selbstkritisch sein. Der Thread verläuft langsam in die Richtung: Ein Fahranfänger fragt nach dem ersten Auto - im Jahre des Herren 2019. Der überzeugte und überzeugende Ratschlag: Der VW-Käfer (Technikstand ausgehende 50er Jahre!!) ist ein bewährtes und gutes Auto (läuft und läuft) und Ersatzteile wird es noch lange geben. Und man kann sogar selbst den Blumenspritzenvergaser und die Kontaktzündung mit dem Obstmesser reparieren. Auch die Schrottplätze und der Teilenachbau bieten so ziemlich alles. Das kann also nicht verkehrt sein.
Auch wenn unterstellt werden kann, dass die TE noch ein paar Jahrzehnte Lebenszeit hat, warum soll man seine Radwelt auf dem Stand der 80er einfrieren, als ob man alle Zeit dieser Welt später noch hat. Hat man nicht! Niemand stellt sich doch heute auf Holz-Ski bzw. alte Faßdauben mit Lederriemen und echten Fellen (bin kein Wintersportler)?


Ich habe mich an Maries Aussage gehalten, dass ihr 8-fach genug ist. Ob das Thema Geld eines ist, weiß ich nicht (es ist auch keinesfalls ehrenrührig!). Daher kommen meine Beiträge. Ob sie passen, kann nur Marie sagen, und die hat sich zuletzt nicht gemeldet.

Und, nebenbei, ich habe nichts gegen neue Technik, wenn sie Sinn macht. Bei Octalink habe ich den Eindruck, dass der Sinn v.a. darin bestehen soll, Mitbewerbern das Leben schwer zu machen. Aber Octalink funktioniert, das ist klar.

Ob 8-, 9- oder sonstfach ist mir ziemlich unwichtig, auch die Frage Felgen- versus Scheibenbremse. Das Radl soll funktionieren, damit hat es sich. Wenn es dazu technisch nicht unnötig kompliziert ist und lange läuft, bin ich zufrieden.

lg!
georg
von: Pierrot

Re: Beratungsbitte Reiserad - 09.07.19 18:49

In Antwort auf: JDV
Ich habe bereits vor drei Wochen darauf hingewiesen, dass und wo man für 589,- € ein neues Marken-MTB mit aktueller Technik und Garantie in der richtigen Größe bekommt, an dass man nur hinten einen Tubus und vorne einen Faiv schrauben müsste...


Auch wenn Cube eine anerkannte Marke ist, so besitzt sie auch ein Billigsegment, und das ist wohl kaum eine sinnvolle Basis für ein Reiserad. Darüber hinaus steht in der Beschreibung, das Rad sei für Abfahrten optimiert ...
Es gibt keine bessere Möglichkeit, für relativ wenig Geld an einen hochwertigen Rahmen zu kommen, als ein MTB aus den 90ern.
Außerdem sollte man schon die aktuelle Entwicklung der Fahrradtechnik hinterfragen und das Sinnvolle von dem Sinnfreien unterscheiden. Die Technik wird komplizierter, teurer und geht schneller kaputt.
Im Bereich Schaltung z.B. ist mehr wie 3x8/9 einfach überflüssig. Alles was danach kam ist doch zwanghafte Entwicklungswut, wo es vor allem um Gewinnmaximierung geht.


Peter
von: Lagerschaden

Re: Beratungsbitte Reiserad - 09.07.19 19:36

In Antwort auf: Pierrot

[...]
Im Bereich Schaltung z.B. ist mehr wie 3x8/9 einfach überflüssig. Alles was danach kam ist doch zwanghafte Entwicklungswut, wo es vor allem um Gewinnmaximierung geht.
[...]


Ich stimme dir zwar zu, das alte Technik durchaus lohnenswert sein kann, die Aussage halte ich allerdings ein für ein bisschen sehr übersteigert. Natürlich kann man mit 3x8 um die Welt fahren. Das kann man im Prinzip ja auch mit einem Singlespeed.

Trotzdem sind moderne Konzepte (2x10, 1x11, ...) schon eine deutliche Steigerung des Komforts, wiegen normalerweise weniger und machen einem auch sonst in mancher Hinsicht das Leben einfacher.

Das Firmen ihren Gewinn maximieren wollen ist Teil des Systems. Dazu gehört aber auch das für den Verbraucher durchaus etwas sinnvolles raus purzeln kann. Ob einem das im Einzelfall das Geld wert ist, muss man dann selbst entscheiden.

Mein Reiserad ist mit 2x10 unterwegs. War zum Zeitpunkt des Aufbaus gerade Stand der aktuellen Technik. Heute würde es wohl eine 11-Fach Schaltung bekommen.

Und ja: Ich habe den Vergleich zu Singlespeed, 8-Fach und Shimano Alfine 8-Gang.

Nächstes Thema V-Brake gegen Scheibe? bier bier2
von: marieausparis

Re: Beratungsbitte Reiserad - 09.07.19 23:07

Hallo zusammen,

da bin ich wieder. So viele Antworten! Damit hatte ich gar nicht gerechnet. Leider habe ich mir gestern den Fuß verdreht und war dann erstmal anderweitig beschäftigt. Jetzt aber Entwarnung zumindest für den Radel-Teil der Tour, sodass es weitergehen kann mit der Planung.

Erstmal danke für die vielen Erklärungen!

Und vielleicht noch einmal kurz zu meinen Vorstellungen: Ich hätte gerne etwas Solides, Langlebiges, Nachhaltiges. Also eben weder das billige Wegwerfprodukt noch das Beste vom Besten, was noch die letzten 2% Gewicht oder Ähnliches herausholt (das ist jetzt etwas überspitzt, aber ich denke, ihr versteht mich). Das scheint mir tatsächlich in älteren Standards oft besser vereint als in aktuellen Produkten, ohne mich (für meine Zwecke sinnvollen) Neuerungen verschließen zu wollen. Gleichzeitig möchte ich vermeiden, mich von nicht mehr aktueller Technik und damit Ebay-Kleinanzeigen und Co. abhängig zu machen, d.h. ich würde zum Beispiel eine alte oder (wenn in vertretbarem Rahmen) teurere Vierkant-Kurbel gut finden, solange ich 1) Ersatzteile dafür auch im normalen Handel und gängigen Herstellern noch bekomme und ich sie 2) bei Bedarf durch ein aktuelles Modell ersetzen kann ohne gleich alles andere mittauschen zu müssen.

Idealerweise hat die Kurbel 170mm, da meine aktuelle 175mm hat und mir gefühlt recht nahe kommt. Würde 170mm daher gerne mal ausprobieren.

Falls jemandem so eine eierlegende Wollmilchsau (3x9, Vierkant, 170mm (hier würde ich evtl Abstriche machen), 20/22-...-40(lieber die anderen)/42/44 Zähne, kompatibel) über den Weg läuft und mit mir teilen möchte, ist die Freude groß!

Aus Irgs Kommentaren (Deore-Hebel, Entfaltung) schließe ich, dass 3x9 (8 würde mir reichen, mehr stört mich aber auch nicht, solange es nicht auf Kosten der oben beschriebenen Nachhaltigkeit etc. geht; den Mehrwert von weniger als 3 Ritzeln sehe ich für meine Zwecke noch nicht (Vorteil=Gewicht, das mit dem Komfort habe ich noch nicht verstanden - warum ist das so?, Nachteil=Preis, Entfaltung, Ersatzteilversorgung), lasse mich aber gerne eines besseren belehren bzw. korrigieren ;-)) der beste Kompromiss für mich sein könnte und aus habedieehres Ausführungen, dass 104/64mm und 4 Schrauben mein Kriterium der einfachen Ersetzbarkeit am besten trifft.

Übrigens: Zwecks V-Brake vs. Scheibe. Falls der Rahmen beide Optionen hergibt, würde ich wahrscheinlich mit zweiterer losfahren (mechanisch). Falls der Rahmen keine V-Brakes hergibt, würde ich mich wohl gegen den Rahmen entscheiden...

Paralleles Thema: Welche Felgen/Speichen und wie viele? Entsprechend muss ich ja den NaDy wählen und lege mich damit fest...

Ich hoffe, ich habe nichts vergessen/übersehen!
von: iassu

Re: Beratungsbitte Reiserad - 09.07.19 23:13

In Antwort auf: marieausparis
Aus Irgs Kommentaren (Deore-Hebel, Entfaltung) schließe ich, dass 3x9 (8 würde mir reichen, mehr stört mich aber auch nicht, solange es nicht auf Kosten der oben beschriebenen Nachhaltigkeit etc. geht;
Was genau meinst du denn mit "reicht mir"? Brauchst du die höhere Zahl nicht als Statussymbol, oder brauchst du keine feinere Abstufung, oder brauchst du keine größere Spreizung, oder brauchst du nichts Aktuelleres?
von: marieausparis

Re: Beratungsbitte Reiserad - 09.07.19 23:25

Ich denke, mir würden 24 Gänge im Sinne der Feinheit der Abstufung sowie der Bandbreite von leichtestem zu schwerstem Gang reichen - hatte ich bisher auch und habe nichts vermisst.

Habe gerade noch etwas gegoogelt: Sollte ich eine passende (Vierkant-)Kurbel finden, wie ist es denn um die Lagerarten (JIS, etc) sowie -breite und deren Verfügbarkeit bestellt? Ich gehe mal davon aus, das hängt irgendwie davon ab, wie breit die entsprechende Aufnahme an meinem Rahmen ist, richtig? Von noch etwas?
von: iassu

Re: Beratungsbitte Reiserad - 09.07.19 23:42

In Antwort auf: marieausparis
Ich denke, mir würden 24 Gänge im Sinne der Feinheit der Abstufung sowie der Bandbreite von leichtestem zu schwerstem Gang reichen - hatte ich bisher auch und habe nichts vermisst.
Man hat mit 3 Kettenblättern und 8 Ritzeln mitnichten 24 nutzbare Gänge, das ist ein Irrtum. Erstens überschneiden die sich und zweitens sind die Extreme zu vermeiden: groß-groß und klein-klein. Es bleiben also nur etwas mehr als die Hälfte der Kettenblatt-Ritzel-Kombinationen übrig. Bei 3x8 beim mittleren Kettenblatt 6-8 Ritzel, beim kleinen Blatt 3-4 und beim großen ebenfalls 3-4.
von: irg

Re: Beratungsbitte Reiserad - 10.07.19 09:01

Hallo Marie!

