Pedelec-Gedanken nach 1200km...

von: Spessarträuber

Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 09.06.22 19:04

Hallo mit 73 Jahren kaufte ich mir auch ein Pedelec, dazu meine Gedanken.

1. historische Altstrassen, Handelswege ( Via Regia, Via Claudia, Frankfurt-Leipzig vor 150 Jahren, Gotthardpass, San Bernhardino usw.) wurden wegen Pferdezug von Kaufmannswagen auf max. ca. 8% Steigung trassiert.

Eine Steigung die auch mit Gepäck als Fahrradnutzer bewältigt werden kann, ohne Elektrik.

Alte Bauern- oder Dorfstrassen wurden tels bis 20% trassiert, das war aber kein Problem. Dort wurde Holz, Heu, Steine zum Hausbau usw. nur abwärts transportiert. Ebenso vom Bergdorf ggf. zu verkaufende Gerste, Käse und Heimarbeitsprodukte.

18% Steigung mit Gesamtfuhre von 120kg, Fahrer, 18kg Rad, Gepäck für 1 bis 2 Wochen, Essen, Regenkleidung usw. sind für Nichtsupersportler nicht fahrbar. Eine Fahrgeshcwindgkeit von 3,6m/s bei 18% Stegung erfordert dann 200W Tretleistung. Mit nur 3,6km/h Fahren eine rumeierei. Wenn 250W zusätzlich schieben.....

Meine Folgerung, Pdedelec erschliessen ganz andere landschaftlich, historisch und kulturell interessante Reisewege und Ziele. Auch für weniger hochsportliche Vielfahrer.

Z.B. Oberharzer Wasserregal, der Goldene Steig von Passau nach Böhmen auf den Spuren der Salzsäumer, im Spessart Birkenhainer Strasse und den Eselsweg. Entlang des Kammes des Erzgbirge. In Frankreich das macif-central. In Österreich Wald- und Mühlviertel usw.

Ich war lezte Woche im Spessart, sehr schön, empfehlenswert, zB. von Lohr, Rechtenbach, Maragrethenhof, Aurora, Klosterkuppel, BischbornerHof, Lichtenau, Weibersbrunn, Echterspfahl, Mespelbrunn und zurück...

Sportliche können das auch ohne E-Bike............

Oder anders, Pedelecfahren geht auch anders als im grössten Gang ihm Turbomodus und bei 30 Pedalundrehungen mit 14km/h dahinrollen an Flussuferstrecken.

Vor 3 Jahren fuhr ich ohne E-Technik von Anklam über Usedom nach Masuren, ich kenne Fernstrecken, zB. 2017 Bodensee-Köningsee, spüre aber mit 73 Jahren langsam Grenzen.
von: panta-rhei

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 09.06.22 22:27

In Antwort auf: Spessarträuber

Meine Folgerung, Pdedelec erschliessen ganz andere landschaftlich, historisch und kulturell interessante Reisewege und Ziele.


Keine Frage.

Ein Elektro-Motorrad oder ein gar Elektroauto würden aber da noch gaaaanz andere Reisewege und Ziele erschliessen! cool SCNR

Schön, dass Du Freude am Reisen hast - viel Spass!
von: nebel-jonny

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 10.06.22 08:11

panta-rhei das hört sich irgendwie nicht gut an was du da schreibst…. müde
Ich lies hier im Forum schon länger mit .Aber als hier die ersten Beiträge von Pedelecs auftauchten das wurde einfach nur abwegig kommentiert.Vielleicht sollte man hier mal ein Unterforum aufmachen für elektrische Fahrräder oder diese an ein entsprechendes Pedelec Forum weiterleiten.So 2/3 aller Räder die mir entgegenkommen elektrisch eine sehr erfolgreiche Geschichte .Bin ich jetzt als Radfahrer eine Randfigur oder habe ich Minderwertigkeitskomplexe weil ich nicht mehr dazugehöre? Ok ich werde mir jetzt auch ein Pedelec kaufen vorausgesetzt ich kann nicht mehr laufen.Irgendwie muss ich ja meine Mobilität beibehalten.Da kommt mir so ein Krankenfahrstuhl grade recht.Aber das dauert noch .Benutzung den nur kurzfristig da schon so gut wie tot.Wenn ich nicht mehr kann fahre ich 5 km Rad hab nicht völlig verausgabt und gut ist.Fahrrad der Umwelt zu Liebe!Hat sich schon mal jemand überlegt wieviel Elektroschrott in 10 Jahren anfällt wenn die ersten Akkus schlapp machen und keiner mehr in so ein Oldschool Pedelec investieren will.
So jetzt aber wieder rauf aufs Rad kein Rückwind heute son Mist auch zu anstrengend vielleicht doch mit Auto …….
Also ne ne ne….
Wer kauft sich den noch hier ein elektrisches Fahrrad weil er schlapp macht?
Gruß
von: Juergen

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 10.06.22 08:30

Wir machen mit Sicherheit kein Unterforum für Pedelecs auf. Wir lassen aber auch den Vergleich mit Krankenfahrstühlen nicht zu.
Wenn jemand einen Bericht über seine Reise Erfahrungen mit dem Pedelec schreibt, dann akzeptiert das bitte und lasst es sein, diskriminierende oder beleidigende Kommentare zu verfassen.
von: Martina

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 10.06.22 09:16

Vorneweg: bei mir muss niemand begründen, warum er ein Pedelec fährt, ich finde im Gegenteil Erfahrungsberichte immer wertvoll. Ich entnehme daraus, dass sich dir neue Möglichkeiten erschlossen haben, das ist immer gut. Aber daraus zu schließen, dass das für alle Nichtsupersportler genauso gelten muss halte ich nun auch nicht für hilfreich. Ich bin bestimmt keine Supersportlerin, fühle mich aber eigentlich nicht von den von dir geschilderten Strecken ausgeschlossen.

In einem Parallelthread gehts ja um England. Dort habe ich zum ersten Mal erlebt, dass ich an die Grenzen des von mir Fahrbahren komme. Das liegt vor allem daran, dass es dort einfach keine sorgfältig trassierten Straßen mit höchstens 8 Prozent Steigung gibt, man muss überall damit rechnen, dass 20 Prozent Steigung vorkommen und kann solche Steigungen eben nicht durch geschickte Routenplanung vermeiden. Hierzulande geht das aber und es ist auch meistens problemlos möglich z.B. ein Stück auf dem Kamm des Erzgebirges langzufahren, solange es Spaß macht und wenn man nicht mehr kann abzufahren und die Reise erstmal auf einer flacheren Route fortzusetzen. Natürlich *muss* das niemand so machen, ich wollte nur sagen, dass ich mich auch als Nichtsupersportlerin ohne Pedelec nicht von solchen Erlebnissen ausgeschlossen fühle. Ich schaffe es höchstwahrscheinlich in diesem Leben nicht mehr, z.B. den Limesradweg am Stück zu fahren und fand ehrlich gesagt auch den Bodensee-Königssee-Radweg schon vor vielen Jahren anstrengend, aber ich bin ja niemand gegenüber verpflichtet, das alles an einem Stück zu fahren.

Disclaimer: das ist eine Momentaufnahme, ich kann nicht ausschließen, dass ich das morgen anders sehe.
von: Margit

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 10.06.22 09:22

In Antwort auf: Martina
dass 20 Prozent Steigung vorkommen
die muss ich sogar mit Pedelec schieben und das ist mit dem schweren Vehicle viel anstrengender als mit einem leichten Rad.
von: Martina

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 10.06.22 10:01

In Antwort auf: Margit
In Antwort auf: Martina
dass 20 Prozent Steigung vorkommen
die muss ich sogar mit Pedelec schieben und das ist mit dem schweren Vehicle viel anstrengender als mit einem leichten Rad.


Mit dem bepackten Tandem ists auch mühsam....
von: Der Patriarch

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 10.06.22 10:24

Moin

schon wegen meines Berufs habe ich die Entwicklung der Pedelecs von Anfang an sehr intensiv verfolgt. Ich finde, dass die Dinger ein Fluch oder ein Segen sein können.

Sicher ist Radfahren pur und ohne Strom, auf einem perfekt an mein Fahrkönnen und an meine Körperlichkeit angepasstem Fahrrad, auf den zu mir passenden Wegen, ein hoher Genuss. Das bedeutet aber damit auch, das ich als großer, älterer, schwerer Mann und mit allerlei Gebrechen, nie an einem Nürburgring-Training für Radfahrer teilnehmen kann, ohne mich über alle Maßen zu quälen. Mit einem sehr guten Freund, der schwer Rheuma hat, sind wir aber da gewesen und es war ein sehr großer Spaß und die Rennradfahrer haben sich nicht gelangweilt, versprochen!
Dazu haben wir uns, mit sehr großem Aufwand, Pedelecs auf Maß bauen lassen. (Das war ein Teil meines Berufs) Die Idee dahinter, ich kann an einem ganz normalen Fahrrad eine Leistungssteigerung erzielen, wenn ich den Fahrer auf ein für Ihn zugeschnittenes Rad setze. (ein 55kg Mensch ist vermutlich klein und leicht, erzeugt wenig Drehmoment und braucht daher ein leichtes, wendiges Rad, bei dem der Rahmen eher wendig und agil sein wird. Aber ein 120kg Muskelmensch ist eher groß und erzeugt Drehmoment wie ein Traktor. Der wird eher einen SUPERFESTEN Rahmen brauchen und eine Sitzposition brauchen, die seine Leistungsentfaltung unterstützt, denn 120kg sind am Berg eher doof!)
Unsere Idee, wir nehmen ein theoretisch optimales Fahrrad und lassen dieses mit einem Motor bauen. Diesen Motor lassen wir so programmieren, (geht heute nicht mehr) dass die Unterstützung zu den Tretgewohnheiten des Fahrers passt und Ihn dort unterstützt, wo der Mensch hebeltechnisch und motorisch seine Schwächen hat. So müssten sich ein optimal ausgenutzter „Mensch“ und ein E-Antrieb optimal ergänzen. „:-) Und diese Dinger hat es gegeben!! :-)“ Mit so einem Pedelec lassen sich jetzt auch Strecken bewältigen, die sonst einen gewissen Schrecken beinhalten und eigentlich gemieden werden.

Zum Fluch: Was ich auf der Straße sehe, sind (Achtung leicht übertrieben) Einheitsrahmen, mit einer Einheitssitzposition, Leuten drauf, die vom Radfahren mitunter keine Ahnung haben und die Rücktrittbremse für das einzig optimale Verzögerungsinstrument ansehen. Diese Leute fahren jetzt Wege, die Sie ohne E-Antrieb nie fahren würden, mit einer Geschwindigkeit die Sie vorher nie gefahren sind und in einer Sitzposition, mit der Sie ohne Akku noch nicht mal zum Bierholen fahren würden. Beim Kauf wird die Unterstützung auf eine hohe Stufe gestellt und locker mit den Füßen an der Erde und dem Lenker direkt vor der Nase eine „flotte“ Runde gedreht. Die Benutzung der Gangschaltung ist eher überflüssig und eine Körperspannung eher hinderlich. Doch sind 25km/h für manche Menschen, an matschigen oder unübersichtlichen Stellen recht schnell……..(Bitte weiterdenken)

Nun habe ich 2 Fahrräder, eines mit und eine ohne Strom und ich liebe beide. Doch wenn ich 3 Wochen mit Strom gefahren bin, bemerke ich, dass mir das Fahren auf dem „normalen“ Rad recht schwer fällt. In diesen 3 Wochen hat sich meine motorische Art mit Körperspannung umzugehen und diese in eigenen Vortrieb zu verwandeln, einfach verändert. Auch ich habe demnach den Motor für mich schaffen lassen und eigene Körperspannung mehr oder weniger unterlassen….? Ich habe mir daher angewöhnt, so oft ich kann, den Strom auszumachen oder die Fahrräder regelmäßig zu tauschen.
Und….. läuft ein Pedelc ohne Strom schwerer? Na klar, deutlich und wenn es dazu noch „dumm“ gebaut oder gekauft wurde, um so mehr. Trotzdem liebe ich mein Pedelec und werde es bei bestimmten Strecken, (siehe Nürburgring-Nordschleife) mit größtem Vergnügen aus dem Keller wuchten!

Grüße Thomas
von: Margit

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 10.06.22 10:39

In Antwort auf: Der Patriarch
Und….. läuft ein Pedelc ohne Strom schwerer?
aber wenn es mal in Fahrt ist, dann läuft es. Diese Woche mal auf 37km einen 24er Schnitt geschafft. War zwar ebenes Gelände und das Pedelec schaltet die Motorunterstützung bei 25km/h ab, aber für mich war es ein Glücksgefühl, welches ich mit dem Rad ohne Motor nicht gehabt hätte bier
von: Juergen

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 10.06.22 10:56

In Antwort auf: Der Patriarch

Und….. läuft ein Pedelc ohne Strom schwerer? Na klar, deutlich und wenn es dazu noch „dumm“ gebaut oder gekauft wurde, um so mehr.
Meines läuft bauartbedingt nur wegen des Mehrgewichtes von Akku und Motor schwerer. Aber ich muss ja auch keinen Boschgenerator auf Touren bringen. zwinker
von: HeinzH.

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 10.06.22 11:04

In Antwort auf: Der Patriarch
(....)Und….. läuft ein Pedelec ohne Strom schwerer? Na klar, deutlich und wenn es dazu noch „dumm“ gebaut oder gekauft wurde, um so mehr.
Auf die meisten Pedelecs von der Stange trifft dies sicher zu.
Maßgeschneiderte individuell aufgebaute Pedelecs, wie sie von einigen Forumsmitgliedern wie mir bevorzugt werden wiegen inkl. Akku vier bis sechs Kilogramm mehr als gleichartige Biofahrräder, laufen aber ebenso leicht wie jene:
Sofern der jeweilige eAntrieb über einen echten* Freilauf verfügt.
Gruß aus Münster,
HeinzH.

*Es gibt auch unechte Freiläufe, bei denen etwaige Getriebe- oder andere Verluste elektrisch "wegsimuliert" werden.
von: BeBor

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 10.06.22 11:40

In Antwort auf: Der Patriarch
Ich finde, dass die Dinger ein Fluch oder ein Segen sein können.

Das trifft wohl exakt so zu.

Ich nähere mich gerade mit großen Schritten (Unfall, Erkrankung, altersbedingter Verschleiß) ebenfalls einer Lebensituation, in der ich wohl über eine Elektrofizierung nachdenken muss, wenn ich weiterhin mit dem Rad mehr als nur Kurzstrecken zurücklegen möchte. Und ich sehe gleichzeitig, dass der Schritt zum E-Bike in meiner Umgebung im Regelfall sehr viel leichter und sehr viel früher im Leben erfolgt, gleichzeitig mit viel weniger Gedanken dazu, als ich mir welche mache.

Der "Normalfall" ist hier (regional traditionell sehr hoher Fahrradanteil) inzwischen, dass bereits der rüstige Mittdreißiger beim Fahrradkauf intensiv in Richtung E-Bike gedrängt wird. Fahrräder ohne Motor gelten nahezu als vorsintflutliche Steinzeittechnik. Mag sogar sein, dass das Fahren eines Nicht-Elektrofahrrades in bestimmten Kreisen bereits als soziales Stigma (... ein "richtiges" Fahrrad kann er sich nicht leisten...) empfunden wird, wenn alle Freunde und Bekannten längst elektrifiziert sind. Niemand aus dieser Käuferschicht macht sich besondere Gedanken über Fahrradtechnik, wie zum Beispiel die Tauglichkeit eines reinen Muskelbetriebes, wenn mal der Akku leer ist. Oder um die Reparaturmöglichkeiten, wenn das Rad erst ein paar Jahre alt ist. Gerade vor ein paar Tagen berichtete mir eine Dame aus meinem Bekanntenkreis, dass sie allergrößte Probleme hat, für ihr Kalkhoff-Fahrrad von ca. 2012 einen Ersatzakku zu bekommen. Das ist ganz offensichtlich geplante Obsoleszenz.

Ähnliches gilt für Werkstattservice im Allgemeinen. Früher brachte man sein Rad zur Werkstatt, im besten Falle konnte man nach kurzer Zeit weiterfahren, im weniger guten Falle ließ man es dort und holte es vielleicht am Folgetag ab. Inzwischen haben auch Fahrradwerkstätten es verstanden, aus Servicearbeiten hochdotierte Wertschöpfung zu machen. Ohne vorherige Terminabstimmung geht im Regelfall gar nichts. Teure Pflichtinspektionen sind Voraussetzung für die gesetzliche Gewährleistung. Für die Entgegennahme des Rades ist nicht mehr ein beliebiger Blaukittel zuständig, sondern ein geschulter Kundenberater, der auch gleich eroieren kann, ob dem Kunden nicht noch ein Extra-Gimmik fürs Rad oder ein schickes Jäckchen für den auch visuell standesgemäßen Auftritt erfolgreich angepriesen werden kann. Bei einem auch in diesem Forum bekannten großen Radhändler in Bocholt konnte ich vor drei Monaten beobachten, wie kurz vor Geschäftsöffnung etliche PKW mit Anhänger oder Fahrradträgern auf den Hof rollten, um ihre Räder zur Wartung, Inspektion oder Reparatur abzugeben. Kennzeichen der Autos waren u. a. D(üsseldorf), MG (Mönchengladbach), einige aus dem Ruhrgebiet, einige aus den Niederlanden. Da kommen für einen einzigen Fahrradservice mit Bringen und Abholen gern mal Gesamtfahrstrecken von 300 Kilometern zustande. Ob sich da irgendwer Gedanken macht, dass das auch in die ach so positive Umweltbetrachtung eines E-Bikes mit einfließen muss?

Mein Fazit: Sehr gespalten. Ich will aber den Leuten nicht die Freude am E-Antrieb vermiesen. Schon gar nicht denen, die ein Leben lang die Pedale mit Muskelkraft bewegt haben, das aber im Alter irgendwann nicht mehr so richtig können, aber gern dabeibleiben möchten. Ohne damit ein E-Bike zum Behindertenvehikel abzustempeln. Ein bisschen mehr individuelle Überlegung würde aber gut tun, ob man wirklich jedem Trend folgen muss. Der Zug ist allerdings wohl abgefahren. Es wird im Massengeschäft wohl keine Rückkehr mehr geben zum simplen, muskelbetriebenen Fahrrad. Genau so, wie man sich auch heute keinen Schwarzweißfernseher mehr kauft.

Bernd

von: Martina

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 10.06.22 11:58

In Antwort auf: BeBor

Ähnliches gilt für Werkstattservice im Allgemeinen. Früher brachte man sein Rad zur Werkstatt, im besten Falle konnte man nach kurzer Zeit weiterfahren, im weniger guten Falle ließ man es dort und holte es vielleicht am Folgetag ab.


Das ist entweder regional verschieden oder muss schon wirklich lange her sein. Ich kann mich jedenfalls nicht erinnern, jemals ein Rad am Folgetag abgeholt zu haben, es hat im Gegentum früher gefühlt immer ewig gedauert, weil die Radläden eine Einmannshow waren. Über zumindest eine Ankündigung, dass man gedenkt, sein Rad vorbeizubringen, war man schon immer froh und ab und zu bekam man dann durchaus auch zu hören, dass es nächste Woche besser passen würde.

Zitat:

Inzwischen haben auch Fahrradwerkstätten es verstanden, aus Servicearbeiten hochdotierte Wertschöpfung zu machen. Ohne vorherige Terminabstimmung geht im Regelfall gar nichts.


Ich bin mir nicht so richtig sicher, was da Ursache und was Wirkung ist. Die Räder werden auch ohne E-Antrieb technisch immer aufwändiger und damit wartungsintensiver.
von: Wendekreis

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 10.06.22 12:34

Ich gehöre zu der nach und nach ausgestoßenen Minderheit von E-Bike-Verweigerern, und werde dabei bleiben. Ich muß zugeben, dass ich mir schon vor einiger Zeit ein passendes Pedelec ausgesucht hatte. 5000 Euro war mir dann aber doch eine zu große Investition für ein Gerät, das ich nicht unbedingt haben muß. Bei meinen Reisegewohnheiten muß ich in einigen Punkten umdisiponieren. Die von dir beschriebenen Auswüchse bei den Reparatur- und Serviceleistungen sind mir ebenso ein Dorn im Auge. Mein jetziges Rad warte ich selber. Ich musste daran denken, dass ich meinen ersten VW-Käfer für 300 Mark von einem Verwandten kaufte, und damit lange Jahre auch ins Ausland reiste. Die Wartungsarbeiten führte ich selbst durch: Zündzeitpunkt-Einstellung etwa nach Augenmaß und Gehör, später mit Stroboskoplampe.

Altersbedingt meide ich Überanstrengung, steige rechtzeitig am Berg ab. Der anstehende, behäbige Fußmarsch ist gut für die Bewegung der Beine und deren Durchblutung. Diskriminierung als Tölpel habe ich noch keine erfahren. Zum wöchentlichen Großeinkauf mit Schwerlast lasse ich mich von einer meiner Töchter mit dem Auto kutschieren.
von: lufi47

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 10.06.22 13:17

Das ist mir im Ganzen zu allgemein.
Der erste grundlegende Fehler in dieser Betrachtung ist, das es Käufer sind die vorher normal Rad gefahren sind.
Nein, es sind Erstkäufer denen es einfach Spaß macht mit den Erädern zu fahren.
Es geht nach meiner Erfahrung den Allermeisten nicht um ökologische Aspekte oder monitäre Abwägungen. Sie haben einfach Spaß am Eradfahren und auf kurzen Strecken mit hoher Unterstützung ist es auch nicht anstrengend.
Dazu kommt, das im Moment sehr viel freies Geld in den Familien vorhanden ist. Fernreisen und Restaurantbesuche fielen über zwei Jahre mehr oder weniger aus. Durch Homeoffice wurde weniger Auto gefahren, also weniger getankt.
Ich fragte neulich in der Werkstatt meines Vertrauens nach, wieviel das durchschnittliche Erad im Jahr fährt.
Max 1000 Kilometer, eher weniger.
Ach ja, auf meiner letzten Radreise durch die Niederlande stellte ich fest, das es dort nur drei Radtypen mehr gibt. Erstens Rennräder in rauhen Mengen, zweitens Eräder in großer Stückzahl und drittens eine kleine Gruppe alter Schrotträder.
Die Gruppe der gepflegten guten Reiseräder fehlte komplett.

Gruß
Lutz
von: Martina

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 10.06.22 14:03

In Antwort auf: lufi47

Die Gruppe der gepflegten guten Reiseräder fehlte komplett.


Das ist das eigentliche Problem an der Sache. Die Gruppe derjenigen, die weder (um auf den Ausgangspunkt des Threads zurückzukommen) weder Supersportler sind und deshalb auch ein entsprechendes Rad fahren können und wollen noch so wenig fahren, dass sie keine großen Ansprüche ans Rad stellen war schon immer klein. Und sie wird noch viel kleiner dadurch, dass offensichtlich alle glauben, für diese Gruppe seien Pedelecs genau das richtige. Im Moment (wohl gemerkt im Moment) will ich aber ein nichtelektrisches alltags- und langstreckentaugliches Rad mit einer Übersetzung und Sitzposition, die meiner Leistungsfähigkeit angemessen ist. Und das gibt es immer seltener.
von: errwe

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 10.06.22 14:05

In Antwort auf: lufi47
Niederlande <...> Die Gruppe der gepflegten guten Reiseräder fehlte komplett.
Die gibt's halt nicht mit Hängerkupplung für den Wohnwagen.

Die Studis fahren bei uns noch konventionelle Räder, wenngleich die Retro-Teile weniger zu werden scheinen. Die Berufspendlers fahren zunehmend ebikes, vermutlich aber eher als Alternative zu PKW / ÖPNV. Hier klappt der Umstieg. (Er hätte aber wohl meist auch mit konventionllen Rädern geklappt.)

Ich selbst hoffe, in der Ebene noch sehr lange konventionelle Räder zu fahren, auch wenn ich wg. Arthrose wohl bald auf einen Damenrahmen umsteigen muss. (Petten geht, auf-/absteigen nicht; immerhin habe ich neulich ich ein gutes gebrauchtes bekommen, weil die Vorbesitzerin ein Firmen-eBike erhalten hat.) Ob ich noch in 10 Jahren ein normales Rad fahren kann? Hoffentlich. Verwandte konnten in meinem aktuellen Alter schon wegen Knieproblemen nicht mehr Rad fahren. Und auch kaum zum ÖPNV gehen. Die hätten sich über den elektrischen Krankenfahrstuhl gefreut.

Jemand aus dem Freundeskreis mit Herzschwäche überlegt, ins Hügelland zu ziehen. In der Gegend gibt's keine alten Bahntrassen, die die Steigung begrenzen. Da wird die Wahl wohl eher auf das eBike fallen. Statt auf's Auto.

Über den eBike-Müll mache ich mir Gedanken. Sehe darin aber kein besonderes Problem gegenüber anderem Elektro-, vor allem Akku-Müll. (Wer im Forum hat kein oder nur wenig Akku-Werkzeuge? Wer nutzt noch das Telefon an der Schnur? Das zumindest machen wir, wenngleich nicht ausschließlich.)

von: BeBor

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 10.06.22 14:10

In Antwort auf: lufi47
Der erste grundlegende Fehler in dieser Betrachtung ist, das es Käufer sind die vorher normal Rad gefahren sind. Nein, es sind Erstkäufer denen es einfach Spaß macht mit den Erädern zu fahren.

Genau das scheint mir regional sehr unterschiedlich zu sein und kann in Deiner Umgebung natürlich so sein. Hier (Westmünsterland) kommt nahezu jeder sozusagen mit dem Fahrrad auf die Welt bzw. hat eines in Keller oder Garage. Und selbiges wird inzwischen mit Mitte 30 fast zwangläufig elektrisch. Ansonsten geht es mir überhaupt nicht um Missgunst beim Spaß. Man kann aber als Nebeneffekt des Spaßes beobachten, dass gerade an tourisch attraktiven Nahzielen die E-Biker hordenweise aufschlagen. Wenn man es positiv als Impuls für Wirtschaft und Gastromomie betrachten will, meinetwegen.

Hier kann man zudem auch noch die Gruppe der Käufer beobachten, die vor Längerem mit Mitte oder Ende Fünfzig das Fahrradfahren eigentlich beendet hatten, aber sich mit 20 Jahren Übungsdefitzit jetzt auf ein E-Bike schwingen. Die Folgen stehen im Lokalblatt mehrfach wöchentlich zu lesen, manchmal redaktionell, manchmal unter den Todesanzeigen.

Am anderen Ende der Altersskala tauchen übrigens die elektrischen Kinderräder auf. Ganz kürzlich sogar als Sonderangebot im Wochenprospekt bei einem der großen Discounter. Gerüchteweise soll es schon Entschuldigungsschreiben von Eltern für die Schule gegeben haben, weil Bubi sich nicht auf den Schulweg machen konnte, da der Akku vom Rad leer war.

In Antwort auf: lufi47
Dazu kommt, das im Moment sehr viel freies Geld in den Familien vorhanden ist. Fernreisen und Restaurantbesuche fielen über zwei Jahre mehr oder weniger aus.

Da ist sicher was dran. Meine regionale Beobachtung ist dennoch, dass hier auch vor der Pandemie schon das gleiche Szenario herrschte.

In Antwort auf: lufi47
Ich fragte neulich in der Werkstatt meines Vertrauens nach, wieviel das durchschnittliche Erad im Jahr fährt. Max 1000 Kilometer, eher weniger.

Schwer zu sagen, welche Schlussfolgerung man daraus ziehen kann. Sind das (tendenziell) 20 Wochenendausflüge á 50 Kilometer. Oder sind das (tendenziell) 250 Alltagsfahrten zum Brötchenkaufen etc. oder gar zur Arbeitsstelle á 4 Kilometer? Wenn die Wochenendausflüge lustvoller Genuss waren, den man ohne Motor am Rad nicht gehabt hätte, hat sich das Geld fürs E-Bike gelohnt. Die vier Alltagskilometer hätte man zumindest bei >meiner< topografischen Umgebung auch mit dem Muskelrad zurücklegen können. Das spräche dann auch für die von mir im Vorbeitrag vorsichtig unterstellte Gedankenlosigkeit beim Käufer.

In Antwort auf: lufi47
Ach ja, auf meiner letzten Radreise durch die Niederlande stellte ich fest, das es dort nur drei Radtypen mehr gibt. Erstens Rennräder in rauhen Mengen, zweitens Eräder in großer Stückzahl und drittens eine kleine Gruppe alter Schrotträder.

Da wäre es jetzt interessant, bei den Elektrischen eine Vergleichszahl zu den vorgenannten 1000 Kilometern in D zu haben. Ich glaube, dass die Niederländer im Alltag viel mehr und öfter das Fahrrad benutzen, als das in den meisten deutschen Landstrichen der Fall ist, auch topografieabhängig. Das holländische Mittelgebirge (Maasduinen, Velouwe) erreicht Gipfelhöhen von ca. 80 Metern, der hochalpine Teil der Niederlande (Limburg) kommt auf ca. 300 Meter.

In Antwort auf: lufi47
Die Gruppe der gepflegten guten Reiseräder fehlte komplett.

Immerhin hast Du, sofern mit "gutem Reiserad" unterwegs, ja für den positiven Impuls gesorgt schmunzel.

Bernd
von: errwe

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 10.06.22 14:14

In Antwort auf: Spessarträuber
<...> 1. historische Altstrassen, Handelswege <...> max. ca. 8% Steigung trassiert. Eine Steigung die auch mit Gepäck als Fahrradnutzer bewältigt werden kann, ohne Elektrik.
<...> Alte Bauern- oder Dorfstrassen wurden tels bis 20% trassiert, das war aber kein Problem. Dort wurde Holz, Heu, Steine zum Hausbau usw. nur abwärts transportiert. <...>
Meine Folgerung, Pdedelec erschliessen ganz andere landschaftlich, historisch und kulturell interessante Reisewege und Ziele. Auch für weniger hochsportliche Vielfahrer.

Der Hinweis auf die Veränderung der Routen ist wichtig, danke. Manche Wege / Siedlungen wurden ja auch erst durch die Verbreitung der KfZ weiter erschlossen (PassSTRAßEN [statt Wege], Hangsiedlungen). Dadurch verschob sich das "neue normal".
von: nebel-jonny

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 10.06.22 14:34

Hi
Ich werde mich hüten hier jemand zu beleidigen.Und das Pedelec nimmt mir das nicht übel.Sorry meine etwas ruppige
Wortwahl .Aber ich hoffe auch hier einen etwas längeren Tread angestoßen zu haben.
Gruß
von: LudgerP

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 10.06.22 15:34

In Antwort auf: BeBor
..., der hochalpine Teil der Niederlande (Limburg) kommt auf ca. 300 Meter.
Der höchste holländische Berg ist der Drachenfels am Rhein (321m).

Ludger

...duckundwech
von: errwe

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 10.06.22 16:19

In Antwort auf: nebel-jonny
Aber ich hoffe auch hier einen etwas längeren Tread angestoßen zu haben.
Gruß
Mit deinem Beitrag? Denke ich nicht. Die hier mitdiskutieren, kommen ja "alle" vom normalen Rad. Die eBike-Hipster lesen hier nicht mit. Für alle anderen gibt es wohl nur einen graduellen Unterschied von
In Antwort auf: nebel-jonny
Ok ich werde mir jetzt auch ein Pedelec kaufen vorausgesetzt ich kann nicht mehr laufen
zu "jetzt macht das Herz bergauf nicht mehr mit". Meine Schwiegermutter kam mit 85 auch nicht mehr den "Hausberg" hinauf. Ist dann aber gleich der Rollator geworden. Das eBike hätte geholfen, war ihr aber zu suspekt. (Sie hatte auch nie einen Führerschein.) Andere über 80jährige aus dm Sportverein haben sich aber für den Hausberg doch ein eBike gekauft, jetzt bleibt das Auto, mit dem sie gefahren sind, als sie noch 40 waren, halt zu Hause.
von: tomrad

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 10.06.22 16:37

Ja, ich habe mich, wie vielleicht auch Jürgen, über den "Krankenstuhl" etwas geärgert. Gut, dass du das jetzt relativiert schmunzel.
Ich persönlich bin froh, dass es "E" gibt. Ich bin -noch mit "M"- im Mai in der Oberpfalz und Oberfranken unterwegs gewesen, aber die Strecke zwischen Bad Berneck über Fichtelberg nach Mitterteich hatte es schon in sich. Ächz, keuch. Da gab es schon Momente, wo ich mir ein Pedelec gewünscht hätte...
Und die Schüler, die dort mit E fahren, haben mein Verständnis.
Ich sehe bei mir persönlich auch den Alterungsprozess und, wenn dann etwa Erkrankungen oder Unfälle auftreten, sollte man doch froh sein, weiter seine Lieblingsbeschäftigung ausüben zu können. Und wenn andere früher nicht gerne Fahrrad gefahren sind und jetzt Spaß am Pedelec haben, ist es doch in Ordnung.
Über die Umweltbelastung durch Akkus etc. mache ich mir wenig Gedanken. Man möge das mal ins Verhältnis setzen zu den Akkus in E-Autos, den Energieverbrauch bei der Produktion von Panzern, Wärmedämmverbundsystemen, etc.pp.. Geschweige denn der Treibstoffausstoß durch Hochgeschwindigkeitsfahrten und Fliegerei.
Klar stört es mich auch, dass es im Verhältnis immer weniger unmotorisierte Tourenradfahrer gibt und man als solcher von allen (Rennradlern, Gravellern, Pedelecfahrern) abgehängt wird. Und ich hätte auch die zulässige Höchst-Unterstützungs-Geschwindigkeit von Pedelecs eher bei 20, als bei 25 km/h angesetzt.
Und es stört mich auch, dass Fahrradwartung immer komplizierter wird. Allerdings konnte ich bei meinem ersten und letzten Auto vor über 30 Jahren auch nur Reifen und Öl wechseln und nicht selbst den defekten Auspuff ersetzen und die Bremsen reparieren.
Trotzalledem halte ich das Pedelec für eine schöne Sache, vor allem -aus meiner jetzigen Perspektive- als Rückfalloption.
von: jutta

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 10.06.22 17:15

Ich würde mir sehr gern ein kaufen. Aber zum einen muss ich erst mal meine Gehzeuge reparieren lassen, und zum anderen habe ich schon Mühe, mein unE vom Keller nach oben und wieder runter zu befördern.
von: tomrad

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 10.06.22 17:33

Ja, das stimmt schon. Die weit verbreiteten Bosch-Pedelecs wiegen meist über 25 kg. Bei meinem verstorbenen Bruder bekam ich den Hinauftransport (ich darf nicht schwer heben) über etwa 8 Stufen mit der Schiebehilfe so einigermaßen hin. Beim Hinabtransport (auch über längere Treppen) habe ich mir das langsame Fahrrad mit beiden Händen am Lenker haltend schrittweise hinabgehen und dabei von Stufe zu Stufe Bremsen immer wieder kurz lösen und wieder anziehen angewöhnt. Funktioniert ganz gut, auch mit beladenen Reiserad.
von: irg

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 10.06.22 17:52

Mei, mein Vater hatte nie Lust, ein Pedelec zu kaufen. Sein Problem im hohen Alter war das Stehenbleiben ohne Zaun zum Anhalten, nicht das Treten. Mit 87 hat er seine letzte, anspruchsvolle, Tour durch Slowenien nach Venedig gemacht, mit 92 musste er Radfahren aufhören. Ich hoffe, ich schaffe das ähnlich.

Steilere Steigungen wären für mich kein Grund, auf Strom um zu steigen. Ich kann ja schieben. Wo ich auf jeden Fall einen Vorteil des Pedelecs sehe: Wenn die Leistungsunterschiede hoch sind, kann ein Pedelec ausgleichen. Und manche brauchen aus gesundheitlichen Gründen eines, wollen sie weiter auf Tour gehen. Eine Bekannte ist z.B. trotz MS mit dem Trike ans Schwarze Meer gefahren, aus unserer Gegend.

Ob ich je eines kaufe, weiß ich nicht. Ich bin kein Supersportler, komme aber immer noch hin, wo ich will, auch wenn ich mit steigendem Alter gerne höhenmeteroptimierter fahre. Ich brauche halt länger.

Was das an die Bedürfnisse angepasste Rad, das sich Martina wünscht, angeht, denke ich, dass das immer mit gewissen Umbauten vor sich gehen wird. Die Räder von der Stange passen eigentlich fast niemandem. Da wäre etwas Kreativität von Händlern gefragt, statt dem Rat zum Pedelec.

Lg!
georg
von: panta-rhei

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 10.06.22 17:58

In Antwort auf: errwe
Mit deinem Beitrag? Denke ich nicht. Die hier mitdiskutieren, kommen ja "alle" vom normalen Rad. Die eBike-Hipster lesen hier nicht mit.


Naja, das ist sich aber im ändern begriffen. Bis jetzt haben sich hier viele Leute mit EBike gemeldet, die aus Gesundheits/Altersgründen kein Fahrrad mehr fahren können. Und häufig auch keine grossen EBikereisen machen.

Nun haben wir aber auch schon (nach eigenen Aussagen) völlig gesunde Mitdreissiger, die nach Tips für EbikeTouren durch F fragen ... das illustriert den aktuellen Trend:
Muskel ist out, E ist in. Dementsprechend sind die Verkaufszahlen für Fahrräder (nicht Ersatzteile) massiv in den Keller gerauscht und EBikes haben fast schon einen Marktanteil von 50%!

In Antwort auf: errwe

Andere über 80jährige aus dm Sportverein haben sich aber für den Hausberg doch ein eBike gekauft, jetzt bleibt das Auto, mit dem sie gefahren sind, als sie noch 40 waren, halt zu Hause.


Schön, dass das bei Dir so ist. Die Zahlen, die ich im Kopf habe sind anders: EBike ersetzt normalerweise eine Fahrt per Rad, nur in <10% eine per Auto. Was auch kein Wunder ist.
von: Martina

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 10.06.22 18:01

In Antwort auf: irg


Steilere Steigungen wären für mich kein Grund, auf Strom um zu steigen. Ich kann ja schieben.



Ist das wirklich eine Alternative? Jemand, der Schwierigkeiten hat, einen Berg mit dem Rad hochzufahren, wird doch mit relativ großer Wahrscheinlichkeit noch mehr Schwierigkeiten haben, den selben Berg hochzuschieben, zumindest wenn das Rad bepackt ist.
von: irg

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 10.06.22 18:12

Klar steigt die Anstrengung mit steigendem Alter, mir macht das aber nicht viel aus. Auf meiner letzten Tour mit meinem elend schweren holländischen Reiselieger bin ich einige Bergerln und Berge hinauf gekommen, mit Tourengepäck fürs Campen.

Seltsam war eine Wortmeldung bei der letzten Tour. Erst wurde ich irritiert gefragt, warum ich mit dem Liegerad fahre. "Weil es unglaublich gemütlich ist", war meine Antwort. Dann wurde ich gefragt, warum ich mir kein Pedelec kaufe. Da hat jemand etwas gar nicht verstanden. Das Fahrgefühl am Lieger ist entspannt wie nur möglich (ich fühle mich wie ein Couchpotato auf Rädern), das Treten am Rad stört mich ja nicht. Und gut 100km/Tag sind ja nach wie vor kein Problem für mich.

Soweit sind wir schon: Entspanntes Fahrgefühl am Rad wird von manchen mit Pedelec gleich gesetzt. Mir tut so jemand eher leid.

Lg!
georg
von: panta-rhei

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 10.06.22 18:17

In Antwort auf: Spessarträuber
Hallo mit 73 Jahren kaufte ich mir auch ein Pedelec
...Auch für weniger hochsportliche Vielfahrer.


Das mit dem Verweis auf die "weniger sportlichen Vielfahrer" hat m.e. bei den AltersEbikern hier (zu denen ich vielleicht auch mal gehöre) so eine Art Gewissensentlastungsfunktion cool (bestes Beispiel hier ist unser lieber Heinz): Weil man selber nicht mehr so kann (wie früher) stellt mann schmunzel die heute als zur anstrengend empfundene Fahrradnutzung (mit Hänger, in den Bergen) als etwas da, dass "Normalsterblichen" eh nicht möglich (oder zumutbar) ist.

Ist m.e. grober Unfug - schade, dass sich Ebiker genötigt fühlen, sowas hier zu verbreiten. Sowohl Kids per Rad zu transportieren als auch im Gebirge (latuernicht MIT Gebaeck) unterwegs zu sein, ist sehr wohl gut von völlg durchschnittlichen Radler:innen zu bewältigen!

Leute, steht einfach dazu:
mit zunehmendem Alter (und alterstypischen Krankheiten wie KHK etc.) SINKT die Leistungsfähigkeit einfach - hat nix damit zu tun, was ein Mensch im jungen bis mittleren Alter leisten kann!
von: Martina

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 10.06.22 18:47

In Antwort auf: panta-rhei


Ist m.e. grober Unfug - schade, dass sich Ebiker genötigt fühlen, sowas hier zu verbreiten. Sowohl Kids per Rad zu transportieren als auch im Gebirge (latuernicht MIT Gebaeck) unterwegs zu sein, ist sehr wohl gut von völlg durchschnittlichen Radler:innen zu bewältigen!


Das halte ich für genauso grob verallgemeinernd wie die die Thesen des TE. Bzw. genau genommen macht ihr beide das Gleiche: ihr geht von euch selber oder bestenfalls noch eurer 'Blase' aus und definiert euch als 'normal' bzw. 'Durchschnitt'. Das bringt aber allen anderen eher wenig.

Disclaimer: ja auch ich bin nicht mehr jung. Aber ich wars mal und bin schon damals Rad gefahren. Und kann mich noch gut an diejenigen erinnern, die immer wieder behauptet haben, dass 'man' nach spätestens 14 Tagen problemlos die 130 Höhenmeter von der Stadt zur Uni hochkommt. Hat leider nicht gestimmt.
von: MikeBike

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 10.06.22 18:50

Zitat:
Ob ich je eines kaufe, weiß ich nicht.


Ja, so sehe ich das auch!

Aber:

Ein guter Freund , mit dem ich viele große Touren gemacht habe (Alpen, Pyrenäen..) hat sich vor einem Jahr unerwartet eines gekauft. Warum weiß ich eigentlich nicht, er meint er würde schließlich älter (gehen auf die 70 zu). Nötig hätte er es sicher nicht, ist topfit. Wir machen nach wie vor Touren zusammen, er tritt das meiste ohne Motor, gleicht lediglich die 10kg Mehrgewicht mit dem Strom aus.
Wenn wir aber dann mit den Rädern im Elsass sind, mitten im Wald, dann ist er es, der Brötchen holen geht. Niemand ist ansonsten erpicht darauf, die 150hm auf einem miserablen Waldweg mit üblen Steigungen zu fahren. Dann sind plötzlich alle froh, dass einer ein E-Bike hat. Und er fährt auch dann bei heftigstem Gegenwind die gut 100km nach Hause in die Rhein /Neckar Region, wenn ich lieber in den Zug steige. Er macht Touren auf steilen Waldwegen in den Pfälzerwald, die er "ohne Strom nie machen würde", und er kommt aus seinem 30km entfernten Wohnort deutlich öfter als früher bei mir in Mannheim zu Besuch.

Wie ich finde, alles gute Gründe, sich etwas Unterstützung zu gönnen...

Grüße

Mike



von: panta-rhei

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 10.06.22 19:23

In Antwort auf: irg
KDann wurde ich gefragt, warum ich mir kein Pedelec kaufe. Da hat jemand etwas gar nicht verstanden.


DAS ist das neue NORMAL: Ein Zweirad ohne Motor ist nicht etwa schlicht ein Fahrrad, sondern etwas Defizitäres!

Was aber auch nicht weiter verwunderlich ist:

Menschlicher Fortschritt wurde jahrhundertelang als Befreiung von körperlicher Anstrengung und Maximierung von Konsummöglichkeiten verstanden. Der leichte Einbruch in dieser Sichtweise entstand 68 (vgl. Marcuse und der 1-dimensionale Mensch) und natürlich in den Anfängen der Ökobewegung in den 80ern. Damals machte man sich klar, dass mehr Konsum nicht nur nicht automatisch mehr Glück bedeutet ("aber Du sollst es doch mal besser haben als wir" haben bestimmt viele hier schon gehört) sondern das es auch ökologisch und gesundheitlich eigentlich kontraproduktiv ist, Konsum zu maximieren und ALLES zu (Elektro-)motorisieren.

Nur in diesem intellektuellen Klima konnte ein derart "anachronistischer" Gebrauchsgegenstand wie das Fahrrad zu neuer Blüte gelangen.

Dies alles ist nun vorbei.
Der Normalzustand ("höher, schneller, weiter, bequemer") schlägt wieder voll durch, noch die miniemste Reduktion von Bequemlichkeit ist unzumutbar, nein eigentlich unDENKbar ... wie halt bei der Massenmotorisierung der 50er etc....
von: Margit

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 10.06.22 19:24

In Antwort auf: MikeBike
Wie ich finde, alles gute Gründe, sich etwas Unterstützung zu gönnen...
man braucht doch keine Gründe um sich etwas Unterstützung zu gönnen... wirr Soll doch jede/r machen, was ihr/ihm Spaß und Freude macht. Gibt es eigentlich gute Gründe um sich ein Auto zu gönnen verwirrt Meine Großeltern hatten jedenfalls kein Auto und als ich jung war, gab es nicht überall Geschwindigkeitsbegrenzungen und Staus. bier
von: nebel-jonny

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 10.06.22 19:26

Man muss das ja auch mal so sehen.Runter vom Sofa rauf aufs eBike.Raus aus dem Auto zum Job mit eBike .
Man muss auch die guten Seiten vom eBike sehen kann man also nicht sagen taugt nix.Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden.Ich bin Sportler Hilfsantrieb ist da kontraproduktiv.Wenn ich auch mal son Teil brauche liegen die wahrscheinlich überall in der Landschaft rum und ich strick mir den daraus was zusammen. Recycling der Umwelt zuliebe.
Ich glaube doch das ,das hier noch ein ellenlanger Tread wird.Gabs das schon Pro und Contra eBike?
Gruß
von: Martina

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 10.06.22 19:37

In Antwort auf: panta-rhei
In Antwort auf: irg
KDann wurde ich gefragt, warum ich mir kein Pedelec kaufe. Da hat jemand etwas gar nicht verstanden.


DAS ist das neue NORMAL: Ein Zweirad ohne Motor ist nicht etwa schlicht ein Fahrrad, sondern etwas Defizitäres!



Ja und? Da stehst du doch hoffentlich drüber?
von: panta-rhei

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 10.06.22 19:40

In Antwort auf: Martina
In Antwort auf: panta-rhei


Ist m.e. grober Unfug - schade, dass sich Ebiker genötigt fühlen, sowas hier zu verbreiten. Sowohl Kids per Rad zu transportieren als auch im Gebirge (latuernicht MIT Gebaeck) unterwegs zu sein, ist sehr wohl gut von völlg durchschnittlichen Radler:innen zu bewältigen!
dass 'man' nach spätestens 14 Tagen problemlos die 130 Höhenmeter von der Stadt zur Uni hochkommt. Hat leider nicht gestimmt.




Ja, aber es ist doch die Frage, was heisst "problemlos"!? "Ohne Anstrengung" sicher nicht. Bin regelmässig vom Bhf Lausanne zum CHUV hoch, auch so 150HM. Ja war anstrengend, aber das liegt in der Natur der Sache (=Fahrrad fahren). Wo da jeder seine Grenzen zieht, ist natürlich subjektiv.
von: panta-rhei

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 10.06.22 19:44

In Antwort auf: Martina
In Antwort auf: panta-rhei
In Antwort auf: irg
KDann wurde ich gefragt, warum ich mir kein Pedelec kaufe. Da hat jemand etwas gar nicht verstanden.


DAS ist das neue NORMAL: Ein Zweirad ohne Motor ist nicht etwa schlicht ein Fahrrad, sondern etwas Defizitäres!



Ja und? Da stehst du doch hoffentlich drüber?

?! Nee, ich habe persönlich mit der Sichtweise keine Probleme ... in meinem (beruflichen) Umfeld habe ich mit radfahrend ohne Auto auch schon laaaange vor dem EBaik-Boom lächerlich gemacht grins

Ich bedaure nur die (umwelt-)politischen Implikationen dieser "Rückkehr zur Normalität" cool
von: Martina

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 10.06.22 19:44

In Antwort auf: panta-rhei

Ja, aber es ist doch die Frage, was heisst "problemlos"!?
Ich habe es nicht fahrend geschafft. Mit der mir damals zur Verfügung stehenden Übersetzung würde ich es auch heute nicht schaffen.
von: Juergen

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 10.06.22 19:50

Zur Rue de Bourg hoch bin ich ja schon vor 30 Jahren nur mit dem Taxi gefahren. Der Aktenkoffer war immer so schwer teuflisch
von: Martina

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 10.06.22 19:51

In Antwort auf: panta-rhei

?! Nee, ich habe persönlich mit der Sichtweise keine Probleme ... in meinem (beruflichen) Umfeld habe ich mit radfahrend ohne Auto auch schon laaaange vor dem EBaik-Boom lächerlich gemacht grins


Ist bei mir nicht anders, allerdings ist mein missionarischer Eifer in dieser Hinsicht lange verflogen, ich erwähne das nur noch, wenn man Öffi-Nutzer gepflegt vergisst und das Team-Event in einem Hotel macht, auf dessen Homepage steht 'wir empfehlen die Anreise mit dem Auto'...
von: panta-rhei

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 10.06.22 19:51

In Antwort auf: Martina
In Antwort auf: panta-rhei

Ja, aber es ist doch die Frage, was heisst "problemlos"!?
Ich habe es nicht fahrend geschafft. Mit der mir damals zur Verfügung stehenden Übersetzung würde ich es auch heute nicht schaffen.


Ja aber das läuft doch aufs gleiche raus - wenn Du es fahrend nicht schaffst (hätte ich mit einer 80erJahre Schaltung sicher auch nicht) dann schiebste halt ... auch keine Schande - und: zumutbar!

Was haben die Leute in den 50ern (vor dem Boom) ihre Eingangräder geschoben ... an und? Die menschliche Leistungsfähigkeit ist halt begrenzt.
von: panta-rhei

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 10.06.22 19:53

In Antwort auf: Martina
In Antwort auf: panta-rhei

?! Nee, ich habe persönlich mit der Sichtweise keine Probleme ... in meinem (beruflichen) Umfeld habe ich mit radfahrend ohne Auto auch schon laaaange vor dem EBaik-Boom lächerlich gemacht grins


Ist bei mir nicht anders, allerdings ist mein missionarischer Eifer in dieser Hinsicht lange verflogen, ich erwähne das nur noch, wenn man Öffi-Nutzer gepflegt vergisst und das Team-Event in einem Hotel macht, auf dessen Homepage steht 'wir empfehlen die Anreise mit dem Auto'...


Da brauche ich gar nicht zu missionieren, dass fällt schon so auf...
von: Nordisch

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 10.06.22 20:05

Ich verstehe nicht, wo es ein Problem mit den E-Bikes geben sollte? Würde ich im Gebirge wohnen, hätte ich auch eins. Trotz 250 bis 300 Watt Schwellenleistung und knapp 1400 Watt Maximalleistung über 1 Sekunde.

Ist doch simple Physik. Bei 125 bis 150 kg schnellen Wattwerte an Anstiegen in ungeahnte Höhen selbst in Schrittgeschwindigkeit.

Man muss sich doch nicht die Gelenke zerwürgen oder ständig im Übertraining/quasi Burnout sein.

Und wenn ich dann noch daran denke, dass auf Langstrecke, die Wattwerte im Schnitt w unter 200 Watt liegen, auch bei sehr gut Trainierten. Mark Beaumont liegt wohl bei 190 Watt auf Langstreckentagestouren.

Da kann ich jeden verstehen, der das E-Rad auf Urlaubsreisen nutzt.
von: M.B

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 10.06.22 20:47

Na,
Die höchste Erhebung der Niederlande ist - Winterberg -
von: Michael B.

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 10.06.22 21:19

In Antwort auf: M.B
Na,
Die höchste Erhebung der Niederlande ist - Winterberg -


bier und dazu einen Genever
von: Heiko69

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 10.06.22 21:37

Gerade erst einen Tag alt der Faden und schon soviele Kommentare....

Wenn ich mir hier auf den Straßen der vermutlich flachsten Tiefebene Deutschlands den nicht mehr erheblich steigerbaren Sättigungsgrad an E-Bikes ansehe, komme ich nicht umhin zu denken, dass der Durchschnitts E-Bike-Käufer keine Steigungen benötigt, um sich für ein solches Rad zu entscheiden. Altersunabhängig übrigens.

Vielmehr scheint es schon eines ernsten Vorsatzes zu bedürfen, den Verlockungen zu widerstehen, auch in meiner Alterskohorte, Anfang 50.
von: natash

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 10.06.22 21:49

In Antwort auf: Nordisch
Ich verstehe nicht, wo es ein Problem mit den E-Bikes geben sollte? Würde ich im Gebirge wohnen, hätte ich auch eins. Trotz 250 bis 300 Watt Schwellenleistung und knapp 1400 Watt Maximalleistung über 1 Sekunde.

Ist doch simple Physik. Bei 125 bis 150 kg schnellen Wattwerte an Anstiegen in ungeahnte Höhen selbst in Schrittgeschwindigkeit.

Man muss sich doch nicht die Gelenke zerwürgen oder ständig im Übertraining/quasi Burnout sein.


Das bezweifle ich jetzt schon. Ich bin ganz sicher keine Sportskanone. Trotzdem habe ich einen Arbeitsweg von knapp 300 Höhenmetern und einer sehr kurzen, knackigen Steigung (lt Schild 20 Promille) über 10 Jahre lang täglich bewältigt ohne irgendwelche Anzeichen an "Übertraining" zu zeigen. Der Körper gewöhnt sich nämlich ein. Bei Infekten, vor den monatlichen Blutfestspielen und zu sonstigen Unpäßlichkeiten habe ich halt 10 Minuten länger gebraucht und die steile Steige geschoben. Bei Schnee sowieso.
Mein normaler Arbeitstag hat mich da meist weit mehr gefordert. Aber danach gings ja nur noch bergab.
Und ich bin da mit einem schweren Stahlrad alter Bauart und zeitweise auch einer antiken Schaltung (das war dann nichts für die Knie und das Steilstück wurde eh geschoben) gefahren und ich habe eine Stunde benötigt (ca 16 km, aber halt etliches bergauf).
Der menschliche Körper ist oft erstaunlich anpassungsfähig und zäh, allerdings baut er auch ab, wenn er nicht gefordert wird, was jeder der sich aus Altersgründen gelegentlich schont (ich auch,wenn ich das auch ungerne zugebe), sicher schon mitbekommen hat. Insofern kann die E- Bikefahrerei bei manchen auch kontraproduktiv sein.
Ich denke aber, dass das von den individuellen Voraussetzungen (und bei manchen auch vom Finanzpolster) abhängt, ob diese oder jene Wahl besser ist.
Prinzipiell aber ist für einen halbwegs gesunden Menschen relativ viel aus eigener Kraft machbar. Hilfreich ist hierbei der Verzicht auf unnötig Ballast (ich selbst investiere lieber in ein leichteres Rad als in einen Motor) und eine realistische Einschätzung der benötigten Zeit für eine Strecke sowie der Wille sich deutlich anzustrengen.
Das E-Bike wäre für mich persönlich dann sinnvoll, wenn körperliche Einschränkungen ein Fahren stark erschweren oder aber für Pendel/-Alltagsstrecken, ab etwa 30 km oder/und
mit signifikanten Höhenmetern, weil hier Zeit eine Rolle spielt. Ich kann mir jetzt auch nicht mehr vorstellen 2 Stunden zur Arbeit zu fahren, 10 Stunden (branchentypisch leider eher normal) zu arbeiten und dann noch zwei Stunden heim zu radeln. Das letzte Mal, wo ich so etwas gemacht habe, bin ich Freitags um 8 ins Bett gefallen und habe 12 Stunden durchgeschlafen. Das würde ich nicht mehr wollen. Da würde ein E-Bike (vor allem ein S-Modell) viel Druck herausnehmen und könnte gut ein Auto oder das Nahverkehrstheater ersetzen.
Fürs Reisen wäre mir die Abhängigkeit von einer Stromversorgung zu stressig. Wenn ich nicht anders reisen könnte, würde ich das zwar in Kauf nehmen, das würde aber meine Art zu reisen, vor allem die Variabilität stark ändern.

Gruß

Nat
von: Cruising

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 10.06.22 22:10

In Antwort auf: Spessarträuber
...spüre aber mit 73 Jahren langsam Grenzen.

Und das kann ich mir sehr gut vorstellen schmunzel Auch ich möchte nicht ausschließen, dass wir irgendwann mal auf einen solchen Zusatzantieb zurückgreifen...

Die wievielte (letztendlich fruchtlose) Diskussion zu diesem Thema ist das? listig Ich habe mir jetzt nicht alle Beiträge in diesem Faden durchgelesen, aber eins ist mir hier wichtig festzustellen: Durch den E-Antrieb hat sich der Anteil an Radlern im bundesdeutschen Verkehrswesen deutlich vergrößert. Auch wir Bio-Radler profitieren davon, und zwar nicht unerheblich. Seither wird der Radverkehr von der Politik doch messbar ernster genommen - bei uns im Raum Stuttgart wenigstens hat sich auf jeden Fall einiges hinsichtlich Radwegen etc. deutlich zum Positiven verändert. Dafür sollten wir auch den Elektro-Kollegen dankbar sein.

Also, im Endeffekt spielen wir alle in derselben Liga. Und was dem motorisierten Individualverkehr an Bedeutung genommen wird ist, zumindest für mich, vorbehaltslos zu begrüßen lach

Gruß Thomas
www.bikeamerica.de
von: Toxxi

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 10.06.22 22:35

In Antwort auf: errwe
(Petten geht, auf-/absteigen nicht;

Was zum Geier ist "petten"? verwirrt

Gruß
Thoralf
von: Heiko69

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 10.06.22 22:47

In Antwort auf: Toxxi
In Antwort auf: errwe
(Petten geht, auf-/absteigen nicht;

Was zum Geier ist "petten"? verwirrt

Gruß
Thoralf


Ein Synonym zu "pasen"... grins

(Beides ein niederdeutsches Wort für "treten", je nach regionaler Herkunft)
von: Nordisch

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 10.06.22 23:12

Da hast du doch fast alle Einsatzzwecke des E-Rades und die Grenzen des Körpers gut beschrieben.

Vielen ermöglicht das E-Rad auch tolle und verlängerte Tagestouren im Gebirge.

Mit zukünftigen Akkugenerationen wird sich in Sachen Reichweite und Ladezeit bestimmt noch Etwas tun und die Flexibilität erhöhen.

Mal gucken, ob ich mir dann eins leisten kann. So lange muss ich die Übersetzungen gut anpassen und auf meinen Körper gut hören.

Leichtere Fahrer um 70 kg haben die Probleme weniger. Bei 90 kg und mehr hauen Steigungsprozente ziemlich rein.

An der Küste bei Gegenwind sind es dann die Körperabmessungen und die Sitzhaltung die einen zum Langsamfahren zwingen ohne Motor.

Und wie ich schon sagte, es gibt riesige Unterschiede bei der körperlichen Fitness. Ich gehöre unter Garmin Nutzern zu den besten 10 - 15 % in meiner Altersgruppe um 40 und wünschte mir trotzdem hier und da ein E-Rad.
von: indomex

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 11.06.22 07:55

In Antwort auf: natash
Fürs Reisen wäre mir die Abhängigkeit von einer Stromversorgung zu stressig. Wenn ich nicht anders reisen könnte, würde ich das zwar in Kauf nehmen, das würde aber meine Art zu reisen, vor allem die Variabilität stark ändern.

So in etwas sehe ich das auch. Und so lange ich es noch kann, werde ich es halt noch ohne versuchen.

Und nein, kein moralischer Zeigefinger - ich beziehe das ausschließlich auf mich selbst. Jeder kann das so machen wie er will. Wer mich "mit e" begleitet, muss dann halt etwas langsamer machen... schmunzel (wie sonst oft auch schmunzel lach )

LG, Peter
von: irg

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 11.06.22 08:00

In Antwort auf: Cruising


Die wievielte (letztendlich fruchtlose) Diskussion zu diesem Thema ist das? listig Ich habe mir jetzt nicht alle Beiträge in diesem Faden durchgelesen, aber eins ist mir hier wichtig festzustellen: Durch den E-Antrieb hat sich der Anteil an Radlern im bundesdeutschen Verkehrswesen deutlich vergrößert. Auch wir Bio-Radler profitieren davon, und zwar nicht unerheblich. Seither wird der Radverkehr von der Politik doch messbar ernster genommen - bei uns im Raum Stuttgart wenigstens hat sich auf jeden Fall einiges hinsichtlich Radwegen etc. deutlich zum Positiven verändert. Dafür sollten wir auch den Elektro-Kollegen dankbar sein.

Also, im Endeffekt spielen wir alle in derselben Liga. Und was dem motorisierten Individualverkehr an Bedeutung genommen wird ist, zumindest für mich, vorbehaltslos zu begrüßen lach

Gruß Thomas
www.bikeamerica.de


Werden E-Biker mehr als WählerInnen wahrgenommen, weil sie zwar keine alten weißen Männer, sondern zu einem erheblichen Anteil alte weiße Leute sind? teuflisch

Nicht, dass ich etwas gegen alte weiße Männer habe, ich bin ja je nach Definition selber einer. Ich habe nur etwas gegen Machtstrukturen, die ungerechtfertigt bevorzugen und behindern. Und deine Beobachtung legt einen gewissen Verdacht nahe, dass hier solche Machtstrukturen bestehen könnten.

Lg!
georg
von: Sickgirl

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 11.06.22 08:31

Ein wenig engt man seinen Radius schon ein

Ich bin gestern mit dem Flixtrain nach Hannover gefahren, das war schon mit meinem leichten Rad nicht ganz einfach das Rad in den Haken zu bekommen

Mein Mitfahrer mit seinem eBike ist daran gescheitert, habe versucht zu helfen aber keine Chance

Der musste bis Frankfurt neben seinem Rad stehen bleiben

Für mich wäre das nichts, an jeder Station beten das der Aufzug funktioniert und in den Fernzügen das Rad nicht verstauen können ist schon einschränkend
von: Juergen

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 11.06.22 08:41

In Antwort auf: Sickgirl
Für mich wäre das nichts, an jeder Station beten das der Aufzug funktioniert und in den Fernzügen das Rad nicht verstauen können ist schon einschränkend
Stimmt. Das Reisen mit dem Fahrrad ist schon immer sehr einschränkend gewesen.
von: Sickgirl

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 11.06.22 08:44

Kommt aufs Rad an, ich komme jede Unterführung auch bepackt rauf und runter und in jeden Zug

Dank der Bahn kann ich morgen das Brevet hier in Helmstedt fahren.

Mit dem schweren eBike würde ich mir das nicht mehr antuen
von: tomrad

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 11.06.22 09:20

Hallo Georg,

Du lebst halt in Felix Austria. Hier in D wird Demokratie vom Lobbyismus ausgebremst. Hat schon immer funktioniert und kannst Du aktuell beobachten,
wenn die frühere Vertraute unserer Langzeitkanzlerin und jetzige Autocheflobbyistin den Beschluss des EU-Parlaments zum Verbrennerverbot verhindern wird (die entsprechenden Hiwis saßen und sitzen im zuständigen Haus).
von: irg

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 11.06.22 09:55

Tja, im Felix Austria gibt es derzeit unzählige Staatsanwalten, die sich mit dem segensreichen Wirken diverser Volksvertreter beschäftigen müssen. Das hat alles natürlich nie nichts mit Lobbying zu tun, und natürlich muss täglich betont werden, dass die Unschuldsvermutung gilt. Warum müssen sie das immer betonen?

Lg!
georg
von: schorsch-adel

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 11.06.22 10:17

Ich muss das nochmal loswerden: mich stört bei der Diskussion um E-Mobilität – leider auch hier im Forum – diese kritiklose, völlig unpolitische Sicht, mit der die rein persönlichen Vor- und Nachteile naiv gegeneinander abgewogen werden.

Aber E-Mobilität kann nur (wenn überhaupt) funktionieren durch extreme Ausbeutung von Mensch und Natur des globalen Südens durch uns käsesatten, hyperkorrekten Ökofuzzies aus dem globalen Norden. Bevor es aber so weit kommt ist eh Schluss mit Kobalt, Lithium, Kupfer und Elektromüll im globalen Süden.

Das Ganze nennt sich „grüner Imperialismus“ mit all seiner Menschenverachtung und Ignoranz künftiger Kriegsgefahren.

Im Ost-Kongo sind Mütter z.T. den ganzen Tag damit beschäftigt, ihre Kleinkinder am Verlassen der Hütten zu hindern, damit sie nicht in die zig Meter tiefen Minenlöcher fallen, die durch illegale Kobaltgrabungen überall entstehen. Rund um die Atacamawüste werden bäuerliche Existenzen jetzt schon hunderterweise vernichtet um Land und Wasser für den Lithiumabbau zu gewinnen.

Von der Entsorgung des Akkumülls, von den begrenzten Kupfervorräten, von Massenvergewaltigungen in afrikanischen Minen will ich garnicht erst anfangen. Und das alles sind Zustände, die jetzt schon zu beklagen sind, wo doch das Zeitalter der E-Mobilität doch noch garnicht richtig angefangen hat. Sie wird einer der gewaltigsten Schüsse in den Ofen werden.

Wie die Klimakatastrofe zu verhindern ist wird seit 50 Jahren diskutiert, die Rezepte sind bekannt, getan wird nichts.

Es sich weltfremd auf dem E-Bike bequem zu machen und breitbeinig in die Welt hinaus zu posaunen, wie toll das ist, wird das Problem sicher nicht lösen, sonden neue Katastrofen begünstigen.
von: iassu

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 11.06.22 11:10

Danke für diesen Beitrag!
Ich habe keine Ahnung, wie "der" Weg der Mobilität in die Zukunft sein kann/wird/soll. Elektro halte ich aber definitiv nicht für geeignet.

Das ist eine scheuklappig-egozentrische Eure-Armut-kotzt-mich-an-Wahnidee unserer an die Jahrzehnte lang gewohnte Ausbeutung des Rests der Welt adaptierten Bevölkerung.

Leider sehe ich aber nicht, daß bzw wann der Elektroirrsinn deswegen implodieren sollte. Wir haben gelernt, die Verbrennung von Fossilien so lange fortzusetzen, bis es nicht mehr länger geht. Warum sollte das mit Kobalt und Lithium anders sein.
von: iassu

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 11.06.22 11:16

Noch ein ganz anderes Phänomen des Pedelecs. Es ist das gegenpolige andere Extrem eines ultraleichten singlespeeders in der Stadt. Selbst mit den unbeladenen Onkel Ju: wo ich noch relativ leichtfüßig und spontan-wendig durch belebte Straßen und, wo erlaubt, auch durch FuGäZos fliege, gerne an Ampeln balancierend oder an eine Stange gestützt auf Grün warte, hat meine SuL große Schwierigkeiten, ihren Elektrodampfer wieder flott zu kriegen und hasst inzwischen Innenstädte.
von: iassu

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 11.06.22 11:32

Und noch eins. Ich sehe das genau so wie Panta. Unsere Gesellschaft hat es inzwischen in sich aufgenommen, daß Anstrenungen aller Art negativ besetzt sind. Welch eine Erleichterung, zum Ausschalten der Glotze und des Lichts nicht mehr aufstehen zu müssen! Fortbewegung rein durch Muskelkraft ist ein Unding!

Natürlich: das Alibi-Mitstrampeln an der frischen Luft soll nicht fehlen, die Illusion, sich wie "damals" zu fühlen, ist doch allzu nett. Aber sich anstrengen? Und dann womöglich noch zu realisieren, daß Altern körperlich einschränkend ist? Gehts noch?

Wir sehen gerade am Horizont die Verheißungen des ewigen Jungbleibens aufleuchten (Transhumanusmus): da möchten wir nicht gesagt kriegen, alt = krank und schwach.

Wir hier im Ausdauersportforum sind da naturgemäß nicht mit gemeint. Aber ein großer Teil der tatsächlichen oder liebäugelnden Umsteller auf die elektrische Version des dolce far niente durchaus.
von: Margit

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 11.06.22 11:40

In Antwort auf: schorsch-adel
Es sich weltfremd auf dem E-Bike bequem zu machen und breitbeinig in die Welt hinaus zu posaunen, wie toll das ist, wird das Problem sicher nicht lösen, sonden neue Katastrofen begünstigen.
Du besitzt natürlich und hast noch nie ein Auto besessen. Persönlich finde ich Pferdekutschen gut, hat man auch gleich Dünger für die Landwirtschaft.
von: iassu

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 11.06.22 11:41

Du lenkst vom Thema ab.
von: tomrad

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 11.06.22 12:28

Warum?
Ich lese zwar gerne die Beiträge von Schorschadel, aber hier glaube ich, fehlt der Blick aufs Wesentliche.
Pedelecakkus haben meist so 300-700 MWh. Wie viele hat ein Tesla?
von: Axurit

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 11.06.22 12:32

In Antwort auf: Nordisch
Vielen ermöglicht das E-Rad auch tolle und verlängerte Tagestouren im Gebirge.
Das passt zu meinen Beobachtungen auf Tagestouren in diesem Frühjahr: offenbar ist kaum jemand bereit, die Tages-Km und das Streckenprofil an die aufgrund fortgeschrittenem Alter oder gesundheitlicher Einschränkungen abnehmende Leistungsfähigkeit anzupassen. Bei den sportlichen Radlern nutzen die 70-Jährigen die E-Unterstützung, um so schnell und so weit fahren wie einst mit 40. Und die 40-Jährigen ziehen nach, damit sie wie bisher schneller und weiter fahren als 70-Jährigen.

Sportlich weniger ambitionierte Freizeitradler nutzen das Pedelec, um ohne große Anstrengung Strecken zu fahren, die sie ohne Unterstützung genauso flott oder vielleicht etwas langsamer, aber eben mit ein wenig mehr Mühe fahren könnten. Die in der Diskussion gerne angeführten Alibi-Ü-70-Jährigen, die ohne Unterstützung gar nicht mehr fahren könnten, sind nach meinen Beobachtungen im Freizeitbereich eine verschwindend kleine Minderheit, im niedrigen einstelligen Bereich.

Ich nutze selbst ab und zu ein Pedelec, z.B. wenn ich den Sperrmüll mit dem Anhänger zum Recyclinghof bringe und auf dem Rückweg einen Kasten Bier vom Getränkemarkt die zwei Km und 80 Hm hochfahre. Aber in der Freizeit fahre ich einfach weniger weit als früher und meide steile und lange Anstiege. Bisher tut das dem Spaß am Radfahren keinen Abbruch.
von: Juergen

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 11.06.22 12:35

Wenn weiterhin Birnen in Apfelkisten gelegt werden, dann ist dieser Faden schneller zu als es das schöne Wetter zulässt.

Entweder kommt noch was geistreiches oder das Schloss.
von: iassu

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 11.06.22 13:43

In Antwort auf: tomrad
Warum?
Ich lese zwar gerne die Beiträge von Schorschadel, aber hier glaube ich, fehlt der Blick aufs Wesentliche.
Pedelecakkus haben meist so 300-700 MWh. Wie viele hat ein Tesla?
Weil der Hinweis auf ein anderes Desaster das in Rede stehende weder abmildert noch irrelevant macht.

Und meine persönliche Ansicht ist es, daß ich mich durch den Kauf eines Pedelecs nicht mitschuldig machen will, egal, wieviel Recourcen andere Fahrzeuge brauchen. Insofern trifft Schorschs Beitrag genau das Wesentliche.

von: dmuell

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 11.06.22 14:06

In Antwort auf: Sickgirl
Ein wenig engt man seinen Radius schon ein

Ich bin gestern mit dem Flixtrain nach Hannover gefahren, das war schon mit meinem leichten Rad nicht ganz einfach das Rad in den Haken zu bekommen

Mein Mitfahrer mit seinem eBike ist daran gescheitert, habe versucht zu helfen aber keine Chance

Der musste bis Frankfurt neben seinem Rad stehen bleiben

Für mich wäre das nichts, an jeder Station beten das der Aufzug funktioniert und in den Fernzügen das Rad nicht verstauen können ist schon einschränkend

Was m.E. fehlt, sind wirkungsgradoptimierte Fahrräder mit elektrischen Minimalantrieben und geringen Fahrzeuggewichten.

Ich beobachte auch, dass durch die Verbreitung des elektrisch angetriebenen Fahrrads die Notwendigkeiten im Hintergrund treten, besonders leichte Räder mit hohen Wirkungsgraden zu entwickeln: schlechte Wirkungsgrade und Schwergängigkeiten werden durch Motorleistung überspielt. Automobile Maßstäbe werden aufs Fahrrad übertragen (überstarke Motoren, entsprechend klobige Konstruktionen mit schwere Antriebs- und Getriebekomponenten usw.).
Interessant dürfte sein, inwieweit dies Auswirkung auf die Entwicklung unmotorisierter Trekkingfahrräder haben wird.

Im übrigen findet sich ein schöner Artikel über "Pedelec versus Muskelkraft" hier.

von: schorsch-adel

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 11.06.22 14:48

Zitat:
Automobile Maßstäbe werden aufs Fahrrad übertragen (überstarke Motoren, entsprechend klobige Konstruktionen mit schwere Antriebs- und Getriebekomponenten usw.).
Interessant dürfte sein, inwieweit dies Auswirkung auf die Entwicklung unmotorisierter Trekkingfahrräder haben wird.

So isses. Noch ein bißchen mehr Downcycling geht immer. Wer redet heute noch vom 3-Liter-Auto ? Und um die Themen Gewicht, Ergonomie und Wirkungsgrad bei Fahrrädern ist es leise geworden.
von: thomas-b

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 11.06.22 15:06

In Antwort auf: dmuell
...
Interessant dürfte sein, inwieweit dies Auswirkung auf die Entwicklung unmotorisierter Trekkingfahrräder haben wird...
Hat es das nicht längst? Mir fällt das bei Reifen auf. Die 622-37 mit Reflexstreifen unter 500g sind rar geworden. Die Nachfolgemodelle sich jetzt alle eBike kompatibel und haben um die 200g zugelegt.

Gruß
Thomas
von: tomrad

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 11.06.22 15:53

Der Umgang mit Schuldkomplexen fällt mir schwer. Ich habe lange gebraucht die durch katholische Erziehung aufgedrückten Erbsünden loszuwerden. Aber mir fällt es jetzt schwer nachzuvollziehen, dass man sich nicht der Verwendung einer Akkuzahnbürste schuldig machen will und gleichzeitig sich vom Hybridtaxi chauffieren lassen kann. Aber ich hör' jetzt auf, bevor Jürgen noch die Krise kriegt...
von: schorsch-adel

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 11.06.22 17:23

Zitat:
Du besitzt natürlich und hast noch nie ein Auto besessen

Ich bin in einem Alter, in dem ich nicht ausschließen kann, vielleicht von heute auf morgen auf das E-Bike/Pedelec umzusteigen. Was ich vielleicht auch tun werde, wenn die Knie nicht mehr so wollen und ich trotzdem eine ans Radfahren erinnernde mobile Freiheit will.

Es mag inkonsequent klingen, aber ich mache einen Unterschied zwischen persönlichem Handeln und politischen Weichenstellungen. Täte ich das nicht, hätte ich z.B. kürzlich beim Erwerb des von mir politisch abgelehnten 9-Euro-Tickets rebellisch auf dem vollen alten Fahrpreis bestanden.

So fahre ich deshalb übrigens auch ohne jeglichen Anflug von Gewissensbissen Auto (unser Oberfranken ist öffimäßig mindestens das Gegenteil von Deinem München), allerdings weit weniger Jahreskilometer als mit dem Rad.

Ich kritisiere also mit meinem obigen Beitrag die politische Weichenstellung in Richtung Elektromobilität (zu der die Pedelecs im Vergleich zu den E-Autos nur einen kleinen Teil beitragen) und nicht die persönliche Einzelentscheidung. Da müsste ich ja bei mir selber anfangen, und so schizophren bin ich nun halt auch wieder nicht.
von: iassu

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 11.06.22 18:45

In Antwort auf: tomrad
Der Umgang mit Schuldkomplexen fällt mir schwer. Ich habe lange gebraucht die durch katholische Erziehung aufgedrückten Erbsünden loszuwerden. Aber mir fällt es jetzt schwer nachzuvollziehen, dass man sich nicht der Verwendung einer Akkuzahnbürste schuldig machen will und gleichzeitig sich vom Hybridtaxi chauffieren lassen kann. Aber ich hör' jetzt auf, bevor Jürgen noch die Krise kriegt...
Ich versuche, das, was vermeidbar ist, zu vermeiden. Moral von außen interessiert mich nicht.
von: Nordisch

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 11.06.22 19:25

Mensch, noch einer, der die Sache eher verbissen als sachlich sieht.
von: panta-rhei

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 11.06.22 19:31

In Antwort auf: schorsch-adel


(Schattenseiten des tollen E)

Wie die Klimakatastrofe zu verhindern ist wird seit 50 Jahren diskutiert, die Rezepte sind bekannt, getan wird nichts.

Es sich weltfremd auf dem E-Bike bequem zu machen und breitbeinig in die Welt hinaus zu posaunen, wie toll das ist, wird das Problem sicher nicht lösen, sonden neue Katastrofen begünstigen.


wo du Recht hast - gilt allerdings auch für andere Aspekte dessen, was wir Nordler:innen im Alltag für selbstverständlich halten ...
von: panta-rhei

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 11.06.22 20:35

In Antwort auf: tomrad
Warum?
Ich lese zwar gerne die Beiträge von Schorschadel, aber hier glaube ich, fehlt der Blick aufs Wesentliche.
Pedelecakkus haben meist so 300-700 MWh. Wie viele hat ein Tesla?


Ich hatte ihn so verstanden, dass er die EAutos nicht besser findet.
von: martinbp

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 11.06.22 20:47

In Antwort auf: Axurit
In Antwort auf: Nordisch
Vielen ermöglicht das E-Rad auch tolle und verlängerte Tagestouren im Gebirge.
Das passt zu meinen Beobachtungen auf Tagestouren in diesem Frühjahr: offenbar ist kaum jemand bereit, die Tages-Km und das Streckenprofil an die aufgrund fortgeschrittenem Alter oder gesundheitlicher Einschränkungen abnehmende Leistungsfähigkeit anzupassen. Bei den sportlichen Radlern nutzen die 70-Jährigen die E-Unterstützung, um so schnell und so weit fahren wie einst mit 40. Und die 40-Jährigen ziehen nach, damit sie wie bisher schneller und weiter fahren als 70-Jährigen.


In den letzten zwei Tagen war ich im Bereich der oberen Saale unterwegs, habe dabei auch den Saaleradweg mitgenommen (zwischen Hof und Kausldorf) und kann jeden verstehen, der dafür ein Pedelec nutzt. Eine Tagestour, bei der man gefühlt die Hälfte der Strecke (in Wirklichkeit vielleicht ein Viertel) mit 5-6 km/h und teilweise schiebend zurücklegt, auf 70 km-n 1000 HM macht, hat mir doch ziemlich die Lust verdorben (ohne Elektro). Und flache Alternativen gibt es dort nicht, also muss ich in Zukunft diese sehr schöne Gegend komplett vermeiden- oder vielleicht doch langsam auf Elektroantrieb umsteigen.
Ich befürchte nur, dass, wenn ich eins hätte, dann die Bequemlichkeit siegt und ich ich es auch dort nutzen würde wo es gar nicht nötig ist.
von: Cruising

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 11.06.22 22:00

In Antwort auf: tomrad
Aber ich hör' jetzt auf, bevor Jürgen noch die Krise kriegt...

Hi Tomrad,

genau das habe ich für mich schon heute früh beschlossen grins Aber ich kann mir nicht verkneifen hier noch zu sagen: Dein Statement, dass die Demokratie in 'schland vom Lobbyismus ausgebremst wird, ist genau der springende Punkt, und das ist nach 16 Jahren mit unserer Ex-Kanzlerin noch wesentlich verfestigt worden. Ja, die Förderung seltener Erden etc. wird von unserer streng gewinnorientierten Gesellschaft unter unmenschlichen Bedingungen in der Dritten Welt vorangetrieben. Doch warum gibt es in unserem Land gerade einen einzigen Betrieb, der verbrauchte Pedelec-Akkus recycelt (s. in einer der letzten Mybike-Ausgaben)? Eben. Nicht die Elektroenergie ist das Problem (die hat schon Zukunft, wenn es richtig gemacht wird), sondern die verkrusteten Strukturen

Damit bin auch ich raus aus dieser Debatte.

Gruß Thomas
www.bikeamerica.de
von: HeinzH.

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 12.06.22 02:46

In Antwort auf: martinbp
Ich befürchte nur, dass, wenn ich eins hätte, dann die Bequemlichkeit siegt und ich ich es auch dort nutzen würde wo es gar nicht nötig ist.
Die Frage ist doch, wer stärker ist. Du selbst oder der innere Schweinehund...
HeinzH.
von: wpau

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 12.06.22 06:53

2018 stürzte ich auf meiner letzten Radreise mit meinem stromlosen Reiserad in Portugal. Größere Blessuren im Gesicht mussten genäht werden.
Zurück in Deutschland hatte ich immer noch Schmerzen in der Hüfte, die ich auf den Sturz zurück führte. Der aufgesuchte Arzt sah keine Hüftprobleme bei mir und schickte mich zu einer MRT Untersuchung. Das er den Verdacht auf Prostata Krebs hatte, verschwieg er mir.
Bei der MRT Untersuchung verstärkte sich sein Verdacht. Die Prostata strahlte wie eine Sonne in mir bei der Kontrastuntersuchung.
Die nächsten Wochen durchlief ich mehrere Bildgebende Verfahren und die Biopsie bestätigte dann die gewonnene Diagnostik.
Von der Prostata ausgehend hatte sich ein Knochenkrebs Typ in meiner linken Hüfte eingenistet und verursachte durch Einklemmen der Nerven diese Schmerzen.
In der Uni-Klinik Essen schlug man mir eine Chemo Therapie vor. Für eine operative Prostata Behandlung war es durch den streuenden Krebs zu spät.
Mein Urologe war anderer Ansicht und wollte erst einmal eine Therapie mit Firmagon und Zytiga versuchen. Durch den dadurch bedingten Testosteron Entzug würde auch der Krebs ohne neue Nahrung langsam wieder verschwinden.
Da diese Behandlung weniger Nebenwirkung hat, entschied ich mich für diesen Weg. Der Unfall war Ende November 2018 und der Beginn der Therapie im März 2019.
Mittlerweile konnte ich mich durch das Knochenkrebsgeschwür nur noch auf zwei Krücken bewegen. 4 Wochen nach Behandlungsbeginn konnte ich schon fast wieder richtig laufen. Mehrere Physio Therapien waren nötig, um die Tätigkeit der Nerven wieder zu beleben und mir einen flüssigen Schritt zurück zu bringen. Bis zu diesem Zeitpunkt konnte ich nur humpeln und hatte das linke Bein nicht richtig unter Kontrolle.
Normales Radfahren wurde mir vom Urologen verboten. Er schlug mir vor, das ich ein Liegedreirad versuchen sollte. Damit könnte ich meine Muskulatur wieder aufbauen und meinen Gleichgewichtssinn verbessern, der auch beeinträchtigt war.
Ich kaufte mir ein gebrauchtes HP Velotechnik Scorpion FX mit Go SwissDrive Antrieb.
Die erste Fahrt war ernüchternd. Meine Muskulatur war so weit abgebaut, das ich die höchste Stromstufe benötigte um unseren kleinen Hügel mit 14 km/h zur Fahrt ins Grüne zu überwinden. Den schaffte ich sonst locker je nach Kondition zwischen 22-26 km/h.
Von den 5 Stufen bewegte ich mich zu Beginn nur zwischen 3-5 und das auch in flachen Streckenabschnitten. Dies verbesserte sich aber schnell mit täglichem Training.
Nach einem halben Jahr Liegedreirad konnte ich die Aufstehhilfen abbauen und verspürte auch eine Verbesserung vom Gleichgewichtssinn beim Gehen.
Eine kurze 2 tägige Tour über Bahntrassen durch das bergische Land zeigte mir schnell meine Grenzen. Schon nach 60 km war der Akku leer und ich erreichte noch so eben das Hotel. Ich fühlte mich nach dem ersten Tag schlimmer, als nach meiner sonst üblichen Tourlänge zwischen 100-120 km.
Es musste für längere Touren ein zweiter Akku an das Rad. Dieses 45 kg schwere Gefährt mit leichtem Gepäck konnte ich keinen Berg oder Hügel hinauf schieben, also benötigte ich einen zweiten Akku für meine Sicherheit.
Drei Jahre trainierte ich damit meine Muskulatur und Ausdauer und die Stufe 4-5 wurden nur noch bei Steigungen über 6% benötigt.
Vor 6 Wochen stellte ich meinem Urologen die beiden Fragen, wie lange diese Therapie noch andauert und ob ich wieder ein normales Rad fahren könnte. Mein Gleichgewichtssinn war wieder voll hergestellt und der Krebs verdrängt. Er hatte keine Bedenken gegen ein normales Rad, wenn es über eine gute Federung verfügt und es ein Pedelec mit moderater Körperneigung ist, damit die Prostata nicht wieder so stark belastet wird. Die Firmagon und Zytiga Therapie müsste ich weiter nehmen, damit dieser Zustand so bleibt.
Das es so dramatisch mit dem Kauf eines neuen Pedelec ist, hatte ich bisher nicht mitbekommen. Nur ein MORRISON SUB 5.0 FS Tiefeinsteiger als Fully war in meiner Nähe bei einem Händler vorrätig.
Meine Vorbehalte gegen einen Tiefeinsteiger waren schnell behoben. Das Rad läuft stabil und auch bei schneller Bergabfahrt war kein Flattern oder Unruhe im Lenker zu spüren. Es fährt sich wie ein Diamantrahmen. Da es mir mit meinen 69 Jahren ja noch länger Radtouren ermöglichen soll, habe ich es gekauft und bin nach nun 150 km immer noch begeistert. Der Sattel verfügt über einen Drop-Out und ermöglicht dadurch sicheres stehen bei einem Halt. Das Aufsteigen bei einem Tiefeinsteiger ist leichter und empfinde ich mittlerweile als sehr bequem.
Ja, es ist doppelt so schwer wie mein bisheriges Reiserad, das in meinem Sohn in der Corona Zeit die Freude an der Radreise weckte. Aber damit bin ich wieder beweglicher und kann auch kurze Reisen planen.
Mit der ersten Akkuladung schaffte ich 117 km bei 12 km Restreichweite und damit kann ich Tagesetappen zwischen 70-80 km planen. Meine alten Streckenlängen sind Geschichte, aber dafür habe ich wieder Spaß am Radfahren.
Die Liegedreirad Zeit hat mir meine Lebensqualität zurück gebracht, aber auch die Erfahrung, das ich es nun etwas langsamer angehen muss.
von: Gina

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 12.06.22 09:01

Das Aufhängen des Fahrrades braucht eine spezielle Technik. Ich nehme nicht mal alles Gepäck ab. Die Technik habe ich mir schon als Kind erarbeitet. Da gab es im Gemeinschaftsfahrradkeller die Wahl zwischen Haken zu Aufhängen und einem grossen Haufen ineinander verzahnt Fahrräder.
von: irg

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 12.06.22 10:02

Hallo wpau!

Ich gratuliere dir zu deiner Standhaftigkeit, mit der du deine gesundheitlichen Probleme meisterst! Uns zeigst du gut, dass selbstverständlich auch Pedelecs ihren Platz haben.

lg von georg, der nach seiner Schulter-OP länger nicht radeln kann. Ich tippe auch nur mit links.
von: irg

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 12.06.22 10:19

In Antwort auf: iassu
Danke für diesen Beitrag!
Ich habe keine Ahnung, wie "der" Weg der Mobilität in die Zukunft sein kann/wird/soll. Elektro halte ich aber definitiv nicht für geeignet.

Das ist eine scheuklappig-egozentrische Eure-Armut-kotzt-mich-an-Wahnidee unserer an die Jahrzehnte lang gewohnte Ausbeutung des Rests der Welt adaptierten Bevölkerung.

Leider sehe ich aber nicht, daß bzw wann der Elektroirrsinn deswegen implodieren sollte. Wir haben gelernt, die Verbrennung von Fossilien so lange fortzusetzen, bis es nicht mehr länger geht. Warum sollte das mit Kobalt und Lithium anders sein.



Natürlich werden wir nicht alle glücklich grinsend in unseren dicken e-Autos weiter herum stauen. Das selbe in unseren Stinkautos ist aber auch keine Alternative. Dass unsere Lebensweise weder nachhaltig noch sozial angemessen ist, ist auch nicht neu. Wir können daran aber eine Menge ändern.

Ich empfehle Pragmatismus: Ich habe diese Welt und diese Art zu wirtschaften nicht erfunden. Ich kann sehr vieles nicht wirklich beeinflussen. (Ich würde z.B. gerne jeder Näherin eines meiner T-shirts einen Euro extra drauflegen, aber das kann ich nicht. Wobei so manche Öko-Labels nur vordergründig Probleme lösen: Der exorbitante Preis entspricht einer Lösung, die "Lösung" ist aber oft keine.) Ich kann aber sehr wohl meine Lebensweise anpassen und damit in Teilbereichen etwas verbessern. Tun, was geht, ist immer besser, als schockstarr vor dem Riesenhaufen ungelöster Probleme zu sitzen.

Wenn ich anschaue, wie meine Frau und in leben, wie wir z.B. unser Häusl sanieren, leisten wir durchaus einen spürbaren Beitrag. Den erweitern wir auch kontinuierlich.

lg!
georg
von: Nordisch

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 12.06.22 12:28

Hm, warum sich so stark einschränken, sich den Spaß nehmen. Die Ökobililanz Vieler im Forum dürfte über Jahrzehnte durchs Fliegen verhagelt sein.
von: Nordisch

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 12.06.22 12:46

Das ist ein generelles Problem des menschlichen Konsums und des Kapitalismus.

Dazu zählt auch der Anspruch mit unseren tollen unmotorisierten Reiserädern die Welt zu bereisen.

