Re: Volksinitiative "Aufbruch Fahrrad" NRW

von: KaRPe

Re: Volksinitiative "Aufbruch Fahrrad" NRW - 05.02.19 12:29

In Essen Zentrum Nord, also am sogenannten Eltingviertel Richtung Osten, steht der Bahndamm, der RS1 werden sollte. Dieser Bahndamm trennt das Eltinviertel von einer sehr stark befahrenen 6-spurigen Hauptverkehrsader und ist immens wichtig für die Durchfahrt durch Essen (alle anderen Routen sind suboptimal bis katastrophal/lebensgefährlich). Die Einwohnerstruktur des Eltingviertels ist durch einen hohen Anteil von Menschen mit Migrationhintergrund/ Ausländer und kleinere Einkommen geprägt (das wird im Weiteren relevant). Der Bahndamm steht dort und die Stadt müsste eigentlich nur (finanziert durch andere Träger!!!) den RS1 bauen. Leider hat die Politik aber mal wieder "Visionen": Die wollen das Eltingviertel "aufwerten" indem Sie den Damm ganz oder teilweise abtragen, also das Eltingviertel zu dieser Hauptverkehrsstraße öffnen, und den RS1 durch und über die Dächer von zu bauenden Häusern laufen lassen, die an die Stelle des Bahndamms gebaut werden sollen. Dies muss die Stadt Essen dann aber selber finanzieren, was Sie nicht kann, aber auch keine Investoren hierfür findet. Ob das langfristige Problem eines "öffentlichen Weges" in und auf Privatgelände mittlerweile geklärt ist, kann ich aktuell nicht sagen. Ich vermute, dass die Herren Visionäre diese Frage bewusst offen lassen, weil man es später so gut verwenden kann, um (noch weitere) Zeit mit der Klärung zu schinden. Denn während andere Kommunen fleißig an der (teils komplizierten)Umsetzung planen und bauen, wird in Essen konsequent verzögert und verschleppt (für Investoreninteressen..?). Übrigens: Wenn Volksvertreter von "Aufwertung eines Stadteils" reden, heißt das in heutigen Zeiten regelmäßig "Vertreibung der dortigen Anwohner" zwecks "hochwertigem Wohnraum".

Ich denke, dass es weitergehen wird, wie so oft bei kommunalen Wahnsinnsprojekten:
Irgendwann wird die Stadt Essen Investoren finden, den Wahnsinn anfangen zu bauen.....und kurz danach spingt der Investor ganz überraschend wieder ab.

Ein nachvollzehbares Probleme gibt es, ein Werksgleis muss verlegt werden (geklärt) und langfristig eine Brücke gebaut werden, um das optimale Ergebnis zu haben (ist aber nicht akut notwendig).

Aktuell komme ich zu einem Fazit:

Der RS1 wird an Essen scheitern!

Aus diesem Grund habe ich eine Bitte an Euch:
Essen legt keinen Wert auf Radfahrende. Wenn Ihr den RS1 besucht, bitte lasst Geld in der Radmosphäre (Essener-Radlergastronomie am zukünftigen RS1), aber keinen weiteren Cent in irgendwelchen anderen Geschäften dieser Stadt.