Lager und Aufnahmen werden bei deinem Rahmen schon so genormt sein, dass ich keine Probleme erwarte. Du suchst ein passendes Patronenlager mit der passenden Achslänge aus, schnaubst es gut gefettet ein, und gut ist es. Welche Technik du aussuchst, ist Geschmacks- und Geldsache. Früher war Vierkant die einfachste Lösung mit vielen Anbietern, Shimano steigt zunehmend daraus aus, damit fällt dabei wahrscheinlich der günstigste Anbieter weg. (Bei der letzten Aussage kann ich mich täuschen.)

Mit 9-fach hast du aktuell den Vorteil, dass du sehr günstig an gute Teile kommst. Ich denke, dass das noch länger so bleiben wird. Mein flottes Tourenrad, das ich vor 17 Jahren gekauft und umgebaut habe, hat eine 9-fach XT-Gruppe als damals neuestem Standard, jetzt bekommst du 9-fach noch in Deore, das reicht vollkommen. Du kannst aber natürlich auch auf neuere Standards zurück greifen, die kosten dann halt mehr.

Zu den Felgen: Der Wettbewerb bringt eine nicht immer ungetrübte Entwicklung mit sich: Felgen sollten immer leichter werden, bei Felgenbremsen vielleicht durch höheren Abrieb bissiger Bremsen ermöglichen (das ist eine Vermutung von mir, bei der ich nicht weiß, ob sie stimmt), usw. Die gar nicht so seltene Folge dieser Entwicklung sind Risse und andere Scherereien.
Am Tourenrad würde ich nicht auf Leichtbau zielen, der vermindert die Reserven. Günstige Alltagsfelgen reichen, da gibt es viele Hersteller mit vielen Felgen, die in Frage kommen. Mit den Speichen ist es eigentlich recht einfach: State of the Art sind Doppeldickenspeichen mit 1,8mm im Mittelbereich, nötig sind sie nicht. Verwende rostfreie Speichen guter Qualität, die du bekommst, und gut ist es. Mein Radhändler z.B. hat Sapim 2mm, deshalb verbaue ich diese. Was bei uns am Tandem hält, hält bei dir am Tourenrad dreimal.

Zum Nabendynamo: Schau darauf, wie groß der Widerstand ist. Billigere Dynamos haben einen ziemlich großen. Da macht es leicht Sinn, mehr Geld ein zu setzen. Am Hinterrad wäre eine sehr einfache Lösung eine XT-Nabe, wenn du selbst ein speichst.

lg!
georg
von: panta-rhei

Re: Beratungsbitte Reiserad - 10.07.19 16:33

Salut,

In Antwort auf: marieausparis
Ich denke, mir würden 24 Gänge im Sinne der Feinheit der Abstufung sowie der Bandbreite von leichtestem zu schwerstem Gang reichen - hatte ich bisher auch und habe nichts vermisst.


Natürlich.

Passende Kurbel findste z.B. bei Rose - für läppische 26Euronen. Kannste auch mit 9-fach fahren.
von: Thomas S

Re: Beratungsbitte Reiserad - 10.07.19 16:57

Und unter den Details zu der von panta-rhei genannten Kurbel findest Du die Länge des benötigten Tretlagers (122 mm).

Bei Vierkanttretlagern sind drei Parameter maßgebend:

- die Gewindeart
- der Winkel des Vierkants und
- die Länge des Welle.

Die Gewindeart ist bei Dir vermutlich BSA.
Der Winkel ist bei Shimano immer JIS.
Die Länge der Welle ist von der Kurbel abhängig (bei sehr breit bauenden Rahmen eventuell auch von der Breite des Hinterbaus.)
von: marieausparis

Re: Beratungsbitte Reiserad - 11.07.19 20:03

Hallo zusammen,

also es ist 3x9 geworden, passende Kurbel habe ich auch gefunden. Damit bin ich mit dem Antrieb zumindest mal auf einem hoffentlich guten Weg.
Nächster Schritt sind wie angedeutet weitere Komponenten und ich würde mich über Feedback zu meinen Plänen freuen bzw. zu Vorschlägen für noch offene Punkte:

Bremsen: 50€
Deore V-Brakes mit Cartridge-Belägen und passenden Bremshebeln
-> falls jemand gute (Haltbarkeit/Bremskraft/Preis) Ersatzbremsbacken kennt, bin ich sehr interessiert

Vorderrad:
Shutter Precision Nabendynamo PD-8 Disc 6-Loch, 32 Speichen
-> absichtlich die Disc-Version gewählt, da ich den NaDy auf ein potentielles Nachfolgerrad mit umziehen würde und flexibel bleiben will, Nachteil scheint sich mir daraus keiner zu ergeben?
-> Reichen 32 Speichen? Lieber mehr oder lieber dickere Speichen?
Felge: Ryde ZAC421, Zac2000, Zac19, Rigida Sputnik...
-> hier schwebt noch das größte Fragezeichen über mir, Vorschläge gerne gesehen
Felgenband
Speichen: DT Swiss Competition 1,8
-> oder 2,0?
Mantel: Continental Contact Plus Travel oder Schwalbe Marathon Almotion, gerne ~2,1 Zoll, Ziel ist Eignung für Mischung aus Feldwegen und Offroad
Schlauch: Schwalbe AV13

Hinterrad:
Felge, Felgenband, Speichen, Mantel, Schlauch siehe Vorderrad
Nabe: entweder die bestehende
-> Wie lange hält eine Nabe etwa? Aktuell scheint meine bisherige OK zu sein, wenn ein baldiges Ende wahrscheinlich ist, würde ich aber auf jeden Fall tauschen, sonst nur bei unpassender Speichenzahl
-> lohnt es sich, bei einer Nabe zwecks Lebenszeit und Performance in eine teurere zu investieren?
-> Wie macht sich der Unterschied zwischen der Trekking- und der Mountainbike-Sparte bemerkbar?

Schutzbleche:
SKS Velo 55 Cross Schutzblech Set

Griffe:
Ergon GP1 oder GP4
-> Sind die GP1 auch mit bestehenden Hörner (wie eben z.B. meinen) kombinierbar?

Licht:
vorne: busch+müller Lumotec IQ2 Eyc T Senso Plus LED Frontlicht oder Busch + Müller Lumotec IQ Avy T senso plus LED Scheinwerfer
hinten: Busch + Müller TOPLIGHT Line Plus Dioden-Rücklicht 50mm

Lowrider:
Tubus Tara + Montageset

Parkständer:
Hebie Hinterbauständer 671 FOXm
-> Bin nicht ganz sicher, ob er passt und auch stabil ist, mein letzter Parkständer hat nach wenigen Wochen das Zeitliche gesegnet

Lenkungsdämpfer:
Hebie Lenkungsdämpfer 695

Flaschenhalter:
-> ich suche noch einen, in den sowohl PET- als auch Nalgene-Flaschen passen, Ideen?

Hab ich was Wichtiges vergessen? Ich bin gespannt!
von: Sickgirl

Re: Beratungsbitte Reiserad - 11.07.19 20:46

Das mit der Disc Version ist eine gute Idee, habe ich beim Neuaufbau meines alten Rades auch so gemacht

DT Competition Speichen sind an den Enden 2 mm und im Mittelteil 1,8 mm und mit reichen 32 Speichen

Ist eher die Frage wer die Laufräder aufbauen soll?

Wie lange eine Nabe hält kann niemand seriös beantworten

Wird sie pfleglich behandelt, bei einer Konusnabe vielleicht auch mal gewartet, das alles beeinflusst die Lebensdauer
von: habediehre

Re: Beratungsbitte Reiserad - 11.07.19 21:04

Meine Empfehlungen:
- Bremsklötze: die roten Jagwire
- Felgen: bei Individualaufbau irgendwas mit mehr als 19mm, bei günstigen Standardlaufrädern gehen auch ZAC 19/2000. Systemgewicht ist ja nicht hoch, wenn ich mich recht erinnere.
- bestehende Nabe: Lager öffnen, Lagerlaufflächen kontrollieren. Wenn ok, dann weiterverwenden.
- Schutzbleche: zu schmal und zu kurz. Gibt auch welche mit 65mm.
- GP1 sind auch mit bestehenden Hörnchen kombinierbar. Evtl. entsteht ein Spalt zwischen Griff und Hörnchen. Ist aber eher ein optisches Problem.
- Wozu Lenkungsdämpfer? Kenne ich nur bei Zweibeinständern
- Flaschenhalter: Den hier kann ich empfehlen. Wenn das Gummi schlappmacht, durch Pedalriemen o.Ä. ersetzen. Du kannst in das Montageblech noch oben ein Loch bohren, um den Halter eine Etage tiefer zu setzen, falls nötig.
- HR-Träger habe ich nicht aufgelistet gefunden?

Gruß Ekki
von: cyclist

Re: Beratungsbitte Reiserad - 11.07.19 22:06

Hallo Marie,
Glückwunsch erst mal, das es endlich voran geht! Aber willst du wirklich noch in diesem Jahr los? verwirrt schmunzel

Ich würde den Nabendynamo, wie auch die Hinterradnabe, lieber in der 36-Loch Version nehmen. Ist grundsätzlich robuster. Gerade für längere Reisen. Gewichtsmäßig ist es nur minimal mehr (4 Speichen + Nippel).
Felgenband nehme ich mittlerweile nur noch geklebte und breite. Mir ist vor Jahren mal eins mehrfach verrutscht und hat den Schlauch immer wieder perforiert.
Schläuche würde ich nicht zu der Leichtvariante greifen. Schwalbe AV13 ist eine gute Wahl.
Dazu noch einen oder 2 Ersatzschläuche.