Tatsächlich müssten wir ähnlich wie indigene Völker leben, um ein ansatzweise reines Gewissen zu haben.

Jetzt sehe ich mit den E-Bikes, dass deutlich mehr Menschen die tonnenschweren Fzg. häufiger stehen lassen und auf ein nicht einmal zentnerschweres Gefährt umsteigen. Ein großer Schritt in die richtige Richtung.

Wenn Andere weiter sind, um so besser.

Viele indigene Völker sind aber noch weiter als du, weil sie mit diesem ganzen MaterialismusQuatsch erst gar nicht angefangen haben.

von: Nordisch

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 12.06.22 13:11

Von diesen Themen wird geredet. Wenn man sich wirklich dafür interessiert, findet man reichlich qualifizierte Beiträge und Tests dazu.

Das gilt übrigens auch für die E-Mobilität, egal ob bei E-Bikes oder E-PKWs.

Mal eine andere Frage, in welchem Geschirr steckt wenig (virtuelles) Lithium? Noch soll wohl das meiste Lithium in der Glas- und Keramikproduktion verwendet werden.

Kommt das Lithium aus Chile oder aus australischen Minen?

Wo wird überall Kobalt verwendet?

Wird es Akkutechnologien ohne Kobalt geben?

Wie will ich leben, konsequent aus unserer Gesellschaft austeigen oder im Rahmen dieser Gesellschaft an der Reduktion mitwirken?

Fragen über Fragen
von: HeinzH.

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 12.06.22 13:14

In Antwort auf: Nordisch
Die Ökobililanz Vieler im Forum dürfte über Jahrzehnte durchs Fliegen verhagelt sein.
Aus Sicht jener Forumsmitglieder muß der Verbrenner zugunsten der eMobilität sterben: Damit nämlich weiterhin um den Globus geflogen werden kann...
HeinzH.
von: Nordisch

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 12.06.22 13:24

Was du beschreibst, ist das Grundproblem unserer Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung.

Unendliches Wachstum.

Prinzipiell hat die E-Mobilität aber Chancen, die ich nicht verteufeln würde.

Probleme der E-Mobilität dürfen auch gern angesprochen, nur so hat sie das Potential besser zu werden (sozial wie ökologisch).

Letztlich ist es die Wahl des kleineren Übels.

Konsquent wäre die Vermeidung von Fahrten/Gängen auch mit dem Fahrrad und zu Fuß. Auch das verbraucht Rohstoffe und erzeugt Müll.
von: Nordisch

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 12.06.22 13:38

Das Märchen der ökologischen Kraftstoffe, eine Energie- und Rohstoffverschwendung sondergleichen.

Allein der Vergleich Verbrenner mit E-Fuels vs. E-Akku ist katastrophal, weil für E-Fuels ein x-faches an Kraftwerken installiert werden müsste. Hocheffiziente Kraftwerke benötigen ebenfalls reichlich seltene Rohstoffe.

E-Fuels taugen maximal dafür die Ökobilanz der noch verbleibenden Verbrenner nach 2035 etwas zu verbessern, aber gewiss nicht für die katastrophalste aller Fortbewegungsarten das Fliegen.

Ach ja, noch schlimmer ist die Raumfahrt. Deswegen halte ich von Elon Musk gar nichts . Übergroße verschwenderische E-Autos und ein Raumfahrtprogramm. So gelingt der ökologische Wandel tatsächlich nicht.

Dann doch lieber ein E-Bike.
von: HeinzH.

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 12.06.22 13:49

In Antwort auf: Nordisch
Kommt das Lithium aus Chile oder aus australischen Minen?

Oder aus Deutschland?: Der deutsche Lithium-Schatz
HeinzH.
von: schorsch-adel

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 12.06.22 14:29

Zitat:
Allein der Vergleich Verbrenner mit E-Fuels vs. E-Akku ist katastrophal,
beim Akku kommt neben den vielen anderen massiven Rohstoffproblemen noch das der endlichen Kupfervorräte dazu, mit der die westliche Welt mit einer Ladeinfrastruktur überzogen werden müsste. Kupfer reicht weltweit angeblich noch 35 Jahre, also nicht mal so lange wie Erdgas.

Doch schon heute ist man hierzulande personell und technologisch nicht mal in der Lage, aus ein paar stinknormalen Kupferdrähten stinknormale Kabelbäume für stinknormale Benzinstinker zu produzieren.
von: Nordisch

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 12.06.22 15:08

Um so besser, dass die Ladeinfrastruktur für E-Bikes weniger aufwendig ist.

Das Gute an Kupfer, es ist recyclebar.
Auf den Halden dieser Welt lauert bestimmt ein riesiger Schatz.

Im deutschen Erdboden lauert auch ein gelb/magenta/kupferfarbener Schatz.

Wenn es um die Reichweite von Rohstoffen geht, Kohle würde laut meinen besuchten Geo-Vorlesungen noch länger reichen. Ist das nun eine bessere Option deswegen?

Und werden Kupfer und andere seltene Rohstoffe nicht auch zur Veredelung von Metallen für die Bauteile von Verbrennern oder für die Abgasreinigung benötigt?!

So ein KAT wurde einigen schon untern A ... weggeklaut und dabei waren eher seine enthaltenen Rohstoffe als seine Funktion als KAT motivgebend.
von: Nordisch

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 12.06.22 15:22

Afaik eine mögliche Option von Vielen.

Weiß gar nicht, ob es sich lohnt bei der Trinkwassergewinnung aus dem Meer parallel Lithium zu gewinnen.

Zudem ist nach meinen Empfinden bei Forschung für Akkus mit unterschiedlichsten Materialien Einiges in Bewegung.

Um der deutsche Reichweitenangst Herr zu werden, wird es noch einige Lösungen geben müssen. Parallel muss an der Bezahlbarkeit gearbeitet werden oder am Ausbau eines leistungsfähigen öffentlichen Verkehrssystems in der Fläche.

Letzteres wäre die bessere Option. Da fiele die parallele und ergänzende E-BikeMobilität kaum ins Gewicht, wenn weniger Autos, egal welcher Antriebsart, rollen und noch besser gar nicht produziert werden.


von: schorsch-adel

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 12.06.22 15:28

Zitat:
Auf den Halden dieser Welt lauert bestimmt ein riesiger Schatz...

Hier zum Beispiel. Und das Gold reißen sich diese Lümmel auch noch unter den Nagel.

von: HeinzH.

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 12.06.22 15:57

In Antwort auf: panta-rhei
Leute, steht einfach dazu:
mit zunehmendem Alter (und alterstypischen Krankheiten wie KHK etc.) SINKT die Leistungsfähigkeit einfach - hat nix damit zu tun, was ein Mensch im jungen bis mittleren Alter leisten kann!
Ja und? Ist das ein Grund, auf die gesellschaftliche Teilhabe zu verzichten? Sollen "die Alten" sich bei sinkender physischer Leistungsfähigkeit nur noch als Poeten, als Briefmarkensammler oder als Nörgler betätigen?
Das Pedelec ist auch ein Werkzeug der Inklusion, ähnlich einem Treppenlift, einem Rollator oder dem tradionellen Gehstock.
HeinzH.

von: Nordisch

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 12.06.22 16:00

Hier geht es um Kinderarbeit, die mich genauso betroffen macht, wie die dich auch.

Die ist jedoch auch mit fast sämtlichen anderen Produkten verbunden , sprich auch mit anderen Mobilitätsformen und sei es für die Rohstoffe des motorlosen Bike und für den Energiebedarf des darauf sitzenden Menschen.

Und es ändert nichts daran, dass Rohstoffkreisläufe große Potentiale bieten, auch ohne oder mit wenig (indirekter) Kinderarbeit.


Letztlich, wenn man ein möglichst reines Gewissen haben möchtest, muss man konsequent aus dem Gesellschaftsystem aussteigen. Das fällt schwer, da der Mensch A ein soziales Wesen ist und B der Kapitalismus und seine Rechte und Besitzformen fast den gesamten Planeten umspannen.

Wie perfide das ist, hab ich in meiner Staatsexamensarbeit zum Thema Landgrabbing erforschen müssen/dürfen.

Wie perfide das ist, erfahre ich auch in meiner Arbeit in der Bildung mit Menschen aus aller Welt.

Ich denke aber, dass sich Nichts ändern wird. In manchen Ländern untergraben Autokraten die Demokratie, in anderen Ländern und gerade in kleineren Gebietskörperschaften die Wirtschaft.
Unter dem Strich kann man froh sein, dass man die Wirtschaft nach Jahrzehnten zur langsamen Abkehr von fossilen Energieträgern bewegen konnte. Davor haben die fossilen Energieträger vielen Walen das Leben gerettet, den es wurde ihr Fett und Öl zum schmieren, verfeuern und schön machen genutzt.
von: HeinzH.

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 12.06.22 16:09

In Antwort auf: panta-rhei
In Antwort auf: Spessarträuber

Meine Folgerung, Pdedelec erschliessen ganz andere landschaftlich, historisch und kulturell interessante Reisewege und Ziele.

Keine Frage. Ein Elektro-Motorrad oder ein gar Elektroauto würden aber da noch gaaaanz andere Reisewege und Ziele erschliessen!
Es lebe die reine Lehre grins
HeinzH.
von: Nordisch

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 12.06.22 16:11

Ich bin gespannt, für welchen Weg sich P-R entscheidet und wie es dann um seine mentale Gesundheit bestellt sein wird.

Seine Idee konsequent zu Ende gedacht, wäre der, dass die Menschheit konsequent und sofort kollektiven Suizid begeht. Wir sind ein defizitäre Spezies, die fürs größte Artensterben auf diesen Planeten verantwortlich ist.

Ich hoffe wir wählen einen Weg, der friedliche Co-Existenz ermöglicht.

Ich mache einen vermutlich wirkungsvollen Vorschlag: Das Verbot, bzw. die starke Beschränkung von Werbung.

Außerdem wirksame Beschränkungen des Lobbyismus von Wirtschaftsunternehmen.
von: panta-rhei

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 12.06.22 16:17

In Antwort auf: Nordisch

Tatsächlich müssten wir ähnlich wie indigene Völker leben, um ein ansatzweise reines Gewissen zu haben.


Noe ueberhaupt nicht.
Dies ist eine Ausrede, um zu vermeiden, überhaupt etwas tun zu müssen.

In Antwort auf: Nordisch

Jetzt sehe ich mit den E-Bikes, dass deutlich mehr Menschen die tonnenschweren Fzg. häufiger stehen lassen und auf ein nicht einmal zentnerschweres Gefährt umsteigen.

DAS ist eine Illusion.
Ebikes bieten keinen Autokomfort! Und ersetzen latuernich v.a. Fahrräder, deren Absatz konsequenterweise daher auch in den Keller rauscht
Ein Zweirad ohne Motor is einfach uncool!

Die anekdotischen Berichte hier über alte oder kranke Menschen (denen ich ihren Spass am Ebiken herzlich goenne) gehen deshalb am eigentlichen Problem der neuen Massenmotorisierungswelle völlig vorbei.

In Antwort auf: Nordisch


Viele indigene Völker sind aber noch weiter als du, weil sie mit diesem ganzen MaterialismusQuatsch erst gar nicht angefangen haben.


Eine wichtige Erkenntnis - wie waers aber dann, den "MaterialismusQuatsch" mal ein wenig in Frage zu stellen???
von: panta-rhei

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 12.06.22 16:18

In Antwort auf: irg


Werden E-Biker mehr als WählerInnen wahrgenommen, weil sie zwar keine alten weißen Männer, sondern zu einem erheblichen Anteil alte weiße Leute sind? teuflisch


grins SCNR
von: HeinzH.

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 12.06.22 16:20

In Antwort auf: Nordisch
E-Fuels taugen maximal dafür die Ökobilanz der noch verbleibenden Verbrenner nach 2035 etwas zu verbessern, aber gewiss nicht für die katastrophalste aller Fortbewegungsarten das Fliegen.
In der Luftfahrtbranche ist man der Auffassung, das die raren eFuels zu wertvoll sind, um sie in banalen Autos zu verbrennen.
Statt dessen sollen sie ausschließlich im Langstrecken-Flugverkehr Anwendund finden, da es dort noch keine Alternative wie dem ePkw gibt.
HeinzH.
von: panta-rhei

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 12.06.22 16:23

In Antwort auf: Nordisch
Hm, warum sich so stark einschränken, sich den Spaß nehmen. Die Ökobililanz Vieler im Forum dürfte über Jahrzehnte durchs Fliegen verhagelt sein.

Warum sich so stark einschränken, sich den Spass nehmen. Die Okobilanz vieler hier im Forum dürfte über Jahrzehnte durch Autofahren (Häuslebauen zwinker ) verhagelt sein.

Merke:
Die Ökosäue sind immer die Anderen. teuflisch
Wobei am EBike eigentlich nur der besondere Ökoheiligenschein aus der allgemeinen nicht nachhaltigen Lebensweise hervorleuchtet grins
von: panta-rhei

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 12.06.22 16:28

In Antwort auf: Nordisch
Was du beschreibst, ist das Grundproblem unserer Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung.

Unendliches Wachstum.
...
Konsquent wäre die Vermeidung von Fahrten/Gängen auch mit dem Fahrrad und zu Fuß. Auch das verbraucht Rohstoffe und erzeugt Müll.

Noe, es reicht völlig, mal über die Vermeidung motorisierter Mobilitaet nachzudenken. Es sei denn, du möchtest den Menschen aus ökologischen Gründen ganz abschaffen.
von: panta-rhei

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 12.06.22 16:37

In Antwort auf: Nordisch

Parallel muss ... am Ausbau eines leistungsfähigen öffentlichen Verkehrssystems in der Fläche.
... wenn weniger Autos, egal welcher Antriebsart, rollen und noch besser gar nicht produziert werden.




Halleluja!
Nicht im Tankrabatt-Land !
von: HeinzH.

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 12.06.22 16:38

Und noch ein "Aufreger":

Spiegel: Sollten Kinder eBikes fahren?
HeinzH.
von: Nordisch

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 12.06.22 16:42

Dein,mein Motor sind die Beine und du hast große Wärmeverluste und dein Treibstoff sind Lebensmittel und Getränke mit fragwürdiger Ökobilanz.

Egal, ich muss nicht auf der E-Bike Mobilität herumreiten. Denn sie ersetzt bereits reichlich Autofahrten.
Das ist zumindest bei uns in der Region sehr offensichtlich.
von: Nordisch

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 12.06.22 16:49

Doch es wird lokal und regional daran gearbeitet. Nur fehlen hier die Busfahrer.

Wer uns den wenig wirksamen Tankrabatt eingebrockt hat, weißt du, die FDP.
Also die AFD ohne Rechts.
von: panta-rhei

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 12.06.22 16:51

In Antwort auf: HeinzH.
In Antwort auf: panta-rhei
Leute, steht einfach dazu:
mit zunehmendem Alter (und alterstypischen Krankheiten wie KHK etc.) SINKT die Leistungsfähigkeit einfach - hat nix damit zu tun, was ein Mensch im jungen bis mittleren Alter leisten kann!
Ja und? Ist das ein Grund, auf die gesellschaftliche Teilhabe zu verzichten?
(EBaik als segensreiches Vehikel der Inklusion usw. usf.)

Du baust gerne Pappkameraden auf, gell? Kommt das aus Deiner BW Zeit?!

Das von Dir völlig aus dem Zusammenhang gerissene Zitat bezog sich auf den Tenor des TE, die von ihm JETZT mit 73J nicht mehr machbaren körperlichen Herrausforderungen als GENERELL unzumutbar für nicht Supersportler darzustellen. So wie Du das auch hier gelegentlich tust und dabei zB die kinderanhängerziehende Mami schnurstracks in die Gemeinschaft der E-Bedürftigen eingemeindest. teuflisch

Das Leuten mit Behinderungen, Krankheit, Altersschwäche Motorisierung im Alltag hilft, stand garnicht zur Debatte.

PS:
Pappkamerad bitte vorschriftsmässig im Altpapier entsorgen. zwinker
von: panta-rhei

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 12.06.22 16:58

Ich bin in der Tat dankbar für alle Anstrengungen, dass ÖPNV-Defizit in D eeeeendlich (wann hatten wir erstmals eine "Klimakkanzlerin"?) mal anzugehen.

In Antwort auf: Nordisch


Wer uns den wenig wirksamen Tankrabatt eingebrockt hat, weißt du, die FDP.

Da hast Du Recht.

Interessant finde ich allerdings, dass in der CH, wo wir schon immer unter der absoluten Dominanz wirtschaftliberaler Parteien (SVP/FDP/Mitte/GLP) leiden, niemand auf so eine Idee kam.
Und das liegt nicht nur daran, dass man hier staerker subeventionsfeindlich ist...
von: panta-rhei

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 12.06.22 17:06

In Antwort auf: Nordisch
Dein,mein Motor sind die Beine und du hast große Wärmeverluste und dein Treibstoff sind Lebensmittel und Getränke mit fragwürdiger Ökobilanz.


Entschuldigung, regelmässige Beweugung (ohne Motor:) ) gehört ja wohl zu den normalen Lebensäusserungen von Menschen (und anderen Tieren), seit sie vor vielen 100 000 Jahren auf die Erde kamen. Der UNterschied zum Grundumsatz ist lächerlich gering im Verhältnis zum zusatzlichen Energieverbrauch von komplexeren Maschinen.

Der grösste Teil der LM fliest in das reine Lebendigsein (z.B. vor dem Bildschirm :)) oder in eure Aussentaille listig

-> Ablenkungsdiskurs der "E bringt das Heil"-Priester!
von: Nordisch

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 12.06.22 17:06

Mensch lass die Leute doch E-Rad fahren, besser als die OKF mit dem PKW.

So langsam, bekomme ich auch Lust auf ein E-Bike (selbst als leistungsorientierter Fahrer) nur um die Nörgler zu ärgern und um nicht völlig verschwitzt auf Arbeit anzukommen.
von: Nordisch

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 12.06.22 17:13

Allein der Eiweißbedarf ist üppig und und in der Produktion verschwenderisch, selbst in ökologischen Formen, die die wenigsten konsequent nutzen dürften.


Außerdem fällt der Energiebedarf eines E-Bikes im Vergleich zu anderen motorisierten Varianten doch gar nicht uns Gewicht. &#128521;
von: panta-rhei

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 12.06.22 17:20

In Antwort auf: Nordisch
Allein der Eiweißbedarf ist üppig


Aber Du möchtest doch wohl nicht behaupten, dass die Masse der Menschen, die im Alltag zu Fuss gehen oder Radfahren, dafür EXTRA Proteine zu sich nehmen! Ergo: völliger Quark, das Argument!

In Antwort auf: Nordisch

Außerdem fällt der Energiebedarf eines E-Bikes im Vergleich zu anderen motorisierten Varianten doch gar nicht uns Gewicht. &#128521;


DAS ist eine ganz andere Diskussion und hängt ganz davon ab, OB das Ebiken in der Masse wirklich Autofahren ersetzt - oder Fahrrad-Fahren (die rapide abnehmenden Verkaufszahlen lassen eher darauf schliessen, dass der EBike-Hype zu einem Einbruch der Absatzzahlen beim "heiligen Blechle" geführt hat, sollte mich wundern ...)
von: schorsch-adel

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 12.06.22 17:26

Zitat:
Das Pedelec ist auch ein Werkzeug der Inklusion, ähnlich einem Treppenlift, einem Rollator oder dem tradionellen Gehstock


Das seh ich genauso pragmatisch wie Du, Heinz.

Meine Kritik bezieht sich auf das große Thema E-Mobilität als weltweites Allheilmittel gegen die Klimakatastrofe, für das die Weichen durch die Wirtschaft und die ihr dienende Politik im großen Stil unumkehrbar gestellt sind.

Aber: die „Reine Lehre“ zu verfolgen ist meistens naiv. Deshalb sehe ich die pragmatische Vernunftlösung so: E-Mobilität für die, die’s brauchen: Leistungsgeminderte, Gehbehinderte, Ältere wie ich usw. . Mit dieser Beschränkung aufs Notwendige könnte es vielleicht mit der erforderlichen Rohstoffver- und –entsorgung sogar hinkommen – ich kanns nicht beurteilen.

Behindertenräder, Seniorenräder oder Krankenfahrzeuge aller Art beispielsweise hat es schon immer gegeben und wurden auch immer so bezeichnet. Unser woker Zeitgeist mit seinem Hang zur verschleiernden Sprache wittert jedoch hinter solchen Bezeichnungen immer gleich eine Diskriminierung, weshalb man gern nichtssagend um den vermeintlich heißen Brei herumredet und damit oft erst wirklich diskriminiert.

Bloß wenn ich so rumgucke, wer auf den E-Mopeds rumkurvt: junge sportlich Durchtrainierte (regelmäßige Autofahrten zur Muckibude machens möglich), die vielen Wamperten (denen ein bissi echtes Gestrampel guttun würde) und eine nicht geringe Anzahl von Angebern, die sich mit teuren Bike und ausgesuchten Outdoor-Equipment sportlich wähnen und entsprechend herumposen. Und dann gibt’s noch die Jammerer, die sich nun einen Anhänger zulegen müssen, weil die Auto-Anhängerkupplung mit 2 Ebikes die zulässige Achslast überschreitet.
von: Nordisch

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 12.06.22 17:45

Die, die sich mehr bewegen, brauchen auch mehr Proteine.
Die, die hohe Leistungen an Anstiegen erbringen müssen, brauchen mehr Proteine. Das geht nicht anders, so funktioniert der Mensch.

Hinzu kommt ein Mehrbedarf bei der Körperpflege und dem Wäschewaschen beim Bio-Rad.

Gekaufte Autos bedeuten nicht mehr Nutzung pro Zeiteinheit. Blöd ist natürlich der CO2 Rucksack des PKWs. Den hat ein E-Bike zwar auch, aber nach 250 bis 1000 km im Vergleich zum PKW wett gemacht.
von: Nordisch

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 12.06.22 18:04

Sind schon viele Stereotypen dabei und viele andere Menschen ausgeklammert.

Denke, dass die E-Bike Kritik irgendwo an einen anderen Punkt bei dir angesiedelt ist.

Wobei ich auch neulich einem E-Bike Fahrer auf die Aussage, "die Zunkunft fährt elektrisch" antwortete:

"Wir stehen aber auch unter Strom."

Das war beim Abfahren der Küstenlinie Rügens im steilsten Teil der Insel. 280 km von 5 Uhr bis 21:00 Uhr. Das wäre mit dem E-Bike nicht möglich gewesen, den meisten Menschen aber auch nicht. Und bei mir hatte es Nachwirkungen in körperlicher Hinsicht, so dass in den Folgetagen kein Radfahren möglich war.
von: irg

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 12.06.22 18:20

Wenn der Proteinbedarf vegetarisch gedeckt wird ( was leicht geht), wird dadurch zwar nicht die Welt im Alleingang gerettet, aber eine Menge Probleme gelöst. Aber ich will nicht im vegan häufig betriebenem Stil missionieren, nur ein simples Faktum fest stellen.

Gegenüber den Wehklagen, die Welt/die Menschheit/das Wirtschaftssystem sei so verderbt und böse und schlecht, möchte ich anmerken: Tun wir einfach etwas dagegen, und "es" wird sich eine Menge daran ändern.

Klar reagieren wir auf den Klimawandel zu langsam. Aber wir reagieren. Klar ist der Krieg in der Ukraine eine Katastrophe. Viele andere Probleme haben die Menschheit und unsere Gesellschaften gelöst.

Leisten wir einfach unseren Beitrag, anstatt konsequenzenlos zu jammern, dass alles so schrecklich sei. Ja, vieles ist schrecklich, anderes nicht. Ich liege z.B. bewegungsgehemmt auf der Couch, weil meine Schulter vor Kurzem operiert wurde. Vor, sagen wir, 100 Jahren, hätte die Verletzung wohl lebenslange Schmerzen und starke Einschränkungen bedeutet. Jetzt, in diesen schrecklichen Zeiten, habe ich eine Operation und Monate Rekonvaleszenz, danach kann ich sogar wieder klettern.

Also: Vergessen wir nicht die Sonnenseite des Lebens und unsere Handlungsmöglichkeiten, um der dunklen zu begegnen!

Lg!
georg
von: panta-rhei

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 12.06.22 18:20

In Antwort auf: Nordisch
Die, die sich mehr bewegen, brauchen auch mehr Proteine.
Die, die hohe Leistungen an Anstiegen erbringen müssen, brauchen mehr Proteine. Das geht nicht anders, so funktioniert der Mensch.


Das betrifft Leistungsportler_innen, aber sicher nicht die Masse der Ebaikenden, die es nun statt Fahrrad verwenden. Irrelavant, zumal in der aktuellen Situation der Überernährung in Mitteleuropa (sicher auch bei Proteinen) So funktioniert der Mensch (habe ich studiert btw.).


Gekaufte Autos bedeuten nicht mehr Nutzung pro Zeiteinheit.
[/zitat]
Noe, aber mit steigender Anzahl der Autos steigt der Resourcenverbrauch für Produktion/Wartung/Entsorgung. Zumal die Anzahl der PKW > 90kw zunimmt, Abnahme im Bereich der tieferen Leistungsklassen (=mehr Gewicht, Material, Verbrauch).

In Antwort auf: Nordisch

Blöd ist natürlich der CO2 Rucksack des PKWs. Den hat ein E-Bike zwar auch, aber nach 250 bis 1000 km im Vergleich zum PKW wett gemacht.



Zur verfehlten Hoffnung, dem Deutschen (Schweizer) seine Liebe zum Auto via EBaik abgewöhnen zu können vgl. Parallelpost.
von: panta-rhei

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 12.06.22 18:23

In Antwort auf: irg

Gegenüber den Wehklagen, die Welt/die Menschheit/das Wirtschaftssystem sei so verderbt und böse und schlecht, möchte ich anmerken: Tun wir einfach etwas dagegen, und "es" wird sich eine Menge daran ändern.
...
Leisten wir einfach unseren Beitrag,... Vergessen wir nicht die Sonnenseite des Lebens und unsere Handlungsmöglichkeiten, um der dunklen zu begegnen!



bravo dafür
von: panta-rhei

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 12.06.22 19:03

In Antwort auf: Nordisch
Mensch lass die Leute doch E-Rad fahren, besser als die OKF mit dem PKW.



WENN sie das denn täten!


Tun sie aber nicht (Betrachtung der Situation vor Corona):

Zunahme PKW-Verkehr 17-19: (genau im gleichen Masse wie die Jahre davor, übrigens)

https://www.kba.de/DE/Statistik/Kraftver...ionFile&v=2

Zunahme der PKW > 90kw im gleichen Zeitraum, Abnahme im Bereich der tieferen Leistungsklassen (vgl. ebenfalls KBA)

Der Gesamtbestand an PKWs wächst dabei gleichmässig um 1,5%/Jahr (vgl. Staistisches Bundesamt https://www.destatis.de/DE/Themen/Branch...publicationFile )



massive Zunahme Pedelecabsatz 17-19:


- Verdopplung auf 27% des Verkaufszahlen an Fahrrädern/EBikes
- dabei deutliche Abnahme des Absatzes von Fahrrädern (zB 19 - 7,8% )
(vgl. ZweiradIndustrieVerband https://www.ziv-zweirad.de/fileadmin/red...aesentation.pdf )
- Gesamtanteil 19 von ca 7,1% aller Fahrräder/EBikes


FAZIT:

Würden die Ebaiker wirklich ihr Auto stehenlassen, dann sollte die PKW-kilometerzahl wenigstens leicht verändert sein. Nichts dergleichen ist beobachtbar, sie steigt völlig unbeeindruckt an.

ALSO: Ebaik-Hype passt zur ideologischen Verfasstheit der Menschheit (Vgl vorherige Posts) - und löst unsere KlimaProbleme definitv nicht!
von: memy

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 12.06.22 19:04

In Antwort auf: HeinzH.
In Antwort auf: panta-rhei
Leute, steht einfach dazu:
mit zunehmendem Alter (und alterstypischen Krankheiten wie KHK etc.) SINKT die Leistungsfähigkeit einfach - hat nix damit zu tun, was ein Mensch im jungen bis mittleren Alter leisten kann!
Ja und? Ist das ein Grund, auf die gesellschaftliche Teilhabe zu verzichten? Sollen "die Alten" sich bei sinkender physischer Leistungsfähigkeit nur noch als Poeten, als Briefmarkensammler oder als Nörgler betätigen?
Das Pedelec ist auch ein Werkzeug der Inklusion, ähnlich einem Treppenlift, einem Rollator oder dem tradionellen Gehstock.
HeinzH.

Es geht ja bei Leistungsfähigkeit um mehr als nur die reine Kraft. Vom reduzierten Gesichtsfeld und Reaktionsfähigkeit bis zum Hörvermögen...
Ich bin war wirklich froh das sich Muttern mit 86 entschlossen hat das Rad fahren dran zu geben. Sich dann, weil die Kraft nicht mehr reicht, ein Elektro-Fahrrrad zuzulegen wäre sicher falsch.
Gruß
Horst
von: lufi47

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 12.06.22 19:15

Ich gratuliere zu diesem tollen Erfolg! Ich drück Dir beide Daumen, das es so bleibt.
Und was immer noch nicht aus meiner Sicht, deutlich genug rausgearbeitet wurde ist, Erad fahren macht unheimlich Spaß!
Die einfach zu erzielende Beschleunigung ist beeindruckend und macht soviel Spaß. Auch längere Strecken sind nicht sonderlich anstrengend.
So bringt es viele Paare mit unterschiedlicher Leistungsfähigkeit wieder zusammen auf einen Radausflug.
Und nebenbei kostet ein Erad meist weniger als ein Urlaub über zwei Wochen in der Karibik und hält of länger als zwei Wochen.

Gruß
Lutz
von: panta-rhei

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 12.06.22 19:20

In Antwort auf: lufi47
Ich gratuliere zu diesem tollen Erfolg! Ich drück Dir beide Daumen, das es so bleibt.
Und was immer noch nicht aus meiner Sicht, deutlich genug rausgearbeitet wurde ist, Erad fahren macht unheimlich Spaß!


Aber natürlich macht es Spass - je schneller desto mehr (kenne auch 45er). Aber Jetski macht m.e. noch viel mehr Spass - und Autofahren erstmal! Trotzdem käme niemand auf die Idee, darin einer Lösung für die Klimakrise zu sehen.

Apropos:
Schokolade essen (ich hab am liebsten die von Caillier oder Läderach) macht AUCH Spass - kann ich aber als generelle Ernährungsform eigenartigerweise auch nicht empfehlen ...
SCNR
träller
von: tomrad

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 12.06.22 19:49

Ich glaube, dass du in deinem Vortrag einen wichtigen Fakt außer Acht lässt:

Frage: "Was hat jeder Rentner?"
Antwort: "Keine Zeit"

Soll heißen: Die Zeit des sinnlosen Herumgondelns mit dem Pedelec fehlt der Zeit des sinnlosen Herumgondelns mit dem Auto. Der Tag hat nur 24 Stunden, auch für den Gutsituierten, der sich Auto und Pedelec leisten kann. Sei er nun Wohlstandsrentner, von denen es hier im Süden Münchens viele gibt oder junger Poser, der jetzt nicht mehr mit der tiefgelegten Karre mit Spoiler die Leopoldstraße rauf und runter düst, sondern nunmehr mit dem E-MTB.

Im Übrigen gab es schon vor dem massenhaften Auftreten von Pedelecs den Trend zu immer mehr Autos mit immer mehr Fahrleistungen. Meiner Meinung nach würden ohne das Aufkommen von Pedelecs die zurück gelegten Autokilometer noch mehr zunehmen, bzw. hätten noch mehr zugenommen.

Überleg dir doch einfach mal, wenn du Pedelec Fahrende siehst: was würden die jetzt tun, wenn sie kein Pedelec hätten?
von: panta-rhei

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 12.06.22 19:50

In Antwort auf: HeinzH.
In Antwort auf: panta-rhei
In Antwort auf: Spessarträuber

Meine Folgerung, Pdedelec erschliessen ganz andere landschaftlich, historisch und kulturell interessante Reisewege und Ziele.

Keine Frage. Ein Elektro-Motorrad oder ein gar Elektroauto würden aber da noch gaaaanz andere Reisewege und Ziele erschliessen!
Es lebe die reine Lehre


Wieso denn das?
Mit einem TESLA erschliessen sich einem wirklich ganz andere "landschaftlich, historisch und kulturell interessante Reisewege und Ziele". Zum Bsp. wenn es regnet, heiss oder kalt ist (hat eine Aircon) oder man mehr mitnehmen möchte (muss träller ) als in 4 Packtaschen passt.
von: Nordisch

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 12.06.22 19:50

Bisschen dünne Datenlage für so ein Fazit. So viel weiß ich dann noch aus meinem Studium der Geographie.

Falls es aber belastbare Daten und Interviews gibt, bin ich gern bereit das anzukennen, genauso wie bei den E-Rollern.

Aktuell bemerke ich aber schon, dass deutlich mehr Menschen auf Fahrrädern unterwegs sind, wenn auch überwiegend auf E-Rädern. Mag eine Besonderheit einer touristischen Region mit Hügeln und Wind sein.
von: panta-rhei

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 12.06.22 19:58

In Antwort auf: Nordisch
Bisschen dünne Datenlage für so ein Fazit.


Einverstanden.

Insbesonder wäre es sensibler, die Anzahl (=den ModalSplit) der Fahrten und nicht die der KM zu untersuchen. Hier sollten Ebikes, wenn Deine Vermutung richtig ist, deutliche Veränderungen bringen, schliesslich sind 50% der Auto-Fahrten kürzer als 5km.

Wenn der EBike-Bestandsanteil ('22 so ca 11%) angesichts des rasanten Wachstums bald bei 50% liegt, so sollten die Autofahrten ja dann so langsam mal zurückgehen.
von: Nordisch

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 12.06.22 19:58

Wenn das Weltbild festgefahren ist, helfen keine Argumente. Ich lasse dich in deinem Groll auf E-Biker nun allein.
von: panta-rhei

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 12.06.22 20:26

In Antwort auf: Nordisch
Wenn das Weltbild festgefahren ist, helfen keine Argumente. Ich lasse dich in deinem Groll auf E-Biker nun allein.


???? Ich habe Dir doch sogar Recht gegeben bei Deinem Einwand! wirr
von: dmuell

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 12.06.22 20:45

Ich glaube, es führt nicht sehr viel weiter über die Klimaschädlichkeit von elektrisierten Fahrrädern zu lamentieren.

Vielmehr sollten wir uns einsetzen für die Förderung klimafreundlicher Technologien, die so wirtschaftlich sind, dass Menschen sie auch gerne und überall auf der Welt nutzen. Es geht also im Kern um technische Innovation und Schaffen der Voraussetzungen dafür. Im Zusammenhang mit dem Fahrrad bedeutet das beispielsweise die Entwicklung und Nutzung langlebiger, reparaturfreundlicher und effizienter Fahrzeuge. Der aktuelle Trend geht eher in eine andere Richtung.

Der einzige Weg zu einer klimafreundlichen Welt ist m.E. Innovation. Ohne Ideen, Erfindungen und Technologie werden wir scheitern.
von: Nordisch

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 12.06.22 22:26

Es ging um den Beitrag davor mit Jetski und Co..
von: nebel-jonny

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 12.06.22 22:32

Diese Bequemlichkeit.Fahrrad ohne zu treten.Rasenmäher ohne zu schieben.Pedelec +Mähroboter.Da werden hunderttausende Rasenmäher und Fahrrader grundlos verschrottet.Findet das eigentlich jemand gut hier?
Gruß
von: irg

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 13.06.22 07:44

Nein.

Wobei ich diesen Akku-Hype allgemein seltsam finde. In letzter Zeit hatte ich einiges in Baumärkten zu tun. Bei manchen muss man schon suchen, wenn man z.B. eine kabelversorgte Kreissäge sucht. Akku-Kreissägen sind Spielzeug für den kreativen Herren, aber kein brauchbares Werkzeug auf einer Baustelle. Dafür hält das Zeug nicht mehr lange. Sehr praktisch also!

lg!
georg
von: irg

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 13.06.22 08:10

In Antwort auf: dmuell
Ich glaube, es führt nicht sehr viel weiter über die Klimaschädlichkeit von elektrisierten Fahrrädern zu lamentieren.

Vielmehr sollten wir uns einsetzen für die Förderung klimafreundlicher Technologien, die so wirtschaftlich sind, dass Menschen sie auch gerne und überall auf der Welt nutzen. Es geht also im Kern um technische Innovation und Schaffen der Voraussetzungen dafür. Im Zusammenhang mit dem Fahrrad bedeutet das beispielsweise die Entwicklung und Nutzung langlebiger, reparaturfreundlicher und effizienter Fahrzeuge. Der aktuelle Trend geht eher in eine andere Richtung.

Der einzige Weg zu einer klimafreundlichen Welt ist m.E. Innovation. Ohne Ideen, Erfindungen und Technologie werden wir scheitern.


Nichts, auch kein Pedelec, ist gut oder schlecht per se. Es gibt natürlich bessere und schlechtere, aber die Crux liegt in der Anwendung. Bei vielen, die ihre Räder verrosten lassen, um sich elektrisch herum schieben zu lassen, sehe ich Zweifel am ökologischen Nutzen ihrer Pedelecs angebracht. In anderen Fällen helfen Pedelecs, den MIV zu reduzieren.

Bei allem gilt: Abgerechnet wird am Schluss. Wie ich auf einen halbwegs verträglichen ökologischen CO² Fußabdruck komme, ist eigentlich egal. Ich muss ihn nur schaffen.

lg! georg
von: BeBor

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 13.06.22 08:31

In Antwort auf: nebel-jonny
Rasenmäher ohne zu schieben.Pedelec +Mähroboter.Da werden hunderttausende Rasenmäher und Fahrrader grundlos verschrottet.Findet das eigentlich jemand gut hier?

Beim Rasenmäher ist man hier teilweise schon weiter. Rasen, Blumen und Pflanzen werden durch Schotterflächen, Rindenmulchwüsten, Gambionen und alberne stilvolle Plastikdeko ersetzt. Sollte dennoch ein Kräutlein aus den steinernen Fugen lugen, holt der neuzeitliche Gartenliebhaber den Gaskartuschen-Flammenwerfer. Sehr praktisch.

Bernd
von: jutta

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 13.06.22 08:37

Na dann am besten das https://www.mz.de/leben/auto/unterwegs-auf-einem-fahrrad-aus-bambus-3391395

Aber man kann doch auch ein Rad aus recycelter Plaste, die man nach Festivals einsammelt, zur Verstärkung noch Microplastik aus den Weltmeeren, herstellen, beim Trabi gings doch auch.
von: derSammy

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 13.06.22 08:47


Bambusfahrräder sind ur auf den ersten Blick "hip". Die ganzen Verbundstellen (Rahmenkreuzungen, Lagersitze, Ausfallenden,... werden in der Regel mit irgendwelchen Hochspezialklebern eingeklebt, dürfte etwa mit Carbonrädern vergleichbar sein. Und der Bambus dürfte seltenst aus "deutscher Produktion" sein. Und ein Asienimport verballert gleich jede Menge der ökologischen Vorteile wieder.

In Antwort auf: jutta

Aber man kann doch auch ein Rad aus recycelter Plaste, die man nach Festivals einsammelt, zur Verstärkung noch Microplastik aus den Weltmeeren, herstellen, beim Trabi gings doch auch.

Der bewitzelte "Carton de blamage" bestand ganz und gar nicht aus Pappe, sondern aus irgendeinem vermutlich genauso schwer recyclebaren Verbundwerkstoff aus Baumwollkurzfasern (das war in der Tat eine Reststoffverwertung) und Phenolharz, was aus heimischer Braumkohle gewonnen wurde. Ob das nachhaltig war???
von: schorsch-adel

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 13.06.22 10:24

Zitat:
Wie ich auf einen halbwegs verträglichen ökologischen CO² Fußabdruck komme, ist eigentlich egal.
Eben gerade nicht, wenn ich ihn nur unter Verletzung von Menschenrechten erreiche.

Das ist ja gerade das, was Vielen bei ansonstem besten Absichten aus dem Blick gerät.
von: jutta

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 13.06.22 10:33

In der DDR hat man sich wenig um Recycling gekümmert. Papier und Flaschen wurden gesammelt, Schrott auch. Ich erinnere mich, dass mal kurze Zeit an einer Kaufhalle ein großes Netz aufgespannt war für PlasteAbfälle, das war aber bald geklaut.
von: Wendekreis

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 13.06.22 10:48

Doch noch eine, die der DDR verbunden bleibt. Gelegentlich kommst du darauf zurück. Auch das Soziale Netz war dünnmaschig, durchfallsicher. Ob es dir bei deinen Kniebeschwerden geholfen hätte? Ich wünsche dir Gute Besserung und REHA mit Pedelec!
von: Martina

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 13.06.22 10:52

In Antwort auf: schorsch-adel
Zitat:
Wie ich auf einen halbwegs verträglichen ökologischen CO² Fußabdruck komme, ist eigentlich egal.
Eben gerade nicht, wenn ich ihn nur unter Verletzung von Menschenrechten erreiche.

Das ist ja gerade das, was Vielen bei ansonstem besten Absichten aus dem Blick gerät.


Woher weißt du, dass das aus dem Blick gerät? Wir haben nun mal das Problem, dass wir gar nicht die Chance haben, irgendetwas richtig zu machen. Bei Mobilität ist es vielleicht gerade hoch zu schaffen, wenn man sich auf die Mobilität beschräkt, die aus eigener Kraft möglich ist. Fossile Energieträger zu verwenden verbietet sich wegen dem CO2-Fußabdruck, der auch durch die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel erschreckend wenig verkleinert wird, Elektromobilität wegen der Menschenrechte. Dummerweise stellt sich das selbe Problem beim Heizen und ich bin so ehrlich, dass ich nicht im Winter frieren mag. Konsequent wäre wirklich nur eine wie auch immer geartete Möglichkeit, sein Leben human und gesellschaftlich akzeptiert zu beenden. Ich würde es sofort tun. Solange das nicht geht, müssen wir uns leider weiter im Bewusstsein nur alles falsch machen zu können durch das Leben quälen. Die Frage, ob man dabei ein Pedelec fährt oder nicht ist noch eine der weniger belastenden.
von: iassu

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 13.06.22 11:11

In Antwort auf: Martina
....im Bewusstsein nur alles falsch machen zu können durch das Leben quälen. Die Frage, ob man dabei ein Pedelec fährt oder nicht ist noch eine der weniger belastenden.
nicht spurenlos durchs Leben gegangen zu sein bedeutet nicht, alles falsch gemacht zu haben. Beispiel gerade der Krieg. Ja, wir machen uns mitschuldig. Entweder durchs tatalose Zusehen, oder durch aktive Beteiligung. Also vor Ort, meine ich. Dem kann man nicht entweichen. Aber es gibt auch das Positive in der Welt und im menschlichen Handeln. Man kann nicht schuld-, oder nennen wir es verursachungslos durchs Leben gehen. Aber das gut und richtig Gemachte zählt am Ende ebenso.
von: irg

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 13.06.22 11:23

Ja, und wieder auch nicht in dieser Schärfe. Lithium z.B. lässt sich auch sozial verträglich abbauen.

Wenn die Natrium-Akkus, in der Forschung funktionierend, serientauglich sind, sparen wir einen Riesenhaufen seltenere Elemente. Dann reichen überspitzt gesagt ein paar Packerln Salz für einen Akku, auch wenn dieser nicht die selbe Energiedichte hat. Je nach Anwendung ist das kein Problem.

Und die derzeitigen dreckigen Ausbeutungsmethoden sind ja nicht in Stein gemeißelt. Die können wir ändern.

Lg!
georg
von: Margit

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 13.06.22 12:03

In Antwort auf: Wendekreis
Kniebeschwerden ... und REHA mit Pedelec!
hast jetzt auch ein Pedelec oder woher das Wissen wirr Gestern Motor nicht eingeschaltet, gaaaanz langsam mit anderen geradelt - heute Knieschmerzen böse Würde ja gerne ein Tiefeinsteigerrad ohne Motor kaufen, aber die Altweiberräder sind dermaßen schwer, dass ich gleich das Pedelec nehmen kann. Da habe ich dann wenigsten die Möglichkeit bei Steigungen den Motor zuzuschalten. Außerdem haben die hässlichen Tiefeinsteiger alle Rücktrittbremsen und mir fremde Schaltungen.
von: jutta

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 13.06.22 12:13

Meine Kniegelenke brauchen erst mal etwas Metall. Vorher ist E sinnlos. Dann muss ich erst mal schauen, ob ich noch fahren kann. Man wird halt nicht jünger.
von: Wendekreis

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 13.06.22 12:21

Hab'kein Pedelec und keine Knieprobleme. Ich wünsche dir, dass du mit dosiertem Knieeinsatz beschwerdefrei wirst. Die Lieferzeiten für Pedelecs sind mir zu lang. Da muß ich mich fragen, ob ich die Auslieferung noch erlebe.
von: jutta

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 13.06.22 12:23

Ich hab mir nicht ausgesucht, wo ich aufwachse. Da hatte ich genug Zeit, die DDR kennenzulernen.
Als ich in den 90-ern das erste Mal in UK war, und durch das abendliche London spaziert, haben mich Bettler schon erschüttert.
Ob zu DDR-Zeiten ein Auto eines als Waffe eingesetzt wurde, kann durchaus sein. Aber heute ist das auch in D Usus.
von: panta-rhei

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 13.06.22 12:26

In Antwort auf: Martina
In Antwort auf: schorsch-adel
Zitat:
Wie ich auf einen halbwegs verträglichen ökologischen CO² Fußabdruck komme, ist eigentlich egal.
Eben gerade nicht, wenn ich ihn nur unter Verletzung von Menschenrechten erreiche.

Das ist ja gerade das, was Vielen bei ansonstem besten Absichten aus dem Blick gerät.


Woher weißt du, dass das aus dem Blick gerät?

Sorry, das ist doch wohl offensichtlich:
letztes Beispiel aus dem Energiebereich: ein GRUENER (!) Wirtschaftsminister geht als Bittsteller zu Diktatoren aus der Golfregion um Gas betteln ... von den Konsumgütern mal ganz abgesehen ... gerade alles elektrische kommt aus China!

In Antwort auf: Martina
Fossile Energieträger zu verwenden verbietet sich wegen dem CO2-Fußabdruck, der auch durch die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel erschreckend wenig verkleinert wird,


Das stimmt defintiv nicht:
Treibhausgasemission ist beim Auto 3-5 mal so hoch wie bei der Bahn!!!

Quelle: UBA https://www.umweltbundesamt.de/bild/vergleich-der-durchschnittlichen-emissionen-0

Ganz klar: Wenn man Autofahrer:innen wenigstens auf Langtrecken vom Auto weglocken könnte, waere das ein deutlicher Unterschied! Dafuer muessen die Armen noch nicht mal radfahren (oder Ebaiken lach )
von: Toxxi

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 13.06.22 12:38

In Antwort auf: panta-rhei
Ganz klar: Wenn man Autofahrer:innen wenigstens auf Langtrecken vom Auto weglocken könnte, waere das ein deutlicher Unterschied! Dafuer muessen die Armen noch nicht mal radfahren (oder Ebaiken lach )

Hmmm... ich bin ja Radfahrer und fahre i.d.R. doppelt so viele Kilometer mit dem Rad wie mit dem Auto im Jahr.

Auf Kurzstrecken kann ich viel eher aufs Auto verzichten als auf Langstrecken. Und auf Langstrecken geht der Spritverbrauch pro 100 km auch runter.

Gruß
Thoralf

von: irg

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 13.06.22 13:31

In Antwort auf: Margit
In Antwort auf: Wendekreis
Kniebeschwerden ... und REHA mit Pedelec!
hast jetzt auch ein Pedelec oder woher das Wissen wirr Gestern Motor nicht eingeschaltet, gaaaanz langsam mit anderen geradelt - heute Knieschmerzen böse Würde ja gerne ein Tiefeinsteigerrad ohne Motor kaufen, aber die Altweiberräder sind dermaßen schwer, dass ich gleich das Pedelec nehmen kann. Da habe ich dann wenigsten die Möglichkeit bei Steigungen den Motor zuzuschalten. Außerdem haben die hässlichen Tiefeinsteiger alle Rücktrittbremsen und mir fremde Schaltungen.


Schwierig, klar. Aber gar nicht unmöglich, was Brauchbares zu bekommen. Meiner Frau habe ich 2 solcher Räder umgebaut und an ihre Bedürfnisse adaptiert. Ich bin mir sicher, dass es auch heute Räder für dich gibt, wenn auch wahrscheinlich nicht lagernd im Geschäft.

Auch wenn du es wohl eh schon weißt: Nicht vergessen, flott zu treten!

lg!
georg

lg!
georg
von: HeinzH.

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 13.06.22 14:51

In Antwort auf: Wendekreis
Die Lieferzeiten für Pedelecs sind mir zu lang. Da muß ich mich fragen, ob ich die Auslieferung noch erlebe.
Moin Sepp,
falls Du über handwerklich/technisches know how verfügst, rüste doch eines Deiner Lieblingsfahräder zum Pedelec auf. Ganz auf Deine indiviuelle Anforderungen zugeschnitten, quasi ein Maßpedelec. Beraten würd ich Dich per PN oder per Telefon (fast) jederzeit- Nur baulich halt nicht, zumal ich z.Z. für meine Frau ein Spaßpedelec (siehe Foto weiter unten) aufbaue.
Ansonsten gibt es einige wenige Firmen, welche individuelle Pedelctrisierungen vornehmen, zum Beispiel EBS, mit einer weiteren machte unser Moderator Jürgen Erfahrungen. Das Charmante dieser Maß-Pedelecs ist, daß man den eAntrieb i.d.R. nachteilsfrei ausschalten kann.
Bis denne,
HeinzH.

von: Martina

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 13.06.22 15:06

In Antwort auf: panta-rhei
In Antwort auf: Martina
In Antwort auf: schorsch-adel
Zitat:
Wie ich auf einen halbwegs verträglichen ökologischen CO² Fußabdruck komme, ist eigentlich egal.
Eben gerade nicht, wenn ich ihn nur unter Verletzung von Menschenrechten erreiche.

Das ist ja gerade das, was Vielen bei ansonstem besten Absichten aus dem Blick gerät.


Woher weißt du, dass das aus dem Blick gerät?

Sorry, das ist doch wohl offensichtlich:


Der Schorsch-Adel bezog sich meinem Verständnis nach auf die Mitschreibenden in diesem Thread, die seiner Ansicht nach nur auf ihren persönlichen Vorteil schielen und nicht merken, dass sie dabei andere ausbeuten. Und das ist m.E. in dieser Verallgemeinerung nicht wahr. Ich merke das. Täglich.


Zitat:

In Antwort auf: Martina
Fossile Energieträger zu verwenden verbietet sich wegen dem CO2-Fußabdruck, der auch durch die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel erschreckend wenig verkleinert wird,


Das stimmt defintiv nicht:
Treibhausgasemission ist beim Auto 3-5 mal so hoch wie bei der Bahn!!!

Quelle: UBA https://www.umweltbundesamt.de/bild/vergleich-der-durchschnittlichen-emissionen-0


Du arbeitest dich an der falschen Person ab. Ich habe noch nie ein Auto besessen. Im Gegensatz zu dir halte ich das aber nicht für einen Grund, pausenlos mir selbst auf die Schulter zu klopfen und den bösen Autofahrern die Schuld an allem zu geben. Ich bin wenn überhaupt nur marginal besser als sie. Ich habe schon diverse Co2-Rechner bemüht und alle kamen aufgrund meines langen Arbeitswegs (als ich noch täglich ins Büro gefahren bin) zu einem erschreckenden Ergebnis. Das Problem wird nicht dadurch gelöst, dass ich mit der Bahn pendle, das Problem ist, dass ich überhaupt pendle. Verallgemeinert gesprochen: das Problem liegt darin, wieviel Mobilität wir für selbstverständlich halten. Dass wir ein Auto nehmen, setzt dem ganzen nur noch die Krone auf, aber auch wenn alle Menschen mein Autofahrverhalten an den Tag legen würden, würde das die Welt nicht retten.
von: Wendekreis

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 13.06.22 15:29

Danke für dein großzügiges Angebot. Derzeit bin ich nur Pedelec-Aspirant.
von: schorsch-adel

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 13.06.22 17:41

Zitat:
Der Schorsch-Adel bezog sich meinem Verständnis nach auf die Mitschreibenden in diesem Thread, die seiner Ansicht nach nur auf ihren persönlichen Vorteil schielen und nicht merken, dass sie dabei andere ausbeuten

Wenn Du genauer gelesen hättest, wie ich zwischen politischem Ideal einerseits und den begrenzten praktischen Möflichkeiten der Einzelnen andererseits unterschieden habe, würdest Du mir nicht eine derartige Überheblichkeit unterstellen.
von: panta-rhei

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 13.06.22 18:54

In Antwort auf: schorsch-adel
Zitat:
Der Schorsch-Adel bezog sich meinem Verständnis nach auf die Mitschreibenden in diesem Thread, die seiner Ansicht nach nur auf ihren persönlichen Vorteil schielen und nicht merken, dass sie dabei andere ausbeuten

Wenn Du genauer gelesen hättest, wie ich zwischen politischem Ideal einerseits und den begrenzten praktischen Möflichkeiten der Einzelnen andererseits unterschieden habe, würdest Du mir nicht eine derartige Überheblichkeit unterstellen.


Klar, hatte Dich genauso verstanden.

Genauso hat Martina in meinen sachlichen Beitrag zum Unterschied der Treibhausgasemission öffentlicher vs PKW-Verkehr ein ominöses "sich selbt auf die Schulterklopfen" reininterpretiert cool ...
von: HeinzH.

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 13.06.22 22:02

Moin moin!
In Antwort auf: Spessarträuber
Hallo mit 73 Jahren kaufte ich mir auch ein Pedelec, dazu meine Gedanken.
1. historische Altstrassen, Handelswege ( Via Regia, Via Claudia, Frankfurt-Leipzig vor 150 Jahren, Gotthardpass, San Bernhardino usw.) wurden wegen Pferdezug von Kaufmannswagen auf max. ca. 8% Steigung trassiert.
Eine Steigung die auch mit Gepäck als Fahrradnutzer bewältigt werden kann, ohne Elektrik.

Alte Bauern- oder Dorfstrassen wurden teils bis 20% trassiert, das war aber kein Problem. Dort wurde Holz, Heu, Steine zum Hausbau usw. nur abwärts transportiert. Ebenso vom Bergdorf ggf. zu verkaufende Gerste, Käse und Heimarbeitsprodukte.
18% Steigung mit Gesamtfuhre von 120kg, Fahrer, 18kg Rad, Gepäck für 1 bis 2 Wochen, Essen, Regenkleidung usw. sind für Nichtsupersportler nicht fahrbar. Eine Fahrgeschwindgkeit von 3,6m/s bei 18% Steigung erfordert dann 200W Tretleistung. Mit nur 3,6km/h Fahren eine rumeierei. Wenn 250W zusätzlich schieben.....

Meine Folgerung, Pedelec erschliessen ganz andere landschaftlich, historisch und kulturell interessante Reisewege und Ziele. Auch für weniger hochsportliche Vielfahrer.
Z.B. Oberharzer Wasserregal, der Goldene Steig von Passau nach Böhmen auf den Spuren der Salzsäumer, im Spessart Birkenhainer Strasse und den Eselsweg. Entlang des Kammes des Erzgbirge. In Frankreich das macif-central. In Österreich Wald- und Mühlviertel usw.
Ich war letzte Woche im Spessart, sehr schön, empfehlenswert, zB. von Lohr, Rechtenbach, Maragrethenhof, Aurora, Klosterkuppel, BischbornerHof, Lichtenau, Weibersbrunn, Echterspfahl, Mespelbrunn und zurück...

Sportliche können das auch ohne E-Bike............

Oder anders, Pedelecfahren geht auch anders als im grössten Gang im Turbomodus und bei 30 Pedalundrehungen mit 14km/h dahinrollen an Flussuferstrecken.
Vor 3 Jahren fuhr ich ohne E-Technik von Anklam über Usedom nach Masuren, ich kenne Fernstrecken, zB. 2017 Bodensee-Köningsee, spüre aber mit 73 Jahren langsam Grenzen.

Danke Wolfgang für Deinen Erfahrungsbericht und die Überlegungen betreffs Deiner Radreisen mit Deinem (neuen?) Fahrrad mit eAssistenzantrieb, sprich Pedelec!
Ich ging davon aus, daß Du eine verkehrsökologische Grundsatzdiskussion in einem Forum, deren MitgliederInnen zur An- und Abfahrt zu Fahrradreisen gefühlt an dritter Stelle das Flugzeug nutzen, eigentlich nicht beabsichtigt hattest.
Als langjähriges Forumsmitglied aber hättest Du wissen müssen, daß beim lesen des Triggerwords "Pedelec" augenblicklich das volle panta-rhei-Programm aktiviert wird...
In Antwort auf: panta-rhei
In Antwort auf: Spessarträuber
Meine Folgerung, Pedelec erschliessen ganz andere landschaftlich, historisch und kulturell interessante Reisewege und Ziele.
Keine Frage.
Ein Elektro-Motorrad oder ein gar Elektroauto würden aber da noch gaaaanz andere Reisewege und Ziele erschliessen! cool SCNR

Beginnend mit abgeschossenen Pfeilchen, nämlich der geschickt formulierten unterschwelligen Gleichsetzung Pedelec=Elektro-Motorrad=Elektroauto mit zugleich Aufreger-Potential schließt das automatisierte panta-rhei-Programm die Anmerkungen mit einem vegifteten...
In Antwort auf: panta-rhei
Schön, dass Du Freude am Reisen hast - viel Spass!
...ab. Clickbaiting vom feinsten halt.
Sicher ist ein Forum ist kein Wunschkonzert! Ich selbst halte es aber für etwas grenzwertig derlei ansonsten wichtigen Grundsatzdiskussionen im technikorientierten "Ausrüstung Reiserad" statt in "Dies&Das" zu führen.
Der Coronafaden mit seinen Grunsatzdiskussionen ist schließlich auch nicht in "Gesundheit&Ernährung" sondern in "Dies&Das" platziert.

Ich hoffe trotzdem Wolfgang, daß Du nicht die Lust verlierst, den an Fahrradreisen/Fahrradtechnik Interessierten an Deinen Erlebnissen, Erfahrungen und Überlegungen ohne oder jetzt mit "e" teilhaben zu lassen.
Gruß aus Münster,
HeinzH.,
der in wenigen Tagen altersmäßig mit Dir gleichzieht schmunzel
von: panta-rhei

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 13.06.22 22:35

Lieber Heinz,

In Antwort auf: HeinzH.

In Antwort auf: Spessarträuber
mit 73 Jahren ... sind für Nichtsupersportler nicht fahrbar...
Sportliche können das auch ohne E-Bike...


Habe mal Dein FullQUote auf DAS reduziert, was Stein meines Anstosses war - hast Du geflissentlich überlesen grins

Der TE schliesst aus seiner, dem Alter oder Krankheit geschuldet eingeschränkten Leistungsfähigkeit, auf alle "Nichtsupersportler" (also99% von uns Radfahrer:innen). Und legt nahe, dass es fuer diese grosse Gruppe schlecht ohne Elektromotor geht.

Diese Position - so verständlich sie individualpsychlogisch ist - lehne ich ab und halte einen EMotor auch fuer "Nichtsupersportler" im Allgemeinen (Altersschwaeche, Krankheit ausgeschlossen) am Fahrrad für entbehrlich und habe meine Argumente gebracht. Die muss niemand hier teilen.

Aber: passt genau zu "Ausrüstung Reiserad"!

Die "ökologische Grundsatzdiskussion", die sich anschloss, haben wir meistens brav als OT geführt, lässt sich easy ausblenden zwinker ...
von: dmuell

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 13.06.22 23:01

Lieber panta-rhei,

Ich vermute mal, Dein Moralismus kommt nicht so gut an.
Kleine Frage: Bist Du noch in Übersee unterwegs und wenn ja, bist Du dort hin gerudert?
von: iassu

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 13.06.22 23:19

Auch wenn ich nicht adressiert war: Moralismus: ein interessantes Wort. Ich erspare mir und uns jetzt den Versuch, das in die hier in Rede stehende Thematik einzuordnen. Aber Gedanken sind auch Realitäten zwinker
von: Rennrädle

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 14.06.22 06:00

In Antwort auf: panta-rhei
Lieber Heinz,

In Antwort auf: HeinzH.

In Antwort auf: Spessarträuber
mit 73 Jahren ... sind für Nichtsupersportler nicht fahrbar...
Sportliche können das auch ohne E-Bike...


Habe mal Dein FullQUote auf DAS reduziert, was Stein meines Anstosses war - hast Du geflissentlich überlesen grins

Der TE schliesst aus seiner, dem Alter oder Krankheit geschuldet eingeschränkten Leistungsfähigkeit, auf alle "Nichtsupersportler" (also99% von uns Radfahrer:innen). Und legt nahe, dass es fuer diese grosse Gruppe schlecht ohne Elektromotor geht.

Diese Position - so verständlich sie individualpsychlogisch ist - lehne ich ab und halte einen EMotor auch fuer "Nichtsupersportler" im Allgemeinen (Altersschwaeche, Krankheit ausgeschlossen) am Fahrrad für entbehrlich und habe meine Argumente gebracht. Die muss niemand hier teilen.
.


Und hier wurde schlecht zitiert - Wenn man beim Reduzieren von Zitaten die relevanten ‚18% plus Gepäck’ weglässt, dann ist das gar nicht gut.

Und der TE hat nirgends geschrieben, dass es für die Mehrzahl schlecht ohne E geht.

Lies dir doch bitte den ersten Beitrag nochmals durch !

Viele Grüße Renata
von: Margit

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 14.06.22 08:43

In Antwort auf: panta-rhei
Diese Position - so verständlich sie individualpsychlogisch ist - lehne ich ab und halte einen EMotor auch fuer "Nichtsupersportler" im Allgemeinen (Altersschwaeche, Krankheit ausgeschlossen) am Fahrrad für entbehrlich und habe meine Argumente gebracht. Die muss niemand hier teilen.
Leider ist Individualismus nicht sehr gefragt, ganz im Gegensatz zu Teamfähigkeit. Minderheiten sind stets suspekt.
von: Martina

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 14.06.22 09:17

In Antwort auf: schorsch-adel
Zitat:
Der Schorsch-Adel bezog sich meinem Verständnis nach auf die Mitschreibenden in diesem Thread, die seiner Ansicht nach nur auf ihren persönlichen Vorteil schielen und nicht merken, dass sie dabei andere ausbeuten

Wenn Du genauer gelesen hättest, wie ich zwischen politischem Ideal einerseits und den begrenzten praktischen Möflichkeiten der Einzelnen andererseits unterschieden habe, würdest Du mir nicht eine derartige Überheblichkeit unterstellen.


Wie darf ich dann diesen Satz verstehen?

Zitat:
Ich muss das nochmal loswerden: mich stört bei der Diskussion um E-Mobilität – leider auch hier im Forum – diese kritiklose, völlig unpolitische Sicht, mit der die rein persönlichen Vor- und Nachteile naiv gegeneinander abgewogen werden.


Das hast du als Antwort auf einen Beitrag geschrieben, in dem jemand geschildert hat, dass er mit dem Pedelec besser die Berge hochkommt. Klar ging es um diesen Beitrag um seinen persönlichen Vorteil, um was sonst? Ich habe das wirklich so verstanden, dass du von ihm erwartet hast, dass er ehe er davon berichtet, dass er mit Unterstützung besser die Berge hochkommt abwägt, dass er durch diesen persönlichen Vorteil Menschen im Kongo ausbeutet.
von: elflobert

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 14.06.22 10:12

ich muss zugeben, dass ich die Leidenschaftlichkeit bei dem Thema nicht ganz nachvollziehen kann. Niemand wird gezwungen ein Pedelec oder normales Fahrrad fahren zu müssen und darf es den anderen Menschen durchaus gönnen, mit anderem Gefährt unterwegs zu sein. Und wenn jemand Pedelec fährt, ist auch keine Rechtfertigung nötig. Auch wenn weder hohes Alter, Krankheit, Verletzung oder schwere Beladung zutreffend sind.

Was aus meiner Sicht jedoch durchaus kritisiert werden kann, ist die technische Ausrichtung der Räder. 250 Watt durchschnittliche Leistung über 30 min. ist die Definition für ein Pedelec. Kurzzeitig darf auch gerne mal 850 Watt (Bosch Performance CX) und mehr geleistet werden. Diese Größenordnung sorgt für die gewollten "Wow"-Reaktionen im Radladen, täuscht über unpassende Geometrie hinweg und verleitet dazu mit 20er Kadenz im höchsten Gang auf "Turbo" flott durch die Gegend zu gondeln. Ich erwarte auch keine hohe Lebensdauer des Antriebsstrangs, wenn es überhaupt zu hoher Laufleistung kommen sollte.

Vermutlich wäre es für die meisten Beteiligten besser, einen 100 Watt Boost erhalten zu können, wenn sie sich wirklich anstrengen müssten. Aber welcher Normalo würde das bei einer Probefahrt dem Raketenstarter vorziehen?
von: elflobert

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 14.06.22 10:20

Zu dem Thema fällt mir noch ein Zitat eines Fahrradladen- und Werkstattbesitzers ein:
"Bei mir bekommen die "Best-Ager" erstmal den Lenker höher und die Übersetzung kürzer. Anderswo verkauft man denen ein E-bike. Aber immer noch besser als Auto, Sturmgewehr und Kampfhubschrauber."
von: lufi47

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 14.06.22 13:39

Ich wollte mal meine Beobachtung mit Euch teilen, vielleicht geht es Anderen auch so.
In letzter Zeit kam ich jetzt insgesamt viermal in Situationen mit entgegenkommenden Eradfahreren/innen die geschätzt deutlich über Achtzig waren und überhaupt nicht mehr Herr über ihr Gefährt waren. Es war immer gefährlich, einmal bin ich in einen Busch gefahren um mich zu retten.
Nach meiner Beobachtung verführt das Erad Leute zu radeln, die besser in ihrem Garten geblieben wären.
Ging es auch Anderen so, oder war das nur bei mir so ?

Gruß Lutz
von: Toxxi

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 14.06.22 14:09

In Antwort auf: lufi47
Ging es auch Anderen so, oder war das nur bei mir so ?

Das kenne ich auch. Nur dass die entsprechenen Leute deutlich jünger als 80 waren. omm

Gruß
Thoralf
von: Martina

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 14.06.22 14:11

In Antwort auf: elflobert
Aber welcher Normalo würde das bei einer Probefahrt dem Raketenstarter vorziehen?


Ich. Auf jeden Fall. Mich verunsichern Raketenstarter.
von: schorsch-adel

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 14.06.22 14:44

Zitat:
Ich habe das wirklich so verstanden, dass du ....
Hut ab vor solch eigenwilliger Interpretationskraft. Strafverteidiger könnten davon lernen lach
von: schorsch-adel

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 14.06.22 14:55

Zitat:
Moralismus: ein interessantes Wort...
...und ein zum Wort geronnenes Totschlagargument mit dem sich gegen alles "argumentieren" lässt. "Gutmensch" war auch so eins.
von: elflobert

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 14.06.22 15:42

In Antwort auf: Martina
In Antwort auf: elflobert
Aber welcher Normalo würde das bei einer Probefahrt dem Raketenstarter vorziehen?


Ich. Auf jeden Fall. Mich verunsichern Raketenstarter.


Ich auch, aber ich zähle aktive Mitglieder eines fahrradspezifischen Forums nicht als Normalos im Bezug auf Fahrräder ;-)
Sondern eher die anderen 99,95% der radfahrenden Menschen.
von: irg

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 14.06.22 16:23

In Antwort auf: elflobert
Zu dem Thema fällt mir noch ein Zitat eines Fahrradladen- und Werkstattbesitzers ein:
"Bei mir bekommen die "Best-Ager" erstmal den Lenker höher und die Übersetzung kürzer. Anderswo verkauft man denen ein E-bike. Aber immer noch besser als Auto, Sturmgewehr und Kampfhubschrauber."


Der Herr ist erstaunlich unkommerziell. Geld scheffeln geht anders! ("Sie werden sich in Ihrem Alter/gesundheitlichem Zustand/what ever doch keine ANSTRENGUNG mehr antun wollen, oder!" grins Der Grinser stammt vom gerissenen Händler. )

Der Senior meiner beiden Radhändler hat mir übrigens erzählt, dass er manchmal mit dem e-MTB herum fährt. Er steht knapp vor seiner Pension und 6 Tage/Woche lange Stunden im Geschäft. da kommt die Fitness unter die Räder. "Sie sind fit, aber wie soll ich das schaffen!" Womit er recht hat. So kommt er weiter als bis zum nächsten Wirten.

lg!
georg
von: irg

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 14.06.22 16:27

In Antwort auf: lufi47
Ich wollte mal meine Beobachtung mit Euch teilen, vielleicht geht es Anderen auch so.
In letzter Zeit kam ich jetzt insgesamt viermal in Situationen mit entgegenkommenden Eradfahreren/innen die geschätzt deutlich über Achtzig waren und überhaupt nicht mehr Herr über ihr Gefährt waren. Es war immer gefährlich, einmal bin ich in einen Busch gefahren um mich zu retten.
Nach meiner Beobachtung verführt das Erad Leute zu radeln, die besser in ihrem Garten geblieben wären.
Ging es auch Anderen so, oder war das nur bei mir so ?

Gruß Lutz


Solche Leute treffen wir ständig. Durch den starken Antrieb fehlt das Gefühl für Geschwindigkeit, und das schwere Geschoß macht die physikalischen Bedingungen auch nicht einfacher.

Es gibt aber Kurse für Pedelec-Einsteiger.

lg!
georg
von: Toxxi

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 14.06.22 16:52

In Antwort auf: irg
Durch den starken Antrieb fehlt das Gefühl für Geschwindigkeit, und das schwere Geschoß macht die physikalischen Bedingungen auch nicht einfacher.

Und dann noch - es gibt Leute, die können nicht bremsen. Die trauen sich nicht, in den Stand zu bremsen und erst dann den Bremshebel loszulassen, sondern lassen schon kurz vor Stillstand los. Wenn dann der Fuß noch auf dem Pedal steht, dann ruckt die Karre sofort wieder an.
von: irg

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 14.06.22 16:59

Diese tückische Technik! Ich empfehle ein Bobby-Car, damit wären sie auf der sicheren Seite! teuflisch

lg!
georg
von: Toxxi

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 14.06.22 17:28

Wobei ich dieses Nicht-bremsen-können auch bei Bioradlern beobachte (bei Frauen deutlich häufiger als bei Männern). Nur hat es da nicht diese dramatischen Auswirkungen, wenn der Fuß auf dem Pedal bleibt.
von: Heiko69

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 14.06.22 17:37

In Antwort auf: elflobert
täuscht über unpassende Geometrie hinweg und verleitet dazu mit 20er Kadenz im höchsten Gang auf "Turbo" flott durch die Gegend zu gondeln.

Aufrecht, breitarm- und -beinig!
Das ist natürlich nur ein Klischee weil in der Minderzahl, aber solche Akku-Radler gibt es, und eben nur dort und nicht unter den Bio-Radlern. So funktionieren Klischees und Vorurteile nun mal...

Das gilt auch für Folgendes:
In Antwort auf: lufi47
Ging es auch Anderen so, oder war das nur bei mir so ?

Vermutlich wird die Mehrzahl der E-Bike Fahrer ihr Gefährt hinreichend sicher durch den Verkehr lenken. Aber es sind eben mehr altersbedingt unsichere Fahrer unter ihnen als unter den Selbsttretern. Deswegen ist die unsichere Fahrt aber noch nicht "typisch".
Und trotzdem steigt das Gefahrenpotential...
von: Toxxi

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 14.06.22 17:41

In Antwort auf: Heiko69
In Antwort auf: elflobert
täuscht über unpassende Geometrie hinweg und verleitet dazu mit 20er Kadenz im höchsten Gang auf "Turbo" flott durch die Gegend zu gondeln.

Aufrecht, breitarm- und -beinig!
Das ist natürlich nur ein Klischee weil in der Minderzahl, aber solche Akku-Radler gibt es, und eben nur dort und nicht unter den Bio-Radlern. So funktionieren Klischees und Vorurteile nun mal...

Ich war gerade 4 Tage in Franken und Thüringen unterwegs - NEIN, sind nicht in der Minderzahl. Das sind leider eher 50% oder mehr der E-Bike-Fahrer speziell auf Flussradwegen. Und du erkennst sie in aller Regel schon von weitem - Trittfrequenz, Sitzhaltung und Fahrgeschwindigkeit passen einfach nicht zusammen.

von: iassu

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 14.06.22 17:56

Ich habe auch ein bißchen den Eindruck, als würden vorhandene Fahrradbetriebsfähigkeiten durch anhaltende Nutzung eines Elektrogeräts sogar abgebaut werden. ZB Gleichgewichts- und Koordinationsfähigkeiten. Keine Ahnung, ob das stimmt und wenn ja, warum.
von: irg

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 14.06.22 18:04

Gleichgewicht und Koordination sollte durch Benützen eines Pedelecs nicht beeinträchtig werden. Ich tippe da eher auf den Abbau durch lange Inaktivität.

Das hat nichts mit dem Benützen eines Pedelecs zu tun, denke ich, mehr mit dem untauglichen Versuch, körperliche Fitness mit einer Maschine zu erlangen, die genau dafür nicht da und nicht wirklich geeignet ist. Dafür kann die Maschine nichts.

Lg!
georg
von: BeBor

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 14.06.22 19:16

In Antwort auf: lufi47
Nach meiner Beobachtung verführt das Erad Leute zu radeln, die besser in ihrem Garten geblieben wären.
Ging es auch Anderen so, oder war das nur bei mir so ?

Das beobachte ich regelmäßig und habe das selbst hier schon mehrfach beschrieben. Einen Nachbarn im Alter von seinerzeit ca. 82 Jahren konnte ich vor einiger Zeit davon abhalten, ein E-Bike zu kaufen, der ist aber inzwischen unspektakulär im Bett gestorben. Bei einem anderen Nachbarn (> 80) wurde ich vor drei oder vier Jahren Zeuge, als die E-Räder für ihn und seine Gattin mit dem Lieferwagen eines örtlichen Händlers gebracht wurden und die beiden eingewiesen wurden. Gleich die erste Fahrt vor seinem Haus (Sackgasse) endete bereits nach 50 Metern mit Asphaltkontakt. Schuld war mein Hund bzw. der Anblick desselbigen und der Schreck darüber aus ca. 150 Metern Distanz. Ich bin ziemlich sicher, dass der Kilometerstand des Tachos beider Räder heute noch zweistellig ist. Die hartnäckigeren Kandidaten erkennt man hier, vorzugsweise auf den Wegen unseres stadtnahen Erholungsgebietes, an hoher Geschwindigkeit, gepaart mit minimaler Kadenz und gleichzeitig einer ausgeprägten „nasser-Sack-Haltung“ auf dem viel zu tiefen Gelsattel. Die knallen schmerzfrei full speed durch Personengruppen, wobei es auch dabei schon zu Remplern und Stürzen kam. Zum Glück haben die meisten beim E-Bike-Kauf ein knallig grüngelbes Wolfshautjäckchen mit verkauft bekommen, daher sieht man sie meist rechtzeitig.

Bevor ich der Lächerlichmachung des gereiften Alters bezichtigt werde: Ich meine jene Radler, die mit Mitte 50 das Rad dauerhaft weggestellt haben und mit 75 oder 80 glauben, sie hätten nichts verlernt und könnten elektrisch weiterradeln, wo sie vor zwanzig Jahren aufgehört haben. Nicht die, die immer geradelt haben und sich mit 75 den Elektrokick holen. Die sind sicher am Lenker.

Bernd
von: martinbp

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 14.06.22 20:28

Nach meiner Beobachtung sind viele, die sich "mal eben" ein Pedelec ausleihen und sonst eigentlich nicht Radfahren, dann bei organisierten Touren in der Truppe nebeneinander fahren und völlig erstaunt sind, wenn jemand im Gegenverkehr kommt und so schnell nicht wieder einscheren können.
Mit den individuell Radelnden hatte ich da noch keine Konfliktsituation.
von: Rennrädle

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 14.06.22 20:41

In Antwort auf: Toxxi
In Antwort auf: Heiko69
In Antwort auf: elflobert
täuscht über unpassende Geometrie hinweg und verleitet dazu mit 20er Kadenz im höchsten Gang auf "Turbo" flott durch die Gegend zu gondeln.

Aufrecht, breitarm- und -beinig!
Das ist natürlich nur ein Klischee weil in der Minderzahl, aber solche Akku-Radler gibt es, und eben nur dort und nicht unter den Bio-Radlern. So funktionieren Klischees und Vorurteile nun mal...

Ich war gerade 4 Tage in Franken und Thüringen unterwegs - NEIN, sind nicht in der Minderzahl. Das sind leider eher 50% oder mehr der E-Bike-Fahrer speziell auf Flussradwegen. Und du erkennst sie in aller Regel schon von weitem - Trittfrequenz, Sitzhaltung und Fahrgeschwindigkeit passen einfach nicht zusammen.



Und was ist daran so schlimm, aufrecht, breitbeinig und breitarmig auf dem Radweg, vornehmlich Flußradweg zu radeln? Auch mit E?

Lasst sie doch, offensichtlich passt es für sie.

Genauso wenig, wie wir aufrecht fahren wollen, wollen die in die Tiefe und windschnittig sein…

Rennrädle
von: Toxxi

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 14.06.22 21:48

In Antwort auf: irg
Das hat nichts mit dem Benützen eines Pedelecs zu tun, denke ich, mehr mit dem untauglichen Versuch, körperliche Fitness mit einer Maschine zu erlangen, die genau dafür nicht da und nicht wirklich geeignet ist. Dafür kann die Maschine nichts.

Interessanter Gedanke... bravo
von: Toxxi

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 14.06.22 21:53

In Antwort auf: Rennrädle
Und was ist daran so schlimm, aufrecht, breitbeinig und breitarmig auf dem Radweg, vornehmlich Flußradweg zu radeln? Auch mit E?

An sich nichts. schmunzel Wirklich nicht.

Was ich aber immer wieder mal beobachte:

Manche Leute, die die radtechnisch unerfahren sind, können den Lenker nur im Takt der Pedalbewegungen einschlagen. Wenn dann niedrige Trittfrequenz mit hoher Geschwindigkeit gepaart ist, wird es manmal echt eng. Gepaart mit der unergonomischen Sitzhaltung wird gern auch bei jedem Tritt nach links und rechts gependelt, weil am Lenker gezogen wird, um die Pedalkraft aufzubringen.

Bei höheren Trittfrequenzen sehe ich das seltener, gibts aber auch.

von: KaRPe

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 14.06.22 22:22

In Antwort auf: lufi47
Ich wollte mal meine Beobachtung mit Euch teilen, vielleicht geht es Anderen auch so.
In letzter Zeit kam ich jetzt insgesamt viermal in Situationen mit entgegenkommenden Eradfahreren/innen die geschätzt deutlich über Achtzig waren und überhaupt nicht mehr Herr über ihr Gefährt waren. Es war immer gefährlich, einmal bin ich in einen Busch gefahren um mich zu retten.
Nach meiner Beobachtung verführt das Erad Leute zu radeln, die besser in ihrem Garten geblieben wären.
Ging es auch Anderen so, oder war das nur bei mir so ?

Gruß Lutz


Genau das ist der Hauptgrund, warum ich Pedelecnutzern gegenüber so negativ eingestellt bin.
Nach diversen schweren Fastunfällen mit überforderten Pedelecern, die ICH mit Radbeherrschung verhindern konnte, habe ich mittlerweile die größte Unfallangst an autofreien, nicht einsehbaren Ecken außerhalb des Straßenverkehrs. Dort, wo ich bis vor wenigen Jahren noch mit gutem Gewissen unbesorgt durchfahren konnte, bin ich heute Angstbremser, weil unfallgefährdeter als im Straßenverkehr des Ruhrgebiets. Andauernd werden nicht einsehbare Kurven mit Motorgeschwindigkeit geschnitten, gerne auch über die gesamte Wegbreite nebeneinander fahrend.
Ich hatte in den letzten Jahren die schlimmsten/knappsten/gefährlichsten Zwischenfälle nicht durch KFZ, sondern durch Pedelecs. Wenn man dann noch berücksichtigt, dass nicht unerhebliche Teile der Pedelecer auch weitere banalste Regeln für Radler nicht kennen/missachten und so schön agressiv und mantraartig lächerlichste Argumente anführen, um sich „Fahrradfahrer“ zu nennen (Fahrräder sind heute ja „Biofahrräder“), ist das Maß für mich einfach voll.

Ich finde die Erfindung des Pedelecs sachlich grds. interessant und jeder soll ohne schlechtes Gewissen mit seiner Lebensweise glücklich sein.
Und ich bin mir auch bewusst, dass da draußen ganz viele vernünftige und rücksichtsvoll fahrende Pedelecer unterwegs sind. Die schiere Masse an negativen und akut gefährdenden Erlebnissen mit fast ausnahmslos Pedelecern macht es mir emotional aber sehr, sehr schwer Pedelec nicht pauschal zu verachten.

Die schlimmsten Nutzer sind nach meiner Erfahrung übrigens alleinfahrende, alternde Männer, die mit Ihren Premium-SUV-Pedelecs Ihr (unterstelltes) Autofahrverhalten 1:1 auf Radwege tragen.
Senioren/Seniorinnen erlebe ich zwar öfters als etwas überfordert, aber meist vorsichtiger/bedacht langsamer und damit eher wenig gefährdend.

Ich versuche es aber mit Humor zu nehmen: Pedelecer sind engagiert dabei von Zufußgehenden und Autoführenden zunehmend als die neuen Radelrambos wahrgenommen zu werden. Dann sollen sie sich halt auch Fahrradfahrer nennen und die Bioradler haben Ihre Ruhe.
von: nebel-jonny

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 15.06.22 07:24

Ich mag keine elektrischen Fahrräder.Und ich bin auch kein Bioradler sondern Radfahrer und das bleibt auch so.Jeder wie er will.
Gruß
von: Margit

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 15.06.22 07:26

In Antwort auf: Toxxi
Manche Leute, die die radtechnisch unerfahren sind, können den Lenker nur im Takt der Pedalbewegungen einschlagen.
Interessant. Bin radtechnisch auch unerfahren, aber auf so etwas habe ich noch nie geachtet. Was mir vermehrt auffällt, egal ob Pedelec oder Fahrrad: Viele wahrscheinlich nur Menschen ohne Führerschein, die noch nie etwas von StVO gehört haben, rechts vor links gilt auf Rad-/Waldwegen anscheinend gleich gar nicht und rote Ampeln gelten beim rechts abbiegen auch nur für Autofahrer. Überholen tut man, wo gerade etwas Platz ist, bevorzugt an roten Ampeln fährt man rechts neben das Hinterrad um dann gleich rechts zu überholen.
von: BeBor

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 15.06.22 07:52

In Antwort auf: KaRPe
Die schlimmsten Nutzer sind nach meiner Erfahrung übrigens alleinfahrende, alternde Männer, die mit Ihren Premium-SUV-Pedelecs Ihr (unterstelltes) Autofahrverhalten 1:1 auf Radwege tragen.

Außerhalb befestigter Straßen (Waldwege, unbefestigte Wirtschaftswege) mehren sich hier die Elektro-MTBler und Elektro-Graveler. Bei Begegnungen mit anderen Wegenutzern gilt bei denen knallhart, "wer bremst oder ausweicht, verliert". Noch sind das keine Massen und ich hoffe, dass das kein sich verstärkender Trend wird.

Bernd
von: irg

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 15.06.22 08:03

Meine Frau hatte unlängst ein interessantes Erlebnis: Sie fährt eine Unterführung am Radweg mit schlechten Sichtbeziehungen hinunter. Es klingelt und sie kann gerade noch eine Notbremsung hin legen. Zwei Alte rasen auf ihren Pedelecs nebeneinander auf sie zu. Die haben nicht einmal nach dem Fast-Crash kapiert, was sie da gemacht haben. Solche Idioten untauglichen Verkehrsteilnehmer verderben den Ruf der Pedelecistas.

lg!
georg
von: HeinzH.

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 15.06.22 08:26

Moin moin!
In Antwort auf: Spessarträuber
(....) Oder anders, Pedelecfahren geht auch anders als im grössten Gang ihm Turbomodus und bei 30 Pedalundrehungen mit 14km/h dahinrollen an Flussuferstrecken.
So ist es!
Meiner Erfahrung nach muß bei den PedelecFahrerInnen unterschieden werden zwischen den hartgesottenen Schon-immer-RadfahrerInnen einerseits und den WiederaufsteigerInnen-nach-dreißig-Jahren-Fahrradabstinenz andererseits. Letztere haben sich jahrzehntelang im Pkw sozialisiert und bringen viele Unsitten und Rücksichtslosigkeiten aus der Autowelt in ihr Verkehrsverhalten auf dem für sie neuen Verkehrsmittel ein.
Zunächst begreifen viele dieser neuen FahrradfahrerInnen ihr eFahrrad nicht als Verkehrsmittel im Rahmen der StVO. Weiterhin verfügen sie (noch?) nicht über die notwendige Fahrtechnik, sei es beim ganz rechts fahren bei Entgegenkommern, auch in Linkskurven, sei es beim Bremsen oder sei es beim Fahren im Pulk.
Viele dieser unerfahrenen Menschen hatten (und haben) nach zwei Coronajahren mit ausgefallenen Urlauben reichlich Geld in der Urlaubskasse und kauften sich, von erfreuten Händlern gut oder schlecht beraten, oft sehr hochpreisige Pedelecs. Das bei vielen Pedelecs von der Stange hohe Gewicht fällt nicht ins Gewicht denn wer "mal eben" zwei Pedelecs im Gesamtwert vpn 10 000 bis 12 000.- € kauft wohnt nicht in einer Etagenwohnung sondern eher im Reihenhaus und stellt sein Fahrrad im Car- oder Bikeport ab.
Man kann jetzt lamentieren soviel man will, die neuen eFahrradfahrer sind ebenso eine Tatsache wie die vielen meist jungen eRollerfahrerInnen*, deren Verkehrsverhalten ebenso problematisch ist. Beide Gruppen unterscheiden sich lediglich im Lebensalter... Es ist zu hoffen, daß zu Mindestens die Neuen-alten-eFahrradfahrerInnen sich im Laufe der Zeit fahradspezifisches StVO-Wissen und Fahrtechniken aneignen. Der ADFC bietet in manchen Regionen übrigens Seminare für eFahrrad-Neueinsteiger an...
Gruß aus Münster,
HeinzH.

*Die neu aufkommende Gruppe der Kinder-Pedelecer lasse ich jetzt außen vor...
von: BeBor

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 15.06.22 08:42

In Antwort auf: HeinzH.
Der ADFC bietet in manchen Regionen übrigens Seminare für eFahrrad-Neueinsteiger an...

Für die älteren Elektro- Neu-/Wiedereinsteiger sollte sowas ein (freiwilliges) Muss sein, ganz gleich, bei welchem Veranstalter.

Die spezielle Gruppe, die ihre Verkehrssozialisation im Autobahnkampf und im PS-strotzenden SUV erfahren und verinnerlicht hat, wird aber wohl entrüstet ablehnen, beim ADFC etwas über Verhalten im Verkehr lernen zu sollen.

Bernd
von: HeinzH.

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 15.06.22 08:55

In Antwort auf: HeinzH.
Der ADFC bietet in manchen Regionen übrigens Seminare für eFahrrad-Neueinsteiger an...
Wer Eltern oder Großeltern hat, welche neuerdings Pedelecs kaufen wollen oder bereits besitzen, kann übrigens auch selbst aktiv werden und sie theoretisch und praktisch teilhaben lassen an den eigenen Erfahrungen. Statt Kaffee und Kuchen bei Mutter und Vater oder bei Oma und Opa eine sinnvolle generationsübergreifende Aktivität!
von: Toxxi

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 15.06.22 10:28

In Antwort auf: HeinzH.
Letztere haben sich jahrzehntelang im Pkw sozialisiert und bringen viele Unsitten und Rücksichtslosigkeiten aus der Autowelt in ihr Verkehrsverhalten auf dem für sie neuen Verkehrsmittel ein.

In Antwort auf: HeinzH.
Zunächst begreifen viele dieser neuen FahrradfahrerInnen ihr eFahrrad nicht als Verkehrsmittel im Rahmen der StVO.

Heinz, wir sind nicht oft einer Meinung, aber diese beiden Punkte hast du gut zusammengefasst. bravo

Gruß
Thoralf

PS: Zum letzten Punkt ein aktuelles Beispiel: Ich telefonierte gestern mit meiner Verkehrsrechtsschutzversicherung. Die Dame fragte "Sie haben ein Fahrzeug, stimmt das noch?" Ich sagte, ich hätte ein Auto und mehrere Fahrräder. Daraufhin wirkte sie ziemlich verwirrt und sagte "Äääh, ich meine Fahrzeuge, also eins."

Dass es sich noch nicht mal zu den Leuten in diese Etage herumgesprochen hat (die es eigentlich besser wissen müssten), dass Fahrräder Fahrzeuge im Sinne der StVO sind, dann wundert mich gar nichts mehr. traurig
von: derSammy

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 15.06.22 11:42

Was hast du denn da erwiedert? Und wie hat sie reagiert?

Übrigens bin ich mir nicht so ganz sicher, ob wirklich jedes Fahrrad (Bahnrad, Downhill-Rad, Trial-Bike, Fahrrad-Polo-Rad) als "Fahrzeug" gilt. Wesentlich für die Anwendung der StVo-Definition dürfte ja sein, dass das Gefährt überhaupt im Geltungsbereich der StVO bewegt wird. Aber grundsätzlich darf man wohl schon davon ausgehen, dass 99% aller Fahrräder im Geltungsbereich der StVO bewegt werden.
von: sascha-b

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 15.06.22 12:01

In Antwort auf: derSammy
Was hast du denn da erwiedert? Und wie hat sie reagiert?

Übrigens bin ich mir nicht so ganz sicher, ob wirklich jedes Fahrrad (Bahnrad, Downhill-Rad, Trial-Bike, Fahrrad-Polo-Rad) als "Fahrzeug" gilt. Wesentlich für die Anwendung der StVo-Definition dürfte ja sein, dass das Gefährt überhaupt im Geltungsbereich der StVO bewegt wird. Aber grundsätzlich darf man wohl schon davon ausgehen, dass 99% aller Fahrräder im Geltungsbereich der StVO bewegt werden.


