von: aighes
Re: Radmitnahme beim 49-Euro Ticket - 06.09.23 22:55
In Antwort auf: Martina
Aha und wie leben dann all diejenigen, die nicht Auto fahren können bzw. dürfen?
So hat jeder seine "Brille" durch die er die Welt anschaut und häufig ist es hilfreich, diese auch mal abzusetzen und die Welt durch die Brillen der Anderen zu betrachten.
Es ist völlig richtig, dass für ÖPNV-Nutzer mit dem D-Ticket der Preis idR. gesunken ist (oder anders ausgedrückt, die Gesellschaft zahl jetzt etwas mehr dafür der Einzelne etwas weniger). Ich möchte das nicht bewerten.
Die Kritik kommt aber nicht aus diesem Grund, sondern weil das Ticket angetreten ist, MIV-Nutzer in den ÖPNV zu locken. Da kann das D-Ticket nur scheitern, weil der ÖPNV in vielen Regionen (aus bekannten Gründen) nicht konkurrenzfähig (angebotsmäßig) ist bzw. einfach nicht existent ist. Sprich wer sich ein Auto leisten bzw. fahren kann wird dieses weiterhin Nutzen. Ob nun gerne oder nicht ist nebensächlich. Mit einer zuverlässigen Radmitnahme erhöht sich zumindest die Nutzbarkeit für Leute die das wollen. So kann man immerhin Strecken, wo der ÖPNV laaaangsam ist abkürzen.
Das D-Ticket erreicht, dass neue Nutzer mitfahren, auch das ist nicht verwunderlich. Das sind aber idR. Leute die ohne das Ticket die Fahrt nicht gemacht hätten oder aber evtl. zu Fuß bzw. mit dem Rad gefahren wären. Bspw. der Rad-Pendler, der bei Regen dann lieber S-Bahn/Bus fährt. Sprich unterm Strich ist das Ticket vermutlich eher "klimaschädlich" als das es dem Klima großartig nutzt. Was zumindest der kommunizierte Sinn des Tickets war.