Sofern das Ventilloch aufgebohrt werden muss, sollte das vorsichtig geschehen und das Loch anschließend sehr säuberlich entgratet werden - standardmäßig werden die meisten Felgen für französische Ventile ausgeliefert. Und auch die Späne sehr gründlich ausschütteln!!!

Die Hinterradnabe würde ich auch austauschen. Angesichts der von dir geschilderten Nutzung deines Rades, würde ich nicht davon ausgehen, das die Nabe noch in einem guten Zustand ist (Lager, Freilauf, Sperrklinken). Klar, kann die Nabe noch mehrere Jahre halten, aber auch kann es sein, das sie schon nach wenigen hundert Km sich zerlegt... Wenn du die Nabe beibehalten möchtest, solltest du sie mindestens komplett zerlegen, reinigen, auf Schäden überprüfen und gut gefettet spielfrei wieder zusammensetzen. Den Aufwand dazu musst du selber abwägen... Sinnvoller ist es aber, bei dem Gesamtaufwand des von dir geplanten Umbaus, die Nabe ebenfalls zu ersetzen.
Du kannst sicherlich auch eine Super-Duper-Edel-Nabe nehmen, wenn es dir gefällt, eine "normale" Nabe, wie die XT, LX
oder Deore Naben reichen sicherlich für dich aus.

Speichen am besten die DD-Version. Siehe Wiki-Eintrag. Ob nun von Sapim, oder von DT, ist Geschmackssache und was der jeweilige Händler da hat.

Schutzbleche: Ich bevorzuge da grundsätzlich fest montierte. Würde da auch wieder die 65mm-Version nehmen. Dazu vorne u. hinten die passenden langen "Spoiler" montieren. Ist sehr nett, keine nassen Schuhe durch vorn hochspritzendes Wasser zu haben und der Hintermann freut sich sicher auch, nicht allzu nass gespritzt zu werden...

Griffe: Du kannst bei dieser Version auch eigenständige "Hörnchen" montieren, siehe z.B. bei meinem Rad. Zusätzlich habe ich die Hörnchen mit Moosgummi überzogen (evtl. mit Spülmittel montieren). Das Isolierband (Gewebekleband) an den Enden dient nur dazu, dass das Moosgummi nicht ausfranst oder einreißt.

Hinterbauständer: Nimm lieber den Pletscher Multi, oder Multi Flex, s. hier. Ist aber auch Geschmackssache, bei allen Modellen werden sich Leute finden, bei denen das jeweilige Modell kaputt gegangen ist...

Lenkungsdämpfer: Möchtest du das Lenkverhalten "dämpfen"? Wenn ja, dann verbau das Teil!
Möchtest du jedoch das Umschlagen des Lenkers verhindern, speziell mit Taschen vorne dran, dann lass das Teil weg! Oder du machst dich auf die Suche nach der Nadel im Heuhaufen, mittlerweile wohl sogar eher nach dem Stecknadelkopf im Heuhaufen, dann nimm einen Steuersatz mit integrierter Umschlagbegrenzung. Ich habe sowas verbaut und bin sehr zufrieden damit. Kostenpunkt ab ca. 100,-€ aufwärts plus Werkzeug (bei Selbstmontage) bzw. Montagekosten (beim Händler). Siehe hierzu auch dieses Thema von mir: Klick

Viel Spass beim weiteren Teile suchen, bestellen, kaufen und montieren!
von: cyclist

Re: Beratungsbitte Reiserad - 11.07.19 22:19

Hallo Ekki,
Zitat:
Wenn das Gummi schlappmacht, durch Pedalriemen o.Ä. ersetzen.
anstatt dieser Gummibänder kann man auch sehr gut sogenanntes Einziehband, aus dem Bergsportbedarf, bzw. für Zeltgestänge, verwenden. Siehe dieses Bild.
von: habediehre

Re: Beratungsbitte Reiserad - 11.07.19 22:55

Noch was zu den Naben:

- Wenn Du die bestehende Nabe doch nicht weiter verwendest, könntest Du für hinten auch gleich eine Nabe mit Scheibenflansch ordern.

- Bei den diversen gebrauchten Shimano-Naben, die ich schon in den Fingern hatte war meine Beobachtung, dass die günstigen Typen (STX, Deore, Acera u.ä.) eher von Lagerschäden betroffen waren als die Teureren (LX aufwärts). Vlt. doch nicht so gut gedichtet, Lagerspiel nicht präzise eingestellt (häufig zu fest), höhere Fertigungstoleranzen, keine Ahnung. Außerdem sind alle Shimano-Naben häufig nur sehr sparsam gefettet. Letztlich lohnt es sich also auch bei Neuware, die Lager zu öffnen und zu kontrollieren.

Gruß Ekki
von: marieausparis

Re: Beratungsbitte Reiserad - 11.07.19 23:19

Kurz eingestreut, den Rest schaue ich mir morgen nach einer genaueren Recherche noch einmal an:
Disc 6-Loch oder Centerlock, was ich häufiger bzw. wahrscheinlicher nützlich in der Zukunft?

Einspeichen habe ich zwar über selbst machen nachgedacht und würde das notfalls auch machen, aber eigentlich hatte ich an z.B. Kurbelix gedacht. Das limitiert dann natürlich die Freiheitsgrade, für das Vorderrad habe ich bisher z.B. die Kombi mit
- Ryde Andra 40 UP
- Ryde Andra 30
- Ryde Zac2000 (Infos zu den Speichen etwas unklarer als bei den anderen)
zur Auswahl gefunden.

HR-Gepäckträger: Habe schon einen, zwar Baumarktware, aber mit tieferer Strebe, 4 Anschraubpunkten und bisher treu, auch mit Gepäck. Den behalte ich erst einmal, deshalb stand der nicht in der Liste.
von: Axurit

Re: Beratungsbitte Reiserad - 12.07.19 06:22

Es geht doch immer noch um das Rad auf diesen Bildern? Hast du dich bzgl. der Lackierung des Rahmens schon zu einer Lösung entschieden?
von: panta-rhei

Re: Beratungsbitte Reiserad - 12.07.19 07:18

In Antwort auf: Axurit
Es geht doch immer noch um das Rad auf diesen Bildern? Hast du dich bzgl. der Lackierung des Rahmens schon zu einer Lösung entschieden?

Völlig überflüssig!
von: panta-rhei

Re: Beratungsbitte Reiserad - 12.07.19 07:21

In Antwort auf: marieausparis

- Ryde Andra 40 UP
- Ryde Andra 30
- Ryde Zac2000 (Infos zu den Speichen etwas unklarer als bei den anderen)
zur Auswahl gefunden.


Falls Du auch das HR erneuerst:
Wäre praktisch, hinten und vorne gleiche Felge und Speichenzahl zu haben- 32er reichen sicher für Dich, aber 36 sind verbreiteter ...

Wenn Du das HR weiter verwenden möchtest:
Durchchecken (lassen)!!
von: Sickgirl

Re: Beratungsbitte Reiserad - 12.07.19 07:46

Meiner Meinung nach ist das inzwischen genau andersrum
von: BaB

Re: Beratungsbitte Reiserad - 12.07.19 07:52

Kommt wohl darauf an, wo man ist...
von: marieausparis

Re: Beratungsbitte Reiserad - 12.07.19 07:52

Lackierung werde ich wohl nichts machen.

Zu welcher der drei genannten Felgen würdet ihr denn raten? Ich gehe davon aus, dass eine schwerere Felge das Gefährt träger macht, die Speichenzahl dafür aber nicht ganz so wichtig ist, ist das richtig? Dann würde ich nämlich eher 36 Speichen nehmen, 32 mit dem PS PD8 NaDy habe ich nämlich noch nicht fertig eingespeicht gefunden.
Warum andersrum, um am VR Gewicht zu sparen mit leichterer Felge bzw weniger Speichen?
von: irg

Re: Beratungsbitte Reiserad - 12.07.19 08:01

Hallo Marie!

Deore V-Brakes sind gut, schmeiß nur gleich die Bremsbeläge weg und ersetze sie durch weiche eines anderen Herstellers. Welcher, wird nicht sehr wichtig sein, nur weich müssen sie sein. (Das selbe Problem hatte ich mit den Originalbelägen der Avid. Was die sich dabei denken, solche Felgenmörder zu verbauen, kann ich nicht einmal erraten.) Auf meinen Rädern laufen welchen von BBB mit gutem Erfolg. Bei ganzen Bremsklötzchen verwende ich gerne welche von Fuxon, die kosten fast nichts und tun es genau so wie teure. Das ist aber Geschmackssache.

32 versus 36 Speichen: Bei deinem Gewicht wird es ziemlich egal sein, wichtiger ist die Qualität der Einspeichung. Die meisten Radmechaniker speichen mit zu wenig Spannung ein, das spart Zeit. Ob Doppeldickendspeichen oder nicht, kannst du dir aussuchen. Auch da gilt: Die Einspeichung ist wichtiger als die Speichen.

Felgen: Zac 2000, Zac 421, Sputnik, Andra, es werden alle für dich passen. Wenn du nicht gerade eine Weltreise machen willst, könntest du als Kompromiss die Zac 421 nehmen, die ist etwas breiter als die 2000-er und nur wenig schwerer. (Auch am Liegerad habe mit der Zac 2000 keine Probleme, und Rad und ich sind sicher schwerer.) Wenn es beim Neuaufbau ohnehin egal ist, würde ich 36 Speichen nehmen. Der Gewichtsunterschied ist minimal.