Bis auf Polo-Räder habe ich Vertreter aller geklammerten Gattungen eigentlich schon auf Straßen gesehen grins
von: Martina

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 15.06.22 13:29

In Antwort auf: BeBor
In Antwort auf: HeinzH.
Der ADFC bietet in manchen Regionen übrigens Seminare für eFahrrad-Neueinsteiger an...

Für die älteren Elektro- Neu-/Wiedereinsteiger sollte sowas ein (freiwilliges) Muss sein, ganz gleich, bei welchem Veranstalter.


Das gilt aber nicht nur für Elektro-Neueinsteiger. Auf jedem beliebigen stark frequentierten Flussradweg, aber auch im Karlsruher Stadtverkehr gab es bereits lange vor der Elektrowelle reichlich Menschen, denen man deutlich angemerkt hat, dass sie weder sicher Rad fahren noch sich irgendwelche Gedanken über vernünftiges Verhalten im Verkehr Gedanken machen. Ich weiß, jetzt kommt das Argument, dass man ohne Elektroantrieb deutlich langsamer ist. Aber wenn jemand ohne zu gucken dicht vor mir vom Gehweg auf die Straße fährt (möglichst noch gegen die Fahrtrichtung) ist es völlig egal, ob er das im Schritttempo oder schneller tut.
von: natash

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 15.06.22 13:54

Menschen mit dürftigen Kenntnissen kooperativen Sozialverhaltens stellen dieses Manko unabhängig vom Verkehrsmittel zur Schau.
Die hier weit verbreitete eher anarchistische Haltung zu irgendwelchen Regeln stört mich nicht, solange die einzelnen Personen beachten, dass sie nicht alleine auf der Welt sind. Leider klappt das nicht bei allen. Dafür kann aber das Verkehrsmittel nichts, es wird höchstens mit zunehmender Geschwindigkeit noch etwas gefährlicher.
Und weil sich auf Radwegen, deren Nutzungspflicht mir sowieso ein Dorn im Auge ist, sich mittlerweile viel zu viele Menschen mit viel zu unterschiedlichen Geschwindigkeiten drängeln (Fußgänger, Radfahrer, Ebiker, Mofas und E-Roller etc)sind Probleme leider vorprogrammiert.
Ich meide viele solcher Wege mittlerweile wie der Teufel das Weihwasser und fahre dafür auch Umwege bei meinem Arbeitsweg.
Eigentlich gehören schnellere Fahrzeuge auf die Straße, was jedoch, wenn der Autoverkehr nicht signifikant zurück geht (was nicht danach ausschaut), andere Probleme mit sich bringt.

Gruß

Nat



von: Toxxi

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 15.06.22 15:14

Ich habe nicht weiter mit ihr diskutiert.

In Antwort auf: derSammy
Übrigens bin ich mir nicht so ganz sicher, ob wirklich jedes Fahrrad (Bahnrad, Downhill-Rad, Trial-Bike, Fahrrad-Polo-Rad) als "Fahrzeug" gilt.

Ääh, doch. Dazu gabs mal ein Gerichtsurteil. Und ebenso ein Urteil, dass ein Roller mit V-Brakes und Nabendynamo kein Fahrrad ist und deshalb durch die Fußgängerzone fahren darf.

Allerdings schreibt die StVZO die Ausstattung für ein Fahrrad vor, was im öffentlichen Straßenverkehr bewegt wird (2 Bremsen, Reflektoren vorn, hinten, an den Pedalen und an den Rädern, feste Lichtanlage). Das einzi schwammige - Rennräder unter 11 kg dürfen Anstecklampen haben, aber es ist nicht definiert, was ein Rennrad ist und was nicht.

In Antwort auf: derSammy
Wesentlich für die Anwendung der StVo-Definition dürfte ja sein, dass das Gefährt überhaupt im Geltungsbereich der StVO bewegt wird.

Glaube ich auch nicht. Ein Kraftfahrzeug bleibt auch dann ein Kraftfahrzeug, wenn es auf privatem Grund bewegt wird.
von: Hardy_FRI

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 15.06.22 18:14

In Antwort auf: Toxxi
In Antwort auf: derSammy
Wesentlich für die Anwendung der StVo-Definition dürfte ja sein, dass das Gefährt überhaupt im Geltungsbereich der StVO bewegt wird.

Glaube ich auch nicht. Ein Kraftfahrzeug bleibt auch dann ein Kraftfahrzeug, wenn es auf privatem Grund bewegt wird.

Eigenartigerweise gibt es in der StVO keinen Paragraphen zum Geltungsbereich. Habe nicht sicher feststellen können, ob das durch Rechtsprechung entschieden wurde oder es im Straßenverkehrsgesetz oder irgendwelchen Verwaltungsordnungen steht.

Wenn man dem Internet trauen darf, gilt die StVO überall dort, wo öffentlicher Verkehr stattfindet. Gem. Wikipedia gelten die Regeln darüber hinaus auch auf privaten Grundstücken, Straßen oder Wegen, die zur allgemeinen Benutzung zur Verfügung stehen. Wobei noch Erwähnung findet, dass gem. Rechtsprechung die Vorfahrtregeln (z. B. rechts vor links) auf Parkplätzen nicht zur Anwendung kommen.

Zudem scheint es in keinem Gesetz eine klare Definition von "Fahrzeug" zu geben, der Begriff wird einfach vorausgesetzt. Nach allgemeiner Rechtsauffassung sind Fahrzeuge im Sinne der §§ 315c und 316 Strafgesetzbuch alle Fahrzeuge, die zur Beförderung von Personen oder Sachen dienen und am Verkehr auf der Straße teilnehmen.

Mein Fazit wäre:
- der Begriff Fahrzeug ist nirgends definiert und
- außerhalb des o. g. offentlich befahrbaren Bereich ist die StVO damit nicht anwendbar.

Ich glaube, im nächsten Leben werde ich Jurist grins


Gruß,

Hardy cool
von: JDV

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 15.06.22 22:20

In Antwort auf: Toxxi

Allerdings schreibt die StVZO die Ausstattung für ein Fahrrad vor, was im öffentlichen Straßenverkehr bewegt wird (2 Bremsen, Reflektoren vorn, hinten, an den Pedalen und an den Rädern, feste Lichtanlage). Das einzi schwammige - Rennräder unter 11 kg dürfen Anstecklampen haben, aber es ist nicht definiert, was ein Rennrad ist und was nicht.


Zum 1.6.2017 wurde §67 der STVZO geändert. Danach ist keine feste Beleuchtung am Rad mehr vorgeschrieben. Demnach entfällt auch eine gesonderte Regelung für Rennräder.

https://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/__67.html

https://fahrradzukunft.de/26/neufassung-stvzo-zur-fahrradbeleuchtung

In der Dämmerung müssen alle Fahrräder mit einer zugelassenen, nun auch ansteckbaren Beleuchtung im öffentlichen Straßenverkehr betrieben werden
von: derSammy

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 15.06.22 22:21

Das mit dem Rennrädern und den 11kg war mal, hat sich bereits 2017 geändert. Generell muss das Licht heute "geeignet" sein, Strom darf aus Akku, Dynamo oder Batterie kommen. Betriebsspannung ist genausowenig vorgegeben wie Fahrradgewichtsunterschiede.

Hauptbedingung: Die Lichtanlage braucht eine Zulassung vom Kraftfahrtbundesamt (Welle ~ und K-Nummer). Daran sind dann schon technische Bedingungen geknüpft. Explizit schließt das Gesetz z.B. Blinklichter aus.

P.S.: JDV war schneller. schmunzel
von: Heiko69

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 16.06.22 13:13

In Antwort auf: derSammy
Was hast du denn da erwiedert? Und wie hat sie reagiert?

Übrigens bin ich mir nicht so ganz sicher, ob wirklich jedes Fahrrad (Bahnrad, Downhill-Rad, Trial-Bike, Fahrrad-Polo-Rad) als "Fahrzeug" gilt. Wesentlich für die Anwendung der StVo-Definition dürfte ja sein, dass das Gefährt überhaupt im Geltungsbereich der StVO bewegt wird. Aber grundsätzlich darf man wohl schon davon ausgehen, dass 99% aller Fahrräder im Geltungsbereich der StVO bewegt werden.


Für eine Verkehrsrechtschutz ist die StVO-Fahrzeug-Definition nicht relevant, jedenfalls nicht wenn es um die Beitragshöhe für die Versicherung geht. Dafür sind nur die Anzahl der Kraftfahrzeuge und Anhänger ausschlaggebend.

Versicherungsschutz hat man auch, wenn man am öffentlichen Straßenverkehr teilnimmt, und zwar "als Fahrgast, als Fußgänger oder als Radfahrer."
von: noireg-b

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 16.06.22 13:41

Kleine Anekdoten am Rande: Welle und K-Nummer sind das eine, die sinnvolle Montage nach Höhe und Ausrichtung das andere.

Nextbike montiert schon seit Jahren ein Rücklicht, das für horizontale Montage gebaut ist vertikal an mit der Folge, dass die Linse der LED sehr unsymmetrisch den rückwärtigen Verkehr anleuchtet. Manch einer empfindet das auch als Blendung.

Swapfietsen haben ja normalerweise keinen Heckgepäckträger: das Rücklicht wird nicht am Schutzblech oder der Sattelstrebe befestigt sondern unterhalb des Sattels. Gerade in der lichtbedürftigen dunklen Jahreszeit wird das Rücklicht gerne von Kleidung und Umhängetaschen verdeckt.

Grüße Gereon
von: Gravelbiker_Berlin

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 17.06.22 10:56

Ich bin auf Arbeit, hatte grad keine Lust und daher mal kurz aus dem Fenster geschaut. Ein ziemlich schneller Radfahrer, der kaum tritt, einen Moment stutzt man immer noch, dann wird es einem klar: Pedelec. Das haben ja viele von Euch sehr schön beschrieben.
* * *
Aber was mich wirklich wundert: Wie kommt überhaupt der Gedanke auf, dass Bio-Radfahrer und Pedelec-Fahrer in ein Forum gehören? Mit diesen starken E-Antrieben zu fahren, das ist doch wirklich etwas substantiell anderes als nur muskelgetrieben radfahren. Das sieht man doch auf einen Blick sofort! Ihr seid doch auch nicht in einem Forum mit Cabrio-Fahrern und Motorradfahrern! Auch da könnte man ja argumentieren, es gäbe verbindende Momente. Alle suchen Strecken am Wochenende, auf denen sie mal rausfahren können, alle genießen die Natur und die frische Luft, und was weiß ich nicht noch.
Für mich ist jedenfalls der Gedanke, dass Elektrofahrrad und muskelgetriebenes Fahrrad in einem Forum sind, irgendwie absurd.
Selbst dieser Gedanke: Lass die doch! (den oft Rennradfahrer aussprechen, auch bei Auto, ist mir jedenfalls hin und wieder aufgefallen). Klar, wir lassen sie ja auch. Was wollen wir auch machen? Wir lassen ja auch die Motorradfahrer, und auch die nerven uns, wenn wir ehrlich sind.
Aber gehört Pedelec und "Biofahrrad", wie Ihr offensichtlich das muskelgetriebene Rad nennt, wirklich in ein Forum? Wie kann es gar sein, dass einige von beginnenden Minderwertigkeitskomplexen gegenüber E-Bike-Fahrern schrieben (ich überspitze das hier mal etwas). Das sollte doch nun wirklich genau andersrum sein.
* * *
Bleibt für mich nur die Frage, wie man mit dem engagierten langjährigen Rennradler oder Mountainbiker umgeht, der früher Topp-Leistungen gezeigt hat, und nun doch so starke Knieprobleme hat, und "auf ein e-bike umsteigen muss"? Den will natürlich keiner diskriminieren. Aber da stell ich mir vor allem die Frage: Ist das E-Bike wirklich ein gutes Therapie-Gerät?? Ich glaub eher nicht. Physiotherapie wäre wohl besser. Und manche Knieprobleme geben sich ja von selbst nach 'ner Weile (Naja ich weiß, bei weitem nicht alle). Vielleicht sollte man mal 'ne Pause machen, was anderes machen (schwimmen) und es dann wieder mit dem Biofahrrad versuchen? Ginge ja vielleicht auch. Und für das gleiche viele Geld, dass man für ein E-Bike berappen muss, kann man sich auch ein ziemlich leichtes Biorad kaufen. Unter 10kg, oder gar unter 8 kg. Mit dem und erst mal leichten Gängen kommt man ja vielleicht auch noch ein Stück weit.
Ich wollt mich eigentlich zu diesem Diskurs hier nicht äußern, es wurde ja auch schon alles gesagt, aber irgendwie, der Anblick dieses Pedelec-Fahrers, der so halb zu fliegen schien und mich eher an ein Moped als an ein Rad erinnert hat, hat doch eine Grundsatzfrage in mir aufgeworfen (die aber ganz am Anfang in diesem Forum auch schon jemand gestellt hat (Sollte man Pedelec-Fahrer nicht ausschließen?))
Grüße
Christoph
von: HeinzH.

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 17.06.22 11:19

Niemand muß sich hier und anderwo dafür rechtfertigen, daß er mit Fahrrädern ohne eAssistenzantriebe unterwegs ist...
HeinzH.
von: Gravelbiker_Berlin

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 17.06.22 11:28

... und auch dieser Gedanke einer Teilnehmerin, die Pedelec-Fahrer helfen uns doch auch, sie helfen, Radwege durchzusetzen. Und wenn vermehrt Unfälle mit Autos auftreten, wird man vielleicht mehr für die Sicherheit aller Radfahrer tun, etc... Das ist schon richtig. Aber auch da gibt es ein Gegenbeispiel: Es gab lange eine ziemliche Gegenbewegung gegen Mountainbiken. Von Wanderern, Jägern, Förstern, Naturfreunden, ... Das hat sich inzwischen ein bisschen gelegt, ist mein Eindruck, nicht zuletzt auch, weil sich herumgesprochen hat, dass die muskelgetriebenen Mountainbikes ja auch erst mal die Berge hochkommen müssen, und dass es deshalb am Ende doch nicht ganz so viele sind. Mit diesen super-verstärkten neuen E-Mountainbikes fürchte ich, wird die Diskussion gegen das Mountainbiken wieder eine Renaissance bekommen. Und natürlich sind die auch ein bisschen lauter, wenn sie den Kiesweg runterrollen (weil schwerer). Das ist zumindest mal ein Beispiel, wo die E-Bike-Fahrer den muskelgetriebenen Fahrern nicht unbedingt einen Gefallen tun. Über die Gefahren habt Ihr ja schon geschrieben...
Christoph
von: Margit

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 17.06.22 12:12

In Antwort auf: Gravelbiker_Berlin
... und nun doch so starke Knieprobleme hat, und "auf ein e-bike umsteigen muss"? Den will natürlich keiner diskriminieren. Aber da stell ich mir vor allem die Frage: Ist das E-Bike wirklich ein gutes Therapie-Gerät?? Ich glaub eher nicht.

Glaube Du hast einen S-Pedelec-Fahrer gesehen, weil ein Pedelec schaltet bei 25km/h die Unterstützung ab - soll aber Menschen geben, die das als schnell empfinden. Gestern war ich mit meinem Trekkingrad unterwegs, wie eine Schnecke mit 17er Schnitt und heute schmerzt mein Knie, oder lag es am Abendspaziergang wirr Soll ich jetzt bei dem schönen Wetter daheim rum hocken? Werde jetzt halt gaaaaanz gemütlich mit dem Pedelec ein paar (40-50km) durch die Gegend gondeln.
von: HeinzH.

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 17.06.22 12:57

In meinen etwa zwanzig Jahren hier im Forum wurden gelegentlich Liegeradler darauf hingewiesen, daß sie im Liegeradforum besser als "hier" aufgehoben seien...
HeinzH.
von: HeinzH.

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 17.06.22 13:07

Mit einigen wenigen höherpreisigen Pedelecs von der Stange sowie auf vielen individuell aufgebauten Pedelecs kann frau/man bei ausgeschaltetem eAssistenzantrieb rein bio mit 30km/h und mehr unterwegs sein...
HeinzH.
von: Polkupyöräilijä

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 17.06.22 13:16

In Antwort auf: Gravelbiker_Berlin
Aber gehört Pedelec und "Biofahrrad", wie Ihr offensichtlich das muskelgetriebene Rad nennt

Für mich ist ein Fahrrad immer noch ein FAHRRAD, und kein "Biofahrrad". Und Fahrzeuge mit zwei Rädern, Motor und Pedalen sind für mich Mopeds, egal ob die erste Silbe nun für einen Benzin- oder Elektromotor steht. Das albern-dümmliche Marketing-Kunstwort "Pe...lec" benutze ich nicht.
von: StephanBehrendt

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 17.06.22 14:02

In Antwort auf: Polkupyöräilijä
Das albern-dümmliche Marketing-Kunstwort "Pe...lec" benutze ich nicht.
Dir kann geholfen werden, Polkupyöräilijä.
Nimm einfach das Akronym EPAC aus der EU-Verordnung. Es war übrigens kein Marketing-Fuzzi, der das "albern-dümmliche" Wort erfunden hat sondern eine Polizistin.
von: tomrad

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 17.06.22 14:11

Es gibt viele Begriffe, die mal als Kunstwort entstanden sind...
guckstduhier

Im Übrigen plädiere ich für Toleranz. Soll man etwa hippe Graveller ausgrenzen?
Und ein Threat, der immerhin schon sich auf 7 Seiten erstreckt, beweist doch, dass das Thema die Community umtreibt.
von: HeinzH.

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 17.06.22 14:15

Moin Polkupyöräilijä!
In Antwort auf: Polkupyöräilijä
Für mich ist ein Fahrrad immer noch ein FAHRRAD, und kein "Biofahrrad". Und Fahrzeuge mit zwei Rädern, Motor und Pedalen sind für mich Mopeds, egal ob die erste Silbe nun für einen Benzin- oder Elektromotor steht.
Kein Problem; natürlich steht es Dir frei, ein Pedelec so zu bennen wie Du für richtig hältst. Nebenbei bemerkt...
In Antwort auf: Polkupyöräilijä
Fahrzeuge mit zwei Rädern
...gibt es Bio- als auch elektrisch unterstützte Fahrräder auch mit drei oder sogar vier Rädern. Es ist Dir vielleicht entgangen: Im Laufe der Jahrzehnte ist die Fahrradwelt sehr vielfältig geworden zwinker

In Antwort auf: Polkupyöräilijä
Das albern-dümmliche Marketing-Kunstwort "Pe...lec" benutze ich nicht.
"Albern-dümmliches Markenting-Kunstwort"? Der Begriff Pedelec wurde im Rahmen ihrer Diplomarbeit von Frau Susanne Brüsch (damals Uni Heidelberg) kreiert. Marketing-Fuzzies bevorzugen eher den Begriff "eBike".
Gegenüber dem Begriff Pedal Elektric Cycle halte ich selbst die EU-Bezeichnung EPAC = Electrically power assisted cycles für aussagekräftiger...
Nix für ungut,
HeinzH.
von: HeinzH.

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 17.06.22 14:59

In Antwort auf: lufi47
Ich fragte neulich in der Werkstatt meines Vertrauens nach, wieviel das durchschnittliche Erad im Jahr fährt. (...)
Viele Inhaber-geführte Fahrradläden hätten ohne das Produkt Pedelec nicht überlebt bzw. wären mit dem Ruhestand des Inhabers geschlossen worden.
HeinzH.
von: M4TL0

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 17.06.22 15:46

Ich schließe mich dem an.
Ich sehe den Fokus dieses Forums ehr beim radREISEN. Da finde es kleinlich über die Art des Fahrrad zu diskutieren. Diskussionen zum Thema Tanken kann man ja ignorieren.
von: Toxxi

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 17.06.22 16:45

In Antwort auf: Gravelbiker_Berlin
Aber was mich wirklich wundert: Wie kommt überhaupt der Gedanke auf, dass Bio-Radfahrer und Pedelec-Fahrer in ein Forum gehören? Mit diesen starken E-Antrieben zu fahren, das ist doch wirklich etwas substantiell anderes als nur muskelgetrieben radfahren.

Hier geht es primär ums Radreisen, gern auch länger, gern auch in weit entfernte Gegenden, aber nicht um Radfahren als Sport. Und Tagestouren sind eigentlich auch nicht das Kernthema (auch wenn es das immer mehr wird).

Eine Radreise kann man auf verschiedene Art und Weisen. Mit Rennrad, mit Cyclocrosser, mit Reiserad, mit umgebautem irgendwas, mit nachgerüstetem Motor etc. Es bleibt eine Radreise. Darauf liegt der Fokus.

Manche fahren gern sehr weite Strecken und fallen dann nur ins Bett, anderere setzen sich zwischendurch allernasenlang ins Café. Jeder nach seiner Façon. schmunzel

In Antwort auf: Gravelbiker_Berlin
Ihr seid doch auch nicht in einem Forum mit Cabrio-Fahrern und Motorradfahrern! Auch da könnte man ja argumentieren, es gäbe verbindende Momente.

Hey, pssst! Du musst jetzt ganz stark sein. Ich verrate dir ein Geheimnis:

Du bist in einem Forum mit Männern UND Frauen. Unglaublich, auch wenn es da sicherlich verbindende Elemente geben mag... Und noch noch schlimmer, es gibt hier sowohl Homosexuelle als auch Hetereosexuelle. Man fragt sich echt, wie das zusammenpassen soll. träller

Dagegen sind ja Cabrio-und Motorrad-Fahrer ja geradezu siamesische Zwillinge. teuflisch
von: BeBor

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 17.06.22 17:30

In Antwort auf: HeinzH.
Der Begriff Pedelec wurde im Rahmen ihrer Diplomarbeit von Frau Susanne Brüsch (damals Uni Heidelberg) kreiert. Marketing-Fuzzies bevorzugen eher den Begriff "eBike".

Der Begriff „Pedelec“ hat sich aber eher nicht durchgesetzt, auch wenn er allgemein bekannt ist. Hier heißen die Teile fast ausnahmslos Ihbeik, auch bei der ansonsten noch dem münsterländischen Plattdeutsch zugewandten Landbevölkerung.

Und wenn Du dem schlichten Landvolk erklären würdest, dass Du ein „Fahrrad mit E-Assistenzantrieb“ fährst, würden die möglicherweise vermuten, dass Du eventuell schon vier Doppelkorn auf und Begriffsfindungsprobleme hast zwinker.

Bernd
von: iassu

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 17.06.22 17:42

Passt auch zu meinem Wahrnehmungshorizont. Iehbeik.
Vor Jahren gab es den Definitionsversuch Pedelec (bis 25), S-Pedelecs (bis 45) und E-Bikes (ohne Mittretfunktion). Hat sich nicht durchgesetzt. Der Sog ins hippe Englischsprachige war stärker. Das Elektromotorfahrzeug ist ja ein Fortschritt vom überkommenen Fahrrad. Ergo ist die englische Bezeichnung ja stimmig.
von: BeBor

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 17.06.22 17:50

In Antwort auf: iassu
Passt auch zu meinem Wahrnehmungshorizont. Iehbeik. [..] Der Sog ins hippe Englischsprachige war stärker.

Iebeik ist schon okay. Irgendwann wurden ja aus den englischen Cakes auch die deutschen Kekse.

Bernd
von: Heiko69

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 17.06.22 23:50

In Antwort auf: BeBor
In Antwort auf: HeinzH.
Der Begriff Pedelec wurde im Rahmen ihrer Diplomarbeit von Frau Susanne Brüsch (damals Uni Heidelberg) kreiert. Marketing-Fuzzies bevorzugen eher den Begriff "eBike".

Der Begriff „Pedelec“ hat sich aber eher nicht durchgesetzt, auch wenn er allgemein bekannt ist. Hier heißen die Teile fast ausnahmslos Ihbeik, auch bei der ansonsten noch dem münsterländischen Plattdeutsch zugewandten Landbevölkerung.

Und wenn Du dem schlichten Landvolk erklären würdest, dass Du ein „Fahrrad mit E-Assistenzantrieb“ fährst, würden die möglicherweise vermuten, dass Du eventuell schon vier Doppelkorn auf und Begriffsfindungsprobleme hast zwinker.

Bernd


Im persönlichen Gespräch benutze ich meist "Akku-Fahrrad". Versteht jeder.
von: Nordisch

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 19.06.22 08:59

bravo
von: tomrad

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 19.06.22 09:43

Also ich finde "Fahrrad mit E-Assistenzantrieb" trifft es schon.
Hängt vom Chef ab, ob die Assistent*In einen Teil oder gleich die ganze Arbeit erledigt. Ich kenne mich da aus, war selbst Assistent*In.
von: irg

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 19.06.22 10:12

Am Tandem bin ich der Assistent meiner behinderten Tochter. Sie tritt halt eher nach Feldenkrais: bewegen lassen. Dabei tut sie, was sie kann!

lg!
georg
von: tomrad

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 19.06.22 13:55

Meinen Post habe ich mit etwas Augenzwinkern geschrieben, aber jetzt ganz im Ernst. Vor dem Umgang von Dir und Deiner Tochter mit der schweren Behinderung habe ich tiefen Respekt.
von: trike-biker

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 20.06.22 08:40

In Antwort auf: HeinzH.
In meinen etwa zwanzig Jahren hier im Forum wurden gelegentlich Liegeradler darauf hingewiesen, daß sie im Liegeradforum besser als "hier" aufgehoben seien...
HeinzH.

Tja Heinz, ich finde im Prinzip sollte es doch völlig egeal sein, wie und mit was man seine Radreise/Tour auch fährt.
Bin ja jetzt mit dem Trike auch mit unterstützung unterwegs, an der Liege fehlt diese noch zwinker, und wenn ich dann hoffentlich den Highracer fertig bekomme, ????

Klaus

ps. zum Forumstreffen heuer das erste mal mit E unterwegs,hilft berg hoch schon, in der ebene fast nicht.
von: freizeitradler

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 01.08.22 23:47

Ich sehe die Realität völlig anders.
Vielleicht liegt das auch daran, dass du ein Liegefahrrad fährst und dir Berge ein Gräuel sein könnten.

Ich sehe heute viel mehr junge Menschen die ein Rennrad, ein Rad ohne Motor oder MTB fahren als vor 30 Jahren.

Viele Alte sind mit einem Pedelec noch aktiv statt auf dem Sofa zu sitzen.

Das Pedelec dient im Alter auch als Mittel der Kommunikation, denn wenn aus Altersgründen niemand der Freunde mehr Fahrrad ohne Motor fährt, muss man sich etwas anpassen oder alleine fahren.

Dass man sich mit einem Pedelec nicht anstrengen will oder kann, ist ebenfalls ein Gerücht derer, die aus welchen Gründen auch immer, Pedelecs für unsinnig halten. Erst letzte Woche am Montag bin ich 162 km und 1.100 Höhenmeter von München nach Kufstein mit einem 625er Akku gefahren. Die letzten 7 km musste ich auf die Unterstützung verzichten, da der Akku leer war.

Hätte ich dazu mein 7 kg leichtes Rennrad genommen, wäre es nicht möglich gewesen an der Isar entlang auf Kies zu fahren, von Fall aus rechts am Sylvensteinstausee entlang auf Kieswegen zu fahren und nach dem Achensee ebenso wieder auf Kies zu fahren. Mit dem Rennrad hätte ich viel auf Straßen fahren müssen, ob ich mit einem MTB ohne Motor heute noch 162 km am Tag schaffe weiß ich nicht, mit 77 Jahren muss ich das auch nicht tun.

Vermutlich sieht jeder nur sein eigenes Umfeld. Es ist sicherlich Zufall, doch auf meinen Mehrtagestouren mit Bio-Bike habe ich nie zwei oder mehr Liegeradler zusammen fahren sehen. Mit üblichen Reiserädern und auch Pedelecs ist das sehr üblich. Allerdings habe ich deshalb nichts gegen Liegeräder, auch wenn ich sie selbst wegen Berguntauglichkeit nie gekauft habe.

Ciao
Detlef
von: elflobert

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 02.08.22 09:26

In Antwort auf: freizeitradler

Dass man sich mit einem Pedelec nicht anstrengen will oder kann, ist ebenfalls ein Gerücht derer, die aus welchen Gründen auch immer, Pedelecs für unsinnig halten.


Natürlich KANN man sich mit einem Pedelec anstrengen, wenn man das möchte. Das werden nur die wenigsten bestreiten.
Aber die Antriebe sind derart kräftig, dass sich bei geladenem Akku niemand mehr anstrengen MUSS.
Bestätigt darin werde ich, wenn ich von übergewichtigen Mittfünfzigern an meiner täglichen 8%-Steigung stehen gelassen werde. Die radeln vergnügt mit geschätzt 20 km/h und einer 40er Kadenz an mir vorbei ohne außer Puste zu sein.
Ein ebenfalls übergewichtiger Freund meines Vaters fährt auch pauschal nur im Turbo-Modus. Auch in der Ebene, wo sein hohes Gewicht kaum von Nachteil ist.

Nicht falsch verstehen: mir ist es so auch lieber, als dass die Herrschaften mit dem Auto fahren, und in unserer bergigen Region nimmt der Motor vielen die Angst vor den Bergen.
Aber Pedelecs sind hier nahezu in jedem Haushalt aller Altersgruppen vorhanden, ich werde ungläubig gefragt, warum ich kein Pedelec fahre trotz Kindertransport und ich behaupte einfach mal, dass sich die meisten hier einfach überhaupt nicht mehr anstrengen.

Diese Entwicklung sehe ich tatsächlich mit Sorge. Und ich fühle mich bestätigt, da die Quote der adipösen mit dem Absatz der Fahrräder und der vermutlich insgesamt gefahrenen km steigt.
Wobei natürlich die Pedelecs sicherlich nicht der Hauptgrund dafür sind.
von: schorsch-adel

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 02.08.22 10:16

Zitat:
an der Isar entlang auf Kies zu fahren
bin ich vorige Woche auch gefahren, wunderschön bei der aktuellen Hitze ist die endlos durchgehende Waldbeschattung auf der einen und das Isarrauschen auf der anderen Seite.

Aber dieser Kies kann wirklich enorm nerven. Bloß wozu deshalb gleich ein E-Moped ? Dickere Reifen kann man auch auf ein Fahrrad machen. Ganz abgesehen davon, daß dort weit und breit keine Berge zu finden sind.
von: freizeitradler

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 02.08.22 10:45

In Antwort auf: elflobert

Diese Entwicklung sehe ich tatsächlich mit Sorge. Und ich fühle mich bestätigt, da die Quote der adipösen mit dem Absatz der Fahrräder und der vermutlich insgesamt gefahrenen km steigt.
Wobei natürlich die Pedelecs sicherlich nicht der Hauptgrund dafür sind.


Das ist kein Argument, sondern eine Schlussfolgerung die du persönlich ziehst.
Eine Schlussfolgerung die nichts mit den Tatsachen zu tun hat.

Meine Schlussfolgerung ist die, dass beleibte Menschen sonst vermutlich nie auf ein Rad gestiegen wären.

Gesundheitlich ist für Übergewichtige selbst das langsame Bewegen der Beine weitaus besser als sich nicht zu bewegen.

Dein Argument wäre stichhaltig, hätten die Übergewichtigen vorher ein Rad ohne Motor benutzt. Haben sie das?

Ich habe kein Problem, wenn ich von anderen Fahrzeugen überholt werde. Das geschieht von Rädern egal ob mit oder auch ohne Motor.

Ich bin weder als Bio-Radler noch als Pedelec-Radler berechtigt den anderen zu kritisieren.

Kritisieren wäre eher angebracht bei dem Fehlverhalten vieler Radler im Straßenverkehr. Die Verkehrsregeln scheinen manche nicht zu kennen. Die vielen die in der Stadt bei Rot die Straße überqueren zeigen mir deutlich, dass Bio Radler keineswegs die besseren Menschen sind.

Ciao
Detlef
von: Margit

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 02.08.22 11:11

In Antwort auf: freizeitradler

Kritisieren wäre eher angebracht bei dem Fehlverhalten vieler Radler im Straßenverkehr. Die Verkehrsregeln scheinen manche nicht zu kennen. Die vielen die in der Stadt bei Rot die Straße überqueren zeigen mir deutlich, dass Bio Radler keineswegs die besseren Menschen sind.
bravo
von: freizeitradler

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 02.08.22 11:13

In Antwort auf: schorsch-adel
Zitat:
an der Isar entlang auf Kies zu fahren
bin ich vorige Woche auch gefahren, wunderschön bei der aktuellen Hitze ist die endlos durchgehende Waldbeschattung auf der einen und das Isarrauschen auf der anderen Seite.

Aber dieser Kies kann wirklich enorm nerven. Bloß wozu deshalb gleich ein E-Moped ? Dickere Reifen kann man auch auf ein Fahrrad machen. Ganz abgesehen davon, daß dort weit und breit keine Berge zu finden sind.


Kies nervt mich überhaupt nicht.

Eigentlich schrieb ich ja wo der Kies überall war, nicht nur an der Isar.

Ich habe kein E-Moped. Wenn du willst erkläre ich dir gerne den Unterschied zu einem Pedelec.

Wir können aber auch gerne mal mit Bio-Bike 136 km gemeinsam im Süden eine schöne Tour fahren. Mein Video stammt zwar von einer Fahrt mit dem Pedelec, ich würde es aber auch nochmals mit einem Bio-Bike versuchen.

https://www.youtube.com/watch?v=UDsfSsGuAFw&t=277s

Nicht (nur) auf dich bezogen, ich habe inzwischen den Eindruck, dass sich manche Bio-Biker für etwas besonderes halten, Toleranz ein Fremdwort ist.

Ciao
Detlef
von: Gravelbiker_Berlin

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 02.08.22 12:20

Bin jetzt durch die Ost-Rhön gefahren (Radweg Rhön-Rennsteig). Sehr schöner Radweg. (Mit Gravelbike). Irgendwann wurde ich von einer Truppe E-Bike-Radler überholt, alle viel viel jünger als ich. Der eine von denen war megafett, schlapp, keine Körperspannung, ein einziges Elend. Dieser Typ wäre den Berg nicht mal zu Fuß nicht hochgekommen, den er mit dem E-Bike bewältigt hat!

Normal ist das nicht mehr!

Und im Spiegel stand unlängst (vor ein paar Wochen) ein Artikel darüber, was die Rest-Welt von dieser E-Bike-Pest hält. Der Artikel ist lesenswert. Meine hier in diesem Forum vor einiger Zeit geäußerte Prophezeiung trifft natürlich ein. Während man sich allmählich an die wenigen muskelradelnden Mountainbiker in Wäldern und Bergen beruhigt hat, regt sich nun wieder Widerstand gegen die Massenflut von E-Bikern in den Alpen.
Grüße Christoph
von: MajaM

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 02.08.22 12:30

In Antwort auf: freizeitradler
In Antwort auf: elflobert

Diese Entwicklung sehe ich tatsächlich mit Sorge. Und ich fühle mich bestätigt, da die Quote der adipösen mit dem Absatz der Fahrräder und der vermutlich insgesamt gefahrenen km steigt.
Wobei natürlich die Pedelecs sicherlich nicht der Hauptgrund dafür sind.


Das ist kein Argument, sondern eine Schlussfolgerung die du persönlich ziehst.
Eine Schlussfolgerung die nichts mit den Tatsachen zu tun hat.

Meine Schlussfolgerung ist die, dass beleibte Menschen sonst vermutlich nie auf ein Rad gestiegen wären.

In meinem Bekanntenkreis steigen vermehrt Menschen vom Fahrrad aufs Pedelec um. Teileise weil sie Angst haben beim Radfahren in der Gruppe nicht mehr mit zu kommen, teilweise weil sie temporär gesundheitliche Probleme hatten, teilweise weil sie der Radhändler beschwatzt hat, teilweise weil sie Spaß an etwas schicken neuem haben.

Ich beobachte aber bei keiner der Bekannten, dass sie dann wieder vom Pedelec aufs "Bio-Bike" zurückkehren würde. Bei einer Bekannten war mal das Pedelec defekt als wir zu einer gemütlichen Gruppenfahrt aufbrechen wollten. Sie rief mich an und sagte die Teilnahme ab. Auf meine Frage warum sie denn nicht mit ihrem guten, vorher genutzten Velotraum fahre, kam - dass sie sich das nicht mehr zutraue.

Eigentlich alle, die ich aufs Pedelec umsteigen erlebt habe, sind mittlerweile erheblich schlapper und mehr als die Hälfte haben ordentlich Bauchumfang zugelegt. Allein das würde mich vom Umstieg abhalten - ich will nicht noch strenger mit mir sein beim Essen!

In Antwort auf: freizeitradler
Gesundheitlich ist für Übergewichtige selbst das langsame Bewegen der Beine weitaus besser als sich nicht zu bewegen.

Dein Argument wäre stichhaltig, hätten die Übergewichtigen vorher ein Rad ohne Motor benutzt. Haben sie das?


In meinem Bekanntenkreis waren das alles vorher Radfahrerinnen. Manche im Alltag, manche nur in der Freizeit. Da wurden viele übergewichtig wegen der mangelnden Anstrengung bzw. der nicht entsprechend reduzierten Nahrungsaufnahme.

Ich kenne sehr wenig Menschen die sich in Ihrem Alltag bereits körperlich stark anstrengen. Eingentlich alle Menschen in meinem Umfeld brauchten häufiger mal erhebliche körperliche Anstrengungen ausserhalb des Komfortbereich. Wie sonst sollte man fitter werden? Nahezu kraftloses Pedalieren bringt für die Fitness von normal schlappen Menschen gar nichts.

In Antwort auf: freizeitradler
Ich bin weder als Bio-Radler noch als Pedelec-Radler berechtigt den anderen zu kritisieren.

Ich versuche im Bekanntenkreis VOR dem Kauf eines Pedelec darauf hinzuweisen, dass das leicht den körperlichen Verfall und das Übergewicht fördern kann, wenn man nicht bewußt gegensteuert mit stärkerem Verzicht beim Essen und zusätzlichem anstrengenden Training andernorts. Das wollen aber die wenigsten Hören.

Liebe Grüsse
Maja
von: freizeitradler

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 02.08.22 13:07

In Antwort auf: MajaM

Eigentlich alle, die ich aufs Pedelec umsteigen erlebt habe, sind mittlerweile erheblich schlapper und mehr als die Hälfte haben ordentlich Bauchumfang zugelegt. Allein das würde mich vom Umstieg abhalten - ich will nicht noch strenger mit mir sein beim Essen!


Deine Sichtweise ist für mich realistisch, ich denke, dass da viele Ältere dabei sind.

Doch warum sind Bio-Radler teils intolerant und regen sich darüber auf, dass sie am Berg von „Dicken“-Pedelec Fahrern überholt werden?

Schneller wie 25 km/h unterstützt ein Pedelec nicht. Ich provoziere: Vielleicht ist der Bio-Biker nicht fit genug?


Es war mir als Radler der viele lange Touren macht, noch nie wichtig wer mich überholt. Alleine die Landschaft interessiert mich, noch besser in Verbindung mit einem Gruppenerlebnis.

Ciao
Detlef
von: Gravelbiker_Berlin

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 02.08.22 13:11

Korrekt, aber fährst Du einen steilen Berg mit 25km/h hoch (nachdem Du schon etliche Höhenmeter in den Beinen hast)
Christoph
von: Uli

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 02.08.22 13:17

Zitat:
In meinem Bekanntenkreis steigen vermehrt Menschen vom Fahrrad aufs Pedelec um. Teileise weil sie Angst haben beim Radfahren in der Gruppe nicht mehr mit zu kommen, teilweise weil sie temporär gesundheitliche Probleme hatten, teilweise weil sie der Radhändler beschwatzt hat, teilweise weil sie Spaß an etwas schicken neuem haben.

Ich sage es mal bewusst provokant: In meiner "Blase" machen das die meisten, weil sie bequem sind. Nahezu niemand nutzt das Pedelec, um damit Autofahrten zu ersetzen oder um mit dem 2Rad längere Strecken als vorher zurückzulegen. Fast alle fahren die 5 km zum Biergarten, die bislang mit dem Bio-Bike problemlos zurückgelegt wurden, heute mit Motorunterstützung - mehr nicht. *Ich* sehe deshalb diesen Trend insg. kritisch.
Gruß
Uli
von: freizeitradler

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 02.08.22 13:17

In Antwort auf: Gravelbiker_Berlin
Korrekt, aber fährst Du einen steilen Berg mit 25km/h hoch (nachdem Du schon etliche Höhenmeter in den Beinen hast)
Christoph


Warum sollte ich das machen? Ich fahre so wie ich es kann.

Aber warum ärgert es dich, dass du überholt wirst?

Fühlst du deine eigene Leistung zu wenig respektiert?

Ist das der wahre Grund zur Ablehnung der Pedelec-Fahrer?

Ciao
Detlef

Nachtrag: Ich bin vermutlich noch nie einen Berg, der mehr als 5% Steigung hatte, mit 25 km/h hochgefahren. Habe mich aber auch noch nie geärgert überholt zu werden.
von: Martina

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 02.08.22 13:24

In Antwort auf: freizeitradler

Nicht (nur) auf dich bezogen, ich habe inzwischen den Eindruck, dass sich manche Bio-Biker für etwas besonderes halten.


Ich glaub, das Feindbild hat sich nur verschoben. Früher waren alle ohne Rennlenker und mit etwas breiteren Reifen schlapp, fett und störend. Nur hat man sich früher wenigstens noch daran erfreuen können, dass man die alle überholt.

Letztlich ist es egal, ich muss mich bei niemand darüber rechtfertigen mit was und wie ich Rad fahre. Gruppenausfahrten mache ich nicht mehr und wenn mir ein Unbekannter wieder eine blöde Bemerkung zuwirft, dann ist es halt so. Ich habe lange gesucht, meinen Weg zu finden, wie *ich* Rad fahren kann und wenn dieser Weg irgendwann zu einem Pedelec führt und ich dadurch vielleicht noch übergewichtiger werde als ich eh schon bin, dann muss es wohl so sein.
von: Gravelbiker_Berlin

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 02.08.22 13:28

Über die mangelnde Fitness von anderen sollte nur lästern, wer sich sicher sein kann, fitter zu sein!
Christoph
von: MajaM

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 02.08.22 13:30

In Antwort auf: freizeitradler
In Antwort auf: Gravelbiker_Berlin
Korrekt, aber fährst Du einen steilen Berg mit 25km/h hoch (nachdem Du schon etliche Höhenmeter in den Beinen hast)
Christoph


Aber warum ärgert es dich, dass du überholt wirst?

Korrekt mit ausreichend Abstand überholt werden ärgert mich nicht. Vielleicht reagiere ich aber etwas empfindlicher und unfreundlicher, wenn ein motorisierter mich oder Fußgänger zu eng überholt. Gerade von jemand mit Motorunterstützung würde ich eher erwarten im Zweifel häufiger mal abzubremsen und abzuwarten, statt sich mit hoher Differenzgeschwindigkeit in unter 1m Abstand an anderen vorbeizudrängeln. Der Pedelec-Fahrer hat ja seinen Motor, um das Dickschiff wieder in Schwung zu bringen.

Gerade am Berg sind aber logischerweise die Fahrgeschwindigkeiten sehr unterschiedlich. Während ich schlapper Waschlappen mit 5-10 km/h und rotem Kopf per Schlsngenlinien mich die 10% in der Sonne hochkämpfe, schnurrt der Bosch-Opa mit warmer Jacke in gerade Linie die Steigung hoch. Warum kann er dabei nicht Rücksicht auf meinen Platzbedarf nehmen und warten bis der Weg breiter wird? Sowas ärgert mich dann schon.

Liebe Grüße
Maja
von: BeBor

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 02.08.22 13:35

In Antwort auf: freizeitradler
.

Aber warum ärgert es dich, dass du überholt wirst?

Fühlst du deine eigene Leistung zu wenig respektiert?

Ist das der wahre Grund zur Ablehnung der Pedelec-Fahrer?

Ich habe da eigentlich mehr eine kommentierte Beobachtung gelesen als ein “sich ärgern”.

Ansonsten nehme ich die Diskussion (nicht nur hier) eher so wahr, dass die (zumindest manche) Elektriker ziemlich schnell griesgrämig und besserwisserisch werden, wenn man bestimmte kritische Aspekte zur Sprache bringt.

Bernd
von: schorsch-adel

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 02.08.22 13:40

Zitat:
dass sich manche Bio-Biker für etwas besonderes halten...
....für etwas besonderes wirklich nicht, aber für politisch verantwortungsvoller.

Ich toleriere selbstverständlich die Benutzer von LiKoMos (Lithium-Kobalt-Mopeds - mit Fahrrädern haben die Dinger wirklich nichts gemeinsam), aber ich kritisiere die blauäugig menschenverachtende E-Mobilität insgesamt, was ich hier schon wiederholt näher begründet habe.

Wobei relativierend hinzuzufügen ist, dass E-Autos das weitaus größere Problem sind.
von: freizeitradler

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 02.08.22 14:06

In Antwort auf: schorsch-adel


........, aber ich kritisiere die blauäugig menschenverachtende E-Mobilität insgesamt, was ich hier schon wiederholt näher begründet habe.

Wobei relativierend hinzuzufügen ist, dass E-Autos das weitaus größere Problem sind.


Da habe ich nur völlig unzureichende Kenntnisse. Aber auch ich sehe das riesige Problem der Batterien, beginnend bei der Gesundheit der Menschen die notwendige Rohstoffe abbauen. Vor allem auch durch den endgültigen Resourcenverbrauch.

Wasserstoff Technik scheint mir zumindest die heute bessere Lösung, sofern zu deren Erzeugung regenerative Energien verwendet werden. Z.B. Sonne in Afrika.
Für das Pedelec allerdings kaum geeignet.

Ciao
Detlef
von: freizeitradler

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 02.08.22 14:13

In Antwort auf: Gravelbiker_Berlin
Über die mangelnde Fitness von anderen sollte nur lästern, wer sich sicher sein kann, fitter zu sein!
Christoph


Durch welche meiner Antworten fühlst du dich angegriffen?
Ich vergleiche meinen Fitnesslevel nicht mit anderen.

Allerdings bin ich der Meinung, wem das Überholen durch einen „Dicken“ mit Pedelec missfällt, der muss ja einen Grund haben.

Da bin ich eher bei der Meinung von Maja. Es muss ein vernünftiger Abstand zum Überholen eingehalten werden.

Nur können sich da Bio-Radler und Pedelec-Fahrer die Hand reichen. Radwege sind oft so schmal, dass ein großer Abstand nicht möglich ist. Statt hinterher zu fahren, versuchen es manche mit der Brechstange, völlig unüberlegt.


Aber nochmals meine Frage. Warum stören dich "Dicke" Pedelec Fahrer die dich überholen?

Ciao
Detlef
von: HeinzH.

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 02.08.22 14:54

In Antwort auf: Gravelbiker_Berlin
(....) Und im Spiegel stand unlängst (vor ein paar Wochen) ein Artikel darüber, was die Rest-Welt von dieser E-Bike-Pest hält.
Wie sang einst Wencke Myhre?
Nix für ungut...
HeinzH.
von: HeinzH.

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 02.08.22 15:06

Sich am Pedelec inhaltlich oder mit mehr oder weniger versteckten Spitzen und kleinen Bosheiten abzuarbeiten? Kann man machen.
Anderen ist die Zeit zu schade und arbeiten lieber an der Verkehrswende mit.
Jedem das Seine.
HeinzH.
von: Gravelbiker_Berlin

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 02.08.22 15:17

Es ging mir nicht darum, dass er mich überholt hat, es ging darum, dass ich da Mühe hatte muskelgetrieben hochzukommen (und so ganz unfit bin ich nun auch nicht), und so wie der aussah, wäre der da nicht mal zu Fuß hochgekommen. Schrieb ich ja schon.

Man muss das nur mal beobachten, wie Leute, die keinen Meter mit einem normalen Rad vorankommen würden, da einfach nur mal kurz reintreten, man sieht ganz genau, dass damit keinerlei Anstrengung verbunden ist, und schon schießt das E-Bike förmlich den Berg hoch.
Das ist nix anderes mehr als ein Moped, wo man ja auch nur am Griff dreht, und der Gashahn wird aufgerissen. Und man selbst sitzt, ohne sich anzustrengen, auf dem Sitzpolster.

Ich schrieb das schon mal. Mit Radfahren hat solches E-Biken nichts mehr zu tun.

Und was der andere Teilnehmer gleich noch dazu schrieb: Verkehrswende sollte nicht die Wende zum E-Bike, sondern zum Fahrrad sein!
Christoph
von: HeinzH.

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 02.08.22 15:27

In Antwort auf: freizeitradler
(....) Wasserstoff Technik scheint mir zumindest die heute bessere Lösung, sofern zu deren Erzeugung regenerative Energien verwendet werden. Z.B. Sonne in Afrika. (....)
Wasserstoff wird zur Erzeugung von eFuels benötigt. eFuels wiederum werden zukünftig exklusiv für zivile Langstreckenflüge* benötigt und stehen dem banalen Straßenverkehr nicht zur Verfügung.
Bis denne,
HeinzH.

*Bevorzugt von vielen Mitgliedern dieses Forums grins
von: HeinzH.

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 02.08.22 15:30

In Antwort auf: Gravelbiker_Berlin
(....) Man muss das nur mal beobachten, wie Leute, die keinen Meter mit einem normalen Rad vorankommen würden, da einfach nur mal kurz reintreten, man sieht ganz genau, dass damit keinerlei Anstrengung verbunden ist, und schon schießt das E-Bike förmlich den Berg hoch. Das ist nix anderes mehr als ein Moped, wo man ja auch nur am Griff dreht, und der Gashahn wird aufgerissen. Und man selbst sitzt, ohne sich anzustrengen, auf dem Sitzpolster. (....)
Ich liebe Verallgemeinerungen verliebt
HeinzH.
von: schorsch-adel

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 02.08.22 15:32

Zitat:
Anderen ist die Zeit zu schade und arbeiten lieber an der Verkehrswende mit...
...die uns vom (Erdöl-)Regen in die (Lithium/Kobalt/Kupfer/Müll-)Traufe führt.
von: freizeitradler

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 02.08.22 15:49

In Antwort auf: Gravelbiker_Berlin
Es ging mir nicht darum, dass er mich überholt hat, es ging darum, dass ich da Mühe hatte muskelgetrieben hochzukommen (und so ganz unfit bin ich nun auch nicht), und so wie der aussah, wäre der da nicht mal zu Fuß hochgekommen. Schrieb ich ja schon.

Man muss das nur mal beobachten, wie Leute, die keinen Meter mit einem normalen Rad vorankommen würden, da einfach nur mal kurz reintreten, man sieht ganz genau, dass damit keinerlei Anstrengung verbunden ist, und schon schießt das E-Bike förmlich den Berg hoch.
Das ist nix anderes mehr als ein Moped, wo man ja auch nur am Griff dreht, und der Gashahn wird aufgerissen. Und man selbst sitzt, ohne sich anzustrengen, auf dem Sitzpolster.

Ich schrieb das schon mal. Mit Radfahren hat solches E-Biken nichts mehr zu tun.

Und was der andere Teilnehmer gleich noch dazu schrieb: Verkehrswende sollte nicht die Wende zum E-Bike, sondern zum Fahrrad sein!
Christoph



Zum einen vergleichst du deinen Fitnesslevel mit dem eines anderen, mit einem Dicken, vielleicht um deinen ins rechte Licht zu rücken? Ist dir das so wichtig bei Freizeitaktivitäten besser als andere zu sein?

Weil du in einem vorhergehenden Beitrag meintest, dass Pedelec Fahrer nicht in dieses Forum passen, möchte ich dir ein Geheimnis verraten.

Reiseradler sind eher friedfertige Menschen, die weniger nach vergleichbaren Leistungen streben, sondern denen der Weg mit ihrer Natur, oft auch Kultur, wichtig ist, nicht ob sie von jemandem überholt werden.
Zumindest ist das so bei allen die ich in der Realität kennen lernen durfte.

Ciao
Detlef
von: HeinzH.

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 02.08.22 15:58

Moin Bernd!
In Antwort auf: BeBor
(....) Der Begriff „Pedelec“ hat sich aber eher nicht durchgesetzt, auch wenn er allgemein bekannt ist. (...)
Offenbar gibt es regionale oder blasenspezifische Unterschiede. In meinem Umfeld ist "Pedelec" geläufig.
Den Begriff "eAssistenzantrieb" verwende ich nur in drei Foren, nämlich hier, im Liegeradforum und im Pedelecforum.

Vor neun Jahren schrieb ich im ADFC-Leezenkurier auf Seite 18: Quo vadis, Pedelec? Vieles in diesem Artikel ist bis heute aktuell...
HeinzH.

von: Gravelbiker_Berlin

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 02.08.22 16:14

Ich hatte das doch grad erklärt! Ich vergleich' mich nicht mit dem, warum sollte ich. Ich vergleiche mich natürlich nur mit Muskel-Radfahrern, mit sonst niemandem.
Ich habe lediglich eine Beobachtung beschrieben. Die Anstrengung, so ein Ding den Berg hochzutreiben, ist offenbar fast Null. Ich konnte das nur beobachten, weil er mich überholt hat. Sonst hätte ich es ja nicht beobachten können. Mehr ist in diesen Überholvorgang bitte nicht hineinzudeuten!!
Dass der mich überholt hat, war nur eine begleitende Beobachtung, es hat mich nicht gegrämt. Es sollte die Mühelosigkeit illustrieren, mit der man so ein Ding den Berg hochtreiben kann.
Das Verhältnis von eigener Anstrengung zu erzielter Bewegungsleistung ist meiner Meinung nach bei diesen E-Mountainbikes schon fast das Gleiche wie bei einem Moped.

Mir geht es hier nur um eine Feststellung, ob man die E-Biker nun toleriert oder nicht, darum geht es mir nicht primär.
Mir geht es um die Feststellung, dass das eher ein Moped ist als ein Fahrrad.

War das jetzt mal deutlich genug, oder gibt es noch 5 weitere Hobby-Psychologen, die der Meinung sind, ich habe ein Ding an der Waffel, weil ich nicht verkraften kann, dass mich ein E-Biker überholt?
Christoph
von: HeinzH.

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 02.08.22 16:15

In Antwort auf: freizeitradler
(...) Reiseradler sind eher friedfertige Menschen, die weniger nach vergleichbaren Leistungen streben, sondern denen der Weg mit ihrer Natur, oft auch Kultur, wichtig ist, nicht ob sie von jemandem überholt werden. Zumindest ist das so bei allen die ich in der Realität kennen lernen durfte. (...)
So isses! Wer tatsächlich regelmäßig radreist und nicht nur darüber schreibt wird bemerken, daß man/frau in der Realität kaum sortenrein zusammen unterwegs sind. Das betrifft sowohl Fahrradbauarten als auch Bio pur und Pedelec.



Die Fahrräder einer kleinen Gruppe Radreisender im Juli 2022

HeinzH.
von: panta-rhei

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 02.08.22 16:22

In Antwort auf: schorsch-adel
Zitat:
Anderen ist die Zeit zu schade und arbeiten lieber an der Verkehrswende mit...
...die uns vom (Erdöl-)Regen in die (Lithium/Kobalt/Kupfer/Müll-)Traufe führt.

Leider war.
Es gibt in der Romandie ein kleines Oekoblättchen, dass hat einen sinnigen Namen:
"Moins".
Also "weniger". Konsum, Besitz ... und auch Bequemlichkeit.
von: freizeitradler

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 02.08.22 16:50

[zitat=HeinzH.
Vor neun Jahren schrieb ich im ADFC-Leezenkurier auf Seite 18: Quo vadis, Pedelec? Vieles in diesem Artikel ist bis heute aktuell...
HeinzH.
[/zitat]

Deinen Beitrag eben zu lesen fand ich sehr interessant. Von einem Q-Faktor habe ich bisher nichts gewusst, sehr wohl aber gemerkt, dass unterschiedliche Abstände ein unterschiedliches Tretgefühl hervorrufen.
Auch das die Tretbewegung am Rad sehr der beim Laufen ähnelt, war mir nicht klar. Doch tatsächlich, meine Knie gehen beide nahe am Oberrohr vorbei und beim Laufen haben die Knie ähnlich geringen Abstand wenn sie aneinander vorbei kommen.

Ciao
Detlef
von: Martina

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 02.08.22 17:00

In Antwort auf: panta-rhei

Also "weniger". Konsum, Besitz ... und auch Bequemlichkeit.


Womit wir mal wieder beim Thema wären: es ist leicht, auf Besitz oder 'Bequemlichkeit' zu 'verzichten', von denen man selbst überzeugt ist, dass man sie nicht braucht bzw. will. Dann ist es nämlich kein Verzicht.
Ich habe weder hier im Forum noch außerhalb jemanden kennengelernt, der Rad fahren eigentlich ganz furchtbar findet und viel lieber ein Auto oder ein Pedelec hätte, aber aus politischen bzw. moralischen Gründen darauf verzichtet. Alle so zumindest mein Eindruck fahren gern Rad. Dann ist es zumindest ein bisschen unglaubwürdig, anderen Verzicht zu predigen.
von: MajaM

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 02.08.22 18:35

In Antwort auf: Martina
In Antwort auf: panta-rhei

Also "weniger". Konsum, Besitz ... und auch Bequemlichkeit.

Womit wir mal wieder beim Thema wären: es ist leicht, auf Besitz oder 'Bequemlichkeit' zu 'verzichten', von denen man selbst überzeugt ist, dass man sie nicht braucht bzw. will. Dann ist es nämlich kein Verzicht.
Ich habe weder hier im Forum noch außerhalb jemanden kennengelernt, der Rad fahren eigentlich ganz furchtbar findet und viel lieber ein Auto oder ein Pedelec hätte, aber aus politischen bzw. moralischen Gründen darauf verzichtet. Alle so zumindest mein Eindruck fahren gern Rad. Dann ist es zumindest ein bisschen unglaubwürduig, anderen Verzicht zu predigen.

Hier müßte man da eher zum Verzicht auf Fernreisen (insbesondere aber nicht nur per Flugzeug) auffordern, zum Verzicht auf das x-te Neu-Rad sowie verzichtbarer Neuteile und zudem sicherstellen, dass die ohnehin zu verkleinernde Wohnfläche während der eigenen Reise stets untervermietet wird. Zudem gilt es strikt gegen den Bau von asphaltierten Radwegen vorzugehen. Alles berechtigt, aber schwierig durchzusetzen (mich eingeschlossen).

Nachdenkliche Grüße
Maja
von: BeBor

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 02.08.22 18:42

In Antwort auf: HeinzH.
Offenbar gibt es regionale oder blasenspezifische Unterschiede. In meinem Umfeld ist "Pedelec" geläufig.

Wie das elektrisch assistierte Fahrrad nun endgültig heißen wird, dürfte in den nächsten Jahren auf der Straße entschieden werden und nicht in Wortfindungsgremien irgendwelcher Selbstberufenen. Insoweit ist es ein Streit um des Kaisers Bart, dessen Ausgang mir persönlich auch völlig egal ist. Für so ausgedachte Begriffe wie "Pedelec" fallen mir allerdings aus der jüngeren Geschichte so Beispiele ein wie "Handy", ein völlig unenglisches Deutschwort. Wobei der Begriff ebenfalls auf der Straße entstand und nicht im Marketinglabor einer Geräterherstellervereinigung. Die Deutsche Telekom Akaziengesellschaft hätte seinerzeit möglicherweise ihren eigenen Begriff "Mobiles Telekommunikationsendgerät" lieber gehabt.

In Antwort auf: HeinzH.
In Antwort auf: freizeitradler
(...) Reiseradler sind eher friedfertige Menschen, die weniger nach vergleichbaren Leistungen streben, sondern denen der Weg mit ihrer Natur, oft auch Kultur, wichtig ist, nicht ob sie von jemandem überholt werden. Zumindest ist das so bei allen die ich in der Realität kennen lernen durfte. (...)
So isses! Wer tatsächlich regelmäßig radreist und nicht nur darüber schreibt wird bemerken, daß man/frau in der Realität kaum sortenrein zusammen unterwegs sind.

Der Initiator diese Fadens hat ein selbst gewonnenes Fazit postuliert, in dem das elektrisch befeuerte Fahrrad ziemlich positiv wegkommt. Für sich gesehen völlig nachvollziehbar, aber dass sich hier auch Widerspruch regt, war abzusehen. Der Fadenersteller geht sogar noch einen Schritt weiter und erwähnt - wie mancher andere - seine Fahrrad- und Fahrradreisehistorie und sein Lebensalter mit Hinweisen auf seine körperliche Verfassung. Und damit ist er in diesem Forum ja längst kein Einzelfall mehr. Er ist aber dennoch eher ein Minderheitenvertreter in der Gesamtmenge der Elektrifizierten, weil er aus einem nachdrücklich praktizierten Fahrradleben kommt und sich für die weitere Teilhabe im Alter daran ein Motörchen nach meiner Meinung verdient hat. Die allermeisten Elektroradler der letzten Jahre sind allerdings nach meiner Überzeugung Bequemlichlichkeits-oder Komfortradler. Zudem mit der Überzeugung, dass man mit dem Kauf eines Elektrorades einen wertvollen Beitrag für die Rettung unseres Planeten leiste. Wer macht da nicht gern mit?

Natürlich gibt es auch noch die Gruppe der Abwägenden, die ganz bewusst eine Alternative zu Kraftmobilität des Autofahrens suchen und beim "sanften" Kraftfahrzeug E-Bike landen. Ich tue mich schwer, einer Mama mit elektrifizierter Bakfiets oder E-Bike mit Anhänger mit zwei Kiddies drin, zusätzlich Mehrtageseinkauf, unter Umständen Münsterländer Normalwetter und obendrein der Abenteuerlichkeit unseres innerstädtischen Verkehrs ausgesetzt einen Vorwurf zur elektrischen Wadenunterstützung zu machen. Wäre eventuell etwas anders, wenn die (meine) Stadt tatsächlich fahrradfreundlich wäre.

Bernd
von: KaivK

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 02.08.22 19:39

<ironie>

Ich als Muskelradfahrer bin viel besser für die Umwelt als diese ganzen Ebikes, weil ich ja keine bösen Batterien mit mir rumschleppe. Und der ganze böse Strom, alles aus Kohlekraftwerken!!1elf

Ich navigiere mit meinem super neuen Navi und essen hat ja nichts mit CO2 zu tun:

Also der Ausstoß von Fleisch, die Kinderarbeit von Kakao, die Früchte aus Südamerika per Schiff oder Flugzeug, die LKW die das ganze Essen herumkarren. Die ganzen Plastikverpackung, in der unser Essen steckt, die großteils aufgrund der Beschaffenheit verbrannt werden (besser als Kohle) oder noch schlimmer nach Afrika o.Ä. verschifft werden. Das Essen wird auch mit Strom gekocht oder mit Erdgas bei industriell vorgefertigter Ware.
</ironie>

Auch mit Muskelkraft ist man kein Engel, solange man sich nicht nur lokal regional ernährt und auf Müll verzichtet. Diese ganze schwarz-weiß Malerei ist zwar herrliche Polemik aber wirklich weiterbringen tut sie uns nicht. Ehrlich gesagt kann es gut sein, dass es für die Umwelt besser wäre, wenn ich Pedelec fahren würde. Ich wollte aber mein Reiserad nicht als Pedelec haben, weil ich damit nicht die GDMBR hätte fahren können und auch auf anderen Radreisen Probleme hätte.

Klar gibt es Leute, die die Pedalen des Pedelecs nur streicheln, aber das ist immer noch besser als ein Auto. Und A***-löcher sind leider auch ziemlich gleichverteilt über die verschiedenen Verkehrsmittel.
von: Margit

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 02.08.22 19:40

In Antwort auf: Martina
Ich habe weder hier im Forum noch außerhalb jemanden kennengelernt, der Rad fahren eigentlich ganz furchtbar findet und viel lieber ein Auto oder ein Pedelec hätte,
kein Auto mehr zu haben empfinde ich als sehr angenehm und bequem, obwohl das früher für mich unvorstellbar war. Auf das Pedelec würde ich gerne verzichten, aber dann wäre ich heute wahrscheinlich nur 5km statt 50km einkaufen geradelt. Auf die Einkauferei könnte ich auch verzichten, würde viel lieber bei jedem Mistwetter 50-100km in ein Gasthaus radeln. Ansonsten wundere ich mich bei jedem Pedelec-Thema, weshalb dies hier im Forum solch ein Reiz-Thema ist, getreu dem Motto: jeder will alt werden aber keiner will alt sein bier
von: lufi47

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 02.08.22 20:43

Eigentlich haste Recht.
Aber viele schreiben hier wie der Blinde der von der Farbe spricht……
Fahrt doch bitte Alle mal eine Tagesetappe mit einem Ebike und schreibt bitte erst dann über Ebike.
Danke.

Gruß
Lutz
von: Martina

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 03.08.22 11:16

In Antwort auf: BeBor
Ich tue mich schwer, einer Mama mit elektrifizierter Bakfiets oder E-Bike mit Anhänger mit zwei Kiddies drin, zusätzlich Mehrtageseinkauf, unter Umständen Münsterländer Normalwetter und obendrein der Abenteuerlichkeit unseres innerstädtischen Verkehrs ausgesetzt einen Vorwurf zur elektrischen Wadenunterstützung zu machen. Wäre eventuell etwas anders, wenn die (meine) Stadt tatsächlich fahrradfreundlich wäre.


Die nicht besonders fahrradfreundliche Topographie hier in der Stadt lässt sich leider nicht ändern. Deshalb halte ich persönlich Lastenräder oder Anhänger im hiesigen Alltagsverkehr (d.h. man kann sich nicht raussuchen, wo man hinfährt, sondern man muss zu einem bestimmten Laden oder in einen bestimmten Kindergarten) nur elektrifiziert für massentauglich. Und Masse schließt auch überzeugte Fahrradnutzer wie mich durchaus ein. zwinker

Ich überlege gerade ernsthaft, ob und wenn ja wie ich unsere recht konservative Hausgemeinschaft davon überzeugen könnte, dass ein gemeinsam genutztes elektrifiziertes Lastenrad eine gute Idee sein könnte. Für uns alleine lohnt sich das nicht und die Mietmöglichkeiten sind im Moment auch noch zu weit weg.
von: Juergen

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 03.08.22 11:56

In Antwort auf: Martina

Ich überlege gerade ernsthaft, ob und wenn ja wie ich unsere recht konservative Hausgemeinschaft davon überzeugen könnte, dass ein gemeinsam genutztes elektrifiziertes Lastenrad eine gute Idee sein könnte.

Denk an den einstimmig notwendigen Beschluss für den abgeschlossenen Stellplatz.
Ich sehe gerade, dass mir bei der nächsten WEV ein Angebot für 15 Abstellplätze auf dem Grundstück wohl um die Ohren fliegen wird.
von: Martina

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 03.08.22 13:00

In Antwort auf: Juergen
In Antwort auf: Martina

Ich überlege gerade ernsthaft, ob und wenn ja wie ich unsere recht konservative Hausgemeinschaft davon überzeugen könnte, dass ein gemeinsam genutztes elektrifiziertes Lastenrad eine gute Idee sein könnte.

Denk an den einstimmig notwendigen Beschluss für den abgeschlossenen Stellplatz.


Ich hatte ein etwas anderes Vorgehen im Auge. zwinker Ein offizieller Beschluss, so etwas gemeinsam anzuschaffen kommt nie durch, da mache ich mir keine Illusionen.
von: LudgerP

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 03.08.22 13:05

In Antwort auf: HeinzH.
Moin Bernd!
In Antwort auf: BeBor
(....) Der Begriff „Pedelec“ hat sich aber eher nicht durchgesetzt, auch wenn er allgemein bekannt ist. (...)
Offenbar gibt es regionale oder blasenspezifische Unterschiede. In meinem Umfeld ist "Pedelec" geläufig.

Hallo Heinz,

mir ist aus Münster der Begriff "Mumienleeze" für eine Pedelec geläufig.

Ludger
von: Juergen

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 03.08.22 13:13

Jeder möge sich, wenn er es dann noch kann, an sein schäbiges Vokabular von heute erinnern, wenn die Enkel dem Oppa aufs Rad helfen. traurig
von: LudgerP

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 03.08.22 13:16

In Antwort auf: Gravelbiker_Berlin
Der eine von denen war megafett, schlapp, keine Körperspannung, ein einziges Elend. Dieser Typ wäre den Berg nicht mal zu Fuß nicht hochgekommen, den er mit dem E-Bike bewältigt hat!

Man kann sich aber auch grob verschätzen in der Bewertung anderer Radfahrer.
Wenn du mich z.B. heute Abend auf dem Weg zum Biergarten auf dem Pedelec fahren siehst, wirst du den gleichen Eindruck bekommen. Denn ich fahren den kurzen Berg mit höchster Unterstützung und minimalem Körpereinsatz hoch, um die Fahrt zu geniessen und nicht total verschwitzt im Biergarten anzukommen.
Daß ich vorher mit einen Biorad zur Arbeit gefahren bin, wie jeden Tag (insges. 40km 520 Höhenmeter) siehst du mir dann nicht an.

Ludger
von: LudgerP

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 03.08.22 13:17

In Antwort auf: Juergen
Jeder möge sich, wenn er es dann noch kann, an sein schäbiges Vokabular von heute erinnern, wenn die Enkel dem Oppa aufs Rad helfen. traurig

Jawollja!
von: MajaM

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 03.08.22 15:51

In Antwort auf: lufi47
Aber viele schreiben hier wie der Blinde der von der Farbe spricht……
Fahrt doch bitte Alle mal eine Tagesetappe mit einem Ebike und schreibt bitte erst dann über Ebike.

Ich saß gerade letzte Woche erst auf einem Elektro-Brompton und dann auf einem Pedelec mit Shimano-Motor. Das E-Brompton katapultierte mich selbst in der niedrigsten Unterstützungsstufe so kräftig nach vorn, dass ich beim Anfahren lieber leicht die Bremsen gezogen habe. Das Shimano-Pedelec war im Eco-Modus nicht so gewalttätig, aber mit Radfahren hatte das definitiv nichts mehr zu tun. Nahezu anstrengungslos kam ich auf der Ebene auf 25 km/h und dann war es gefühlt sehr anstrengend auf normale 26-28 km/h zu kommen.

Das Ausprobieren hat somit voll meine Vorurteile bestätigt. Das ist Mofa-Fahren.-Zur körperlichen Ertüchtigung taugt Pedelec-Fahren nicht. Die Motoren sind heute so stark, dass jedem Pedelec-Fahrer zugemutet werden kann, hinter SpaziergängerInnen oder langsamen RadfahrerInnen abzubremsen und erst bei ausreichend Platz vorbeizufahren.

Liebe Grüße
Maja
von: schorsch-adel

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 03.08.22 16:21

Zitat:
dass jedem Pedelec-Fahrer zugemutet werden kann, hinter SpaziergängerInnen oder langsamen RadfahrerInnen abzubremsen und erst bei ausreichend Platz vorbeizufahren
...das würde ja die Abkehr von der Sozialisation hinter der Windschutzscheibe bedeuten
von: panta-rhei

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 03.08.22 17:48

c
In Antwort auf: Martina
In Antwort auf: panta-rhei

Also "weniger". Konsum, Besitz ... und auch Bequemlichkeit.

Dann ist es zumindest ein bisschen unglaubwürdig, anderen Verzicht zu predigen.

?!

Was heisst hier "predigen"? Und auch noch "anderen"? Du liesst da (mal wieder gähn) Sachen rein, die ich nie geschrieben habe.

Was ausser "weniger Vollelektrifizierung" Raum für "weniger" beinhaltet (Maja hat viele gute Beispiele genannt) kann sich doch jedeR selber überlegen.

Meinetwegen Vollelektrifizierung im Alltag, aber dafuer kein Einfamilienhaus, weniger Fluchreisen etc. ... war nur ein AUFHAENGER!
von: Martina

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 03.08.22 17:55

In Antwort auf: panta-rhei
c
In Antwort auf: Martina
In Antwort auf: panta-rhei

Also "weniger". Konsum, Besitz ... und auch Bequemlichkeit.

Dann ist es zumindest ein bisschen unglaubwürdig, anderen Verzicht zu predigen.

?!

Du liesst da (mal wieder gähn) Sachen rein, die ich nie geschrieben habe.



Neiiin, natürlich nicht, gaaar nicht. Üüüüberhaupt nicht. Du übst nie aber auch
garnienicht Kritik an Pedelecfahrern... Und auch nicht an Autofahrern, Einfamilienhausbesitzern etc. zwinker
von: panta-rhei

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 03.08.22 18:08

In Antwort auf: lufi47
Eigentlich haste Recht.
[keiner will ans Altern denken]

Noe, natuerlich nicht.
Denn fast alle, die den aktuellen gnerellen E-Mofa*-Hype bedenklich finden, betonen audrücklich, dass sie ein solches Fahrzeug fuer Menschen, die auf Grund von Alter oder Krankheit nicht mehr Rad fahren können, begrüssen.
Und in der Tat gibt es (Danke Juergen) keinerlei Grund, sich darueber lustig zu machen. Wir alle werden alt und gebrechlich.

In Antwort auf: lufi47

Aber viele schreiben hier wie der Blinde der von der Farbe spricht……
Fahrt doch bitte Alle mal eine Tagesetappe mit einem Ebike und schreibt bitte erst dann über Ebike.


Sehr gerne.
Ich musste viele Monate ein Pedelec wg. der höheren Geschwindigkeit, die ich damit erreiche, beruflich für Notfälle nutzen, da ich kein Auto habe. Mittlerweile muss ich diesen Dienst nicht mehr machen, ergo kann ich wieder normal ein Fahrrad nehmen. Ausserdem hatte ich mit dem Ding auch schon eine Tagestour gemacht und auch schon mit einem Brompton-EBike.

Ich hoffe, das qualifiziert mich in Deinen Augen derart, dass Du auch den Rest des Beitrags liest.

Nutzung von EBikes aus Alters/medizinischen Gründen ist (s.o.) nicht mein Thema. Auch nicht der Spass am Emofafahren.

Es geht mir schlicht darum, dass die Verkaufszahlen von Fahrräedern radikal im Sinken begriffen sind und die von E-Mofas steigen. Wenn es nur die Rentner währen, die nach langem Fahrradfahrleben zusaetzlich ein Ebike anschaffen, dann gaebs keinen Grund fuer sinkende Fahrradverkaufszahlen! Auch die Beobachtung hier in einer grösseren Schweizer Stadt zeigt es: es gibt nicht MEHR Zweiraeder und WENIGER Autos, sondern schlicht MEHR E Mofas und ROller und WENIGER Fahrraeder!

Das unterstreicht, was das neue Normal bei Zweirädern ist: Muskelkraft ist out!


DAS kritisiere ich.
von: panta-rhei

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 03.08.22 18:13

In Antwort auf: Martina
In Antwort auf: panta-rhei
c
In Antwort auf: Martina
In Antwort auf: panta-rhei

Also "weniger". Konsum, Besitz ... und auch Bequemlichkeit.

Dann ist es zumindest ein bisschen unglaubwürdig, anderen Verzicht zu predigen.

?!

Du liesst da (mal wieder gähn) Sachen rein, die ich nie geschrieben habe.



Neiiin, natürlich nicht, gaaar nicht. Üüüüberhaupt nicht. Du übst nie aber auch
garnienicht Kritik an Pedelecfahrern... Und auch nicht an Autofahrern, Einfamilienhausbesitzern etc. zwinker

... genauso viel oder wenig wie an Vielfliegern, Nichtveganern etc. - so what? wirr

Nur weil DU niemanden kritisieren magst (ausser Leute, die irgendwas kritisieren) ... gilt das nicht fuer alle! teuflisch
von: panta-rhei

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 03.08.22 18:29

In Antwort auf: panta-rhei

Nutzung von EBikes aus Alters/medizinischen Gründen ist (s.o.) nicht mein Thema. Auch nicht der Spass am Emofafahren.

Es geht mir schlicht darum, dass die Verkaufszahlen von Fahrräedern radikal im Sinken begriffen sind und die von E-Mofas steigen. Wenn es nur die Rentner währen, die nach langem Fahrradfahrleben zusaetzlich ein Ebike anschaffen, dann gaebs keinen Grund fuer sinkende Fahrradverkaufszahlen! Auch die Beobachtung hier in einer grösseren Schweizer Stadt zeigt es: es gibt nicht MEHR Zweiraeder und WENIGER Autos, sondern schlicht MEHR E Mofas und ROller und WENIGER Fahrraeder!

Das unterstreicht, was das neue Normal bei Zweirädern ist: Muskelkraft ist out!


DAS kritisiere ich.


zum kulturellen Kontext:
Post v. Juni
von: Margit

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 03.08.22 18:30

In Antwort auf: panta-rhei

Es geht mir schlicht darum, dass die Verkaufszahlen von Fahrräedern radikal im Sinken begriffen sind
ist halt der Lauf der Zeit. Anfang der 80er-Jahre hatte in München fast jedes Auto ein Surfbrett auf dem Dach. Heute ist in München am Isartor eine Filiale von Globetrotter, früher war dort Rieger-Pelze. Erst heute habe ich mich beim Betrachten der Weidesauen in Buchendorf gefragt, was geschieht wohl aus der Haut, Lederjacken sind ja auch out.
von: Martina

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 03.08.22 18:36

In Antwort auf: Margit
Erst heute habe ich mich beim Betrachten der Weidesauen in Buchendorf gefragt, was geschieht wohl aus der Haut, Lederjacken sind ja auch out.


Dafür rennen inzwischen schon auf dem Cannstatter Volksfest Leute in Lederhosen rum. So es mal wieder stadtfindet....
von: schorsch-adel

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 03.08.22 19:48

Zitat:
Dafür rennen inzwischen schon auf dem Cannstatter Volksfest Leute in Lederhosen rum
Nicht nur damit wird der Weißwurstäquator immer wieder auf subversive Weise überschritten.

Auch die Mode, überall diese süßliche Plörre namens "Helles" auszuschenken, respektiert keine Landesgrenzen mehr.
von: HeinzH.

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 03.08.22 22:29

In Antwort auf: Martina
In Antwort auf: Margit
Erst heute habe ich mich beim Betrachten der Weidesauen in Buchendorf gefragt, was geschieht wohl aus der Haut, Lederjacken sind ja auch out.

Dafür rennen inzwischen schon auf dem Cannstatter Volksfest Leute in Lederhosen rum. So es mal wieder stadtfindet....

Selbst hier in Münster verkleiden sich Leute zum Oktoberfest mit Lederhose und Billig-Dirndl.
HeinzH.
von: iassu

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 03.08.22 22:49

In Antwort auf: MajaM
...aber mit Radfahren hatte das definitiv nichts mehr zu tun. Nahezu anstrengungslos kam ich auf der Ebene auf 25 km/h und dann war es gefühlt sehr anstrengend auf normale 26-28 km/h zu kommen....Das Ausprobieren hat somit voll meine Vorurteile bestätigt. Das ist Mofa-Fahren.
So ähnlich habe ich das schon vorlaut rausproletet, als die Technik noch nicht annähernd soweit war wie heute. Egal, ob subjektiv oder objektiv: ich finde, es kommt aufs Wesentliche an und darauf, es vom Unwesentlichen zu trennen.

Und nach meinen Beobachtungen im Familien- und Bekanntenkreis und ja, auch auf der Straße: das Wesentliche ist der neue Spaß dran. Und der resultiert auf einer neuen Erfahrung des Verhältnisses von Anstrengung zu Ergebnis. Und genau diese ungewohnte Differenz macht nunmal der Motor aus.

Das ist in meinen Augen der Kern der Sache, ganz wertfrei dargestellt. Egal, ob sich dabei indirekt ein Effekt weniger-Auto-mehr-Elektrorad ergibt oder ein weniger-Couch-mehr-Bewegung: Hauptmotiv für Anschaffung und Gebrauch ist der neue Spaß an der Sache.

Und ganz klar: es hat mit Radfahren nichts wesentliches zu tun. Mal ganz von der Flucht ins Formaljuristische abgesehen ("Pedelec = Fahrrad") spätestens seit die Technik die oben beschriebenen Mekmale aufweist und diese sich noch schneller rumsprechen als bisher schon: wenn das Mittretenmüssen ein Argument pro "Fahrrad" wäre, dann wäre auch ein Hometrainer ein Fahrrad.

Es ist schlicht eine neue Art der Mobilität. Weder brauchen sich Fahrradfahrinnen und Fahrradfahrer ihrer (zugegebenermaßen schwindenden) Welt beraubt zu sehen, noch brauchen sich die Elektrikinnen und Elektriker auf den Schlips getreten zu fühlen, wenn sie zum Alten nicht dazugezählt werden.





von: Uli

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 04.08.22 09:30

Zitat:
Weder brauchen sich Fahrradfahrinnen und Fahrradfahrer ihrer (zugegebenermaßen schwindenden) Welt beraubt zu sehen, ...

Zustimmung, wenn es um die Art Fortbewegung an sich geht und nichts anderes. Problematisch sehe ich, dass immer wieder und häufiger Entwicklungen, die durch Pedelecs (ich bleib jetzt mal bei dem Begriff) ausgelöst oder befeuert werden, Auswirkungen auf alle Radler haben (können). Z.B. die in der letzten Zeit immer häufiger geäusserten Anregungen für eine Helmpflicht sind alleine den steigenden Unfallzahlen mit Verletztungsfolgen bei den Pedelec-Nutzern geschuldet und werden auch nur so verargumentiert. (Nicht nur) deshalb finde ich eine kritische Auseinandersetzung mit dem e-Trend und eine Unterscheidung zwischen motorisiert und nicht-motorisiert sinnvoll.
Gruß
Uli
von: Margit

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 04.08.22 10:39

In Antwort auf: iassu
und ja, auch auf der Straße: das Wesentliche ist der neue Spaß dran.
Spaß peinlich dafür ist wohl etwas verachtenswerter, unmoralisches, verwerfliches unsicher teuflisch
von: iassu

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 04.08.22 11:58

Spaß wird bekanntlich von den...ähm...
Anklicken zum Enthüllen...
süddeutschen
römischkatholischkompatiblen Lehrkanzeln tatsächlich nahe des ewigen Verderbens lokalisiert bäh
von: HeinzH.

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 04.08.22 13:11

In Antwort auf: MajaM
Das Ausprobieren hat somit voll meine Vorurteile bestätigt. Das ist Mofa-Fahren.-Zur körperlichen Ertüchtigung taugt Pedelec-Fahren nicht. Die Motoren sind heute so stark, dass jedem Pedelec-Fahrer zugemutet werden kann, hinter SpaziergängerInnen oder langsamen RadfahrerInnen abzubremsen und erst bei ausreichend Platz vorbeizufahren.


Bei den vielen Pedelecs von der Stange mag das so sein. Auch aus diesem Grunde bevorzugen nicht wenige Fahrradfahrer hier und noch mehr im Liegeradforum individuell zusammengestellte oder/und selbst aufgebaute Masspedelecs. Alle hier, welche die drei von mir aufgebauten Masspedelecs zur Probe gefahren haben bestätigen den Unterschied zu Pedelecs von der Stange.
Alle drei lassen sich ohne zusätzlichen Widerstand mit Fahrspaß rein Bio fahren. Meine Partnerin hatte Vorbehalte bezüglich der Pedelectrisierung ihres Scorpions und war nach Fertigstellung erst begeistert, als sie feststellte, das es sich rein Bio genau so leicht fahren ließ wie vorher. Ihre Taktik ist, morgens die zehn Kilometer zur Arbeit mit eUnterstützung zurück nach Hause, sofern kein Schweinewetter, fährt sie rein Bio.

Ohne die "Pedelecs von der Stange" wiederum haben die meisten Inhaber-geführten Fahrradläden mittelfristig keine Chance zu überleben. Viele dieser kleinen "Krauter" sind aus der Boomer-Generation und haben eh Probleme ihre Läden vor dem Ruhestand an Nachfolger zu übergeben.

Im Übrigen: Ein Pedelec kann definitiv kein Mofa sein, andernfalls nämlich würden sämtliche Beiträge von PedelecerInnen hier von der Forumsmoderation unverzüglich gelöscht.

Bis denne,
HeinzH.
von: MikeBike

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 04.08.22 18:30

Tut mir leid, aber ich kann das nicht nachvollziehen. Selbstverständlich gibt es zu Hauf E Bikes von der Stange die man komplett Bio fahren kann. Bin seit 3 Wochen mit einem Freund unterwegs der eines fährt.Neulich hatte er abends Krämpfe. Alles Bio.
Ich wiederhole meinen Beitrag einfach noch einmal. Ist ja schon fast 2 Monate her...

10.6.2022

"Ein guter Freund , mit dem ich viele große Touren gemacht habe (Alpen, Pyrenäen..) hat sich vor einem Jahr unerwartet eines gekauft. Warum weiß ich eigentlich nicht, er meint er würde schließlich älter (gehen auf die 70 zu). Nötig hätte er es sicher nicht, ist topfit. Wir machen nach wie vor Touren zusammen, er tritt das meiste ohne Motor, gleicht lediglich die 10kg Mehrgewicht mit dem Strom aus.
Wenn wir aber dann mit den Rädern im Elsass sind, mitten im Wald, dann ist er es, der Brötchen holen geht. Niemand ist ansonsten erpicht darauf, die 150hm auf einem miserablen Waldweg mit üblen Steigungen zu fahren. Dann sind plötzlich alle froh, dass einer ein E-Bike hat. Und er fährt auch dann bei heftigstem Gegenwind die gut 100km nach Hause in die Rhein /Neckar Region, wenn ich lieber in den Zug steige. Er macht Touren auf steilen Waldwegen in den Pfälzerwald, die er "ohne Strom nie machen würde", und er kommt aus seinem 30km entfernten Wohnort deutlich öfter als früher bei mir in Mannheim zu Besuch.

Wie ich finde, alles gute Gründe, sich etwas Unterstützung zu gönnen..."

Grüße

Mike
von: freizeitradler

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 06.08.22 20:42

Meine meisten Pedelc Touren sind über 100km in der Länge und oft über 1000 Höhenmeter. Die längste war 162 km.

Wer sagt das dies mit Radfahren nichts zu tun hat, scheint Vorurteile zu haben und sollte das erst mal selbst probieren ehe er spottet.

In der Ebene mit „eco“, da wird das hohe Gewicht des Rades praktisch nur neutralisiert.

Wenn jemand gehässig von Moped spricht will er seine persönliche Überlegenheit natürlich zeigen. Ich denke dann, der hat das Spotten vermutlich nötig.

Da ist mir jeder der aus welchen Gründen auch immer eine starke Unterstützung, selbst in der Ebene benötigt, lieber als die Kritiker ohne Ahnung.

Ich kenne keine Fern- oder Reiseradler die solche Überheblichkeit von sich geben.
Mir ist natürlich klar, dass es alles gibt.

Und ein vorher gehender Schreiber der lästert und nicht über 25 km/h hinaus treten kann hat wohl auch eher wenig drauf.

Ciao
Detlef
von: Margit

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 06.08.22 21:16

In Antwort auf: MajaM
Nahezu anstrengungslos kam ich auf der Ebene auf 25 km/h und dann war es gefühlt sehr anstrengend auf normale 26-28 km/h zu kommen.
versteh ich nicht, in der Ebene radle ich fast immer >25 km/h und der Motor unterstützt, wenn ich mal ein wenig entspanne und <25 km/h dahin trete. Dieser Tage wunderte ich mich über meine hohe Durchschnittsgeschwindigkeit als ich wieder daheim war - lag wohl an meiner Musik Allerdings brauche ich nicht soviel Applaus, wenn mir die Zunge fast auf der Straße hängt bier
von: panta-rhei

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 06.08.22 22:26

In Antwort auf: freizeitradler
Meine meisten Pedelc Touren sind über 100km in der Länge und oft über 1000 Höhenmeter. Die längste war 162 km.

Wer sagt das dies mit Radfahren nichts zu tun hat, scheint Vorurteile zu haben und sollte das erst mal selbst probieren ehe er spottet.



S.o. - ich habe umfangreiche Erfahrungen.

Es bleibt motorisierte Fortbewegung, also kein Radfahren (nur ein kleiner Leistungsanteil kommt von Dir, das sind einfach die Facts (Zahlen s.o.), lebe damit! cool ). Auch wenn man sich beim Ebiken natuerlich auch anstrengen kann. Vermutlich werden ich als Rentner auch irgendwann auf ein motorisiertes Zwei oder DreiRad angewiesen sein.

Das ist ja auch nicht weiter schlimm, denn es gibt viele gute Gründe, motorisiert unterwegs zu sein. Bin ich auch öfters. Verstehe auch nicht, warum das so ehrenrührig sein soll schmunzel Zu den mutmasslichen psychologischen Hintergründen habe ich ja schon geschrieben.


Das Motorisierung das Radfahren aber ganz klar verdrängt - siehe stark sinkende Verkaufszahlen der Fahrräder - und leider nicht das Autofahren (vgl. die trotz e-bike-Boom ungebrochene Steigerung der Auto-Personen-km /Jahr -> Quellen in meinen JuniPosts), DAS finde ich allerdings aus gesundheitspolitischen und ökologischen Gründen bedenklich!

Verstehe nicht, warum es Einigen so schwer fällt, über den Tellerrand der eigenen Bedürfnisse / des eigenen Vergnügens zu schauen!
von: panta-rhei

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 06.08.22 22:31

In Antwort auf: Margit
In Antwort auf: iassu
und ja, auch auf der Straße: das Wesentliche ist der neue Spaß dran.
Spaß peinlich dafür ist wohl etwas verachtenswerter, unmoralisches, verwerfliches unsicher teuflisch

Nur bei euch in Bayern ... Auto/Jetski fahren/Schokolade essen macht übrigens auch Spass teuflisch so what?
von: iassu

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 06.08.22 22:55

In Antwort auf: freizeitradler
Wer sagt das dies mit Radfahren nichts zu tun hat, scheint Vorurteile zu haben und sollte das erst mal selbst probieren ehe er spottet.
Für meinen Teil gilt: Lesen hilft. Bevor du mir Spott unterstellst, wäre ein inhaltliches Eingehen auf meine Gedanken hilfreich. So aber bleibt deine Entgegnung irrelevant. Sie läßt hingegen tief blicken.
von: KaRPe

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 07.08.22 00:50

In Antwort auf: freizeitradler
Wenn jemand gehässig von Moped spricht will er seine persönliche Überlegenheit natürlich zeigen. Ich denke dann, der hat das Spotten vermutlich nötig.


