Re: Technik: wieviel davon?

von: Cruising

Re: Technik: wieviel davon? - 11.07.19 09:36

In Antwort auf: Martina
Natürlich gibt es noch irgendwo in den Tiefen des Internets Achtfach-Teile, aber eben garantiert nicht im Radladen um die Ecke. Und das wäre *mir* zu kompliziert.

Nicht nur im Internet, auch etwa beim Uli Walz in Ditzingen (vielleicht mit einem Tag Bestellzeit), aber doch schon (fast) bei dir um die Ecke schmunzel Und im Internet sowieso, etwa hier, Ketten dito, und zwar für gut nen Zehner. Das wird m.E. auch noch eine ganze Weile so bleiben, denn Shimano bietet bis heute im preiswerten Segment Schaltgruppen mit 7, 8 oder 9 Ritzeln an. Vor drei Jahren hatten wir auf Gran Canaria nagelneue Mieträder mit 3/7-fach, absolut bergtauglich, ordentliche Markenräder von Scott. Wir haben nix vermisst…

Ansonsten geht es mir wie dir: Warum soll ich etwas Bewährtes wegschmeißen, wenn es mir gefällt, quasi unkaputtbar ist und vor allem passt? Schließlich haben wir schon beim Kauf auf gute Qualität geachtet, und bei unseren orthopädischen (und ein paar anderen gesundheitlichen) Problemen brauchen wir eh etwa ein Jahr, bis so ein Bock perfekt gefittet ist und wir schmerzfrei für längere Strecken drauf sitzen. Außerdem widerspricht das ewige „Größer, schneller, leichter, weiter“ etc. unserer grünen Mentalität lach

Bei der Technik ist für mich wichtig, dass ich sie selbst und relativ einfach reparieren kann. Dabei bin ich absolut kein Edelschrauber und das Basteln bereitet mir keinerlei Lustgefühle, doch schätze ich sehr die tief von innen kommende Zufriedenheit wenn ich sagen kann: „Hey, du hast es mal wieder hiengekriegt“ grins Zumal ich mich über professionelle Schrauber oft genug sehr geärgert habe wegen schlechter Qualität, langer Wartezeit und erst recht über den verlorenen halben Tag und den verblasenen Sprit, wenn das Rad nicht mehr fährt und ich es mit dem Auto zur Reparatur bringen muss. Aus ähnlichen Gründen machen wir auch viele andere Dinge selbst, Wohnung renovieren, Möbel restaurieren etc.

Trotzdem habe ich mich über neue Technik manchmal auch schon sehr gefreut. Vor allem Anfang der 80er-Jahre über die genialen Long-Cage-Schaltwerke, die drei Kettenblätter und zum ersten Mal echte Berggänge möglich machten. Vorher wären wir nie auf die Idee gekommen, Radreisen zu machen, denn in den seligen Torpedo-Dreigang-Zeiten waren wir schon von S-Weilimdorf zur Solitude hinauf völlig platt und nicht selten brauchte es eine Schiebe-Einlage Dann damals, als die griffigen V-Brakes die doch etwas windigen Cantis abgelöst haben, und auch als das Schalten vom Lenker aus mit gut gerasterten Rapidfire-Schalthebeln möglich war. Carbon hingegen wird für mich nie in Frage kommen, und wenn ich dran denke, wie wohl eine R-Dose von innen aussieht oder ein Pinion-Schaltwerk, dann bekomme ich Schnappatmung grins Immerhin könnte ich mir vorstellen, mal über Scheibenbremsen nachzudenken, wenn wir denn wirklich mal ein neues Rad bräuchten.

Doch wir haben schon zwei Räder auf über 100.000 km gebracht, und das mit der meisten Laufleistung in unserem Stall hat erst knapp 60.000. Wird also wohl noch eine Weile dauern zwinker

Gruß Thomas
www.bikeamerica.de