Ich würde beim neu Einspeichen unbedingt eine neue Hinterradnabe nehmen. Je nach Modell kostet sie nicht die Welt, wie z.B. die Shimano XT. Die Möglichkeit, eine Scheibenbremse montieren zu können, ist ausgesprochen gescheit. So bleibst du flexibel. Welche der Aufnahmen besser ist weiß ich nicht.
Beim Preis kannst du bei Naben bis Ende nie gehen, nötig wird es nicht sein. Auf den Tourenrädern fahre ich die XT als Kompromiss, auch wenn es natürlich viel bessere Naben gibt. Sie kostet nicht viel und ist, von wenigen erratischen Serien abgesehen, stabil. Stelle nur unbedingt das Lagerspiel selbst ein, das machen Radhändler so gut wie nie. Die Maschine kann das nicht und sorgt so für viel zusätzlichen und unnötigen Umsatz.

Ich hätte auch den Tara genommen, der ist einfach und robust. Was willst du mehr?

Flaschenhalter: Welche Größe willst du? Am Liegerad habe ich einen für die 1,5l Nalgene-Flasche, das ist, so weit ich mich erinnern kann, ein billiger Bor Yueh. (Ich finde keine Aufschrift darauf.) Der hält, nur das dünne Gummibandl ist bald gerissen. Der dickere Gummizug aus dem Nähbedarf für fast nichts hält jetzt. Dieser Flaschenhalter passt auch für die meisten 1,5l Pet-Flaschen.

lg!
georg
von: Sickgirl

Re: Beratungsbitte Reiserad - 12.07.19 08:02

Bist du dir ganz sicher, das es der Shutter mit Disc Aufnahme und einer Felgenbremsefelge fertig eingespeichert war?

Mit andersrum meine ich das es inzwischen immer mehr 32 Speichen Felgen und Naben gibt
von: irg

Re: Beratungsbitte Reiserad - 12.07.19 08:06

Also die Trägheit durch schwerer Felgen kannst du vergessen. Dafür sorgt die Beladung selbst. Mehr Speichen kosten dich ein wenig mehr Luftwiderstand. Das Hinterrad ist immer weit stärker belastet, deshalb würde ich dort eher über 36 Speichen nachdenken als am Vorderrad. Auch der Gewichtsunterschied ist so klein, dass ich mir darüber nicht den Kopf zerbrechen würde. Da ich annehme, dass du keine Weltreise damit planst, würde ich dir nicht zu den allerschwersten Felgen raten.

lg!
georg
von: AndreMQ

Re: Beratungsbitte Reiserad - 12.07.19 09:15

Kann jetzt nicht mehr alles nachvollziehen und wie Entscheidungen gefallen sind, daher einfach meine Meinung:
- Sollen die Teile für die Weiterverwendung über dieses Rad hinaus ausgesucht werden? Meine Antwort wäre viermal nein. a) Weil man nicht vorhersehen kann, was später ein neues Wunschrad sein könnte. b) Weil wir günstige Teile in nicht mehr aktueller Technik hier verbauen und uns auf dieses Rad konzentrieren. In einem alten Rahmen ist das völlig ok, aber in einem neuen Rahmen in der Zukunft nicht. c) Weil genau dieses Rad als späteres Alltags- und Stadtrad benötigt wird. d) Ein Ausschlachten vorhandener Räder ergibt beim neuen Rad immer unklare Baustellen und hinterlässt das alte Rad als unbrauchbare und unverkäufliche Ruine. Ich schlachte keine funktionierenden Räder aus, selbst wenn es ein inzwischen selten genutztes Speedhub-Rad mit Scheibenbremsen, SON, B&M-Leuchten und Tralala ist. Standschäden lassen sich leicht vermeiden und als gutes Ersatzrad in stimmiger Technik seiner Zeit, ist es immer sehr hilfreich. Die Gebrauchtradpreise sind mir zu niedrig und die Interessenten zu nörgelig, um so etwas mühsam und weit unter Nutzwert zu verkaufen.
- 4-kant-Kurbeln neu niemals mehr, vor allem wenn der Shimano-Standard für HT-II-Lager bereits in der 50€-Klasse angekommen ist. Im Gegensatz zu 4-kant können diese (von Feinmotorikern) ohne Spezialwerkzeug unterwegs gewechselt werden. Zwei neue Lagerschalen können sogar als relativ leichte und wenig Raum benötigende Ersatzteile eingepackt werden (würde ich aber nie machen). Das gleiche gilt für die SRAM-Variante GXP. 4-kant ist so eine typische, historisch erklärbare Fehlkonstruktion der Fahrradtechnik (wie vieles andere auch). Wenn es an einem Rad verbaut ist und keinen Ärger macht, muss man nicht umstellen. Vielleicht mal die Patrone wechseln, zumindest aber mal aus-/einschrauben und fetten, bevor der Kram festgegammelt ist (Kurbelabzieher und Vielzahnschlüssel notwendig!). Aber Neukauf bei Wahlfreiheit - niemals.
- Der heutige 32-Loch-Standard reicht bei 54kg. 2.0/1.8/2.0 sind der Speichen-Standard - einfach nehmen, man kann nichts falsch machen. Die seinerzeit vorgeschlagene ZAC421 war genau ausgelegt auf genügend Maulweite (21mm) auch für die dicksten Schlappen (geht bei 54kg) und mit 560g noch nicht übertrieben schwer, aber bereits genügend robust. Meine Alufelgen wiegen 330g und da muss man sich ab 100kg Systemgewicht schon Sorgen machen.
- Keine Scheibenbrems-Naben. Erstens - siehe oben - werden diese Naben niemals ein anderes Rad sehen und zweitens kann man dann wenigsten vorne symmetrisch einspeichen.
von: marieausparis

Re: Beratungsbitte Reiserad - 12.07.19 09:19

z.B. das hier: https://www.kurbelix.de/vorderrad-26-zoll-ryde-zac-2000-mit-shutter-precision-nabendynamo-schwarz

Ich verstehe leider nicht, was mit andersrum gemeint ist, mit Felgendynamo und Scheibenfelge könnte man gar keine Bremse mehr anbauen, oder...?

Andere dumme Frage:
Entspricht die Kennzeichnung der Felgen bei Kurbelix mit z.B. 25-559 der 559-25C in der ETRTO-Tabelle, also ist 25 die Maulweite? Reifenbreite wäre es ja eher wenig... Und falls das so ist, dann sieht die Tabelle für mich so aus, als würden für alle drei der Felgen, die ich aufgezählt habe, Reifen mit max. 62mm Breite passen, auf die schmaleren Felgen aber auch dünnere Reifen als auf die Andro 40. Das klingt irgendwie merkwürdig...
https://www.kurbelix.de/ratgeber/reifen-schlaeuche/welcher-reifen-passt-auf-welche-felge

Zu Wiederverwendung: Wenn ich das Rad hinterher wieder als Stadtrad verwenden will (nicht sicher, da ich zwei habe), würde ich wahrscheinlich die alten Laufräder (nach Tauschen der Kassette, 9-fach passt drauf) wieder reinmachen, so könnte ich die neuen umziehen und das alte Rad weiterverwenden statt ein Wrack zu generieren ;-)

Die ZAC421 habe ich leider noch nicht fertig eingespeicht mit PS PD8 gefunden, ich schaue aber heute Abend noch einmal. Ein guter Dynamo ist mir wichtig zwecks Forumsladernutzung.
von: Sickgirl

Re: Beratungsbitte Reiserad - 12.07.19 09:37

Habe es doch schon mal geschrieben mit dem andersrum habe ich auf den Post von Pantha Rei geantwortet

Inzwischen halte ich 32 Speichen Räder für sehr viel verbreiteter, ich selber habe in meinem Stahl nur noch 32
und weniger Speichen.

Habe gerade mal kurz bei Bike24 geschaut, da kriegt man mit 36 Loch von Shimano nur noch die Deore

Das Laufrad das du verlinkt hast ist aber in der Tat für Scheibenbremsen und Felgenbremsen nutzbar

Laut Norm heißt das 25 die Maulweite ist. Bei der empfohlenen Reifenbreite im noch den Drick mit dazu rechnen

Ein 60 mm breiter Reifen der mit 4 bar gefahren wird belastet die Felge ganz anders wie der gleich breite Reifen mit nur 2 bar

Viele Felgenhersteller haben Tabellen was für Drücke mit den verschiedenen breiten Reifen gefahren werden können
von: AndreMQ

Re: Beratungsbitte Reiserad - 12.07.19 11:31

In Antwort auf: marieausparis
... Ich verstehe leider nicht, was mit andersrum gemeint ist, mit Felgendynamo und Scheibenfelge könnte man gar keine Bremse mehr anbauen, oder...?
Der Felgendynamo lässt nicht die Montage einer Bremsscheibe zu - also keine Scheibenbremse. Die "Scheibenfelge" lässt keine Felgenbremse zu, weil keine Reibfläche da ist - also auch keine Felgenbremse. Da wir Trommel-, Stempel- und Rollenbremsen sowieso ausschließen, bleibt nichts mehr übrig. Wie oben bereits gesagt: Für dieses Rad und diese Aufgabe, keine teuren Teile auf irgendeine sowieso völlig anders verlaufende Zukunft.
von: JDV

Re: Beratungsbitte Reiserad - 12.07.19 12:17



Das ist schon die richtige Wahl, das passende Hinterrad wäre dieses hier:

https://www.kurbelix.de/ryde-zac-2000-26-zoll-fahrrad-hinterrad-mit-shimano-xt-disc-6-loch

Beides für Felge und Scheibenbremse nutzbar.

Ich widerspreche irg ganz vehement, was das Felgengewicht angeht. Ich hatte mein 26er Reiserad von Ryde Xplorer auf Ryde Sputnik umgebaut (von meilenweit sehr gut aufgebaut), seitdem ist es ein lahmer, träger Gaul. Das kann nur an den Felgen und den stärkeren Speichen liegen. Ich merke das sehr deutlich, auch mit Gepäck, und schließlich fahre ich das Rad auch mal ohne Ballast. Die Sputnik ist eine superstabile und langlebige Felge mit sehr guten Bremsflanken, aber für leichte Leute einfach zu schwer.