Wenn jemand angeberisch berichtet, was er für tolle Leistungen auf seinem Pedelec bringt, behauptet, dass eco in der Ebene sowieso nur das Mehrgewicht ausgleicht und dabei darauf besteht, dass das Fahrradfahren ist. Ich denke der hat Probleme mit seinem eigenen Unvermögen.


Mal ein paar Zahlen:
Ich trete auf meinem Gravel mit recht aufrechter Sitzposition und breiten Reifen (also eher ein MTB) mit um 160 Watt Dauerleistung eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 20-21 km/h im gemixten Terrain. Sagen wir also einfach mal, dass ich für 20 km 160 Wattstunden brauche.
Mit 500 Wattstunden schaffe ich demnach etwas über 60 km, mit 1100 Wattstunden sogar 137,5 km.
Irgendwas zwischen 500 bis 1.100 Wattstunden habt Ihr in Euren Akkus, oder?
Die Verluste sind überschaubar.
Der aktuelle Bosch cx legt in Eco 50% oben drauf, ab Tour ist es mit 110% oben drauf der Hauptantrieb. Turbo über 300% oben drauf. Spitzenleistung bis zu 600 Watt, wenn ich gerade nicht irre.
In Eco müsste ich noch noch 106 Watt treten, in Tour 76, in Turbo nur die Beine drehen, bzw bergauf irgendwann dazutreten. Dass das Spaß macht, es einige sinnvolle Anwendungsgebiete/Situationen dafür gibt und grds. jedem/jeder selbst überlassen ist, wie er/sie sich sich womit forbewegt, steht außer Frage.

Aber irgendwie habe viele Pedelecer wohl ein großes Problem mit der Selbstschätzung. Anders ist nicht zu erklären, warum diese dermaßen aggressiv darauf bestehen, dass das noch Fahrradfahren sein soll und jeder, der aufgrund Erfahrung oder Naturwissenschaft widerspricht, dumm oder intolerant ist?
Entschulding, bei diesen Werten ist es (Selbst)betrug und (Selbst)erhöhung darauf zu bestehen. Ein Pedelec ist dem Fahrrad lediglich juristisch gleichgestellt, damit es trotz Motorantrieb analog genutzt werden darf. Außerhalb der abstrakten Juristerei gibt es keine naturwissenschaftlich haltbaren Argumente, dass es ein Fahrrad ist, ebenso wenig, wie es die Weiterentwicklung des Fahrrades ist. Ein Fahrrad ist seit über 200 Jahren ein motorloses Fahrzeug und wird es immer sein.

Ihr seid Pedelecer/ eBiker, Ihr nutz ein alternatives Motorfahrzeug mit Pedalkraftunterstützung.
Tut dies mit Spaß und Überzeugung, aber seid ehrlich dabei.
Dazu gehört leider auch zur eigenen Entscheidung zum Motor zu stehen.
von: Margit

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 07.08.22 08:40

In Antwort auf: panta-rhei
Auto/Jetski fahren/Schokolade essen macht übrigens auch Spass teuflisch so what?
Du hast Heliskiing vergessen, ist ja bei Euch in der Schweiz auch möglich. Der beste Orthopäde, den ich je konsultierte, flog einmal jährlich mit meinem ehemaligen Nachbar nach Kanada zu Heliskiing. Jetzt ist er Professor und arbeitet in der Schweiz, warum wohl verwirrt
von: freizeitradler

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 07.08.22 08:57

Ach Andreas,

Lies einfach mal nach, wie bereits im zweiten Beitrag die Intension des Thread-Erstellers bösartig auf den Arm genommen wurde.

Mir macht es im Augenblick etwas Spaß eine andere Meinung als die Kritiker des Pedelec zu vertreten. Wäre ich reiner Bio-Biker wäre ich einfach still und würde den Pedelec Fahrern ihren Spaß ganz einfach gönnen.

Wenn KaRepe die Leistungsfähigkeit eines aktuellen Bosch CX analysiert scheint er auch nur theoretisches Wissen zu besitzen.

Ihm müsste doch sonst aufgefallen sein, dass bei Tour+ der Motor von extrem wenig bis zur maximalen Unterstützung geht. Das zeigt zumindest mein Display an. Ich wusste das nicht, da ich das so nicht gelesen hatte, finde es aber super.

Die Unterstützung der Bosch Motoren richtet sich bei den Unterstützungsstufen danach, was der Fahrer selbst aufs Pedal bringt.

Ein Pedelec als Moped zu bezeichnen zeigt die Unwissenheit. Zum einen dürfen Mopeds keine Fahrradwege benutzen und zum anderen gibt es keinen Gashebel. Vielleicht hat da mancher Lücken bei der Kenntnis der Verkehrsregeln.

Ohne das man selbst eine Tretleistung bringt, fährt ein Pedelec keinen Meter.

Sollte es nun Pedlec Fahrer geben die in der Ebene bereits mit Turbo fahren müssen, wie schändlich ist es verächtlich über sie zu sprechen, ihnen jegliche Leistung abzusprechen.

Eine ernsthafte Diskussion wie Pedelec-Fahrer mit ihrer Altersstruktur in Verbindung mit unserer Radinfrastruktur in ein Verkehrskonzept passen, wäre vielleicht angebrachter.

Da käme man auch unweigerlich zu dem Punkt die Verkehrstauglichkeit der Bio-Bike Fahrer zum Thema zu machen.

Wenn ich, das kommt sehr selten vor, mit dem Fahrrad durch München fahre, beobachte ich vor allem Bio-Bike Fahrer so zwischen 20 – 45 Jahre alt sind. Entweder gibt es unter ihnen viele Farbenblinde oder sie kennen keinerlei Verkehrsregeln. Ich habe es mal gezählt. Auf einer Strecke von 8 km waren es mindestens 20 absichtliche Verkehrsverstöße. Regt euch darüber mal auf, denn die gefährden andere erheblich, wenn sie zum Beispiel auf einem schmalen Radweg auf der falschen Seite fahren.

Ciao
Detlef
von: freizeitradler

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 07.08.22 09:06

In Antwort auf: KaRPe

Dazu gehört leider auch zur eigenen Entscheidung zum Motor zu stehen.


Kannst bitte einen Beitrag nennen in dem ein Pedelecfahrer nicht zur Entscheidung für einen Motor steht.

Du selbst hast allerdings keine oder extrem wenig Ahnung von Pedelecs und versuchst zu diskriminieren.
von: Juergen

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 07.08.22 09:45

In Antwort auf: KaRPe
Aber irgendwie habe viele Pedelecer wohl ein großes Problem mit der Selbstschätzung. Anders ist nicht zu erklären, warum diese dermaßen aggressiv darauf bestehen, dass das noch Fahrradfahren sein soll und jeder, der aufgrund Erfahrung oder Naturwissenschaft widerspricht, dumm oder intolerant ist?
Dem Grunde nach muss ich dir Recht geben, doch das Problem liegt ganz woanders. Es liegt im Unwissen und im Unwillen, sich mit Leistungsdaten auseinanderzusetzen.
Wer weiß denn schon, wie viel Watt er treten kann.
Wer weiß schon, wieviel W/h notwendig sind, 160kg Systemgewicht mit 8km/h eine Steigung von 7% über eine Strecke von 13km zu befördern.
Fragst Du jemanden, wieviel Watt er am Ende des Tages gebraucht hat, dann zucken alle nur die Schultern bis zu den Ohren. Beide. "2 Balken hab ich noch" ist dann eine Standardantwort. erstaunt Jede Tankanzeige eines 2CV ist genauer.

Ich habe mich am Anfang, als ich den Akku für meinen Umbau bestellte mit Kreuzotter dem Leistungs- und Geschwindigkeits-Rechner beschäftigt und mir ein Messgerät gekauft, das mir einige Parameter anzeigt. Der Watt Analyser ist zwischen Akku und Motor gesteckt und hilft mir, die Leistungseinbrüche am Ende des Tages besser zu verstehen. schmunzel (Es gibt bessere Geräte, die aber ein vielfaches kosten.)
Und ja, manchmal fahr ich nur im Power Modus und finde das einfach geil, manchmal strecke ich mich nach der Decke und beschränke mich selber auf wenig Unterstützung. Der Muskelkater zeigt mir dann ehrlich an, dass ich mich noch mindestens einen Balken entwickeln kann. zwinker

Nochwas: So richtig entsetzt war ich letztens, als ich auf der Rohloff-Seite einen Artikel fand, in dem beschrieben wird, wie eine Frau auf einem mittlerweile 11.000,- Euro teuren Nicolai HNF mit 2250 Watt an 85 Nm ungefähr 100km/Tag durch die Gegend knallt und dabei von ihrem Mann im 350.000,- Euro 4x4 Lastwagen begleitet und unterstützt wird. Ja, solche Auswüchse gibt es auch. bäh



von: panta-rhei

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 07.08.22 10:32

Diskriminierung???
Kommt bekanntlich von unterscheiden grins... in diesem Fall zwischen Motorfahrzeug und Muskelkraftgefaehrt. listig
160 w Dauerleistung ist noch sehr optimistisch...
Habe als Studi das mal genauer gemessen, laeppische 125W.
Ergo...
von: Margit

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 07.08.22 10:54

In Antwort auf: Juergen
So richtig entsetzt war ich letztens, ... wie eine Frau auf einem mittlerweile 11.000,- Euro teuren Nicolai HNF mit 2250 Watt an 85 Nm ungefähr 100km/Tag durch die Gegend knallt und dabei von ihrem Mann im 350.000,- Euro 4x4 Lastwagen begleitet und unterstützt wird.
ich war es mich Sicherheit nicht, obwohl ich mir das ganz toll vorstellen könnte bier

Zitat:
Wer weiß schon, wieviel W/h notwendig sind, 160kg Systemgewicht mit 8km/h eine Steigung von 7% über eine Strecke von 13km zu befördern.
Für was soll man sich denn noch alles interessieren? Ich weiß nur, dass ich einen Bosch-Motor, keine Ahnung was für ein Modell und einen 500er + 400er Akku. Eines bin ich mir aber ganz sicher: Heute Abend könnte ich den Titel ändern: Pedelec-Gedanken nach 50.000km. Dafür habe ich jedoch keine Zeit, muss meine Morgen-Tour planen bier
von: HeinzH.

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 07.08.22 11:04

Moin moin!
In Antwort auf: KaRPe
Irgendwas zwischen 500 bis 1.100 Wattstunden habt Ihr in Euren Akkus, oder?
Die Verluste sind überschaubar.
Meine Akkus haben 180Wh, 360Wh und 504Wh

In Antwort auf: KaRPe
Der aktuelle Bosch cx legt in Eco 50% oben drauf, ab Tour ist es mit 110% oben drauf der Hauptantrieb. Turbo über 300% oben drauf. Spitzenleistung bis zu 600 Watt, wenn ich gerade nicht irre.
In Eco müsste ich noch noch 106 Watt treten, in Tour 76, in Turbo nur die Beine drehen, bzw bergauf irgendwann dazutreten.
Ich beziehe mein Wissen bez. Pedelecs nicht nur aus Hochglanzprospekten und/oder gelegentlichen Probefahrten sondern aus meinen Erfahrungen seit 2011. Ich bin aber gern bereit, Dich an meinem Wissen teilhaben zu lassen:
Nicht nur die von mir, sondern auch viele andere Pedelelecs lassen sich mit verschiedenen Unterstützungstufen fahren. Meines hat die Stufen 0-1-2-3-4-5-6, ...

...die beiden Pedelecs meiner Frau 0-1-2-3-4-5-6-7-8-9
...und ja, alle drei Pedelecs können frei von elektromechanischen Verlusten auch in Stufe 0 bewegt werden. Und werden es auch. Weil das so ist, sind alle drei mit ordentlich abgestuften 3x10 Schaltungen ausgestattet. Andernfalls nämlich wäre eine 1x7-Schaltung oder gar keine völlig ausreichend.
Es ist nicht alles Bosch was glänzt und es gibt nicht nur schwarz+weiß.

In Antwort auf: KaRPe
Aber irgendwie habe viele Pedelecer wohl ein großes Problem mit der Selbstschätzung. Anders ist nicht zu erklären, warum diese dermaßen aggressiv darauf bestehen, dass das noch Fahrradfahren sein soll..(...)
Von Agressivität der hiesigen Pedelecer habe ich jedenfalls bisher nichts mitbekommen, dagegen viel von nach Arroganz klingenden Beiträgen einiger Nochnicht-Pedelecer hier.

In Antwort auf: KaRPe
(...)...und jeder, der aufgrund Erfahrung oder Naturwissenschaft widerspricht, dumm oder intolerant ist?
Hmmh, dumm und intolerant würde ich niemals schreiben. Manch Pedelec-Gegner hat halt, vielleicht aufgrund von Sichtfeldeinschränkungen, eher fundamentalische Sichtweisen. Das ist nicht ehrenrührig.

Gruß aus der Friedensstadt,
HeinzH.
von: HeinzH.

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 07.08.22 11:04

In Antwort auf: panta-rhei
In Antwort auf: Spessarträuber

Meine Folgerung, Pedelec erschliessen ganz andere landschaftlich, historisch und kulturell interessante Reisewege und Ziele.

Keine Frage.
Ein Elektro-Motorrad oder ein gar Elektroauto würden aber da noch gaaaanz andere Reisewege und Ziele erschliessen! cool SCNR
Schön, dass Du Freude am Reisen hast - viel Spass!
Ohne Worte...
von: Falk

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 07.08.22 11:15

Zitat:
...und ja, alle drei können frei von elektromechanischen Verlusten auch in Stufe 0 bewegt werden.

Das kann ich bestätigen und es ist eben der Vorteil von Nabenmotoren mit Freilauf, die nicht mitbewegt werden müssen, wenn sie nicht benötigt werden. Nur denken eben Fritzchen und Lieschen Mogelfahrradmüller praktisch nur noch an die schon konzeptionell bescheuerten Mittelmotoren – und wenn man die einbezieht, ist es kein Wunder, dass das Fahren ohne Hilfsenergie als wenig erbaulich angesehen wird.
Der entscheidende Fehler passiert in solchen Fällen vor dem Kauf und ich tippe es gerne immer wieder: Ein elektrischer Fahrmotor kommt ohne Schaltgetriebe aus. Die, die das nicht sehen wollen, sollten ihre meist jahrzehntealten und bundesdeutschen Verbrennunungsmotorerfahrungen endlich mal vergessen. Ein Elektromotor kann aus dem Stand das volle Drehmoment entwickeln. Mit Verbrennungsmotoren ist das unmöglich und daraus resultieren die Kopfstände mit Reibungskupplung und Schaltgetriebe. Nur ist die Welt eben kein Pkw und erst recht keiner einer deutschen Nobelmarke.
von: Juergen

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 07.08.22 11:48

In Antwort auf: Falk
Nur denken eben Fritzchen und Lieschen Mogelfahrradmüller praktisch nur noch an die schon konzeptionell bescheuerten Mittelmotoren – und wenn man die einbezieht, ist es kein Wunder, dass das Fahren ohne Hilfsenergie als wenig erbaulich angesehen wird.
Mein lieber Falk,
mein Radhändler fuhr letztens mit meinem Patria und ausgeschaltetem Motor und meinte: Fährt sich wie ein Terra ohne Motor.
Es gibt Mittelmotoren, die haben einen Freilauf.

Nochwas: Auf meiner letzten Tour für ich einige Kilometer neben einem Reiseradler mit nem Pinion Getriebe zusammen. Beim Verabschieden merkte er, aber erst nachdem ich ihm das gesagt habe, dass da unten ein Bafang hängt. Er hat den Motor nicht mal gehört.
Und das lag nicht an der lauten Pinion. grins
von: tomrad

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 07.08.22 12:29

...vielleicht lag's an deiner Rrrrohloff... grins
von: Juergen

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 07.08.22 12:35

14 Gänge, ja ich brauche sie alle noch, sind leiser als jeder Freilauf von Shimano, Hope oder sonstigem Gerödel. grins
von: Falk

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 07.08.22 12:46

Zitat:
Es gibt Mittelmotoren, die haben einen Freilauf.

Das schon, aber häufig, siehe Bosch, eine Übersetzung nach oben und dann nur ein sehr kleines Kettenblatt – und der Unfug mit der Gangschaltung im Motorabtrieb bleibt. Wirklich sinnvoll wäre ein Mittelmotor nur, wenn er schaltgetriebelos auf das Hinterrad wirkt und der Fahrer ein Getriebe nach Pinionvorbild erhält. Der Fahrmotor braucht kein Schaltgetriebe, das ist und bleibt konstruktiver Stuss.
von: Gravelbiker_Berlin

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 07.08.22 13:57

Ich persönlich finde es bedauerlich, dass sich dieses Forum nicht in Muskelradfahrer und E-Bike-Fahrer aufteilen kann.
Ich finde, es gibt kein Topic, wo beide Gruppen eine gemeinsame Sprache sprechen. Das beste Beispiel bist doch Du, Margit. Wir sind hier mal bei meinen Fragen zu Navigation aneinandergeraten. Du hast mich vollgelöffelt, ich solle nicht so herumjammern, sondern erst mal ausprobieren, was mir hier geraten worden ist. Ich habe mich artig entschuldigt, weil ich natürlich nicht Leute hatte ärgern wollen, die mir vorher geholfen haben. Diese Entschuldigung ziehe ich zurück, denn Du bist für mich kein Gesprächspartner, sondern E-Bike-Fahrer. Gerade Deine Hinweise waren auch überhaupt nicht sachdienlich. Was soll ich z.B. mit Osmand? Das scheint ein Programm für Smartphone zu sein. Ich dagegen navigiere mit Garmin, und mache die Routen zu Hause auf dem PC.

Ich dachte immer, ich bleibe in diesem Forum, weil ich hier was zu Navigation lerne, und bei Navigation ist es ja egal, ob E-Biker oder Muskelradfahrer. Aber selbst das ist nicht so. Beispiele:

Deine Kritik, ich solle endlich ausprobieren, was mir alles gesagt worden ist (inzwischen habe ich da übrigens getan, jedenfalls die nützlichen Hinweise, nicht Deine):
Ich dachte damals, Du hast ja recht.
Aber im Gegensatz zu Dir trainiere ich muskelgetrieben. Und wenn ich dann mal wieder versucht habe, meine Wochenend-Trainingsrunde von meist 120 km mit möglichst hohem Durchschnitt zu fahren, dann bin ich ziemlich groggi. Dann mach ich eben nicht mehr den Computer an und schaue mir Navigationssoftware an. Ich fahre nicht nur Rad, ich trainiere eben auch Radsport. Und hätte ich nicht grad noch Corona-Nachwirkungen, würde ich jetzt auch trainieren. Wenn ich vor meiner Trainingsrunde noch etwas Zeit habe, dann gehe ich übigens 2km Brustkraulschwimmen, also auch da keine Zeit für Navigation.

Du dagegen hast ja für sowas endlos Zeit, denn Du strengst Dich ja beim Radfahren nicht an.

Aber da gibt es noch mehr Unterschiede. Du hast Dich mehrfach darüber verbreitet, dass Du Tablets mit auf Deine Touren nimmst. Welcher Muskelradfahrer würde denn das machen, die verursachen viel zu viel Windwiderstand? Ebenso der Lenkerbeutel, den Du dafür verwendest.

Und dann hast Du Dich noch gerühmt, wie Du unterwegs immer zwischen verschiedenen Strecken hin und herpendelst. Das kostet alles viel Zeit. Da muss man erst mal aufs Tablet schauen, muss sich orientieren, usw. Ich habe diese Zeit unterwegs nicht, ich muss trainieren! Auch für meine muskelgetriebenen Radreisen, aber nicht nur dafür, sondern weil ich Sportler bin. Meist fahre ich daher sowieso die gleiche Strecke. Du dagegen, für Dich arbeitet ja Dein E-Motor, wenn Du da mal ein paar Minuten Dich auf dem Tablet verloren hast, die 25km/h sind ja gleich wieder "elektrisch garantiert abrufbar", da kannst Du alles wieder mühelos aufholen.

Die Leute, die mir bei Navigation am Ende wirklich viel geholfen haben, fahren übrigens Muskelfahrrad.

An solchen Sachen sieht man, dass Muskel-Radfahrer und E-Biker nicht mal bei einem harmlos anmutendem Thema wie Navigation eine gemeinsame Sprache sprechen.
Nach wie vor verstehe ich daher nicht, welchen Sinn es ergibt, dass beide Gruppen in einem Forum sind.
Wir müssten uns doch hier gar nicht streiten, wenn wir nicht in einem Forum wären.
Nur weil diese Dinger noch halbwegs wie Fahrräder aussehen (was meiner Meinung nach Absicht ist, damit man nicht sofort sieht: Ahh, da kommt mal wieder ein ein E-Biker (und damit die sportliche Anmutung bleibt)), nur deshalb müssen sie doch nicht mit richtigen Fahrrädern in einen Topf geworfen werden.

Warum findet dieses Forum nicht die Kraft, sich in zwei Foren aufzuteilen?
Grüße
Christoph
von: Keine Ahnung

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 07.08.22 14:35

In Antwort auf: Gravelbiker_Berlin

Warum findet dieses Forum nicht die Kraft, sich in zwei Foren aufzuteilen?


... weil das eigentlich unnötig sein sollte. Es ist inzwischen so, dass sowohl Pedelecs als auch "normale" Fahrräder für Radreisen genutzt werden. Wie es zuvor schon nicht "die Radreise" gab, gibt es nun auch nicht "das Reiserad". Ich selber schließe für mich ein Pedelec nicht aus, aber werde erst auf elektrische Hilfe zurückgreifen, wenn ich sie tatsächlich brauchen sollte. Ich hoffe, dass das noch lange nicht nötig sein wird, aber das ist meine private Entscheidung und wenn andere Reiseradler die E-Unterstützung bereits früher suchen, ist das ebenfalls ein individuell sicher begründbarer Schritt. Auch die Navigationshilfsmittel sollten den privaten Bedürfnissen entsprechen. Das geht noch weiter. Ob man einen Helm trägt oder nicht, ob man klassische Satteltaschen verwendet oder auf "Bikepacking" setzt, usw. sollten alles Themen sein, die keinen Anlass zu "Streitereien" geben. Dennoch müssen wir Moderatoren immer wieder einmal einschreiten, um die Wogen zu glätten.

Letztendlich sollte das Forum zu solchen Fragen verschiedene Antworten geben. Jede(r) kann Argumente pro und contra geben und dann sollte es dem/der Interessierten überlassen bleiben, welche Schlüsse er/sie daraus zieht. Etwas "Toleranz" ist hier hilfreich. Man muss akzeptieren, dass es unterschiedliche Lösungen z. B. bei der Wahl eines Reiserades oder bei der Methode der Navigation geben kann.

Diese Toleranz vorausgesetzt, muss eine Aufteilung des Forums nicht erfolgen. Wer sich ausschließlich für Pedelecs und deren Technik interessiert, könnte durchaus entsprechende Spezialforen nutzen. Hier geht es um Radreisen mit allen Varianten und Aspekten. Das schließt Pedelecs ebenso ein, wie muskelgetriebene "klassische" Fahrradvarianten.
von: schorsch-adel

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 07.08.22 14:57

Zitat:
hast allerdings keine oder extrem wenig Ahnung von Pedelecs und versuchst zu diskriminieren.

Dass eine Minderheit eine Mehrheit diskrimiert ist schon eher selten.
von: tomrad

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 07.08.22 15:31

Hallo Christoph,

beim Lesen manch deiner Beiträge frage ich mich manchmal, ob es sich um eine Art Satire handelt, für dessen Erkennen mein Geist wohl zu schlicht ist, oder, ob du alles ernst meinst.
Für den letzteren Fall würde ich einfach akzeptieren, dass die Menschen verschieden sind, nicht jeder kann oder will sein ganzes Leben, um bei dir zu bleiben, erstmal 2 km kraulen und dann 120 km durch die Gegend zu heizen (und wahrscheinlich die Krise zu kriegen, wenn du an einem müde bergauf schnaufenden Onkel, wie mir nicht vorbei kommst, weil der Weg zu schmal ist...).
Ich finde es ganz schön, dass hier ein weites Spektrum an Radfahrern sich hier tummelt mit unterschiedlichen Einstellungen, Erfahrungen, Lebensanschauungen und auch (du ahnst es schon) Fahrrädern. lach
von: MajaM

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 07.08.22 17:26

In Antwort auf: Keine Ahnung
Es ist inzwischen so, dass sowohl Pedelecs als auch "normale" Fahrräder für Radreisen genutzt werden.

Ich denke, da gibt es schon grundlegende Unterschiede. In meinen Augen geht es beim Fahrrad und Radfahren ganz zentral um Minimalismus: Einfache, selbst-reparierbare Technik. Es steht einzig und allein der Antrieb aus eigener Muskelkraft im Mittelpunkt. Man ist nach einer Etappe durch hügeliges Gelände oder bei Gegenwind ernsthaft erschöpft - kommt immer wieder an körperliche Grenzen. Wenn das alles wegfällt mit undurchschaubar-irreparabler Technik und Muskelkraft-Zugabe nur als sanfte Deko - dafür aber die Suche nach der nächsten Steckdose essentiell wird - dann hat das wenig mit meinem Verständnis von Radtouren zu tun.

Auch aus Öko- und Gesundheits-Gründen fände ich es gut, wenn alle Menschen auf der Welt sich im wesentlichen per Muskelkraft fortbewegen würden. Alle Menschen hingegen aufs Pedelec zu setzten, halte ich nicht für nachhaltig. In Mitteleuropa sind zudem die meisten Menschen (mich eingeschlossen) körperlich nicht ausgelastet, bewegen sich zu wenig, sind übergewichtig. Da ist es doch per se abwegig, sich nur noch mit elektrischen Prothesen fortzubewegen.

Natürlich ist nichts einzuwenden gegen Anwendungen, wo ein Privat-Kfz dadurch ersetzt wird. Das ist zu bejubeln! Das Pedelec als Methadon für die Motor-Abhängigkeit wäre traumhaft, auf dem Weg dann bald ganz auf Muskelkraft umzusteigen. Leider sehe ich das aber in meinem Bekanntenkreis nirgends. In Masse steigen Menschen von Fahrrad aufs Pedelec um. Kein Fall ist mir bekannt, wo ein Pedelec angeschafft wurde um damit ganz auf den eigenen Pkw zu verzichten. Ich kenne auch wenige Berichte, wo vom Pedelec aufs Fahrrad umgestiegen wurde.

Liebe Grüße
Maja
von: KaRPe

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 07.08.22 17:46

In Antwort auf: panta-rhei
Diskriminierung???
Kommt bekanntlich von unterscheiden grins... in diesem Fall zwischen Motorfahrzeug und Muskelkraftgefaehrt. listig
160 w Dauerleistung ist noch sehr optimistisch...
Habe als Studi das mal genauer gemessen, laeppische 125W.
Ergo...


Naja, ich bin vermutlich zu fett und stehe wie ein LKW im Wind, da sind dann die 160 erforderlich.
Spaß beiseite, das sind Werte einer durchschnittlichen 60er bis 80er Runde mit um 400-500 HM. Da steckt also auch drin mein ideales Schlachtgewicht die Hügel hochzuwuchten. Und ich bin echt nicht gut/schnell am Berg.
Vielleicht sollte ich auch auf ein Pedelec umsteigen, zumindest so lange, bis endlich das Pedelec2800 aus Pixars Wall-e verfügbar ist grins grins
von: Keine Ahnung

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 07.08.22 18:26

In Antwort auf: MajaM

Ich denke, da gibt es schon grundlegende Unterschiede ...


Eigentlich kann ich Dir aus meiner persönlichen Sicht zustimmen. Aber das liegt daran, dass wir beide wahrscheinlich sehr ähnliche Auffassungen von dem haben, was für uns eine Radreise ist. Aber dies lässt sich nicht auf alle Menschen übertragen. Manche Menschen möchten mit dem Rad auf Reise gehen, aber damit keine übermäßigen körperlichen Anstrengungen auf sich nehmen. Somit ist eine Reise entlang des Weser-Radwegs, für die ich selber keinerlei Notwendigkeit einer elektrischen Unterstützung sehen würde, für andere doch eher etwas, was sie eben nur in Angriff nehmen, wenn sie dabei nicht übermäßig erschöpft abends ins Bett fallen. Das ist aber dann eben immer noch eine "Radreise".

Ökologisch gesehen und auch unter dem Aspekt der Gesundheitsförderung ist ein "normales Rad" immer vorzuziehen. Pedelec-Nutzer dürfen ihre Version des Radfahrens im Vergleich zur "Muskelantriebsvariante" sicherlich nicht als ökologisch vorteilhafte Fortbewegungsart darstellen. Sie können es aber im Vergleich zu einer Flug- oder Autoreise sicherlich tun. Ich kenne doch einige Leute, die erst seitdem sie ein Pedelec haben, über das Verreisen mit dem Rad nachdenken und so etwas auch angehen.

Für mich ist das (noch) nichts und für Dich und andere auch nicht. Aber es gibt Leute, die das anders sehen. Einzig bei Kindern und Jugendlichen sehe ich das uneingeschränkt kritisch. Hier sollten Eltern tatsächlich eher bestrebt sein, ihrem Nachwuchs ausreichend Bewegung zu verschaffen. Das funktioniert dann natürlich am besten, wenn auch die Eltern (die typischerweise auch noch nicht im Greisenalter sind) mit gutem Beispiel vorangehen. Selbst bei meiner ablehnenden Haltung in diesem Fall werde ich aber Eltern keine Vorschriften machen wollen, sondern sie lediglich darauf hinweisen, dass ich persönlich hier anders handeln würde.
von: nebel-jonny

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 07.08.22 18:57

Ich möchte hier auch mal meinen Senf dabeigeben. Das ist doch hier jetzt eine Pro und Contra eBike Debatte richtig?Ich bin ein Bioradler der täglich mit dem Rad sehr viel im Köln Bonner Raum unterwegs ist.So etwa 2/3 sehe ich da nur noch eBikes.Und weiß nicht warum ich guck einfach wer da so drausitzt. Vornehmlich sind das ja ältere Leute .Finde das ist ne gute Sache Geselligkeit Freizeitangebot gemeinsam eBike .Schwach und alt ich kann nicht mehr kein Thema also runter vom Sofa raus auf eBike.Ja ist ok so.
So aber jetzt kommt’s :ich hab Übergewicht( nein nicht ich) mir ist Radfahren daher zu anstrengend also kauf ich mir ein eBike.Aber warum den? 5 km völlig verausgabt reichen doch.Man tut was für seine Gesundheit .Ja ja ich bin lieber dick als dünn und fett ist Gesund..Ich will hier keine übergewichtigen Menschen beleidigen weil das kann ja jeder für sich selbst entscheiden ob er schwer in Ordnung ist.Jedenfalls finde ich es ein furchtbarer Anblick wenn junge Leute mit 100 kg zuviel auf som Ding sitzen.Beispiel kleine Fußgängerbrücke über die Autobahn sehr steil.Ich geh da lang überholt mich etwa im Schritttempo ein junger Mann ca.100 kg mit eBike.Jede Kurbelumdrehung ein total lauter Knackton.War wohl die Kupplung die da nicht mehr greifen konnte.Dachte nun schafft der da hoch oder platzt dem vorher der Motor?Ein wirklich megapeinlicher Anblick.Ich selber die Tage bei Rekord Temperaturen an die 40 Grad mit mit dem Rad unterwegs.Kein Radfahrer weit und breit zu sehen.Ich dachte man muss schon wirklich was an der Murmel haben wenn man sich sowas antut.Aber die eBiker dies ja viel leichter haben auch alle im kühlen Keller.Sind die alle schlapp? Sollten mal wieder richtig Fahrradfahren.Ich bin übrigens 58 J und werde mir irgendwan mal wenn ich den Berg nicht mehr hochkomme auch ein eBike kaufen.Oder Herzkaspar vorher.Also ich fände es auch gut hier Forum mal zu trennen mit und ohne Motor.Ein Forum für die aussterbenden neuen Spezies die Bioradler.
Gruß an alle Bioradler hier.
von: Uli

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 07.08.22 19:18

Kinder, die Diskussion bringt nix. Die Forumshäuptlinge haben schon vor einiger Zeit entschieden, dass auch die eRadler hier im Forum eine Heimat haben, solange sie mittreten.

Zudem wäre es schade, wenn wir neben der Helmpflicht ein zweites No-go-Thema bekämen. Deshalb wünsche ich mir, dass allgemein geäusserte Kritik nicht immer sofort persönlich genommen wird.


Gruß
Uli
von: martinbp

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 07.08.22 19:23

Hallo Christph,
also hier tust du Margit ganz deutlich unrecht.

Was Navigation betrifft, hat jeder seine Vorlieben, darüber lohnt sich nicht zu streiten. Und jeder kann nur Tipps zu den Programmen geben, die er kennt (und das er natürlich für das Beste hält- das geht mir genauso)
.
Bei deinen Fragen hattest du nicht darauf hingewiesen, dass Antworten, die nicht Garmin-kompatibel sind, nicht erwünscht sind.
Wenn das so gewesen ware, hätte ich nicht einen einzigen Beitrag geschrieben, denn mit Garmin kenne ich mich so gut wie nicht aus.
Margit hat- ähnlich wie ich - mit einem Garmin-Autonavi begonnen. Aber nach dem ersten Motorola defy war Garmin für mich nicht mehr relevant, auch wenn ich die Vorteile eine outdoor-Navis durchaus positiv werte.
All die Programme, die zur Routenplanung geeignet sind, auszuprobieren, kann wohl niemand zeitlich schaffen, der im Arbeitsleben steht, selbst ein Rentner kann das nicht.
Also wirst du eine Entscheidung treffen müssen, mit welchem Programnm du dich eingehender beschäftigen willst.
Und währenddessen wirst du Tipps bekommen, das ein anderes für deine BEdürfnisse vielleicht doch noch besser geeinet ist. Dann springst du von einem zum andern hin und her, ohne eines wirklich bis in alle Einzelheiten kennenzulernen.

Das andere ist die Frage des Alters und der körperlichen Fitness und der damit zusammenhängenden Frage ob Pedelec oder Muskelfahrrad. Wenn es dir um Training geht, bist du hier im falschen Forum, hier geht es um Reisen oder Touren.
Ich habe noch nie in meinem Leben nach einer Tour die Durchschnittsgeschindigkeit angeguckt, Wattzahlen etc. interessieren mich auch nicht. Und der zusätzliche Windwiderstand eines Tablets schon gar nicht.
Außerdem kannst du das flache Umland Berlins nicht mit den Hügeln/Bergen um München vergleichen.

Und wer halt Rentner ist, kann anders mit seiner Zeit haushalten, als jemand der noch arbeiten muss und deshalb nicht so viel Radfahren kann, wie er gerne möchte. Und wer sein Handy oder auch Tablet dafür nutzt, neue Strecken im eigenen Umland zu finden, und kennenzu lernen, kann mit seinen/ihren Erfahrungen durchaus dazu beitragen, dass andere einen Anhaltspunkt/Tipp/Idee finden, um auf ähnliche Weise auch woanders zu verfahren. Es gibt ja keine Pflicht, die Dinge auszuprobieren.

All das ist völlig unabhängig davon, ob jemand Pedelec fährt oder Biofahrrad, und leichter oder schwerer eine Berg rauf kommt als der andere.
Momentan fahre ich noch ohne e-Unterstützung, aber der Gedanke, mal 7 km mit 6% Steigung nicht in einer Stunde zu bewältigen, sondern in 20 Minuten, der hat schon was für sich.

Auch der Gedanke, dass sich, bis ich in wirklich schöne Gegenden komme, erst einmal 50 km durch die "Ödnis", vielleicht sogar mit Gegenwind fahren muss- (und dann zu wenig Zeit zu einer Tour duch die Berg bleibt) geht auch in die Richtung, eins meiner Räder auf e-Unterstützung umubauen.

VG aus Budapest
Martin
von: nebel-jonny

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 07.08.22 19:40

In Antwort auf: Uli
[mod]dass allgemein geäusserte Kritik nicht immer sofort persönlich genommen wird. [/mod]


Passiert hier aber leider allzuoft…..
Gruß
von: Keine Ahnung

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 07.08.22 19:41

In Antwort auf: nebel-jonny
Also ich fände es auch gut hier Forum mal zu trennen mit und ohne Motor.Ein Forum für die aussterbenden neuen Spezies die Bioradler.
Gruß an alle Bioradler hier.


Wenn schon, dann sollten wir hier nur noch Reiseradler berücksichtigen, die mit Rädern ohne Gangschaltung, ausgerüstet bestenfalls mit einem Tarp, natürlich unbehelmt und sich mit Kompass oder nach den Sternen orientierend unterwegs sind. Das ist die reine Lehre. Ich würde dann im Forumsteil für "Weicheier" verbleiben und mir den auch mit den "ganz verweichlichten E-Rollator-Reisenden" teilen, um ehrfürchtig die Reiseberichte der Helden zu lesen.

[Ironiemodus aus] - Ich sehe mich selber häufig versucht, in einem Anfall der "Überheblichkeit" Pedelec-Nutzer herabzuwürdigen. Und in einigen Fällen ist Kritik vielleicht sogar angebracht, gerade, wenn ein klarer Mangel an Bewegungsdrang zu erkennen ist. Wenn ich ein stark übergewichtiges Kind auf einem Pedelec sehe, so schaue ich lieber weg, um mich nicht zu sehr zu ärgern. Aber ich muss eben auch akzeptieren, dass jemand keine Freude daran hat, sich im Mittelgebirge einen Hügel nach dem anderen hochzuschrauben, diese Person aber dennoch gerne in der schönen Natur mit einem Fahrrad unterwegs sein will. Von Leuten, die körperliche und gesundheitliche Gründe für die Pedelec-Nutzung anführen können, möchte ich gar nicht reden. Ich bin übrigens noch etwas älter als Du und bin sicher, dass meine üblichen Radreisen nur von relativ wenigen Radreisenden hier im Forum so durchgeführt werden, wie ich das tue. Das kann ich gut nachvollziehen und umgekehrt gibt es auch Radfahrer hier, die uns beide nochmals übertrumpfen könnten. Wo soll dann der Maßstab angelegt werden? Meine Frau mag "extreme" Touren, wie ich sie durchführe nicht mitmachen. Sie fährt aber mit dem "Biobike" durchaus "normale Radtouren" (z. B. Alpe-Adria-Radweg) mit. Allerdings hat sie ganz klar gesagt, dass sie ein Pedelec haben wollte, würden wir in einer bergigen Gegend wohnen. Das finde ich akzeptabel.

Warum soll hier etwas aufgetrennt werden? Wenn jemand einen Reisebericht nicht lesen will, weil er von einer Radtour stammt, die mit verwerflicher elektrischer Unterstützung bewältigt wurde, so steht ihm/ihr das frei. Wenn jemand Diskussionen zu den günstigsten Varianten der Motorisierung anstößig finden sollte, so liest er/sie eben nicht.
von: Margit

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 07.08.22 19:41

In Antwort auf: nebel-jonny
Ich bin übrigens 58 J und werde mir irgendwan mal wenn ich den Berg nicht mehr hochkomme auch ein eBike kaufen.
So dachte ich früher nicht. Vor 10 Jahren empfahl mir mein Radhändler ein Pedelec, sollte wenigstens mal Probe fahren. Antwortete ihm, dass ich vorher eher Zyankali schlucke und wechselte das Fahrradgeschäft. Im Reisebericht schrieb ich
Zitat:
Als ich einmal verschnaufte kam mir ein ca. 40-50 jähriger Mann mit seinem Pedalec entgegen und meinte, „so etwas müssen sie sich kaufen“. Weiß nicht, warum mir spontan der Spruch von Udo Bölts „Quäl dich, du Sau!“ einfiel und mir neue Kräfte verlieh. Beim Hochschieben dieser Schotterstrecke
Zwei Jahre später kaufte ich mir dann so ein schweres Vehicle, welches das älter werden etwas ertäglicher macht.
von: nebel-jonny

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 07.08.22 20:00

um das noch mal kurz zusammen zu fassen:Die eBiker kann man kritisieren die Bioradler aber nicht……
Jedem was braucht.
Gruß
von: Keine Ahnung

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 07.08.22 20:51

In Antwort auf: nebel-jonny
um das noch mal kurz zusammen zu fassen:Die eBiker kann man kritisieren die Bioradler aber nicht……
Jedem was braucht.
Gruß


Den Sinn Deiner Aussage verstehe ich nicht - muss ich aber wohl auch nicht. Ich würde einmal sagen, dass hier niemand irgendjemanden kritisieren sollte. Es wird wohl jeder für sich die Wahl seines Fahrrades, seiner Art Radreisen zu machen usw. begründen können. Warum sollte man nun anfangen, das zu kritisieren? Man muss es nicht verstehen oder für sich selber übernehmen, aber das verlangt ja auch niemand.
von: Uwe Radholz

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 07.08.22 21:08

In Antwort auf: nebel-jonny
In Antwort auf: Uli
[mod]dass allgemein geäusserte Kritik nicht immer sofort persönlich genommen wird. [/mod]


Passiert hier aber leider allzuoft…..
Gruß


Passiert hier wie im richtigen Leben. Aber eigentlich nicht oft. Ich weiß, das es schwer ist so was wie „oft" zu quantifizieren. Aber insgesamt ist doch Ton meist zivilisiert und unterschiedliche Standpunkte müssen halt auch mal ausgetragen werden.
von: Uwe Radholz

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 07.08.22 21:23

Ich finde deinen Wunsch, etwas aufzuteilen, es zu ordnen, unverständlich. Wozu? Wenn du was nicht lesen willst, machst du es einfach nicht. Du kannst Forumistos per Funktion ignorieren und es besteht somit kein Problem, das sich mir offenbart.

Mal kurz zu Forumistos, die elektrisch fahren, die ich persönlich kenne und schätze und deren Motorisierung für mich uneingeschränkt akzeptabel ist. Wobei ich hier noch einfüge, dass meine Akzeptanz für Dinge, die andere tun und die mein Leben nicht erkennbar beeinträchtigen, ziemlich irrelevant ist.
Aber da sind bei einigen Freunden, die ich kenne, schwere Krankheit, Verletzung und fortgeschrittenes Alter mit den oft dazugehörenden körperlichen Beeinträchtigungen zu nennen.
Ich jedenfalls wünsche nicht von denen und von niemandem separiert zu werden.
von: Biotom

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 07.08.22 22:10

In Antwort auf: tomrad
beim Lesen manch deiner Beiträge frage ich mich manchmal, ob es sich um eine Art Satire handelt

Meine Rede - meistens sehr unterhaltsame Schreibe, ich muss jeweils ziemlich lachen grins
von: Heiko69

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 07.08.22 22:30

In Antwort auf: Keine Ahnung
Einzig bei Kindern und Jugendlichen sehe ich das uneingeschränkt kritisch. Hier sollten Eltern tatsächlich eher bestrebt sein, ihrem Nachwuchs ausreichend Bewegung zu verschaffen. Das funktioniert dann natürlich am besten, wenn auch die Eltern (die typischerweise auch noch nicht im Greisenalter sind) mit gutem Beispiel vorangehen.


Ist mir heute einmal aufgefallen: Eltern so ca. Mitte 40, zwei Kinder im Teenie Alter, alle auf recht neuen Fahrzeugen, Typ SUV. Ich meine, die haben mein ungläubiges Gesicht bemerkt schockiert

Mehrmals musste ich auch feststellen, dass Leute zwar ihre Mobilität mit Akkus aufbessern, ihre Schwerhörigkeit aber unbehandelt lassen, ergo Klingeln selbst aus kürzester Distanz nicht wahrnehmen.
von: m.indurain

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 07.08.22 23:03

In Antwort auf: MajaM
Man ist nach einer Etappe durch hügeliges Gelände oder bei Gegenwind ernsthaft erschöpft - kommt immer wieder an körperliche Grenzen.


Also ich als "Muskelfahrer" plane unsere Touren immer so, dass ich weder ernsthaft erschöpft bin, noch an körperliche Grenzen komme (weil deren Überschreitung ungesund sein kann).
Und andersherum könnte man eine Pedelec-Tour so planen, dass man danach total erschöpft ist und an seine körperlichen Grenzen kommt. Und wo steht denn geschrieben, dass ich mit einem Pedelec nicht mit 90% maximaler Herzfrequenz fahren kann?

Inzwischen gibt es E-Racing (mit MTB-Pedelecs). Glaubst Du, dass die da mit Ruhepuls unterwegs sind?

In Antwort auf: Keine Ahnung
Hier geht es um Radreisen mit allen Varianten und Aspekten. Das schließt Pedelecs ebenso ein, wie muskelgetriebene "klassische" Fahrradvarianten.


Genau so sehe ich das auch.
von: tomrad

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 08.08.22 00:10

Habe mich auch sehr amüsiert und freue mich darauf, wenn er wieder wie Georg Schramm lospoltert.
von: Holger

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 08.08.22 07:16

In Antwort auf: iassu
[…]Es ist schlicht eine neue Art der Mobilität. Weder brauchen sich Fahrradfahrinnen und Fahrradfahrer ihrer (zugegebenermaßen schwindenden) Welt beraubt zu sehen, noch brauchen sich die Elektrikinnen und Elektriker auf den Schlips getreten zu fühlen, wenn sie zum Alten nicht dazugezählt werden.


So sehe ich das auch, auch den Rest Deines Beitrags. Ich besitze nun auch ein E-Bike und fahre in der STadt damit. Zur Arbeit, zum Einkaufen. Ersetzt bei mir S-Bahn und Carsharing. Und ich bin sehr froh, dass ich das nun habe. Mein Problem ist, dass ich recht schnell schwitze. Daher war vor allem für das Pendeln das Fahrrad kein Thema. Mit dem E-Bike klappt das nun selbst bei deutlich über 30 Grad ohne übermäßig zu schwitzen (also nur soviel, wie ich auch beim schlichten Stehen schwitzen würde). Es ist für mich kein Radfahren. Auch im Eco-Mode nicht, wo ich mit etwas mehr Kraft treten muss. In der Freizeit mag ich das nicht, da möchte ich richtig Radfahren, Rennrad, Gravelbike, Radreise. Aber auch das kann sich natürlich ändern. Bin jetzt knapp über 50, ich kann selbstverständlich nicht sagen, wie ich das in 10, 20 Jahren sehe.

Ich sehe das auch als eine neue Art der Mobilität. Und im Ergebnis finde ich das auch gut, nicht in jedem Aspekt, aber das ist normal.

Was mich auch wundert, ist, warum das, was in dem zweiten von mir zitierten Satz nur so schwer klappt. Warum viele Diskussionen auch hier (woanders ist es noch schlimmer) so schnell ins persönliche abgleiten. Ziemlich egal, ob es um E-Biker geht, um Radfahrer, um Wohnmobilfahrer, um Autofahrer, um Leute, die mit dem Flugzeug in den Urlaub fliegen, um Menschen, die Fridays for Future gut finden ... egal was, schnell wird es persönlich. Und das finde ich schade, ich verstehe es auch nicht immer.



Kleiner Disclaimer: Ich weiß, dass ich oben nicht über E-Bikes in der genauen Definition gesprochen habe, sondern über Pedelecs. Aber dat ist mir egal, ich nutze den Begriff, der sich offensichtlich durchgesetzt hat.
von: Martina

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 08.08.22 08:38

In Antwort auf: Gravelbiker_Berlin

Du dagegen hast ja für sowas endlos Zeit, denn Du strengst Dich ja beim Radfahren nicht an.


Hm, ich füchte, dann musst du auch das Gespräch mit mir beenden. Ich benutze zwar ein muskelgetriebenes Rad und habe auch nicht vor, das für das Rad fahren in meiner Freizeit zu ändern. Aber ich mache meine Radtouren nicht, um mich anzustrengen und auch nicht, um an meine Grenzen zu kommen, sondern um Spaß daran zu haben. Der zeitweise Versuch, in der Szene der Sportler mitzumischen mit ein paar Alb-Extrem-Teilnahmen hat sich *für mich* als Sackgasse erwiesen. Ich möchte zwar trotzdem gerne noch möglichst lange, die Berge und Hügel hochkommen, aber in meiner Freizeit kann ich mir den Luxus leisten, da langzufahren, wo ich will und da es hier genug Straßen und Wege gibt, muss ich ja nicht ausgerechnet die 18%-Steigung nehmen. Und falls ich mal wieder Urlaub in Südengland machen möchte, dann weiß ich was auf mich zukommt und muss halt damit klarkommen, dass die Etappen ggf. kürzer sind oder dass manche schöne Strecke halt auch gar nicht geht.

Wenn ich in Berlin wohnen würde, würde ich nichtmal einen Gedanken an ein elektrisch unterstütztes Alltagsrad verschwenden, da das aber nicht tue, würde mir ein Lastenrad mit Motor durchaus gefallen, dann könnten auch noch die letzten Alltagserledigungen, die wir mit dem Carsharing-Auto machen (Getränkekauf und gelegentliche Baumarktbesuche) wegfallen.

Zitat:

Welcher Muskelradfahrer würde denn das machen, die verursachen viel zu viel Windwiderstand?


*meld*

Wir haben seit jeher auf Radreisen eine Lenkertasche mit Kartenhülle dabei. In der steckt nach wie vor meistens eine stinknormale Landkarte. Wir haben aber auch schon ein Tablet reingesteckt, vom Windwiderstand her ist das egal.

Zitat:

Ich habe diese Zeit unterwegs nicht, ich muss trainieren!


Ich bin schon recht lange in diesem Forum aktiv und kann dir sagen, dass diese Debatte überhaupt gar nicht neu ist und schon zu Zeiten tobte als Pedelecs wenn überhaupt nur als exotische Einzelstücke existierten. Es gab schon immer Menschen, die unterwegs Zeit hatten und welche, die darauf leicht verächtlich runterschauten. Selbst die Forderung, das Forum in 'richtige Radreisende' und 'Flussradwegfahrer' aufzuteilen ist gefühlt so alt wie das Forum. Ich bin mir sehr sicher, dass du dich an Teilnehmern wie Margit genauso abarbeiten würdest, wenn sie ein Biobike benutzen.
von: Martina

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 08.08.22 08:46

In Antwort auf: Uli
Problematisch sehe ich, dass immer wieder und häufiger Entwicklungen, die durch Pedelecs (ich bleib jetzt mal bei dem Begriff) ausgelöst oder befeuert werden, Auswirkungen auf alle Radler haben (können). Z.B. die in der letzten Zeit immer häufiger geäusserten Anregungen für eine Helmpflicht sind alleine den steigenden Unfallzahlen mit Verletztungsfolgen bei den Pedelec-Nutzern geschuldet und werden auch nur so verargumentiert. (Nicht nur) deshalb finde ich eine kritische Auseinandersetzung mit dem e-Trend und eine Unterscheidung zwischen motorisiert und nicht-motorisiert sinnvoll.


Bei diesem Punkt gebe ich dir uneingeschränkt recht. Wobei ich weniger die Helmpflicht als Problem sehe, denn die schwirrte auch schon ohne Pedelecs ständig in der Gegend rum. Was mir mehr Sorgen macht: es gab mal eine Zeit, da gab es 'gute' Räder nur in Form reiner Sportgeräte, damals normalerweise Rennräder. Die hatten Übersetzungen, die ein 'normaler' Mensch nicht sinnvoll fahren konnte und auch die Sitzhaltung war nicht massentauglich. Das hat sich dank des Aufkommen des MTBs geändert, was Leuten wie mir ermöglicht hat, ein für mich alltagstaugliches Rad einfach so im Laden zu kaufen und es nicht mühsam selbst zusammenstellen zu müssen. Inzwischen sind auch MTBs wieder reine Sportgeräte, 'normale' Räder ohne E gibt es so gut wie nicht mehr und damit wird auch der Markt für alltagstaugliche Übersetzungen plötzlich wieder sehr klein, wer mit Rennradübersetzungen nicht klarkommt, kann ja ein Pedelec fahren. Das gleiche beobachte ich mancherorts bei der Ausschilderung von Radrouten. Wenn eh jeder ein Pedelec hat, kann man ja ruhig 20 Prozent Steigung einbauen.
von: Holger

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 08.08.22 09:01

Grundsätzliche Zustimmung. Zwei Punkte dazu: Zum einen habe ich den Eindruck, dass es bei MTBs auch immer mehr E-Varianten gibt, auch betont sportlich. Zum anderen bringt das Aufkommen von Gravelbikes wieder mehr alltagstaugliche Übersetzungen.

Aber wie gesagt: Im Grundsatz sehe ich das auch als Thema.
von: Martina

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 08.08.22 09:20

In Antwort auf: Holger
Zwei Punkte dazu: Zum einen habe ich den Eindruck, dass es bei MTBs auch immer mehr E-Varianten gibt, auch betont sportlich.


Stimmt. Das habe ich aus Vereinfachungsgründen weggelassen. Das was heute als MTB verkauft wird scheint mir egal ob mit oder ohne E nicht unbedingt alltagstauglich zu sein. zwinker

Zitat:

Zum anderen bringt das Aufkommen von Gravelbikes wieder mehr alltagstaugliche Übersetzungen.


Damit habe ich mich zugegebenermaßen noch nicht so beschäftigt. Denn ein Gravelbike ist halt auch nicht die Sorte Fahrrad, die spontan in mein 'Beuteschema' passt.
von: Margit

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 08.08.22 09:29

In Antwort auf: Martina
Wenn ich in Berlin wohnen würde, würde ich nichtmal einen Gedanken an ein elektrisch unterstütztes Alltagsrad verschwenden, da das aber nicht tue, würde mir ein Lastenrad mit Motor durchaus gefallen, dann könnten auch noch die letzten Alltagserledigungen, die wir mit dem Carsharing-Auto machen (Getränkekauf und gelegentliche Baumarktbesuche) wegfallen.
Guten Morgen Martina,

hast Du Dir schon mal einen Rentnerporsche überlegt. Ohne Tasche kannst Du 2 Getränkekisten drauf stapeln oder deinen Tourenbedarf bequem zum Rad bringen. Wenn ich nur eine kurze Strecke ohne Steigungen zum Discounter radle merke ich den am Rad ohne Motor kaum.
von: Holger

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 08.08.22 09:37

In Antwort auf: Martina
In Antwort auf: Gravelbiker_Berlin

Du dagegen hast ja für sowas endlos Zeit, denn Du strengst Dich ja beim Radfahren nicht an.


Hm, ich füchte, dann musst du auch das Gespräch mit mir beenden. […]

Auch mit mir.


In Antwort auf: Martina
Zitat:

Welcher Muskelradfahrer würde denn das machen, die verursachen viel zu viel Windwiderstand?


*meld*

Wir haben seit jeher auf Radreisen eine Lenkertasche mit Kartenhülle dabei. In der steckt nach wie vor meistens eine stinknormale Landkarte. Wir haben aber auch schon ein Tablet reingesteckt, vom Windwiderstand her ist das egal. […]


Nochmal meld. Zwar derzeit nicht mehr, aber früher war ich auch so unterwegs. Und dass ich das nicht mehr tue, hat ganz sicher nicht mit dem Windwiderstand zu tun. Der ist mir nämlich auf Radreisen meist relativ wurscht, ich war auch mit Lowridern vorne unterwegs. Sicher nicht der beste CW-WErt...
von: Martina

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 08.08.22 09:43

In Antwort auf: Margit
Wenn ich nur eine kurze Strecke ohne Steigungen zum Discounter radle merke ich den am Rad ohne Motor kaum.


Das entscheidende Problem ist das 'ohne Steigungen'. zwinker Leider gibt es hier in der Stadt ein paar Stellen, an denen man fast immer wegen roter Ampel oder Querverkehr anhalten und dann an einer Steigung wieder anfahren muss. Und das ist mit zwei Getränkekisten im Anhänger nicht so leicht und auch sehr wackelig. Wir haben das tatsächlich eine Zeitlang gemacht, aber irgendwann wieder gelassen.

Zugegebenermaßen gab es noch ein weiteres vom E-Antrieb unabhängiges Problem: nach bergauf geht es zwangsläufig auch wieder runter und die damals üblichen Bremsen waren für einen schiebenden mit zwei Kisten beladenen Anhänger nicht adäquat. Das hat sich heute höchstwahrscheinlich erledigt.
von: freizeitradler

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 08.08.22 11:10

Gravelbiker_Berlin

Du hast den Namen des Forums doch hoffentlich gelesen?

Radreise & Fernradler Forum

Ich habe seit Jahren genau zu diesen Themen unendlich viel Wissenswertes und Verwendbares lesen können, relativ wenig selbst geschrieben

Da du, ich meine es so verstanden zu haben, keine Reisen und keine Fernradtouren machst, mag es sein, dass du bei weniger Rubriken fündig wirst.

Wenn du einem Forums Mitglied vorwirfst dich schlecht in Bezug auf Navigation beraten zu haben, ist das eine Sache die unverschämt ist. Jeder kann nur das mitteilen was er selbst macht. Ob man es selbst verwenden kann, muss man immer selbst entscheiden.

Ciao
Detlef
von: lufi47

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 08.08.22 13:16

Hey,

Ganz Allgemein, das was ich in diesem wunderbaren und hochinteressanten Forum schnell gelernt habe:

Do Not Feed the troll.

Gruß
Lutz
von: Toxxi

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 08.08.22 13:37

In Antwort auf: Martina
Das gleiche beobachte ich mancherorts bei der Ausschilderung von Radrouten. Wenn eh jeder ein Pedelec hat, kann man ja ruhig 20 Prozent Steigung einbauen.

Ich auch. Ennsradweg in Österreich... entsetzt krank böse
von: Uli

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 08.08.22 13:57

In Antwort auf: Toxxi
Ich auch. Ennsradweg in Österreich... entsetzt krank böse

Na ja, die gab es da schon im letzten Jahrtausend, als noch niemand an E-Motörchen gedacht hat ...
Gruß
Uli
von: martinbp

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 08.08.22 14:21

Selbst am so "verachteten" Weserradweg gibt es so eine Stelle, wo die flussaufwärts fahrenden Radfahrer gewarnt werden, sie mögen dort absteigen und die zugegebenerweise kurze negative Steigung abwärts schieben. Auch nicht grundlos, denn sie endet in einer scharfen Kurve.
von: KaRPe

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 08.08.22 14:39

In Antwort auf: martinbp
Selbst am so "verachteten" Weserradweg gibt es so eine Stelle, wo die flussaufwärts fahrenden Radfahrer gewarnt werden, sie mögen dort absteigen und die zugegebenerweise kurze negative Steigung abwärts schieben. Auch nicht grundlos, denn sie endet in einer scharfen Kurve.

Sowas dürfte sich bald etwas entschärfen, BOSCH & Magura haben ja jüngst ein Vorderrad-ABS vorgestellt grins
von: schorsch-adel

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 08.08.22 14:40

Zitat:
Wenn eh jeder ein Pedelec hat, kann man ja ruhig 20 Prozent Steigung einbauen.
so nehme ich das bei Planungen in unserem ländlichen Raum auch wahr.

Auch dies wäre wieder ein Grund, auch sprachlich zwischen Fahrrädern und E-Fahrzeugen zu unterscheiden. Die von Dir beschriebenen Wege würden falsche Erwartungen wecken, wenn man sie als Radwege bezeichnet.
von: HeinzH.

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 08.08.22 14:42

In Antwort auf: Martina
(...) Das gleiche beobachte ich mancherorts bei der Ausschilderung von Radrouten. Wenn eh jeder ein Pedelec hat, kann man ja ruhig 20 Prozent Steigung einbauen.
In Antwort auf: martinbp
Selbst am so "verachteten" Weserradweg gibt es so eine Stelle, wo die flussaufwärts fahrenden Radfahrer gewarnt werden, sie mögen dort absteigen und die zugegebenerweise kurze negative Steigung abwärts schieben. Auch nicht grundlos, denn sie endet in einer scharfen Kurve.
Von Hannoversch-Münden kommend mussten wir 2002 an dieser Stelle auch schieben: Klick!
In dieser Zeit waren Pedelecs noch weithin unbekannt und hatten null-Einfluss auf die Planung von Fernradwegen.
HeinzH.
von: Falk

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 08.08.22 14:55

Mal ehrlich, sollte es an solchen Stellen nicht reichen, das Gefälle, seine Länge und das, was dann folgt, anzugeben? Bei Talfahrten schieben ist doch nur sinnvoll, wenn klar ist, dass die Bremsen überfordert sind. Woher weiß der »Experte«, was meine Bremsen verkraften?
Das, was Du beschreibst, empfinde ich als unerträgliche Gängelei.
von: martinbp

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 08.08.22 15:03

Naja, in Weißenfels, am Saaleradweg ist auch so eine Stelle. Ich habe das Schild ignoriert, allerdings mir vollem Campinggepäck. Der Weg ist dort eigentlich voll einsehbar. Ergebnis.: einige Schürfwunden. Mit einem leichten Rad wäre es vermutlich gegangen.
von: Falk

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 08.08.22 15:41

Gut möglich, trotzdem sollte man die Nutzer ernstnehmen, das Gefälle angeben und es bei einer Warnung belassen. Mit den übrigen Fahrzeugführern macht man solche Kindereien schließlich auch nicht. Sollte es daran liegen, dass die Verantwortlichen Fahrradbenutzer noch immer als stockdämlich einschätzen? Irgendwie erinnert mich sowas an die B 177 in Tirol zwischen Seefeld und Zirl, die man Radfahrern ausgerechnet talwärts noch immer nicht zutraut. Die, die das verzapft haben, müssen vierzig Jahre gepennt haben. Mit halbwegs neuzeitlichen Bremsen ist die Strecke wirklich Kindergeburtstag (womit nichts gegen Kindergeburtstage gesagt sein soll).
von: Martina

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 08.08.22 15:42

In Antwort auf: schorsch-adel
Zitat:
Wenn eh jeder ein Pedelec hat, kann man ja ruhig 20 Prozent Steigung einbauen.
so nehme ich das bei Planungen in unserem ländlichen Raum auch wahr.


Genau um die Planungen gings mir auch. Natürlich gab es solche Ausschilderungen schon vor der Existenz von Hilfsantrieben. Aber wenn bei der Diskussion um die Radwegführung hier in der Stadt jemand argumentiert, er verstehe nicht, warum nicht alle Radfahrer den wunderbar autofreien xy-Weg benutzen, klar sei der steil aber heute habe doch eh jeder ein Pedelec und dieser jemand nicht etwa ein völlig Fachfremder, sondern nach eigenem Bekunden jemand ist, der dort regelmäßig fährt, dann kommen mir schon Zweifel.
von: wpau

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 08.08.22 15:53

In Antwort auf: Falk
Zitat:
Es gibt Mittelmotoren, die haben einen Freilauf.

Das schon, aber häufig, siehe Bosch, eine Übersetzung nach oben und dann nur ein sehr kleines Kettenblatt ...

Mein Performance Line Cx Gen3 hat ein Kettenblatt mit 38 Zähnen und einen Freilauf, bei dem man nur am Geräusch hört, das der Motor die Pedelec Begrenzung überschritten hat und nicht mehr läuft. Kein Widerstand mehr so wie bei den Vorgängermodellen und in der Ebene und mit leichtem Rückenwind fährt es sich dann wie ein Rad ohne Motorunterstützung.

Würde ich mit meinen 69 Jahren noch einmal mit einem normalen Rad eine Radreise machen?
Meine Antwort lautet nein. Denn mit dem Pedelec muss ich nicht mehr so auf die Höhenmeter auf meinen Touren achten.

Bis 19 war ich engagierter Pfadfinder bis zum Rover. Damals fuhr ich noch ein Vaterland mit Dreigangtorpedo Nabe und Leichtbauzelte gab es noch nicht. Zu Viert teilten wir uns das Zelt auf dem Rad.
Mit 25 wurde es ein Rad mit einer Sachs Huret 6-Gang Schaltung. Keine komfortable Gangauswahl wie heute, sondern eine suche und finde Schaltung.
Nach meinem Studium kaufte ich mir ein Hercules Rennrad mit der Sachs New Succes 8-fach. Welch ein Schaltkomfort.
Die Zwischenschritte spare ich mir.
Momentan fahre ich ein MORRISON SUB 5.0 FS mit einem Bosch Performance Line CX und fühle mich wie vor 20 Jahren wenn ich damit fahre und es macht mir einfach nur Spaß.
von: Gravelbiker_Berlin

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 08.08.22 16:09

Hallo Martin, Dir antworte ich mal, alles andere wird mir grad zu viel. Naja, sie hatte mich damals Beleidigung entfernt . Dieser Begriff verstößt gegen die guten Sitten in diesem Forum. Halte dich bitte zurück.. Ich habe die Zähne zusammengebissen und nicht zurückgelöffelt, weil sie ja im Prinzip sogar recht hatte. Doch jetzt stelle ich fest, sie ist E-Bikerin. Das ändert es dann doch noch mal. Von einem E-Biker lasse ich mich nicht so einfach anmotzen. (Von Muskelradfahrern schon, vor allem von solchen, die fitter als ich sind).
* * *
Zugebenermaßen war das etwas konstruiert, was ich da aufgezählt habe. Es war A) Dem Sich-Ärgern geschuldet, aber B) auch (wie ich zumindest fand) ein gelungener Aufhänger, die Frage zu stellen, was denn Muskelradfahrer und E-Biker überhaupt gemeinsam haben. Ich fand es amüsant, dass man es so darstellen kann, dass nicht mal das Thema Navigation wirklich für beide Gruppen das Gleiche bedeutet.
Es war eben einfach so, sie hatte mir damals am wenigsten von allen geholfen, aber ausgerechnet sie hat mich Beleidigung entfernt . Dieser Begriff verstößt gegen die guten Sitten in diesem Forum. Halte dich bitte zurück... Und es war auch durchaus so, dass Du themenbezogener auf mich eingegangen bist als sie, fand ich jedenfalls, Garmin hin oder her. Als ich dann in dem anderen Faden gesehen habe, dass sie E-Bikerin ist ... naja, den Rest hatten wir ja oben schon.
* * * *
Ich würde das nicht Satire nennen, aber zugegebenermaßen, es ist ein kleines bißchen Polemik. Kommt man denn bei so einem Thema ohne Zuspitzung aus?
Ich finde eher nicht. Ich hab da jedenfalls gar keine große Lust zu differenzieren.

Ob ich nun trainingsorientiert fahre oder nicht (was ich nun auch nicht bei jeder Trainingsausfahrt mache, ich achte einfach nur darauf, dass es genügend Work-Out ist und dass ich nicht für die gleiche Strecke plötzlich mal ohne Grund 'ne Stunde länger brauche) oder andere (wie Du ja von Dir schriebst) einfach nur fahren und sich nicht ihre Leistungsparameter anschauen, ist doch ein relativ kleiner Unterschied, finde ich jedenfalls, im Vergleich zu dem großen Unterschied zum E-Biken.
* * * *
Ob ich das nun polemisch schreibe oder nicht, es ist einfach meine Meinung, dass ich mich jeder Art von muskelgetriebenem Radfahrer verbunden fühle (es muss kein Rennradfahrer sein, kann auch die Oma mit dem Hollandrad sein) und den E-Bikern eben nicht.

Es war mir schon klar, dass man meinem Wunsch hier nicht entsprechen wird, aber man kann ihn ja mal äußern, fand ich. Und Leistungsvergleich muss ja nicht immer nur sportliches Wettkampf-Motiv sein, kann auch eine Reise-Motivation haben.
Mal ein Beispiel:
Ich lese einen Bericht über eine Mittelgebirgstour. Diesen Bericht würde ich sofort daraufhin lesen, ob ich das auch schaffen könnte. Nicht wegen Wettbewerbsgeist, sondern einfach deshalb, weil die Tour ja auch mal als Tour für mich in Frage käme.
Würde ich ganz am Ende erst feststellen, dass dieser Bericht von einem E-Biker verfaßt worden ist, dann würde ich mich ärgern, dass ich da 3 Minuten Lesezeit investiert habe, und es ist für mich gar nicht relevant.

Ich stelle einfach mal die Frage, welche Themen eines E-Bikers sind eigentlich für einen Muskelradfahrer relevant? Und umgekehrt kann man eigentlich die gleiche Frage stellen.
Bestenfalls, ob es an einem bestimmten Radweg eine Baustelle gibt und der deswegen unpassierbar ist. Viel mehr fällt mir da grad nicht ein.

Klar macht sich jeder seine Gedanken, ob er sich irgendwann mal ein E-Bike kauft. Ich im Moment nicht, aber mir wird hier jeder vorhalten, dass auch ich das nicht ausschließen kann.
Nur sei's drum. Wenn es bei Dir soweit ist, dann redest Du eben mit den E-Bikern. Und solange es noch nicht so weit ist, redest Du mit den Muskelradfahrern.
Wäre das nicht normal so?

Deine Argumentation mit der Reichweite kann ich völlig nachvollziehen. Mein Gott, was gehen mir die ersten 20 bis 30 km auf die Nerven, bis ich endlich aus Berlin raus bin. Aber - auch wenn das die Gefahr eines weiteren Shitstorms nach sich zieht - warum dann nicht das Rad ins Auto hauen, die ersten 20 km mit Auto fahren und dann von dort die Radtour starten? Für mich wäre dieser Weg deutlich erstrebenswerter, weil ich das Gefühl des Muskelradfahrens behalten will.
* * *
Schon mehrfach bin ich hier drauf hingewiesen worden, dass das ein Radreise-Forum ist. Ich glaub', der eine hat sogar mal REISE dabei großgeschrieben.
Ich habe tatsächlich das RAD dabei immer groß gelesen, und nicht -reise. Und Rad, da wäre ich nie drauf gekommen, dass man damit E-Bike meint.
Ganz ehrlich, als ich beim ersten Mal festgestellt habe, dass es in diesem Forum E-Biker gibt, und nicht mal wenige, war ich regelrecht entsetzt.

Gerade Du hast mir ja extrem viel geholfen, und wenn Du nun ein E-Biker gewesen wärst, wäre Deine Hilfe trotzdem wertvoll gewesen (daher - ich geb's ja noch mal zu, ausgerechnet Navigation als ein Thema zu nennen, wo sich Bio und E-Biker nichts zu sagen haben, war vielleicht etwas Polemik).
Aber stell' Dir mal vor, Du hast Dir dann irgendwann ein E-Bike gekauft, um die Reichweite zu erhöhen. Und Du machst damit einen langen Anstieg und stehst oben auf der Aussichtsplattform, und da steht jemand neben Dir mit einem muskelgetriebenen Mountainbike. Lass' ihn mal sogar Dein Alter sein. Und Lass ihn mal richtig kernige Waden haben. Dann würdest Du vermutlich relativ respektvoll gucken, aber sicherlich den Herrn nicht grad ansprechen und sagen: "War ganz schön anstrengend hier hoch, nicht wahr?". Weil Du ja längst bemerkt hast, dass er nur kurz Dein E-Bike gemustert hat, und als er den Akku gesehen hat, wieder weggeschaut hat. (So mach ich es jedenfalls bei E-Bikern immer, wenn ich unterwegs bin).
Man könnte doch ganz einfach mal fragen: Warum sollte ein muskelradelnder Radfahrer ein Interesse haben, mit einem E-Biker zu kommunizieren, es sei denn, er überlegt auch grad, sich ein E-Bike zu kaufen?
Ist diese Frage nicht berechtigt? Naja, scheinbar nicht in Teilen dieses Forums...

Aber ich wäre Dir natürlich dankbar, wenn Du mir trotzdem weiter so toll hilfst, auch wenn ich ein ehrgeizig trainierender Radreisender bin (schön wär's, so ehrgeizig trainiere ich nun auch wieder nicht, es wird immer öfter, dass mich andere Rennradfahrer auf der Trainingsrunde überholen).
Noch bist Du ja auch kein E-Biker!
Viele Grüße
Christoph

von: Martina

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 08.08.22 16:34

In Antwort auf: Gravelbiker_Berlin

Man könnte doch ganz einfach mal fragen: Warum sollte ein muskelradelnder Radfahrer ein Interesse haben, mit einem E-Biker zu kommunizieren, es sei denn, er überlegt auch grad,


Ich erinnere mich gerade an eine Szene in Irland. Wir hatten uns gerade ein zwar kurzes, aber wirklich *sehr* steiles und schmales Stück Straße hochgekämpft, an dem zusätzlich noch ein Baustellenschild stand. Oben hielten wir an, um ganz stolz auf das Geleistete runterzuschauen. Dort stand auch ein Auto, aus dem jemand ausstieg und uns (auf deutsch) ansprach, wie denn der Wegzustand sei. Er machte sich Sorgen, ob irgendeine Gefahr bestand, dass er das Mietauto beschädigen könnte, insbesondere wegen dem Baustellenschild. Hättest du ernsthaft zu ihm gesagt, dass es für einen Radfahrer, der diesen Berg aus eigener Kraft erklommen hat wohl keine Veranlassung gibt, mit einem Autofahrer zu kommunizieren und dass es dich nicht im Geringsten interessiert, ob er da heil durchkommt, da er sich dabei ja nicht anstrengt???? Wir haben ihn jedenfalls beruhigt und gesagt, dass es zwar wirklich steil und schmal ist, dass sich aber das Baustellenschild unseres Erachtens nur auf das Vorhandensein eines Restes Rollsplit bezieht und dass die Strecke außerdem gut einsehbar ist, so dass man auch vor dem Steilstück eventuellen Gegenverkehr abwarten kann. Und wir hatten beide hinterher den Eindruck, ein nettes Gespräch geführt zu haben.
von: HeinzH.

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 08.08.22 17:47

In Antwort auf: Gravelbiker_Berlin
(....) Ganz ehrlich, als ich beim ersten Mal festgestellt habe, dass es in diesem Forum E-Biker gibt, und nicht mal wenige, war ich regelrecht entsetzt.
Das tut mir sehr leid.
In Antwort auf: Gravelbiker_Berlin
Man könnte doch ganz einfach mal fragen: Warum sollte ein muskelradelnder Radfahrer ein Interesse haben, mit einem E-Biker zu kommunizieren, es sei denn, er überlegt auch grad, sich ein E-Bike zu kaufen? Ist diese Frage nicht berechtigt? (...)
Nein.
In Antwort auf: Gravelbiker_Berlin
Naja, scheinbar nicht in Teilen dieses Forums...
So ist es. Fundamentalismus und Apartheit sind in diesem Forum halt keine der üblichen Verhaltensweisen...
HeinzH.
von: martinbp

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 08.08.22 17:53

In Antwort auf: Gravelbiker_Berlin

Mal ein Beispiel:
Ich lese einen Bericht über eine Mittelgebirgstour. Diesen Bericht würde ich sofort daraufhin lesen, ob ich das auch schaffen könnte. Nicht wegen Wettbewerbsgeist, sondern einfach deshalb, weil die Tour ja auch mal als Tour für mich in Frage käme.
Würde ich ganz am Ende erst feststellen, dass dieser Bericht von einem E-Biker verfaßt worden ist, dann würde ich mich ärgern, dass ich da 3 Minuten Lesezeit investiert habe, und es ist für mich gar nicht relevant.




Mich würde das überhaupt nicht stören, wenn die Tour von einem Pedelc-Fahrer (das gendern spare ich mir mal) gemacht worden wäre. Ich würde nur auf der Karte versuchen nachzuvollziehen, ob es was für mich ware und was ich eventuell modifizieren müsste. Meistens dürfte das das gar nicht so viel sein. Wieviel Zeit ich dann dafür brauche, steht auf einem anderen Blatt.

Ich fahre manchmal mit einem Radelkollegen zusammen, der noch 3 Jahre alter ist und einen e-Umbau fährt. Das geht völlig unproblematisch, man muss ja auch eine Berg nicht mit 25 hochradeln- auch wenn es der Elektromotor hergäbe.
Im Gegensatz zu mir ist er aber an anderer Stelle eingeschränkt: Bahnhöfe ohne Aufzug (gibt es hier noch reichlich), Züge, wo das Rad erst einmal 80 cm hochgewuchtet werden muss, kommen für ihn nicht in Frage und müssen bei der Tourenplanung berücksichtigt werden.
von: martinbp

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 08.08.22 17:54

In Antwort auf: Gravelbiker_Berlin

Deine Argumentation mit der Reichweite kann ich völlig nachvollziehen. Mein Gott, was gehen mir die ersten 20 bis 30 km auf die Nerven, bis ich endlich aus Berlin raus bin. Aber - auch wenn das die Gefahr eines weiteren Shitstorms nach sich zieht - warum dann nicht das Rad ins Auto hauen, die ersten 20 km mit Auto fahren und dann von dort die Radtour starten? Für mich wäre dieser Weg deutlich erstrebenswerter, weil ich das Gefühl des Muskelradfahrens behalten will.
* * *

Aus dem ganz einfachen Grund, dass ich kein Auto habe. Meine Fahrerlaubis nutze ich nur dazu, um mich in Ungarn in den öffentlichen Verkehrsmittel als Senior über 65 auszuweisen- die fahren hier nämlich kostenlos. Aber das nützt mir auch nur bedingt etwas, weil alle Budapester Bahnhöfe für mich ca 15-16 km entfernt sind.
von: martinbp

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 08.08.22 18:00

In Antwort auf: Gravelbiker_Berlin

Man könnte doch ganz einfach mal fragen: Warum sollte ein muskelradelnder Radfahrer ein Interesse haben, mit einem E-Biker zu kommunizieren, es sei denn, er überlegt auch grad, sich ein E-Bike zu kaufen?
Ist diese Frage nicht berechtigt? Naja, scheinbar nicht in Teilen dieses Forums...

Christoph



Die Kommunikation muss sich ja nicht nur um Akkureichweite, km-Leistungen, uä. drehen.
Zumindest gibt es bei Touren, unseren wo sowohl Pedelecer als auch Muskelradler dabei sind, genug Anlass zur Kommunikation, auch zur fahrradbezogenen. Gute Strecken, Navigation, Erlebnisse auf Tour, alles unabhängig von der Art des Antriebs, vom Small Talk ganz zu schweigen.
von: Holger

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 08.08.22 18:06

In Antwort auf: HeinzH.
[…]
In Antwort auf: Gravelbiker_Berlin
Man könnte doch ganz einfach mal fragen: Warum sollte ein muskelradelnder Radfahrer ein Interesse haben, mit einem E-Biker zu kommunizieren, es sei denn, er überlegt auch grad, sich ein E-Bike zu kaufen? Ist diese Frage nicht berechtigt? (...)
Nein.[…]

Doch, warum soll man das nicht fragen dürfen? Meine Antwort: Weil es noch mehr gibt, das mich interessieren könnte. Radwege, sehenswertes an der Strecke, radlerfreundliche Unterkünfte - es gibt viel, bei dem ich mir den Transfer locker zutraue, das auf Fahrradfahrer zu beziehen. Der Unterschied Radfahrer - E-Bike-Fahrer ist für mich nicht sooooo riesig. Ich unterhalte mich sogar manchmal mit Autofahrern, Motorradfahrern oder Fußgängern. Auch da kann ich den Transfer zum Fahrrad intellektuell erbringen.
von: Gravelbiker_Berlin

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 08.08.22 19:02

Hallo Martin, kein Auto, das ist natürlich ein Grund. Und absolut löblich dazu!! Wer kein Auto hat, dem sollte man tatsächlich ein E-Bike gönnen, das ist ja gar keine Frage.

Was das andere betrifft, vielleicht ist es auch eine Altersfrage, muss ich jetzt doch mal vorsichtig fragen? Ich meine, je älter man wird, desto weniger werden vermutlich die Bekannten, die noch muskelgetrieben fahren, es scheint ja doch so zu sein, oder?
Das ist ja auch der Punkt, den einige hier in diese Diskussion eingeworfen haben, so nach dem Motto: "Werdet Ihr mal alt!".

Ihr werdet mir dann hier vermutlich baldige Einsamkeit prognostizieren, wenn ich weiter so ein Hardcore-Muskel-Fahrrad-Verfechter bleibe. Ich fahre allerdings sowieso recht gern allein, da muss ich auf keinen warten und niemand muss auf mich warten, vielleicht merke ich dadurch noch eine Weile lang die "Muskelrad-Vereinsamung" nicht so.

Aber wenn ich wählen müßte, ob ich mit einem Muskelradfahrer 'ne Tour mache oder mit einem E-Biker, dann dürfte das für mich ziemlich klar ausfallen.
Es scheint mir auch fast logisch, dass E-Bike geselliges Radfahren befördert. Denn der Aspekt der unterschiedlichen Leistungsfähigkeit, der bei gemeinsamen Touren von Muskelradfahrern sehr schnell eine Rolle spielt und nur durch Windschattenfahren ausgeglichen werden kann, der dürfte beim E-Biken ja keine Rolle mehr spielen.

Dass Du auch eine gps-Route eines E-Bikers für Dich auseinander nehmen und für Dich modifizieren kannst, das glaub' ich Dir gern, Du hast allerdings auch wirklich enorme Fähigkeiten in digitaler Fahrradnavigation. Ich meinte allerdings mehr einen Erfahrungsbericht, da würde ich schon gleich gern auf der ersten Seite lesen wollen, mit welchem Rad, und gar nicht weiter lesen, wenn es mit E-Bike gefahren worden ist, weil es für mich dann nicht relevant ist.
Aber auch bei GPS-Routen: Wenn man die Abkürzung gehen will, ist man sicherlich besser beraten, wenn man die Vorlage des Muskelradlers nimmt.

Wir beide hatten ja auch schon diese Diskussion um Komoot. Ich weiß jetzt, insbesondere von Dir, wie es auch ohne Komoot ginge, und vermutlich noch viel besser, aber ich bin mir immer noch nicht ganz sicher, welcher Weg erst mal der Einfachere ist. Wenn man in ein Mittelgebirge fährt, als Flachlandigel sowieso nicht viel Ahnung von Bergen hat, und die Gegend auch noch gar nicht kennt, kann man dann wirklich anhand von Opencyclemap - Karten einschätzen, wo man am besten lang fährt, oder ist man nicht doch gut beraten, sich bei Komoot anzuschauen, wo die anderen langfahren? Da muss ich einfach noch probieren.

Vielleicht ist es wirklich ein guter Mittelweg (hattest Du ja auch schon angeregt) sich Komoot-Routen anzuschauen, aber dann z.B. in brouter zu modifizieren, oder zumindest mehrere Komoot-Routen in brooter zu vergleichen und sich dann die auszusuchen, die den eigenen Fähigkeiten am besten entspricht.

In der Rhön hatte ich aus Komoot manchmal Strecken abgefahren wo ich dachte. "Meine Güte, die lokalen Mountainbiker haben aber Körner, dass die so eine Steigung hochkommen". Inzwischen frag' ich mich, waren das vielleicht sogar E-Mountainbiker?? Ich weiss gar nicht, ob es schon eine Trennung zwischen E-Bike und Muskel-Bike bei Komoot gibt. Hab grad noch mal reingeschaut, entweder stelle ich mich blöd an, oder die Rubrik E-Bike gibt es nicht bei Komoot.

Hier in Berlin und Umgebung spielen die E-Biker wirklich noch nicht so die ganz große Rolle, da hast Du schon recht, das ganze Thema rieselt erst langsam in mich rein. Aber unterwegs, auf Radreisen, da begegnet mir das Thema natürlich inzwischen massiv und ich weiss wirklich nicht, ob es mir so gefällt.

Für mich sind Berge nur ein Urlaubsort, nicht die tägliche Realität. Und ich fahre im Urlaub grad dorthin, um muskelgetrieben diese Anstrengung zu haben, also ich suche grad das Brennen der Beine und der Lunge. Und wenn ich bei einem Anstieg pausieren muss, dann weiss ich, das ich mehr trainieren muss.

Aber vielleicht ist ja wirklich der Unterschied, dass für mich Radfahren zum größeren Teil Sport ist, also ein Bewegungsablauf, denn ich gern mache, und zu einem geringeren Teil Herumkommen, Tourismus, Reisen. Schon deshalb ist E-Bike für mich nicht interessant, mir würde das einfach keinen Spaß machen, ich suche das "pure Radfahren".
Wenn einem aber letzteres wichtiger ist (also Herumkommen, Tourismus, Reisen), und vor allem, wenn man kein Auto hat, so wie Du, dann akzeptiere ich E-Bike(n) natürlich. So radikal bin ich nun auch nicht, oder wenn ich doch radikal sein wollte, müsste ich zuallererst mal was gegen Autofahren haben. Und zuallererst das eigene Auto verkaufen...

Ich teile aber trotzdem die Meinung einiger hier in dem Forum, die gegen diesen massenhaften E-Bike-Boom sind. Ich schrieb das ja schon, es ist zum Beispiel zu fürchten, dass die Akzeptanz von Mountainbikes in der Natur generell wieder in Frage gestellt wird. Sowas in der Art stand neulich im Spiegel. Wenn das dann auch mich träfe, obwohl es durch den E-Bike-Boom ausgelöst worden ist, dann wäre ich schon sauer. Denn als es die E-Mountainbikes noch nicht gab, habe ich beobachtet, dass Muskel-Mountainbiker so nach und nach wieder akzeptiert wurden. Dass man von Wanderern angegiftet wurde, habe ich am Ende der Muskel-Mountainbike-Phase immer seltener erlebt. Was ja auch damit zu tun hatte, dass man die Downhiller inzwischen auf den Skiabfahrten kanalisiert hat, so dass auf Wander- und Forstwegen eigentlich nur noch welche wie ich übrig blieben, denen es mehr um's Hochfahren als um's Runterfahren gint. Das kann sich jetzt alles wieder ändern mit dem E-Bike-Boom, und wird sich, fürchte ich, auch ändern.

Von daher, Dir gönne ich das E-Bike wirklich von Herzen (würde mich aber trotzdem freuen, wenn Du noch ein bißchen unter den Muskelradlern bleibst) aber so ganz allgemein ist da schon ein bißchen Diskussionsbedarf, wenn es massenweise auch schon 30-Jährige machen und eben nicht nur, um zur Arbeit oder wenig verschwitzt in den Biergarten zu kommen, sondern auch als Gaudi am Wochenende und im Urlaub.
Viele Grüße
Christoph
von: hds

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 08.08.22 19:56

Moin Räuber,

meine Antwort direkt an Deinen Eingang um niemanden direkt auf die Füße zu treten. zwinker

Das ganze erinnert mich an "Diskussionen" bezüglich Fotografie.
Analag gegen Digital. Das wurde sogar mal bei Inspektor Barneby thematisiert.
Wenn auch nicht besonders gelungen.

Digital ist keine Fotografie...!
Pedelec ist nicht wirklich Radfahren...!

Liebe Leute und Mitforisten was geht hier ab?

Beides hat nachteile, beides hat seine Vorteile und eine jede / ein jeder
mag sich die für ihre / seine persönlichen Bedürfnisse
das raussuchen was sie / er bevorzugt.
Möglichkeiten und Wünsche spielen hier die Rolle und keine pseudo Definition.
Und wer darf hier Radfahren definieren?

Inwieweit das ganze Umweltverträglich ist (Akku, Elektronik, usw.) möge jeder gemäß seiner / ihrer Bedürfnisse in die Entscheidung einfließen lassen.
Das kan man aber auch auf andere Bereiche des Lebens ausdehnen und somit ist jeder
entsprechend in seinem / ihrem Leben gefordert.

Ich möchte aber noch etwas anmerken...
Persönlich glaube ich das man auch mit Motorunterstützung Radreisend unterwegs ist.
Und dies auch Radreisen nennen darf.
Daher vermisse ich hier zwischen "Treffpunkt" und "Dies und Das" doch ein entsprechendes Thema, wo die Bedürfnisse jener welcher, die gerne einen Akku und Motor am Rad haben möchten berücksichtigt werden.

Von daher allen gute Fahrt, Gruß Hans.
von: schorsch-adel

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 08.08.22 20:00

Zitat:
Do Not Feed the troll.
bravo dafür omm
von: martinbp

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 08.08.22 20:00

In Antwort auf: Gravelbiker_Berlin
Hallo Martin, kein Auto, das ist natürlich ein Grund. Und absolut löblich dazu!! Wer kein Auto hat, dem sollte man tatsächlich ein E-Bike gönnen, das ist ja gar keine Frage.
Christoph


Mein Auto habe ich vor ca. 15 Jahren meinem Sohn überlassen, weil ich nie gerne Auto gefahren bin, mich immer dabei gestresst und unsicher fühlte, vor allem wenn ich Radfahrer überholen musste/wollte. Und nehme halt all die Nachteile des Nichtautofahrens in Kauf.
Es ist keine Frage des ökoloischen Bewusstseins, es ist durchaus auch eine Frage, ob ich mir das leisten kann, aber in aller erster Linie fühle ich mich so wohler.

Momentan versuche ich das Pedelec noch herauzuschieben, vor allem, weil ich glaube, dass mich dann der innere Schweinehund einholt und ich auch dann mit Unterstützung fahren würde, wo ich es eigentlich nicht wollte. Und bei Reisen würde mich die Frage des Lademanagements nerven, aber sicher kann man sich daran gewöhnen.

Mit Akku und Motor bis zum Bahnhof, das Ganze dann dort in eine Gepäckablage, die eigentliche Tour mit Muskelantrieb abradeln und elektrisch unterstützt wieder nach Hause- das wäre für mich ideal.

Und ja, meine Touren plane ich so, dass -zumal mit Gepäck- möglichst wenig Höhenmeter dabei sind. Und ich gebe zu, dass ich ein schlechter Abfahrer bin und steile Abfahrten mir gar keine Freude sind, sondern auch wieder nur Stress bereiten.
Dass ich damit in die Kategorie der Flussradwegfahrer gehöre, stört mich nicht. Aber ich habe großen Respekt vor denen, die auch lange, schwere Anstiege und Abfahrten nicht scheuen.
von: BeBor

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 08.08.22 20:22

In Antwort auf: Gravelbiker_Berlin
Es scheint mir auch fast logisch, dass E-Bike geselliges Radfahren befördert.

“Gesellig” ist ein schon fast zu schönes Wort. An manchen Tagen bzw. auf manchen Strecken oder an manchen Anlaufpunkten würde ich hier eher von “Horden” sprechen, denen man begegnet. Nicht aus Zufall, weil viele Individualisten gleichzeitig unterwegs sind, sondern weil das irgendwelche verabredeten Touren sind. Ich musste erst vor wenigen Tagen als Linksabbieger eine ca. 300 Meter lange entgegenkommende Gruppe von Neon-Jackwolfskin-Uniformierten auf Elektrorädern durchlassen, bevor ich weiterfahren konnte. Etliche haben mich sogar lustig gegrüßt. Ich gönne denen Ihren Spaß, aber das nimmt teilweise wirklich groteske Züge an. Für mich hat(te) Fahrradfahren immer was individuelles, was ich sehr gut allein oder mit nur wenigen Leuten praktiziere.

