Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km...

von: KaRPe

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 07.08.22 00:50

In Antwort auf: freizeitradler
Wenn jemand gehässig von Moped spricht will er seine persönliche Überlegenheit natürlich zeigen. Ich denke dann, der hat das Spotten vermutlich nötig.


Wenn jemand angeberisch berichtet, was er für tolle Leistungen auf seinem Pedelec bringt, behauptet, dass eco in der Ebene sowieso nur das Mehrgewicht ausgleicht und dabei darauf besteht, dass das Fahrradfahren ist. Ich denke der hat Probleme mit seinem eigenen Unvermögen.


Mal ein paar Zahlen:
Ich trete auf meinem Gravel mit recht aufrechter Sitzposition und breiten Reifen (also eher ein MTB) mit um 160 Watt Dauerleistung eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 20-21 km/h im gemixten Terrain. Sagen wir also einfach mal, dass ich für 20 km 160 Wattstunden brauche.
Mit 500 Wattstunden schaffe ich demnach etwas über 60 km, mit 1100 Wattstunden sogar 137,5 km.
Irgendwas zwischen 500 bis 1.100 Wattstunden habt Ihr in Euren Akkus, oder?
Die Verluste sind überschaubar.
Der aktuelle Bosch cx legt in Eco 50% oben drauf, ab Tour ist es mit 110% oben drauf der Hauptantrieb. Turbo über 300% oben drauf. Spitzenleistung bis zu 600 Watt, wenn ich gerade nicht irre.
In Eco müsste ich noch noch 106 Watt treten, in Tour 76, in Turbo nur die Beine drehen, bzw bergauf irgendwann dazutreten. Dass das Spaß macht, es einige sinnvolle Anwendungsgebiete/Situationen dafür gibt und grds. jedem/jeder selbst überlassen ist, wie er/sie sich sich womit forbewegt, steht außer Frage.

Aber irgendwie habe viele Pedelecer wohl ein großes Problem mit der Selbstschätzung. Anders ist nicht zu erklären, warum diese dermaßen aggressiv darauf bestehen, dass das noch Fahrradfahren sein soll und jeder, der aufgrund Erfahrung oder Naturwissenschaft widerspricht, dumm oder intolerant ist?
Entschulding, bei diesen Werten ist es (Selbst)betrug und (Selbst)erhöhung darauf zu bestehen. Ein Pedelec ist dem Fahrrad lediglich juristisch gleichgestellt, damit es trotz Motorantrieb analog genutzt werden darf. Außerhalb der abstrakten Juristerei gibt es keine naturwissenschaftlich haltbaren Argumente, dass es ein Fahrrad ist, ebenso wenig, wie es die Weiterentwicklung des Fahrrades ist. Ein Fahrrad ist seit über 200 Jahren ein motorloses Fahrzeug und wird es immer sein.

Ihr seid Pedelecer/ eBiker, Ihr nutz ein alternatives Motorfahrzeug mit Pedalkraftunterstützung.
Tut dies mit Spaß und Überzeugung, aber seid ehrlich dabei.
Dazu gehört leider auch zur eigenen Entscheidung zum Motor zu stehen.