Die Kombi PV8/Zac 2000 und XT780/Zac2000 fahre ich jetzt in 28 Zoll seit 9000 km am Randonneur, auch mit sehr viel Gepäck, das ist eine gute Kombi und ziemlich flott. Die Scheibenbremsnaben sollten nicht schlechter sein.
von: panta-rhei

Re: Beratungsbitte Reiserad - 12.07.19 12:47

Felgengewicht /Soeichenzahl spürst Du beladen sicher nicht im Fahrverhalten
von: marieausparis

Re: Beratungsbitte Reiserad - 14.07.19 16:55

Hallo zusammen,

habe nun noch einmal ein bisschen rumgeschaut und eine Liste geschrieben, ein paar Details sind mir dann noch aufgefallen:

Ergon-Griffe: Gibt es in der Breite S und L, trotz Google konnte bin ich mir aber unsicher, was die richtige Größe für mich ist. Für eine Frau habe ich eher große Hände. Die am TX400 fand ich super, aber natürlich weiß ich nicht, welche das sind... weiß das zufällig jemand oder hat sonst einen Hinweis? Ich würde wohl die Kork-Version nehmen, da man mir gesagt hat, die aus Gummi würde bei einigen recht schnell anfangen, zu kleben...

Felge: bei der ZAC2000 scheinen wohl Speichen mit konstant 2mm Dicke verbaut zu werden - blöd? Außerdem ist sie ja recht schmal und von der Beachtung des Drucks bin ich jetzt doch verunsichert. Passt das mit den Schwalbe Marathon Almotion (55-559) und hätte ich ggf. sogar noch etwas Luft nach oben? Wenn ich dann nur recht niedrigen Druck reinmachen kann, werde ich ja wieder langsamer und habe durch die leichtere Felge eher nichts gewonnen, schätze ich...?

Schnellspanner: Beim VR ist kein Schnellspanner dabei. Eigentlich hätte ich auch lieber was ohne Schnellspannhebel und stattdessen z.B. was mit Innensechskant (kein Pitlock). Was gilt es da denn zu beachten bzw. habt ihr mit bestimmten gute/schlechte Erfahrungen gemacht? Vermutlich sollte das ja schon einigermaßen stabil sein, wenn da die Kraft drüberläuft?

Felgenband: oh ja, wenn das verklebt wäre, wäre das nett. https://www.bike-discount.de/de/kaufen/zefal-felgenband-22-mm-39595 vielleicht?

Bremsbeläge: Habe mir eure Vorschläge angesehen (oder zumindest das, was ich verstanden habe), abgesehen von den Fuxon, die konnte ich auf den Seiten, auf denen ich erst einmal bestellen will, leider nicht gefunden. Bin ich mit https://www.bike-discount.de/de/kaufen/jagwire-mountain-sport-v-brake-bremsschuhe-79175 bzw. https://www.bike-discount.de/de/kaufen/kool-stop-supra-2-bremsschuhe-schwarz-29659 auf der richtigen Fährte, also habe ich getroffen, was ihr meintet und passen die dann auch zu den Bremsen (Deore V-Brake BR-T610, Cartridge)?

Flaschenhalter: 1l und 1,5l Nalgene und PET-Flaschen. Von Bor Yueh habe ich keinen passenden gefunden, es wird wohl der von M-Wave werden. Von Cube (https://www.bike-discount.de/de/kaufen/cube-hpa-1%2C5l-flaschenhalter-231859) gibt es noch einen, der interessant aussieht, aber leider ohne genaue Maße, deshalb habe ich den wieder aussortiert.

Gutes Multitool: Anderes Thema, aber vielleicht hat der ein oder andere ja auch dafür noch einen Tipp?
von: marieausparis

Re: Beratungsbitte Reiserad - 14.07.19 17:23

Ein weiterer Punkt: Hat jemand Erfahrung mit den Montagesets für Lowrider und Gabel ohne Ösen von Tubus? Mein Problem ist, dass es ja zwei gibt, abhängig vom Gabel-Durchmesser. Jetzt frage ich mich, welches Set sich besser eignet, wenn mein Durchmesser sich genau am Übergang zwischen den beiden für die Sets angegebenen Bereichen liegt... das wird nämlich vermutlich der Fall sein, habe mal grob da gemessen, wo der Lowrider wohl an die Gabel stoßen wird...
von: habediehre

Re: Beratungsbitte Reiserad - 14.07.19 18:12

Hallo,

Ergons:
Wenn Du nicht ausgesprochen zierliche Hände hast, würde ich im Zweifelsfall zu den dickeren Griffen raten, vergrößert die Auflagefläche. Betrifft bei den Ergons übrigens nur den schmalen Teil des Griffs. Aber vlt äußert sich da noch jemand, der den direkten Vergleich hat.

Speichen:
Das technische Optimum sind DD-Speichen. Wenn es das Laufrad jedoch fertig aufgebaut günstig mit 2mm-Speichen gibt, ist das kein Fehler. Wie schon geschrieben, ist das Wichtigste die richtige Speichenspannung.

Felge:
Mit einem geringen Systemgewicht kannst Du breite Reifen mit 3bar Fahren, vmtl auch weniger, ohne dass Du deswegen Geschwindigkeitseinbußen wahrnimmst. Und das widerum ist auch mit 19mm-Felgen möglich.

Schnellspanner:
Ich habe fast alle meine Räder auf solche Schnellspanner umgestellt. Günstig, leicht, vermindert das Klaurisiko, kontrollierte Anspannen möglich, haben eigentlich nur Vorteile.
Übrigens: Schnellspanner sollen NICHT bis zum Gehtnichtmehr angezogen werden und das geht mit denen tatsächlich etwas einfacher.

Felgenband:
Ich verwende immer das blaue Schwalbe-Band. Wenn das breit genug gewählt wird, kann da auch nichts verrutschen und man hat die Möglichkeit zerstörungsfrei den Felgenboden zu kontrollieren. Aber das Velox funktioniert natürlich.

Bremsgummis:
Ich meinte die hier gemäß Beschreibung und eigener Erfahrung extra weiche Mischuung. Gibts anscheinend nur für Cartridge, was ich Dir aber ohnehin empfehlen würde.

Multitool:
Gibt viele grundsätzliche Gegner von so was, aber ich schätze das Toepeak Hummer 2 seit mehr als 20 Jahren sehr. Ich habe auch diverse andere Multitools ausprobiert, z.B das hier , kleiner, leichter und kommt auch optisch viel leckerer daher, bin aber wieder reumütig zurückgekehrt.

Flaschenhalter:
Der Cube-Halter sieht doch ganz gut aus. Ist ganz ähnlich zum Vorgänger vom M-Wave, den ich an beiden Reiserädern montiert habe Link. Vorteil: zumindest für schon halbleere Flaschen braucht es keine Sicherung, die halten auch so.

Gruß Ekki
von: irg

Re: Beratungsbitte Reiserad - 14.07.19 18:13

Bei den Zac 2000 kannst du nachschauen, für welche Kombination der Hersteller sie freigibt. Dann bist du auf der sicheren Seite. Ich habe u.a. am Liegerad welche, auch an manchen Alltagsrädern. Am Liegerad fahre ich mit 1,5 Zoll Breite mit bis zu 7 bar, an den Alltagsrädern mit bis zu 2 oder 2,2 Zoll Breite und 4,5 bis 5 bar. Bisher haben wir keine Probleme damit. Diese Felgen erlebe ich als ausgesprochen unkomplizierte.

Speichen: 1,8mm-Doppeldickendspeichen wären die perfekte Variante, 2mm durchgehend halten aber auch mehr als genug. Ich habe an den Tandems mit 2mm-Speichen ein gespeicht, sie machen nicht die geringsten Schwierigkeiten. Und du bekommst sicher nicht die Kräfte drauf, die wir am Tandem erzeugen. Die Qualität der Einspeichung ist weit wichtiger.

Multitool: Leatherman ist natürlich der Marktführer und nützt das weidlich aus. Ich muss gestehen, dass ich auf Tour seit vielen Jahren ein Multitool vom Aldi, glaube ich, verwende, das tut auch seinen Dienst und hält überraschend viel aus. Ich habe nur die Klinge selbst geschliffen, dazu auch die beiden Klingen der Schlitzschraubenzieher. Wenn du nicht in die absolute Einöde willst, kann es also auch ein billigeres Tool tun.

lg!
georg
von: habediehre

Re: Beratungsbitte Reiserad - 14.07.19 18:27

In Antwort auf: habediehre
Flaschenhalter:
Der Cube-Halter sieht doch ganz gut aus. Ist ganz ähnlich zum Vorgänger vom M-Wave, den ich an beiden Reiserädern montiert habe Link. Vorteil: zumindest für schon halbleere Flaschen braucht es keine Sicherung, die halten auch so.

Nachtrag:
Ich habe mir den Flaschenhalter noch mal angesehen: Das Montageblech ist anscheinend mit dem Gestell verschweisst, wie bei den meisten Flaschenhaltern. Beim M-Wave ist das miteinander verpresst, was angesichts der ständigen Rüttelei meiner Ansicht nach die haltbarere Konstruktion ist.

Gruß Ekki
von: panta-rhei

Re: Beratungsbitte Reiserad - 14.07.19 21:48

In Antwort auf: habediehre


Speichen:
Das technische Optimum sind DD-Speichen. Wenn es das Laufrad jedoch fertig aufgebaut günstig mit 2mm-Speichen gibt, ist das kein Fehler.


Sehe ich auch so.

In Antwort auf: habediehre

Felge:
Mit einem geringen Systemgewicht kannst Du breite Reifen mit 3bar Fahren, vmtl auch weniger, ohne dass Du deswegen Geschwindigkeitseinbußen wahrnimmst. Und das widerum ist auch mit 19mm-Felgen möglich.