Bernd
von: Margit

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 08.08.22 20:45

In Antwort auf: BeBor
An manchen Tagen bzw. auf manchen Strecken oder an manchen Anlaufpunkten würde ich hier eher von “Horden” sprechen, denen man begegnet.
Na ja, gibt es auch bei Nicht-Elektrorädern. Habe jedoch einem Teilnehmer dieser Veranstaltung heute am Rastplatz im Wald versprochen, am Sonntag vorne an der Straße zu stehen bier

PS: Der junge Mann unterhält sich immer mit mir, wenn er mich zufällig trifft - und das obwohl ich Pedelec fahre. Zwar keine 206km wie er heute, aber wenigstens auch eine kleine Runde.
von: Keine Ahnung

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 08.08.22 21:07

In Antwort auf: BeBor
Ich gönne denen Ihren Spaß, aber das nimmt teilweise wirklich groteske Züge an. Für mich hat(te) Fahrradfahren immer was individuelles, was ich sehr gut allein oder mit nur wenigen Leuten praktiziere.


Autos dürfen in Horden die Straßen bevölkern, aber wenn die Zahl der Radfahrer (elektrisiert oder nicht) weiter zunimmt, dann ist das negativ? Radfahren soll ein individuelles Vergnügen bleiben? Arbeitest Du in der Autobranche? wirr

Ich persönlich würde es begrüßen, wenn in den Städten die Autos eine Minderheit darstellen würden und ansonsten die Leute auf zwei Rädern unterwegs wären. Gerne dürfen dann auch die Autofahrer auf Radfahrer warten anstatt umgekehrt. Gleiches gilt für Reisen. Wenn die überwiegend mit Fahrrädern durchgeführt werden und nicht mit Auto und Co., so ist das prima. Individuell wirst Du dann immer noch Radreisen machen können. Dafür muss man nur die Routen suchen, die der Durchschnittsradler (mit und ohne Motor) nicht wählen würde. Bei meinen Radreisen sind viele dieser Strecken dabei und es können Tage vergehen, bevor ich einem anderen Reiseradler begegne. Auch meine "Trainingstouren" fallen in diese Kategorie.

Nochmal zum Thema Pedelec oder "Bio-Bike": Beides wird hier akzeptiert, da wir im Forum keine Definition der "Radreise" zugrunde gelegt haben, die Ausstattungsmerkmale vorschreibt. So dürfen auch Liege- oder Trikeradler gerne Radreisen machen, die hier eine Plattform zur Diskussion finden. Für mich hört Radfahren dort auf, wo ich nicht mehr treten muss und das muss man auch beim Pedelec, auch, wenn einige Watt durch den Motor abgenommen werden.

Als Moderator möchte ich daher darum bitten: Akzeptiert, dass hier auch Pedelec-Fahrer im Forum mitwirken können. Das zentrale Thema heißt "Radreisen". Wenn Euch die Diskussionen im Zusammenhang mit Pedelecs nicht gefallen, ignoriert doch einfach die entsprechenden Fäden. Das trägt zum Forumsfrieden bei, den sich nicht nur die Moderatoren wünschen.
von: Rennrädle

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 08.08.22 21:15

Ich bin teilweise so erstaunt über Dein Geschreibsel, dass ich nur noch mit der Schulter zucke und du mir eher leid tust.

Alleine das Bedürfnis der Kommunikation von der Art des Rades abhängig zu machen, ist schon irgendwie traurig.

Ich bin zumindest froh über all diejenigen, die ich hier über das Forum kennen gelernt habe und mir ist es herzlichst egal, ob sie E oder M fahren.

Ich gehöre offensichtlich zu den Zwittern hier. Mein liebes E-Rädchen hat mir die Kirschblütentour mit anderen netten Radlern ermöglicht, es mir meinen Einstieg in mein Radeljahr 2022 erleichtert und seit Mai bin ich nur noch mit dem Reiserad und Rennrad unterwegs.

Und - du wirst erstaunt sein - gestern mit Rennrad und zwei Freunden und meinem Mann jeweils auf E-Bikes einen wunderbaren autofreien Tag erlebt. Wenn man will und Kilometer nicht vor Freundschaft zählt, einfach nur Spaß und einen richtig schönen langen Radeltag. Und welch ein Wunder - trotz E und M hatten wir genug zu erzählen.

Grüßle Rennrädle
von: natash

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 08.08.22 21:31

Ich wüsste jetzt wirklich nicht, warum jemand der halbwegs fit ist, was Du ja zu sein scheinst, ohne Motor eine Strecke, die jemand mit fährt, nicht schaffen sollte. Die Strecken können mit normalem Velo genauso gefahren werden, wie mit einem E-Bike, warum auch nicht. Welche km und Höhenmeterzahl zu schaffen sind hängt ja auch von dem oder der Radelnden ab.
Berge (und Hügel, für alle die unter 2000m keinen Berg wahrnehmen) sind, ich kann es gar nicht oft genug wiederholen, nicht nur ultrasportlichen Radelnden vorbehalten, sondern auch ein durchschnittlich fitter Mensch schafft das, sofern der Wille und eine gute Gangschaltung vorhanden sind. Und ein wenig Zeit, je ungeübter, desto länger dauerts, auch mit zunehmendem Alter wirds nicht leichter. Aber es einfacher als viele denken.
Ich selbst bin sicher keine ausnehmend sportliche Person, auch nicht unsportlich, auch schon Mitte 50, bin weiblich, mit entsprechender geringerer Muskelmasse. Ich bin bislang dennoch jeden Berg hochgekommen, den ich hoch wollte und das waren und sind einige. Und es kommen hoffentlich noch viele, weil ich gerne bergauf fahre. Es dauert vielleicht etwas länger als früher. Ich fahre sie sogar gelentlich zusammen mit E-Bikern, weil sonst mittlerweile die meisten vor bergigem Terrain zurück schrecken und eine Gruppenausfahrt auch mal Spaß macht. Die müssen dann halt zwischendrin auf mich warten, aber abgesehen von der Geschwindigkeit bergauf gibts wenig Unterschiede. Nur in hügeligem Geläuf nimmt jemand ohne Motor bergab Schwung, um die andere Seite des Hügels wieder schneller hochzugleiten, während motorbehaftete Räder eher bremsen, weil kraftsparendes Fahren keine Rolle spielt. Da wurde ich schon oft ausgebremst (nicht von Mitfahrern, die wissen das ja), aber von anderen E-Radlern, was tatsächlich dazu geführt hat, die meisten beliebteren Radwege zu meiden, also mehr als ich das auch sonst schon tue.
Ich bin auch schon probeweise E-Bikes gefahren und halte den sportlichen Einsatz der da gefordert ist, für einen halbwegs fitten Menschen für sehr übersichtlich, zumindest solange mit Unterstützung gefahren wird, was aber nicht alle immer machen. Viele aber schon.
Wer was wie fährt ist mir selbst jedoch grundsätzlich vollkommen egal. Das soll bitte jeder selbst entscheiden, was gut und passend ist. Ich mag mich allerdings andersherum auch nicht missionieren lassen meinen alten Glump doch gegen die neue tolle Technik austauschen zu lassen, damit ich moderner und schneller bin.
Ich mag auch nicht hören, dass 100 km mit 1000 hm irgendwelche sportlichen Höchstleistungen erfordern. Das ist ein ganz normaler Wert für ein wenig hügeliges Terrain. Ich habe mal eine Forumstour mit 70 km und über 2000 hm angeboten. Wir fuhren da immerhin zu acht, sämtlich unterstützungsfrei (das war zu der Zeit eh selten) und alle hatten Spaß dabei. Supersportler waren keine dabei und wir haben uns den ganzen Tag Zeit gelassen und sind auch 2x eingekehrt.
Wie ich das mache, wenn ich wegen Alter und oder Krankheit keine Berge mehr hochkomme, weiß ich nicht. Weil ich aber fast jedes Wochenende in einem Mittelgebirge, meistens im nördlichen Schwarzwald, herumfahre, wird das hoffentlich lange Zeit nicht der Fall sein.
Danach wird dann neu geschaut.

Ich würde mir jedenfalls wünschen, dass beim Thema Pedelecc nicht jedesmal aufeinander eingedroschen wird. Das ist nicht zielführend und zudem vollkommen sinnlos und unerfreulich.


Gruß
Nat
von: MajaM

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 08.08.22 22:21

In Antwort auf: natash
Ich würde mir jedenfalls wünschen, dass beim Thema Pedelecc nicht jedesmal aufeinander eingedroschen wird. Das ist nicht zielführend und zudem vollkommen sinnlos und unerfreulich.

Die klar unfreundlichen Worte hier im Thread finde ich auch unangemessen und der Sache nicht förderlich.

Genausowenig wie ich auf Autofahrer "eindresche", dresche ich auf Pedelecfahrer ein. Ich werde aber doch mein aufrichtiges Bedauern und Unverständnis äußern dürfen, wenn jemand vom Muskelkraftrad zum motorisierten Rad wechselt, der nicht ernsthaft krank ist oder ernsthaft schwere Lasten Berge hinauf befördern muß. Altersbeding schwindende Kraft kann man glücklicherweise durch leichtere Komponenten und stärkeren Minimalismus beim Gepäck sowie schlicht leichtere Berggänge ausgleichen. Und da ist noch reichlich Luft bei mir - und auch bei den "Umsteigern" war i.A. die Reserven da lange nicht ausgeschöpft.

Das unmotorisierte, einfache macht doch gerade den Reiz des Fahrrad aus. Sonst könnte ich doch gleich Motorroller fahren. Deshalb sehe ich da eine klare Grenze. Radfahren ist human powered - sonst ist es kein Radfahren.

Wenn Radfahren nicht mehr unmotorisiert möglich wäre, würde ich vermutlich wandern oder paddeln. Eben weil es darum geht die Natur oder fremde Gegenden aus eigener Kraft zu erkunden.

Pedelecs in Ihrer aktuellen Form bemühen sich nach aussen hin den ökologisch-sportlichen Anschein des Radfahrens zu vermitteln und vermitteln deR NutzerIn den Eindruck wieder fit wie mit 20 zu sein (wie hier so treffend jemand schrieb). Das erscheint mir aber blöder (Selbst-)Betrug. Sowas will ich nicht - vor allem nicht in Freizeit und Urlaub.

Liebe Grüsse
Maja
von: Keine Ahnung

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 08.08.22 22:49

In Antwort auf: MajaM
Ich werde aber doch mein aufrichtiges Bedauern und Unverständnis äußern dürfen, wenn jemand vom Muskelkraftrad zum motorisierten Rad wechselt, der nicht ernsthaft krank ist oder ernsthaft schwere Lasten Berge hinauf befördern muß.


Das Problem hierbei ist aber, dass Du Deine Vorstellungen und Vorlieben auf andere projizierst. Für Dich (und auch mich) ist es attraktiv, mit entsprechender Anstrengung auch bergige Strecken zu fahren. Ich finde es z. B. auch schön, auf schlechten Wald- und Wiesenwegen mühsam viele Kilometer zurückzulegen. Aber das ist nicht unbedingt das, was andere wollen. Wenn ich meinen Bekanntenkreis ansehe, ist das sogar für die Mehrheit nicht attraktiv. Es ist nicht so, dass diese Leute auf Bewegung verzichten wollen, aber sie wollen sich dabei nicht übermäßig anstrengen. Wenn nun ein Pedelec das ermöglicht, nehmen sie das dankbar an und wagen sich damit auch an größere Strecken heran. Für mich (und offensichtlich Dich) wäre das nicht anstrebenswert, aber ich (und auch Du) bin (bist) hier nicht der Maßstab.
von: Margit

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 09.08.22 07:31

Seit dem ersten Beitrag hier frage ich mich bei diesem Titel "Pedelec-Gedanken nach 1200km..." was das eigentlich mit "Ausrüstung Reiserad" zu tun hat. Zwischenzeitlich frage ich mich, weshalb es noch keine extra Rubrik "Muskelradler-Gedanken über Pedelecfahrer" gibt. Bin zwischenzeitlich der Meinung, dass bekennende Pedelecfahrer sehr mutige Menschen sind, die öffentlich zugeben, dass an ihnen der Zahn der Zeit nagt und Muskelradler sich nur so aufmandeln, weil es deren größte Angst ist, dem natürlichen Lauf der Zeit auch unterworfen zu sein.
von: Martina

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 09.08.22 08:41

In Antwort auf: MajaM
Altersbeding schwindende Kraft kann man glücklicherweise durch leichtere Komponenten und stärkeren Minimalismus beim Gepäck sowie schlicht leichtere Berggänge ausgleichen. Und da ist noch reichlich Luft bei mir - und auch bei den "Umsteigern" war i.A. die Reserven da lange nicht ausgeschöpft.


Bei den leichteren Berggängen gebe ich dir uneingeschränkt recht, wobei ich da wie schon geschrieben tatsächlich die Gefahr sehe, dass sowohl das Angebot als auch das Wissen der Händler/Werkstätten in dieser Hinsicht stark ausdünnt. Was nicht passieren sollte aber höchstwahrscheinlich immer häufiger passieren wird ist dass ein Nichtselbstamradbastler mit dem Wunsch nach kleineren Gängen zu seinem Händler geht und der ihm standardmäßig einen Motor empfiehlt.

Was die leichteren Komponenten angeht: der Effekt ist m.E. eher psychologisch (was natürlich auch nicht schlecht ist) bzw. er hilft Leuten, die eh schon fit sind, noch schneller den Berg hochzukommen. Der Unterschied zwischen vollen und leeren Trinkflaschen kann schnell mal zwei Kilo betragen, ebenso der Unterschied zwischen Sommer- und Winterkleidung. Und ich habe wirklich noch nie erlebt, dass jemand in Sommerklamotten und mit leeren Flaschen einen Berg hochkam, den er im Winter mit vollen Flaschen nicht geschafft hat.

Gepäckminimalismus bringt wohl tatsächlich mehr, wenn man ihn konsequent durchführt. Aber dem steht entgegen, dass die meisten Menschen insbesondere wenn sie schon länger reisen eine recht genaue Vorstellung davon haben, was sie persönlich gerne dabeihätten. Zumindest bei mir hat sich das bis auf kleine Details in den letzten 15 Jahren kaum geändert. Klar wird ab und zu etwas optimiert, dafür aber auch mal wieder ein (vermeintlicher) Luxusgegenstand mehr mitgenommen. Ab und zu kaufe ich auch unterwegs irgendwelche Souvenirs, das möchte ich mir auch nicht verkneifen nur aus Sorge, dass ich dann den nächsten Berg nicht mehr schaffe.

Nicht falsch verstehen: ich möchte niemand davon abhalten, sich ein leichteres Rad zu kaufen oder sein Gepäck zu optimeren, ganz im Gegenteil. Aber wenn man zu jemand, der sich darüber beklagt, dass er nicht mehr so gut die Berge hochkommt sagt 'kauf dir ein leichteres Rad, dann klappt das garantiert wieder' weckt man zumindest unrealistische Erwartungen. Die Empfehlung, die Gangschaltung kritisch zu überprüfen bringt deutlich mehr.
von: Uli

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 09.08.22 08:50

Der Hinweis, dass der Thread spätestens nach der aktuellen Diskussionsphase eher in den Treffpunkt gehört, ist gut - "erledigt!"
Gruß
Uli
von: Toxxi

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 09.08.22 09:13

In Antwort auf: Gravelbiker_Berlin
Kommt man denn bei so einem Thema ohne Zuspitzung aus?

Ja, kommt man. lach

Wir sind hier in diesem Forum anders gestrickt als die übliche Medienwelt, in der man durch Polemik und Aufeinandereinschlagen Einschaltquoten generiert.

In Antwort auf: Gravelbiker_Berlin
Ich stelle einfach mal die Frage, welche Themen eines E-Bikers sind eigentlich für einen Muskelradfahrer relevant? Und umgekehrt kann man eigentlich die gleiche Frage stellen.

Okay, ich habe immer versucht, sachlich mit dir zu diskutieren und deinen Standpunkt zu verstehen. schmunzel Aber so langsam bin ich echt am Ende meines Lateins... traurig Wie wäre es, wenn du mal die Bretter vor deinem Kopf einreißt und über den Tellerrand schaust? verwirrt

Mir fallen sofort ganz viele Sachen ein:

- Wie komme ich in eine schöne Gegend hin und wieder weg (z.B. welcher Zug?)
- Wo übernachte ich gut und günstig?
- Welche Strecken sind landschaftlich schön? Welche lohnen nicht? Und welche baut man als Überbrückung ein?
- Wo kann ich lecker essen gehen?
- Welche Reifen sind pannensicher?
- Welche Sonnencreme taugt für 3 Wochen bei über 30°C und praller Sonne von früh bis spät?
- Wo tausche ich am besten ungarische Forint oder tschechische Kronen ein? Zu Hause? Unterwegs? Wechselstube? Bank? Geldautomat?

Das sind jetzt nur die, die mir spontan ohne nachzudenken in den Sinn kamen. Es gibt sicher noch mehr, wenn ich intensiver nachdenke.

Klar, wenn man nur Tagestouren mit dem Rennrad rund um Berlin fährt (mache ich auch gern), sind viele dieser Fragen irrelevant. Aber das ist ist eben nicht das Kernthema des Forums. Der Fokus lag ursprünglich auf FERNreisen. Der hat sich jetzt etwas verschoben, auch NAHreisen spielen mittlerweile die größere Rolle.

Damit wir uns nicht falsch verstehen:

Wenn hier ein E-Biker fragt, wo man abseits des Donauradweges seinen Akku auflädt, dann zucke ich innerlich die Schutern und denke "Dein Problem, fahr doch ohne Akku, wenn du nichts findest." Aber ich behalte es für mich und motze die Leute nicht voll.

Gruß
Thoralf
von: LudgerP

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 09.08.22 09:28

In Antwort auf: Toxxi
In Antwort auf: Gravelbiker_Berlin
Ich stelle einfach mal die Frage, welche Themen eines E-Bikers sind eigentlich für einen Muskelradfahrer relevant? Und umgekehrt kann man eigentlich die gleiche Frage stellen.

Mir fallen sofort ganz viele Sachen ein:

- ...
- Wo kann ich lecker essen gehen?
- ...

Einspruch!
Das ist ein Thema, was nur für Pedelecfahrer interessant ist!
Muskelradfahrer kümmern sich um Kalorien, Proteine, Anabolika usw.

Ludger
...duckundwech
von: Martina

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 09.08.22 09:47

In Antwort auf: Toxxi

Klar, wenn man nur Tagestouren mit dem Rennrad rund um Berlin fährt (mache ich auch gern), sind viele dieser Fragen irrelevant.


Aber eben erstaunlich viele auch nicht. Sonnencreme, lecker essen und pannensichere Reifen interessieren auch auf Tagestouren. Sogar Bahnverbindungen können auch bei Tagestouren interessant sein. Ggf. verschiebt sich der Schwerpunkt etwas, aber letztlich es ja auch kein Problem, das Forumsthema auf Nahrreisen und Tagestouren auszuweiten.

Ganz abgesehen davon ist es von hier aus weiter nach Berlin als nach Mailand, d.h. *für* mich zählt Berlin durchaus als Fernreise und ich darf daher mit allem Recht hier fragen, wo man da lecker essen kann. zwinker
von: Juergen

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 09.08.22 09:53

In Antwort auf: hds
Daher vermisse ich hier zwischen "Treffpunkt" und "Dies und Das" doch ein entsprechendes Thema, wo die Bedürfnisse jener welcher, die gerne einen Akku und Motor am Rad haben möchten berücksichtigt werden.

Von daher allen gute Fahrt, Gruß Hans.
Dafür gibt es das Pedelec Forum.
Wir werden hier nach meiner Einschätzung keinen neuen Bereich etablieren. Genauso wenig werden wir ein Forumstreffen organisieren, wo die Zeltwiese mit Stacheldraht unterteilt wird. lach lach
von: wpau

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 09.08.22 09:58

In Antwort auf: Gravelbiker_Berlin

In der Rhön hatte ich aus Komoot manchmal Strecken abgefahren wo ich dachte. "Meine Güte, die lokalen Mountainbiker haben aber Körner, dass die so eine Steigung hochkommen".


Als ich bis zum Alter von 45 Jahren noch aktiv im Verein bei RTF Touren teilnahm, gehörte das Pfingstwochenende in der Rhön zu unserem Einstieg in die Marathon Saison.
Vielleicht misst Du Dich dort mal mit gut trainierten Hobby Radlern.

Rhön Marathon
von: irg

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 09.08.22 10:32

Vielleicht liegt ein Konfliktpunkt zwischen Bio- und Stromradlern auch in der ungenügenden Infrastruktur. Hätten wir so viel Platz, wie den Autos gegeben wird, würden wir uns weit weniger stören.

Mir gehen Leute, die mir und meiner Tochter am Tandem den Schwung weg nehmen, stark auf die Nerven. Sie ist behindert und tritt nur leicht mit. Da wieder auf Tempo zu kommen, geht auf meine Knie. Dafür können solche Einbremser (häufig mit Pedelec, wie oben beschrieben) natürlich nichts. Aber sie nehmen mir die Chance auf flüssiges und ergonomisches Radeln. Auf Tour geht es mir gleich, wenn auch weniger stark ausgeprägt.

Hätten wir Radwege, wo immer eine zweite Spur frei bliebe (die bitte auch von den ins-Gasthaus-Trödlern frei gehalten würde!) hätten wir wahrscheinlich ein Diskussionsthema weniger.

Nebenbei: Ein e-Antrieb fürs Tandem, wie mir schon oft vor geschlagen wurde, würde mehr Probleme schaffen als lösen. Im Urlaub z.B. könnten wir es gar nicht mehr mit nehmen, weil ich es nicht mehr aufs Dach bekomme.

Lg!
georg
von: m.indurain

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 09.08.22 10:41

In Antwort auf: MajaM
Ich werde aber doch mein aufrichtiges Bedauern und Unverständnis äußern dürfen, wenn jemand vom Muskelkraftrad zum motorisierten Rad wechselt, der nicht ernsthaft krank ist oder ernsthaft schwere Lasten Berge hinauf befördern muß.


Verstehe ich nicht. Es kann doch sein, dass jemand z. B. mehr Spaß daran hat das Stilfser Joch bei gleicher Leistung mit 20 km/h hochzufahren als mit 12 km/h. Mit dem E-Bike kann man bei gleicher Leistung eben schneller oder weiter fahren. Oder es könnte sein, dass jemand aufgrund eines E-Bikes überhaupt erst Spaß daran hat Berge zu fahren.

Dadurch, dass meine Frau ein E-Bike hat, können wir auch mal zusammen Pässe hochfahren. Anders wäre das überhaupt nicht möglich, weil sie sich nicht groß anstrengen will.

In Antwort auf: MajaM
Altersbeding schwindende Kraft kann man glücklicherweise durch leichtere Komponenten und stärkeren Minimalismus beim Gepäck sowie schlicht leichtere Berggänge ausgleichen. Und da ist noch reichlich Luft bei mir


Bei Dir vielleicht (mein Rad inkl. Gepäck wiegt ca. 13 kg). Wobei ein paar kg nicht viel ausmachen, im Flachen oder bei Gegenwind so gut wie nichts. Jeder hat halt seine Vorstellungen von dem was er gerne mitnimmt, warum sollte sich das im Alter ändern, nur um nicht auf ein E-Bike umzusteigen?

Wie gesagt, wo Gewichtsreduzierung etwas bringt ist am Berg. Allerdings auch nicht so viel. Da ist die Fitness viel wichtiger. Ob ich nun 100 kg Systemgewicht den Berg hoch bewege oder 98 ist sicher für einen Wettkampfsportler von Bedeutung aber für einen Reiseradler eher vernachlässigbar. Effektiver und kostengünstiger (aber oft nicht einfacher) ist es selber ein paar überzählige Kilos abzuspecken.
von: Keine Ahnung

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 09.08.22 10:51

In Antwort auf: Juergen

Wir werden hier nach meiner Einschätzung keinen neuen Bereich etablieren.


Das hast Du ja bereits ganz zu Beginn dieses Fadens geschrieben und es wurde mehrfach - auch von mir - wiederholt. Ich habe ja versucht, hier für "Toleranz" zu werben, aber leider scheinen einige Schreiber nur ihre eigenen Vorlieben als Maßstab für alle anerkennen zu wollen. Das kann ich nicht verstehen. Ich gebe ja zu, dass auch ich bei meinen Runden im leider flachen Bremer Umland nicht vermeiden kann, dass ich beim Anblick junger Leute, die hier mit dem Pedelec fahren, denke, dass die eigentlich auch "normal" unterwegs sein könnten. Aber dann überlege ich mir, dass die vielleicht gar nicht auf zwei Rädern unterwegs wären, wenn sie kein Pedelec hätten. Und dann freue ich mich wieder über meine eigene Tour, die ja nicht davon abhängt, ob Leute "ohne Grund" oder evtl. durchaus "aus guten Gründen" den elektrischen Antrieb nutzen.

So sollten wir es hier im Forum auch halten. Ich werde weiterhin ohne Unterstützung unterwegs sein, andere werden sie nutzen. Hauptsache ist, dass alle ihre Freude an Radreisen haben. Wir sind ja hier kein Forum für "Leistungssport", in dem es das Ziel ist, ständig Bestwerte zu erzielen. Eine Radreise bringt mich an schöne Orte, die ich vom Fahrrad aus ganz anders genießen kann als aus einem Auto heraus. Wo wollen wir hier Kategorien festlegen? Es kann durchaus sein, dass der Bikepacking-Freak mit Carbon-Rennrad unterwegs ist und bewaffnet mit einer Kreditkarte ausschließlich in Hotels übernachtet, während der Pedelec-Nutzer sein Zelt und die Kochausrüstung aufgeladen hat, um in freier Natur zu übernachten. Wer ist nun hier der "echte Radreisende"?

Mein Apell an alle wäre, einfach für sich die geeignete Form der Radreise zu wählen und anderen das auch zu erlauben, ohne andere Vorlieben gleich kritisch kommentieren zu müssen.
von: Holger

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 09.08.22 10:55

In Antwort auf: Keine Ahnung
In Antwort auf: Juergen

Wir werden hier nach meiner Einschätzung keinen neuen Bereich etablieren.


Das hast Du ja bereits ganz zu Beginn dieses Fadens geschrieben und es wurde mehrfach - auch von mir - wiederholt. Ich habe ja versucht, hier für "Toleranz" zu werben, aber leider scheinen einige Schreiber nur ihre eigenen Vorlieben als Maßstab für alle anerkennen zu wollen. Das kann ich nicht verstehen. […]

Ich sehe es genauso - und kann es ebenfalls nicht verstehen...
von: BeBor

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 09.08.22 10:55

In Antwort auf: Keine Ahnung
In Antwort auf: BeBor
Ich gönne denen Ihren Spaß, aber das nimmt teilweise wirklich groteske Züge an. Für mich hat(te) Fahrradfahren immer was individuelles, was ich sehr gut allein oder mit nur wenigen Leuten praktiziere.


Autos dürfen in Horden die Straßen bevölkern, aber wenn die Zahl der Radfahrer (elektrisiert oder nicht) weiter zunimmt, dann ist das negativ? Radfahren soll ein individuelles Vergnügen bleiben? Arbeitest Du in der Autobranche? wirr

Drei Fragen, drei mal NEIN.

Ich habe aus dem Vorbeitrag vom Gravelbikel lediglich den Aspekt der "Geselligkeit" herausgegriffen, weil das E-Radfahren zu einem Massenhype geworden ist, bei dem Trendverhalten und Bequemlichkeit bei gleichzeitig geringer Kritiktoleranz eine Rolle spielen. "Alle" machen es, da muss ich also selbst auch mitmachen, Hersteller und Handel befeuern diesen Trend noch. Bei manchen Gruppen kommt noch Ignoranz dazu, z. B. bei den E-Mountainbikern auf Waldwegen/Wanderwegen.

Ansonsten waren meine Äußerungen in diesem Forum zum Thema E zwar immer eher kritisch, aber niemals kategorisch ablehnend, ausgrenzend oder gar beleidigend. Was mich gedanklich in die Nähe der Autobranche rücken lässt, verstehe ich nun wirklich nicht.

Bernd
von: Martina

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 09.08.22 10:59

In Antwort auf: irg

Mir gehen Leute, die mir und meiner Tochter am Tandem den Schwung weg nehmen, stark auf die Nerven. Sie ist behindert und tritt nur leicht mit. Da wieder auf Tempo zu kommen, geht auf meine Knie.


Das geht nichtbehinderten Tandembesatzungen aber ganz genauso. Wobei ich Schwungwegnehmer ehrlich gesagt nicht mit Elektro in Verbindung bringe, sondern mit Gruppen. Die nehmen sich nämlich gegenseitig den Schwung weg und werden dadurch immer breiter, bis sie irgendwann auch den breitesten Weg blockieren. Aber ich war selbst schon in einer Gruppe laufend unterwegs und habe dabei wiederum die Radfahrer verärgert. zwinker
von: Gravelbiker_Berlin

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 09.08.22 11:05

Hallo Martin, auch hier wieder vollstes Verständnis! Ich bin ja von einem Autofahrer über den Haufen gefahren worden. Auch schon vorher, aber erst recht seitdem, fahre ich wirklich Auto so, dass ich von mir behaupten kann, mir selbst würde es nicht passieren, dass ich einen Radfahrer schuldhaft über den Haufen fahre. Das Ganze erzeugt oft Wutausbrüche hinter mir. Ich fahre auch überhaupt nicht gern Auto. Es ist natürlich eine Sache, wenn das Geld dafür reicht, ist die Versuchung da, es sich zu kaufen, und ich paddle auch, dafür brauche ich es schon.

Aber der Vorschlag, mit dem Auto erst mal rauszufahren, war auch nur so ein Gedanke, ich mache es bisher auch nicht, erstens fahren schon genug mit dem Auto aus der Stadt raus, und irgendwie, es kostet ja auch Zeit und in der Zeit könnte man schon Radfahren. Wenn man dann vielleicht noch in einen Stau kommt, dann ist der Gewinn nicht mehr da.
Dieses Aus-der-Stadt-rauskommen, das ist schon immer wieder ein Ärgernis, und ich kann mir gut vorstellen, dass das in Budapest nicht anders ist, vermutlich noch schlimmer als in Berlin.

Aber mit dem Zug rausfahren ist seit dem 9-Euro-Ticket leider auch keine Option mehr.

Dass Du eher der Flußradweg-Radler bist, finde ich auch voll verständlich, ich habe auch erst mal fast sämtliche Flußradwege in der Nähe weggeschnurpselt, ist ja auch erst mal am einfachsten. Nur, irgendwann sind die alle abgefahren, erst recht mit wenig Gepäck und einem schnellen Gravelbike, und der Blick über die Gipfel von Rhön, Franken, Thüringer Wald, wenn man einmal oben ist, ist auch wunderschön. Auch die Ruhe des Erzgebirgskammwegs, da kann man echt süchtig danach werden.
Deine Angst bergab: Ich weiss absolut wovon Du redest!! Bergauf macht mir totalen Spaß, aber am liebsten wäre mir, wenn oben ein Hubschrauber steht, der mich sicher wieder runterbringt. Ich halte oft an, halte die Hand an die Bremsscheibe und denke, mein Gott, das kann doch gar nicht gut gehen, so heiß wie die ist. Aus Angst bremst man dann grade zu viel, und dann wird die Scheibe erst recht heiß, und das sagt einem natürlich jeder sportliche Fahrer, der erst bremst, wenn er über 60 auf Kies und über 100 auf Asphalt ist, und ja, ich weiss das auch, aber ich traue es mir halt nicht und bremse viel zu viel. Mit (viel) Gepäck würde ich mir das überhaupt nicht mehr trauen, also auch da vollstes Verständnis.

Der Gedanke, Akku und Motor im Bahnhofsschließfach abzugehen ist lustig.
Er bringt mich aber auf etwas, was für mich möglicherweise anders ist als für manche hier in diesem Forum, weshalb ich hier oft so auf Unverständnis zu stoßen scheine. Das E-Bike bliebe ja auch ohne Akku und Motor immer noch ein relativ robustes Rad mit wenig Fahrspaß. Das ist vielleicht der wichtigste Punkt, warum mir so unverständlich ist, wie man Lust auf E-Bike bekommen kann. Ich kaufe mir teure Fahrräder, also Rennrad, Gravelbike, Mountainbike, immer der Sportbereich, immer das Beste und Leichteste (naja, im Rahmen dessen, was mir noch vernünftig scheint, nach oben ist da ja die Preisgrenze ziemlich offen). Meine Motivation radzufahren ist vor allem, diese tollen teuren Geräte zu fahren, den Spaß beim Fahren, das Leichtgewicht, die schnelle Beschleunigung, die hohe Geschwindigkeit, das Leichte-den-Berghochkommen, das alles in mich reinzusaugen.
Ich weiss daher gar nicht, ob es mich auf ein E-Bike ziehen würde, wenn das eines Tages nicht mehr geht, oder ob ich dann nicht einfach Bücher im Liegestuhl lesen würde. Ich kann mir für mich irgendwie nicht vorstellen, dass E-Bike-Fahren Fun ist.

Wenn Du sagst, Du hättest Respekt vor Leuten, die auch berghoch fahren, dann muss ich zurückgeben, was habe ich erst für Respekt vor Leuten, die ohne Auto auskommen!!!

Aber was Berg hoch betrifft. Es macht wirklich Spaß, versuch's doch mal, aber ohne Gepäck und mit einem wirklich leichten Rad! Dann hat man auch bergab nicht ganz so viel Angst. Und zur Not muss man mal anhalten, bis sich die Scheibe wieder abgekühlt hat, mach ich auch manchmal aus purer Angst, auch wenn mein Radhändler das Quatsch findet.
Berlin hat viel zu bieten, aber was hier wirklich fehlt, sind Berge.

Du schriebst es an anderer Stelle ja auch schon selbst. Flussradwege im Osten, da kann man reinfallen, Saale- und Elsterradweg sind Beispiele. Da wird schon mal schnell eine Flußbiegung über die Berge abgekürzt. An der Saale bin ich auch mal abgestiegen, weil es mir zu steil war. Insofern, die Berge ganz meiden, das ist eh nicht so einfach, oder? Selbst Mecklenburg ist manchmal ganz schön hügelig.

Last but not least: In den Bergen wird Navigation ja erst richtig zur Herausforderung. Dann muss man sich ja vorher jeden Meter anschauen, ob die Steigung noch machbar ist oder ob man da "über seine Verhältnisse plant". Wenn Du mal Berge fährt, dann kann ich vielleicht wieder von Deinen großen Fähigkeiten in Navigation profitieren... (was ja offen gesagt der Grund für mich war, in dieses Forum zu gehen, und die Vermutung, dass es hier Leute gibt, die davon viel Ahnung haben, hat ja auch zugetroffen).
Grüße
Christoph
von: Gravelbiker_Berlin

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 09.08.22 11:20

Das wäre übrigens mal ein interessantes Thema für einen anderen Faden (der aber vermutlich nicht so richtig in dieses Forum paßt). Wie trainiere ich im Flachland für die Berge? Ist gar nicht so einfach, aber es ist natürlich möglich, es wäre eine Ausrede, wenn man als Flachlandigel sagt, man tritt nicht gegen die an, die in den Bergen fahren, die können ja besser trainieren.
Ein Punkt fällt mir aber eben immer wieder auf. Im Flachland braucht man Willen. Oder man wartet auf Tage mit extrem starkem Gegenwind und nimmt sich eine unfaßbar lange Strecke gegen den Wind vor (und finished die dann auch). Aber mal von Gegenwind abgesehen braucht man immer Willen, um die Trainingsreize zu setzen, die man für die Berge braucht.
Der große Vorteil derjenigen, die in den Bergen trainieren, ist: Sie müssen! Wenn sich so eine Rampe vor einem auftürmt, dann kann man nur noch treten, was anderes bleibt einem nicht übrig (oder man steigt schnöde ab und schiebt).

Insofern, ich sag es ganz offen, mit denen, die regelmäßig in den Bergen trainieren, halte ich vermutlich nicht mit. Aber es zieht mich immer wieder dorthin, und auch in die Rhön, da würde ich sofort wieder hinfahren. Aber erst mal nur zum Trainieren, noch nicht für Wettkämpfe...
Grüße
Christoph
von: Keine Ahnung

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 09.08.22 11:40

In Antwort auf: BeBor

Ich habe aus dem Vorbeitrag vom Gravelbikel lediglich den Aspekt der "Geselligkeit" herausgegriffen, weil das E-Radfahren zu einem Massenhype geworden ist, bei dem Trendverhalten und Bequemlichkeit bei gleichzeitig geringer Kritiktoleranz eine Rolle spielen.


Schon diese Aussage unterstreicht meine Kritik! Es ist doch begrüßenswert, dass Pedelecs zu einer großen Zunahme der Radfahrer geführt haben. Geringe Kritiktoleranz habe ich bei den Pedelec-Fahrern, mit denen ich mich unterhalten habe, nur äußerst selten erlebt. Die Frage wäre doch hier eher, "Warum sollen Pedelec-Nutzer kritisiert werden und sich gegen diese Kritik wehren müssen?". Ich kritisiere doch auch keinen Radreisenden, der/die "nur" eine minimale Bikepacking-Ausstattung hat, und bezeichne ihn/sie als "Weichei" ohne Kraft in den Beinen.

Die "lästigen" MTBs auf Wanderwegen haben durch E-MTBs zugenommen, was aber nicht bedeutet, dass es nicht schon zuvor rücksichtslose "Normal-MTB-Nutzer" gegeben hat. Wo die "Verkehrsdichte" zunimmt, werden auch Idioten häufiger zu finden sein. Das ist aber kein Privileg der Akku-Träger!

Deine Aussage, dass Radfahren ein "individuelles" Ereignis sein sollte und Deine Kritik an Radfahrern, die 300 Meter in Folge fuhren und Dir die Möglichkeit, links abzubiegen, herausgezögert haben, wo doch normalerweise deutlich längere Autokolonnen unterwegs sind, auf die ich geduldig warten muss, erachte ich nicht als besonders fahrradfreundlich. Fahrräder möglichst aus dem regulären Verkehrsfluss zu verbannen, ist der Wunsch etlicher Autoenthusiasten und deren Lobby-Organisationen.

Geselligkeit ist auch bei Fahrradfahrern nicht abzulehnen, solange sich Gruppen rücksichtsvoll verhalten. Rücksichtslosigkeit ist aber durchaus keine kennzeichnende Eigenschaft der Pedelec-Nutzer. Ich habe mich schon deutlich häufiger über "sportliche Fahrradfahrer" geärgert, die auf engen Wegen von hinten angerast kamen und im letzten Augenblick "Platz" rufen, da ja die Wege für sie geschaffen wurden (eine Klingel ist für ihre Räder nur unnötiger Ballast).

Und Geselligkeit bei Radtouren ist durchaus auch bei "normalen Radfahrern" beliebt. Hier z. B. ein typische Radfahrerhorde, wie sie auf Forumstreffen zu finden ist entsetzt :



Oder hier englische Rennradhooligans, die in Massen einen Berg hinaufgestürmt sind, um sich nun in Gruppen wahrscheinlich über Pedelec-Fahrer auszulassen zwinker :

von: Gravelbiker_Berlin

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 09.08.22 11:59

Das ist eben nicht so!! Es hat vorher immer weniger rücksichtslose Mountainbiker gegeben, und wer Gegenteiliges behauptet, ist nicht in den Bergen Mountainbike gefahren. Ich habe nach einer anfänglichen bösen Stimmung zwischen Wanderern und Mountainbikern am Ende immer mehr Freundlichkeit erlebt.
Das liegt meiner Meinung nach auch daran, dass der Downhill-Spaß sich jetzt ziemlich auf die Skiabfahrten konzentriert. Man traf "früher" (also vor dem E-Bike-Hype) außerhalb dieser Downhill-Abfahrt-Routen unter den Skiliften daher eher gemäßigte Mountainbiker, und die Wanderer sehen ja, wie anstrengend es ist, wenn sie bergauf von einem MTBler überholt werden, dass man mehr keucht als der Wanderer, und meiner Beobachtung nach ist auch bei den (leider notwendigen) Abfahrten immer mehr Rücksicht aufgetreten, bei mir sowieso, ich bremse bergab schon aus Angst. Ich würde mich nie an einen Wanderer mit hoher Geschwindigkeit annähern und erst im letzten Moment hart bremsen.
Wer jetzt behauptet, an dieser friedlichen Stimmung zwischen anderen Wald und Bergnutzern und Muskel-Mountainbikern wird sich durch die die E-Biker nichts ändern, der äußert meiner Meinung nach Wunschdenken. Es ist einfach die schiere Masse, die jetzt wieder auftritt, die diese Diskussion neu befeuern wird. Vorher waren muskelgetriebene Mountainbiker in den Bergen eine ziemlich kleine Gruppe, denn man musste ja erst mal hochkommen!
Ich schrieb es ja schon mehrfach, siehe der Artikel vor ein paar Wochen im Spiegel.
Wenn es dann wieder neue Verbote geben wird, kann ich nur hoffen, dass Muskel-Mountainbiker davon ausgenommen sein werden...
Grüße
Christoph
von: MajaM

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 09.08.22 12:00

In Antwort auf: m.indurain
In Antwort auf: MajaM
Ich werde aber doch mein aufrichtiges Bedauern und Unverständnis äußern dürfen, wenn jemand vom Muskelkraftrad zum motorisierten Rad wechselt, der nicht ernsthaft krank ist oder ernsthaft schwere Lasten Berge hinauf befördern muß.

Verstehe ich nicht. Es kann doch sein, dass jemand z. B. mehr Spaß daran hat das Stilfser Joch bei gleicher Leistung mit 20 km/h hochzufahren als mit 12 km/h. Mit dem E-Bike kann man bei gleicher Leistung eben schneller oder weiter fahren. Oder es könnte sein, dass jemand aufgrund eines E-Bikes überhaupt erst Spaß daran hat Berge zu fahren.

Selbstverständlich kann das sein. Viele Menschen fahren sogar lieber 50 bis 100 km/h bergauf und nutzen deshalb Motorrad oder Pkw. Eben deshalb sehe ich motorisiertes Fahren als etwas grundsätzlich anderes als Radfahren.

In Antwort auf: m.indurain
Dadurch, dass meine Frau ein E-Bike hat, können wir auch mal zusammen Pässe hochfahren. Anders wäre das überhaupt nicht möglich, weil sie sich nicht groß anstrengen will.

Früher hätte halt der Mann seiner Partnerin das Gepäck abgenommen, ein leichtes Rad aufgebaut mit zudem einer super leichten Bergübersetzung. Oder man hätte über ein Tandem nachgedacht. Heute wird meiner Beobachtung nach erst der Partnerin von ihrem Mann ein Pedelec "aufgedrückt" - und maximal ein Jahr später fährt der auch mit Pedelec. Beobachtest Du das nicht auch so?

Real sehe ich die allermeisten Pedelecs aber nicht an anstrengenden Pass-Straßen sondern fast ausschließlich auf Flußradwegen, am Bodenseeradweg und am Stadtrand - und natürlich auf SUV/Wohnmobil-Fahrradträgern.

In Antwort auf: m.indurain
In Antwort auf: MajaM
Altersbeding schwindende Kraft kann man glücklicherweise durch leichtere Komponenten und stärkeren Minimalismus beim Gepäck sowie schlicht leichtere Berggänge ausgleichen. Und da ist noch reichlich Luft bei mir


Bei Dir vielleicht (mein Rad inkl. Gepäck wiegt ca. 13 kg). Wobei ein paar kg nicht viel ausmachen, im Flachen oder bei Gegenwind so gut wie nichts. Jeder hat halt seine Vorstellungen von dem was er gerne mitnimmt, warum sollte sich das im Alter ändern, nur um nicht auf ein E-Bike umzusteigen?

Wie gesagt, wo Gewichtsreduzierung etwas bringt ist am Berg. Allerdings auch nicht so viel. Da ist die Fitness viel wichtiger. Ob ich nun 100 kg Systemgewicht den Berg hoch bewege oder 98 ist sicher für einen Wettkampfsportler von Bedeutung aber für einen Reiseradler eher vernachlässigbar. Effektiver und kostengünstiger (aber oft nicht einfacher) ist es selber ein paar überzählige Kilos abzuspecken.

In der Ebene mit 20 bis 25 in der Ebene auf glattem Asphalt dahinzurollen sollte für den halbwegs gesunden nun wirklich kein Problem sein - sofern er nicht gerade halbplatte Marathon Plus montiert hat und unergonomisch sitzt.

Mit dem Abspecken hast Du natürlich besonders recht. Aber da ist nun wirklich schwierig und unbequem - kann ich aus ganzem Herzen bestätigen. Aber das ist doch gerade das schlagende Argument beim Muskelkraft-Rad zu bleiben und damit Alltag und Reise abzuwickeln statt einen Motor helfen zu lassen. Wer aufs Pedelec umsteigt muss schon um sein Gewicht zu halten seine Nahrungsaufnahme reduzieren!

Liebe Grüße
Maja
von: iassu

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 09.08.22 12:03

Ich melde mich doch nochmal zu Wort.
Es geht meiner Ansicht nach um mindestens 2 verschiedene Themen. Zum einen um Grundsatzfragen. Hier ist meine Position klar: fahren mit motorischer Unterstützung ist kein Fahrradfahren. Fertig. Es sind einfach zwei verschiedene Arten der Mobilität.

Das andere ist: wer kann, darf, soll welches Verkehrsmittel nutzen. Hier bin ich vollkommen offen. Ebenso dafür, ob und wie hier im Forum gereist wird. Wir hatten hier sogar schon mal einen Reisebericht von einem, der mit einem großen Tretroller über die Alpen (?) gereist war. Von mir aus darf auch jeder mit einem Hochrad, Kinderwagen oder Bobbycar reisen. Aber das ist ein anderes Thema als das, was ich unter Fahrradfahren verstehe.
von: schorsch-adel

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 09.08.22 12:18

Zitat:
Wir werden hier nach meiner Einschätzung keinen neuen Bereich etablieren. Genauso wenig werden wir ein Forumstreffen organisieren, wo die Zeltwiese mit Stacheldraht unterteilt wird. lach lach

Bei all meiner Liebe zu gepflegter Einseitigkeit:

nichts wäre blöder als eine hier immer wieder vorgeschlagene Trennung der Themen in Elektro- und Eigenantrieb. Dieser zwar heiße, aber sehr informative Faden hier wäre so nie entstanden:

wo, wenn nicht in diesem Forum, wird denn so konstruktiv und ausdauernd über das vorliegende Thema gestritten ? Ich würde mir die hier aufgezeigte Vielfalt an Aspekten oft im kleinen privaten Kreis wünschen. Dass die Diskussion mitunter emotional abdriftet schadet der Sache überhaupt nicht, schließlich geht es ja um mehr als um die richtige Farbkombination von Rahmenfarbe und Schnürsenkeln.

Cancel Culture haben wir hier im Forum nicht nötig.
von: m.indurain

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 09.08.22 12:39

In Antwort auf: iassu
fahren mit motorischer Unterstützung ist kein Fahrradfahren. Fertig.


Was denn sonst? Die Tretbewegung ist die gleiche. Die Sitzposition ist die gleiche. Die Leistung ist (sofern vom Fahrer gewollt) die gleiche.
von: tomrad

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 09.08.22 12:41

In Antwort auf: iassu
Ich melde mich doch nochmal zu Wort.
Es geht meiner Ansicht nach um mindestens 2 verschiedene Themen. Zum einen um Grundsatzfragen. Hier ist meine Position klar: fahren mit motorischer Unterstützung ist kein Fahrradfahren. Fertig. Es sind einfach zwei verschiedene Arten der Mobilität.



Irgendwie erinnert mich dieses Dogma an unseren früheren "wir sind Papst"-Papst. Der hatte mal geäußert, dass es sich beim Islam um keine Religion "im eigentlichen Sinne" handelte.

Vielleicht hast du noch eine Idee zur Umbenennung des Forums. Wie wärs mit Pedelec- & Radreise & Fernpedelecreisende & Fernradler Forum? verwirrt
von: Gravelbiker_Berlin

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 09.08.22 12:43

Immer wieder berichten hier welche, dass sie diese Teile ohne Motorunterstützung oder mit ganz wenig Motorunterstützung fahren. Das mag es ja wirklich geben. Ich muss allerdings mal sagen, ich sehe es einfach nie!! Ich fahre da draußen ja immer herum, und ich glaube schon, man sieht, wenn jemand so ein schweres Gerät überwiegend muskelgetrieben fährt, und ich sehe das einfach nie. Ich sehe immer nur die, die mit voller Motorunterstützung fahren. Auch das schrieben ja schon andere hier in diesem Faden...
Grüße
Christoph
von: freizeitradler

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 09.08.22 12:47

Gravelbiker_Berlin,

deinen immer wieder angesprochenen Leistungsgedanken halte ich für dieses Forum gefühlt für wenig passend.

Mit 61 habe ich 2005 zum dritten und letzten mal an einer sehr schönen Veranstaltung in Österreich teilgenommen. Hat mit Tourenradeln, egal ob fern oder nah, allerdings nichts zu tun. Zeit unter 11 Stunden, nennt sich Ötztalradmaraton.

Fahr mal eine solche Runde, dann kannst du eher über Berge und entsprechende Vorbereitung diskutieren. Für den Anfang reicht auch einer der vielen bekannten Alpenpässe.

Nimm mirab, dass Pässeradler einschätzen können ob man sich mit einem e-bike anstrengen kann und darin kein Moped sehen.

Ciao
Detlef
von: m.indurain

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 09.08.22 12:55

In Antwort auf: MajaM
Selbstverständlich kann das sein. Viele Menschen fahren sogar lieber 50 bis 100 km/h bergauf und nutzen deshalb Motorrad oder Pkw. Eben deshalb sehe ich motorisiertes Fahren als etwas grundsätzlich anderes als Radfahren.


Beim E-Bike-fahren muss gekurbelt werden. Der Vergleich mit Motorrad und Pkw hinkt gewaltig. Wie ich schon geschrieben habe, kann der E-Biker - sofern von ihm gewünscht - mit gleicher oder höherer Leistung als der Muskelbiker unterwegs sein.

In Antwort auf: MajaM
Früher hätte halt der Mann seiner Partnerin das Gepäck abgenommen, ein leichtes Rad aufgebaut mit zudem einer super leichten Bergübersetzung. Oder man hätte über ein Tandem nachgedacht. Heute wird meiner Beobachtung nach erst der Partnerin von ihrem Mann ein Pedelec "aufgedrückt" - und maximal ein Jahr später fährt der auch mit Pedelec. Beobachtest Du das nicht auch so?


Das E-Bike meiner Frau ist jetzt schon 5 Jahre alt und ich bin immer noch als Muskelfahrer unterwegs. Wir fahren sowieso ohne Gepäck (nur Tagestouren). Meine Frau wäre mit einer leichten Bergübersetzung viel zu langsam und würde damit sicher auch keinen langen Berg hochfahren.

In Antwort auf: MajaM
Real sehe ich die allermeisten Pedelecs aber nicht an anstrengenden Pass-Straßen sondern fast ausschließlich auf Flußradwegen, am Bodenseeradweg und am Stadtrand - und natürlich auf SUV/Wohnmobil-Fahrradträgern.


Dort sieht man ohnehin die meisten Fahrräder, weil die meisten Radfahrer Passstraßen meiden. Folglich sieht man da auch jetzt die meisten Pedelecs. Aber auch vermehrt auf Passstraßen.

In Antwort auf: MajaM
In der Ebene mit 20 bis 25 in der Ebene auf glattem Asphalt dahinzurollen sollte für den halbwegs gesunden nun wirklich kein Problem sein - sofern er nicht gerade halbplatte Marathon Plus montiert hat und unergonomisch sitzt.


Die wenigsten Muskel-Radfahrer sind in der Ebene mit 20 bis 25 km/h unterwegs (sofern keine Rennrad-Fahrer).

Grüße
Peter
von: m.indurain

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 09.08.22 13:00

In Antwort auf: Gravelbiker_Berlin
Immer wieder berichten hier welche, dass sie diese Teile ohne Motorunterstützung oder mit ganz wenig Motorunterstützung fahren. Das mag es ja wirklich geben. Ich muss allerdings mal sagen, ich sehe es einfach nie!!


Gleiche Leistung heißt nicht automatisch ohne oder mit wenig Unterstützung. Es kann auch heißen ich fahre mit Unterstützung 25 km/h wo ich vorher 15 km/h gefahren wäre.

Die wenigsten werden wohl auf dem E-Bike mit reduzierter Eigenleistung unterwegs sein. Sie erfreuen sich einfach an dem schnelleren Vorankommen.
von: Gravelbiker_Berlin

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 09.08.22 13:12

Okay, aber 2005, das ist schon ne Weile her, oder nicht?
Christoph
von: sascha-b

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 09.08.22 13:18

+1
von: LudgerP

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 09.08.22 13:21

In Antwort auf: m.indurain
In Antwort auf: iassu
fahren mit motorischer Unterstützung ist kein Fahrradfahren. Fertig.


Was denn sonst? Die Tretbewegung ist die gleiche. Die Sitzposition ist die gleiche. Die Leistung ist (sofern vom Fahrer gewollt) die gleiche.

Man muß für dieses Thema mehr Sensibilität an den Tag legen. Die Unterschiede liegen im Verborgenen.
Es kommt eben darauf an, ob irgendwelche zusätzliche Unterstützung der eigenen Muskelkraft vorliegt oder nicht. So ist das sogenannte "Radfahren" mit Rückenwind eigentlich ein Fahren mit windiger Unterstützung und ist somit kein Fahrradfahren. Analog verhält es sich mit dem bergab "Radfahren", dort hilft die Gravitationskraft wie beim Ebike die Motorkraft. Es ist auch kein Fahrradfahren. Fertig.
von: Martina

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 09.08.22 13:24

In Antwort auf: m.indurain

In Antwort auf: MajaM
Real sehe ich die allermeisten Pedelecs aber nicht an anstrengenden Pass-Straßen sondern fast ausschließlich auf Flußradwegen, am Bodenseeradweg und am Stadtrand - und natürlich auf SUV/Wohnmobil-Fahrradträgern.


Dort sieht man ohnehin die meisten Fahrräder, weil die meisten Radfahrer Passstraßen meiden. Folglich sieht man da auch jetzt die meisten Pedelecs. Aber auch vermehrt auf Passstraßen.


Hm, man muss schon aufpassen, wovon man redet. Geht es um die absolute Anzahl oder um das Verhältnis von motorisierten zu nicht motorisierten Rädern? Natürlich gibt es auf Flussradwegen generell mehr Radfahrer als auf Passstraßen, demzufolge gibt es dort auch mehr Pedelecs. Nichtsdestotrotz habe ich ehrlich gesagt auch den Eindruck, dass der Anteil der Pedelecs umso kleiner ist, je anstrengender die Strecke ist. Und zwar nicht oder zumindest nicht nur deshalb, weil im anstrengenden Gelände nur Sportler unterwegs sind, man sieht in bergigen Gegenden gefühlt auch anteilig mehr nichtmotorisierte Alltagsradler.

Warum das so ist darüber kann ich nur spekulieren. Ich bin ja nichtmal sicher, ob meine Beobachtungen repräsentativ sind. zwinker
von: Holger

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 09.08.22 13:31

In Antwort auf: m.indurain
In Antwort auf: iassu
fahren mit motorischer Unterstützung ist kein Fahrradfahren. Fertig.


Was denn sonst? Die Tretbewegung ist die gleiche. Die Sitzposition ist die gleiche. Die Leistung ist (sofern vom Fahrer gewollt) die gleiche.

Ich besitze beides. Und für mich ist es gefühlt kein Fahrradfahren, wenn ich auf dem E-Bike fahre - es sei denn, ich schalte da die Unterstützung ab. Aber selbst im Eco-Modus ist es für mich gefühlt was anderes, als wenn ich auf dem Reiserad sitze.

Rein juristisch ist ein Pedelec ein Fahrrad.
von: Margit

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 09.08.22 13:39

In Antwort auf: LudgerP
In Antwort auf: Toxxi

- Wo kann ich lecker essen gehen?

Einspruch!
Das ist ein Thema, was nur für Pedelecfahrer interessant ist!
Muskelradfahrer kümmern sich um Kalorien, Proteine, Anabolika usw.

Weiß mir wer einen guten Psychiater verwirrt Heute früh hab ich gebacken, damit ich dann in der Ebene die volle Karre heim ziehen konnte. Und jetzt mag ich Spaß haben, nehm das Pedelec und rase kilometerfressend durch die Gegend bier
von: iassu

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 09.08.22 13:48

In Antwort auf: m.indurain
In Antwort auf: iassu
fahren mit motorischer Unterstützung ist kein Fahrradfahren. Fertig.


Was denn sonst? Die Tretbewegung ist die gleiche. Die Sitzposition ist die gleiche. Die Leistung ist (sofern vom Fahrer gewollt) die gleiche.

Gut.
Dann ist Strampeln auf dem Hometrainer auch Fahrradfahren.
von: StephanBehrendt

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 09.08.22 13:56

In Antwort auf: Gravelbiker_Berlin
Würde ich ganz am Ende erst feststellen, dass dieser Bericht von einem E-Biker verfaßt worden ist, dann würde ich mich ärgern, dass ich da 3 Minuten Lesezeit investiert habe, und es ist für mich gar nicht relevant.
Wer ausreichend Zeit hat, Beiträge in epischer Länge zu verfassen, sollte sich über den Verbleib von drei Minuten Lebenszeit keine Gedanken machen müssen. grins
von: iassu

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 09.08.22 14:02

Zumal wenn es seit dem ersten Auftreten hier lauter ungereimtes Zeug ist, was man abläßt.
von: HeinzH.

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 09.08.22 14:05

Moin moin!

In Antwort auf: Gravelbiker_Berlin
Immer wieder berichten hier welche, dass sie diese Teile ohne Motorunterstützung oder mit ganz wenig Motorunterstützung fahren. Das mag es ja wirklich geben. Ich muss allerdings mal sagen, ich sehe es einfach nie!! (...)
Das kannst Du auch nicht sehen, es sei denn Du hast Adleraugen und kannst das Display aus der Entfernung ablesen:


Die "0" unten besagt, daß ich mein Pedelec im reinen Bio-Modus fahre*.
In den Stufen 1-2-3-4-5-6 bekommt der eMotor entsprechend abgestuft Spannung.

Wenn das Thema "Bio-Anteil" keine Rolle spielen würde, hätte ich mir nicht eine 3x10-Schaltung eingebaut. Ein 38er Kettenblatt vorn hätte genügt.
Es kommt dann nämlich nicht nur auf die Entfaltungs-Spreizung an, sondern auch auf eine möglicht feine Abstufung. Nur so habe ich für jede der sechs Stromstufen mindestens drei passende Schaltungs-Gänge zur Verfügung. Ich kann also wenig, mittel oder viel Druck bei ergonomischen Trittfrequenzen und damit optimalem Wirkungsgrad auf die Pedale bringen.
Bis denne,
HeinzH.

*In Stufe "0", also im Bio-Modus ist mein Pedelec nicht nur "juristisch" ein Fahrrad.-
In den Stufen 1-2-3-4-5-6 bekommt der eMotor entsprechend abgestuft Spannung. und das Bio-Fahrrad mutiert zum Pedelec.
von: Martina

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 09.08.22 14:10

In Antwort auf: iassu
In Antwort auf: m.indurain
In Antwort auf: iassu
fahren mit motorischer Unterstützung ist kein Fahrradfahren. Fertig.


Was denn sonst? Die Tretbewegung ist die gleiche. Die Sitzposition ist die gleiche. Die Leistung ist (sofern vom Fahrer gewollt) die gleiche.

Gut.
Dann ist Strampeln auf dem Hometrainer auch Fahrradfahren.


Zumindest für das Fahren auf der Rolle sehen das sehr viele so. Immerhin benutzt man dazu ein echtes Muskelfahrrad und der Motor wird nur dazu eingesetzt, Widerstand zu erzeugen. grins
von: m.indurain

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 09.08.22 14:31

In Antwort auf: Martina
In Antwort auf: iassu
In Antwort auf: m.indurain
In Antwort auf: iassu
fahren mit motorischer Unterstützung ist kein Fahrradfahren. Fertig.


Was denn sonst? Die Tretbewegung ist die gleiche. Die Sitzposition ist die gleiche. Die Leistung ist (sofern vom Fahrer gewollt) die gleiche.

Gut.
Dann ist Strampeln auf dem Hometrainer auch Fahrradfahren.


Zumindest für das Fahren auf der Rolle sehen das sehr viele so. Immerhin benutzt man dazu ein echtes Muskelfahrrad und der Motor wird nur dazu eingesetzt, Widerstand zu erzeugen. grins


per Definition auch:

https://www.dwds.de/wb/Fahrradfahren

1. das Sichfortbewegen mithilfe eines Fahrrads (als Verkehrsmittel); das Benutzen, Bedienen, Lenken eines Fahrrads

2. sportlich betriebenes Fahrradfahren, auch auf stationären, multifunktionalen Geräten
von: Holger

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 09.08.22 14:34

In Antwort auf: Martina
In Antwort auf: iassu
In Antwort auf: m.indurain
In Antwort auf: iassu
fahren mit motorischer Unterstützung ist kein Fahrradfahren. Fertig.


Was denn sonst? Die Tretbewegung ist die gleiche. Die Sitzposition ist die gleiche. Die Leistung ist (sofern vom Fahrer gewollt) die gleiche.

Gut.
Dann ist Strampeln auf dem Hometrainer auch Fahrradfahren.


Zumindest für das Fahren auf der Rolle sehen das sehr viele so. Immerhin benutzt man dazu ein echtes Muskelfahrrad und der Motor wird nur dazu eingesetzt, Widerstand zu erzeugen. grins

So isses. Bei mir kommt Fahren auf der Rolle in die Jahreskilometerstatistik grins
E-Bike aber nicht.
von: radulf

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 09.08.22 14:53


"Irgendwie erinnert mich dieses Dogma an unseren früheren "wir sind Papst"-Papst. Der hatte mal geäußert, dass es sich beim Islam um keine Religion "im eigentlichen Sinne" handelte."

Unglaubwürdig. Quelle?

Ralf (kein Katholik)
von: tomrad

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 09.08.22 15:45

Haben mein Bruder und ich mal im ÖR-Radio gehört und uns darüber amüsiert. Vielleicht war's im Zusammenhang der umstrittenen Unirede, wo er irgendeine Schrift zitiert hat, wonach der Islam nichts gebracht hat. Kann man googeln, wenn's einen interessieren sollte. Mir ging es nur um einen kleinen Scherz,um nicht päpstlicher, als der Papst zu sein.
Tom (Ex-Katholik).
von: Toxxi

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 09.08.22 16:00

In Antwort auf: Martina
...dass die meisten Menschen insbesondere wenn sie schon länger reisen eine recht genaue Vorstellung davon haben, was sie persönlich gerne dabeihätten. Zumindest bei mir hat sich das bis auf kleine Details in den letzten 15 Jahren kaum geändert. r.

Habe ich auch dieses Jahr wieder gemerkt. Ein kompletter Satz Regensachen + warme Sachen ist einfach viel Zeug. Und ich habe es wirklich IMMER gebraucht. Im Gebirge kann es zu jeder Jahreszeit kalt werden. Die Temperatursprünge nehmen zu - ein Tag 35°C und am nächsten Tag nur noch 15°C habe ich mehr als einmal in diesem Jahr erlebt.

Für 3 Wochen ist das Wetter schlicht nicht abschätzbar. Und wenn es kalt ist und ich friere (kalt ist bei mir unter 25°C, Winter unter 20°C), dann bekomme ich schlechte Laune und kann mich an der Radreise nicht mehr erfreuen.

Am wenigsten Gepäck habe ich gefühlt im Winter. Die warmen Sachen habe ich an (anstatt in der Radtasche), meine Winterhose und die Neoprengamaschen sind wasserdicht (brauch also nicht extra Regenhose und Überschuhe). Gefühlt sind dann nur noch eine Zahnbürste und eine Wechselunterhose in der Radtasche.

Im Sommer sieht das anders aus - da muss ich jederzeit auf einen Kälteeinbruch vorbereitet sein.

Gruß
Thoralf
von: Toxxi

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 09.08.22 16:02

In Antwort auf: Martina
Ganz abgesehen davon ist es von hier aus weiter nach Berlin als nach Mailand, d.h. *für* mich zählt Berlin durchaus als Fernreise und ich darf daher mit allem Recht hier fragen, wo man da lecker essen kann. zwinker

Ja, ich habe auch festgestellt, dass es zu meiner Mitmoderatorin in Baden weiter ist als nach Warschau oder Wien (und zu dir vermutlich auch). träller Obwohl Baden gefühlt schon deutlich näher liegt, nicht zuletzt weil es einen schnellen ICE gibt. schmunzel
von: Toxxi

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 09.08.22 16:08

In Antwort auf: Martina
Selbst die Forderung, das Forum in 'richtige Radreisende' und 'Flussradwegfahrer' aufzuteilen ist gefühlt so alt wie das Forum.

Das wiederum finde ich durchaus legitim und würde es unterstützen... träller teuflisch

Wobei ich den anstrengendsten und besch*****sten Flussradweg ever in diesem Jahr im Juli gefahren bin.
von: Martina

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 09.08.22 16:11

In Antwort auf: Toxxi

Am wenigsten Gepäck habe ich gefühlt im Winter. Die warmen Sachen habe ich an (anstatt in der Radtasche)


Ich kann mich an einen Radurlaub erinnern, in dem es immer kühl bis kalt und regnerisch war. Die Folge war, dass unsere Packtaschen die ganze Zeit halb leer waren und ich das Gefühl hatte, dass sich jeder fragt, warum wir so viele Taschen am Rad haben...

Meine Rechnung sieht trotzdem anders aus: ob ich die Sachen anhabe oder in den Packtaschen ist doch egal: den Berg hochschleppen muss ich sie in beiden Fällen.
von: Toxxi

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 09.08.22 16:17

In Antwort auf: Martina
Meine Rechnung sieht trotzdem anders aus: ob ich die Sachen anhabe oder in den Packtaschen ist doch egal: den Berg hochschleppen muss ich sie in beiden Fällen.

Neinneinnein... das siehst du du völlig falsch. Ich esse ja auch meine Vorräte aus der Radtasche unten am Berg auf, um weniger schleppen zu müssen und leichter hochzukommen... cool Da kannst du doch nicht solche Argumente bringen. omm
von: m.indurain

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 09.08.22 20:51

In Antwort auf: Martina
Nichtsdestotrotz habe ich ehrlich gesagt auch den Eindruck, dass der Anteil der Pedelecs umso kleiner ist, je anstrengender die Strecke ist.


Klammert man Rennradfahrer aus, ist das mit ziemlicher Sicherheit nicht so. Ein Bekannter von mir war kürzlich in St. Anton und hat sich und seiner Frau MTBs ausgeliehen (er ohne E, sie mit E). Sie sind dann zur Konstanzer Hütte und zurück gefahren (Tagestour). Es waren zahlreiche MTBler unterwegs (Transalp und Tagestourer) und er sagte er war (fast?) der einzige ohne E-Antrieb ...

Gerade im Alpenraum sieht man fast nur noch MTBler mit E-Antrieb. Guckst Du z. B. hier

http://www.gardabikeshop.com/de/vermieten-mtb-riva-del-garda.html

oder hier

https://www.intersport-arlberg.com/de/verleih/bikeverleih-sommer/

und schaust mal welche Leih-Räder an oberster Stelle stehen ...

Gruß
Peter
von: martinbp

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 09.08.22 20:52

In Antwort auf: Gravelbiker_Berlin

Der Gedanke, Akku und Motor im Bahnhofsschließfach abzugehen ist lustig.
Er bringt mich aber auf etwas, was für mich möglicherweise anders ist als für manche hier in diesem Forum, weshalb ich hier oft so auf Unverständnis zu stoßen scheine. Das E-Bike bliebe ja auch ohne Akku und Motor immer noch ein relativ robustes Rad mit wenig Fahrspaß.
Das ist vielleicht der wichtigste Punkt, warum mir so unverständlich ist, wie man Lust auf E-Bike bekommen kann. Ich kaufe mir teure Fahrräder, also Rennrad, Gravelbike, Mountainbike, immer der Sportbereich, immer das Beste und Leichteste (naja, im Rahmen dessen, was mir noch vernünftig scheint, nach oben ist da ja die Preisgrenze ziemlich offen). Meine Motivation radzufahren ist vor allem, diese tollen teuren Geräte zu fahren, den Spaß beim Fahren, das Leichtgewicht, die schnelle Beschleunigung, die hohe Geschwindigkeit, das Leichte-den-Berghochkommen, das alles in mich reinzusaugen.
Ich weiss daher gar nicht, ob es mich auf ein E-Bike ziehen würde, wenn das eines Tages nicht mehr geht, oder ob ich dann nicht einfach Bücher im Liegestuhl lesen würde. Ich kann mir für mich irgendwie nicht vorstellen, dass E-Bike-Fahren Fun ist.

Wenn Du sagst, Du hättest Respekt vor Leuten, die auch berghoch fahren, dann muss ich zurückgeben, was habe ich erst für Respekt vor Leuten, die ohne Auto auskommen!!!

Aber was Berg hoch betrifft. Es macht wirklich Spaß, versuch's doch mal, aber ohne Gepäck und mit einem wirklich leichten Rad! Dann hat man auch bergab nicht ganz so viel Angst. Und zur Not muss man mal anhalten, bis sich die Scheibe wieder abgekühlt hat, mach ich auch manchmal aus purer Angst, auch wenn mein Radhändler das Quatsch findet.
Berlin hat viel zu bieten, aber was hier wirklich fehlt, sind Berge.




Im Laufe der Zeit hat sich für mich eine Art des Radreisens herausgebildet, an der ich (vor allem auch aus finaziellen Gründen ) nichts ändern werde. D.h. mit vollem Campinggepäck -inzwischen gehört sogar ein kleiner Hocker dazu, Versorgung im Supermarkt, Festquartierübernachtung nur bei ausgesprochenem Mistwetter.

Und ja, mein selbstaufgbautes Reiserad, wiegt ohne Werkzeugtasche und Schloss ca.16 kg, dazu kommen noch ca 20 kg Gepäck. Aber auch mein Gravelrad für Tagestouren wiegt so etwa viel. Da ist kein Lowrider dran, dafür eine Federgabel und gefederte Sattelstütze (und eben auch alles Mögliche, was andere als überflüssig betrachten, wie z.B. Ständer, Gepäcktrager, Spiegel, Nady-Beleuchtung).

Und beide Räder sind auf Berggängigkeit optimiert, vorn 22, hinten 42 Zähne. Damit komme ich schon auch eine 12%-ige Steigung mit Gepäck hoch, aber eben nur mit 5-6 km/h.
Den Ehrgeiz, mich mehr anzustrengen ,um schneller hochzufahren, habe ich nicht, aber eben oft auch keine Lust.
Außerdem fahre ich ohne Pulsmesser, Brustgurt und ä., ich vertraue darauf, dass mir mein Körper sagt, was ich ihm zumuten kann. Hat bisher ganz gut geklappt, aber ist eben auch keine Garantie.

Und letztlich werden mit zunehmendem Alter nicht nur die Höhenmeter weniger, auch die Medikamententasche wird immer dicker (zum Glück brauche ich keine Herz -oder Blutdruckmedikamente, aber andere schon, nicht ständig, aber zur Sicherheit bei den manchmal auftretenden Beschwerden) -und natürlich wird auch die Streckenlänge kürzer.
So etwa ab 60 habe ich gespürt, dass meine Leistungs- und Leidensfähigkeit langsam abnehmen. Ich versuche zwar gegenzusteuern, aber die Biologie lässt sich eben nicht überlisten.
Nur die Strecke Ilmenau(Großbreitenbach)-Leipzig möchte ich gern noch einmal an einem Tag fahren- das war oft der Abschluss meiner Radreise von Ungarn nach Leipzig

Und ich bin mir sicher, dass ich mich nicht eines Tagesnur noch zum Lesen in den Liegestuhl setzen möchte. Solange es geht möchte ich schon noch radfahren, dann eben elektrisch, vielleicht nur noch Tages-und Einkaufstouren.
von: m.indurain

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 09.08.22 21:08

Als Ergänzung noch:

Bei Intersport in Berchtesgaden kannst Du nur noch E-Bikes leihen:

https://www.sport-renoth.de/skiverleih-radverleih-berchtesgaden

Ironie an

Wenn Du also Fahrradfahren willst, musst Du zwangsläufig Dein Rad mitnehmen.

Das "reine und unverfälschte Fahrradfahren" ist offenbar vom Aussterben bedroht.

Ironie off

von: HeinzH.

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 09.08.22 21:37

In Antwort auf: martinbp
(....) Nur die Strecke Ilmenau(Großbreitenbach)-Leipzig möchte ich gern noch eirmal an einem Tag fahren- (....)
Ich würde wirklich gern noch einmal Mittenwald - Scharnitz - Karwendelhaus und zurück radeln. Ich weiß nur nicht, ob ich diese Tour heute, d.h. 30 Jahre später mit 73 Jahren noch schaffen würde.
HeinzH.
von: StephanBehrendt

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 09.08.22 21:39

In Antwort auf: HeinzH.
*In Stufe "0", also im Bio-Modus ist mein Pedelec nicht nur "juristisch" ein Fahrrad.-
In den Stufen 1-2-3-4-5-6 bekommt der eMotor entsprechend abgestuft Spannung. und das Bio-Fahrrad mutiert zum Pedelec.
Wie kommst du auf das schmale dünne Brett? Erzähle das mal einer Luftverkehrsgesellschaft und klag dich ein.
von: Martina

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 09.08.22 21:39

Stimmt, MTBs hatte ich nicht so recht auf dem Schirm, da könnte es in der Tat anders sein. Ich bezog mich auf im weitesten Sinne Alltagsräder.
von: m.indurain

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 09.08.22 21:49

In Antwort auf: HeinzH.
*In Stufe "0", also im Bio-Modus ist mein Pedelec nicht nur "juristisch" ein Fahrrad.-
In den Stufen 1-2-3-4-5-6 bekommt der eMotor entsprechend abgestuft Spannung. und das Bio-Fahrrad mutiert zum Pedelec.


Vielleicht war es so gemeint. Das Pedelec ist juristisch auch in den höheren Stufen ein Fahrrad (ist seit 2013 juristisch klar dem Fahrrad gleichgestellt):

https://www.radfahren.de/service/rechte-gesetze-e-bike/

Anders sieht es beim S-Pedelec aus, wo z. B. ein Nummernschild erfoderlich ist.
von: Holger

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 09.08.22 22:26

Das war auch mein Eindruck auf der Eurobike - mit der Einschränkung, dass mich MTB nicht so richtig interessieren und dass das also nur eine Nebenbei-Wahrnwhmung ist. Aber auch da schin mir der überwiegende Teil E zu sein
von: m.indurain

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 09.08.22 22:46

Folgende Verkaufszahlen habe ich gefunden, die den Trend zum EMTB bestätigen:

https://www.mtb-news.de/forum/t/verkaufszahlen-2021-mtb-141-000-emtb-680-00.959024/

Verkaufzahlen 2019:

EMTB: 215.500
MTB: 360.400

Verkaufszahlen 2020:

EMTB: 585.000
MTB: 152.200

Verkaufszahlen 2021:

EMTB: 680.000
MTB: 141.000

Im Rennrad-Bereich ist der E-Anteil dagegen sehr gering. Insgesamt lag der E-Anteil bei den verkauften Rädern 2020 bei 43% also (noch) deutlich niedriger als im MTB-Bereich (79%).
von: hopi

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 10.08.22 04:05

In Antwort auf: m.indurain
Das Pedelec ist juristisch auch in den höheren Stufen ein Fahrrad (ist seit 2013 juristisch klar dem Fahrad gleichgestellt
das bedeutet für mich im wesentlichen dass Pedelecs überall dort fahren dürfen, wo es auch für Fahrräder erlaubt ist, weder mehr noch weniger. "Moralische" Wertungen der Pedelecs oder deren Benutzer liegen mir fern, das mag jeder nach eigenem Gusto entscheiden.

Mit Blick auf die immer häufiger zu sehenden e-MTB's fühle ich mich recht stark an meine ersten Winterurlaube in den späten 50er und frühen 60er-Jahren erinnert. Da wurden gelegentlich Benutzer von Aufstiegshilfen wie Seilbahnen und Lifte auch etwas "schief" angesehen. Ein ordentlicher alpiner Skiläufer hatte gefälligst mit eigener Muskelkraft und entsprechender Ausrüstung seiner Skier mit Fellen auf die Berge zu steigen. Bei meinem ersten Winterurlaub in der Steiermark habe ich meine beiden Tischnachbarn nur beim Abendessen gesehen. Morgens sind die bereits viel früher als ich aufgebrochen um irgendwie auf den Hochwurzen oder die benachbarte Planai zu steigen und mit jeweils einer einzigen langen Ablauf ihren Skitag zu genießen. Ich konnte da als bekennender Seilbahn- und Liftbenutzer nicht mithalten. Das hat aber dem ansonsten netten Kontakt mit den "richtigen" Skifahrern nicht beeinträchtigt. Vielleicht hat man mir als damals noch fast jugendlichen "Flachlandtiroler" diesen "Frevel" auch nur mit väterlichem Wohlwollen verziehen. schmunzel
von: HeinzH.

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 10.08.22 07:56

Moin moin!
[s][/s]
In Antwort auf: m.indurain
In Antwort auf: HeinzH.
*In Stufe "0", also im Bio-Modus ist mein Pedelec nicht nur "juristisch" ein Fahrrad.-
In den Stufen 1-2-3-4-5-6 bekommt der eMotor entsprechend abgestuft Spannung. und das Bio-Fahrrad mutiert zum Pedelec.


Vielleicht war es so gemeint. Das Pedelec ist juristisch auch in den höheren Stufen ein Fahrrad (ist seit 2013 juristisch klar dem Fahrrad gleichgestellt):


Nein, so ist es eben nicht gemeint. Entscheidend sind die Worte "nicht nur". Der Zusammenhang ergibt sich aus meinem Beitrag weiter oben. Vielleicht hätte ich ergänzen sollen "...nicht nur juristisch sondern auch dem Sinne nach ein normales Fahrrad..."
HeinzH.
von: HeinzH.

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 10.08.22 07:56

Moin moin,
damit nicht weiter vermutet werden muß, hier noch einmal mein gestriger Beitrag auf den sich Peter bezieht, in Gänze:

In Antwort auf: HeinzH.
Moin moin!

In Antwort auf: Gravelbiker_Berlin
Immer wieder berichten hier welche, dass sie diese Teile ohne Motorunterstützung oder mit ganz wenig Motorunterstützung fahren. Das mag es ja wirklich geben. Ich muss allerdings mal sagen, ich sehe es einfach nie!! (...)
Das kannst Du auch nicht sehen, es sei denn Du hast Adleraugen und kannst das Display aus der Entfernung ablesen:


Die "0" unten besagt, daß ich mein Pedelec im reinen Bio-Modus fahre*.
In den Stufen 1-2-3-4-5-6 bekommt der eMotor entsprechend abgestuft Spannung.

Wenn das Thema "Bio-Anteil" keine Rolle spielen würde, hätte ich mir nicht eine 3x10-Schaltung eingebaut. Ein 38er Kettenblatt vorn hätte genügt.
Es kommt dann nämlich nicht nur auf die Entfaltungs-Spreizung an, sondern auch auf eine möglicht feine Abstufung. Nur so habe ich für jede der sechs Stromstufen mindestens drei passende Schaltungs-Gänge zur Verfügung. Ich kann also wenig, mittel oder viel Druck bei ergonomischen Trittfrequenzen und damit optimalem Wirkungsgrad auf die Pedale bringen.
Bis denne,
HeinzH.

*In Stufe "0", also im Bio-Modus ist mein Pedelec nicht nur "juristisch" ein Fahrrad.-
In den Stufen 1-2-3-4-5-6 bekommt der eMotor entsprechend abgestuft Spannung. und das Bio-Fahrrad mutiert zum Pedelec.
von: Toxxi

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 10.08.22 09:34

In Antwort auf: StephanBehrendt
In Antwort auf: HeinzH.
*In Stufe "0", also im Bio-Modus ist mein Pedelec nicht nur "juristisch" ein Fahrrad.-
In den Stufen 1-2-3-4-5-6 bekommt der eMotor entsprechend abgestuft Spannung. und das Bio-Fahrrad mutiert zum Pedelec.
Wie kommst du auf das schmale dünne Brett? Erzähle das mal einer Luftverkehrsgesellschaft und klag dich ein.

Die Luftverkehrsgesellschaft hat nichts gegen Fahrräder, sondern gegen Gefahrstoffe (Lithiumionenbatterien). Ein Pedelec ohne Akku wird mitgenommen. schmunzel

Ein Biofahrrad mit fest eingebautem Forumsldader mit Pufferakkus wird übrigens auch nicht mitgenommen. Hat also gar nichts mit Pedelec zu tun.

Gruß
Thoralf
von: Toxxi

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 10.08.22 09:39

In Antwort auf: martinbp
So etwa ab 60 habe ich gespürt, dass meine Leistungs- und Leidensfähigkeit langsam abnehmen.

Glückwunsch. bravo Ich merke das schon 15 bis 20 Jahre früher...
von: StephanBehrendt

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 10.08.22 09:57

In Antwort auf: Toxxi
Die Luftverkehrsgesellschaft hat nichts gegen Fahrräder, sondern gegen Gefahrstoffe (Lithiumionenbatterien). Ein Pedelec ohne Akku wird mitgenommen. schmunzel
Hast du ein Beispiel? Ich habe sowohl hier als auch anderen Orts bisher nur gegenteiliges gelesen und gehört. Ausserdem dürfte weiterhin der Leitfaden für Bauteiletausch bei CE-gekennzeichneten E-Bikes gelten.&#129322;
von: Gravelbiker_Berlin

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 10.08.22 10:51

Hallo Martin, ich krieg immer mehr Respekt vor Dir: "selbstaufgebautes Reiserad". Wow! So gut möchte ich mal schrauben können! Ich bin von meinem Radhändler abhängig. Ziemlich vollständig. Manchmal ist das in letzter Zeit ein Problem.

Und wie man an Deinem Gravelbike sieht, ist der Begriff Gravelbike weitgefasst. Es kann von 8 bis 16kg wiegen. Bei 16 kg würde ich am Berg wohl auch ziemlich einbrechen, muss ich zugeben. (Ich breche ja schon mit meinem leichten Teil ziemlich ein). Mein Gravelbike wiegt vermutlich in der leichtesten Ausstattung (also mit teuren und leichten DT-Swiss-Systemlaufrädern (die ich "nur für gut" verwende) und mit leichten Gravelbike-Reifen) etwas über 9kg, vermute ich jedenfalls. Ich muss es mal wiegen. In der "Flachland-Ausstattung" (Schwalbe Marathon) ist es natürlich deutlich schwerer. Man muss ja wirklich alles aufs Rad beziehen, vielleicht leistet Du sogar mit Deinem Gravelbike mehr als ich mit meinem. Mein Rennrad-Fachkollege sagt immer, dass Gewicht sogar im Flachland eine viel größere Rolle spielt als allgemein angenommen. Weil man nicht gleichmäßig fahren würde, sondern eigentlich ständig beschleunigt und wieder langsam wird, ohne es zu merken, daher spielt Gewicht überall eine enorme Rolle.

Federgabel, Federsattelstütze, auch das kann ich (im Prinzip) gut nachvollziehen. Noch quäle ich mich mit hart aufgepumpten Reifen über Schotterwege, aber irgendwann muss ich wohl auch das mal überdenken. Der Radweg Berlin-Hameln war z.B. echt grenzwertig, danach haben mir noch lange die Innenhandflächen weh getan. Der erste Schritt werden bei mir breitere Reifen mit weniger Druck sein. Federgabel dann bestimmt auch irgendwann mal, aber dann vielleicht eher erst mal am Mountainbike (wo ich auch noch eines ohne Federgabel fahre).

Wenn Du sagst, mit 60 geht es langsam bergab, da hab ich ja noch ein knappes Jahr Zeit. Natürlich will ich auch gegensteuern. Wer will das nicht. Aber ich fürchte, auch ich hab ein paar Baustellen, und werde mich zumindest nicht mehr sehr steigern können und muss froh sein, wenigstens das Level zu halten.

Alles mitzunehmen, feste Unterkünfte meiden, im Prinzip würde ich das als Rentner vielleicht auch mal machen wollen. Im Moment fehlt mir auch ein bisschen die Zeit, ich fahre daher diese eher gehetzten Touren mit vielen Tageskilometern von Hotel zu Hotel. Aber zelten, alles dabei haben, sogar selbst kochen, vielleicht gar wild zelten, das stelle ich mir auch mal reizvoll und romantisch vor. Immer nur diese Hotels, das ist schon auch sehr öde. Der Nachteil ist eben dann wirklich, dass Berge besser umgangen werden sollten mit soviel Systemgewicht, fast schon eher wegen der Abfahrten als wegen der Anstiege. Schriebst Du nicht auch vor kurzem, dass es an der Saale mal fast schief gegangen wäre bergab?

Ilmenau - Leipzig: Das ist doch aber ganz ordentlich, oder? Ich vermute mal, Du fährst das bergab, also startest in Ilmenau? Das ist dann der Ilmradweg, stimmt's? Bin ich auch schon mal (bergab). Fand ich schön und auch gut ausgebaut. Ich glaub', ich bin von der anderen Seite des Rennsteigs (also Südseite) damals gekommen, von Meiningen, und bin von auf den Rennsteig hoch und den Ilmradweg auf der Nordseite bergab geradelt, hab es aber an dem Tag nur bis Weißenfels geschafft und von da hab ich einen Zugtransfer (über Leipzig) nach Grimmen gemacht. Ich war aber auch irgendwie angeschlagen. Daher hab ich mir die Strecke Weißenfels - Grimmen durch die Kohletagebaue gespart.

Nach Bio-Rad nur noch Lesen und Liegestuhl: So bin ich jetzt noch drauf. Wie ich es dann sehe, wenn es so weit ist, dass ich auf Rennräder und Mountainbikes nicht mehr raufkomme (oder nicht mehr runter), oder die nicht mehr von der Stelle kriege, weiss ich ja eigentlich auch noch gar nicht. Offenbar bin ich noch in einem Alter, wo man Alter(n) versucht zu verdrängen, so kommen dann solche zugegebenermaßen flapsigen Bemerkungen zustande. Es kommt ja vielleicht auch drauf an, was dann nicht mehr funktioniert. Ist es das Knie, dann ist vielleicht E-Bike wirklich 'ne Lösung. Sind es andere Sachen, dann geht vielleicht auch E-Bike nicht mehr. Und außerdem, wer weiss, ob ich dann noch lesen kann...

Wie einige andere hier bin ich ja auch nur gegen die, die schon mit 30 auf E-Bike auf/umsteigen, und nicht gegen die, die damit ein langes Muskel-Radfahrerleben noch ein bisschen durch die Steckdose verlängern. Vielleicht hätte ich das dazu schreiben müssen. Ich dachte, das sei selbstverständlich.
Ein Großteil ist vielleicht wirklich, dass man nicht wahrhaben will, dass man älter wird.
Aber letzten Endes, bei Dir geht ja wirklich noch beachtlich vieles, das gibt mir auch ein bißchen Hoffnung für mich.
Grüße
Christoph
von: KaRPe

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 10.08.22 11:34

Wie, Fluggesellschaften nehmen keine Pedelecs mit?
Auch nicht mit dem Akku als Handgepäck?
Krass, dass ist doch voll diskriminierend, solange die andere Fahrräder auch mitnehmen!

Tja, es kann schwierig werden, wenn man Andersdenkende/Kritiker in schöner Cancel-Culture-Manier sofort die typischen, mächtigen Schlachtwörter der Szene an den Kopf schmeißt.
Immer wieder tun sich dann plötzlich Bereiche auf, in denen aufgrund selbiger Kriterien zur Recht streng unterschieden wird. Da in diesen Kreisen aber jede Unterscheidung Diskriminierung ist, solange nur irgendein Grüppchen in irgendeiner Form von irgendwas irgendwie und warum auch immer beschränkt wird, kann ich nur empfehlen, dass sich die fahrradfahrende Pedelecgemeinde zusammen tut und entsprechende Sammelbeschwerden/-klagen gegen die Fluggesellschaften einreicht. Diese Diskriminierung dürft Ihr nicht hinnehmen!!! Ein Pedelec ist ein Fahrrad, auch mit Akku und Motor! Ihr seid Fahrradfahrer! Ihr habt das Recht zu fliegen, wie jeder andere Fahrradfahrer auch! Ihr schafft das!

(sorry, ich habe sarkastischen Mittwoch. Dieses Posting richtet sich ausdrücklich nicht gegen das Konzept Pedelec (ich überlege ja selber für die Arbeitswege ein Nabenmotorlaufrad aufzubauen). Wer jetzt sauer ist, könnte geeigneter Adressat sein.)
von: Juergen

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 10.08.22 11:36

In Antwort auf: Gravelbiker_Berlin
Wie einige andere hier bin ich ja auch nur gegen die, die schon mit 30 auf E-Bike auf/umsteigen, und nicht gegen die, die damit ein langes Muskel-Radfahrerleben noch ein bisschen durch die Steckdose verlängern. Vielleicht hätte ich das dazu schreiben müssen.
Dann ist es an der Zeit, dich bei Margit zu entschuldigen. Sie ist nämlich in deinem Alter noch mit sämtlichen Gerödel und ohne Motor durchs Land und die Berge gezogen. Den alten Gaichtpass müsstest Du jedenfalls erst mal bezwingen.
von: Gravelbiker_Berlin

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 10.08.22 12:24

Naja, ich finde, Margit und ich sind quitt. Sie hatte mich angeblafft (wegen einer Navi-Sache) und ich hab halt (verspätet) zurückgeblafft (EBike war nur ein Anlass, um nicht zu sagen, Vorwand). Die Geschichte war damals nur eine Kleinigkeit. Man blafft vielleicht keinen Werktätigen an, der nicht gleich alle ihm empfohlenen Programme ausprobiert, sondern statt dessen rumlamentiert, wieviel Zeit das alles kostet, wenn man selbst nicht mehr werktätig ist. Ich kann auf Arbeit mal schnell auf einen Beitrag 'ne Antwort tippen, ich kann aber hier nicht auf großem Bildschirm BRooter anwerfen und Routen planen, wenn da mein Chef reinkommt, das wäre Mist. Mehr war diese Geschichte nicht.

