Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km...

von: iassu

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 03.08.22 22:49

In Antwort auf: MajaM
...aber mit Radfahren hatte das definitiv nichts mehr zu tun. Nahezu anstrengungslos kam ich auf der Ebene auf 25 km/h und dann war es gefühlt sehr anstrengend auf normale 26-28 km/h zu kommen....Das Ausprobieren hat somit voll meine Vorurteile bestätigt. Das ist Mofa-Fahren.
So ähnlich habe ich das schon vorlaut rausproletet, als die Technik noch nicht annähernd soweit war wie heute. Egal, ob subjektiv oder objektiv: ich finde, es kommt aufs Wesentliche an und darauf, es vom Unwesentlichen zu trennen.

Und nach meinen Beobachtungen im Familien- und Bekanntenkreis und ja, auch auf der Straße: das Wesentliche ist der neue Spaß dran. Und der resultiert auf einer neuen Erfahrung des Verhältnisses von Anstrengung zu Ergebnis. Und genau diese ungewohnte Differenz macht nunmal der Motor aus.

Das ist in meinen Augen der Kern der Sache, ganz wertfrei dargestellt. Egal, ob sich dabei indirekt ein Effekt weniger-Auto-mehr-Elektrorad ergibt oder ein weniger-Couch-mehr-Bewegung: Hauptmotiv für Anschaffung und Gebrauch ist der neue Spaß an der Sache.

Und ganz klar: es hat mit Radfahren nichts wesentliches zu tun. Mal ganz von der Flucht ins Formaljuristische abgesehen ("Pedelec = Fahrrad") spätestens seit die Technik die oben beschriebenen Mekmale aufweist und diese sich noch schneller rumsprechen als bisher schon: wenn das Mittretenmüssen ein Argument pro "Fahrrad" wäre, dann wäre auch ein Hometrainer ein Fahrrad.

Es ist schlicht eine neue Art der Mobilität. Weder brauchen sich Fahrradfahrinnen und Fahrradfahrer ihrer (zugegebenermaßen schwindenden) Welt beraubt zu sehen, noch brauchen sich die Elektrikinnen und Elektriker auf den Schlips getreten zu fühlen, wenn sie zum Alten nicht dazugezählt werden.