Naja, mit 3 Bar fahren bedeutet, ohne Zwang den Rollwiderstand zu erhöhen. Sehe das nicht so kritisch, fahre immer 19er, mit viel mehr Gewicht bis 55er Breite und immer 5 bar. Bis jetzt noch nie Probleme. Sonst halt eine breitere Felge (Andra35/40), wenn man auf jeden Fall gerne breit fährt. Preiswerte LR gibts zB auch von Taylor-wheels.de. Komponentix baut sehr seriös ... lohnt vielleicht fürs HR schmunzel ...




In Antwort auf: habediehre


Multitool:
Gibt viele grundsätzliche Gegner von so was, aber ....


...wenn fraus vorher testet und es für einen funzt, why not? Zb Toppeak, Parktool ...
Auf jeden Fall würde ich vor dem Kauf mal AUSPROBIEREN, welche Werkzeuge Du (@ TE) konkret für die wichtigsten Arbeit brauchst (z.B. Schlauch/Reifenwechsel, Bremsseil/-Beläge wechseln, Lenker/Sattel/Pedale demontieren/verstellen, Schaltung/Bremsen einstellen ...) und erst DANACH überlegen, wo es sinnvoll ist, Werkzeuge mit einem Multitool zu ersetzen. Zum Schluss (nach Multitool-Kauf) nochmal die Gegenprobe: Lassen sich obige Arbeiten wirklich genauso gut durchführen wie ohne Multitool?

Anregung zu Werkzeug auf Radreisen aus der FAHRRADZUKUNFT 7
von: olafs-traveltip

Re: Beratungsbitte Reiserad - 14.07.19 22:07

Aus Kostengründen würde ich fertige Laufräder kaufen z.B.
VR: https://www.kurbelix.de/28-zoll-vorderra...ndynamo-schwarz
HR:
https://www.kurbelix.de/hinterrad-28-zoll-airline-rodi-silber-mit-shimano-deore-xt

Sind beides 622er aber Du suchst wohl 559?

... und wozu benötigst Du den Lenkungsdämpfer?
von: olafs-traveltip

Re: Beratungsbitte Reiserad - 14.07.19 22:20

Hier das HR als 26Inch:
https://www.kurbelix.de/hinterrad-26-zoll-ryde-andra-30-schwarz-shimano-deore-xt
von: Sickgirl

Re: Beratungsbitte Reiserad - 14.07.19 22:39

Also ich fahre 42 mm breite Reifen mit drei Bar, rollt wie die Sau und super komfortabel. Mehr wollte ich da nicht fahren
von: cyclist

Re: Beratungsbitte Reiserad - 14.07.19 22:55

Hallo Marie,
bezüglich der Griffe: Fährst du mit oder ohne Handschuhe? Welche Handschuh-Größe? Daran könntest du dich ein wenig orientieren. Wenn du eher große Hände hast, dann auch eher die L-Griffe.
Ich würde eher zu den Kunststoff-Griffen greifen. Die Kork-Griffe können brechen, hatte letzten noch wer hier berichtet.

Lowrider: Meinst du dieses Montageset, oder das hier? Mit dem zweiten Set, mit den Schlauchschellen, bist du zwar flexibler bezüglich dem Gabelrohrdurchmessern, das erste Set macht aber den robusteren Eindruck.

Du wolltest ja einen Lenkungsdämpfer montieren. Wenn du das Umschlagen des Lenkers, speziell mit Taschen vorne dran, vermeiden möchtest, dann käme noch der zum Tara passende Ständer in Frage.

Wenn du einen wirklich robusten Flaschenhalter suchst, in dem 1-2,5L PET-Flaschen o.ä. (evtl. auch 3L-Flaschen) halten, dann schau dir den Halter mal an. Beziehen kannst du aber nur über jemanden in der Schweiz, da der Laden den Halter nicht nach D versendet.
Ich habe davon 2 Stück seit 2 bzw. 3 Jahren montiert. Der Halter lässt sich auch gut anpassen, ich habe meine beiden, oben und unten, etwas zusammen gedrückt.

Multitool: Schau erst mal was du an Werkzeug für dein Rad brauchst (Liste machen!), dann schau, was beim jeweiligen Multitool dran ist. Das weiter oben verlinkte von Topeak ist wirklich gut, habe es selber auch, aber mittlerweile aussortiert aus dem Reisewerkzeug. Ich nutze inzwischen eine Mini-Ratsche von Wera Klick (ca. 30-40€ im Handel), plus diverse Innensechskant-, Torx- (T20, T25, T15) u. Außensechskant (8, 10mm) Bits, dazu ein Adapter-Bit für Nüsse (14mm Nuss für Pitlock). Und eine normale Bit-Verlängerung.
Hier Bild von meinem Werkzeugset - was sicherlich größer als nötig dimensioniert ist. schmunzel Auch ein paar Ersatzschrauben (u.a. auch Schrauben u. Muttern für Ortlieb-Taschen) gehören dazu.

Schnellspanner: Wenn du keine werkzeuglos bedienbaren haben willst, so kannst du auch Spannachsen verwenden (wie oben bereits verlinkt worden). Diese werden u.a. standardmäßig beim SON-Nabendynamo verwendet. Man sollte die Spannschraube aber nicht mit zuviel Kraft anziehen... peinlich Hält aber an sich super.
Da du ja "nur" Felgenbremsen und keine Schreibenbremsen hast, ist auch keine so hohe Anzugskraft nötig.
von: marieausparis

Re: Beratungsbitte Reiserad - 15.07.19 00:06

Danke für die ausführlichen Antworten!

Ich meinte die beiden Montagesets bzw. wie streng die Durchmesser-Bereiche für die Gabel, die jeweils angegeben sind, zu sehen sind. Meine Gabel befindet sich nämlich leider an der Grenze zwischen beiden.

Das mit der Parkstütze ist leider auch wieder offen - die Kettenstrebe hat keine Ösen dafür...
von: panta-rhei

Re: Beratungsbitte Reiserad - 15.07.19 02:16

In Antwort auf: marieausparis
Danke für die ausführlichen Antworten!


Das mit der Parkstütze ist leider auch wieder offen - die Kettenstrebe hat keine Ösen dafür...

Stört nicht: Pletscher Multi , nur nicht den Zoom.
von: irg

Re: Beratungsbitte Reiserad - 15.07.19 07:49

Ein Nachtrag zum Multitool: Ich habe dich falsch verstanden. Selbst nehme zwei mit. Eines im Stil eines Leatherman, v.a. mit Messer, Zange und Teilen wie einer Feile, und dann noch ein klassisches mit dem üblichen Rad-Werkzeug. Da gibt es einige gute, meines ist von Cytec, das hält wie andere gute auch. Ich würde an deiner Stelle einfach schauen, was ich Brauchbares bekommen kann.

Allgemein ist die Diskussion Multitool versus Einzelteile Werkzeug offen. Vom Gewicht her wird nicht viel um sein, und mit dem Multitool kommst du nicht an alles dran. Da ich in Europa radle, also nicht vollkommen von der Zivilisation abgehängt, reichen mir inzwischen die beiden Multitools und ein paar Kleinigkeiten wie ein Speichenschlüssel. Den Speichennippeln möchte ich keine behelfsmäßigen Werkzeuge antun, und Flüge haben öfters Laufräder etwas beleidigt, wenn auch nie stark. Da ich ohnehin ein Messer für die Campingküche brauche, ist eines mit eingebauter Zange kaum ein Mehraufwand.

lg!
georg
von: Toxxi

Re: Beratungsbitte Reiserad - 15.07.19 07:53

In Antwort auf: panta-rhei
Naja, mit 3 Bar fahren bedeutet, ohne Zwang den Rollwiderstand zu erhöhen. Sehe das nicht so kritisch, fahre immer 19er, mit viel mehr Gewicht bis 55er Breite und immer 5 bar.

Warum fährst du überhaupt noch Luftbereifung und nicht gleich Vollgummi? erstaunt

Ich fahre vollbeladen meine Marathon Mondial mit ca. 2,5 bis 3,0 bar. Das reicht völlig aus, ibs. wenn ich auch über Wald- und Schotterwege will. Ein gewisser Federungskomfort darf ruhig noch da sein. Und einer vermutlich eher kleineren und nicht so schweren Frau bei so breiten Reifen 5 bar zu empfehlen, grenzt schon an Sadismus... omm

In Antwort auf: panta-rhei
...wenn fraus vorher testet und es für einen funzt, why not? Zb Toppeak, Parktool ...
...
Lassen sich obige Arbeiten wirklich genauso gut durchführen wie ohne Multitool?

Es gibt einen gewichtigen Vorteil des Multitools, der oft vergessen wird. Man verliert die eizelnen Teile nicht so schnell, weil alles beisammen ist. schmunzel Das ist aus meiner Sicht der wahre Vorteil. Und ob ich damit nun ein Werkzeug zu viel rumfahre, darüber muss man nun echt nicht streiten. Da gibt es andere Sachen, die mehr Gewicht machen.

Ich nehme eine vergleichsweise einfaches Multitool (Crankbrothers Multi-10) und den Rest (Kettennieter, Reifenheber, Speichenschlüssel etc.) extra. Ibs. die Kettennieter an den Multitools funktionieren bis auf eine Ausnahme nur ziemlich eingschränkt und erfordern viel Handkraft.

Gruß
Thoralf
von: Toxxi

Re: Beratungsbitte Reiserad - 15.07.19 07:59

In Antwort auf: habediehre
Multitool:
Gibt viele grundsätzliche Gegner von so was, aber ich schätze das Toepeak Hummer 2 seit mehr als 20 Jahren sehr.

Das ist aus meiner Sicht das EINZIGE Multittol, das einen wirklich brauchbaren Kettennieter hat. schmunzel

Allderdings würde ich es nicht nochmal nehmen. Zum einen brechen die Reifenheber zu leicht. Reifenheber sind in gewisser Weise ein Verschleißteil, die gehören nicht an ein Multitool. Und zum anderen ist mir beim Schrauben schon mal das ganze Tool auseinandergebrochen. Die Verschraubung der Teile rüttelte sich bei mir auch lose, und die Schraube ging verloren. Ich weiß nicht, ob die in Punkto Qualität dort nachgelegt haben.