Aber, okay, Entschuldigung, Margit, es war nun alles auch nicht so bierernst gemeint.

Ganz grundsätzlich habe ich hier überhaupt gegen niemanden etwas, der schon ewig Muskelrad fährt und dann irgendwann mal aufs EBike umsteigt. Wie sollte ich, natürlich habe ich Achtung vor einer Lebensleistung, die vielleicht sogar schon länger währt als meine und vielleicht auch größer ist als meine (z.B. besagter Paß, über den sie rüber ist, von dem ich nicht mal weiß wo er ist, und wie hoch er ist).

Aber auch alle anderen, die sich hier gegen E-Bike-Fahren ausgesprochen haben, haben sich so ausgedrückt. Das ist hier vielleicht oft das Missverständnis, ist mir aufgefallen. Wir meinten alle diese Massen von EBikern, die neuerdings überhaupt erst wieder radfahren, es vorher kaum oder gar nicht gemacht haben. Nur weil es jetzt so schön bequem ist.
Diese zu verteidigen, kann doch eigentlich nicht im Sinne eines Neuerdings-EBikers sein, der eine lange Muskel-Radfahr-Karriere hinter sich hat(?)

Es ist doch auch nicht so (auch dieser Beitrag von mir war missverstanden worden, wo ich schrieb, ich sehe eigentlich keine, die mit den Dingern ohne Motorunterstützung fahren), dass Ihr paar Leute, die jetzt nach vielen Jahren Muskelradreisen aufs EBike umgestiegen seid, irgendwie zahlenmäßig eine Rolle spielt! Der riesengroße Anteil sind Leute, die kaum vorher Muskelrad gefahren sind und jetzt dieser Mode folgen. Das sind die, die man jeden Tag trifft, doch nicht Euch! Und ich bin mir sicher, Euch würde ich irgendwie schon von denen unterscheiden können, wenn ich mal jemanden von Euch träfe.

Sorry, dass das jetzt wieder epische Länge hatte, aber vielleicht muss ich das doch mal in dieser Ausführlichkeit schreiben. Wie gesagt, ich bin mir sicher, dass alle anderen, die hier gegen EBike argumentiert haben, auch diese Leute meinten, diese "Neu-Elektroradfahrer", und nicht Euch (darf ich Euch mal "Muskelrad-Veteranen" nennen).

Dass aber Leute, die nun einmal aufs EBike umgestiegen sind, größtenteils ganz andere Themen haben, das finde ich immer noch. Es hat doch nichts mit Diskriminierung zu tun, eigentlich müsste es doch auch von Seiten der EBiker mal kommen, dass die Beiträge, ob dieser oder jene Berg muskelbetrieben zu schaffen ist, für sie nicht mehr relevant sind, weil da der Motor hochdrücken würde.

Ich finde, wer eine Leben lang viel muskelrad-gefahren ist, sollte sich wirklich von der Kritik nicht angesprochen fühlen. Ich gehe dann auch davon aus, dass Gründe vorliegen, sonst würdet Ihr ja weiter muskelradfahren. Ihr habt Euch den Umstieg vermutlich nicht leicht gemacht. Wenn aber ein 40-jähriger auf EBike umsteigt, weil das Knie mal piekt, dem würde ich nach wie vor erst mal Physiotherapie empfehlen, mein Knie hat auch des öfteren mal gepiekt, und es hat sich dann wieder gelegt.

Also nichts für ungut, Entschuldigung vielleicht wirklich an alle Muskel-Reiserad-Veteranen, ich hatte wirklich ganz andere EBiker gemeint als Euch, und die Frage, ob die Interessen in einem Forum nicht verschieden für beide Gruppen sind, war nur eine Frage, keine Provokation..
Wenn Ihr das anders seht, dann ist das eben so. Auch da steht mir nicht an, Euch Vorschriften machen zu wollen.
Grüße
Christoph
von: HeinzH.

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 10.08.22 12:47

In Antwort auf: Gravelbiker_Berlin
Hallo Martin, ich krieg immer mehr Respekt vor Dir: "selbstaufgebautes Reiserad". Wow! So gut möchte ich mal schrauben können! Ich bin von meinem Radhändler abhängig. Ziemlich vollständig. Manchmal ist das in letzter Zeit ein Problem.
Ich bin ja schon etwas länger in diesem Forum. Gefühlt die meisten aktiven Forumsmitglieder haben ihre Reiseräder selbst aufgebaut, oft beginnt dies mit dem Kauf eines nackten Rahmens mit Gabel. Oder es werden Räder von der Stange mehr oder weniger nachgerüstet und modifiziert um sie an die jeweiligen Bedürfnisse anzupassen. Auch werden erforderliche Spezialteile mit Säge, Feile, Standbohrmaschine sowie Fräse und Drehbank angefertigt.
Einige wie z.B. Andreas (iassu) konstruieren sogar die Rahmen ihrer Reiseräder selbst und lassen sie bauen. Eine Reiserad direkt von der Stange fahren die wenigsten mir bekannten Forumsmitglieder.
Hier drei Beispiele für von mir selbst aufgebauten oder modifizierten Reiseräder: FLEVOs und BEVO*
Gruß aus Münster,
HeinzH.

*Vor 1995 habe ich auch Upright-Reiseräder aufgebaut...
von: Gravelbiker_Berlin

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 10.08.22 12:55

Dann generell Respekt an alle Selbstschrauber. Ich wickle nicht mal Lenkerband selbst. Aber ich brauch das auch nicht so, ein Carbongravelbike lass ich dann doch lieber von Experten aufbauen, sonst vermassle ich noch den teuren Rahmen.
Grüße
Christoph
von: Gravelbiker_Berlin

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 10.08.22 13:27

Hallo Martin, ich muss mich noch mal korrigieren, bei den vielen Radtouren, die ich inzwischen auch schon in weiteren Umgebung von Leipzig gemacht habe, geht manchmal die Erinnerung durcheinander. Ich bin damals, wenn ich mich recht entsinne, von Meiningen auf den Rennsteig hinauf, dann den Ilmradweg auf der Nordseite talwärts und habe in Naumburg geendet, also übernachtet. So war es glaub ich richtig. Von Naumburg bis Leipzig wäre dann schon noch 'n ganzes Ende...
An Ilmenau kann ich mich dabei gar nicht erinnern, aber der Ilmtal-Radweg muss ja eigentlich durch Ilmenau gehen.

Demnach machst Du auch mal einen Radweg noch ein zweites oder drittes Mal? Ich versuch' jedes Mal eine neue Strecke zu finden, daher stehe ich eben aber auch zunehmend vor "Navigationsherausforderungen".
Grüße
Christoph
von: Falk

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 10.08.22 13:31

Zitat:
Ich wickle nicht mal Lenkerband selbst.

Das ist aber schon ein Fehler. Der Kapitän muss sein Schiff kennen und es auch wieder in Fahrt kriegen, wenn es mal klemmt. Einspeich- und Zentrierarbeiten tue ich mir auch nicht an, weil das andere besser können; aber ansonsten ist es schon nicht verkehrt zu wissen, wie man Schrauben anzieht und löst.
Lenkerband kommt bei mir als Rennbügelallergiker allerdings nicht vor.
von: martinbp

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 10.08.22 14:29

ALs Kind habe ich in Ilmenau gewohnt, und bin mit 14 das erste Mal in zwei Etappen von Ilmenau nach Leipzig geradelt- damals gab es noch keinen Ilmradweg, nur die B87. Da war ich gegen 13 Uhr schon am Etappenort Bad Sulza, und wusste, dass ist an einem Tag machbar.

Seitdem bin ich bestimmt 25-30 mal die Strecke gefahren, auch mit größeren- kleineren Modifikationen. (Von Mellingen aus eigentlich nie über Weimar, sondern über Kapellendorf nach Apolda), in der letzten Zeit vom CP Großbreitenbach aus. Das sind etwa 160 km
Auch wenn es ilmabwärts geht, kommen ca . 500 Hm zusammen.
Aber während ich früher bei einem Start gegen 8 Uhr gegen 18 Uhr in Leipzig war, war es beim letzten Mal schon 20 Uhr (mehr und vor allem längere Pausen)

Und ich weiß, wenn ich in Leipzig (bei meiner Mutter) ankomme, habe ich etwas zu essen und ein Bett, da ist das ganz entspannt. Nicht daran denken zu müssen, rechtzeitig einzukaufen, sich keine Gedanken machen zu müssen, wie weit ist der nächste CP und vereinfacht das Reisen ungemmein. Inzwischen geht es mir auf dem österreichschen Teil des Donauradwegs ähnlich.

Aber wenn du von Meinigen kommend über den Kamm des Thüringer Waldes gefahren bist, hast du ja, egal welche Strecke du gefahren bist, schon viele Höhenmeter (und auch km) hinter dir. Da ist auch Naumburg schon eine beachtenswerte Leistung.
Und dass dir da von Ilmenau keine Erinnerungen geblieben sind, kann ich durchaus nachvollziehen- der Radweg umgeht das Zentrum.

Ja, ich versuche auch, immer wieder neue Strecken zu fahren. Da aber für mich Ungarn-Leipzig ein MUSS ist, ist die Anzahl der steigungarmen Möglichkeiten begrenzt- und größere Abschnitte fahre ich eben zum x-ten Mal. Damit habe ich mich inzwischen abgefunden.



von: martinbp

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 10.08.22 14:49

In Antwort auf: Gravelbiker_Berlin

Ilmenau - Leipzig: Das ist doch aber ganz ordentlich, oder? Ich vermute mal, Du fährst das bergab, also startest in Ilmenau? Das ist dann der Ilmradweg, stimmt's? Bin ich auch schon mal (bergab). Fand ich schön und auch gut ausgebaut. Ich glaub', ich bin von der anderen Seite des Rennsteigs (also Südseite) damals gekommen, von Meiningen, und bin von auf den Rennsteig hoch und den Ilmradweg auf der Nordseite bergab geradelt, hab es aber an dem Tag nur bis Weißenfels geschafft und von da hab ich einen Zugtransfer (über Leipzig) nach Grimmen gemacht. Ich war aber auch irgendwie angeschlagen. Daher hab ich mir die Strecke Weißenfels - Grimmen durch die Kohletagebaue gespart.

Christoph


Wenn du Weißenfels-Grimmen mit dem Zug gefahren bist, hast du ja mindestens 6 Stunden gebraucht und hast nicht nur die Tagebaurestlöcher vermieden, sondern auch Fläming, Havelland, Mecklenburger Seenplatte. schmunzel Ein N kann viel ausmachen: Grimma vs Grimmen

Übrigens ganz zu unrecht: Von Weißenfels den Bahnradweg (Saale-Elster weg) hoch bis zum Kulkwitzer See,dann rüber zum Cospudener See-Markkleeberger See-Störmtaler See. Das ist eine -für das Leipziger Tiefland- ganz attraktive Strecke. Auch hier ist es nicht egal, ob das N vorhanden ist: Neuseenland vs. Neuseeland

Und nun die Frage, auf die auch ich keine Antwort weiß: Woher kommt ein Wittenberger?
von: Gravelbiker_Berlin

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 10.08.22 15:59

Ja, jetzt mußte ich lachen. Grimma natürlich. (von da bin ich dann die Freiberger Mulde stromauf weiter bis zum Erzgebirgskamm hoch, war auch sehr schön).

Und ich weiss, dieses Leipziger Umland ist tatsächlich in allen Richtungen recht hübsch.
Ich war damals krank oder zumindest angeschlagen und hatte auch keine GPS-Route, ich hätte mich mit der Papierkarte durchschlagen müssen. Ich kann mir aber vorstellen, dass diese Gegend ganz hübsch ist und ich ich will das alles auch noch abradeln, ich fand auch, schon beim Blick auf die Karte sieht das ganz nett aus.

Dann muss ich aber spätenstens Routen abseits der Radwege finden, oder ich orientiere mich an diesen grünen Radwegen der ADFC Radwanderkarten (sowohl 1:70000 als auch 1:150000).

Deine Frage, auf die Du keine Antwort weißt, verstehe ich grad nicht (Woher kommt ein Wittenberger?). Muss noch mal den Schriftverkehr lesen, vielleicht finde ich dann eine Erhellung...
Grüße
Christoph
von: Gravelbiker_Berlin

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 10.08.22 16:01

Ah, jetzt verstehe ich. Wegen des "n" oder des fehlenden "n". Es gibt ja Wittenberge und Wittenberg. Hat eine Weile gedauert, bis es klick gemacht hat
Grüße
Christoph
von: Margit

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 10.08.22 16:30

In Antwort auf: Juergen
Den alten Gaichtpass müsstest Du jedenfalls erst mal bezwingen.
vorher darf er zum üben den Kesselberg machen, der ist nicht so gach teuflisch
von: Gravelbiker_Berlin

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 10.08.22 16:50

Siehste, und deswegen will ich dann eben doch immer in die Berge, weil, wenn man nur im Flachland bleibt, oder in den Flußtälern, und dann auch noch verkehrsarm unterwegs sein will, dann ist irgendwann die Variation der Strecken wirklich kaum noch möglich.

Ich bin einmal, weil ich zu faul war, nach einer anderen Strecke zu suchen, ein Stück Weser-Radweg noch mal gefahren. Dachte, das kann man sich ja noch mal anschauen. Außer dass inzwischen überall der Wald gestorben war, konnte ich mich aber wirklich an jedes Detail noch erinnern. Seitdem versuche ich daher möglichst jedes Stück neu zu fahren, selbst wenn es dann ein Umweg ist. Es reicht ja schon 30km weiter, und man hat einen anderen Blick auf die Landschaft.
* * *
Ich finde, 160km sind mit Deinem Gravelbike schon ganz schön ordentlich, es sind ja auch noch Höhenmeter im Spiel, und ich vermute, die Strecke ist auch nicht nur asphaltiert. Ich glaube wirklich, dass das Radgewicht sehr sehr viel ausmacht. Und Federung schluckt auch noch mal zusätzlich Energie. Auch der Rollwiderstand der Reifen ist ziemlich entscheidend, sowie Gewicht der Laufräder plus Reifen.
Meine Leistung ist daher vergleichsweise nicht so doll, denn es ist wirklich sooooo viel leichter, mit so einem teuren und leichten Rad zu fahren. Der Effekt ist so drastisch, dass man sich gar nicht mehr vorstellen kann, noch mal irgendwann was anderes zu fahren, wenn man sich einmal so ein Geschoss geleistet hat.

Mein Fachkollege aus Bayern macht es genauso wie Du es gemacht hat, der fährt einmal im Jahr von Burghausen nach Bayreuth, auch, weil dort seine Eltern wohnen, und weil er weiß, er kann da sonstwann erst ankommen, kriegt Essen und Bett und muss sich um nichts kümmern. Außerdem würde er im Notfall abgeholt. Das sind wohl 290km und die fährt der mit einem 30er Schnitt. Unfassbar, aber der trainiert auch sehr sehr viel und ist jünger als ich.
Aber er hat vor allem auch ein sündhaft teures Basso-Rennrad. Das macht meiner Meinung nach echt noch mal was aus.

Den Ansteig von Meiningen zum Rennsteig hoch hab ich übrigens erstaunlich easy in Erinnerung. (Es war, glaub ich, eine der beiden Varianten des Werraradweges, ich glaub die westliche). Ich bin da immer langsam vor mich hingestrampelt, so einen autofreien Kies-Forstweg hoch, und plötzlich war ich oben, ich war noch gar nicht richtig abgearbeitet, ich hatte mich wohl geschont, weil ich dachte, es kommt noch schlimmer. (Schwerer war neulich der Radweg Rhön - Oberhof (oder Rhön - Rennsteig, weiß nicht mehr genau, wie der hieß). Da hatte ich schon den ganzen Tag lang Berge, und dann am Ende noch den Thüringer Wald hoch, das war ganz schön hart.)
Runter den Ilmtalradweg erinnere ich mich besser, auch mal wieder so eine Abfahrt, wo man nur hoffen konnte, dass die Bremsen zuverlässig funktionieren. Da wird man verdammt schnell im oberen Teil.

Und die Zeiten, wo man noch Bundesstraßen radeln konnte, ja die gab es mal, das weiß ich auch noch. Das ist nun wirklich ziemlich vorbei, es sei denn, die haben einen strassenbegleitenden Radweg, aber selbst dann macht es wegen des Höllenlärms eigentlich keinen Spaß. Auch wieder ein Grund, in die Berge zu flüchten, da oben kann man echt noch ziemlich ruhige Passagen finden... Osterzgebirge zum Beispiel, da ist es streckenweise soooo ruhig, das ist wirklich noch mal 'ne ganz andere Erholung (mal von der Quälerei da hochzukommen abgesehen).

Und wenn man in Berlin wohnt, hat man Flachland irgendwann echt über. Ich träume immer nur von den Bergen, auch wenn mich da die Einheimischen meist stehen lassen. Es ist einfach irgendwie eine andere Beanspruchung, im Flachland gibt es eigentlich nur gegen den Wind und mit dem Wind, aber sonst ist Radfahren für die Muskeln immer irgendwie ähnlich. Rund um Leipzig gibt es wenigstens mal Hügelland. Ich muss aus Berlin raus schon ganz schön fahren, bis ich ein paar Hügel finde.
Grüße Christoph
von: Gravelbiker_Berlin

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 10.08.22 16:55

Aber ich hab 'ne gute Werkstatt. Bisher war bei mir noch nie 'ne Schraube locker. Und mit diesen neuen Systemlaufrädern eine Acht wieder rauszukriegen, da fluchen sogar die Profis.
Klar, ich würde schon gern schrauben können. Aber was nicht iss, iss nicht. Bin halt Wissenschaftler mit zwei linken Händen. (aber eher ne Zeitfrage, schaff es nicht, mich damit auseinanderzusetzen)
Christoph
von: Toxxi

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 10.08.22 17:17

In Antwort auf: Gravelbiker_Berlin
Ah, jetzt verstehe ich. Wegen des "n" oder des fehlenden "n". Es gibt ja Wittenberge und Wittenberg.

Und Boizenburg und Boitzenburg. So hat mal eine Bekannte eine Hochzeit verpasst... (nicht ihre eigene grins )
von: BeBor

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 10.08.22 18:22

In Antwort auf: Toxxi
Und Boizenburg und Boitzenburg. So hat mal eine Bekannte eine Hochzeit verpasst...

Erinnert mich an die presseberichterstattungswürdige Reise der Dame aus dem Sächsischen, die im Reisebüro eine Fahrt/einen Flug nach Porto gekauft hatte und in Bordeaux landete…

Bernd
von: natash

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 10.08.22 18:28

In Antwort auf: BeBor
In Antwort auf: Toxxi
Und Boizenburg und Boitzenburg. So hat mal eine Bekannte eine Hochzeit verpasst...

Erinnert mich an die presseberichterstattungswürdige Reise der Dame aus dem Sächsischen, die im Reisebüro eine Fahrt/einen Flug nach Porto gekauft hatte und in Bordeaux landete…

Bernd


ich weiß nicht, ob das nicht ins Reich der Gerüchte gehört. Ich hörte auch von der russischen Dame, die in Stuttgart ein Billet nach Brüssel kaufte, sich über den günstigsten Preis und die geringe Fahrtzeit wunderte und in Bruchsal (Brusl im Dialekt) landete lach
Aber mit einem Pedelec hat das rein gar nichts zu tun.

Gruß
Nat
von: derSammy

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 10.08.22 19:02

Zumindest wurde über den Bordeaux-Porto-Fall im Podcast "der Rechthaber"*) berichtet, ich gehe mal davon aus, dass wenn es dazu sogar einen Rechtsvorgang gibt, dass das nicht ausgedacht ist.

*) Der Podcast wurde eingestellt, der Protagonist ist im Frühjahr an einem Verkehrsunfall verstorben. Aber die Folgen findet man sicher immer noch an den einschlägigen Stellen.
von: BeBor

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 10.08.22 19:14

In Antwort auf: natash
Aber mit einem Pedelec hat das rein gar nichts zu tun.

Stimmt natürlich! Aber wenn es der (in diesem Faden knappen) Heiterkeit dienlich ist…

Bernd
von: Felix-Ente

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 10.08.22 23:35

Für mich ist die Rechnung einfacher: Fast jedes E-Bike ist ein Auto weniger. Egal ob auf Tour oder im Alltag - wenn ich mir die Leute ansehe, die auf einem Pedelec oder S-Pedelec sitzen, ja sogar viele, die auf einem E-Roller unterwegs sind, dann ist da kaum einer dabei, der ohne E-Fahrzeug das Fahrrad nehmen würde. Der überwiegende Teil würde stattdessen die erdölmotorisierte Blechkiste aus der Garage holen.

Daher bin ich froh, dass ich ein Fahrrad mit Pedalantrieb und ab und zu Gravitationsbooster fahren kann, und ich hoffe, das bleibt auch noch ein paar Jährchen so. Aber wenn dann ein E-Biker mit 25 km/h an mir vorbeisaust, ist mir das immer noch lieber, als wenn er das mit Tempo 100 auf der Landstraße macht, erst recht, wenn derjenige noch nie etwas von Seitenabstand gehört hat...

P.S.: Außerdem bin ich dafür, dass möglichst viele Leute möglichst oft das Rad nehmen. Und das wird man bei der deutschen Topographie nur mit E-Bikes schaffen.
von: MajaM

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 11.08.22 00:12

In Antwort auf: Felix-Ente
Für mich ist die Rechnung einfacher: Fast jedes E-Bike ist ein Auto weniger.
Das wird immer wieder gerne behauptet - scheint mir aber falsch. Mein Eindruck hingegen ist: Fast jedes Pedelec wird von jemandem gefahren, der vorher ein Muskelkraft-Fahrrad nutzte (mag sein, dass es mehr genutzt wird - aber das wäre auch bei einem neuen, leichteren, ergonomischeren Fahrrad so). Nicht selten motiviert das Pedelec dann sogar zum Kauf eines größeren Pkw/Bus (mit großem Innenraum oder Anhängerkupplung), weil das schwere Zweirad nicht mehr auf den Dachgepäckträger des Kleinwagen gehoben werden kann. Dann hast Du ein neues fettes Auto zusätzlich. Superduper.

Liebe Grüße
Maja
von: Margit

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 11.08.22 00:17

In Antwort auf: Felix-Ente
dann ist da kaum einer dabei, der ohne E-Fahrzeug das Fahrrad nehmen würde. Der überwiegende Teil würde stattdessen die erdölmotorisierte Blechkiste aus der Garage holen.
Du wirst es kaum glauben, aber ich bin schon oft von Nachbarn angesprochen worden, dass ich doch bei dem Mistwetter etc. nicht mit dem Rad einkaufen fahren kann. Sogar zum 1,2 km entfernten Discounter fahren die mit dem Auto und laufen dann lieber mit ihren schweren Taschen und Schirm von der TG zum Hauseingang. Das wäre mir schon viel zu weit zu gehen. Bei Regen fahre ich beim Discounter in die TG und mit dem Aufzug hoch, zu Hause mit Fahrrad + Hänger ins Treppenhaus.
von: Holger

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 11.08.22 01:45

In Antwort auf: Felix-Ente
Für mich ist die Rechnung einfacher: Fast jedes E-Bike ist ein Auto weniger. Egal ob auf Tour oder im Alltag - wenn ich mir die Leute ansehe, die auf einem Pedelec oder S-Pedelec sitzen, ja sogar viele, die auf einem E-Roller unterwegs sind, dann ist da kaum einer dabei, der ohne E-Fahrzeug das Fahrrad nehmen würde. Der überwiegende Teil würde stattdessen die erdölmotorisierte Blechkiste aus der Garage holen. [...]

Hast Du dafür eine Quelke? Ich habe nur pwrsönliche Erfahrungen, also eher subjektiv. Aber ich kenne niemanden, der sich ein E-Bike angeschafft hat und dafür das Auto verkauft. Maximal für die eine oder andere Wochenendtour in der Garage gelassen.
von: Falk

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 11.08.22 03:48

Zitat:
Sogar zum 1,2 km entfernten Discounter fahren die mit dem Auto und laufen dann lieber mit ihren schweren Taschen und Schirm von der TG zum Hauseingang.

Bei mir sind das nur 300 Meter und nach einem wohl generationsbedingten Bewohnerwechsel habe ich in der Nachbarschaft nicht wenige, die das mit ihrem Stinker machen.
von: Uli

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 11.08.22 08:46

Wie einige andere würde ich hierzu gerne Quellen sehen. Meine persönlichen Beobachtungen und alle mir bekannten Studien sagen etwas genau anderes, z.B. diese hier. Dass Kfz-Nutzer durch (die bisherigen) Alternativen in der Masse freiwillig zum Umstieg bewegt werden können, entpuppt sich immer mehr als Wunschdenken, siehe z.B. auch die ersten Auswertungen zum 9-Euro-Ticket .
Gruß
Uli
von: Uli

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 11.08.22 08:49

Zitat:
Sogar zum 1,2 km entfernten Discounter fahren die mit dem Auto

Das machen "die" hier sogar für ein Tüte Brötchen. Über 90% aller Bewohner meines Wohnorts wohnen max. 1 km von einer der beiden zentral gelegenen Bäckereien entfernt. Meinen Beobachtungen nach nutzen zwei von drei für diesen Weg das Auto.
Gruß
Uli
von: BeBor

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 11.08.22 09:15

Für eine nicht geringe Anzahl gut situierter und gut gewandeter Hausfrauen (sicher auch Hausmänner) gehört auch beim Supermarktbesuch automobile Opulenz als schmückendes Accessoire zum standesgemäßen Auftritt in der Öffentlichkeit schlichtweg dazu.

Bernd
von: Gravelbiker_Berlin

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 11.08.22 09:24

Noch was Versöhnliches: Mir ist heute morgen auf dem Radweg zur Arbeit aufgefallen, dass E-Biker meine Freunde werden könnten: Die Radwege sind doch verstopft mit Volk, was das Vorankommen behindert. Hundeausführer, Spaziergänger, Langsamradfahrer, die nebeneinander fahren, Reiterinnen, ... Was würden Autofahrer sagen, wenn es plötzlich hieße, man darf auf der Autobahn picknicken, Hunde ausführen, reiten, usw.

Der E-Biker, der sich so ein teures Spielzeug gekauft hat, will doch auch vorankommen, er will Strecke machen, er will den Geschwindigkeitsrausch auskosten (wenn er sich dabei nicht groß anstrengen muss, ist das sein Schaden, nicht meiner).

Laßt uns Rennradfahrer, Gravelbiker und hochmotorisierten E-Biker doch zusammenschließen und die Radwege "freifegen"! Laßt uns Fahrradautobahnen schaffen! Wenn da ständig Scharen von schnellen E-Bikern kommen, dann wird der Hundebesitzer schon irgendwann entnervt aufgeben und seine Runde woanders lang machen. Im Flachland könntet Ihr meine Freunde werden (aber nur im Flachland, in den Bergen sehe ich es etwas anders).
Grüße
Christoph
von: Gravelbiker_Berlin

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 11.08.22 09:41

Allerdings muss ich noch hinterherschicken: Hier in der Stadt gibt es gar nicht so viele E-Biker. Das scheint mir eher das neue Hobby der Landbevölkerung zu sein.
Grüße
Christoph
von: Toxxi

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 11.08.22 09:49

In Antwort auf: Felix-Ente
...ja sogar viele, die auf einem E-Roller unterwegs sind, dann ist da kaum einer dabei, der ohne E-Fahrzeug das Fahrrad nehmen würde.

Zu Rollern gibts eine Studie. E-Roller verringern NICHT die Nutzung von Pkw's. E-Roller werden für Wege genutzt, die man üblicherweise läuft. Und ggf. ersetzen sie noch Bus und Bahn.

Sprich - von der Ökobilanz katastrophal, vom Mischverkehr auch katastrophal, und für die köperliche Fitness ebenso.

Gruß
Thoralf
von: BeBor

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 11.08.22 10:09

In Antwort auf: Gravelbiker_Berlin
Mir ist heute morgen auf dem Radweg zur Arbeit aufgefallen, dass E-Biker meine Freunde werden könnten: Die Radwege sind doch verstopft mit Volk, was das Vorankommen behindert. Hundeausführer, Spaziergänger, Langsamradfahrer, die nebeneinander fahren, Reiterinnen, ...
[..]
Laßt uns Rennradfahrer, Gravelbiker und hochmotorisierten E-Biker doch zusammenschließen und die Radwege "freifegen"!


Ich habe selbst in diesem Faden für meine spezifische Beobachtung mit E-Bikern in Gruppenstärke beschrieben und dafür Widerspruch erhalten. Was Du aber schreibst, speziell im letzten zitierten Satz, kann ja wohl nicht ernst gemeint sein. Hätte ich noch radfahrende Kinder im Kindesalter, würde ich Dir zur Gefahrenabwendung bei Deinen Fegeabeiten bei erstbester Gelegenheit einen Spatenstiel in die Speichen schieben.

Bernd
von: freizeitradler

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 11.08.22 10:34

In Antwort auf: Gravelbiker_Berlin
..................
Laßt uns Rennradfahrer, Gravelbiker und hochmotorisierten E-Biker doch zusammenschließen und die Radwege "freifegen"! Laßt uns Fahrradautobahnen schaffen! Wenn da ständig Scharen von schnellen E-Bikern kommen, dann wird der Hundebesitzer schon irgendwann entnervt aufgeben und seine Runde woanders lang machen. Im Flachland könntet Ihr meine Freunde werden (aber nur im Flachland, in den Bergen sehe ich es etwas anders).
Grüße
Christoph


Hallo Gravelbiker_Berlin

Ob das Ironie sein soll weiß ich natürlich nicht. Doch lass uns nicht ein neues Feindbild schaffen. Dort wo Fußgänger unterwegs sind haben sie für mich Priorität den Weg zu nutzen.

Die Radinfrastruktur zu verbessern kann ja trotzdem ein Ziel sein. Vor allem aber für Berufspendler, Schüler und andere Personen die diese Wege täglich benötigen.

Ich denke, dass wir zu unserer Freizeitgestaltung meist Strecken finden, die unserer Vorstellung entsprechen. Radwege sind da nicht immer notwendig. Wer in der Großstadt wohnt hat es etwas schwerer und kann mit öffentlichen Verkehrsmittel eine Anreise machen.

Du hast in einem Beitrag an mich deine Kenntnisse zur Isar und deren Umfeld kundgetan. Deshalb verlinke ich dir mal eine schöne Tagestour mit Start und Ende in Lenggries, gefahren im Juni. Die kannst du mal nachfahren wenn du wieder irgendwo an der Isar weilst. Für Gravelbikes kein Problem, hat allerdings mit Radreisen auch nichts zu tun.

Pedelc Radtour in der Freizeit

Mit Pedelec.

Ciao
Detlef
von: Felix-Ente

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 11.08.22 10:48

Meine Aussage war fahrtenbezogen und nicht fahrzeugbezogen und ist natürlich subjektiv. Aber wenn mir Renterpärchen auf der Via Claudia Augusta bergauf begegnen, kann mir niemand erzählen, dass die Mehrheit von denen den Weg ohne Pedelec mit einem normalen Tourenrad hochasten würden. Und die Partyklientel wie der freundliche Mensch, der uns beim letzten Ride of Silince am Moritzplatz erst die Vorfahrt genommen und dann den Mittelfinger gezeigt hat, wäre ohne E-Roller bestimmt auch nicht auf dem Cityrad unterwegs gewesen.

Insofern würde mich die Systematik der Studien mal interessieren. Dass niemand für ein Pedelec oder einen E-Roller sein Auto abschafft, glaube ich sofort. Aber die Massen an Menschen, die statt mit dem Pedelec zu fahren, ein Fahrrad mit Bioantrieb nutzen würden, sehe ich nicht. Damit die nicht die Motorkutsche als erste Alternative nutzten, bräuchte es noch mehr Push-Faktoren, wie weniger Parkplätze (und endlich Durchsetzung von Parkverboten), Sperrung von Schleichwegen für den MIV, usw.
von: Gravelbiker_Berlin

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 11.08.22 11:15

Naja, Ironie, ich weiss nicht. Vielleicht partiell. Aber grad so Hunde, grad so gefährliche große Hunde, da vergeht mir dann schon die Ironie, muss ich sagen.
Das Problem ist der fehlende Platz in der Stadt, da hast Du schon völlig recht. Und keine neuen Feindbilder schaffen, ja, auch da hast Du natürlich recht. Aber aus der Stadt raus, das ist eben wirklich ein Problem, das muss man schon mal sagen.
Und klar, was Du da in München vorschlägst, ein Stück weit draußen vor der Stadt die Runde erst starten, wäre 'ne feine Sache. Aber für die wochenendliche Trainingsrunde meist zu aufwendig, soviel Zeit hat man dann ja meist doch nicht.
* * *
Also neue Feindbilder gegen spielende Kinder, Skater, Spaziergänger, natürlich nicht, da gehe ich voll mit Dir mit. Aber gegen Reiter und Hundeausführer auf Radwegen schon irgendwie ein bißchen. Da war das dann eher keine Ironie. Es ist zwar wenig Platz in der Stadt, aber soviel Platz ist meist doch noch, dass Hundebesitzer ihre Hunde nicht unbedingt auf den Hauptausfallstrecken der Rennradfahrer ausführen müssen. Oft geht parallel ein nicht asphaltierter Fußweg, wo sie auch lang können und viele machen das auch. Nur leider nicht alle.
Und die Radfahrer, die quatschend langsam nebeneinander fahren, stören die nicht uns alle?
Grüße
Christoph
von: BeBor

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 11.08.22 11:19

In Antwort auf: Felix-Ente
Aber die Massen an Menschen, die statt mit dem Pedelec zu fahren, ein Fahrrad mit Bioantrieb nutzen würden, sehe ich nicht.

Warum auch? Handel und Hersteller suggerieren doch schon seit Jahren, dass das E-Bike die logisch-konsequente Fortentwicklung des technisch nicht mehr zeitgemäßen Biofahrrades ist, warum sollte sich da jemand freiwillig so einen Anachronismus antun.

Bernd
von: Gravelbiker_Berlin

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 11.08.22 11:24

Da schreib ich mal 'ne versöhnliche Botschaft an E-Biker und krieg gleich den nächsten Shitstorm.

An radfahrende Kinder hatte ich in dem Moment nicht gedacht. Da bin ich natürlich auch vorsichtig und fahre ganz langsam vorbei und beschwere mich nicht. Wir haben unserem Kind aber zuerst im Wald das Radfahren beigebracht. Wo sonst niemand war. Das könnten die Eltern von heute vielleicht auch mal erwägen.
Ich war neulich Zeuge, wie ein kleines Kind auf dem Rad auf einem Radweg voll mit dem Kopf gegen ein Geländer geknallt ist (welches an der Stelle stand, weil dahinter ein Abgrund kam). Ich kam als Rennradfahrer von hinten. Ich bin ganz vorsichtig vorbeigefahren, nicht volle Pulle. Aber irgendwie mußte ich ja da irgendwann vorbei, ich konnte ja nun nicht einen Kilometer lang hinter dem Kind herfahren. Und ich war natürlich betroffen, hatte überlegt, ob ich da vielleicht schuld gewesen bin. Aber ganz offensichtlich hat der Kleine sein Fahrrad noch nicht genug im Griff gehabt, und das war der Grund, nicht ich.
Es muss schon auch mal eine Debatte geben, wo Kinder radfahren lernen und ab wann sie in den Verkehr gelassen werden sollten. Nicht, damit ich flüssig vorankomme, sondern damit den Kindern nichts passiert.
Grüße
Christoph
von: sascha-b

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 11.08.22 11:36

In Antwort auf: Gravelbiker_Berlin
Da schreib ich mal 'ne versöhnliche Botschaft an E-Biker und krieg gleich den nächsten Shitstorm.


Die Chance zu überlegen, woran das liegen könnte!
von: Juergen

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 11.08.22 11:47


Deine Denk- und Handlungsweise ist mehr als zweifelhaft. verärgert entsetzt Zur Not musst Du eben hinter einem Kind herfahren und warten.
von: BeBor

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 11.08.22 11:52

In Antwort auf: Gravelbiker_Berlin
An radfahrende Kinder hatte ich in dem Moment nicht gedacht.

Es geht nicht nur um Kinder, sondern um den insgesamt konfliktären Duktus, der in Deinem "versöhnlichen" Beitrag mitschwingt.

Bernd
von: Gravelbiker_Berlin

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 11.08.22 12:31

Und Du wolltest mir einen Stiel in die Speichen schieben. Auch nicht versöhnlich.

Christoph
von: Gravelbiker_Berlin

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 11.08.22 12:35

Es war mir nicht klar, dass das Kind gegen das Geländer fährt. Ich habe es nicht zur Seite gedrängt, ich war noch hinter ihm. Es ist von selbst gegen das Geländer gefahren. Das Kind konnte einfach noch nicht ausreichend genug Radfahren.
Das wäre Euch an meiner Stelle ganz genauso passiert.
Christoph
von: Toxxi

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 11.08.22 12:35

Ich kann den Standpunkt schon verstehen. Mich stört es auch, wenn der Radweg voll ist. Wohlgemerkt - ich bin trotzdem vorsichtig und rücksichtsvoll, auch wenn es mich manchmal nervt.

Das ist halt dieses Dilemma, dass alle Radfahrer über einen Kamm geschoren werden. Derjenige, der eine 20 km Tagestour im Schrittempo fahren will (wogegen nichts einzuwenden ist) - und dann der Tourenradler, der ein bisschen vorankommen will (weil er vielleicht diese und jene Unterkunft ansteuert) oder der Rennradler, der sich einfach an der Geschwindigkeit erfreut - die werden alle pauschal auf den gleichen Weg gedrängt. Das führt zu Komplikationen.

[ironie]
Da sind ja Radfahrer, die auf der Straße nichts zu suchen haben und aus dem Straßenbild zu verschwinden haben.
[/ironie]

Um mal ein extremes Beispiel zu bemühen, man würde seinen Hund ja auch nicht auf der Autobahn ausführen... omm

Radfahrer werden von der Verwaltung und den Verantwortlichen eben immer noch als etwas flottere Spaziergänger angesehen, und nicht als Fahrzeuge.

So ein Beispiel mit Kind hatte ich auch. Ich auf dem Rennrad, von vorn eine Familie mit Kindern. Ich habe rein aus Reflex schon fast in den Stand abgebremst. Eins der Kinder sieht irgendwas am Straßenrand, dreht sich um, und steuert (nach hinten guckend) genau auf mich zu. Eltern reagieren nicht... was sollte ich tun? Ich habe laut gerufen "guck nach vorn". Das Kind hat reagiert, es ist zum Glück nichts passiert. Aber knapp wars schon, und ich war mir da wirklich keiner Schuld bewusst.
von: Gravelbiker_Berlin

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 11.08.22 12:49

Mit dieser Logik müßte jeder Autofahrer sofort in den Stand abbremsen, wenn auf dem Bürgersteig ein Kind erscheint. Und alle Autofahrer hinter sich warten lassen und einen Auffahrunfall riskieren.
Denn das Kind könnte ja auf die Straße laufen.
Machen Autofahrer aber auch nicht.
Und im Gegensatz zu denen würde ich das Kind vermutlich nicht mal lebensgefährlich verletzen.
Christoph
von: Margit

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 11.08.22 13:00

In Antwort auf: Toxxi

Da sind ja Radfahrer, die auf der Straße nichts zu suchen haben
radle ja gern auf kleinen Nebenstraßen, meide rechts vor links, lieber ein paar Kilometer mehr Strecke und rechts Bahngleise oder einen Fluss/Bach. Leider gibt es dafür noch kein Navi-Profil. Aber gestern nervten mich die Autofahrer. Dank Navi meinen die jetzt auch auf kleinen Nebenstraßen den Staus entweichen zu können, kommen dann nicht aneinander vorbei und müssen in Parklücken oder auf den Gehsteig ausweichen. Die leise Fahrradklingel hören die dann noch weniger wie Radfahrer/Fußgänger mit bestem Gehör, welche sich weißen Headsets in die Ohren stopfen anstatt Hörgeräte. Allerdings gucken mich die Autofahrer schon oft verwundert an, wenn die mein zartes Stimmchen vernehmen "Bleib stehen, ich überhol dich" bier
von: Gravelbiker_Berlin

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 11.08.22 13:05

Hab ich auch schon erlebt, Radweg Euregio-Egrensis im Vogtland. Wunderschöne kleinste Nebenstraßen, kann ich eigentlich nur empfehlen.
Aber der Radweg verläuft ein Stück in der Nähe der A9. Und es war total Stau, also Steh-Stau. Plötzlich fuhren schwerste LKW auf kleinsten Straßen hinter mir her und kamen mir entgegen.
Das Stück müsste ich eigentlich noch mal fahren, es war nicht so richtig genießbar durch den Stau.
Grüße
Christoph
von: BeBor

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 11.08.22 13:07

In Antwort auf: Gravelbiker_Berlin
Und Du wolltest mir einen Stiel in die Speichen schieben. Auch nicht versöhnlich.

Von “wollen” war nicht die Rede, sondern situationsbedingt ohne Versöhnungsattitüde ausdrücklich im Konjunktiv “würde”. Defacto führe ich aber auch niemals ein passendes Gehölz mit.

Bernd
von: Gravelbiker_Berlin

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 11.08.22 13:08

...und es gibt diese einfachen billigen Auto-Navis, die schicken die Autos über kleinste enge Straßen über den Berg, obwohl unten eine breite Straße außen um den Berg rumführt, auf der alle anderen (einheimischen) Autofahrer fahren. Wenn man Pech hat, und jemand benutzt so ein Navi, dann hat man auch auf kleinsten Straßen keine Ruhe.
Grüße
Christoph
von: Gravelbiker_Berlin

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 11.08.22 13:10

Ich fand es übrigens gar nicht so schlimm. Kann mit sowas umgehen. Ich war fast (angenehm) überrascht, dass auch mal jemand aggressive Töne anklingen lässt.
Grüße
Christoph
von: Gravelbiker_Berlin

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 11.08.22 13:33

Ich glaub, ich muss den Vorfall mit dem Kind doch noch mal besser beschreiben, ich habe es vielleicht etwas falsch dargestellt. Ich war noch hinter dem Kind. Deutlich hinter dem Kind. Nur so konnte ich ja mit Entsetzen beobachten, wie es immer mehr auf das Geländer zuradelte und schließlich mit dem Kopf gegen den Pfeiler knallte. Das Kind ist ins "Trudeln" gekommen. So haben es Mutter und der ältere Bruder dann auch genannt. Sie schienen das schon zu kennen. Und so sah es für mich auch aus. Es fehlte einfach noch Radbeherrschung und diese ganz kleinen Fahrräder mit den kleinen Rädern sind vielleicht auch wirklich noch nicht ausreichend geradeaus-stabil.
Ich war in dem Moment nicht schneller als die Kinder. Ich war hinter ihnen. Ich hatte tatsächlich noch überlegt, ob ich an der Stelle vorbeifahre oder lieber warte, bis das Geländer vorbei ist. Ich habe auch nicht geklingelt.

Das Kind kam meinen Überlegungen zuvor. Es trudelte einfach gegen das Geländer. Ich hatte echt keine Chance und war auch sehr betroffen und habe natürlich angehalten und geguckt, ob was Ernsthaftes passiert war. Das Kind hatte auf der Stirn ne Beule, obwohl Helm. Ich glaub, der Helm saß zu locker, der ist dann einfach nach beim Aufprall auf den Pfeiler hinten gekippt.

Ich hatte also wirklich keine Chance. Das sollte hier vielleicht noch mal gesagt werden.
Es kann natürlich sein, dass das Kind durch mich irgendwie abgelenkt worden ist, dass es irgendwie mitbekommen hat, dass ich hinter ihm bin, obwohl ich nicht geklingelt habe.
Aber dann darf ich überhaupt nicht mehr auf Radwegen fahren, sondern muss mich mit den Autos auf der Straße messen.
Grüße
Christoph
von: Uli

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 11.08.22 15:57

Zitat:
Laßt uns Rennradfahrer, Gravelbiker und hochmotorisierten E-Biker doch zusammenschließen und die Radwege "freifegen"! Laßt uns Fahrradautobahnen schaffen! Wenn da ständig Scharen von schnellen E-Bikern kommen, dann wird der Hundebesitzer schon irgendwann entnervt aufgeben und seine Runde woanders lang machen.

Echt prima, wie Du hier zur Eskaltion aufrufst. Der Effekt, den du anscheinend wenigstens halbwegs wohlwollend zur Kenntnis nimmst, gehört für mich zu den negativen Auswirkungen der e-Motorisierung des Fahrrades und wird sicher noch zu einigem Ärger führen. Nicht ohne Grund gibt es schon heute Radwege mit einer Geschwindigkeitsgrenze und je schneller Fahrräder unterwegs sind, desto mehr Forderungen danach wird es geben.
Gruß
Uli
von: schorsch-adel

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 11.08.22 16:34

Zitat:
Laßt uns Fahrradautobahnen schaffen!
schon allein diese Wortwahl gewährt tiefe Einblicke in Denke und Sozialverhalten eines großen Teils der E-Community.
von: Gravelbiker_Berlin

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 11.08.22 17:12

Wo soll denn dann die Geschwindigkeitsbegrenzung für Radwege liegen? Bei 10km/h? Dann kann ich mein Rennrad echt an den Nagel hängen.
Wo sollen wir Rennradfahrer dann noch hin?
Auf der Straße werden wir sofort angehupt bis bedroht, sobald ein straßenbegleitender Radweg vorhanden ist, mag der in noch so einem schlechten Zustand sein oder noch so verstopft von langsam radelnden Badeausflüglern.
Christoph
von: Gravelbiker_Berlin

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 11.08.22 17:17

"Fahrradautobahn" habe ich aber (glaub ich) nicht erfunden. Da gibt es schon seit Jahren Bestrebungen im Ruhrgebiet. Kann auch sein, die nennen das Fahrradschnellweg, aber irgend so ein ähnliches Wort kursiert da. Allerdings kommen die mit der Planung und Umsetzung ihres Fahrradschnellweges nicht voran.

Es ist einfach Fakt, dass man in Ballungsgebieten mit dem Fahrrad kaum vorankommt. Diesen Fakt könnt ihr jetzt hier auch nicht vom Tisch wischen.
Bei mir leuchten tatsächlich die Augen, wenn ich den Begriff Fahrradautobahn oder Fahrradschnellweg lese. Bei Euch wohl nicht? Fahrt Ihr überhaupt Fahrrad? All zu schnell dann wohl nicht, oder?
Grüße
Christoph
von: Gravelbiker_Berlin

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 11.08.22 17:24

Ach und übrigens, das hast Du hier falsch verstanden. Ich gehöre nicht zur E-Community. Ich habe kein EBike. Ich habe ein Rennrad, ein Gravelbike und ein Mountainbike. Und noch ein Winterrennrad. Und noch ein Rad um zum Bäcker zu fahren. Alles muskelgetrieben.
Ich hatte nur mal den kühnen Gedanken, wenn die EBiker da auch lang wollen, wo ich lang will, und sich kraft ihres Motors da schnell durchbewegen, könnte ich mich ja in deren Schneise mogeln und komme auch gut durch. Aber der Gedanke ist mir schon wieder vergangen, in Berlin gibt es nämlich gar nicht so viele EBiker, wir sind hier noch vernünftige Normalradfahrer...
Grüße
Christoph
von: Uli

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 11.08.22 17:37

Zitat:
Wo soll denn dann die Geschwindigkeitsbegrenzung für Radwege liegen?

Das hängt von der Situation ab. Ich weiß von Abschnitten mit Grenzen zwischen 10 km/h und 20 km/h. Du solltest eigentlich welche kennen, die Stadt Berlin gehört diesbzgl. zu den Vorreitern.

Gruß
Uli
von: Gravelbiker_Berlin

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 11.08.22 17:48

Naja, ich wohne in Rand-Berlin (Gott sei Dank). Wie man, wenn man in der Innenstadt wohnt, überhaupt zu einer Trainingsrunde ins Umland kommen will, ist mir ein ziemliches Rätsel. Ob Geschwindigkeitsbegrenzung oder nicht, man kommt da eh kaum durch.
In der Innenstadt wird sowas wie Geschwindigkeitsbegrenzung wohl vernünftig sein. Ich bin mal durch Den Haag. Ich hab mir fast vor Angst in die Hosen gemacht. Nicht wegen der Autos, sondern wegen der vielen Radfahrer. Ich bin freiwillig Schritt gefahren. Wenn nicht noch langsamer.

Mir geht es nicht um den Alltagsverkehr. Mir geht es um die Fluchtrouten aus der Stadt raus am Wochenende. Es muss möglich sein, dass man am Wochenende da noch irgendwo halbwegs flüssig rauskommt. Ich will ja nicht gleich die ersten Kilometer Vollgas geben, aber es darf nun auch nicht eine Stunde dauern, bis ich 10km aus der Stadt raus geschafft habe.

Ich denke (und hoffe) aber, solche Geschwindigkeitsbeschränkungen, von denen Du schreibst, gibt es nur in der Innenstadt.
Ich glaube auch nicht, dass wir Rennradfahrer rücksichtslos fahren. Dazu haben wir viel zu viel Angst, uns bei einer Kollision selbst zu verletzen.
Grüße
Christoph
von: MajaM

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 11.08.22 17:50

In Antwort auf: Gravelbiker_Berlin
Wo soll denn dann die Geschwindigkeitsbegrenzung für Radwege liegen? Bei 10km/h?

Du sollst halt ausreichend Abstand zu vorrausfahrenden halten (also halber "Tachoabstand" oder so) und nur Überholen, wenn Du die ca. 1.5m Seitenabstand einhalten kannst oder Dich mit dem Überholten zum Thema abgestimmt hast.

In Antwort auf: Gravelbiker_Berlin
Dann kann ich mein Rennrad echt an den Nagel hängen.
Wo sollen wir Rennradfahrer dann noch hin?
Auf der Straße werden wir sofort angehupt bis bedroht, sobald ein straßenbegleitender Radweg vorhanden ist, mag der in noch so einem schlechten Zustand sein oder noch so verstopft von langsam radelnden Badeausflüglern.

Wenn es auf dem Radweg zu langsam und eng ist, mußt Du halt korrekterweise langsam und mit Abstand hinterhertrödeln. Oder halt illegal aber zumindest moralisch besser Dich mit den "stärkeren" auf der Fahrbahn anlegen. Angehupt werden sollte Dich zudem nicht ärgern sondern ehrlich von Herzen freuen. Ernstgemeint! Da hat Dich jemand gesehen - und will Dich möglicherweise per Hupsignal grüßen. Winke mit großer Geste und fetten Grinsen zurück! Aber auch auf der Fahrbahn gilt es ausreichend Abstand zu halten. Kontakt mit aufgerissenen Türen tut sehr weh!

Liebe Grüße
Maja
von: Gravelbiker_Berlin

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 11.08.22 17:58

Also, ich rede ja von den Ausfallstraßen aus Berlin raus am Wochenende. Da ist ein Auto am anderen. Es gibt einige wenige Rennradfahrer, die da trotzdem auf der Straße fahren, und ich bewundere deren Mut, aber ich hab' nicht mehr die Nerven dafür. Dieses Anhupen, das hast Du ständig, es kommt von hinten, und es erschreckt einen, man zuckt einfach zusammen. Autohupen sind verdammt laut, wenn das Auto direkt hinter einem ist.
Irgendwann lassen sich dann die meisten doch von der Straße runterhupen. Auch die meisten Rennradler. Leider!
Aber ich freue mich wirklich über jeden, der kämpft und auf der Straße bleibt.
Liebe Grüße
Christoph
von: natash

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 11.08.22 20:39

Ich finde nun schon, dass, wenn das Fahrrad als Verkehrsmittel und nicht nur als Freizeitspielzeug eingesetzt werden soll, schnelles Fahren möglich sein sollte. Egal ob muskel- oder überwiegend motorbetrieben.
Da wo das nicht auf dem Radweg geht (was meiner Ansicht nach auf die Mehrzahl der Radwege zumindest in Deutschland und Österreich zutrifft), da muss dieser entweder entsprechend angepasst werden oder es entfällt diese unsägliche Radwegnutzungspflicht und es darf auf der Straße geradelt werden. Ich handhabe das ohnehin schon so, wenn ich schnell wo ankommen möchte (was bei Transitstrecken, die eine Zugfahrt ersetzen auch bei Radreisen so ist). In (deutschen) Städten bevorzuge ich oft radwegfreie Strecken.
Meiner Ansicht nach dienen viele Radwege nicht dazu, das Radfahren einfacher zu gestalten, sondern den lästigen Radfahrer vom Straßenverkehr fern zu halten, damit er oder sie da nicht stört. Dazu passt sehr gut, dass es Kreuzungen gibt an denen Radelnde drei Ampelschaltungen abwarten müssen, Autofahrer aber nur eine. Da braucht man sich auch nicht über regelwidriges Verhalten wundern.
Wer ernsthaft eine Verkehrswende wünscht, sollte da ganz schnell umdenken.


Gruß
Nat
von: Rennrädle

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 11.08.22 20:40

In Antwort auf: Gravelbiker_Berlin
Noch was Versöhnliches: Mir ist heute morgen auf dem Radweg zur Arbeit aufgefallen, dass E-Biker meine Freunde werden könnten: Die Radwege sind doch verstopft mit Volk, was das Vorankommen behindert. Hundeausführer, Spaziergänger, Langsamradfahrer, die nebeneinander fahren, Reiterinnen, ... Was würden Autofahrer sagen, wenn es plötzlich hieße, man darf auf der Autobahn picknicken, Hunde ausführen, reiten, usw.



Frage mich gerade,
- wieviel Reiter so auf den Radwegen unterwegs sind….
-ob es überhaupt noch eine Gruppe gibt, die Dich nicht stört.

Immerhin sind die E-Biker auf einem wieder deine Freunde. Wie sich das Fähnchen im Winde dreht…

Ach ja: hin und wieder vorausschauen fahren, vielleicht rechtzeitig die Klingel zu verwenden, bei Kindern sowie so sehr langsam vorbei fahren
Deutlich effektiver und entspannter als sich nach jeder Tour über die ach so vielen störendere Menschen und Tiere zu ärgern, die mit dem gleichen Recht unterwegs sind wie Du…

Rennrädle
von: Toxxi

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 11.08.22 20:41

In Antwort auf: Uli
Ich weiß von Abschnitten mit Grenzen zwischen 10 km/h und 20 km/h. Du solltest eigentlich welche kennen, die Stadt Berlin gehört diesbzgl. zu den Vorreitern.

Das wäre mir neu. Wo in Berlin soll es die geben? verwirrt 10 km/h halte ich nicht mehr für fahrbar, oder nur mehr als zwei Laufrädern (z.B. Trike).

Dass Radwege in der Stadt nicht wirklich zum Rennradfahren taugen, ist klar, ich glaube auch unserem Gravelbiker.

Aber ich schrieb schon, dass ich nichts davon halte, alle über einen Kamm zu scheren. Dass sich alle am Langsamsten zu orientieren haben, ist für mich irgendwo zwischen unpraktikabel und weltfremd. Dann wird man garantiert nicht erreichen, dass jemand gern mit dem Rad zur Arbeit fährt. Umgekehrt gibts auch kein Recht auf Bleifuß. Die Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte. Radschnellwege (um das Reizwort Radautobahn zu umschiffen) halte ich für eine grundsätzlich für eine sinnvolle Sache.

Irgendwo MUSS man sich mit dem Rennrad austoben dürfen. Dieses Recht fordere ich für mich und andere einfach mal ein. Punkt aus und Ende. (*)

Ich wohne zum Glück so weit am Stadtrand, dass ich da nicht allzuweit fahren muss, um aus der Stadt raus zu sein. schmunzel

Gruß
Thoralf

(*) Nicht grundlos hat Deutschland im internationalen Vergleich so wenige gute Radsportler.
von: Toxxi

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 11.08.22 20:43

In Antwort auf: natash
Ich finde nun schon, dass, wenn das Fahrrad als Verkehrsmittel und nicht nur als Freizeitspielzeug eingesetzt werden soll, schnelles Fahren möglich sein sollte. Egal ob muskel- oder überwiegend motorbetrieben.

Gut zusammengefasst. dafür

In Antwort auf: natash
Meiner Ansicht nach dienen viele Radwege nicht dazu, das Radfahren einfacher zu gestalten, sondern den lästigen Radfahrer vom Straßenverkehr fern zu halten, damit er oder sie da nicht stört. Dazu passt sehr gut, dass es Kreuzungen gibt an denen Radelnde drei Ampelschaltungen abwarten müssen, Autofahrer aber nur eine. Da braucht man sich auch nicht über regelwidriges Verhalten wundern.
Wer ernsthaft eine Verkehrswende wünscht, sollte da ganz schnell umdenken.

Zustimmung. Wobei wir da in Berlin noch ganz gut sind, wenn ich mal in andere deutsche Großstädte schaue.

Gruß
Thoralf
von: Toxxi

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 11.08.22 20:48

In Antwort auf: Rennrädle
Deutlich effektiver und entspannter als sich nach jeder Tour... usw. usf.

Genau da liegt der Knackpunkt. Es fahren eben NICHT Leute mit dem Rad nur Touren, sondern es gibt auch Leute, die wollen schlicht und ergreifend von A nach B kommen, und das in angemessener Zeit.

Und es gibt Leute, die wollen einfach mal schnell fahren und trainieren (ich mache das auch).

Das ist zwar nicht das Hauptanliegen unseres Forums (obwohl, auf einer Radreise will ich in angemessener Zeit die angepeilte Übernachtung erreichen, oder einfach nur flink vor dem aufziehenden Gewitter wegfahren), das kann man aber nicht einfach negieren.

Wollen wir schon wieder in gute und schlechte Radfahrer einteilen? verwirrt Das behagt mir nicht. traurig

Insbesondere, weil ich mich da einfach nicht einordnen kann. Ich fahre Radreisen mit Gepäck (mit oder ohne Zelt), ich mache Radtouren mit Kindern, radele zur Arbeit, und ich heize auch gern mal 150 - 200 km mit dem Rennrad.

Gruß
Thoralf
von: Toxxi

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 11.08.22 20:51

In Antwort auf: Gravelbiker_Berlin
...aber es darf nun auch nicht eine Stunde dauern, bis ich 10km aus der Stadt raus geschafft habe.

Da stimme ich voll zu. bravo Und das betrifft ja beileibe nicht nur die Rennradfahrer. Auch bei einer Tagestour will ich nicht ewig in der Stadt hängen.

Wo wohnst du denn in Berlin? Eigentlich sollte man ja seine Schleichwege irgendwann kennen. Aber Berlin ist so groß, dass es manchmal wirklich schwer wird, flott rauszukommen.

Gruß
Thoralf
von: Rennrädle

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 11.08.22 20:53

In Antwort auf: natash

Meiner Ansicht nach dienen viele Radwege nicht dazu, das Radfahren einfacher zu gestalten, sondern den lästigen Radfahrer vom Straßenverkehr fern zu halten, damit er oder sie da nicht stört. Dazu passt sehr gut, dass es Kreuzungen gibt an denen Radelnde drei Ampelschaltungen abwarten müssen, Autofahrer aber nur eine. Da braucht man sich auch nicht über regelwidriges Verhalten wundern.
Wer ernsthaft eine Verkehrswende wünscht, sollte da ganz schnell umdenken
Gruß
Nat



Du sprichst mir aus der Seele und hier in Großostheim ist es besonders krass, wie die Radfahrer ausgebremst werden.
Will ich im Kreisel erst die 3. Ausfahrt nehmen, muss ich als Radler 4x Vorfahrt achten und mich von Gehsteig, Zwischeninsel und das gleiche nochmal mit Gehwegkanten durchtrödeln. Ich fahre deshalb oft ganz normal auf der Fahrspur.

Der Hammer: direkt hier ein Radweg, der gegenüber einem Wiesenfeldweg Vorfahrt achten muss.
Und kommt man auf einen Kreisel zu, steht davor ‚Radweg Ende‘ und nach der Kreiselquerung wieder der blaue Lolli…
Und das an jeder Straßenquerung.

Rennrädle
von: Toxxi

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 11.08.22 20:56

In Antwort auf: MajaM
...und nur Überholen, wenn Du die ca. 1.5m Seitenabstand einhalten kannst oder Dich mit dem Überholten zum Thema abgestimmt hast.

Nur zur Info, wie die Rechtslage ist:

Die 1,50 m innerorts gelten nur, wenn ein Kraftfahrzeug einen Radfahrer überholt. Wenn ein Radfahrer einen anderen Radfahrer überholt, dann gilt ausreichender Abstand.

Quelle

Gruß
Thoralf
von: nachtregen

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 11.08.22 21:14

In Antwort auf: Toxxi
In Antwort auf: Uli
Ich weiß von Abschnitten mit Grenzen zwischen 10 km/h und 20 km/h. Du solltest eigentlich welche kennen, die Stadt Berlin gehört diesbzgl. zu den Vorreitern.

Das wäre mir neu. Wo in Berlin soll es die geben? verwirrt

Bergmannstraße zwischen Zossener und Nostitzstraße hat einen Fahrradweg mit 10 km/h, das ist ein Abschnitt von geschätzt 150 Meter, aber Teil einer (ausgeschilderten und viel befahrenen) Hauptfahrradroute Kreuzberg/Neukölln - Schöneberg. Andere Beispiele sind mir nicht bekannt.

20 km/h gelten IIRC auf dem temporären Radweg in dem als Experiment für Autos gesperrten Abschnitt der Friedrichstraße.
von: MajaM

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 11.08.22 21:53

In Antwort auf: Toxxi
In Antwort auf: MajaM
...und nur Überholen, wenn Du die ca. 1.5m Seitenabstand einhalten kannst oder Dich mit dem Überholten zum Thema abgestimmt hast.

Nur zur Info, wie die Rechtslage ist:

Die 1,50 m innerorts gelten nur, wenn ein Kraftfahrzeug einen Radfahrer überholt. Wenn ein Radfahrer einen anderen Radfahrer überholt, dann gilt ausreichender Abstand.

Quelle

Die 1.5/2m sind nur für überholende Kfz in der StVO festgeschrieben. Ich entsinne mich aber an Urteile, wo zu eng an Pkw oder anderen Radfahrern vorbeifahrenden eine Mitschuld angerechnet wurde, wenn es zum Unfall kam. Auf Radwegen die oft nicht mal 2m breit sind kann ja noch nicht mal 1m Abstand Lenkerende zu Lenkerende eingehalten werden. Wenn der vorrausfahrende nicht damit rechnet überholt zu werden, kann ihm leichtes seitliches Hin- und Her-Eiern von +/- 0.5m (z.B. um Scherben auszuweichen oder auf einen seitlich hinzutretenden Fußgänger zu reagieren) von +/- 0.5m ja wohl kaum zum Vorwurf gemacht werden.
von: derSammy

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 11.08.22 23:01

In Antwort auf: Rennrädle
Und kommt man auf einen Kreisel zu, steht davor ‚Radweg Ende‘ und nach der Kreiselquerung wieder der blaue Lolli…
Und das an jeder Straßenquerung.

Gerade das ist meines Wissens aber aktueller Stand der Verkehrsplanung. Der große Vorteil des Kreisverkehrs liegt ja darin, dass sich alle Verkehrsteilnehmer zusammen "im Kreis drehen", man muss nur ein einziges mal aufpassen, nämlich bei der Kreiseleinfahrt.
Separation nach Verkehrsarten (z.B Radweg außenrum) erzeugt viel mehr Kreuzungsstellen, auf einmal muss bei der Einfahrt doppelt geschaut werden und bei der Ausfahrt auch. Ganz einfach machen es sich die Verkehrsplaner, wenn sie den Radweg dann mit "Vorfahrt beachten" bedenken, nur widerspricht das einerseits der Abbiegelogik und hebt andererseits die Benutzungspflicht auf (weil der Radweg dann nicht mehr straßenbegleitend ist).
Von daher ist Mischverkher im Kreisel definitiv die sinnvollste mir bekannte Regelung. Wenn viele Kreisel aufeinander folgen, dann ist halt fraglich, wie sinnvoll es ist die Radfahrer dazwischen zu separieren, vor allem wenn sie noch vom Fahrbahnniveau weg geführt werden. Denn jede solche Separations- und vor allem Deseparationsstelle ist halt wieder potentiell unfallträchtig. Dann lieber dazwischen auch Mischverkehr lassen (und baulich dem Überholreflex der Kfzler entgegen wirken).
von: Rennrädle

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 12.08.22 06:51

Ich hatte mich falsch ausgedrückt: wenn der separierte Radweg zum Kreisel kommt, wird der Radweg aufgehoben und der abbiegende Autofahrer hat Vorfahrt und der Radfahrer muss dann warten.
Der Radler darf nicht mit den Autofahrern auf der Hauptspur durch sondern soll schön brav weg bleiben.

Theoretisch ist er nur noch auf einem Gehweg und muss sich über die Zwischeninsel, engen Biegungen usw durchärgern.

Je nachdem wie zuvorkommend die abbiegenden Autofahrer sind gehts gut und man wird drüber gelassen.

Ich fahre als Autofahrer auch oft dort und lasse wirklich jeden Radler vor.

Rennrädle
von: Juergen

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 12.08.22 07:39

In Antwort auf: natash
Meiner Ansicht nach dienen viele Radwege nicht dazu, das Radfahren einfacher zu gestalten, sondern den lästigen Radfahrer vom Straßenverkehr fern zu halten, damit er oder sie da nicht stört.
Weltmeister im Ausgrenzen finden sich in dieser Disziplin in Holland und in Flandern. Nirgendwo habe ich dieses aggressive Weghupen mehr gespürt als auf meiner letzten Tour.
Das Schlimme daran ist, dass immer mehr Verkehrsplaner und der ADFC separierte Wegführung auch noch als Non plus ultra der Verkehrssicherheit verkaufen.
von: Margit

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 12.08.22 08:06

In Antwort auf: Juergen
Das Schlimme daran ist, dass immer mehr Verkehrsplaner und der ADFC separierte Wegführung auch noch als Non plus ultra der Verkehrssicherheit verkaufen.
Noch schlimmer ist, dass viele RadfahrerInnen sich nicht trauen auf einer Straße zu radeln und der Überzeugung sind, bei fehlendem Radweg muss man auf dem Gehweg radeln.
von: Martina

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 12.08.22 08:30

In Antwort auf: natash

Meiner Ansicht nach dienen viele Radwege nicht dazu, das Radfahren einfacher zu gestalten, sondern den lästigen Radfahrer vom Straßenverkehr fern zu halten, damit er oder sie da nicht stört.


Jo leider. Das liegt aber auch daran, dass es durchaus verschiedene Gründe gibt, Rad zu fahren, durchaus auch bei der selben Person. Wenn ich zur Arbeit fahre oder einfach nur von A nach B will, dann soll das möglichst flott gehen, wobei flott gar nicht unbedingt wirklich hohes Tempo meint, sondern nicht ständig abbremsen und anfahren. Wenn ich dagegen im Urlaub unterwegs bin, bin ich durchaus für eine landschaftlich schöne Wegführung empfänglich, aber auch da nicht um den Preis von Engstellen und unübersichtlichen Ecken.
Andersrum gibt es aber durchaus RadfahrerInnen, denen es wichtig ist, sich möglichst selten einen Weg mit Autos teilen zu müssen.

Der Königsweg ist für mich, innerhalb von Städten durchaus eine separate Wegführung anzubieten, aber eine solche, die sich in gleichmäßigem Tempo fahren lässt. Ich würde dagegen nicht die Anforderung stellen, dass sie durchgängig für 30 km/h geeignet sein muss. Ggf. würde ich das anders sehen, wenn ich ohne Probleme in der Ebene 30 fahren könnte. zwinker
von: Toxxi

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 12.08.22 08:31

In Antwort auf: Rennrädle
Ich hatte mich falsch ausgedrückt: wenn der separierte Radweg zum Kreisel kommt, wird der Radweg aufgehoben und der abbiegende Autofahrer hat Vorfahrt und der Radfahrer muss dann warten.

Jein. Die Verantwortlichen stellen sich das zwar gern so vor, aber die Rechtslage ist komplizierter. Nützt natürlich nichts, wenn man überfahren wird... omm

Ausfahren aus dem Kreisverkehr gilt rechtlich als Abbiegen. Gemäß §9(3) StVO muss man beim Abbiegen Fußgängern, Radfahrern u.ä. Vorrang gewähren. Bloß weil am Radweg ein Vorfahrt-Beachten-Schild steht, wird §9(3) StVO für die Kraftfahrzeuge nicht aufgehoben!

Das heißt im Klartext - keiner hat Vorfahrt, BEIDE müssen Vorfahrt gewähren. Dazu sagt die StVO, dass bei unklarer Vorfahrtsage beide anhalten und sich verständigen müssen. Sowas darf eigentlich gar nicht ausgeschildert werden und ließe sich vermutlich recht einfach wegklagen. Oder es muss die Vorfahrt für den Autofaher explizit ausgeschildert werden.

-----

Im Übrigen gibt es dafür eine relativ einfach Lösung - absteigen und schieben. Damit wirst du zum Fußgänger und hast definitiv Vorrang.

Das Vorfahrt-Beachten-Schild gilt logischerweise nicht für Fußgänger, aber der Vorrang gegenüber Fußgängern beim Abbiegen (=Ausfahren aus dem Kreisverkehr) nach §9(3) StVO gilt nach wie vor. schmunzel

Auch das bringt dir nichts, wenn du überfahren wirst... omm

Gruß
Thoralf
von: FordPrefect

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 12.08.22 08:40

In Antwort auf: natash
Ich finde nun schon, dass, wenn das Fahrrad als Verkehrsmittel und nicht nur als Freizeitspielzeug eingesetzt werden soll, schnelles Fahren möglich sein sollte. Egal ob muskel- oder überwiegend motorbetrieben.

Gruß
Nat



So ungefähr sehe ich es auch !

Innerorts fahre ich deshalb fast nur Straßenfahrbahn und deshalb lebe ich warscheinlich noch.

Auf der Straßenfahrbahn halten sich wenigstens die meisten einigermaßen an gemeinsame Spielregeln, aber die Flächen, auf welche die Radwege üblicherweise gepinselt werden, werden zu viele Dinge gemacht, die eine klare Struktur unmöglich machen: Spielen, Mülleimer abstellen, der Nachbarschaftssmalltalk, Rollatoren schieben, Kinderfahrradtrainingsrunden, Joggen, Be- und Entladen, Ein- und Ausfahren aus Garagen und Hinterhöfen, Gassi gehen..... Alles mehr oder weniger berechtigte und für jeden einzelnen in dem Moment wichtige Tätigkeiten....

Wenn ich da mit 20-35km/h durch"fege" bin ich ein rücksichtsloser und lebensmüder Vollpfosten !

Verkehrswende bedeutet für mich Tempo 30 innerorts und Trennung in Fahrbahn und Gehweg !

zwinker Micha

(P.S.: und zum Thema ursprünglichen Pedelec: verringert in meinen Augen überwiegend nicht den Autoverkehr, sondern hat ein neues zusätzliches Konsumfaß geöffnet, welches wichtige Rohstoffe schneller verbrät)
von: Juergen

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 12.08.22 08:54

In Antwort auf: Toxxi
Ausfahren aus dem Kreisverkehr gilt rechtlich als Abbiegen. Gemäß §9(3) StVO muss man beim Abbiegen Fußgängern, Radfahrern u.ä. Vorrang gewähren. Bloß weil am Radweg ein Vorfahrt-Beachten-Schild steht, wird §9(3) StVO für die Kraftfahrzeuge nicht aufgehoben!
Bis zu welcher Entfernung vom Kreisel soll das gelten? Ist "auf oder neben der Fahrbahn in der gleichen Richtung" auch noch nach 50m noch gegeben? Beispiel Großer Stern
Ich glaube, Du bewegst dich mitten in der Dürre aufs Glatteis. zwinker
von: derSammy

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 12.08.22 09:07

In Antwort auf: Rennrädle
Ich hatte mich falsch ausgedrückt: wenn der separierte Radweg zum Kreisel kommt, wird der Radweg aufgehoben und der abbiegende Autofahrer hat Vorfahrt und der Radfahrer muss dann warten.
Der Radler darf nicht mit den Autofahrern auf der Hauptspur durch sondern soll schön brav weg bleiben.

Theoretisch ist er nur noch auf einem Gehweg und muss sich über die Zwischeninsel, engen Biegungen usw durchärgern.

Das verstehe ich nicht so recht. Wenn kein blauer Lolli mehr da, darf der Radfahrer da im Regelfall sich gar nicht mehr im Seitenraum aufhalten (von nichtbenutzungspflichtigen Radwegen abgesehen)!
Wenn der Radweg aufgehoben wird, gehört da natürlich eine vernünftige Überleitung auf die Fahrbahn her. Wenn diese fehlt, darfst du den Radweg selbstverfreilich rechtzeitig vorher verlassen, kannst dich ja nicht in Luft auflösen (was allerdings Ortskenntnis voraussetzt).

In Antwort auf: Rennrädle

Je nachdem wie zuvorkommend die abbiegenden Autofahrer sind gehts gut und man wird drüber gelassen.

Ich fahre als Autofahrer auch oft dort und lasse wirklich jeden Radler vor.

Nett sein ist immer lobenswert. Aber in dem Fall halte das für bedingt hilfreich. Vorfahrtsregelungen müssen eindeutig und unmissverständlich, für alle klar und nachvollziehbar sein. Ampeln, Hauptstraßenschild, Stoppschild, Vorfahrtbeachten - das lernen schon die kleinen Kinder, da kommen keine Fragen auf. Und natürlich kann man dann mal z.B. ein sehr langes Fahrzeug abweichend von der Regel vorlassen. Da weiß jeder, dass es "nett" ist.

Die Regelungen für kreuzenden Fußgänger- und Radverkehr sind in Deutschland generell eine Ausgeburt aus der Hölle. Weil eben ganz und gar nicht intuitiv und stringent. Im Regelfall sollten Radfahrer die gleiche Vorfahrtsregelung wie der Kfz-Verkehr auf der gleichen Straße haben. Aber an bestimmten Stellen hat man angefangen den Radfahrern das Vorfahrtsrecht zu nehmen. Hinzu kommt noch Querverkehr in Gegenrichtung, teils illegal (aber dann trotzdem mit Vorfahrt - weiß nur kaum wer!), teils legalisiert.
Den Radfahrern trichtert man ein "lieber (immer) warten, du ziehst eh den kürzeren". Und den Autofahrer ist verwirrt, weil er einerseits lernt zu warten, andererseits eben teilweise doch Vorrang eingeräumt bekommt, baulich dazu angehalten wird "Gas zu geben" oder die entsprechenden Wege im Nebenraum auch kaum sieht.

Da muss man nur eins und eins zusammenzählen, bis das mal schief geht. Und das geht es leider regelmäßig, mit meist katastrophalen Folgen. Und die typischen Radsicherheitskampagnen (Helm, Reflektorzählaktionen, "sinnlose" Radfahrampeln observieren, ...) bringt da absolut niente, wenn so ein abbiegender Lkw über dich drüber rollt. traurig
von: Holger

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 12.08.22 09:13

In Antwort auf: Margit
In Antwort auf: Juergen
Das Schlimme daran ist, dass immer mehr Verkehrsplaner und der ADFC separierte Wegführung auch noch als Non plus ultra der Verkehrssicherheit verkaufen.
Noch schlimmer ist, dass viele RadfahrerInnen sich nicht trauen auf einer Straße zu radeln und der Überzeugung sind, bei fehlendem Radweg muss man auf dem Gehweg radeln.

Über den zweiten Punkt bin ich auch immer wieder überrascht. Also, ich habe da hin und wieder mal Kollegen angesprochen (in der freien Wildbahn tue ich mir das nicht an) - und die waren überrascht, wenn ich dann sogar nachweisen konnte, dass man das eben nicht darf.
von: derSammy

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 12.08.22 09:13

In Antwort auf: Juergen
In Antwort auf: Toxxi
Ausfahren aus dem Kreisverkehr gilt rechtlich als Abbiegen. Gemäß §9(3) StVO muss man beim Abbiegen Fußgängern, Radfahrern u.ä. Vorrang gewähren. Bloß weil am Radweg ein Vorfahrt-Beachten-Schild steht, wird §9(3) StVO für die Kraftfahrzeuge nicht aufgehoben!
Bis zu welcher Entfernung vom Kreisel soll das gelten? Ist "auf oder neben der Fahrbahn in der gleichen Richtung" auch noch nach 50m noch gegeben? Beispiel Großer Stern
Ich glaube, Du bewegst dich mitten in der Dürre aufs Glatteis. zwinker

Rechtlich liegt Thoralf absolut richtig! Das Problem ist die von mir angesprochene Verkehrsplanung, die da teilweise sehr kreativ ist. Wenn der Radweg 50m abgesetzt ist (so viel ist es selbst beim großen Stern nicht), ist das definitiv nicht mehr straßenbegleitend. Da fährt man dann mit dem Rad auf der Fahrbahn (oder dem anderen Sonderweg, wenn man darauf Lust hat - nur kreuzt dieser Weg dann halt regelmäßig höherrangige Straßen...).
Aber der große Stern ist recht skuril gelöst, denn wenn ich mich recht erinnere, sind an dessen Ausgängen jede Menge Ampeln aufgestellt. Insoweit ist das baulich meines Wissens gar kein Kreisverkehr, sondern eine Aneinanderreihung vieler ampelgeregelter T-Kreuzungen.
von: Holger

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 12.08.22 09:20

In Antwort auf: Felix-Ente
Meine Aussage war fahrtenbezogen und nicht fahrzeugbezogen […]

Okay, das hatte ich missverstanden - was aber bei der Formulierung nicht völlig verwunderlich ist zwinker

In Antwort auf: Felix-Ente
[…]Insofern würde mich die Systematik der Studien mal interessieren.[…]

Inwiefern die Systematik? Wenn es Studien gibt, und diese wissenschaftlich durchgeführt wurden, dann müsste das doch offengelegt sein.

Ansonsten sehe ich es ähnlich wie Du. Ich vermute auch, dass Fahrten verlagert werden von Auto auf E-Bike. Das geht ja sogar mir selbst so, seit ich das E-Bike habe, habe ich den einen oder anderen Weg damit gemacht, den ich vorher mit Carsharing-Autos unternommen hätte. Ist jetzt aber keine große Menge...
von: derSammy

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 12.08.22 09:21

In Antwort auf: Holger

Über den zweiten Punkt bin ich auch immer wieder überrascht. Also, ich habe da hin und wieder mal Kollegen angesprochen (in der freien Wildbahn tue ich mir das nicht an) - und die waren überrascht, wenn ich dann sogar nachweisen konnte, dass man das eben nicht darf.

Nach meiner Beobachtung ist das ein echtes West-Phänomen. Im Osten Deutschands ist es viel üblicher/gewohnter, dass Radfahrer sich auf der Fahrbahn befinden. Liegt vermutlich weniger an einer "besseren" Verkehrserziehung, sondern eher daran, dass es lange gar keine Radwege fürwegen der Radfahrer gab(*).

(*) Was natürlich nicht heißt, dass es auch hier, wo es "praktischer" ist, über den Fußweg geradelt wird. Aber es gibt zumindest weniger oft diese Hemmung "auf der Straße" zu fahren. Auch Verkehrsführungen wie z.B. auf der St.-Petersburger-Straße mit Fahrradstreifen auf einer vielspurigen stark befahrenen Straße funktioniert hier völlig problemfrei, auch mit Rechtsabbiegespuren für Kfz "auf der richtigen Seite".
von: LudgerP

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 12.08.22 09:26

In Antwort auf: FordPrefect
(P.S.: und zum Thema ursprünglichen Pedelec: verringert in meinen Augen überwiegend nicht den Autoverkehr, sondern hat ein neues zusätzliches Konsumfaß geöffnet, welches wichtige Rohstoffe schneller verbrät)

Hallo Micha,
das finde ich zu einseitig gedacht.

Ich bediene mich mal einiger Klischees aus diesem Faden:

In der Zeit, in der der fettleibige Ebiker bergauf schnaufend dem Rennradfahrer den Weg blockiert, nutzt er wenigstens keine Inhalte anderer Konsumfässer. Hätte er nicht das Ebike, würde er sich mit Pizza und Cola an seinem 800 Watt verbratenden Gaming Computer sitzend und Aliens abschießend delektieren.

Ludger
von: irg

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 12.08.22 10:16

In Antwort auf: Juergen
In Antwort auf: natash
Meiner Ansicht nach dienen viele Radwege nicht dazu, das Radfahren einfacher zu gestalten, sondern den lästigen Radfahrer vom Straßenverkehr fern zu halten, damit er oder sie da nicht stört.
Weltmeister im Ausgrenzen finden sich in dieser Disziplin in Holland und in Flandern. Nirgendwo habe ich dieses aggressive Weghupen mehr gespürt als auf meiner letzten Tour.
Das Schlimme daran ist, dass immer mehr Verkehrsplaner und der ADFC separierte Wegführung auch noch als Non plus ultra der Verkehrssicherheit verkaufen.


Dein Befund stimmt sicher. In der Radlerinitiative, in der ich bin, ist uns wichtig, dass beides vorhanden ist, auch unter dem Ziel der Verkehrssicherheit: Radwege und genug Radfahrer auf der Fahrbahn. Beim bei uns leider sehr kreativen Verkehrsverhalten, um es höflich aus zu drücken, sind Radwege auch dringend nötig. Ein weiterer Punkt ist der Versuch, Geh-und Radwege möglichst zu trennen. Das ist oft räumlich nicht nötig.

Radverkehrsplaner, die auch selbst Rad fahren, wären wahrscheinlich besser in der Lage, sichere und benützbare Radwege zu bauen. (Wobei manche dann vielleiicht nur tolle Radlösungen zum Bäcker nebenan planen, entsprechend ihren Erfahrungen.)

Lg!
georg
von: KaivK

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 12.08.22 10:24

Man könnte ja fast denken, dass die Lösungen der Verkehrsplaner mit maximalen Konfliktpotential zwischen Radfahrern und Fußgängern oder anderen Radfahrern mit Absicht so gewählt sind, dass sich die Fußgänger und Radfahrer gegenseitig und untereinander zerfleischen und der echte Verkehr das Auto gar nicht als die eigentliche Ursache wahrgenommen wird, das sich nämlich den meisten Verkehrsraum nimmt. Auch ist die Verkehrsplanung oftmals so, dass ein fließender Verkehr nur schwer möglich ist.

Meiner Meinung ist aber die Zunahme an Pedelecs hier von Vorteil, weil mittlerweile sich die Verkehrsplaner nun wirklich nicht mehr herausreden kann, dass Fahrräder ja nur 15km/h schaffen (was ja eigentlich noch nie der Fall war, sondern es nur auf den Fahrer [und die Steigung] ankam).
von: Uli

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 12.08.22 10:46

Ich hänge meine Gedanken mal hieran ....

Zitat:
Verkehrswende bedeutet für mich Tempo 30 innerorts und Trennung in Fahrbahn und Gehweg !

Trotz des smilies: Ungefähr so wäre auch ein in meinen Augen anstrebenswertes Zielbild.

Das Problem: Fahrradfahrer sind ein sehr heterogener Haufen mit höchst unterschiedlichen Anforderungen und Wünschen, das wird schon hier im Thread deutlich und wir sind wirklich nicht repräsentativ. Auf der Fahrbahn dann noch den Kfz-Verkehr dazu macht das Ganze noch heterogener. Das wird nicht ohne neue Regeln und viele Kompromisse gehen und wenn diese Regeln geschaffen werden, wird die Rücksichtnahme auf die langsamsten Fahrzeuge und "ängstliche" Verkehrsteilnehmer kein Dogma sein. Wenn aber gleichzeitig schon Teile der Radfahrer das Fahren mit relativ hohen Geschwindigkeiten für sich fordern, besteht die Gefahr, dass wieder einmal die schwächeren leiden und sehr viele unmotorisiert gar nicht unterwegs sein können / wollen. DAS ist aber dann nicht mehr das, was ich unter einer sinnvollen Verkehrswende verstehe (und du auch nicht, wenn ich dein P.S. lese). Etwas pointiert ausgedrückt: E-Fahrräder sind auch eine Form der Hochrüstung - und damit habe ich meine Probleme.

Ich bin deshalb vorsichtig mit Forderungen nach "schnellem Radeln", was nicht heißt, dass ich diesen Wunsch grundsätzlich ablehne. Aber um schnelles Vorankommen als Motivation für den Umstieg auf's Rad zu stärken sind m.E. andere Dinge sinnvoller.

Gruß
Uli
von: Gravelbiker_Berlin

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 12.08.22 11:04

Ich wohne im Südosten Berlins. Johannisthal. Ich kenne natürlich Schleichwege, bzw, ich würde sie kennen, wenn es sie denn gäbe. Wenn man ein Stück weit draußen ist, dann könnte man durchweg autofrei und sehr schön über Feld und Waldwege rauskommen. Aber ich fahr eben auch gern mal Rennrad und für diese Wege bräuchte man mindestens das Gravelbike mit dicker Bereifung, besser sogar das Mountainbike.

MartinBP hatte die witzige Idee (in Bezug auf E-Bike) mit dem Zug rauszufahren (und ich nehme an zum Zug mit EBike) und dann Akku und Motor im Bahnhofsschließfach lassen, damit er sich draußen anstrengt. Oder vielleicht auch nur das erste Stück zügig bis zu einem Bahnhofsschließfach, und dann unmotorisiert weiter, vielleicht hat er es auch so gemeint. In Anlehnung daran müßte man die ersten Kilometer aus der Stadt raus mit Gravelbike (z.B. über die Rieselfelder) und dann ein Stück weiter draußen das Gravelbike gegen das Rennrad tauschen. Aber das sind natürlich Luftschlösser... (und man darf auch nicht vergessen, dass einem fernab der Autos der Spaß oft durch unangeleinte Hunde verdorben wird)

Asphaltgebunden gibt es im Südosten nicht wirklich gute Schleichwege. Es ist hier die Doppelbarriere der Seen und des Flughafens, was die verbleibenden Durchfahrten verengt. Es gibt hier eher so ein paar Hauptrouten, auf denen fast alle Rennradler rausfahren. Es gibt diese breite Asphaltpiste am Kanal lang und dann entlang der Stadtautobahn weiter. Da ist eigentlich viel Platz, aber Spaziergänger und viele andere schaffen es da stellenweise, den Platz auch mal zu verengen. Gefährlich sind auch die Seiteneinmündungen. Diese Berliner Rennradgruppen fahren da manchmal ziemlich zügig lang, den Mut muss man bewundern, es muss nur mal unverhofft ein Hund auf den Weg laufen (das ist ja leider kein reiner Radweg), und schon würde das ganze Feld am Boden liegen. Aber ich bin allen Radfahrern dankbar, die da Präsenz zeigen, das meinte ich mit "freifegen", was ja einige hier sehr erzürnt hat.

Zügig geht es ansonsten eigentlich nur Richtung Schöckwitz, aber dann ist der Abschnitt zwischen Karolinenhof und Wernsdorf ein Nadelöhr, vor allem, wenn Badewetter ist.
Auch über Köpenick Müggelheim kommt man gut raus. Aber dann ist es blöd, dort rüber zu kommen, da ist die SBahn und ein paar Stücken nicht wirklich angenehm zu fahrende Stadtstraßen eine Barriere. Die neue Regierung bemüht sich sehr, aber grün markierte Radstreifen sind oft nur Stückwerk, es bleiben dann immer noch unangenehme Passagen.
Es gibt noch eine gute Passage östlich vom Flughafen, aber dann geht es nicht so richtig weiter, man muss dann auf Autostraßen weiterfahren, die auch ein bißchen befahren sind.

Und Schleichwege mit Asphaltbelag, die richtig gut sind, gibt es eigentlich kaum durchgängig. Auch kleine Rechts vor Links Straßen durch Wohngebiete sind oft recht stark befahren.
* * *
Also, ich will nicht zu sehr jammern, es geht schon noch ganz gut. Aber man muss schon ganz schön weite Ausfahren mit dem Rennrad machen, damit der erste Anteil durch Berlin, der nicht so schön ist, keinen zu großen Anteil ausmacht. Im Winter ist das dann eigentlich nicht mehr zu schaffen (im Winter geht es aber, muss man sagen, das Problem ist eher der Sommer, weil da Hinz und Kunz auf den Radwegen unterwegs ist).

Mir macht vor allem die Tendenz Angst (und zu Corona-Zeiten hat man schon mal gesehen, wie schlimm das werden kann, wenn wirklich alle in der Stadt sind). Dort, wo diese breiten Ausfallrouten für Rennradler sind, werden immer mehr Wohngebiete hingesetzt. Entsprechend wird dieses Terrain dann eben auch Spaziergänger-Zone.

Ich bin lange Jahre als Rennradfahrer nur Straße gefahren, dann hatte ich aber einen sehr schweren Unfall und deshalb überdenke ich das jetzt ein bißchen...
Es ist natürlich richtig, wenn einige hier ausführen, dass die Radwege für Rennradfahrer enorme Unfallgefahr bergen. Aber man muss auch dran denken, diese Unfälle werden nicht so schwer ausfallen. Eine Begegnung mit einem Auto dagegen schon oft, wie ich aus eigener Erfahrung weiß.

Grüße
Christoph
von: Martina

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 12.08.22 11:10

In Antwort auf: Gravelbiker_Berlin

Es ist natürlich richtig, wenn einige hier ausführen, dass die Radwege für Rennradfahrer enorme Unfallgefahr bergen. Aber man muss auch dran denken, diese Unfälle werden nicht so schwer ausfallen. Eine Begegnung mit einem Auto dagegen schon oft, wie ich aus eigener Erfahrung weiß.


Unfälle auf Radwegen werden aber doch durchaus auch durch Begegnungen mit Autos ausgelöst. Nämlich durch die, die einem beim Abbiegen die Vorfahrt nehmen oder ohne auf den Radweg zu achten aus nicht einsehbaren Einfahrten rausschießen. Bei mir waren das bisher gefühlt nur deshalb immer nur Beinahe-Unfälle, weil ich eben nicht besonders schnell fahre. Das traue ich mich gar nicht.

Andererseits hilft nicht einmal langsam sein. Ich hatte schon ähnliche Beinahe-Unfälle, wenn ich zu Fuß unterwegs war.
von: Gravelbiker_Berlin

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 12.08.22 11:18

Das hat der eine Diskussionsteilnehmer ja auch schon geschrieben. Ich beobachte ganz oft, dass ängstliche Radfahrer dann gleich anhalten, obwohl sie Vorfahrt hätten. Was ein Teufelskreis ist, denn dann fahren die Autofahrer erst recht zügig um die Kurve, weil sie denken, die Radfahrer halten eh aus Angst an. Und dann gibt es auch die rücksichtsvollen Autofahrer. Die warten dann und geben Handzeichen, dass der Radfahrer fahren solle, denn er hat ja Vorfahrt. Ängstliche Radfahrer brauchen dann eine Weile, bis sie es auch tun (und die Gefahr droht ja auch gleichzeitig von Linksabbiegern und Geradeausfahrern auf der Gegenspur).
Wichtig ist, dass die Autofahrer dann wirklich lange warten, und nicht doch noch losfahren. Der Verkehr wird natürlich behindert, aber da bin ich Anarchist, alles, was in Berlin den Autoverkehr behindert, ist gut.
Es wird hier oft ausgeführt, dass die Bequemlichkeit DIE Hürde für Autofahrer ist, aufs Rad umzusteigen. Man muss allerdings auch mal sagen, in Berlin ist es für viele auch die Angst.
Ich mache inzwischen Umwege, um manche Kreuzungen zu meiden, das Risiko ist sonst auf Dauer zu groß. (Allerdings, meinen einzigen Unfall hatte ich in Brandenburg, nicht in Berlin, Berliner Autofahrer finden schon oft noch rechtzeitig die Bremse)
Grüße
Christoph
von: Falk

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 12.08.22 11:20

Zitat:
Im Übrigen gibt es dafür eine relativ einfach Lösung - absteigen und schieben. Damit wirst du zum Fußgänger und hast definitiv Vorrang.

Das mache ich, wenn es auch Bus- und Lkw-Fahrer tun. Mit der einen Ausnahme »Fahrradbenutzer« kennt die StVO das Nichtnutzen des systembedingt vorhandenen Fahrzeugantiebes einfach nicht.

Dazu kommt, dass außen herum separate Radwege beim Wiedereinführen von Kreisverkehren in den Neunzigern aus gutem Grund unzulässig waren. Die Planer wussten, warum. In einem Kreisverkehr werden Verkehrsströme zusammengeführt und wieder getrennt, aber eben nicht gekreuzt. Das war und ist der Sinn der Sache und die durch die Bogenradien erzwungene Geschwindigkeitsverringerung sollte das zusätzlich vereinfachen. Die dann wiederaufgetauchten, zusätzlichen Radwege außen rum sind völlig systemfremd, abwegig und einfach nur falsch. Weil diese Radwege wegen der nicht gleichwertigen Vorfahrt aber nicht straßenbegleitend sind, kann man sie als Fahrradbenutzer guten Gewissens ignorieren. Eine Benutzungspflicht besteht einfach nicht, auch nicht mit dem berüchtigten blauen Schildern 240 und 241.
Dieser Radwegunsinn ist lediglich ein klassischer Fall von Lobbyarbeit.
von: Gravelbiker_Berlin

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 12.08.22 11:21

Ich verstehe diesen Punkt, und ich befürworte ihn auch uneingeschränkt. Ich fordere auch für mich nicht flüssiges Durchkommen durch die Stadt im Alltag. Es ging mir nur um die Trainingsausfahrt am Wochenende. Für Sport müsste vielleicht doch etwas mehr getan werden, wir brauchen ja alle Bewegung, und Radfahren kostet keine Turnhallen, Schwimmhallen, etc..
Grüße
Christoph
von: Gravelbiker_Berlin

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 12.08.22 11:28

Reiter treffe ich selten (aber auch schon mal). Dafür aber ihre riesigen Haufen, überall rund um Berlin auf den asphaltierten Radwegen. Meist dort, wo ein Reiterhof in der Nähe ist. Möchtest Du auf so einem Haufen (bei Regen) gern ausrutschen und dann mitten drin liegen?
Christoph
von: Toxxi

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 12.08.22 12:11

In Antwort auf: KaivK
Man könnte ja fast denken, dass die Lösungen der Verkehrsplaner mit maximalen Konfliktpotential zwischen Radfahrern und Fußgängern oder anderen Radfahrern mit Absicht so gewählt sind, dass sich die Fußgänger und Radfahrer gegenseitig und untereinander zerfleischen und der echte Verkehr das Auto gar nicht als die eigentliche Ursache wahrgenommen wird, das sich nämlich den meisten Verkehrsraum nimmt.

bravo

Das erinnert mich an einen Witz:

Ein Banker, ein Flüchtling und ein Wutbürger sitzen an einem Tisch, auf dem 30 Kekse liegen. Der Banker steckt sich 29 Kekse in die Tasche und sagt zum Wutbürger: "Pass auf, dass dir der Flüchtling nicht den Keks wegfrisst!"
von: StephanBehrendt

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 12.08.22 13:05

In Antwort auf: irg
Radverkehrsplaner, die auch selbst Rad fahren, wären wahrscheinlich besser in der Lage, sichere und benützbare Radwege zu bauen. (Wobei manche dann vielleiicht nur tolle Radlösungen zum Bäcker nebenan planen, entsprechend ihren Erfahrungen.)
Radelnde Planer kenne ich viele. Zwischen Planen und Umsetzen stehen aber immer Politik, Verwaltung und manchmal auch Bürgerinitiativen mit unterschiedlichsten Interessen.

Hier in Köln werden zunehmend Radspuren auf Kosten von KFZ-Spuren gebaut - dank des ADFC.
von: irg

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 12.08.22 18:06

Bei uns gottseidank auch immer wieder. Aber die Fortschritte brauchen oft sehr, sehr zähes Arbeiten. Manchmal reicht eine neue Stellenbesetzung, und alles unter dem Auto wird nur mehr als störendes Beifutter im Verkehr gesehen. Und -schwupps- bekommen Fußgänger und Radfahrer nur mehr ganz kurze Ampelphasen, damit sie 'den Verkehr" nicht mehr so stören, oder Schlimmeres.

Ganz simpel ernst genommen zu werden, wenn man ohne Blechkiste mobil ist, das wäre schön! (Und allgemein auch ein Lösungsansatz.)

Lg!
georg
von: freizeitradler

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 13.08.22 13:48

In Antwort auf: Gravelbiker_Berlin
Naja, ich wohne in Rand-Berlin (Gott sei Dank). Wie man, wenn man in der Innenstadt wohnt, überhaupt zu einer Trainingsrunde ins Umland kommen will, ist mir ein ziemliches Rätsel. Ob Geschwindigkeitsbegrenzung oder nicht, man kommt da eh kaum durch.
In der Innenstadt wird sowas wie Geschwindigkeitsbegrenzung wohl vernünftig sein. Ich bin mal durch Den Haag. Ich hab mir fast vor Angst in die Hosen gemacht. Nicht wegen der Autos, sondern wegen der vielen Radfahrer. Ich bin freiwillig Schritt gefahren. Wenn nicht noch langsamer.
................

Christoph

Für München hätte ich da einen Geheimtipp, der sich Öffentlicher Nahverkehr nennt.
Ich denke in unser modernen Bundeshauptstadt gibt es sicherlich etwas Ähnliches.

Verrate den Tipp aber nicht weiter, sonst nehmen ihn manche tatsächlich an, dann wird es wie jetzt durch das 9-Euro Ticket schwierig mit freien Radplätzen in der Bahn. listig

Ciao
Detlef
von: Gravelbiker_Berlin

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 13.08.22 13:56

Das ist genau das Problem. Bei gutem Wetter ist hier in Berlin heute schon zu bestimmten Zeiten am Wochenende alles überfüllt mit Fahrrädern. Das 9-Euro-Ticket hat das nicht besser gemacht. Mit einem teuren empfindlichen Carbonrahmen traut man sich eher nicht mehr in solche Züge.
Aber selbst wenn es genügend leere Fahrradabteile gäbe, es ist auch eine Zeitfrage. Wenn man jedes Wochenende trainieren will, dauert das einfach zu lange, immer erst ein Stück weit den Zug zu nehmen. Die Rennradfahrer hier fahren daher typischerweise von der Haustür los und enden dort auch wieder. Viele stehen dafür früh auf am Wochenende (nehm' ich mir auch immer vor, schaff es aber meist nicht).
Grüße
Christoph
von: freizeitradler

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 13.08.22 15:17

In Antwort auf: Gravelbiker_Berlin
................ Mit einem teuren empfindlichen Carbonrahmen traut man sich eher nicht mehr in solche Züge. .................
Christoph


Ich habe immer noch ein „Trek OCLV Madone – 60 cm“ von 2014. Was glaubst denn wie häufig da andere Räder angelehnt daran standen. Da ist immer noch nichts garvierendes dran. Warum sollte Carbon empfindlich sein.

Ein Rad ist ein Gebrauchsgegenstand – mehr nicht. Da darf man keine Angst vor einem Kratzer haben. Meine Erfahrung ist die, dass auch in der Bahn andere Radfahrer acht geben, nicht den hinteren Umwerfer zu beschädigen.

Ciao
Detlef
von: Juergen

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 13.08.22 15:24

In Antwort auf: freizeitradler
Meine Erfahrung ist die, dass auch in der Bahn andere Radfahrer acht geben, nicht den hinteren Umwerfer zu beschädigen.
Die meisten Stromer wissen doch überhaupt nicht, was ein Umwerfer ist und hoffen, dass ihre Karren, angelehnt an andere Räder, von alleine halten und nicht umkippen. Wenn ich mit nem Gurt mein Rad fixiere ernte ich nur ungläubige Blicke.
von: derSammy

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 13.08.22 15:27

Was ist denn der "hintere Umwerfer"? Fährst du Tandem mit Schaltoption zwischen Stoker und Captain? Die Umsetzung würde mich brennend interessieren.
von: Gravelbiker_Berlin

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 13.08.22 15:48

Mag ja schon sein, aber das Teil war einfach zu teuer. (Insofern schon eher ein Luxusgegenstand als ein Gebrauchsgegenstand, jedenfalls vom Preis her). Da riskiere ich es doch lieber nicht, wenn es nicht unbedingt sein muss.
Es ist auch einfach immer ein bißchen nervenzehrend, wenn da so ein dichtes Getümmel mit vielen Rädern ist, wie man es hier am Wochenende erlebt, daher habe ich da nicht so oft Bock drauf.

Es bleibt vor allem auch noch das andere Argument. Für eine regelmäßige wochenendliche Trainingsausfahrt ist es vor allem auch zeitlich zu aufwendig, immer erst die Bahn oder S-Bahn ein Stück weit zu nehmen. Da fahr ich dann doch lieber durchs Rand-Berliner Getümmel und muss eben ab und an mal bremsen und wieder beschleunigen. Trainiert ja eigentlich auch.

Aber nach dem 9-Euro-Ticket (in der Hoffnung, dass es nicht weitergeführt wird) habe ich mir zumindest mal vorgenommen, eine Strecke rauszufahren und dann zurück bis vor die Haustür zu radeln. Das bringt ja auch schon ein bißchen Abwechslung. Wollte ich diesen Sommer eigentlich schon machen, aber durch das 9-Euro-Ticket sind die Züge wirklich oft einfach zu voll. Mir jedenfalls.

Ich glaub auch schon, dass ein Carbonrahmen gegenüber bestimmten Beanspruchungen empfindlich ist. Die Fasern sind so ausgelegt, dass die typische Beanspruchung beim Radfahren aufgefangen wird, aber nicht gegen alle möglichen unvorhergesehenen Dinge, die beim Zugtransport passieren könnten. Carbon, bzw. die Epoxidharzmatrix des Carbonwerkstoffes, ist im Vergleich zu metallischen Werkstoffen eher spröde.

Und sobald es leicht wird, sind Rahmen sowieso immer empfindlich, selbst Alu und Stahl. Einzig Titan mag da anders sein.

Und nenn mich spießig, aber ich gebe zu, schon ein Lackschaden würde mich ärgern, da bin ich beim Fahrrad mehr eigen als beim Auto...
Grüße
Christoph
von: freizeitradler

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 13.08.22 16:06

In Antwort auf: derSammy
Was ist denn der "hintere Umwerfer"? Fährst du Tandem mit Schaltoption zwischen Stoker und Captain? Die Umsetzung würde mich brennend interessieren.


Das Schaltwerk hat ja ähnliche Funktion wie der Umwerfer für die Schreiben.

Damit ich mich nicht wieder blamiere „Scheiben sind die möglicherweise irgendwo in der Gegend vom Tretlager zu findenden gezackten Rädchen, manchmal gar 2 oder 3 Rädchen mit unterschiedlicher Zackenanzahl“.

An ein Tandem hatte ich nun tatsächlich nicht gedacht. Als Tandem-Laie dachte ich, wenn zwei strampeln, wozu bedarf es dann einer Übersetzung. Die fliegen ja eh wie der Wind dahin.

Doch innovativ finde ich deinen Gedanken schon. Einfach nur die beiden Sättel umdrehen und man könnte ohne den geringsten Lenkereinschlag in die Gegenrichtung radeln. Für sehr schmale Wege eindeutig ein Vorteil, wenn man z.B. zurück muss weil man etwas zu hause vergessen hat. Deine Idee ist genial. Vielleich habe ich dich aber auch nur falsch verstanden?

Ciao
Detlef
von: Margit

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 13.08.22 16:09

In Antwort auf: freizeitradler
Meine Erfahrung ist die, dass auch in der Bahn andere Radfahrer acht geben
der Radler in der BOB warst aber nicht Du und die Gegend kannst Dir echt sparen, viel zu bergig bier
von: freizeitradler

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 13.08.22 16:34

Ich sichere mein Rad grundsätzlich an den nach oben stehenden Haltern. Fehlt in einer Bahn der dazugehörige Gurt zum Sichern, verwende ich ein eigenes „Gummi“-Band.

Auf Fahrten nach und von Tegernsee, Schliersee und Kufstein, habe ich bisher mit ganz wenigen Ausnahmen immer vernünftige Radler gesehen. Es sind allerdings vorwiegend Biobiker.

Wenn tatsächlich mal einer dabei ist, dem kann man doch den Sinn des Halters freundlich erklären.

Ciao
Detlef
von: sascha-b

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 13.08.22 16:41

Im angelsächsischen heißt ja beides Derailleur, spiegelt sich ja auch in den Shimano-Abkürzungen FD für Umwerfer und RD für Schaltwerk wider.

Es ist IMHO auch naheliegend, ein Wort zu nehmen und durch Präfixe bzw. Adjektive zu präzisieren.
von: freizeitradler

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 13.08.22 16:45

Hallo Margit

Den Ismaninger Speichersee kenne ich nicht.

An der Isar bin ich dieses Jahr nach Freising und zurück geradelt.
Sonst kenne ich bei Tagestouren nur die Gegend südlich von München.

Ciao
Detlef
von: Juergen

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 13.08.22 16:52

In Antwort auf: freizeitradler
Ich sichere mein Rad grundsätzlich an den nach oben stehenden Haltern. Fehlt in einer Bahn der dazugehörige Gurt zum Sichern, verwende ich ein eigenes „Gummi“-Band.
Halterlose sind mit Gummibändern nicht zu benutzen. Feste Spanngurte sind immer die erste Wahl. Nicht nur, wenn im italienischen Radabteil alles voll ist.
von: freizeitradler

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 13.08.22 17:24

In Antwort auf: Juergen
In Antwort auf: freizeitradler
Ich sichere mein Rad grundsätzlich an den nach oben stehenden Haltern. Fehlt in einer Bahn der dazugehörige Gurt zum Sichern, verwende ich ein eigenes „Gummi“-Band.
Halterlose sind mit Gummibändern nicht zu benutzen. Feste Spanngurte sind immer die erste Wahl. Nicht nur, wenn im italienischen Radabteil alles voll ist.


Bei mir halten die Gummibänder wunderbar. Sie halten auch mein Zelt und einiges mehr auf dem Gepäckträger.

Vielleicht sprechen wir aber von unterschiedlichen Befestigungen. In den Nahverkehrszügen um München sehe ich kein Halterung, an der mit den Vorderrädern aufgehängt wird. Das habe ich früher auf anderen Bahnen allerdings auch kennen gelernt.

In den hiesigen Nahverkehrszügen sind im Abteil für Fahrräder hinter den Klappsitzen entsprechende Halter um etwas einzuhaken. Meist ist der dazugehörige Gurt unter dem Sitz. Den kann man um ein Teil des Rades legen und den Gurt dann einhaken, Er spannt sich von selbst. Das Fahrrad steht mit beiden Rädern auf dem Boden. Man kann noch ein zweites Rad an das erste lehnen und den Gurt über beide gehen lassen.

Bei einigen Zügen fehlt das Band. Allerdings kann man problemlos ein Gummiband z.b. über das Oberrohr gehen lassen und dann am Haken befestigen.

Eine Aufhängung wie du sie zeigst, ist meiner Meinung nach für Pedlecs nicht zu benutzen. Ich glaube nicht, dass ich die Kraft aufbrächte um das Vorderrad da einzuhängen. Das geschieht nach meiner Erfahrung mit Biorädern auch nicht immer einfach.

Ciao
Detlef
von: olafs-traveltip

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 14.08.22 13:09

In vielen Punkten stimme ich Dir zu! Ich bin wahrlich kein Gegner von Pedelecs.
Wenn Menschen dafür das Auto stehen lasse oder überhaupt mobil sein können und mit freunden unterwegs ist das toll.

Aber ich sehe auch ständig diese "Radler", die Du beschreibst. Aber genau für die scheint der mainstream an Ebike auch gebaut zu sein. Ich finde das einen irweg. Ein 30kg pedelec hat für mich wenig mit einem Fahrrad zu tun - und ich möchte so ein Ding nicht.
Ich schaue mich langsam schon noeinem eltrischen Bike um, aber es gibt keines die meine Anfroderungen erfüllt. Es soll leicht sein, denn ich wiege fast nur die Hälfte von Deinem zitierten Beispiel und für mich wäre das Handlich mit einem 30kg zB bei der Zugverladung eine echte Plackerei an den grenzen meiner physischen Möglichkeiten. Aber eine Steigung von 12% über 1km möchte ich schon damit hochfahren können mit 12kg Gepäck drauf - kräftig mitkurbeln möchte ich schon. Aber für solche Räder scheint kein Markt dazusein. Ich habe die Wahl zwischen Cityrädern mit Heckmotor oder vielleicht noch eGravelbikes.

Und das die Fahrrad-Infrastruktur insbesondere in den Städten garnicht auf Radfahrer ausgelegt ist, die 20 oder 25km/h fahren ist noch einen andere Gesichte.
von: Rennrädle

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 14.08.22 14:38

Bei Ebs (electric bike solution) in Heidelberg gibt es auch halb starke Bausätze zb als Nabenmotor. Gedacht als leichtere Lösungen.

Ich habe mir bei denen mein Mtb einen Hinterradmotor einbauen lassen, allerdings ist der sicher nicht das was du suchst.
Grüße Rennrädle
von: Wendekreis

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 14.08.22 15:34

Riese & Müller, bisher bekannt für hochpreisige, schwergewichtige E-Bikes, hat ein leichtes, leises seit diesem Jahr im Angebogt: UBN Seven mit Fazua Ride 60 Antriebseinheit. 19 Kilo wiegt es, während ansonsten E-Bikes in dieser Region an die 30 Kilo auf die Wage bringen. Mit einem Preis von 5'000 Euro ist es nicht gerade billig:
UBN Seven
von: Juergen

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 14.08.22 16:59

Mit Nabenschaltung ab 21kg, Systemgewicht 135kg. Gepäckträger 2x7,5 kg und Körbchen 5kg.
Das ist für mich ein völlig unbrauchbares Konzept.
von: lufi47

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 14.08.22 17:19

Schau Dir mal koga signature ebike an

Gruß
Lutz
von: Wendekreis

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 14.08.22 17:19

CANYON bietet ein E-Bike mit Fazua 60 Antrieb um 1000 Euro billiger als Riese & Müller, und Shimano XT-Schaltung, 12-fach - im Gegensatz zu der Deore 11-fach Schaltung ohne XT. Es soll um 2 Kilo leichter sein: 17,5 kg.

Commuter: on 8 Ltd: mit Fazua 60 Antrieb bei CANYON

Mein regionaler Händler bietet leider nur Riese & Müller.
von: tomrad

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 14.08.22 17:21

Als Pedelec von der Stange wäre vielleicht das Simplon Chenoa was für dich. Fährt eine meiner Nachbarinnen. Ohne Gewähr zulässiges Gesamtgewicht 120 kg, wiegt ca. 20 kg. Nicht billig.
von: Wendekreis

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 14.08.22 17:40

In Antwort auf: tomrad
Als Pedelec von der Stange wäre vielleicht das Simplon Chenoa was für dich. Fährt eine meiner Nachbarinnen. Ohne Gewähr zulässiges Gesamtgewicht 120 kg, wiegt ca. 20 kg. Nicht billig.


Mit einem Preis von weit über 5000 Euro, Bauteilen aus Carbon und 104 Kilo zulässigem Gesamtgewicht ist es für mich als Trekkingrad nicht brauchbar.
Simplon Chenoa
von: olafs-traveltip

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 14.08.22 18:22

Das Chenoa habe ich kürzlich mal bei einer Veranstaltung in der Fußgängerzone ausgerstellt gesehen. Es hing an einer Waage und die zeigte ca 21kg. Das fanden die meisten der Passanten die sich dazu äusserten erstaunlicherweise viel zu Schwer.

Ich finde es auch zu schwer - zumal es ja einen Carbon-Rahmen hat.
von: olafs-traveltip

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 14.08.22 18:25

Preis und Gewicht würden für das Canyon sprechen.

Vermutlich wird es wie das bisherige Modell mit der bisherigen FAZUA-Einheit aber in den meisten Größen 27,5 Laufräder haben und ausserdem mag ich die Integration nicht. Dürfte schwierig werden da zB Vorbau oder Lenker zu tauschen.
von: olafs-traveltip

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 14.08.22 18:28

Koga macht schöne Räder nur leider sind die meist nicht leicht.
Wenn ich in den Konfigurator der Signature-Serie gehe, dann starten die Pedelcs gleich bei 22 bis knapp 24kg. Damit hat sich das Them gleich erledigt.
von: olafs-traveltip

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 14.08.22 18:32

In Antwort auf: Wendekreis
Riese & Müller, bisher bekannt für hochpreisige, schwergewichtige E-Bikes, hat ein leichtes, leises seit diesem Jahr im Angebogt: UBN Seven mit Fazua Ride 60 Antriebseinheit. 19 Kilo wiegt es, während ansonsten E-Bikes in dieser Region an die 30 Kilo auf die Wage bringen. Mit einem Preis von 5'000 Euro ist es nicht gerade billig:
UBN Seven


Das UBN klingt interessant. Ich warte bereits drauf, dass der Händler hier es in der passenden Größ rein bekommt. Allerdings ist es in der Tendenz fast schon zu schwer und mit 5000€ eigentlich auch über der Schmerzgrenze. Ich müsste schon sehr begeistert sein nach der Probefahrt, damit ich mich dazu durchringe.
Ich hoffe aber, dass der neue Fazua-Antrieb Bewegung in diesen Markt bringen wird, denn er hat was bei Mahle X35 und auch dem Specialized Vado fehlt: Den entnehmbaren Akku, denn nicht immer kann man das Rad zum Aufladen mit aufs Hotelzimmer nehmen.
von: olafs-traveltip

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 14.08.22 18:38

Renate, danke für den Hinweis.
Ich habe von der Firma gehört - im Pedelc-Formun für das heinz H ja gelegentlich Werbung gemacht hat. Aber was ich da für eine Umrüstung hinlegen soll, hat mich umgehauen.
Und mein rad müsste ich auch noch quer durhc die halbe Republik nach Heidelberg schicken
Ausserdem bin ich mir halt nicht sicher, ob der HR-Motor bringt was ich erwarte - nämlich Hilfe bei längeren Anstiegen. Lese oft, genau da würde er schnell schlapp machen.
Wobei meine Fuhre (Fahrer, Rad und Gepäck) ja nicht so schwer wäre- sprich ohne Motor ca 105kg.

Sonst hatte ich auch schon überlegt eines der vorhanden Bikes selbst umzurüsten, aber irgendwie kann ich mich zzt nicht zum Basteln aufraffen. Sie ein Umrüstsatz kosten zB bei Amazon ja deutlich weniger, aber immernoch zuviel, wenn er nciht das gewünschte Ergebnis bringt.
Gruß
Olaf
von: tomrad

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 14.08.22 18:57

Auch wenn ich von den Pseudotests von Aktivradfahren u.a. nichts halte, haben die immerhin geschrieben, dass die 104 kg die maximale Zuladung sind. Ich sehe die Dinger hier im überwiegend gut situierten Münchner Süden recht oft, fahren meist ältere Damen. Bin selbst schon mal probegefahren. Fährt sich mit ausgeschaltetem Motor ähnlich wie meine alten Stahlmühlen, die auch nicht viel weniger wiegen.
von: Wendekreis

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 14.08.22 19:19

Nicht jeder hat 100 Kilo Eigengewicht, und fährt 20 Kilo Gepäck.
von: iassu

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 15.08.22 19:29

Wirklich nicht jeder.
106 kg Fahrer bzw Schieber
3 kg Schuhe und Klamotten und Helm und Brille auf dem Leib
18 kg Rad
5 kg Träger und Taschen
14 kg Taschenfüllungen
3 kg Getränke und Werkzeug
2 kg ggf weitere Getränke und Speisen
1 kg Schloß
Ergibt mindestens 4 Stunden nach dem Frühstück und weniger als 300 Hm bei nicht zehrender Hitze:
152 kg.
von: Falk

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 15.08.22 20:03

Da ist noch Luft. Ich würde als erstes die knitterfreie Mütze einsparen…
(bei den Getränken und dem Sehkraftverstärker sehe ich im Übrigen keine Reserven)
von: iassu

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 15.08.22 20:57

So wie bei dem kongenialen Gedicht von Christian Morgenstern vom Lattenzaun mit Zwischenraum hindurchzuschaun und der fatalen Wendung, wenn dieser Zwischenraum geklaut wird, besteht der eigentliche Nutzen des Helms in der Anwesenheit der Raumesteile, wo der Helm selber nicht anwesend ist. Und die wiegen bekanntlich fast nix.... zwinker grins
von: Falk

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 15.08.22 21:31

Nein, Helm ist bekloppt und wer knitterfreie Mützen unbedingt braucht, der möge sich bei mir zum Auspeitschen melden.
Fahrradhelm ist ein Fall für Vollbekloppte und nein, da lasse ich auch nicht mit mir reden.
von: iassu

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 15.08.22 21:35

In Antwort auf: Falk
...und nein, da lasse ich auch nicht mit mir reden.
Und wen interessiert das und wer sollte da mit dir drüber reden wollen? Niemand hat dich nach deiner persönlichen Meinung zum Helm gefragt. Halt einfach die Beine still und werde nicht ausfällig. Braucht kein Mensch hier.
von: Falk

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 15.08.22 21:49

Nein, keine Chance. Fahrradhelm ist bekloppt und wer da einen auf beleidigt machen will, nur zu. Nur hatte ich Dich in dieser Hinsicht bisher als realsichtischder angesehen. Ehe ich mit Hurratüte fahre, verlege ich mich aufs Laufen. Wer Fahrradhelme als angemessen empfindet, ist völlig daneben.
Kurz: Fahrradhelm: nein.
von: Hartmut.L

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 15.08.22 21:59

Hallo Falk, Ich glaube wir waren uns schon lange einig, hier keine Helmdiskusionen mehr zu beginnen. Wie schon vielfach geschehen - das führt einfach zu nichts. Seien wir doch froh, dass es noch keine Helmpflicht gibt,und jeder frei entscheiden kann, wie er das halten will- alle Argumente dafür und dagegen sind doch schon längst ausgetauscht-----
Hartmut
von: Keine Ahnung

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 15.08.22 21:59

In Antwort auf: Falk
Nein, Helm ist bekloppt und wer knitterfreie Mützen unbedingt braucht, der möge sich bei mir zum Auspeitschen melden.
Fahrradhelm ist ein Fall für Vollbekloppte und nein, da lasse ich auch nicht mit mir reden.


Lieber Falk,

es ist vollkommen in Ordnung, wenn Du für Dich den Helm ablehnst. Aber Du musst anderen eine eigene Entscheidung zugestehen. Ich gebe ja immer mehr auf wissenschaftliche Untersuchungen als auf "persönliche Einschätzungen". Hier ist der Nutzen des Helms überwiegend nicht umstritten, allerdings gibt es Unterschiede in der Bewertung des tatsächlichen Nutzens. Außerdem ist es schwierig in derartigen Untersuchungen alle Aspekte einzubeziehen und zugleich noch statistisch signifikante Zahlen zu erzielen. Da spielen auch Dinge wie die Erhöhung der Risikobereitschaft von Helmträgern eine Rolle, die insbesondere "Gelegenheitsträger" betrifft, die aber in einer Studie nur sehr schwer, wenn überhaupt quantifizierbar sind. All das ist recht komplex und kann nicht mit einer absoluten Ablehnung oder einer bedingungslosen Zustimmung in Sachen Helmtragen beantwortet werden. Warum Helmdiskussionen in unserem Forum immer wieder dazu führen, dass am Ende Moderatoren einschreiten müssen (ich schreibe das hier aktuell als "Forumsmitglied"), verstehe ich nicht wirklich und es ist eigentlich schade. Ich würde sagen, dass wir es dabei belassen sollten, dass jeder entscheiden kann, ob ein Helm nützlich erscheint oder nicht. Der Helmträger schadet dem Helmlosen nicht und umgekehrt. Wir reden ja nicht über eine Helmpflicht.
von: Margit

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 15.08.22 22:10

In Antwort auf: Keine Ahnung
Ich würde sagen, dass wir es dabei belassen sollten, dass jeder entscheiden kann, ob ein Helm nützlich erscheint oder nicht.
Volle Zustimmung. Nachdem mein Arm mit Schiene und 16 Schrauben am Körper fixiert wurde, radelte ich nur noch mit Helm, hätte das aber schon längst wieder gelassen, würden meine Augen nicht so empfindlich sein. Bevor ich nun Radbrille mit hässlichem optischen Einsatz trage und noch Lesebrille mitschleppe, lasse ich doch lieber meine selbsttönende Gleitsichtbrille auf der Nase und klappe am Helm das Visier bei Bedarf hoch und runter bier
von: HeinzH.

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 15.08.22 23:08

In Antwort auf: Rennrädle
Bei Ebs (electric bike solution) in Heidelberg gibt es auch halb starke Bausätze zb als Nabenmotor. Gedacht als leichtere Lösungen.
Der leichteste dieser Getriebenabenmotoren heißt bei EBS AKM-G*
Gewicht der Hinterradversion 2,1kg
Drehmoment bis zu 40 Nm
Dieser Motor ist klein, versteckt sich locker hinter einem 32er Ritzel...


Der Climber...

...hat einen etwas größeren Durchmesser.
Gewicht 3,2kg
Drehmoment 50 Nm,
Es ist mehr Metall, vor allem Kupfer verbaut und der Motor verträgt beim Kraxeln mehr Wärme als der AKM-G.


Der Puma...

...ist noch etwas größer. Er ist auch in einer Spezialversion mit 170mm Achse erhältlich.
Gewicht 4,2kg
Drehmoment 90 Nm
Auch schwächere Fahrer unterstützt der Puma am Berg sehr ordentlich.

Alle drei Motoren verfügen über einen echten Freilauf und in der EBS-Version über einen Überwärmungsschutz. Sie lassen sich mit mit bergtauglichen 3x10 oder mit 3x11 Kettenschaltungen kombinieren. Mit 1x12 Kettenschaltungen würde ich selbst keinen dieser eMotoren kombinieren.
Bis denne,
HeinzH.

*Ich selbst fahre seit 2011 diesen leichten Motor, allerdings als Cute Q100CST gebrandet und ohne Überwärmungsschutz. Wenn ich genügend Bio-Leistung einbringe und die Eigenheiten von Getriebenabenmotore berücksichtige komme ich dank vernünftig abgestufter Gänge auch mit diesem leichten eMotor jede Steigung hoch.

von: Wolfgang M.

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 16.08.22 09:24

Text entfernt. Informationen, die nur angemeldeten Leser zur Verfügung stehen, haben hier im Faden nichts zu suchen.
Weiterhin sind eure persönlichen Ressentiments keine Erquickung für keinen.
Lasst es bitte.
Danke.
von: Anonym

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 16.08.22 10:15

Ich hänge es hier einfach an, habe auch die 19 Seiten nicht gelesen und ist auch nicht mein Thema. Aber leichte Pedelecs gibt es z.B. von COBOC oder von GEOS (beide kenne ich ein wenig aus dem Bekanntenkreis). Beide haben mit den Nabenmotoren an langen und steilen Steigungen ihre physikalischen Grenzen, da sie aber leicht sind und auch gar nicht für Alpenpässe mit Gepäck, sondern eher für Stadt und Umland, laufen sie gut, haben eine sehr gute Reichweite und übliche Steigungen - die ja nach ein paar hundert Metern enden - sind sie sehr gut geeignet.
Die Grenzen der Nabenmotoren (oder Nabengetriebemotoren) an Steigungen, kann ich täglich mit dem Lastenrad sehen und zwar im direkten Vergleich zu einem mit Mittelmotor, beide mit Kettenschaltung. Der große Vorteil des Naben-(Getriebe-)Motors ist Schonung von Kette und Kettenschaltung. Das ist deutlich zu sehen. Aber lange Berge mit Ladung ist das Ende der Herrlichkeit.
von: irg

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 16.08.22 11:58

In Antwort auf: Falk
Da ist noch Luft. Ich würde als erstes die knitterfreie Mütze einsparen…
(bei den Getränken und dem Sehkraftverstärker sehe ich im Übrigen keine Reserven)


Mein Vater war nie Mützen- oder Kappenträger. Bis er eine Glatze hatte, und statt der Haare einen anderen Kopfschutz brauchte. Unsere Bio-Elektronik ist ziemich empfindlich, was übermäßige Sonneneinwirkung angeht!

Lg! georg
von: freizeitradler

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 16.08.22 12:26

In Antwort auf: Keine Ahnung


............... Ich gebe ja immer mehr auf wissenschaftliche Untersuchungen als auf "persönliche Einschätzungen". Hier ist der Nutzen des Helms überwiegend nicht umstritten, allerdings gibt es Unterschiede in der Bewertung des tatsächlichen Nutzens.


Für mich stand es nie in Frage einen Helm zu tragen. Diese Entscheidung war im Nachhinein 100% richtig.

3 mal hat ein Helm meinen Kopf geschützt. Einmal war der Helm gebrochen, die anderen male war der Helm „nur“ außen beschädigt. Bei allen 3 Vorfällen hatte ich einen Schlüsselbeinbruch, 2 mal zusätzlich gebrochene Rippen.

Beim letzten mal spürte ich beim Aufschlagen auf die Straße einen sehr heftigen Schlag am Kopf.
Mein sofortiger Gedanke war - hoffentlich bleibt der Kopf ok – lieber etwas anderes. Es war dann ein Schlüsselbeinbruch und eine gebrochene Rippe. Ohne Helm mag ich gar nicht daran denken was passiert wäre.

Verstehen kann ich es nicht, dass Erwachsene ohne Helm fahren, allerdings soll jeder das tun was er für richtig hält. Wenn allerdings Eltern ihre Kinder ohne Helm fahren lassen, bin ich der Meinung, dass dies eine Verletzung der Aufsichtspflicht ist.

Ciao
Detlef
von: Holger

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 16.08.22 12:37

Ich hänge es mal an den letzten Beitrag. Wir müssen ja nicht krampfhaft versuchen, alle Reizthemen in einen Thread zu bekommen. Daher die Bitte an alle, das grundsätzliche Thema Helm hier vielleicht einfach rauszulassen.
Muchas Gracias,
Holger
von: kaman

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 16.08.22 13:37

In Antwort auf: iassu

3 kg Schuhe und Klamotten und Helm und Brille auf dem Leib


Fährst in Motorradkleidung ??

Bei mir:
Fahrer kpl. 67kg
Rad ca. 14kg
Befüllte Backroller, Zelt, Getränke ca. 15kg
von: Keine Ahnung

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 16.08.22 15:01

Ich denke, dass es hier auf wenige kg hin oder her gar nicht mehr ankommt - in Griechenland dürfte man im Sommer mit weniger Kleidung am Körper auskommen - hier hat Andreas ja ausgiebig Erfahrungen sammeln können-, bei einer Wintertour sind es wieder ein paar mehr Gramm, die hier auf die Waage kommen.

Ich selber gehöre nicht zu den "Ultraleicht-Radreisenden", aber versuche dennoch die Zuladung so gering als möglich zu halten. Am Körpergewicht lässt sich nur durch eine entsprechende Diät etwas nach unten bewegen, oder durch die Radreise selber, die mich immer etliche Kilogram meiner vorher getätigten Investitionen kostet. Mein Fahrrad sollte stabil sein und dennoch nicht unendlich schwer. Ich bewege das alles aber auch mit meiner Muskelkraft.

Wo schon ein deutlicher Gewichtsunterschied zu vermerken ist, ist beim Vergleich eines "normalen" Reiserads mit manch einem Pedelec. Manche Pedelecs ähneln inzwischen vielmehr Mopeds als Fahrrädern. Massive, bullige Rahmen findet man im Vergleich zu den Anfangsjahren der elektrisch unterstützten Zweiräder immer häufiger. Ich muss zugeben, dass diese neue Generation von unförmigen Pedelecs bei mir die Vermutung nahelegt, dass der Gedanke, diese "Fahrräder" auch ohne Unterstützung zu fahren, überhaupt keine ernsthafte Rolle spielt. Wenn ich zur An- oder Abreise meiner Radtouren die Bahn nutze, so gehört es inzwischen schon fast zu meinen Routinehilfeleistungen, Nutzern von diesen Gefährten beim Aufhängen der Räder zu helfen, wenn sie das aufgrund des enormen Gewichts selber nicht mehr schaffen.

Ich würde behaupten wollen, dass die Motivation, beim Gepäck Gewicht einzusparen, auch bei vielen Pedelec-Nutzern nur eine untergeordnete Rolle spielt. Fahrrad- und Zuladungsgewicht werden eben durch die Motorleistung kompensiert, sodass man sich hier keine großen Gedanken mehr macht.

Die Frage ist nun, ob diese Dinge alle überhaupt wesentlich sind und zu einer kontroversen Diskussion führen sollten. Wenn ich akzeptiere, dass andere Zweiradfahrer elektrische Unterstützung nutzen, so kann es mir eigentlich völlig egal sein, wie sehr das Gefährt einem SUV ähnelt und wie schwer es beladen ist. Für mich persönlich ist eigentlich nur wichtig, was ich für mich als Antriebsvariante wähle und wieviel Gewicht ich dann die Berge hochwuchten will zwinker
von: Anonym

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 16.08.22 15:53

Das Problem ist die vorsätzliche Unterlaufung des Geistes der Pedelec-Regeln: 250W. Gedacht war es als Fahrerunterstützung und nicht umgekehrt. Leider ist hier der Gesetzgeber wieder in die Falle gelaufen und begrenzt nur die Dauerleistung, aber nicht auch die viel wichtigere, maximale Spitzenleistung. Damit werden - wie die heutigen E-Autos - die Dinger zu Geschossen, die kurzzeitig (wobei die kurze Zeit ziemlich lange sein kann) bis 1000W gehen. Deshalb müssen die Dinger so stabil ausgeführt werden, weil sonst die Produkthaftung zuschlägt, wenn sie bei Nutzung der "legalen" 1000W brechen. So haben wir - wie bei den E-Autos - ein Wettrüsten: Im KFZ-Brief (bzw. den Pedelec-Regeln 250W) steht eine ganz harmlose, niedrige Dauerleistung (30min-Leistung) und in Wirklichkeit steht das 3- bis 4-fache zur kurzeitigen Nutzung an. Für Verbrenner ist bis auf wenige Ausnahmen Dauerleistung und Spitzenleistung gleich. Bei E-Motoren ist meistens genau anders herum. Das hat der Gesetzgeber einfach nicht berücksichtigt. Fazit: Die aktuellen Pedelecs verstoßen wissentlich und absichtlich gegen die Intention des Gesetzgebers, weil sie geschickt diese Lücke nutzen.
Wenn diese Pedelecs aus dem Markt genommen würden, bleiben nur die Vernunft-Pedelecs übrig und das sind genau die einfachen mit Nabenmotor (aber nicht die fetten mit 1000W!) bzw. mit nicht übermotorisiertem Mittelmotor.
von: Keine Ahnung

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 16.08.22 18:25

Interessant - man lernt nie aus zwinker
von: Eon

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 16.08.22 19:30

In Antwort auf: irg


Mein Vater war nie Mützen- oder Kappenträger. Bis er eine Glatze hatte, und statt der Haare einen anderen Kopfschutz brauchte. Unsere Bio-Elektronik ist ziemich empfindlich, was übermäßige Sonneneinwirkung angeht!


Ich sehe es ähnlich obwohl ich noch Resthaare auf dem Kopf habe und es macht einen auch noch mindestens 10 Jahre jünger aussehend.
von: m.indurain

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 16.08.22 22:00

In Antwort auf: AndreMQ
Das Problem ist die vorsätzliche Unterlaufung des Geistes der Pedelec-Regeln: 250W. Gedacht war es als Fahrerunterstützung und nicht umgekehrt. Leider ist hier der Gesetzgeber wieder in die Falle gelaufen und begrenzt nur die Dauerleistung, aber nicht auch die viel wichtigere, maximale Spitzenleistung. Damit werden - wie die heutigen E-Autos - die Dinger zu Geschossen, die kurzzeitig (wobei die kurze Zeit ziemlich lange sein kann) bis 1000W gehen.


Also wenn ich mit dem Gerät auf allen Radwegen fahren will, dann muss die Unterstützung bei 25 km/h aussetzen. Was sollen also die 1000W? Und E-Bikes, die mit 25 km/h unterwegs sind, sind sicher kein "Geschoss".

Problem ist aber m. E., dass Leute mit wenig Radbeherrschung durch E-Bikes mit wesentlich hörer Geschwindigkeit unterwegs sind. Statt ca. 10 - 15 jetzt 20 - 25 km/h.
von: dmuell

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 16.08.22 22:12

In Antwort auf: AndreMQ
Das Problem ist die vorsätzliche Unterlaufung des Geistes der Pedelec-Regeln: 250W. Gedacht war es als Fahrerunterstützung und nicht umgekehrt. Leider ist hier der Gesetzgeber wieder in die Falle gelaufen und begrenzt nur die Dauerleistung, aber nicht auch die viel wichtigere, maximale Spitzenleistung. Damit werden - wie die heutigen E-Autos - die Dinger zu Geschossen, die kurzzeitig (wobei die kurze Zeit ziemlich lange sein kann) bis 1000W gehen. Deshalb müssen die Dinger so stabil ausgeführt werden, weil sonst die Produkthaftung zuschlägt, wenn sie bei Nutzung der "legalen" 1000W brechen. So haben wir - wie bei den E-Autos - ein Wettrüsten: Im KFZ-Brief (bzw. den Pedelec-Regeln 250W) steht eine ganz harmlose, niedrige Dauerleistung (30min-Leistung) und in Wirklichkeit steht das 3- bis 4-fache zur kurzeitigen Nutzung an...


Das erklärt, warum es kaum wirkungsgradoptimierte Pedelecs mit elektrischen Minimalantrieben und geringen Fahrzeuggewichten gibt: schlechte Wirkungsgrade und Schwergängigkeiten werden durch Motorleistung überspielt. Automobile Maßstäbe werden aufs Fahrrad übertragen (überstarke Motoren, entsprechend klobige Konstruktionen mit schwere Antriebs- und Getriebekomponenten usw.).

Interessant dürfte auch sein, inwieweit dies Auswirkung auf die Entwicklung unmotorisierter Fahrräder und die zukünftige Verfügbarkeit entsprechender Leichtbau-Komponenten haben wird.
von: HeinzH.

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 16.08.22 22:14

Nachtrag.
In Antwort auf: HeinzH.
*Ich selbst fahre seit 2011 diesen leichten Motor, allerdings als Cute Q100CST gebrandet und ohne Überwärmungsschutz. Wenn ich genügend Bio-Leistung einbringe und die Eigenheiten von Getriebenabenmotore berücksichtige komme ich dank vernünftig abgestufter Gänge auch mit diesem leichten eMotor jede Steigung hoch.
Eines ist klar, ein mit einem kleinen Getriebnabenmotor bestücktes Fahrrad ist kein rollender Treppenlift. Grundsätzlich komme ich mit mit dem kleinsten der drei Kettenblätter 28Z und dem 32er Ritzel rein bio meine Rampen im Harz und im Teutoburger Wald hoch. So einen kleinen, leichten Motor muß man bei Laune halten und nicht quälen. Unter 10km/h schalte ich gegebenenfalls eine oder zwei Stromstufen herunter. Um die kritische Geschwindigkeit ein wenig herabzusetzen und deas Drehmoment etwas heraufzusetzen ließ ich in mein 20"-Hinterrad die 28"-Version mit einer Drehzahl von nur 201 U/min einspeichen. Die eVmax liegt deshalb bei nur 20km/h.
Der Hauptvorteil eines besonders leichten Getriebnabenmotors ist...das geringe Gewicht. Mein faltbares GEKKO wiegt (inkusive dem 180Wh-Akku) 22,4kg, das ist für ein Trike sehr wenig. Die meisten (enspurigen) Pedelecs von der Stange wiegen mehr.
Zwei ausgewiesene Experten* aus dem Pedelecforum haben einen Bosch Mittelmotor mit dem m.W. drehmomentstärksten Getriebnabenmotor, dem Puma in der EBS V2 Version in der Praxis zu verglichen:
Blick über den Tellerrand, Bosch vs. Puma, Versuch eines Vergleichs.
Gruß aus Münster,
HeinzH.

*Einer der beiden ist das ehemalige Mitgleids dieses Forums, Didi28 der inzwischen bei EBS tätig ist.



von: HeinzH.

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 16.08.22 22:28

In Antwort auf: dmuell
In Antwort auf: AndreMQ
Das Problem ist die vorsätzliche Unterlaufung des Geistes der Pedelec-Regeln: 250W. Gedacht war es als Fahrerunterstützung und nicht umgekehrt. Leider ist hier der Gesetzgeber wieder in die Falle gelaufen und begrenzt nur die Dauerleistung, aber nicht auch die viel wichtigere, maximale Spitzenleistung. Damit werden - wie die heutigen E-Autos - die Dinger zu Geschossen, die kurzzeitig (wobei die kurze Zeit ziemlich lange sein kann) bis 1000W gehen. Deshalb müssen die Dinger so stabil ausgeführt werden, weil sonst die Produkthaftung zuschlägt, wenn sie bei Nutzung der "legalen" 1000W brechen. So haben wir - wie bei den E-Autos - ein Wettrüsten: Im KFZ-Brief (bzw. den Pedelec-Regeln 250W) steht eine ganz harmlose, niedrige Dauerleistung (30min-Leistung) und in Wirklichkeit steht das 3- bis 4-fache zur kurzeitigen Nutzung an...


Das erklärt, warum es kaum wirkungsgradoptimierte Pedelecs mit elektrischen Minimalantrieben und geringen Fahrzeuggewichten gibt: schlechte Wirkungsgrade und Schwergängigkeiten werden durch Motorleistung überspielt. Automobile Maßstäbe werden aufs Fahrrad übertragen (überstarke Motoren, entsprechend klobige Konstruktionen mit schwere Antriebs- und Getriebekomponenten usw.).

Interessant dürfte auch sein, inwieweit dies Auswirkung auf die Entwicklung unmotorisierter Fahrräder und die zukünftige Verfügbarkeit entsprechender Leichtbau-Komponenten haben wird.
Volle Zustimmung!
Es gibt tatsächlich <10 sehr leichte Pedelecs die Deinen Überlegungen in etwa entsprechen.
Ich kann mich erinnern, das einige wenige in Spiegel online vorgestellt wurden.

Ansonsten bleiben nur selbst zusammengestellte und eventuell auch -aufgebaute Mass-Pedelecs...
HeinzH.
von: hopi

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 17.08.22 04:20

Zitat:
Ansonsten bleiben nur selbst zusammengestellte und eventuell auch -aufgebaute Mass-Pedelecs...
das mag so sein, aber hat es für die Wirklichkeit auf unseren Straßen und Wegen eine erkennbare Bedeutung oder Auswirkung? Die meisten Radfahrer werden zu "Rädern von der Stange" greifen. Vielleicht wird mal mit Sattel und Bereifung etwas variiert. Und wenn's besonders "weit getrieben wird" werden mal andere Kettenblätter oder Ritzel montiert bzw. einer Werkstatt entsprechende Aufträge erteilt. Ich kann nicht beobachten, dass sich die Konsumenten bei Pedelecs anders verhalten.
von: iassu

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 17.08.22 04:30

Das sehe ich genauso. Ich sehe das als ein Zwischenstadium zwischen einer Vergangenheit, in der jeder an seinem Fahrrad schrauben konnte, wie er konnte und wollte, und einer Zukunft, in der dem Nutzer der Zugriff auf die Technik weitestgehend unmöglich ist. Wer kümmert sich denn bei einem modernen Auto, erst recht bei einem E-Auto irgendwie um die Technik? Das wird alles in die Bläckbox ausgelagert und Fachleuten in einer anderen Blase, sprich der Werkstatt, überlassen. Vermittlung dieser beiden Welten sind die Klartextanzeigen auf den Bedienelementen. Und natürlich die eigene Körpersensorik. Soweit die noch gebraucht wird. Autonomes Fahren macht auch Einschätzungen eigener Handlungen immer unnötiger.

Unser so gewollter Weg.
von: lufi47

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 17.08.22 08:48

Naja, etwas überzeichnet, aber in Bezug auf das Auto korrekt. Aber bei den Elektrofahrrädern kannste nach wie vor Kette wechseln oder Blätter ändern oder oder. Alle Möglichkeiten die Du jetzt an dem Fahrrad hast, geht auch bei Elektrorädern. Einzige Ausnahme ist natürlich der Motor.
Ich glaube aber, das der normale Konsument auch an seinen normalen Fahrrad sogut wie Nix schraubt oder gar ändert.

Gruß
Lutz
von: sascha-b

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 17.08.22 10:13

In Antwort auf: lufi47
Alle Möglichkeiten die Du jetzt an dem Fahrrad hast, geht auch bei Elektrorädern. Einzige Ausnahme ist natürlich der Motor.


bei vielen/den meisten sicher, aber dann gibt es solche Geräte wie Van Moof oder Cowboy, die auf Style getrimmt von form follows function zu form f***s function übergegangen sind. (Es sei denn, die Funktion ist es, die Abhängigkeit der Kunden zu maximieren.)

Vielleicht/hoffentlich bleibt es eine Randerscheinung, aber es gibt ja tatsächlich Narren, die dafür Geld raushauen...

Zitat:

Ich glaube aber, das der normale Konsument auch an seinen normalen Fahrrad sogut wie Nix schraubt oder gar ändert.


dito.
von: Holger

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 17.08.22 10:30

In Antwort auf: lufi47
Naja, etwas überzeichnet, aber in Bezug auf das Auto korrekt. Aber bei den Elektrofahrrädern kannste nach wie vor Kette wechseln oder Blätter ändern oder oder. Alle Möglichkeiten die Du jetzt an dem Fahrrad hast, geht auch bei Elektrorädern. Einzige Ausnahme ist natürlich der Motor.
Ich glaube aber, das der normale Konsument auch an seinen normalen Fahrrad sogut wie Nix schraubt oder gar ändert.

Gruß
Lutz


Wenn die das haben. Mein E-Bike für den Stadtverkehr hat eine enviolo-Schaltung mit Riemanantrieb, da kann ich nix anpassen. Die Frage ist, ob bei E-Bikes nicht auch mehr Komponenten verbaut werden, die weniger einfach zu wechseln oder zu warten sind. Das weiß ich aber tatsächlich nicht.

Ansonsten sehe ich es genauso, dass es sowohl bei E-Bikes als auch bei herkömmlcihen Fahrrädern wenig Leute gibt, die selbst dran schrauben. Da sind meine Kollegen immer mal ein Gradmesser - wieviele es da gibt, die das Rad zum Reifenwechsel zum Händler bringen. Da bin ich als eigentlich Nichtschrauber schon überrascht, dass selbst die einfachsten Dinge nicht selbst erledigt werden.
von: schorsch-adel

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 17.08.22 10:31

Zitat:
dass Leute mit wenig Radbeherrschung durch E-Bikes mit wesentlich hörer Geschwindigkeit unterwegs sind
...und oft mit nicht wenig Promille. E-Räder sind längst das Fahrzeug für den feuchtfröhlichen Abend - schon gar wenn der Lappen weg ist
von: HeinzH.

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 17.08.22 10:31

Moin Horst!
In Antwort auf: hopi
Zitat:
Ansonsten bleiben nur selbst zusammengestellte und eventuell auch -aufgebaute Mass-Pedelecs...
das mag so sein, aber hat es für die Wirklichkeit auf unseren Straßen und Wegen eine erkennbare Bedeutung oder Auswirkung? Die meisten Radfahrer werden zu "Rädern von der Stange" greifen. Vielleicht wird mal mit Sattel und Bereifung etwas variiert. Und wenn's besonders "weit getrieben wird" werden mal andere Kettenblätter oder Ritzel montiert bzw. einer Werkstatt entsprechende Aufträge erteilt. Ich kann nicht beobachten, dass sich die Konsumenten bei Pedelecs anders verhalten.
Das ist alles richtig, bezogen auf den Pedelec-Massenmarkt "ist der Drops gelutscht".

Ich selbst habe bereits 2013 in einem Artikel für den ADFC (Seite 18) auf Fehlentwicklungen hingewiesen-.
Der "normale" Pedelec-Interessent ist dem Trommelfeuer von Desinformationskampagnen der meisten Hersteller, von Handel, Verbänden und "Fach"zeitschriften ausgesetzt.-
Es ist ähnlich wie bei Touren- und Reiserädern: Die wenigsten auch hier bauen sich ein solches Fahrrad selbst auf. Womöglich auf Basis eines Massrahmens von Meister Pallesen. Aber es gibt sie, die Minderheit derjenigen welche eben kein Fahrrad von der Stange kaufen sondern ein auf ihre speziellen Belange abgestimmtes Fahrrad bevorzugen. Manch einer konstruiert sogar höchst innovative Rahmen selbst und lässt sie bauen. Stimmts Andreas?

Auch die DIY-Pedelectrisierer und die Käufer gewerblich pedelectrisierter Fahrräder sind eine kleine Minderheit. Eine Avantgarde ist immer Minderheit.
Und immerhin boomt der Markt für DIY-Kitsätze und gewerbliche Pedelectrisierungen, so daß beispielsweise EBS regelmäßig neue MitarbeiterInnen sucht.

Ich meine das Beklagen von Fehlentwicklungen ist nicht zielführend ist. Wer sich erst eine Woche vor einem Pedelec-Kauf mit der teilweise komplizierten Materie auseinandersetzt wird den verbalen Textbausteinen von Händlern erliegen und letztlich ein Pedelec von der Stange kaufen. Wer sich aber lange vor einer Pedelec-Kaufentscheidung zu Mindestens mit den Basics vertraut macht hat die Chance auf ein seinen Ansprüchen genügendes Pedelec.
HeinzH.
von: Martina

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 17.08.22 10:46

In Antwort auf: Holger

Ansonsten sehe ich es genauso, dass es sowohl bei E-Bikes als auch bei herkömmlcihen Fahrrädern wenig Leute gibt, die selbst dran schrauben.


Eben. Das ist eine Nische, das gilt aber auch für andere Produkte. Natürlich kann man z.B. an unserem Kaffeevollautomaten selber die Dichtungen wechseln. Es gibt genug Anleitungen im Internet und theoretisch verstehe ich auch, was dabei zu tun ist. Aber der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist so groß, dass ich sicher bin, dass ich es nicht selber machen werde.

Zitat:

Da sind meine Kollegen immer mal ein Gradmesser - wieviele es da gibt, die das Rad zum Reifenwechsel zum Händler bringen.


Naja, auf meinem Bahnhofsrad sind Marathon plus, da habe ich schon oft sehr geflucht, bis ich den Reifen montiert hatte und mindestens einmal habe ich beim Montageversuch den Schlauch zerstört. Ich kann jeden verstehen, der darauf keinen Bock hat. Insbesondere da er sich garantiert irgendwann mal anhören muss, dass Reifenmontage bei richtiger Technik gaaanz leicht mit bloßen Händen geht. Um dann zu erfahren, dass viele Händler für solche Problemfälle sehr lange Montierhebel haben...
von: HeinzH.

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 17.08.22 11:06

In Antwort auf: iassu
Wer kümmert sich denn bei einem modernen Auto, erst recht bei einem E-Auto irgendwie um die Technik?
Sorry Andreas: Ich!
Als Ende 2021 klar war, daß meine Partnerin 2022 ihren (Dienstwege-)Smart ersetzen muß*, habe ich sofort begonnen, mich in die eAuto-Thematik einzuarbeiten. Hilfreich dabei waren wie bei unserem Thema hier sowohl herstellerunabhängige als auch markengebundene Foren wie dieses hier. Wer anders handelt muß halt X-Jahre lang mit mit den Folgen einer ungünstigen Kaufentscheidungen leben. Was solls?
HeinzH.

*Entscheidung: Peugeot e2008
von: Holger

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 17.08.22 12:03

In Antwort auf: Martina
[…]Naja, auf meinem Bahnhofsrad sind Marathon plus, da habe ich schon oft sehr geflucht, bis ich den Reifen montiert hatte und mindestens einmal habe ich beim Montageversuch den Schlauch zerstört. Ich kann jeden verstehen, der darauf keinen Bock hat. […]

Ich auch - und ich lasse auch Dinge in Werkstätten machen, die ich auch selbst könnte. Was ich aber meinte, ist, dass die nicht ansatzweise Ahnung haben, wie sie es selbst machen können und es auch nie versucht haben.
von: Holger

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 17.08.22 12:09

In Antwort auf: HeinzH.
In Antwort auf: iassu
Wer kümmert sich denn bei einem modernen Auto, erst recht bei einem E-Auto irgendwie um die Technik?
Sorry Andreas: Ich![…]

Aber Du bist eine Ausnahme. Die absolute MEhrheit - und davon sprach Andreas, nehme ich an - tut das nicht. Hier gibt es auch viele Menschen, die sich Fahrräder selbst aufbauen. Und die werden selbst hier nur ein Bruchteil der Nutzer sein - das mag mehr erscheinen, weil die sich natürlich häufig austauschen. Die Regel dürfte da anders sein, sowohl beim Fahrrad als auch beim Auto. Und sowohl E als auch nicht-E. Und auch früher. Man hört zwar immer wieder, ja, bei einem Käfer oder einer Ente konnte man selbst noch schrauben - ich nehme aber an, dass auch früher nur eine ganz kleine Minderheit das auch tatsächlich gemacht hat.
von: Uli

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 17.08.22 12:47

Zitat:
Die Frage ist, ob bei E-Bikes nicht auch mehr Komponenten verbaut werden, die weniger einfach zu wechseln oder zu warten sind.

Das ist schon lange keine Frage mehr. Die eFahrrad-Industrie (und nicht nur die) kopiert mehr und mehr das Erfolgsmodell der Kfz-Industrie. Ziel ist ganz klar den Konsumenten in möglichst große Abhängigkeit zum Hersteller zu bringen. Es würde mich nicht wundern, wenn es in 25 Jahren deutlich weniger unabhängige Fahrradhändler und -werkstätten gäbe und dafür in breiter Front "Markenläden".
Gruß
Uli
von: Juergen

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 17.08.22 12:57

Es wird das Tesla Bike kommen. Die Kapazität der Akkus und die Unterstützungsstufe werden aus Kalifornien freigeschaltet. In der übernächsten Stufe wird mit Unterstützung des ADFC das autonome und damit absolut sichere Radeln eingeführt.
von: Margit

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 17.08.22 13:03

Irgendwie denken wir wohl alle anders als der Threadersteller. Nach nunmehr knapp 600 Beiträgen hat er seit 09.06.2022 noch nicht einmal das Wort ergriffen und weitere Gedanken geäußert.
von: Polkupyöräilijä

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 17.08.22 13:12

In Antwort auf: Juergen
In der übernächsten Stufe wird mit Unterstützung des ADFC das autonome und damit absolut sichere Radeln eingeführt.

Cool! lach
Sitzt der/die/das Fahrer*_:in dann da noch drauf - selbstverständlich ohne sich zu bewegen - oder bleibt er/sie/es zuhause auf seinem Sofa sitzen und schaut sich per Live-Übertragung am Super-Dooper-3D-Bildschirm an, wie das Rad alleine eine Reise macht?
von: Juergen

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 17.08.22 13:27

Ne so schlimm nicht. Du darfst schon mitfahren. Freihändig zu fahren ist dann erlaubt.
von: BeBor

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 17.08.22 13:48

In Antwort auf: HeinzH.
Und immerhin boomt der Markt für DIY-Kitsätze und gewerbliche Pedelectrisierungen, so daß beispielsweise EBS regelmäßig neue MitarbeiterInnen sucht.

Wenn man sich den Onlineshop dieses Ladens mit seinen zahlreichen koketten Sprüchen/Produktbeschreibungen zu möglichen Geschwindigkeiten, Leistungen und sonstigen “Möglichkeiten” anschaut, hat man den Eindruck, dass sich die Zielgruppe um gesetzliche Regelungen wenig schert. Sicher fahren die alle nur im umzäunten Privatwald.

Bernd
von: Juergen

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 17.08.22 13:57

In Antwort auf: HeinzH.

Und immerhin boomt der Markt für DIY-Kitsätze und gewerbliche Pedelectrisierungen, so daß beispielsweise EBS regelmäßig neue MitarbeiterInnen sucht.
Mag sein, dass in Apotheken auch Mitarbeiter fehlen.
von: HeinzH.

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 17.08.22 13:58

Ich habe ausschließlich legale Kits verbaut. Die Restriktionen werden seitens EBS werden eher schärfer. Beim vorletzten Kitsatz konnte ich über das Display z.B. Stromstufen noch selbst programmieren, beim bislang letzten von mir verbauten Kitsatz mußte man die gewünschte Stromstufenanzahl und Unterstützungsprozente zwecks Programmierung durch EBS.
HeinzH.
von: Keine Ahnung

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 17.08.22 14:11

In Antwort auf: Holger
Die absolute MEhrheit - und davon sprach Andreas, nehme ich an - tut das nicht. Hier gibt es auch viele Menschen, die sich Fahrräder selbst aufbauen. Und die werden selbst hier nur ein Bruchteil der Nutzer sein ...


Ich gehöre zu den "Exoten", die praktisch alles an ihren Fahrrädern selber machen und diese auch selber zusammenbauen. Lediglich das Schweißen oder Hartlöten der Rahmen würde ich Experten überlassen und - was noch nicht vorgekommen ist - die tiefsten Innereien der Rohloff-Schaltung würde ich wohl auch nicht selber reparieren wollen (Dichtung, Ansteuerung usw. wechseln und warten fällt aber in meine Zuständigkeit). Der überwiegende Teil meiner Bekannten (und Verwandten) macht aber an den Fahrrädern praktisch nichts selber. Selbst ein Platten wird von vielen zum Anlass genommen, eine Werkstatt aufzusuchen (oder mich zwinker ). Bei Pedelec-Fahrern mag dieser Mangel an "Eigeninitiative" nochmals ausgeprägter sein, aber nicht nur dort findet man dieses Phänomen.

Wir sind hier ja ein Radreiseforum. Ich persönlich vertrete die Meinung, dass für Radreisen, die auch einmal eine Schiebedistanz weg von Radhändlern oder öffentlichen Verkehrsmitteln führen, ein Mindestmaß an eigenen Reparaturfähigkeiten zwingend nötig ist. Platten sollte man selbstverständlich selber flicken oder durch einen Schlauchwechsel beheben können, aber auch eine gerissene Kette oder der Wechsel der Bremsbeläge oder von Schaltzügen sollte ohne Hilfe durchführbar sein. Ein gewisses Improvisationstalent kann einen hier auch aus so mancher Pannensituation retten, aber das ist vielleicht nicht jedem in die Wiege gelegt.

Bislang habe ich auf meinen wirklich abgelegenen Streckenabschnitten nur äußerst selten Pedelec-Fahrer getroffen. Wenn ich dort überhaupt Radfahrern begegnet bin, dann waren das alle Nutzer "normaler Fahrräder". Vielleicht hängt das auch damit zusammen, dass der typische Pedelec-Nutzer eher die "Komfortzone" nicht verlässt? Aber auch für den Pedelec-Radreisenden gilt das, was ich oben geschrieben habe. Grundfertigkeiten sollten unbedingt vorhanden sein, wenn man sich auch einmal in Bereiche der "Servicewüste" begibt. Übrigens würde ich es schon als äußerst ärgerlich empfinden, wenn ich am Samstagnachmittag einen Platten hätte und deshalb die Tour unterbrechen müsste, um am Montagmorgen einen Radhändler aufzusuchen.
von: kaman

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 17.08.22 14:31

In Antwort auf: Margit
Irgendwie denken wir wohl alle anders als der Threadersteller. Nach nunmehr knapp 600 Beiträgen hat er seit 09.06.2022 noch nicht einmal das Wort ergriffen und weitere Gedanken geäußert.


Vielleicht weil das Ganze hier zu offtopic ist.

Spessarträuber hat sich mit 73 Jahren ein Pedelec zugelegt um damit noch Radreisen zu unternehmen. Ob ich so lange wie Spessarträuber, ohne Tretunterstützung, Radreisen kann glaube ich kaum, da meine Knie jetzt schon Probleme machen.

Ich wünsche Spessarträuber auf jeden Fall noch viele schöne Radreisen.
von: BeBor

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 17.08.22 14:32

In Antwort auf: HeinzH.
Ich habe ausschließlich legale Kits verbaut.

Bei einem seriösen Herrn Deines Semesters hätte ich auch nichts anderes vermutet zwinker.

Dennoch darf man sich fragen, wer die eigentliche Zielgruppe dieser Läden ist. Ich sehe da eher die leistungs- und speedorientierten Selberbastler, weniger den Reiseradler. Und schon gar nicht Radler wie mich, der sich keine Vollmotorisierung wünscht, sondern eine eher dezent-smarte Lösung, mit der man den allergrößen Teil der Strecken komplett im Muskelmodus fahren kann, ohne all zu viel Ballast durch Gewicht und erhöhte Reibung durch temporär passive Antriebskomponenten mittreten zu müssen. Dafür sollte die dezente Motorisierung allerdings auf einem Qualitätslevel sein, dass sich mit Rohloff, Pinion und ähnlichen hochwertigen Komponenten messen kann. Die allermeisten China-Teile sind das nicht, auf mich wirken die eher wie angepfropfte Klumpen. Der erklärte Nichtästhet mag da schmerzfreier sein.

Ich nehme an, dass es diese Lösung derzeit auch gar nicht gibt. Aber, um bereits vorgenannte Namen nochmals zu strapazieren, Rohloff und Pinion haben bewiesen, dass es mit etwas Mut und viel Ingenieurkunst absolut möglich ist, sich auch für hochpreisige Made-in-Germany-Technik eine Marktsparte zu erschließen, in der ein (komfortables) Überleben möglich ist. Insbesondere Pinion hätte doch eine Trumpfkarte in einem kleinen Marktsegment, wenn es einen adäquat hochwertigen, kompakten und leichten Hinterradmotor gäbe, der sich mechanisch bei Nichtbenutzung nahezu völlig aus dem Antriebsgeschehen ausklinken ließe. Der Hersteller Mahle fertigt in Kleinserie ein Motörchen mit der Bezeichnung X35. Dummerweise gibst den aber nur in Komination mit propietärer Batterie und Ansteuerung, außerdem kam der in diversen Kommentaren in den Foren auch nicht gut weg. Ich weiß auch nicht, wie der im Passivbetrieb bemerkbar ist. Aber es zeigt, dass es für "high engineering" wohl doch ein Marktsegment geben könnte.

Vielleicht kommt ja noch was.

Bernd
von: BeBor

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 17.08.22 14:41

In Antwort auf: Margit
Irgendwie denken wir wohl alle anders als der Threadersteller. Nach nunmehr knapp 600 Beiträgen hat er seit 09.06.2022 noch nicht einmal das Wort ergriffen und weitere Gedanken geäußert.

Es war sicher seine gutgemeinte Absicht, anhand seiner eigenen Erfahrungen die Möglichkeiten des elektrounterstützten Radreisens positiv zu beschreiben. Vielleicht hat er breitere Zustimmung bzw. weniger Vorbehalte erwartet? Ganz sicher ist er aber inzwischen bei (mindestens) 2400 Kilometern.

Bernd
von: HeinzH.

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 17.08.22 16:02

Moin Bernd!
In Antwort auf: BeBor
(...) Dennoch darf man sich fragen, wer die eigentliche Zielgruppe dieser Läden ist. Ich sehe da eher die leistungs- und speedorientierten Selberbastler, weniger den Reiseradler.
Leistungs- und speedorientierten "Selberbastler" wären mit dem Klammerbeutel gepudert, wenn sie in einem Shop wie EBS oder Enerprof kaufen. Diese Leute kaufen z.B. über AliExpress direkt beim freundlichen Chinesen zu seehr güstigen Preisen. Ganz "findige" lassen sich 250W-Labels drucken und kleben sie auf den Motor. Was nicht viel nützt, denn inzwischen kennen sich viele Polizeibeamten mit den Themen illegale "Pedelelecs" und "Tuning" recht gut aus. Hier vergeht keine Woche, in der nicht von aus dem Verkehr gezogenen Illegalen berichtet wird.
Ich hab mich während der letzten Spezi vor Corona mit Andreas (im Pedelc- und früher auch in diesem Forum "didi28") unterhalten. Die allermeisten Pedelectrisierer sind Alltags- und Tourenradler. Auch in der Liegerad- und Velomobilszene in der ich nicht nur virtuell unterwegs bin, spielen "eSpeeder" keine Rolle.

In Antwort auf: BeBor
Und schon gar nicht Radler wie mich, der sich keine Vollmotorisierung wünscht, sondern eine eher dezent-smarte Lösung, mit der man den allergrößen Teil der Strecken komplett im Muskelmodus fahren kann, ohne all zu viel Ballast durch Gewicht und erhöhte Reibung durch temporär passive Antriebskomponenten mittreten zu müssen. Dafür sollte die dezente Motorisierung allerdings auf einem Qualitätslevel sein, dass sich mit Rohloff, Pinion und ähnlichen hochwertigen Komponenten messen kann. Die allermeisten China-Teile sind das nicht, auf mich wirken die eher wie angepfropfte Klumpen. Der erklärte Nichtästhet mag da schmerzfreier sein.
Du wohnst ja nicht soo weit von uns weg, Du kannst Dir von den drei eAntrieben gern ein eigenes Bild machen. Vielleicht ist der AKM-G der Richtige, er wiegt in der Vorderradversion 1,9 kg, in der Hinterradversion 2,1kg. Ausgeschaltet läuft er genau so leicht wie eine normale Standard-Nabe von Shimano oder SRAM. Und ja, er ist vor allem in der EBS V2 Version zuverlässig*, leicht und kompakt. Wenn Du den eAntrieb nur wenig zuschaltest, kannst Du am Akkugewicht auch sparen. Lass Dir statt eines 36V 10s4P oder 10s5p Akku einen 10s2p bauen. Und überlege genau, ob Du Hochstromzellen z.B. Samsung 25R oder Hochkapazitive Zellen, z.B. Samsung 35E wählst. Wir haben mehrere Akkus, für den Alltag mit robusten 25R Zellen, für lange Touren und Reisen mit 35E Zellen bestückt.
Ich persönlich halte die genannten Antriebe für mindestens so zuverlässig, vielleicht sogar für zuverlässiger wie die obendrein auch noch verdongelten Markenprodukte von Bosch oder Shimano.
Bis denne,
HeinzH.

*Chinesische Hersteller liefern auf Kundenwunsch verschiedene Qualitätsstufen und Extras wie. z.B. intergrierte Temperaturmesser. Manche der hiesigen Firnen wiederum öffnen die Chinamotoren und fetten Lager und Planetengetriebe nach bevor sie in den Verkauf gehen.
von: Anonym

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 17.08.22 17:07

... gibt es von einem der Systeme Diagramme? Z.B. Dauer-Drehmoment über Drehzahl (also ohne das der Motor überhitzt) oder Leistungskurven oder eine Tabelle von Meßpunkten?
von: Martina

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 17.08.22 17:52

In Antwort auf: Keine Ahnung
Ich persönlich vertrete die Meinung, dass für Radreisen, die auch einmal eine Schiebedistanz weg von Radhändlern oder öffentlichen Verkehrsmitteln führen, ein Mindestmaß an eigenen Reparaturfähigkeiten zwingend nötig ist. Platten sollte man selbstverständlich selber flicken oder durch einen Schlauchwechsel beheben können, aber auch eine gerissene Kette oder der Wechsel der Bremsbeläge oder von Schaltzügen sollte ohne Hilfe durchführbar sein.


Es ist durchaus legitim, diese Meinung zu haben, aber du musst dir eben im Klaren sein, dass sie auch dazu geeignet ist, Menschen unnötige Angst zu machen und sie dadurch ggf. vom Rad fahren abzuhalten. Wenn mir jemand erzählt, er könne keine Radreise unternehmen, weil er sein Rad ja gar nicht reparieren kann, sage ich ihm, er soll halt nicht mit dem allerältesten Material losfahren, nicht die pannenanfälligsten Reifen wählen und wenn alle Stricke reißen ein Taxi rufen oder einen freundlichen Pickupfahrer um Transporthilfe bitten. Mussten wir auch schon machen, obwohl wir im Prinzip einen Schlauch flicken können. Nur war der halt restlos im Eimer und nicht mehr flickbar.

Ich denke nicht, dass das 'Recht' ein bestimmtes Verkehrsmittel zu benutzen daran geknüpft sein sollte, es auch reparieren zu können. Zumindest solange man sich in 'üblichen' Gegenden bewegt.
von: Keine Ahnung

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 17.08.22 17:59

Ich habe hier auch niemandem das Recht abgesprochen, auch ohne Reparaturfertigkeiten auf Radtour zu gehen. Es gibt genügend solcher Radfahrer. Ich beziehe mich auf die Touren abseits der "Zivilisation", wie ich und einige andere hier im Forum sie durchführen. Und da ist es durchaus angebracht, auch etwas zu warnen, wenn jemand blauäugig auf Tour gehen will, ohne z. B. einen Platten flicken zu können. Ich bin schon auf elenden Strecken durch Bosnien gefahren, ohne für mehrere Stunden einen einzigen Menschen oder eine einzige Behausung zu sehen. Da will man nicht wegen eines platten Reifens oder eines defekten Kettengliedes stecken bleiben. Fahre ich den Weser-Radweg entlang ist die Situation deutlich entspannter, aber auch hier würde ich zumindest empfehlen wollen, dass man sich minimale Reparaturfähigkeiten aneignet. Dort findet man aber meist auch jemanden, der helfen kann. Ich habe selber schon mehreren Radfahrern geholfen.
von: Rennrädle

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 17.08.22 18:14

Ich wollte damals mein Mtb auch mit diesem 45km/h Motor ausstatten. War nicht möglich da man für eine Betriebserlaubnis eine Emv Messung und einen Zerstörungstest vorweisen muss. Solch ein Baumustertest ist halt doof, wenn man nur ein Rad hat.

Irgendwie finde ich diese Forderung Quatsch. emv hat nun wirklich nichts mit dem Fahrrad selber zu tun sondern ist Motorspezifisch.
Auch der Materialstrass halte ich für fraglich. Ich behaupte mal dass mein Mtb mindestens so stabil ist wie all die Räder von der Stange.

Grüße Rennrädle
von: BeBor

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 17.08.22 18:27

In Antwort auf: HeinzH.
Ganz "findige" lassen sich 250W-Labels drucken und kleben sie auf den Motor. Was nicht viel nützt, denn inzwischen kennen sich viele Polizeibeamten mit den Themen illegale "Pedelelecs" und "Tuning" recht gut aus. Hier vergeht keine Woche, in der nicht von aus dem Verkehr gezogenen Illegalen berichtet.

Hier fahren ein paar von diesen Kandidaten rum. Auch auf Radwegen mit geschätzt 50 km/h. Als Alltagsradfahrer in einer kleinen Stadt (er)kennt man die nach relativ kurzer Zeit schnell. Mit einem habe ich auch mal gesprochen, der hält sich für den Allerschlauesten vor dem Herrn, weil er eine “unentdeckbare” Tastenfunktion am Display hat. Ein anderer brettert nur durch ein Naturschutzgebiet und schnallt sein MTB nachher aufs Auto.

Für mich ist das die Pestilenz auf zwei Rädern, mit Fahrrad hat das nichts mehr zu tun.

Bernd
von: Anonym

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 17.08.22 18:46

In Antwort auf: Rennrädle
.... Irgendwie finde ich diese Forderung Quatsch. emv hat nun wirklich nichts mit dem Fahrrad selber zu tun sondern ist Motorspezifisch...
Das ist nur bedingt richtig. Die Störaussendung der hochtaktenden Umrichter kann übel sein. Manchmal so schlimm, dass sich das System selbst stört grins . Muss man zwar an Motor + Umrichter + Verdrahtung testen und lösen, aber nach Einbau in die Maschine (hier Rad) gibt es einige Überraschungen, vor allem wenn man bei den Entstörmaßnahmen bereits an der Unterkante des Aufwandes arbeitet (Kosten) - z.B. die teuren, empfindlichen, störrischen, geschirmten Kabel umgehen. Daher ist EMV-Test des Gesamtsytems sinnvoll und wohl auch vorgeschrieben. KFZ-Hersteller fahren ihre Testautos komplett in die EMV-Halle.
Neben Störaussendung muss auch das umgekehrte getestet werden: Empfindlichkeit gegen Störstrahlung von außen.
von: iassu

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 17.08.22 19:23

In Antwort auf: Martina
In Antwort auf: Keine Ahnung
Ich persönlich vertrete die Meinung, dass für Radreisen, die auch einmal eine Schiebedistanz weg von Radhändlern oder öffentlichen Verkehrsmitteln führen, ein Mindestmaß an eigenen Reparaturfähigkeiten zwingend nötig ist. Platten sollte man selbstverständlich selber flicken oder durch einen Schlauchwechsel beheben können, aber auch eine gerissene Kette oder der Wechsel der Bremsbeläge oder von Schaltzügen sollte ohne Hilfe durchführbar sein.


Es ist durchaus legitim, diese Meinung zu haben, aber du musst dir eben im Klaren sein, dass sie auch dazu geeignet ist, Menschen unnötige Angst zu machen und sie dadurch ggf. vom Rad fahren abzuhalten.
Das ist mir zu sehr in einer Trennung von außen und innen verhangen. Etwas, was zwingend nötig ist, kann durchaus auch autonom vom eigenen Ich als solches erkannt und eingestuft werden. Eine Verpflichtung von außen, welcher Couleur auch immer, ist doch hier völlig irrelevant.

Das ist doch im Prinzip nichts anderes, als daß ich aus eigener Überzeugung Geld mitnehme, wenn ich das Haus verlasse, auch wenn nicht abzusehen ist, ob ich es brauchen werde. Wenn ich dann mal blöd dastehe, weil ich keines mitgenommen habe, hat mich eben das Leben erzogen. Ein Tip, lowest basics am Fahrrad zu kennen und zu können, ist nichts anderes als ein Aufmerksammachen auf etwas, was man vielleicht nicht auf dem Schirm hatte.
von: Wuppi

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 17.08.22 21:35

In Antwort auf: AndreMQ
Daher ist EMV-Test des Gesamtsytems sinnvoll und wohl auch vorgeschrieben. KFZ-Hersteller fahren ihre Testautos komplett in die EMV-Halle.
Neben Störaussendung muss auch das umgekehrte getestet werden: Empfindlichkeit gegen Störstrahlung von außen.

vor allem da es sich bei dem MTB von @Rennrädle mit einem 45km/h Motor = S-Pedelec um ein KFZ handeln würde.
von: Rennrädle

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 17.08.22 21:48

Ich würde nur erwarten, dass, wenn der Hersteller die Emv Tests durchgeführt hat, dies unabhängig dann vom Rad ist, indem der Motor eingebaut wird.

Also Motor mit Emv vom Hersteller= zugelassen für den Einbau in das Rad und somit Versicherungsfähig

Rennrädle
von: memy

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 17.08.22 21:50

In Antwort auf: AndreMQ
...Deshalb müssen die Dinger so stabil ausgeführt werden, weil sonst die Produkthaftung zuschlägt....
Irgendwann sind wir so weit, dass sich Radfahrer diese "Mofas" (motorisierte Fahrräder) zurück rüsten in dem sie alles mit Kabeln dran entsorgen, damit dann am Ende ein stabiles Reiserad dasteht, welches sonst nicht mehr zu bekommen ist.
von: Rennrädle

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 17.08.22 21:53

In der Zwischenzeit halte ich ein Pedelec mit 45km/h sinnvoller als ein Ebike mit 25km/h.

Mit 45km/h kommt man wirklich effektiv und schnell zb zur Arbeit, wenn diese weiter weg ist und für normales mit normalen Rädern zu weit weg ist. Und ja, mit Radfahren hat das kaum noch was zu tun.

Mir ist mein Ebike, zumindest wenn ich mich eingeradelt habe, zu langsam und mein Rennrad ist mir lieber weil einfach viel flinker.

(Dummerweise muss ich Radelpause einlegen da ich mir vor 3 Tagen mal wieder einen Bänderriss im Fußgelenk zugezogen habe. Vermutlich werde ich nun wieder das Ebike dann nehmen (müssen).)

Rennrädle
von: Wuppi

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 17.08.22 22:41

In Antwort auf: Rennrädle
In der Zwischenzeit halte ich ein Pedelec mit 45km/h sinnvoller als ein Ebike mit 25km/h.
Du meinst bestimmt Pedelec = 25 km/h und eBike = 45 km/h ?

In Antwort auf: Rennrädle
Mit 45km/h kommt man wirklich effektiv und schnell zb zur Arbeit, wenn diese weiter weg ist und für normales mit normalen Rädern zu weit weg ist. Und ja, mit Radfahren hat das kaum noch was zu tun.
allerdings ohne Nutzung von Radwegen, Waldstücken, Wanderwegen, Fahrradstrassen ..... und mit Helmpflicht.
von: derSammy

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 17.08.22 22:53

Die Logik mit den 45km/h hab ich nie verstanden. Gerade ein Preckerl zu langsam für das Mitschwimmen im Kfz-Verkehr, was riskante Überholmanöver provoziert.
Wenn schon Zweiradkraftfahrzeug fürs innerstädtische Pendeln, dann so wie es die DDR gemacht hat, mit Freigabe bis 60km/h. Das ergibt wirklich Mopeds, die ein Auto ersetzen können. Mit den Blechen wie bei der Schwalbe sogar weitgehend Schmuddelwettertauglich. Lediglich auf Eisglätte im Winter kommen die Einspurnachteile so richtig raus.

Aber nein, solch ein Fahrzeug gehört selbstverfreilich auf die Fahrbahn und hat auf Radwegen und ähnlichen Alternativstraßen nix zu suchen, daher hier OT.
von: Anonym

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 18.08.22 06:40

In Antwort auf: derSammy
Die Logik mit den 45km/h hab ich nie verstanden. Gerade ein Preckerl zu langsam für das Mitschwimmen im Kfz-Verkehr, was riskante Überholmanöver provoziert.
Wenn schon Zweiradkraftfahrzeug fürs innerstädtische Pendeln, dann so wie es die DDR gemacht hat, mit Freigabe bis 60km/h. Das ergibt wirklich Mopeds, die ein Auto ersetzen können. Mit den Blechen wie bei der Schwalbe sogar weitgehend Schmuddelwettertauglich.
Sehe ich auch so und habe das mit den 45km/h bisher nicht verstanden. Es ist zwar richtig, dass die Durchschnittsgeschwindigkeit in den Städten unter 30km/h liegt, aber das ist jetzt kein Argument. Es gibt aber mit den auf 20km/h und zur Nutzung der Fahrradinfrastruktur bestimmten E-Rollern ein weiteres E-Fahrzeug, dessen Sinn man diskutieren kann.
In Antwort auf: derSammy
Lediglich auf Eisglätte im Winter kommen die Einspurnachteile so richtig raus.
Das Problem hat sich klimatechnisch praktisch gelöst, zumindest was ich so in meiner Umgebung mitbekomme. Ich mache mir schon seit Jahren keinen Kopf mehr um Schnee und Eis auf Straßen und Wegen.
In Antwort auf: derSammy
Aber nein, solch ein Fahrzeug gehört selbstverfreilich auf die Fahrbahn und hat auf Radwegen und ähnlichen Alternativstraßen nix zu suchen, daher hier OT.
Das ist richtig.
von: hopi

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 18.08.22 07:26

In Antwort auf: derSammy
Die Logik mit den 45km/h hab ich nie verstanden. Gerade ein Preckerl zu langsam für das Mitschwimmen im Kfz-Verkehr, was riskante Überholmanöver provoziert.
Wenn schon Zweiradkraftfahrzeug fürs innerstädtische Pendeln, dann so wie es die DDR gemacht hat, mit Freigabe bis 60km/h.
bezüglich einer nicht oder nur schlecht nachvollziehbaren Logik könnte man sicherlich viele Beispiele aus dem bei uns geltenden Regelwerk nennen. Manches nehme ich einfach zur Kenntnis und bin auch bereit mich weitestgehend daran zu halten.

Vielleicht sollte man die Begrenzung auf 45 km/h für gewisse e-bikes als einen ersten Schritt zur vielfach gewünschten allgemeinen Reduzierung der innerstädtischen Verkehrsgeschwindigkeiten nicht nur betrachten, sondern ausdrücklich begrüßen. Eine weitestgehende Einführung vom 30 km/h-Zonen wird doch gerade aus so manchen Kreisen der Radfahrerlobby gefordert. schmunzel
von: hopi

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 18.08.22 07:40

In Antwort auf: derSammy
Die Logik mit den 45km/h hab ich nie verstanden. Gerade ein Preckerl zu langsam für das Mitschwimmen im Kfz-Verkehr, was riskante Überholmanöver provoziert.
tja, wenn ich diesen Gesichtspunkt etwas näher betrachte, dürften unsere ganz normalen, ausschließlich mit menschlicher Muskelkraft betriebenen Fahrräder sowie unsere gängigen Pedelecs erst recht bei Benutzung allgemeiner Fahrbahnen/Straßen zu riskanten Überholmanövern provozieren. Eine solche Betrachtung könnte man fast als ein Plädoyer für eine weitestgehende Trennung des Fahrradverkehrs vom Autoverkehr verstehen. Beispielsweise unsere benachbarten Niederlande mach das ja so. Wollen oder sollen wir das übernehmen? Ich bin mir da nicht so ganz sicher, ob das der "richtige" Weg ist.
von: KaivK

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 18.08.22 07:54

In Antwort auf: Rennrädle
In der Zwischenzeit halte ich ein Pedelec mit 45km/h sinnvoller als ein Ebike mit 25km/h.

Mit 45km/h kommt man wirklich effektiv und schnell zb zur Arbeit, wenn diese weiter weg ist und für normales mit normalen Rädern zu weit weg ist. Und ja, mit Radfahren hat das kaum noch was zu tun.

Mir ist mein Ebike, zumindest wenn ich mich eingeradelt habe, zu langsam und mein Rennrad ist mir lieber weil einfach viel flinker.


Das kommt meiner Meinung nach sehr auf die Topographie an: hier in Stuttgart ist man mit einem E-Bike doch deutlich schneller auf dem Weg zur Arbeit. Das hilft ungemein bei den 150hm beispielsweise auf meinem Arbeitsweg. Die drei Male, dass ich mal das Ebike meiner Freundin geklaut habe. Ich war trotz relativ geringer Unterstützung im Eco/Tour Modus und Impfung am vorherigen Tag und deswegen Schonung schneller. Den Turbo-Modus kann ich aber auch gar nicht ab. Das digitale Fahren nimmt mir jeglichen Spaß und Kontrolle und das würde ich nun wirklich nicht mehr als Radfahren bezeichnen.

Und moderne E-Bikes haben auch nur noch einen sehr kleinen Widerstand jenseits der 25km/h. Wahrscheinlich geringer als mein SON, der stets das Licht betreibt. Wenn man bei einem Ebike also noch schnelle Bereifung aufzieht, ist der einzige Unterschied das höhere Gewicht und die oftmals gröber abgestufte Schaltung. Man muss natürlich ein Fahrrad finden, was nicht eine hollandradähnliche Position erfordert.

Ich finde die 45er S-Pedelecs eher nicht so überzeugend. Aber zur Zeit bleibe ich sowieso erstmal bei meinem Muskelrad.
von: derSammy

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 18.08.22 08:03

Beim Fahrrad ist ja der Geschwindigkeitsunterschied meist deutlich größer, der Überholweg daher dann viel geringer. 45km/h vs 50 (-60) km/h braucht einen ziemlich langen Überholweg...

Und so sehr ich auch ein Beführworter von Tempo 30 innerorts bin, es wird da sehr wahrscheinlich weiterhin Ausfallstraßen geben, wo mehr als 30km/h zulässig sein wird. Und als Moppedfahrer wirst du da auch fahren wollen. zwinker
von: Toxxi

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 18.08.22 08:18

In Antwort auf: memy
Irgendwann sind wir so weit, dass sich Radfahrer diese "Mofas" (motorisierte Fahrräder) zurück rüsten in dem sie alles mit Kabeln dran entsorgen, damit dann am Ende ein stabiles Reiserad dasteht, welches sonst nicht mehr zu bekommen ist.

grins
von: Martina

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 18.08.22 08:33

In Antwort auf: iassu
Etwas, was zwingend nötig ist, kann durchaus auch autonom vom eigenen Ich als solches erkannt und eingestuft werden. Eine Verpflichtung von außen, welcher Couleur auch immer, ist doch hier völlig irrelevant.