Gruß
Thoralf
von: Toxxi

Re: Beratungsbitte Reiserad - 15.07.19 08:00

In Antwort auf: marieausparis
Das mit der Parkstütze ist leider auch wieder offen - die Kettenstrebe hat keine Ösen dafür...

Sei froh, so kannst du einen richtigen Ständer verbauen. schmunzel Die KS40-Aufnahme ist technisch einfach Mist und nicht durchdacht.

Gruß
Thoralf
von: DebrisFlow

Re: Beratungsbitte Reiserad - 15.07.19 08:15

In Antwort auf: Toxxi

Das ist aus meiner Sicht das EINZIGE Multittol, das einen wirklich brauchbaren Kettennieter hat. schmunzel


Wenn, dann der einzige Hersteller schmunzel Mein Alien 2 hat den gleichen Kettennieter, welchen ich auch zuhause benutze.
von: Kubikus

Re: Beratungsbitte Reiserad - 15.07.19 09:06

In Antwort auf: marieausparis
Danke für die ausführlichen Antworten!

Ich meinte die beiden Montagesets bzw. wie streng die Durchmesser-Bereiche für die Gabel, die jeweils angegeben sind, zu sehen sind. Meine Gabel befindet sich nämlich leider an der Grenze zwischen beiden.

Das mit der Parkstütze ist leider auch wieder offen - die Kettenstrebe hat keine Ösen dafür...

Moin! schmunzel
Als Multitool empfehle ich Dir in jedem Fall eins mit Kettennieter, denn wenn unterwegs die Kette reist, so hast Du die Möglichkeit, das defekte Glied zu entfernen und mit einem Kettenschloss (hier unbedingt 1-2 Stück mitnehmen) zu montieren - ohne Werkzeug.

Auf meiner letzten Reise war die Kette gerissen, irgendwo in den Alpen, da war ich froh beides dabei zu haben, denn ansonsten wäre ich aufgeschmissen gewesen.
von: AndreMQ

Re: Beratungsbitte Reiserad - 15.07.19 09:31

In Antwort auf: marieausparis
...
Bremsbeläge: Habe mir eure Vorschläge angesehen (oder zumindest das, was ich verstanden habe), abgesehen von den Fuxon, ....
In der Tabelle sind die Koolstop (einfarbig salmon) angegeben, die ich aus meiner länger zurückliegenden V-Brake-Zeit noch als felgenfreundlich in Erinnerung habe, während die Original-Avid Alu-Späne zogen. Aber das kann auch von Felge zu Felge anders aussehen.

In Antwort auf: marieausparis
Gutes Multitool: Anderes Thema, aber vielleicht hat der ein oder andere ja auch dafür noch einen Tipp?
Kein Multitool. Wenn das Rad schon in vielen Teilen komplett neu aufgebaut wird, dann lässt sich das prima nutzen, um die Schraubentypen zu vereinheitlichen. D.h. ALLE Schrauben anderen Typs (incl. der Kreuzschlitzschraube an der Klingel, d.h. wirklich alles) oder erkennbar schlechter Qualität raus werfen und durch vernünftige Schrauben ersetzen. Schraubenkopf Innensechskant ("Inbus"), Muttern klassischer Außensechskant. Das dürfte auch für die Einstellschrauben der Schaltung gehen. Danach wird das passende Reisewerkzeug zusammengestellt, bei mir sind es einzelne "Inbusschlüssel" . Nur Markenware mit Kennzeichnung nehmen (gibt es in jedem Werkzeughandel um die Ecke und kostet fast nichts), keinesfalls die aus der IKEA-Box. Statt Knebel-Schnellspannachsen z.B. diese Schraubspannachsen verwenden. Sind günstig, leicht und lassen sich definiert mit einem gängigen 5mm-Inbus-Schlüssel (siehe oben) anziehen. Zusammen dann:

Die beiden Torx-Schlüssel sind für ein Speedhub-Rad, weil Torx dort verbaut ist. Bei Pinion- oder Speedhub-Rädern könnte man komplett auf Torx vereinheitlichen (anstelle "Inbus"), so weit muss man aber nicht gehen. Vorher zu Hause ausprobieren, ob auch alles vorhanden ist und man an ALLE Schrauben hin kommt. Jetzt fehlt noch Reifenflickzeug und zwei 8/10mm-Maul-/Ringschlüssel zum kompletten Werkzeug für ein bestimmtes Rad. Es sieht nicht so aus, aber damit kann man ein Rad komplett zerlegen (der große 8mm-Inbus hier ist für die GXP-Kurbel, auch das geht unterwegs).
von: Sickgirl

Re: Beratungsbitte Reiserad - 15.07.19 09:31

Ich bin keine Freundin von Multittools und habe nur dabei, vier Inbus- und ein Torxwinkelschraubenschlüssel und den benötigten Größen, einen Maulschlüssel mit einer 8 und 10 mm Seite, dazu kleiner Kettennieter und gute Reifenheber.

Kreuzschlitzschrauben am Schaltwerk und Umwerfer sind gegen Inbusschrauben getauscht

Mit den einzelnen Schlüsseln kommt man überall ran, musste schon jemand helfen der mit dem Multitool nicht an eine einzelne Schraube dran kam, gegen’s Verlieren hilft ein kleiner Lappen auf dem man das Werkzeug ablegt

Dazu würde ich noch ein Kettenschloss in der benötigten Größe einpacken
von: Toxxi

Re: Beratungsbitte Reiserad - 15.07.19 09:50

In Antwort auf: Kubikus
Als Multitool empfehle ich Dir in jedem Fall eins mit Kettennieter, denn wenn unterwegs die Kette reist, so hast Du die Möglichkeit, das defekte Glied zu entfernen und mit einem Kettenschloss (hier unbedingt 1-2 Stück mitnehmen) zu montieren - ohne Werkzeug.

Davon rate ich ab. Ich schrieb schon, dass die allermeisten Kettennieter an Multitools nicht viel taugen, weil man keinen vernünftigen Hebel hat und zu viel Handkraft braucht. Dann lieber ein Park Tool CT-5 extra mitnehmen.

Gruß
Thoralf
von: Toxxi

Re: Beratungsbitte Reiserad - 15.07.19 09:52

Okay. schmunzel Topeak verwndet offenbar das richtige Konzpt mit einem separaten Hebel, auch wenn das beim Hummer besser gelöst ist. Die Kettennieter an den Multitools von Crankbrothers taugen nicht viel. traurig
von: Toxxi

Re: Beratungsbitte Reiserad - 15.07.19 09:54

In Antwort auf: AndreMQ
Kein Multitool.
...
Zusammen dann:

Kein Multitool, aber so ein riesiges unnützes Trumm? schockiert
von: Toxxi

Re: Beratungsbitte Reiserad - 15.07.19 09:59

In Antwort auf: marieausparis
Schnellspanner: Beim VR ist kein Schnellspanner dabei. Eigentlich hätte ich auch lieber was ohne Schnellspannhebel und stattdessen z.B. was mit Innensechskant (kein Pitlock). Was gilt es da denn zu beachten bzw. habt ihr mit bestimmten gute/schlechte Erfahrungen gemacht?

Eigentlich nichts... vielleicht nicht das allerbilligste aus verzinktem Stahl nehmen.

Tipp - keinen mit InnenSECHSkant nehmen, sondern einen mit InnenFÜNFkant. Zum Beispiel diese hier:
https://www.bike24.de/1.php?content=8;product=91719;menu=1000,2,169

Das senkt das Klaurisiko, weil die meisten Gelegenheitsdiebe keinen Fünfkant dabei haben. Und gelegentlich muss man das Rad doch mal an belebten Plätzen anschließen.

Aber es geht natürlich auch ein mit normalem Sechskant, wenn du nicht einen zusätzlichen Schlüssel mitnehmen willst.

In Antwort auf: marieausparis
Felgenband: oh ja, wenn das verklebt wäre, wäre das nett. https://www.bike-discount.de/de/kaufen/zefal-felgenband-22-mm-39595 vielleicht?

Jein. Das hängt von der Felge ab. 22er ist schon ordentlich breit, selbst vergleichweise breite Felgen wie die Ryde Big Bull brauchen oft nur 18 mm.

In Antwort auf: marieausparis
Bremsbeläge: Habe mir eure Vorschläge angesehen (oder zumindest das, was ich verstanden habe), abgesehen von den Fuxon, die konnte ich auf den Seiten, auf denen ich erst einmal bestellen will, leider nicht gefunden. Bin ich mit https://www.bike-discount.de/de/kaufen/jagwire-mountain-sport-v-brake-bremsschuhe-79175 bzw. https://www.bike-discount.de/de/kaufen/kool-stop-supra-2-bremsschuhe-schwarz-29659 auf der richtigen Fährte, also habe ich getroffen, was ihr meintet und passen die dann auch zu den Bremsen (Deore V-Brake BR-T610, Cartridge)?

Nein, die passen nicht zu den Cartridge. Man kann zwar viele Beläge empfehlen, aber ausprobieren musst du es selbst. Es passt nicht jeder Belag zu jeder Felge. Ich schwöre zum Beispiel auf die BBB Tristop.

Hier als komplette Cartridge:
BBB TriStop 14T

Und hier die einzelnen Beläge:
BBB TriStop 15T

Da du schon Cartridge-Bremsen hast, brauchst du nur die Beläge. Und ich würde einen zusätzlichen Satz auf die Reise mitnehmen. Das ist kaum Gewicht.

In Antwort auf: marieausparis
Flaschenhalter: 1l und 1,5l Nalgene und PET-Flaschen. Von Bor Yueh habe ich keinen passenden gefunden, es wird wohl der von M-Wave werden. Von Cube (https://www.bike-discount.de/de/kaufen/cube-hpa-1%2C5l-flaschenhalter-231859) gibt es noch einen, der interessant aussieht, aber leider ohne genaue Maße, deshalb habe ich den wieder aussortiert.