Die eigentliche Frage ist aber doch, ob es zwingend notwendig ist. Genau das bestreite ich nämlich. Und finde es daher nicht förderlich, anderen, die eh schon Bedenken haben, ob sie es wirklich riskieren können, eine Radtour oder gar -reise zu unternehmen auch noch einzureden, dass es nichtmal Diskussionsbedarf darüber gibt, ob es zwingend notwendig ist.


Zitat:

Das ist doch im Prinzip nichts anderes, als daß ich aus eigener Überzeugung Geld mitnehme, wenn ich das Haus verlasse, auch wenn nicht abzusehen ist, ob ich es brauchen werde. Wenn ich dann mal blöd dastehe, weil ich keines mitgenommen habe, hat mich eben das Leben erzogen.


Wenn diese deine Überzeugung aber andersrum dazu führt, dass du dich nicht traust, das Haus zu verlassen, weil dir gerade das Bargeld ausgegangen ist und du daher dringend zum Geldautomaten müsstest, dann kriegst du ein ganz anderes Problem. grins

Zitat:

Ein Tip, lowest basics am Fahrrad zu kennen und zu können, ist nichts anderes als ein Aufmerksammachen auf etwas, was man vielleicht nicht auf dem Schirm hatte.


Höchstwahrscheinlich wird die Meinung zu diesem Thema wie so oft stark davon beeinflusst, welche Leute man so kennt und ggf. auch davon wie man die Menschheit generell einschätzt. Ich scheine mehr unsichere Menschen zu kennen, die viel nachdenken und sich durch die Postulation von angeblichen oder wirklichen Selbstverständlichkeiten eher abschrecken lassen, während du eher welche zu kennen scheinst, denen du nicht zutraust, selbst auf Naheliegendes zu kommen. zwinker
von: Uli

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 18.08.22 09:01

Zitat:
Höchstwahrscheinlich wird die Meinung zu diesem Thema wie so oft stark davon beeinflusst, welche Leute man so kennt ....

Davon bin ich überzeugt. Ich habe in meinem Leben zuviele Leute kennengelernt, die einen guten Ratschlag ganz schnell als Verpflichtung interpretieren, vor allem wenn sie von etwas nicht überzeugt sind. Wir hier im Forum sollten uns immer wieder klar machen, dass wir bei wenigen Fahrrad-Themen doch nicht repäsentativ oder durchschnittlich sind.
Gruß
Uli
von: iassu

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 18.08.22 09:21

In Antwort auf: Martina
In Antwort auf: iassu
Etwas, was zwingend nötig ist, kann durchaus auch autonom vom eigenen Ich als solches erkannt und eingestuft werden. Eine Verpflichtung von außen, welcher Couleur auch immer, ist doch hier völlig irrelevant.
Die eigentliche Frage ist aber doch, ob es zwingend notwendig ist.
Nö. Was ich meine, entscheidet sich im Vorfeld. Wenn ich entscheide, daß es notwendig ist, brauche ich dazu niemanden von außen. Ob das dann gestimmt hat, entscheidet das Leben.
In Antwort auf: Martina
In Antwort auf: iassu
Das ist doch im Prinzip nichts anderes, als daß ich aus eigener Überzeugung Geld mitnehme, wenn ich das Haus verlasse, auch wenn nicht abzusehen ist, ob ich es brauchen werde. Wenn ich dann mal blöd dastehe, weil ich keines mitgenommen habe, hat mich eben das Leben erzogen.
Wenn diese deine Überzeugung aber andersrum dazu führt, dass du dich nicht traust, das Haus zu verlassen...
Dann ist das entweder gerade gut, oder eben eine Fehlentscheidung. Ebenfalls müssen hier keine anderen Instanzen herbeigezogen oder involviert werden.
In Antwort auf: Martina
In Antwort auf: iassu
Ein Tip, lowest basics am Fahrrad zu kennen und zu können, ist nichts anderes als ein Aufmerksammachen auf etwas, was man vielleicht nicht auf dem Schirm hatte.
Höchstwahrscheinlich wird die Meinung zu diesem Thema wie so oft stark davon beeinflusst, welche Leute man so kennt und ggf. auch davon wie man die Menschheit generell einschätzt.
Ich sehe das ganz allgemein. Hier im Forum gab es doch so manche Berichte von Radreisen, die aus Unbedachtheit gleich mit erheblichen Mängeln losgefahren sind, die ihnen später dicke Probleme gemacht haben. Unterm Strich wäre es da in jedem Fall besser gewesen, sie auf so etwas aufmerksam zu machen. Vollkommen egal, wie sie das psychisch aufgenommen hätten.
von: Juergen

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 18.08.22 09:22

In Antwort auf: Juergen
Die meisten Stromer wissen doch überhaupt nicht, was ein Umwerfer ist und hoffen,...............
Gestern wurden alle meine Vorurteile bestätigt. Die Szene, in der bei einem Kettenladen falsche und irreführende Behauptungen aufgestellt wurden, war schon haarsträubender Unsinn und die Argumente der Verkäufer zielten nur darauf ab, teure Boschräder zu verkaufen und die Kunden zu vergackeiern.
Dass ein Akku eben 1000,- Euro kostet, ist halt so. Was für ein furchtbares Geschwätz, das über den wissbegierigen Kunden hereinbricht.
https://www1.wdr.de/fernsehen/haushalts-check/sendungen/hilfe-haushalt-yvonne-daniel-ebike-100.html
von: BeBor

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 18.08.22 10:02

Ohne den Film gesehen zu haben: von zwei Leuten, die seit Jahren im Fahrradhandel arbeiten, weiß ich, dass es nie zuvor in dem Umfange “Verkäuferschulungen” der Hersteller und Einkaufsverbände gegeben hat, wie seit Beginn des E-Booms. Oft mehrtägige Veranstaltungen mit simulierten Verkaufsgesprächen, Einwandentgegnungstraining und abends Ringelpietz mit Anfassen zur Stärkung der Gruppendynamik und zur Festigung der Identifikation mit der offiziellen Produktphilosophie.

Die “Fachberater” können gar nicht anders, als das Eingetrichterte wieder hochzuwürgen. Sollte eigentlich jeder wissen, der sich denen ausliefert.

Bernd
von: Juergen

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 18.08.22 10:44

Wenn im öffentlichen Rundfunk unwidersprochen hingenommen und als Wahrheit verbreitet wird, dass VR- oder HR Motoren oft ausfallen und nur der Mittelmotor von Bosch zuverlässig sei, dann sollten die Redakteure ihren Hut nehmen. entsetzt
von: Keine Ahnung

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 18.08.22 10:47

Es ist leider so, dass den meisten potentiellen Kunden das eigene Verständnis von der Materie fehlt und dass nur wenige bereit (oder manchmal auch in der Lage) sind, sich hier Wissen selber anzueignen. Das ist ein wenig verwandt mit dem, was ich oben zu "eigenen Reparaturarbeiten" angesprochen habe. Wenn ich mich dann voll auf Händler verlassen muss, kann es durchaus sein, dass ich hier Unnötiges aufgeschwatzt bekomme. Offensichtlich sitzt das Geld aber doch recht locker. Das denke ich mir ja auch bei den Fällen, wo ein Händler mit dem Flicken eines Platten beauftragt wird.

Bei den meisten "Fahrrad-Fachsendungen" aber auch "Radreiseberichten" im Fernsehen schalte ich lieber gleich wieder aus bzw. gar nicht erst an, da diese häufig dazu führen, dass ich aus dem Kopfschütteln nicht mehr herauskomme bzw. realisiere, dass meine "Fahrrad-" und "Radreisewelt" eine völlig andere ist, als die im Fernsehen dargestellte.

Was Informationen zur Fahrradtechnik oder dem Fahrradkauf angeht, muss man aber auch sagen, dass es sehr schwer ist, hier objektive Aussagen zu finden. Bei so manchem "Testergebnis" im Internet oder in "Fachzeitschriften" habe ich doch den starken Verdacht, dass hier Firmeninteressen eine Rolle spielen. Wenn z. B. ein "Testergebnis" die Aussagen des Verkaufsprospektes einfach wiederholt, so weiß ich, was ich davon zu halten habe. Hier ist es für den "Laien" wirklich schwer, sinnvolle Entscheidungen zu treffen und so ist der Weg zum Radhändler nur natürlich, wenn man in der Bekanntschaft keine "Experten" hat.
von: iassu

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 18.08.22 11:21

Wenn soviel Geld im Spiel ist, braucht man von keinerlei Unschuld bei wem auch immer auszugehen.
von: HeinzH.

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 18.08.22 11:35

In Antwort auf: Juergen
In Antwort auf: Juergen
Die meisten Stromer wissen doch überhaupt nicht, was ein Umwerfer ist und hoffen,...............
Gestern wurden alle meine Vorurteile bestätigt. Die Szene, in der bei einem Kettenladen falsche und irreführende Behauptungen aufgestellt wurden, war schon haarsträubender Unsinn und die Argumente der Verkäufer zielten nur darauf ab, teure Boschräder zu verkaufen und die Kunden zu vergackeiern.
Dass ein Akku eben 1000,- Euro kostet, ist halt so. Was für ein furchtbares Geschwätz, das über den wissbegierigen Kunden hereinbricht.
https://www1.wdr.de/fernsehen/haushalts-check/sendungen/hilfe-haushalt-yvonne-daniel-ebike-100.html
Das alles erlebe auch ich oft und mir kringeln sich manchmal die Fußnägel, wenn ich den antrainierten Unsinn sowohl von Verkäufern als auch von Inhabern kleiner Fahrradläden hören muß. Unabhängig von solchen Verkaufsgesprächen: Gebt Euch mal als Interessenten aus und fragt den Verkäufer im Verlauf des Gesprächs:
"Mit welchen Zellen sind die Boschakkus eigentlich bestückt, mit Samsung 25R oder mit 35E?"
Der Verkäufer wird ungesund schnappatmen und dann irgendwie versuchen sich in souveräner Stimmlage herauszureden. Doch eine richtige Auskunft wäre nicht unwichtig damit ein versierter Kunde einschätzen kann, ob die Akkubestückung* zu seinem persönlichen Fahrprofil passt.
HeinzH.

*25R = Hochstromzelle, 35E = Hochkapazitive Zelle
von: BeBor

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 18.08.22 11:37

In Antwort auf: Keine Ahnung
Was Informationen zur Fahrradtechnik oder dem Fahrradkauf angeht, muss man aber auch sagen, dass es sehr schwer ist, hier objektive Aussagen zu finden. Bei so manchem "Testergebnis" im Internet oder in "Fachzeitschriften" habe ich doch den starken Verdacht, dass hier Firmeninteressen eine Rolle spielen.

Fachzeitschriften mit unabhängigen Redaktionen, die sich zuvorderst der objektiv-kritischen Berichterstattung verpflichtet fühlen, halte ich seit der “Machtergreifung” des Internets für ausgestorben. Die heutigen Pseudofachblätter sind werbefinanzierte Influencer der verbliebenen Papiermedien.

Bernd
von: iassu

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 18.08.22 11:38

Ein auch nur hauchzart standfester Verkäufer wird fragen, welche davon welche Eigenschaften haben und ich werde verstummen. Wie peinlich.
von: iassu

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 18.08.22 11:41

Die üblichen Kaufmichbravos unterstreichen deine Ansicht. Heute kenne ich nur noch die Tour, die ich für unabhängig halte. Und die Naturfoto.
von: Keine Ahnung

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 18.08.22 11:44

In Antwort auf: BeBor

Fachzeitschriften mit unabhängigen Redaktionen, die sich zuvorderst der objektiv-kritischen Berichterstattung verpflichtet fühlen, halte ich seit der “Machtergreifung” des Internets für ausgestorben. Die heutigen Pseudofachblätter sind werbefinanzierte Influencer der verbliebenen Papiermedien.

Bernd


Ich befürchte, dass das leider zumindest in sehr vielen Fällen zutrifft traurig .

Übrigens, zu Deinem Heinz-Erhardt-Zitat aus dem Film "Immer diese Radfahrer". Meiner Frau gefiel besonders die Szene als die "Radreisenden" oben auf einer Anhöhe stehen und auf einen schönen See hinabblicken und der eine schwärmt, wie schön die Landschaft dort unten sei. Heinz Erhardt erwidert darauf sinngemäß: "Und warum hetzt Du uns dann hier herauf?" grins
von: Juergen

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 18.08.22 12:00

In Antwort auf: HeinzH.
*25R = Hochstromzelle, 35E = Hochkapazitive Zelle
Sorry, aber deine 25er sind doch in Summe viel zu schwer. grins
von: BeBor

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 18.08.22 12:02

Bei der Frage nach den wirklich großen deutschen Humoristen der letzten Jahrzehnte fällt meistens nur der Name Loriot. Heinz Erhardt gehört nach meiner Meinung ebenso dazu. Und Gerhard Polt. Danach wirds mittelmäßig bis peinlich.

Bernd
von: tomrad

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 18.08.22 12:12

In Antwort auf: Juergen
Wenn im öffentlichen Rundfunk unwidersprochen hingenommen und als Wahrheit verbreitet wird, dass VR- oder HR Motoren oft ausfallen und nur der Mittelmotor von Bosch zuverlässig sei, dann sollten die Redakteure ihren Hut nehmen. entsetzt


Für vernünftige Recherche scheinen zu wenig finanzielle Mittel übrig zu bleiben. Meiner Meinung nach ist zudem ein "Sponsoring" der Hersteller, wie es in den Gazetten stattfindet, wahrscheinlich.
von: Margit

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 18.08.22 12:37

In Antwort auf: HeinzH.
Doch eine richtige Auskunft wäre nicht unwichtig damit ein versierter Kunde einschätzen kann, ob die Akkubestückung* zu seinem persönlichen Fahrprofil passt.
Denke unter allen Fahrradfahrern, egal ob mit oder ohne Motor, gibt es ganz wenige bis gar keine, welche ihr persönliches Fahrprofil kennen, sofern es sowas überhaupt gibt.

Weshalb haben viele mehr als ein Fahrrad? Im Laufe der Jahre habe ich festgestellt, treten muss alle Räder und der Untergrund, das Wetter und die körperliche/seelische Verfassung unterliegen einem starken Wechsel.
von: StephanBehrendt

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 18.08.22 12:42

In Antwort auf: Juergen
Dass ein Akku eben 1000,- Euro kostet, ist halt so. Was für ein furchtbares Geschwätz, das über den wissbegierigen Kunden hereinbricht.
https://www1.wdr.de/fernsehen/haushalts-check/sendungen/hilfe-haushalt-yvonne-daniel-ebike-100.html
Danke für den Link.
Die Äußerungen der Verkäufer auch zu den Nabenmotoren waren durchaus nachvollziehbar: sie überhitzen schon mal und schalten dann ab. Bei Daniel Aßmann merkte man, dass er schon Erfahrung hatte; ich hatte auch schon mit ihm gedreht.

Interessant aber die Kundin: im Laden kam das Kompaktrad I:SY überhaupt nicht in Frage; beim Gebrauchthändler schwärmte sie dann von dessen sehr guten Fahreigenschaften. Im Laden musste ein Rad für sie auf jeden Fall eine Rückschrittbremse haben, beim Fahrtraining fuhr sie ohne zu Murren mit zwei Handbremsen - aber machte den frauentypischen Fehler, sich über den Lenker zu beugen. Verkäufer haben es auch schwer.

Interessant auch die Selbstwahrnehmung zu den Fahrzeiten mit dem KFZ: angeblich nur 20 Minuten, in nachfolgenden Nebensätzen aber 25 Minuten und mehr.

Die Sendung zeigte, dass man im Alltag viel mehr ohne KFZ machen kann, als gemeinhin gedacht.
von: StephanBehrendt

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 18.08.22 12:46

In Antwort auf: HeinzH.
Unabhängig von solchen Verkaufsgesprächen: Gebt Euch mal als Interessenten aus und fragt den Verkäufer im Verlauf des Gesprächs:
"Mit welchen Zellen sind die Boschakkus eigentlich bestückt, mit Samsung 25R oder mit 35E?"
Außer dich interessiert das Niemanden. Denn Niemand weiß, dass es unterschiedliche Zellen gibt.
von: Holger

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 18.08.22 13:17

In Antwort auf: HeinzH.
[…] Gebt Euch mal als Interessenten aus und fragt den Verkäufer im Verlauf des Gesprächs:
"Mit welchen Zellen sind die Boschakkus eigentlich bestückt, mit Samsung 25R oder mit 35E?"
Der Verkäufer wird ungesund schnappatmen und dann irgendwie versuchen sich in souveräner Stimmlage herauszureden. […]

Und mir irgendwas erzählen können, weil ich keine Ahnung habe, was ich damit anfangen soll. So einen Kram frage ich sicher nicht, das interessiert mich auch nicht. Ich kenne meine Anforderungen, bzw. kannte sie vor dem Kauf. Stadtverkehr. Also brauche ich keine riesigen Reichweiten. Bin mit dem Ergebnis zufrieden und werde einen Teufel tun und irgendwie daran rumschrauben. Dat mache ich ja auch bei herkömmlichen Rädern eher nicht schmunzel
von: BeBor

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 18.08.22 14:27

In Antwort auf: StephanBehrendt
Interessant aber die Kundin: im Laden kam das Kompaktrad I:SY überhaupt nicht in Frage...

Noch interessanter (nachdem ich mir das filmische Meisterwerk aus der Mediathek teilweise angsehen habe) war die Aussage des Oberfachverkäufers. Das ISY könne man flach machen und ins Auto reinlegen. Wenn man mal woanders fahren will. Hurra!

Dann gehts weiter mit einem anderem Rad und der Aussage, das Rad habe einen "sportlichen Charakter", weil es einen Bosch Mittelmotor und einen rahmenintegrierten Akku habe.

Und dann noch die unangreifbar stimmige Argumentation des stellvertretenden Fachverkäufers mit der schneidigen Frisur. Am zuverlässigsten sind Mittelmotoren, das sähe man schon "an unserem Laden, weil wir nur Mittelmotor haben".

Fast so gut wie die Bettenfachberatung von Loriot nebst Gattin bei (damals) Deutschlands bekanntestem Bettenfachverkäufer, Herrn Hallmackenreuther.

Bernd
von: Rennrädle

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 18.08.22 20:09

In Antwort auf: Wuppi
allerdings ohne Nutzung von Radwegen, Waldstücken, Wanderwegen, Fahrradstrassen ..... und mit Helmpflicht.


Eine Differenzierung bei der Benutzung von Radwegen oder Freigabe landwirtschaftliche Straßen wäre vielleicht sinnvoll. Zb außerorts und straßenbegleitende für die Ebikes freigeben, denn diese werden vor allem für das direkte vorankommen von A nach B verwendet und zumindest werktags nicht von den Freizeitradlern. Und Rennradler werden auch fast so schnell, sobald es leicht Berg ab geht.

Mein Weg zur Arbeit wäre ideal. Breite, wenig frequentierte Radwege, meist Straßenbegleitend. Und durch einen Ort mit 50 oder 30 Km/h Begrenzung.

Helmpflicht wäre mir egal, da ich den auch sonst verwende.
Der Zwang, die Straße verwenden zu müssen finde ich teilweise für nicht gut, allerdings sind Roller und oft auch Radfahrer dort unterwegs. Eigentlich sollten Autofahrer damit zurecht kommen.

Aber: die Ebikes sind ja sauteuer mit meist über 6000€ +++
Und es würden viele von 25 auf 45km/h umsteigen

Rennrädle
von: HeinzH.

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 18.08.22 20:47

In Antwort auf: StephanBehrendt
In Antwort auf: HeinzH.
Unabhängig von solchen Verkaufsgesprächen: Gebt Euch mal als Interessenten aus und fragt den Verkäufer im Verlauf des Gesprächs:
"Mit welchen Zellen sind die Boschakkus eigentlich bestückt, mit Samsung 25R oder mit 35E?"
Außer dich interessiert das Niemanden. Denn Niemand weiß, dass es unterschiedliche Zellen gibt.
Eine kühne Behauptung. Oder, sorry, Du schließt von Dir auf andere.
Klick
Klick
Klick
Ich meine, ein Verkäufer von Pedelecs >3000 €uro sollte wenigstens die Basics drauf haben. Das Zauberwort heißt "Warenkunde".
Bis denne,
HeinzH.
von: Wuppi

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 18.08.22 21:13

In Antwort auf: HeinzH.
Unabhängig von solchen Verkaufsgesprächen: Gebt Euch mal als Interessenten aus und fragt den Verkäufer im Verlauf des Gesprächs:
"Mit welchen Zellen sind die Boschakkus eigentlich bestückt, mit Samsung 25R oder mit 35E?"

Ich würde vorher deinen Beitrag im Pedelec-Forum lesen. Und schon könnte ich den "Klugsch....-Modus" einschalten.
Würde mich allerdings bei meiner Entscheidung auch nicht weiter bringen.
von: BeBor

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 18.08.22 21:15

In Antwort auf: HeinzH.
Ich meine, ein Verkäufer von Pedelecs >3000 €uro sollte wenigstens die Basics drauf haben. Das Zauberwort heißt "Warenkunde".

Heinz, das ist eine Illusion von alten Säcken. Zu denen ich mich vorbehaltslos dazu zähle. Inzwischen aber illosionsfrei.

Bernd
von: iassu

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 18.08.22 21:20

Lieber Heinz, das ist ja schön und gut. Aber mehr als Homöopathie ist hier trotzdem nicht gegeben. Ihr seit absolute Exoten. Genauso wie wir hier im Radforum auch. Selbst unter Reiseradlern. Frag doch mal europaweit die Radreisenden, die du unterwegs triffst, ob sie a) Mitglied in irgendeinem Radforum sind und b) unser Forum kennen. Die Standardantwort wird nein sein. Ganz entsprechend ist es mit euch Pedelec-Spezialisten. Und wenn ihr euch noch so sehr entre nous fühlt: ihr seid Edelexoten, was durchaus als Kompliment gemeint ist. Mit den anderen 399% der Elektroradnutzer auf der Straße draußen hat das soviel gemeinsam wie ein 0,5 Gramm Stück Meteoreisen mit dem Halleyschen Kometen.
von: StephanBehrendt

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 18.08.22 21:36

Nö, Heinz.
Ich schließe mitnichten von mir auf Andere.

Ich kenne den Markt und seine Käufer durch Messen, Vorträge, Schulungen, Händlerkontakte und Mailanfragen recht gut. Die kleine Gruppe der Aktiven in den Blasen der Foren sind nicht die Kundschaft der Fahrradfachgeschäfte wie E-Motion. Deren Verkäufer in der WDR-Sendung einen recht ordentlichen Job gemacht haben. (Wir wissen nicht, wie der Bericht geschnitten wurde.) Denn auch da habe ich Erfahrung - aktuell in einem Test für NTV von vor Allem sinnarmen aber teuren Gadgets für Radfahrende.

Der Markt spaltet sich gerade auf. Die meisten Modelle werden durch ABS und dickere Akkus (wobei die Motoren immer leichter werden) und weiteren Schnickschnack immer schwerer. Es entsteht aber eine zweite Gruppe von Pedelec-Modellen unter 20 kg mit leichtern Akkus und mit leichteren und schwächeren Motoren. Leider sind bei diesen die Akkus häufig fest verbaut.
von: BeBor

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 18.08.22 21:55

In Antwort auf: StephanBehrendt
Ich kenne den Markt und seine Käufer durch Messen, Vorträge, Schulungen, Händlerkontakte und Mailanfragen recht gut. .

Dass Du das selber glaubst, nehme ich Dir gern ab.

Text entfernt. Das hätte man auch deutlich freundlicher ausdrücken können.

Bernd
von: irg

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 19.08.22 09:31

Etwas starker Tobak, deine Aussage. Ich würde sich vielleicht etwas relativieren. (Zur elektrischen Technik äußere ich mich nicht, da kenne ich mich nicht aus.)

Sind wir nicht alle durch unsere Vorlieben, unser Wissen und unsere praktischen Erfahrungen "Speichellecker" diverser Firmen? Ich z.B. verwende nur Kettenschaltungen, die ich selbst warten und reparieren kann, und lande daher aus praktischen Gründen meistens bei Shimano, ohne die Firma besonders zu mögen. Anderen könnte ich theoretisch Unangenehmes bezüglich Rohloff unterstellen, weil sie von deren Antrieb überzeugt sind.

Irgendwann werde auch ich, am frühesten sicher beim Tandem, auf elektrische Unterstützung an gewiesen sein. Bei den anderen Rädern bleibt es mir hoffentlich erspart. Denn mit der Elektrik, die mich schiebt, verliert das Rad das, was ich am meisten an ihm schätze: Es ist eine sehr einfache, reparaturfreundliche und langlebige Maschine mit sehr, sehr hoher Effizienz. Das möchte ich genießen, so lange ich kann. (Was nicht bedeutet, dass ich anderen in ihre Art zu radeln drein reden will.)
Lg!
georg
von: BeBor

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 19.08.22 09:54

In Antwort auf: BeBor

[mod]Text entfernt. Das hätte man auch deutlich freundlicher ausdrücken können.[/mod]

Ja, du hast Recht. Ich habe im Augenblick des Ärgerns einen Begriff verwendet, der blöd und unangemessen war. Dafür möchte ich mich bei Stephan entschuldigen.

Inhaltlich ärgere ich mich dennoch darüber, dass es beim ADFC, ursprünglich als Radfahrerclub gegründet, als noch niemand von Elektrorädern gesprochen hat, so gut wie keine erkennbare kritische Haltung zu den Begleiterscheinungen der Fahrradmotorisierung gibt.

Bernd
von: Keine Ahnung

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 19.08.22 10:45

Ich denke, dass der ADFC evtl. schon jetzt mehr Pedelec-Fahrer vertritt als "Normal-Radler". Zumindest wird der Trend weiter dorthin gehen. Man kann das ja beobachten, wenn man nicht gerade auf exotischen und abgelegenen Wegen unterwegs ist. Von Jahr zu Jahr nimmt die Zahl der Pedelec-Fahrer zu und wenn ich z. B. ein Stück des Weser-Radwegs entlang fahre (wir wohnen ja direkt daneben), so habe ich manchmal das Gefühl, mit meinem nicht motorisierten Fahrrad ein Exot zu sein. Des Weiteren sehe ich ganz klar einen Trend zu immer massiveren Pedelecs, die mehr und mehr Mofas oder Mopeds gleichen. Das gilt auch für MTBs, wo man eigentlich zunächst vermuten würde, dass der Wunsch nach wenig Gewicht eine Rolle spielen sollte. Wenn aber der Motor hilft, auch große Massen den Berg hinaufzuwuchten, so scheint das an Bedeutung zu verlieren. Der ADFC könnte sich hierzu natürlich kritisch äußern, aber in gewisser Weise muss er sich wohl mit den Vorlieben seiner Mitglieder zurechtfinden.

Ich begrüße dies auch nicht, insbesondere, wenn Pedelecs als der Weg zum Energiesparen und als umweltfreundliches Fahrzeug hingestellt werden. Hier würde man auch mit weniger massiver Bauweise und der Nutzung eines "normalen Fahrrads" für kleinere Strecken mehr in diesem Sinne bewirken.

Gleiches beobachten wir aber doch auch in der Autobranche. Der SUV-Wahnsinn hat doch hier schon kräftig zugeschlagen und der ADAC wird hier wohl auch keine Anti-SUV-Kampagne starten. Die Autoindustrie verkauft natürlich gerne die teuren 2-Tonner. Ganz heuchlerisch finde ich z. B. die "umweltfreundlichen" E-Autos, die das Gewicht der Akkus nochmals zum Gewicht eines SUVs addieren. Hier hatte die deutsche Autoindustrie in Kenntnis ihrer Kundschaft schon von vorneherein einen Weg beschritten, der nicht wirklich die Umweltfreundlichkeit im Visier hatte. Während japanische Voll-Hybrid-, Hybrid- und E-Autos (z. B. von Toyota) immer auch als echte Energiesparvarianten zu haben waren, hat BMW und Co. den E-Motor gefühlt nur deshalb eingebaut, um einen noch kräftigeren Anzug beim Beschleunigen zu gewährleisten und sich gleichzeitig noch das Mäntelchen des "Umweltfreundes" umhängen zu können. Da wir nicht völlig auf ein Auto verzichten können, hatten wir uns für einen Voll-Hybrid von Toyota entschieden, der noch Größe und Gewicht eines "normalen Autos" aufweisen konnte und dessen etwas umweltfreundlicheres Nickel-Metallhydrid Akku klein ist und nur dazu verhilft, den Spritverbrauch auf im Schnitt vielleicht 4 Liter zu senken. Wir machen uns nicht vor, dass dadurch ein Auto zum großen Umweltfreund wird, aber wir distanzieren uns klar von dem SUV- und E-SUV-Schwachsinn. Während ich sehr tolerant bin, was die Nutzung von Pedelecs angeht, so fehlt mir diese Toleranz im Kraftfahrbereich vollständig. Allerdings ist natürlich auch dort Entscheidungsfreiheit zu akzeptieren, sie darf aber durchaus von Kritik begleitet werden. Diese wird aber wohl nicht vom ADAC kommen.

Ich denke, dass der ADFC der ADAC für Fahrräder ist und nicht völlig anders agieren dürfte. Dennoch finde ich, dass eine Vertretung von Fahrradinteressen wichtig ist. Es geht ja hierbei weniger um die Abgrenzung "Biobike"-"Pedelec", sondern um die Belange von Fahrrädern im "Zusammenleben" mit dem bislang immer noch klar übermächtigen Kraftfahrverkehr.
von: Anonym

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 19.08.22 11:04

In Antwort auf: Keine Ahnung
....Gleiches beobachten wir aber doch auch in der Autobranche. Der SUV-Wahnsinn hat doch hier schon kräftig zugeschlagen und der ADAC wird hier wohl auch keine Anti-SUV-Kampagne starten. Die Autoindustrie verkauft natürlich gerne die teuren 2-Tonner. Ganz heuchlerisch finde ich z. B. die "umweltfreundlichen" E-Autos, die das Gewicht der Akkus nochmals zum Gewicht eines SUVs addieren. ...
Zusammen mit dem anderen, langen Text gibt es eine einfache Aussage daraus: Die Automobilindutrie ist durch und durch kriminell und asozial. Das ist technisch belegbar. Diese klare Aussage wurde mir vor ein paar Wochen von einem Moderator in irgendeinem Thread gestrichen, aber jetzt schreibt sie (der gleiche?) Moderator in 20 Sätzen verpackt grins . Warum nicht Klartext?
von: Gravelbiker_Berlin

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 19.08.22 11:35

Dann lasst mich bitte wissen, wenn sich irgendwann eine Organisation gründen sollte, die NUR die Interessen der Muskelfahrradfahrer vertritt. Ich werde dann dort sofort eintreten, egal wie hoch der Beitrag ist.
Grüße
Christoph
von: HeinzH.

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 19.08.22 12:14

In Antwort auf: Keine Ahnung
(...) Der SUV-Wahnsinn hat doch hier schon kräftig zugeschlagen und der ADAC wird hier wohl auch keine Anti-SUV-Kampagne starten. Die Autoindustrie verkauft natürlich gerne die teuren 2-Tonner. (....)
Volle Zustimmung!
Schon der bloße Begriff SUV scheint auf Kunden anziehend zu wirken. Ich habe mich seit mindestens dreißig oder mehr Jahren in keinster Weise für Autos interessiert und bei Bedarf CarSharing-Fahrzeuge benutzt. Anfang 2022 mußte ich mich plötzlich mit Pkw-Technik befassen weil meine Partnerin einen Ersatz für ihren in die Jahre gekommenen und fast nur für Dienstfahrten im Regierungsbezirk benutzten Smart ForFour benötigt und ich mich, da Ruheständler darum kümmern solle.
Mein Erstaunen war dann groß, als ich feststellte das heutzutage sogar Kleinwagen von Herstellern und/oder Medien als SUV bezeichnet werden. Schon der pure Begriff SUV scheint dermaßen werbewirksam zu sein, daß kleine Pkw die mit den richtigerweise zu kritisierenden Zweitonnenmonstern nichts zu tun haben, so bezeichnet werden.
Sorry für O.T. und bis denne,
HeinzH.
von: KaivK

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 19.08.22 12:15

Der Beitrag vom WDR war schon speziell, da fielen mir einige Unzulänglichkeiten auf.

Bei der Beratung Mittelmotor vs andere Antriebskonzepte glaube ich, dass die halt als Referenz oft Billigmotoren nehmen, hingegen der Nachteil der Frontmotoren der fehlenden eingebauten Drehmomentsensorik und der Vorteil der HR-Motoren des geringeren Verschleißes fiel hinten runter.

Die Passformen sahen oftmals schrecklich aus: verstellbare Vorbauten, die senkrecht oder nach hinten orientiert waren, das ist ja echt fragwürdig. Ob das Rad der Oma gepasst hätte, konnte man so gar nicht feststellen.

Sabine? wurde immer überzeugt, die Motorleistung hochzufahren von den Männern, man hat sie gar nicht machen lassen. Ich könnte mir gut vorstellen, dass sie von alleine vielleicht nur im Eco oder Tourmodus unterwegs gewesen wäre und das bei ihr ausgereicht hätte, die 25 km/h zu fahren und das Fahrgefühl ist auch deutlich besser.

Die Bremstipps mit der Hinterradbremse sind auch noch aus Zeiten, wo es keine hydraulische Scheibenbremsen gab, die haben eine deutlich bessere Modulation, sodass das Vorderrad nicht blockiert. Als sie vorne-über ging, hing sie auch fast wie ein Schluck Wasser auf dem Fahrrad -- wahrscheinlich wegen der deutlich zu aufrechten Position -- aber sie scheint das besser unter Kontrolle gehabt zu haben gegen Ende.

0.002 c/km. Sind das die reinen Stromkosten? Und 13c/km klingt auch nach Spritkosten. Also mein Rad kostet gerade bei Vollabschreibung über 25000km rund 20c/km vom Anschaffungspreis und Verschleißteilen, das war aber auch ein teures Fahrrad. Trotzdem sehe ich beim E-bike wenn man nicht alles selber macht das Fahrrad in der gleichen Größenordnung, minimal eher bei 10c/km.
von: Wuppi

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 19.08.22 12:21

In Antwort auf: HeinzH.
Mein Erstaunen war dann groß, als ich feststellte das heutzutage sogar Kleinwagen von Herstellern und/oder Medien als SUV bezeichnet werden.
wenn du auf einen Smart ein Surfbrett schnallst hast du schon einen SUV, ein Sport Utility Vehicle listig
von: Keine Ahnung

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 19.08.22 13:05

In Antwort auf: AndreMQ
Zusammen mit dem anderen, langen Text gibt es eine einfache Aussage daraus: Die Automobilindutrie ist durch und durch kriminell und asozial. Das ist technisch belegbar. Diese klare Aussage wurde mir vor ein paar Wochen von einem Moderator in irgendeinem Thread gestrichen, aber jetzt schreibt sie (der gleiche?) Moderator in 20 Sätzen verpackt grins . Warum nicht Klartext?


Von "kriminell" und "asozial" habe ich nichts geschrieben. Ich habe nur dargestellt, was in der Realität passiert. Um auf die Autos zurückzukommen:

Die Autoindustrie wird das produzieren und bewerben, womit sie die größten Geschäfte macht. Hier ist insbesondere auch der Kunde (der autovernarrte Deutsche) schuld und auch die Politik, die viel über Geschwindigkeitsbegrenzungen oder Abgaben regeln könnte. Lobbyismus kann hier natürlich durchaus kriminelle Züge annehmen.

Der ADAC vertritt in der Mehrheit Leute, die z. B. die Nutzung eines SUVs nicht als verwerflich ansehen und wird daher natürlich nicht gegen seine Mitglieder sprechen. Es wäre zwar schön, wenn dort nur Idealisten, Klimaschützer und Energiesparer in den Gremien sitzen würden, aber das ist unrealistisch, da dies nicht die Mitglieder des Clubs widerspiegeln würde.

Auch wenn ich nicht der "aktive Moderator" in Deinem Falle war, kann ich doch sagen, dass auch der Ton die Musik macht ...
von: HeinzH.

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 19.08.22 13:06

In Antwort auf: KaivK
Der Beitrag vom WDR war schon speziell, da fielen mir einige Unzulänglichkeiten auf. Bei der Beratung Mittelmotor vs andere Antriebskonzepte glaube ich, dass die halt als Referenz oft Billigmotoren nehmen, hingegen der Nachteil der Frontmotoren der fehlenden eingebauten Drehmomentsensorik und der Vorteil der HR-Motoren des geringeren Verschleißes fiel hinten runter.
So ist es! Tatsächlich sind viele preiswerte Getriebenabenmotoren äußerst zuverlässig* auch wenn sie wie auch die PAS-Ansteuerungen von interssierter Seite als "billig" gebrandmarkt werden. Man kann auch Drehmomentansteuerungen mit Getriebenabenmotoren kombinieren. Ich habe die Erfahrung gemacht, daß das von Herstellern beworbene "Fahrgefühl wie beim (Bio-)Fahrrad" Leute davon abhält, auch man Bio-pur zu radeln.
Der Nachteil von PAS-Systemen besteht darin, daß man mehr denken muß: Bis zu neun Stromstufen mit dreißig Kettenschaltungsgängen je nach den Bedingungen und Wünschen jeweils zu kombinieren macht dem engagierten Fahrer zwar Spaß, überfordert manch weniger sportlichen und noch weniger technik-affinen Fahrer aber zunächst**. Entwarnung: Man kann PAS-angesteuerte Systeme auch auf die faule Tour bewegen. Bei einem Knie-Bänderanriss unterwegs, daß weiß ich aus eigener Erfahrung kann man das Fahrrad sogar homöophatisch pedalierend bewegen.
Bis denne,
HeinzH.

*Nach meinen Erfahrungen leiden gerade die Mittelmotorsysteme der Markenhersteller oft unter technischen, meist elektronischen Problemen, z.Z. sind es die Shimano-eAntriebe die ins Gerede gekommen sind. Wer einmal in der norwegischen Pampa ein Problem hat und auf dem Campingplatz tagelang auf Ersatz warten mußte wird ein Lied davon singen. Bei den meisten Getriebenabenmotoren dagegen kann man Verschleißteile unterwegs mit Bordmitteln wechseln.

**Nach einiger Zeit aber mixt man virtuos/intuitiv Stromstufen und Gänge und damit Bio- und eAntrieb.
von: hopi

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 19.08.22 13:46

In Antwort auf: Keine Ahnung
Der ADFC könnte sich hierzu natürlich kritisch äußern, aber in gewisser Weise muss er sich wohl mit den Vorlieben seiner Mitglieder zurechtfinden.
tja, für Lobbyverbände wie den ADFC sollte es selbstverständlich sein, die Interessen seiner Mitglieder zu vertreten. Pedelecfahrer sind nun mal ein Teil der Mitgliedschaft des ADFC. Daher wird er wohl kaum daran vorbeikommen, auch die Interessen dieser Mitglieder zu vertreten, zu formulieren und zu befördern. schmunzel
von: Anonym

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 19.08.22 13:47

In Antwort auf: Keine Ahnung
...Von "kriminell" und "asozial" habe ich nichts geschrieben. Ich habe nur dargestellt, was in der Realität passiert...
Das ist richtig, aber genau das ist mit vielen Sätzen - völlig richtigerweise - umschrieben worden.
In Antwort auf: Keine Ahnung
...Auch wenn ich nicht der "aktive Moderator" in Deinem Falle war, kann ich doch sagen, dass auch der Ton die Musik macht ...
Auch das ist richtig, bei der taktisch klugen Abfassung von offiziellen Statements aller Art. Aber so sehe ich Forumsbeiträge nicht.
Zurück zum unsäglichen ADAC:
Der ADAC ist seit Jahrzehnten aktiver Teil Entfernt Beleidigungen Entfernt. Wir dulden deine durch nichts zu beweisenden Behauptungen nicht mehr. Das war jetzt das zweite mal. Betrachte diesen Hinweis als den letzten dazu. Maßnahmen bei Regelverstößen (Forum)
von: hopi

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 19.08.22 13:57

In Antwort auf: Gravelbiker_Berlin
Dann lasst mich bitte wissen, wenn sich irgendwann eine Organisation gründen sollte, die NUR die Interessen der Muskelfahrradfahrer vertritt. Ich werde dann dort sofort eintreten, egal wie hoch der Beitrag ist.
Grüße
Christoph
diese besteht schon. Vielleicht sollte man den Fokus nicht zu sehr auf Liegeräder und Velomobile verengen. Auch die in unserem Forum häufig bemühten "Bioräder" werden durch "human power" angetrieben. schmunzel
von: schorsch-adel

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 19.08.22 14:07

Zitat:
Inhaltlich ärgere ich mich dennoch darüber, dass es beim ADFC, ursprünglich als Radfahrerclub gegründet, als noch niemand von Elektrorädern gesprochen hat, so gut wie keine erkennbare kritische Haltung zu den Begleiterscheinungen der Fahrradmotorisierung gibt.
was für mich vor ein paar Jahren der Grund zum Austritt nach langjähriger Mitgliedschaft war. Den örtlichen ADFC hatte ich Mitte der 90er mit gegründet.
von: Anonym

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 19.08.22 14:15

Der ADAC ist seit Jahrzehnten aktiver Teil des Netzwerkes aus Automobilindustrie, technischer Normensetzung, unwirksamem KBA und der dahinter treibenden Autolobby - deren Teil der ADAC ist. Das hat alle aktuellen Verkehrsprobleme erzeugt, er ist Teil des Problems und nicht der Lösung. Ziel ist Fahrspaß im öffentlichen Raum, Spaß erzeugt Sucht und Sucht erzeugt Umsatz - und darum geht es.
Der ADFC hat definitiv nicht dieses Problem. Nicht nur nicht von der viel kleineren Größe, sondern vom ganzen Thema "Radverkehr" her. Er hat weder das Pedelec gefordert, noch gefördert. Aber er nimmt die Fehlentwicklungen hin und hat Schwierigkeiten, sich zu positionieren - z.B. bei den E-MTB in den Alpen. Was kann er tun? Im Rahmen der verbandsinternen Spielregeln zum Einbringen von Anträgen etc. einen offiziellen Brandbrief/offenen Brief/Studie/..... verfassen, in der die technischen Fehlentwicklungen beim Pedelec dargestellt werden und die notwendigen Änderungen an den technisch/gesetzlichen Vorgaben, dies bei Neuentwicklungen abzustellen. Genügende technische Expertise ist intern und extern vorhanden.
von: HeinzH.

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 19.08.22 15:37

In Antwort auf: hopi
diese besteht schon. Vielleicht sollte man den Fokus nicht zu sehr auf Liegeräder und Velomobile verengen. Auch die in unserem Forum häufig bemühten "Bioräder" werden durch "human power" angetrieben. schmunzel
Meine Partnerin und ich sind seit ziemlich genau 20 Jahren Mitglieder im HPV Deutschland e.V. Ich kann diesen Verein kreativer Menschen wirklich sehr empfehlen.
Der HPV hat noch schlanke Strukturen, man kennt sich und auf den Jahreshauptversammlung geht es manchmal fast familiär zu.
Neben den genannten Fahrrädern sind auch innovative HPBs Thema dieses Vereins: Klick
Wer derartige Wasserfahrzeuge noch nie gesehen hat, dem komme am vom 2. bis 5. September nach Hoya.
International Waterbike Regatta 2019
Warum wir trotz Pedelec im HPV sind?: Weil wir auch noch Bio radeln, u.a. knickgelenkten Fahrrädern. Eine Minderheit in der Minderheit zwinker
HeinzH.
von: HeinzH.

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 19.08.22 15:48

In Antwort auf: AndreMQ
Der ADAC ist seit Jahrzehnten aktiver Teil des Netzwerkes aus Automobilindustrie, technischer Normensetzung, unwirksamem KBA und der dahinter treibenden Autolobby - deren Teil der ADAC ist. Das hat alle aktuellen Verkehrsprobleme erzeugt, er ist Teil des Problems und nicht der Lösung. Ziel ist Fahrspaß im öffentlichen Raum, Spaß erzeugt Sucht und Sucht erzeugt Umsatz - und darum geht es. (....)
Interessanterweise steht der ADAC seit einiger Zeit einem Tempolimit auf Autobahnen nicht mehr grundsätzlich ablehnend gegenüber.
Zulauf bekommt der ADAC seit einiger Zeit von eAutofahrerInnen weil er Mitgliedern die z.Z. beste Ladekarte kostenlos anbietet. Der "grüne" VCD, dem viele der eAuto-Zielgruppe angehören, hat kein vergleichbares Angebot.
HeinzH.
von: Anonym

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 19.08.22 15:56

In Antwort auf: HeinzH
....Interessanterweise steht der ADAC seit einiger Zeit einem Tempolimit auf Autobahnen nicht mehr grundsätzlich ablehnend gegenüber.
Zulauf bekommt der ADAC seit einiger Zeit von eAutofahrerInnen weil er Mitgliedern die z.Z. beste Ladekarte kostenlos anbietet. Der VCD, bei dem viele der eAuto-Zielgruppe angehören, hat kein vergleichbares Angebot.
HeinzH.
Ja, aber der ADAC bleibt seiner jahrzehntealten Grundhaltung treu. E-Mobilität ist ein ganz dunkles Kapitel. Im Prinzip der richtige und auch umweltmäßig richtige Weg, wenn eben vernünftige, kompakte, sparsame, geschwindigkeits- und beschleunigungsbegrenzte (... und das heißt eben langweilige) E-Fahrzeuge auf der Agenda stehen. Aber diese Fahrzeuge hasst insbesondere die deutsche Automobilindustrie wie die Pest. E-Mobilität in Händen von Audi, BMW, Mercedes, Porsche und Tesla kann nur schief gehen. Bereits heute absehbar und sichtbar und wieder sind es die fehlenden, scharfen, technischen Vorgaben. Und wieder steckt hinter deren Verhinderung das Geflecht der Autolobby.
von: wpau

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 19.08.22 15:56

Langsam aber sicher tragen die Antworten nicht mehr zum eigentlichen Thema bei.
Jetzt auch noch ein Lob für den ADAC, Sachen gibt es.
von: HeinzH.

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 19.08.22 16:01

In Antwort auf: AndreMQ
(....) ...aber der ADAC bleibt seiner jahrzehntealten Grundhaltung treu. E-Mobilität ist ein ganz dunkles Kapitel. Im Prinzip der richtige und auch umweltmäßig richtige Weg, wenn eben vernünftige, kompakte, sparsame, geschwindigkeits- und beschleunigungsbegrenzte (... und das heißt eben langweilige) E-Fahrzeuge auf der Agenda stehen. Aber diese Fahrzeuge hasst insbesondere die deutsche Automobilindustrie wie die Pest. E-Mobilität in Händen von Audi, BMW, Mercedes, Porsche und Tesla kann nur schief gehen. Bereits heute absehbar und sichtbar und wieder sind es die fehlenden, scharfen, technischen Vorgaben. Und wieder steckt hinter deren Verhinderung das Geflecht der Autolobby.
Keine Frage, das ist so...
von: Anonym

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 19.08.22 16:06

In Antwort auf: wpau
Langsam aber sicher tragen die Antworten nicht mehr zum eigentlichen Thema bei.
Jetzt auch noch ein Lob für den ADAC, Sachen gibt es.
Doch, das hat mit dem Eingangspost zu tun. Das Pedelec als Vernunftfahrzeug - wie das Bio-Rad - ist positiv zu sehen und erweitert den Radius und die Mobilität vieler. Genau wie der Eingangs-Post es beschreibt. Wenn aber die Technik in die Hände von "motivierten" Ingenieuren gerät, dann wird ein Unglück daraus. Bei den E-Autos ist es bereits passiert. Bei den Pedelecs/E-Rollern/E-Bikes/S-Pedelecs/E-Motorrädern .... soll es verhindert werden. Technisch geht es problemlos, es ist nur die Frage der geschickten Gesetzgebung und einer scharfen Überwachung.
von: BeBor

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 19.08.22 16:59

In Antwort auf: AndreMQ
E-Mobilität ist ein ganz dunkles Kapitel. Im Prinzip der richtige und auch umweltmäßig richtige Weg, wenn eben vernünftige, kompakte, sparsame, geschwindigkeits- und beschleunigungsbegrenzte (... und das heißt eben langweilige) E-Fahrzeuge auf der Agenda stehen. Aber diese Fahrzeuge hasst insbesondere die deutsche Automobilindustrie wie die Pest. E-Mobilität in Händen von Audi, BMW, Mercedes, Porsche und Tesla kann nur schief gehen

Audi und Mercedes haben in den letzten Monaten verkündet, in Zukunft nur noch Fahrzeuge im Hochpreissegment anzubieten. Porsche hat nie was anderes gemacht. BMW hatte ein elektrisches "Vernunftauto", das aus dem Sortiment genommen wurde.

Wenn man gelten lassen möchte (muss man aber auch nicht), dass wir in einem System leben, in dem ohne ein Auto eine Systemteilhabe in vielen Fällen nur schwer möglich ist, bedürfte es für einen Wandel zunächst eines ausreichenden Angebotes an kleinen, erschwinglichen E-Autos. Vielleicht sogar so "vernünftig" in Größe, Reichweite und Geschwindigkeit, dass von ihnen eine wesentlich geringere Betriebsgefahr für andere Verkehrsteilnehmer ausgeht. Von solchen Autos ist in der Tat kaum was zu sehen.

Aber hier ist ja auch Rad-Forum...

Bernd
von: hopi

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 19.08.22 17:03

Zitat:
Warum wir trotz Pedelec im HPV sind?: Weil wir auch noch Bio radeln, u.a. knickgelenkten Fahrrädern. Eine Minderheit in der Minderheit zwinker
HeinzH.
Ach HeinzH, du musst dich doch nicht erklären, warum du trotz gelegentlicher Nutzung irgendwelcher elektrischer Unterstützung beim Radfahren auch noch dem HPV angehörst. Es gibt doch viele Menschen, die in verschiedenen Lebensbereichen sich auf den ersten Blick widersprechende Wünsche oder Anforderungen haben. Dann findet man sich auch gelegentlich gleichzeitig in recht unterschiedlichen Vereinen oder Verbänden wieder. So ist nun mal das reale Leben! schmunzel
von: chrisli

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 19.08.22 21:11

Moin moin! Ich lese mit Interesse, Schmunzeln etc. diesen Faden - etwas an ihm fesselt mich. Möge jeder auf seine Weise mobil sein - jeder hat sein Ich-Konzept (das ist richtig, jenes ist falsch..) Was ich beobachte: Menschen, die im früheren Leben offensichtlich wenig "Biorad" gefahren sind, ihr Pedelec in Grenzsituationen kaum beherrschen. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier: würde ich über einen längeren Zeitraum Pedelec fahren, dann wüsste ich nicht mehr, dass ich früher auf Touren nur einen 17er-Schnitt gefahren bin. Auch sehe ich wie viele unter Euch die RadlerInnen, die eine 40er-Kadenz treten, mich aber ganz locker überholen, während ich die 20 km/h anzupeilen versuche. Auf dem Arbeitsweg von gut 6 km begegnen mir zu 75 % Pedelecs (42 hm). Natürlich ist jedes Pedelec, welches wirklich einen PKW ersetzt, zu begrüßen. Viele davon sind eher Schönwetterfahrzeuge.. Der Göttinger Wald: ein erhöhtes Aufkommen von E-MTBs, deren Fahrer nie die Hügel erklommen hätten, um dann bergab die Wege umzupflügen. Ich hatte mit Corinna zu tun.. halbwegs genesen wollte ich beim Umspringen der Ampel anfahren - hinter mir ein Pedelec-fahrendes Wesen: geht's noch langsamer?
Vor einiger Zeit habe ich ein spannendes Buch gelesen: All you need is less - eine Betrachtung unserer Wirtschaftsweise aus buddhistischer und ökonomischer Sicht. Die Autoren prognostizieren einen Zusammenbruch unseres Wirtschaftssystems. Und sie postulieren, dass Menschen vorwiegend dann zu einer Verhaltensänderung bereit sind, wenn ihnen eine bequeme Alternative geboten wird: wenn ich also das Auto gegen ein Rad tausche, dann darf dessen Nutzung nicht anstrengend sein. Es gibt sicher viele Gründe, die für ein Pedelec sprechen: Alter, Gebrechlichkeit, Ausgleich von Leistungsunterschieden, extreme Topographien, Nutzung als Lastenrad.. es gibt genauso viele Gründe, diese Fahrradgattung kritisch zu betrachten: Ressourcenverbrauch, hohes Gewicht, das Angewiesensein auf Werkstätten, der Trend zum Pedelec-SUV.. So long, Chrisli
von: BeBor

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 22.08.22 10:06

In Antwort auf: Falk
In einem Kreisverkehr werden Verkehrsströme zusammengeführt und wieder getrennt, aber eben nicht gekreuzt. [..] Weil diese Radwege wegen der nicht gleichwertigen Vorfahrt aber nicht straßenbegleitend sind, kann man sie als Fahrradbenutzer guten Gewissens ignorieren. Eine Benutzungspflicht besteht einfach nicht, auch nicht mit dem berüchtigten blauen Schildern 240 und 241.

Der Beitrag ist zwar bereits ein paar Tage älter, ich komme aber noch mal auf Deine letzte Aussage zurück, weil ich jeden Tag so ein Belustigungskarussel (mit etlichen “Erlebnissen”) mehrfach durchfahre. Ist Deine Einschätzung faktisch-juristisch zweifelsfrei sicher, dass keine Benutzungspflicht besteht, wenn der umlaufende Radweg eine eigene Vorfahrtsregelung hat? Hat das Benutzen des vorfahrtberechrigten umlaufenden Radweges u. U. auch Auswirkungen auf die Handzeichenpflicht?

Bernd
von: m.indurain

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 22.08.22 10:38

In Antwort auf: BeBor
Ist Deine Einschätzung faktisch-juristisch zweifelsfrei sicher, dass keine Benutzungspflicht besteht


Auch bei "nicht straßenbegleitend" würde mich das interessieren.

Was bedeutet "nicht straßenbegleitend" im Detail?

Beispiel: Ein gut ausgebauter Bahntrassenradweg mit blauem Radwegschild läuft von A nach B. Die Straße läuft dazu mal mehr, mal weniger parallel, aber nicht unmittelbar daneben. Muss der Radweg benutzt werden oder nicht?
von: StephanBehrendt

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 22.08.22 11:20

Nicht straßenbegleitend ist ein Radweg, wenn er etwa ab 5 m von der Straße entfernt ist.
von: iassu

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 22.08.22 11:23

Definitorisch achvollziehbar, irgendwie muß man das ja fassen. Sachlich unter Umständen aber Unfug. Angenommen, ein Radweg schlängelt sich immer schön 5,5 Meter parallel zu einer Landstraße 5 km bis zum nächsten Ort: was ist das denn anderes als "straßenbegleitend"?
von: derSammy

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 22.08.22 11:24

Das Ding ist, dass es dazu keine klaren Gesetze gibt, sondern bestenfalls nur Einzelfallentscheidungen vor Gericht. Da wird dann für eine konkrete Stelle die Benutzungspflicht beschieden, aber von niederen Gerichten (sowas wird wohl kaum bis zur höchsten Instanz durchgeklagt werden) sind keine grundsätzlichen Aussagen in diese Richtung zu erwarten. Warum auch, ein anderes Landgericht könnte das ja auch anders sehen...

Aber im Kern bin ich da völlig bei Falk. Den Umstand, dass ein Radweg straßenbegleitend ist, legt ja nicht die Verkehrsbehörde fest (was die sich denken/wünschen ist oft klar, aber halt nicht ausschlaggebend), sondern man muss sich anschauen, wie es sich konkret vor Ort gestaltet. Dazu gibt es zwei grundsätzliche Kritierien:
(1) Die Vorfahrtsregelung gilt immer für die gesamte Straße einheitlich. Du wirst es nie sehen, dass z.B. die Geradeausspur mit "Vorfahrtsstraße" beschildert ist und die Rechtsabbiegespur mit "Stoppschild". Soetwas gibt es bestenfalls bei "freien Abbiegespuren" (z.B. häufig an Autobahnauffahrten), aber diese zählen rechtlich als eigene Straßen.
Das Vorfahrtsrecht ergibt sich immer aus der Straße, auf der man sich bewegt. Unabhängig davon, ob man auf der "richtigen Fahrspur" unterwegs ist (was z.B. große Fahrzeuge gar nicht immer können), oder ob man überhaupt in diese Richtung fahren darf (z.B. entgegen der Einbahnstraßenrichtung).
Wenn der Radweg eine andere Beschilderung hat, als die Straße daneben, kann der Radweg also nicht zur Straße gehören, sprich nicht straßenbegleitend sein. Das ist dann eben ein (nicht straßengebundener) Radweg, der zufällig neben der Straße lang läuft.
(2) Aus der Begrifflichkeit "straßenbegleitend" ergibt sich natürlich schon, dass der Radweg irgendwo in räumlicher Nähe zur Fahrbahn verlaufen muss. Maximal 5 Meter habe ich mal als Grenze gelesen. Ich persönlich würde es nicht am Meterband fest machen. Manchmal gibt es gute Gründe den Weg ein paar Meter weiter von der Fahrbahn weg zu legen. Und andere Radwege sind räumlich sehr nah an der Fahrbahn dran, nehmen aber z.B. jede Bodenwelle (im Gegensatz zur Fahrbahn) gänzlich ohne Ausgleich mit - total nervig.
Für mich ausschlaggebend ist aber der Fakt, ob ich als Radfahrer darauf vertrauen kann, dass mich der Radweg auch dahin bringt, wo mich die Straße auch hin bringt. Ich kenne einige Beispiele, wo der Radweg auf einmal völlig krass "ins Nirvana" abzweigt. Selbst wenn das nach einigen hundert Metern am gleichen Ziel raus kommt, ist das dann definitiv nicht straßenbegleitend. Ebenfalls nicht benutzungspflichtig ist z.B. auch ein Radweg, wenn ich von diesem aus z.B. eine Abzweigung nach links nicht erreichen kann, die ich von der Fahrbahn aus aber erreiche.
von: BeBor

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 22.08.22 11:42

In Antwort auf: StephanBehrendt
Nicht straßenbegleitend ist ein Radweg, wenn er etwa ab 5 m von der Straße entfernt ist.
Aber darum geht es ja nicht. Ein straßenbegleitender, benutzungspflichtiger Radweg hat grundsätzlich die gleiche Vorfahrtsregelung wie die Straße, neben der er verläuft. Daraus leitet sich ja u. a. die Eigenschaft “straßenbegleitend” ab. Wird die die Vorfahrtssregel exklusiv auf Teilabschnitten für den Radweg geändert, in diesem Falle die Umrundungsstrecke des Kreisels, verliert er doch die Eigenschaft, straßenbegleitend zu sein und kann damit auf dem Teilabschnitt auch nicht benutzungspflichtig sein. Eigentlich! Oder doch nicht? In meinem Falle ist der umlaufende Radweg zweifelsfrei vorfahrtsberechtigt.

Bernd
von: Falk

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 23.08.22 00:50

Danke, Du hast mir eine Menge Arbeit abgenommen. Genauso kenne ich das auch und die gleichwertige Vorfahrt ist hier ausschlaggebend. Davon abgesehen sind Radwege um Kreisverkehre in jedem Fall widersinnig, weil sie eben den Grundgedanken unterlaufen. Wer den Kreis verlässt, rechnet einfach nicht damit, dass er nochmal Vorfahrt gewähren muss. Ich habe den Eindruck, dass die Planer von Radwegen um Kreisverkehre davon ausgehen, dass die Nutzer aus Eigenschutz auf ihre Vorfahrt verzichten. Nur entsteht das Problem eben gar nicht, wenn man die Idiotenwege außenrum ignoriert.

Richtig bekloppt habe ich 2013 den Kreisverkehr »Am Wachtbergring« in Berkum, Gemeinde Wachtberg bei Bonn, empfunden. Die Radwege außenrum beginnen in jeder Richtung wenige Meter davor und sie enden ebenso wenige Meter dahinter. Hier wollte einfach nur ein Planer die Fahrradbenutzer abstrafen bis demütigen und wenn man die Idiotenwege ignoriert, gab es immer wieder kraftfahrende Helden, die einem lautstark (mit ihrer Hupe) zeigten, was sie für rechtens hielten. Nur war das eben, siehe oben, Wunsch statt Rechtslage.
von: Anonym

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 23.08.22 08:22

In Antwort auf: Falk
Danke, Du hast mir eine Menge Arbeit abgenommen. Genauso kenne ich das auch und die gleichwertige Vorfahrt ist hier ausschlaggebend. Davon abgesehen sind Radwege um Kreisverkehre in jedem Fall widersinnig,...
Oder man macht es richtig wie z.B. in NL, wo sehr genau per Haifischzähne - also ohne Schilderwald - die Vorfahrt feingesteuert wird und es funktioniert. Ein beliebiges Beispiel (Beschriftungen aus der Satellitensicht ausblenden). In diesem Falle sogar einer in jeweils beide Richtungen. Gibt natürlich x andere Verkehrsführungen, die es auch in DE gibt - und die ok sind - und die üblichen in DE, wo man im Vergleich zu NL einfach nur den Kopf schütteln kann.
von: BeBor

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 23.08.22 09:02

In Antwort auf: AndreMQ
Oder man macht es richtig wie z.B. in NL, wo sehr genau per Haifischzähne - also ohne Schilderwald - die Vorfahrt feingesteuert wird und es funktioniert.

Die forsche Tante, die mich mit ihrem Auto im Januar robust vom Rad geholt hat, war trotz Haifischgebiss UND Vorfahrt-beachten-Schild zunächst noch völlig überzeugt, das ich ihr die Vorfahrt genommen hätte. Schließlich galt an der Stelle 30 Jahre vorher lang rechts vor links.

Bernd
von: Anonym

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 23.08.22 09:06

In Antwort auf: BeBor
In Antwort auf: AndreMQ
Oder man macht es richtig wie z.B. in NL, wo sehr genau per Haifischzähne - also ohne Schilderwald - die Vorfahrt feingesteuert wird und es funktioniert.

Die forsche Tante, die mich mit ihrem Auto im Januar robust vom Rad geholt hat, war trotz Haifischgebiss UND Vorfahrt-beachten-Schild zunächst noch völlig überzeugt, das ich ihr die Vorfahrt genommen hätte. Schließlich galt an der Stelle 30 Jahre vorher lang rechts vor links.

Bernd
... ja gut, es ist normal, dass Regeländerungen von Leuten, die die Strecke seit ewig wie in Trance fahren, einfach nicht wahrgenommen werden. Im obigen Beispiel Amsterdam wird das nach Regeländerungen auch passieren. Nur werden nicht ständig die Regeln geändert.
von: Margit

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 23.08.22 09:31

In Antwort auf: Falk
Hier wollte einfach nur ein Planer die Fahrradbenutzer abstrafen bis demütigen und wenn man die Idiotenwege ignoriert,
man muss die Idiotenwege gar nicht ignorieren sondern nur den verschiedensten Fahrradnavi-Programmen folgen. Weshalb sollte ich gestern die Auto-Straße gleich nach der Kurve riskant queren und nicht auf dem Radweg rechts der Straße bis zur Ampel fahren um dann bei grün sicher queren? https://goo.gl/maps/FVGrZSLKwEifHFyu9
von: derSammy

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 23.08.22 22:13

Mag sein, dass diese Bemalung die Vorfahrtsregelung besser unterstreicht. Aber es bleibt dabei: der Fahrbahnverkehr muss zweimal -vor und nach dem Kreisel- Vorrang gewähren.
Führt man Radverkehr und Kfz-Verkehr vor dem Kreisel zusammen, entfällt die Vorranggewährung (und damit eine potentielle Unfallstelle, übrigens auch für Auffahrunfälle) bei der Kreiselausfahrt.

Und die Zusammenführung von Verkehrsströmen in gleicher Fahrtrichtung ist weniger gefahrenträchtig, als eine senkrechte Kreuzung von Rad- und Kfz-Verkehrsstrom. Man denke insbesondere an große Fahrzeuge mit schlechter rückwärtiger und seitlicher Sicht, die solche Kreiselausfahrten nicht selten "im Blindflug" nehmen (müssen).

Nur ist eine Mischverkehrsführung anscheinend in Holland keine Option, wo die Separation nach Antriebsart eines der höchsten Dogmen ist.
von: Anonym

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 24.08.22 08:00

In Antwort auf: derSammy
... Nur ist eine Mischverkehrsführung anscheinend in Holland keine Option, wo die Separation nach Antriebsart eines der höchsten Dogmen ist.
Genau und nach ausgiebigen Befahrungen und Check in NL verstehe ich das sehr gute System dort und vor allem den Satz: DE hat Regeln für theoretischen Radverkehr ohne Ende (ERA, STVO, VwV zur STVO, Parteiprogramme, Radverkehrsnetzentwürfe, .... blablabla, ...), NL hat stattdessen funktionierende Radwege und Regeleinhaltung durch die Beteiligten. Die Haifischzähne haben dort volle Gültigkeit wie ein Schild, sparen aber zehntausende von Schildern und sind viel klarer und präziser.
von: FordPrefect

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 24.08.22 08:15

In Antwort auf: memy
In Antwort auf: AndreMQ
...Deshalb müssen die Dinger so stabil ausgeführt werden, weil sonst die Produkthaftung zuschlägt....
Irgendwann sind wir so weit, dass sich Radfahrer diese "Mofas" (motorisierte Fahrräder) zurück rüsten in dem sie alles mit Kabeln dran entsorgen, damit dann am Ende ein stabiles Reiserad dasteht, welches sonst nicht mehr zu bekommen ist.


Das ist ein naiver Wunschtraum:

1.: Ist der Mittelmotor demontiert, hat man nur noch eine Draisine traurig
2.: Die aktuellen Rahmen für die integrierten Akkus sind meist sackschwer, da das Unterrohr in der Regel als Alu-Gußteil ausgeführt wird. Auch der Rest dieser Elektromofas wird mittlerweile ohne Rücksicht aufs Gewicht zusammengestellt, da ja genug elektrische Kraft zur Verfügung steht. Das ist nur als Downhiller lustig... zwinker

Mein Fazit: Nach 5-spätestens 10 Jahren werden 25-35kg Altmetall verschrottet.... Dafür gibt es mittlerweile einen angesagten (und nichtssagenden) Fachbegriff: "nachhaltig" krank

Liebe Grüße / Micha
von: FordPrefect

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 24.08.22 08:25

P.S.:

Ich weiß, es gibt auch leichte E-Mofas und Nabenmotoren - aber ich möchte hier nicht über Homöopathie diskutieren.... zwinker

Micha
von: Anonym

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 24.08.22 08:33

In Antwort auf: FordPrefect
P.S.:

Ich weiß, es gibt auch leichte E-Mofas und Nabenmotoren - aber ich möchte hier nicht über Homöopathie diskutieren.... zwinker

Micha
Weil oben kurz NL erwähnt wurde. Es fällt auf, dass dort auch die Pedelecs deutlich kommen - was erst einmal ok ist. Aber es sind einfachere, damit billigere und leichtere Geräte. Ich habe es aber nicht genauer analysiert. Selten mal einen Bomber aus DE-Produktion und nie ein E-MTB gesehen. Damit These:


These entfernt. Deine beleidigenden Thesen und dein Rumgepolter ist unerträglich und verstößt wiederholt gegen unsere Regeln.
von: Jaeng

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 24.08.22 08:51

Nach meinen Erfahrungen aus 2 grenzüberschreitenden Tagesradtouren in den letzten Wochen fahren in NL genau solche fetten Pedelecs herum wie in D. Kann mir nicht vorstellen, dass alle auf Tagesausflug von D nach NL und zurück waren.
träller
von: Anonym

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 24.08.22 08:58

In Antwort auf: Jaeng
Nach meinen Erfahrungen aus 2 grenzüberschreitenden Tagesradtouren in den letzten Wochen fahren in NL genau solche fetten Pedelecs herum wie in D. Kann mir nicht vorstellen, dass alle auf Tagesausflug von D nach NL und zurück waren.
träller
Ja, zwei Dinge: Ich habe es als These formuliert, da keine statistische Erfassung. Außerdem bezog sich es auf Grossstädte. Bei Überlandfahrten habe ich gar nicht auf die Dinger geachtet und kann es nicht beantworten.
von: kaman

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 24.08.22 09:38

Einen Vorteil hat der Pedelecboom schon.
Durch die geringere Kraftanstrengung und mehr Fahrtwind, durch höhere Geschwindigkeit, sieht man kaum noch nackte Bierbäuche durch die Gegend fahren.
von: hopi

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 24.08.22 09:38

In Antwort auf: AndreMQ
Weil oben kurz NL erwähnt wurde. Es fällt auf, dass dort auch die Pedelecs deutlich kommen - was erst einmal
nicht besonders überraschend ist. In den Niederlanden gab es doch schon seit gefühlt "ewigen Zeiten" die als B4omfiets bezeichneten motorisierten leichten Zweiräder. schmunzel
von: HeinzH.

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 24.08.22 09:46

Moin moin,
ich fand den folgenden Thread aus dem Pedelecforum aufschlussreich:
40 Jahre kein Fahrrad mehr gefahren.....
Dort beschreibt jemand wie er nach vierzig Jahren ohne Fahrrad gleich zu zwei Pedelecs gekommen ist. Eines vom Discounter, ein zweites vom Fahrradhändler.
Gruß aus Münster,
HeinzH.
von: Anonym

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 24.08.22 09:47

In Antwort auf: hopi
.... nicht besonders überraschend ist. In den Niederlanden gab es doch schon seit gefühlt "ewigen Zeiten" die als B4omfiets bezeichneten motorisierten leichten Zweiräder. schmunzel
Ich meinte Pedelecs nach dem heutigen Verständnis. Es fahren weitere Fahrzeuge auf Radwegen (zumindest in erlaubten Abschnitten): Das was wir Mofas nennen, d.h. elektrisch oder Verbrenner, Roller (also Vespa-Bauform) elektrisch oder Verbrenner bis zu irgendeiner Grenze, alle möglichen lastenradähnlichen Gebilde und eine Klasse von vierrädrigen Kleinst-Autos. Wieder elektrisch oder Verbrenner. Fette Pedelecs aus DE-Produktion praktisch nicht - zumindest in Großstädten. Fehlkonstruktionen wie E-MTBs überhaupt nicht.
von: Anonym

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 24.08.22 09:54

In Antwort auf: HeinzH.
Moin moin,
ich fand den folgenden Thread aus dem Pedelecforum aufschlussreich:
40 Jahre kein Fahrrad mehr gefahren.....
Dort beschreibt jemand wie er nach vierzig Jahren ohne Fahrrad gleich zu zwei Pedelecs gekommen ist. Eines vom Discounter, ein zweites vom Fahrradhändler.
Gruß aus Münster,
HeinzH.
Ja, wobei die Geschichte dort ja erst angefangen hat, wohin es läuft, ist ja noch offen. Aber ein Punkt fällt sofort wieder auf: Drehmoment! Diese Diskussion macht technisch keinen Sinn, wenn man nicht sagt, wo das Drehmoment angreift und was zwischen diesem Punkt und dem Reifen passiert.
von: lufi47

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 24.08.22 10:11

Meine Beobachtungen in den Niederlanden sehen etwas Anders aus.
Sehr viele E-Räder, aber fast Alle leichter und dezenter als hier bei uns.
Während man bei uns gefühlt hauptsächlich E-Räder um die 30 KG und darüber sieht (siehe R&M Räder), haben wir in den Niederlanden hauptsächlich E-Räder als Tiefeinsteiger geschätzt so um die 24 KG gesehen. Was bei dem flachen Gelände ja auch nicht so verwunderlich ist.

Gruß
Lutz
von: hopi

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 24.08.22 10:57

In Antwort auf: lufi47
Meine Beobachtungen in den Niederlanden sehen etwas Anders aus.
Sehr viele E-Räder, aber fast Alle leichter und dezenter als hier bei uns.
Während man bei uns gefühlt hauptsächlich E-Räder um die 30 KG und darüber sieht (siehe R&M Räder), haben wir in den Niederlanden hauptsächlich E-Räder als Tiefeinsteiger geschätzt so um die 24 KG gesehen. Was bei dem flachen Gelände ja auch nicht so verwunderlich ist.

Gruß
Lutz
möglicherweise sollte das eine Antwort auf einen anderen Beitrag sein. Ich habe mich nicht zu Bauformen und Gewichten der in den Niederlanden häufig benutzten Pedelecs geäußert. Ich habe nur darauf hinweisen wollen, dass man dort auch schon vor dem Pedelec-Boom den Gebrauch von motorisierten Fiets (= Bromfiets) geschätzt hat, so zumindest mein über viele Jahre gefestigter Eindruck von einem Teil unserer niederländischen Nachbarn. schmunzel
von: derSammy

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 24.08.22 11:17

In Antwort auf: AndreMQ
Die Haifischzähne haben dort volle Gültigkeit wie ein Schild, sparen aber zehntausende von Schildern und sind viel klarer und präziser.

Die Haifischzähne gibt es in Deutschland als Verkehrszeichen auch (Z.342).
Dass Vorrangregelungen in Deutschland nicht ausschließlich auf die Fahrbahn aufgemalt werden, hat m.E. einen sehr guten Grund. Im küstennahen und wintermilden Holland ist es recht leicht, die Fahrbahn stets schnee- und eisfrei zu halten. In Deutschland kann man davon nicht überall ausgehen...
von: derSammy

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 24.08.22 11:23

In Antwort auf: lufi47
Meine Beobachtungen in den Niederlanden sehen etwas Anders aus.
Sehr viele E-Räder, aber fast Alle leichter und dezenter als hier bei uns.

Das mag auch vom Radrevier abhängen. Mein Eindruck aus Utrecht: Pedelec-Quote sehr gering. Ergibt dort auch nicht so viel Sinn. Das Rad wird dort für Wege <5km verwendet, und das Rad entweder auf der Straße, oder im Fahrradparkhaus geparkt. Die Topografie ist topfflach, Windschutz durch die Bebauung geben. Ein (schweres) Pedelec hat da kaum Vorteile, die Nachteile (Gewicht, Klauwert, Unterhaltsaufwand) wiegt das nicht auf.
von: Anonym

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 24.08.22 11:23

In Antwort auf: derSammy
In Antwort auf: AndreMQ
Die Haifischzähne haben dort volle Gültigkeit wie ein Schild, sparen aber zehntausende von Schildern und sind viel klarer und präziser.

Die Haifischzähne gibt es in Deutschland als Verkehrszeichen auch (Z.342).
Dass Vorrangregelungen in Deutschland nicht ausschließlich auf die Fahrbahn aufgemalt werden, hat m.E. einen sehr guten Grund. Im küstennahen und wintermilden Holland ist es recht leicht, die Fahrbahn stets schnee- und eisfrei zu halten. In Deutschland kann man davon nicht überall ausgehen...
Wie gesagt, theoretisch haben wir die besten Fahrradwege der Welt - NL hat praktisch realisierte. Die Haifischzähne habe ich in DE noch nicht gesehen. Frage weiterhin: Müssen trotzdem parallel die Schilder aufgestellt werden? Also Winter vergessen wir mal. Früher bereits wegen Salz und heute wegen Klimawandel. Außerdem galt und gilt immer: Bei irgendwie verschmutzte, nicht sichtbaren Verkehrszeichen gilt Vorsicht für alle.
von: BeBor

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 24.08.22 11:37

In Antwort auf: lufi47
Meine Beobachtungen in den Niederlanden sehen etwas Anders aus.
Sehr viele E-Räder, aber fast Alle leichter und dezenter als hier bei uns.
Während man bei uns gefühlt hauptsächlich E-Räder um die 30 KG und darüber sieht (siehe R&M Räder), haben wir in den Niederlanden hauptsächlich E-Räder als Tiefeinsteiger geschätzt so um die 24 KG gesehen.

Die Niederländer sind wesentlich unprätentiöser bei der Wahl des Fahrradtypes, der Archetyp des Alltagsrades war eigentlich schon immer das Hollandrad mit tiefem Einstieg. Die E-Räder der ersten Jahre in Deutschland waren übrigens fast allesamt so ähnlich. Und galten durchweg als Horizontal-Treppenlifte für eher ältere Herrschaften. Mit diesem Image hätte man den E-Boom für deutsche Käufer niemals einleiten können. Interessanterweise dürften die meisten dieser genannten Alt-Elektroräder ohne Motor (z. B. bei leerer Batterie) wesentlich leichter zu pedalieren sein, als viele der wuchtigen Brocken im sportlichen Design aktueller Hochpreis-Bauformen.

Bernd
von: derSammy

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 24.08.22 11:42

In Antwort auf: AndreMQ
Die Haifischzähne habe ich in DE noch nicht gesehen. Frage weiterhin: Müssen trotzdem parallel die Schilder aufgestellt werden?

Doch, doch, ich schon. War irgendwo sicher in NRW, in räumlicher Nähe zu den NL. Und ich meine auch an anderer Stelle sie schon bei Querungen von Radwegen gesehen zu haben. Vor allem an durchgehenden Radwegstrassen (Bahnradweg) sehe ich gute Einsatzzwecke, nur ist die "übliche" Regelung da ja immer dem Radweg die Vorfahrt zu nehmen (gern noch flankiert von Drängelgittern). dagegen
In der StVO stehen sie ja erst seit der Novelle von 2020, so viel Zeit war noch nicht, die durch Verkehrsplanung und -umsetzung bekommen zu haben. Und die größte Hürde dürfte wohl sein, sie überhaupt erst mal in die Köpfe der Verkehrsplaner (als überhaupt mögliche Option) zu bekommen.
Was die Schilderfrage betrifft, tendiert mein Bauchgefühl ganz klar zu "ja, na klar müssen parallel dazu noch Schilder hin". Zum einen, weil kaum wer das Z.342 kennt (und im Zweifelsfall in der Praxis dann "wer mer PS hat, hat Vorfahrt" gewinnt) und zum anderen, aus dem bereits genannten Grund, dass die Markierung aus diversen Gründen nicht erkennbar sein kann. Neben Schnee kommt da noch das Abfahren der Markierung, Verschmutzung und Dunkelheit hinzu. Ich finde es viel zu heikel, wenn so etwas wirklich relevantes wie das Vorfahrtsrecht dann davon abhängt, wie man Straßenpinseleien erkennt (oder eben auch nicht). Von daher: Flankierend in rechts-vor-links-Bereichen oder zur Unterstützung einer entsprechenden Ausschilderung mit Z. 205 (oder von mir aus auch Z. 206, wobei wir da ja die Halteline haben), ok. Aber bitte keinesfalls alleinig vorfahrtsregelnd.
Und ich denke dabei noch nicht mal an den "Dauerzustand" in ferner Zukunft, sondern vor allem an die Einführungs- und Übergangsphase, wo es nur so danach schreit Unfällen zu provozieren.
von: BeBor

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 24.08.22 11:47

In Antwort auf: derSammy
In Antwort auf: AndreMQ
Die Haifischzähne habe ich in DE noch nicht gesehen. Frage weiterhin: Müssen trotzdem parallel die Schilder aufgestellt werden?

Doch, doch, ich schon. War irgendwo sicher in NRW, in räumlicher Nähe zu den NL. Und ich meine auch an anderer Stelle sie schon bei Querungen von Radwegen gesehen zu haben.

Unsere erste Fahrradstraße im Ort wurde vor ca. eineinhalb Jahren als solche umgewidmet und gekennzeichnet. Aufgemalte Haifischzähne sind an jeder Einmündung.

Bernd
von: Anonym

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 24.08.22 11:48

In Antwort auf: derSammy
.... Neben Schnee kommt da noch das Abfahren der Markierung, Verschmutzung und Dunkelheit hinzu. Ich finde es viel zu heikel, wenn so etwas wirklich relevantes wie das Vorfahrtsrecht dann davon abhängt, wie man Straßenpinseleien erkennt (oder eben auch nicht). Von daher: Flankierend in rechts-vor-links-Bereichen oder zur Unterstützung einer entsprechenden Ausschilderung mit Z. 205 (oder von mir aus auch Z. 206, wobei wir da ja die Halteline haben), ok. Aber bitte keinesfalls alleinig vorfahrtsregelnd.
Und ich denke dabei noch nicht mal an den "Dauerzustand" in ferner Zukunft, sondern vor allem an die Einführungs- und Übergangsphase, wo es nur so danach schreit Unfällen zu provozieren.
Warum hat z.B. NL all diese Probleme nicht? Ja, Übergangszeit gibt es, ist aber bei jeder Vorfahrtsänderung so. Da werden temporär Hinweisschilder aufgestellt und das war es und das muss auch reichen.
von: Anonym

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 24.08.22 11:49

In Antwort auf: BeBor
... Unsere erste Fahrradstraße im Ort wurde vor ca. eineinhalb Jahren als solche umgewidmet und gekennzeichnet. Aufgemalte Haifischzähne sind an jeder Einmündung.

Bernd
Das ist gut, aber wahrscheinlich wegen fehlender Stromtrassen ist es noch nicht nach Süden durchgekommen.
von: BeBor

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 24.08.22 12:59

In Antwort auf: AndreMQ
Das ist gut, aber wahrscheinlich wegen fehlender Stromtrassen ist es noch nicht nach Süden durchgekommen.

Kann aber auch daran liegen, dass der Bahnbedienstete Alois Hingerl, nach seinem Ableben Engel Aloisius, nach wie vor mit den nicht weitergegebenen guten Ratschlägen des göttlichen Herrn an die bayrische Landesregierung im Hofbräuhaus stecken geblieben ist.

Bernd
von: Anonym

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 24.08.22 13:09

In Antwort auf: BeBor
Kann aber auch daran liegen, dass der Bahnbedienstete Alois Hingerl, nach seinem Ableben Engel Aloisius, nach wie vor mit den nicht weitergegebenen guten Ratschlägen des göttlichen Herrn an die bayrische Landesregierung im Hofbräuhaus stecken geblieben ist.

Bernd
... das erklärt es... Münchner im Himmel.
von: derSammy

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 24.08.22 15:18

In Antwort auf: AndreMQ
Warum hat z.B. NL all diese Probleme nicht? Ja, Übergangszeit gibt es, ist aber bei jeder Vorfahrtsänderung so. Da werden temporär Hinweisschilder aufgestellt und das war es und das muss auch reichen.

Ich sehe da viele Thesen, die ich nicht verifizieren kann:
- dass in NL die Haifischzähne wirklich vorrangregulierend (und nicht nur ergänzend) aufgestellt werden
- dass es keine Probleme damit gäbe
- dass temporäre Hinweisschilder dort ausreichen würden (meine Erfahrung aus Köln lehrte mich da anderes, da haben selbst ein Jahr lang stehende Schilder (die über die Aufhebung der Radwegbenutzungspflicht informierten) nicht ausgereicht, dass selbst die Polizei in ihrer eigenen Hood geschnallt hat, dass sich was verändert hat...).
Ich weiß auch nicht, wie lange die Haifischzähne in Holland schon "gängig" sind.

Objektiv gesehen ist Holland viel kleiner und verkehrsrechtliche Änderungen sind dort vermutlich in kürzerer Zeit flächendeckender umsetzbar. Wie zäh und inkonsistent sowas in Deutschland läuft, kann man z.B. gut bei der Freigabe von Einbahnstraßen (für Radfahrer) sehen. Regelfall sollte seit bestimmt zwanzig Jahren die Freigabe sein. Teilweise ist es konsequent umgesetzt, teilweise mit vielen unklaren Ausnahmen, andernorts hat man anscheinend noch nie davon gehört. Das ganze übrigens gern auch innerhalb der gleichen Kommune, je nach Stadtteil. Und noch trauriger ist natürlich die Überarbeitung der vorgeschriebenen Fahrtrichtungen, wo es eher der Regelfall ist, dass man die Ausnahmen für die Radfahrer bei der Umschilderung "vergessen" hat. So dass man zwar gegen die Einbahnstraßenrichtung radeln darf, aber nicht legal in diese hinein abbiegen darf.

Woran das liegt? Hm, vermutlich hat das schon auch was mit der Organisation der (Verkehrs-)behörden zu tun...
von: Thomas S

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 24.08.22 16:19

In Antwort auf: AndreMQ
In Antwort auf: derSammy
In Antwort auf: AndreMQ
Die Haifischzähne haben dort volle Gültigkeit wie ein Schild, sparen aber zehntausende von Schildern und sind viel klarer und präziser.

Die Haifischzähne gibt es in Deutschland als Verkehrszeichen auch (Z.342).
Dass Vorrangregelungen in Deutschland nicht ausschließlich auf die Fahrbahn aufgemalt werden, hat m.E. einen sehr guten Grund. Im küstennahen und wintermilden Holland ist es recht leicht, die Fahrbahn stets schnee- und eisfrei zu halten. In Deutschland kann man davon nicht überall ausgehen...
Wie gesagt, theoretisch haben wir die besten Fahrradwege der Welt - NL hat praktisch realisierte. Die Haifischzähne habe ich in DE noch nicht gesehen. Frage weiterhin: Müssen trotzdem parallel die Schilder aufgestellt werden? Also Winter vergessen wir mal. Früher bereits wegen Salz und heute wegen Klimawandel. Außerdem galt und gilt immer: Bei irgendwie verschmutzte, nicht sichtbaren Verkehrszeichen gilt Vorsicht für alle.


Nein, Fahrbahnmarkierungen können in Deutschland sehr wohl auch ohne Verkehrsschilder gelten, z. B. die Fußgängerüberwege. Aber in aller Regel werden trotzdem die dazu gehörenden Verkehrsschilder angebracht.

Bei den Haifischzähnen ist das aber anders. Da steht schon in der Anlage zur StVO drin, dass diese nur die Wartepflicht infolge einer bestehenden Vorfahrtsregelung (rechts vor links oder Verkehrsschilder) aufzeigen. Sie bedingen keine Vorfahrtsregelung selbst. Anl. 3 StVO
von: derSammy

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 24.08.22 21:45

In Antwort auf: Thomas S

Nein, Fahrbahnmarkierungen können in Deutschland sehr wohl auch ohne Verkehrsschilder gelten, z. B. die Fußgängerüberwege. Aber in aller Regel werden trotzdem die dazu gehörenden Verkehrsschilder angebracht.

So steht es zumindest in VwV-StVO zu § 26 (Satz 14). Link. Die Beschilderung kann nur entfallen, wo sie aufgrund der sowieso vorliegenden Wartepflicht an einer Ausfahrt obsolet ist. Mir fällt kein einziger Fußgängerüberweg ein, der nicht auch mit Z.350 beschildert wäre.
von: Thomas S

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 25.08.22 09:05

Ich kenne auch keinen. Tatsächlich habe ich bis gestern geglaubt, dass die Fahrbahnbarkierung lediglich aufzeigenden Charakter hat und die Verkehrsregelung auf dem Zeichen 350 basiert. Tatsächlich ist es genau umgekehrt. Die Regelung erfolgt durch Zeichen 293 (die Streifen) und das Zeichen 350 macht den Fußgängerüberweg nur kenntlich. Man lernt nie aus.

Ein paar Ausführungen auch auf Bußgeldkatalog.org .
von: Jaeng

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 25.08.22 11:44

Haifischzähne auf der Fahrbahn gibt es hier en France auch. Sie sind vor Spaßbremsen auf die Fahrbahn gemalt. Gruß aus einer Bar in Avaray an der Loire bei einem Bier, weil ich mit meinem Brompton ohne Tretunterstützing viel zu früh in Blois wäre. Pedelecs sind mir im Übrigen schnuppe. Wie sagte ein Kollege mal: "Nicht vor 90." In meinem Fall nicht vor 70. Bis dahin habe ich noch etwas Zeit.
Wenn ich mir vorstelle, ich hätte so ein Schwergewicht in den TER heben müssen, hätte sich meine kaputte Bandscheibe bemerkbar gemacht.
von: Indalo

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 30.08.22 12:59

https://taz.de/Der-Siegeszug-des-Fahrrads-in-Utrecht/!5869288/

" Der Siegeszug des Fahrrads in Utrecht: Die Rad-Megacity

Radfahren in Utrecht ist eine Art Besuch im Paradies. Erkenntnisse über die Autorepublik Deutschland gibt es gratis dazu. "
von: derSammy

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 30.08.22 18:54


Ich mach mal nen klickbaren Link draus. zwinker klickmich
von: Cruising

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 01.09.22 22:50

Hi,

wenn wir hier schon einen E-Bike- bzw. Pedelec-Faden haben: Offensichtlich kann man sowas auch selber bauen lach Dieses hier kann man aber sicher nicht zur Nachahmung empfehlen...

Wollte ich euch nicht vorenthalten grins

Gruß Thomas
www.bikeamerica.de
von: Margit

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 14.09.22 15:43

In Antwort auf: Juergen
Den alten Gaichtpass
jetzt ist das auch schon wieder sechs Jahre her, wie doch die Zeit vergeht. Bin gerade am Papierfotos bestellen, weiß, ist fürchertlich altmodisch - aber wo war das und wie war das Wetter? Künftig mache ich nur noch mit den Apps "GPS Map Camera" oder "SpotLens - GPS Kamera" Bilder bier
von: Rennrädle

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 15.09.22 20:26

Und wie der Zufall es will - wir sind diesen Gaichtpass heute hoch geradelt.

Es war eine wunderschöne traumhafte Runde - Weißensee-Füssen- Reutte-Weissenbach-Gaichtpass-Haldense-Grän-Pfronten-Weißensee.

Das Wetter war eher noch gnädig auch wenn wir auf den letzten 6km noch ordentlich geduscht wurden.

Und ja, ich war sehr froh um mein „e“ und es gab dennoch genug zu strampeln, sich anzustrengen um auf der letzten Rille des Akkus wieder anzukommen. Und wer der Meinung ist dass e kein radeln sei darf gerne die Runde mit meinem mal ausprobieren. Und ohne e macht es sicher auch super Spaß.

Es ist einfach eine wunderschöne Gegend hier zum radeln.

Rennrädle
von: irg

Re: Pedelec-Gedanken nach 1200km... - 16.09.22 07:43

Es ist halt ein Unterschied, ob sich jemand vom "e" unterstützen oder schieben lässt. Ich erinnere mich an eine Gruppe am Campingplatz, die lange diskutieren mussten, ob sie sich die Anstrengung, zum 4km entfernten Wirten mit "e" schieben zu lassen, antun wollten. Die sind das andere Ende der Normalverteilung.

lg!
georg