Ich kenne den nicht, aber der ist ganz sicher Mist. 1,5 Liter Wasser sind ordentliches Gewicht. Wenn die oben nicht fixiert sind, fällt dir die Flasche bei jeder Bodenwelle raus. Klar kann man einen Riemen drumschnallen, aber man kann dann auch gleich was ordentliches kaufen.

Ich würde dir auch raten, eine Trinkflasche mit Beißverschluss griffbereit zu haben, ggf. zusätzlich zur Vorratsflasche. Zumindest ich trinke zu wenig, wenn ich beim jedem Schluck Wasser anhalten und gar noch aufschrauben muss.

Gruß
Thoralf
von: AndreMQ

Re: Beratungsbitte Reiserad - 15.07.19 10:16

In Antwort auf: Toxxi
... Kein Multitool, aber so ein riesiges unnützes Trumm? schockiert
Das gehört streng genommen gar nicht zum Radwerkzeug, sondern ist Zange, Messer, Schere, Dosenöffner, Flaschenöffner, Hebel, Schlitz- und Kreuzschlitzschraubenzieher (am Rad selbst gibt es diese gar nicht mehr).
von: Kubikus

Re: Beratungsbitte Reiserad - 15.07.19 12:05

In Antwort auf: Toxxi
In Antwort auf: Kubikus
Als Multitool empfehle ich Dir in jedem Fall eins mit Kettennieter, denn wenn unterwegs die Kette reist, so hast Du die Möglichkeit, das defekte Glied zu entfernen und mit einem Kettenschloss (hier unbedingt 1-2 Stück mitnehmen) zu montieren - ohne Werkzeug.

Davon rate ich ab. Ich schrieb schon, dass die allermeisten Kettennieter an Multitools nicht viel taugen, weil man keinen vernünftigen Hebel hat und zu viel Handkraft braucht. Dann lieber ein Park Tool CT-5 extra mitnehmen.

Gruß
Thoralf

Hallo Thoralf,
es kommt vielleicht auch auf das Multitool an. Bei mir klappte es problemlos, so dass ich kein weiteres Extrateil brauchte. Meine Philosophie ist aber auch, möglichst wenig an Teilen/Sachen dabei zu haben. zwinker
von: marieausparis

Re: Beratungsbitte Reiserad - 18.08.19 14:19

Hallo zusammen,

nach einer längeren Pause ich nochmal - Fahrrad ist so gut wie fertig (Fotos folgen noch) und ich bin bisher sehr zufrieden! Werkzeug habe ich mittlerweile auch. Abfahrt musste aus fahrradunabhängigen Gründen verschoben werden, ist aber jetzt endlich nah schmunzel Eine Frage habe ich in den Endzügen aber noch: In den Anschlussstecker zum NaDy passt nur das Lampen-, nicht aber zusätzlich noch das Forumsladerkabel. Hatte das Problem sonst noch jemand und gute Ideen für die Lösung?
Natürlich könnte ich das löten und würde ich im Zweifel auch, aber schöner fände ich eigentlich eine Steck- oder Schraublösung, bei der ich flexibel das Forumsladerkabel an- und abbauen kann. Alles in viel Schrumpfschlauch und Heißkleber hüllen finde ich deshalb auch nicht optimal. Vielleicht eine Art wasserdichte Lüsterklemme der sowas. Optionen, die ich bislang gefunden habe, sind alle eher für dickere Kabel gedacht, eher unpassend.
Über jegliche Anregungen freue ich mich!
von: Toxxi

Re: Beratungsbitte Reiserad - 18.08.19 16:48

In Antwort auf: marieausparis
In den Anschlussstecker zum NaDy passt nur das Lampen-, nicht aber zusätzlich noch das Forumsladerkabel. Hatte das Problem sonst noch jemand und gute Ideen für die Lösung?

Ja, ist normal. Lösung:

1. Die beiden Ösen am Nady-Stecker etwas aufbohren.
2. Forumsladerkabel und Lampenkabel verdrillen.

Ich lasse das Kabel für den Forumslader permanent am Rad (habe an beiden Reiserädern jeweils eins). Der Forumslader wird dann oben per Stecker angeschlossen. Ist das bei deinem Forumslader nicht so?

Gruß
Thoralf
von: Saitenriss

Re: Beratungsbitte Reiserad - 18.08.19 21:30

Ich habe sowohl vom Leuchten- als auch vom Forumsladerkabel einige Kabeläderchen abgeschnitten, und beide Kabel dann verdrillt, damit der Durchmesser nicht zu groß für die Löcher im NaDy-Stecker wird. So haben sie in den NaDy-Stecker gepasst, ohne dass ich den etwas aufbohren musste.
Ich habe das Forumsladerkabel auch permanent am Rad, die Leitung ist hoch zum Lenker geführt und endet dort mit dem Stecker, an den ich dann den eigentlichen Lader bei Bedarf anklemme.
Toxxis Vorschlag ist aber natürlich auch machbar.
von: Toxxi

Re: Beratungsbitte Reiserad - 19.08.19 07:12

In Antwort auf: Saitenriss
Ich habe das Forumsladerkabel auch permanent am Rad, die Leitung ist hoch zum Lenker geführt und endet dort mit dem Stecker, an den ich dann den eigentlichen Lader bei Bedarf anklemme.

Ja, genauso ist es bei mir auch. Hatte ich mich falsch ausgedrückt? verwirrt
von: Saitenriss

Re: Beratungsbitte Reiserad - 19.08.19 18:51

Nein, Du hast Dich richtig ausgedrückt. Der von mir beschriebene Unterschied bezieht sich nur auf die von mir beschriebene andere Möglichkeit, das Kabel in den NaDy-Stecker einzufädeln, ohne den Stecker aufzubohren.
Das hatte ich früher gemacht wie Du schreibst, aber dann waren die verdrillten Drähte so dick, dass sie beim Aufschieben des Steckers auf den NaDy so stark seitlich gequetscht wurden, dass die Drähte Gefahr liefen, einen Kurzschluss zu bilden. Und bei jedem Platten vor dem Radausbau hatte ich Mühe, den dann extrem straff sitzenden Stecker überhaupt ohne Werkzeug vom NaDy abziehen zu können.
Deshalb habe ich nun quasi die Drähte im Verdrillungsbereich "halbiert", um einen kleineren Durchmesser zu erreichen. Das finde ich jetzt besser.
von: marieausparis

Re: Beratungsbitte Reiserad - 28.08.19 10:58

Hallo zusammen,
nachdem es bisher immer so toll geklappt hat - danke! - hier nochmal eine Follow-up-Frage:
Ich bin mittlerweile unterwegs und erst einmal sehr erfreut und positiv überrascht von meinem Gefährt! Der Rahmen hat sich im beladenen Zustand als nicht besonders steif herausgestellt, daran habe ich mich aber recht schnell einigermaßen gewöhnt. Wirklich doof ist aber leider bisher das mit dem Lowrider ohne Ösen. Habe da jetzt den Tubus Tara dran mit den Schellen, die Tubus dazu anbietet. Während drei Tagen Fahrt musste ich das schon 2x reparieren, das nervt. Die Taschen sind nicht überladen laut der Tubus-Webseite.
Habt ihr hier noch Ideen für mich, wie man das möglichst einfach - ich bin ja unterwegs - noch verbessern könnte? Meine aktuelle Idee geht in Richtung noch eine Schelle quer drüber, aber so ganz überzeugt bin ich davon nicht.
Bin gespannt!
Viele Grüße
Marie
von: AndreMQ

Re: Beratungsbitte Reiserad - 28.08.19 11:19

In Antwort auf: marieausparis
... Habt ihr hier noch Ideen für mich, wie man das möglichst einfach - ich bin ja unterwegs - noch verbessern könnte? Meine aktuelle Idee geht in Richtung noch eine Schelle quer drüber, aber so ganz überzeugt bin ich davon nicht. ...
Wahrscheinlich ja, aber dazu wären Bilder notwendig, die klar zeigen, was die Schellen machen und aus welchen Maßnahmen die bisherige "Reparatur" bestand.
von: Dergg

Re: Beratungsbitte Reiserad - 28.08.19 12:45

Rutschen sie runter? Evtl. mit Kabelbindern, um die Gabelkrone geschlungen, stabilisieren?
von: habediehre

Re: Beratungsbitte Reiserad - 28.08.19 20:51

Hallo Marie,
ich weiss nicht was genau Dein Problem ist. Falls die Schellen zum Abrutschen neigen, könntest Du mit ganz ordinären Schlauchschellen unterhalb der eigentlichen Schelle dies verhindern (die Variante mit Schneckengewinde eignet sich am besten). Die Gabel wird dabei zerkratzt, aber helfen sollte es.

Gruß Ekki
von: irg

Re: Beratungsbitte Reiserad - 29.08.19 19:07

Hsllo!

Nimm als ruttschhemmende Unterlage ein Stückerl alten Schlauch. Damit klemmen auch heikle Klemmverbindungen, die mit den mit gelieferten Gummiunterlagen rutschen. (Wenigstens bei meinen Konstruktionen hat sich das so gezeigt.) Einen alten Schlauch solltest du bei jedem Radhändler geschenkt bekommen, wenn er weiß, dass du ihn nicht flicken und in dem Mantel stecken willst.

Lg!
georg
von: marieausparis

Re: Beratungsbitte Reiserad - 30.08.19 10:52

Danke für die ganzen Tipps! Foto ist leider gerade etwas schwierig, aber ihr habt schon richtig geraten. Tatsächlich rutschte es, meine Reparatur bestand dann in der Variante mit dem Schlauchstück. Vielleicht hält es ja dann jetzt doch, war nach der ersten Erfahrung recht misstrauisch. Beim nächsten Rutschen mache ich noch zweite Schellen drunter, die habe ich als Backup dabei. Danke!