Flexible Winterbekleidung

von: ulli82

Flexible Winterbekleidung - 30.09.09 10:29

Hallo,

die weißen Gipfel an einem Morgen vor etwa 14 Tagen haben mich daran erinnert, dass der Winter (zumindest hier in der Schweiz) nicht mehr all zu lang auf sich warten lassen wird. Es stellt sich für mich nun also die Frage nach der passenden Bekleidung. Da ich in der alten Heimat nur seltenst mit Temperaturen in Richtung -10°C und kälter konfrontiert wurde, bestand bisher keine Notwendigkeit, sich wintertaugliche Bekleidung zuzulegen. So bin ich im letzten Winter im kältesten Fall mit folgender Zusammenstellung rumgefahren:
-Odlo Evolution Unterhemd lang und Unterhose lang
-leicht (mit dünnem Fleece) gefütterte, lange Windstopper Radhose
-langes Funktionsshirt, enganliegend
-Fleecejacke mit Stretchfleeceeinsätzen
-Windstopperweste
-dünne Mikrofaserhandschuhe, drüber Windstopperhandschuhe
-dünne Mikrofleecemütze

Wenn das nicht gereicht hat, wurde noch die Regenjacke drübergezogen. Ließ sich gut damit fahren und dies werde ich wohl auch weiterhin so (evtl. mit leichten Änderungen) handhaben, da bewährt.

Doch nun zum Problem: die Pausen bzw. die Abende, da ich auch im Winter zelte. Da wurde es selbst mit 200er Fleece zusätzlich zu kalt.

Somit meine Frage: Was tun?

Ich brauche also eine vernünftige Isolationsschicht. Anforderungen: leicht, leicht, flexibel, unempfindlich bzgl. Feuchtigkeit, bezahlbar.

Nach bisherigen Recherchen, bin ich bei folgender Kombination gelandet:
-dünne Jacke mit 60-80gr Primaloft One Füllung
-dünne Weste mit 60gr Primaloft One Füllung


Bin mir aber unsicher, ob diese Kombi meine Ansprüche erfüllt. Was haltet ihr davon? Wie handhabt ihr es? Bin auch für gänzlich andere Vorschläge offen.

Nochmal zusammengefasst, was ich vor habe:
-Winterradtouren mit Zelt
-Winterwandertouren mit Hüttenübernachtung (Zelt für Notfall dabei)
-Schneeschuhtouren mit Igluübernachtung
-Ski-Alpin
-Alltag

und was die Teile erfüllen sollten:
-nicht zu schwer
-gut komprimierbar
-bezahlbar
-flexibel (lieber 2 Teile die ich auch zusammentragen kann, als für jeden Fall ein extra Teil, die man nur schlecht kombinieren kann)


Schon mal vielen Dank, für eure Unterstützung.
von: Jakob

Re: Flexible Winterbekleidung - 30.09.09 13:07

Hallo,

als reine Isolationsschicht empfiehlt sich auf jeden Fall auch Daune.
Kann dir diese Jacke empfehlen. Hab mir vor kurzem die gleiche(als Weste) zugelegt.
Ist echt warm, klein verpackbar und vom Preis noch ok!

der Jakob
von: ulli82

Re: Flexible Winterbekleidung - 02.10.09 09:41

Hallo Jakob,

nach weiterer Recherche und Überlegen, bin ich nun auch der Meinung, dass eine Daunenjacke die idealste Ergänzung darstellt. Die von mir oben genannte Kombination wäre wohl ohnehin zu kalt traurig

Was ich nun also suche:
Eine nicht durchgesteppte Daunenjacke. Nicht zu kurz geschnitten mit Kapuze. Temperaturbereich (ohne jegliche Aktivität): -10 bis min -20°C. Da ich immer noch auf Packmaß und Gewicht achten möchte sollte die verwendete Daune entsprechend hochwertig sein.

Habe schon ein wenig recherchiert, bin aber noch nicht so recht fündig geworden. Entweder fehlt die Kapuze oder die Jacken sind zu warm und somit zu schwer.

Zur Zeit auf meiner Liste:
-Mammut Ambler Hodded (300g Daune, 90/10, 800er (EU?))
-Mountain Equipement Anapurna (420g, 90/10, 600 (EU?))
-Klättermusen Bore (275g, 95/5, 800+ (US?))
-Marmot Greenland Baffled (?, ?, 800+ (US?))
-Yeti Polen Panda (200-300g nach Kundenwunsch, ?, 860 (?))

So richtig überzeugt bin ich von keiner der genannten. Mir fehlt aber auch die Erfahrung. Die Geschäfte vor Ort kann man diesbzgl. auch vergessen traurig

Was meint ihr? Welche Jacke würde am Ehesten meinen Vorstellungen entsprechen? Oder kennt ihr noch andere in Frage kommende Jacken?

Vielen Dank!
von: ulli82

Re: Flexible Winterbekleidung - 02.10.09 10:05

Vergessen:
-Mountain Equipment Omega (280g, 93/7, 700+)
von: ulli82

Re: Flexible Winterbekleidung - 02.10.09 11:26

OK, mein derzeitiger Favorit ist
-Mountain Equipment Omega Jacket (280g, 93/7, 700), 745g

Als UK-Import bereits ab 260€ zu haben.

Spricht etwas gegen diese Jacke? Könnt ihr einen UK-Online-Shop empfehlen?
von: Jakob

Re: Flexible Winterbekleidung - 02.10.09 11:45

hallo

warum eigentlich nicht die lightline jacket von me?
wiegt nur 35g mehr als die omega und bekommt man schon für 239€ ohne import: Klick

In Antwort auf: ulli82
Temperaturbereich (ohne jegliche Aktivität): -10 bis min -20°C.


für den temperaturbereich(vor allem mit dem anspruch ohne aktivität) bräuchtest du eigentlich noch ne klasse an dickeren daunejacken.

der Jakob
von: ulli82

Re: Flexible Winterbekleidung - 02.10.09 11:56

Vielen Dank für deine Auskünfte. Ich sollte also eher zu Modellen wie
-Mountain Equipment Anapurna Jacket (420g, 90/10, 600), 1200g
greifen?

Gibt es da noch Alternativen im gleichen Preisbereich (Anapurna bei Globi für 350€), die etwas leichter sind?
von: silkroad

Re: Flexible Winterbekleidung - 02.10.09 17:02

Hallo,

Bei -10° oder kälter wirst du wahrscheinlich mit der gesamten derzeitigen Ausrüstung nicht weiterkommen, würde mich als normal kälteempfindlich einstufen und trage von ca. -8° bis -16° folgendes abzüglich event. einer Schicht – kommt aufs Wetter allgemein drauf an:

Kopf:
- Nackenwärmer von Vaude
- Sturmhaube dünn von Löffler oder Sturmhaube dicker von North Face
- Windstopper Fleecemütze von Berghaus, Mammut….
- Helm
- Goretexüberzughelm bei Schneefall

Oberkörper:
- Funktionshirt
- Fleeceshirt
- Fleecejacke
- Goretexjacke Löffler Colibri
Bei Bedarf event. noch Fleecegilet od. eine dicke oder dünnere Fleecejacke

Unten:
- Kurze Radhose
- Lange Unterhose
- Lange Radhose
- Gore Überhose

Füße:
- Sidi Winterschuhe mit Kältereflektierenden Einlagen (bei Klickies mußt du wegen der Kältebrücke aufpassen)
- Normale Socken
- Gore od. Löffler Überschuhe



Zum Zelten am Abend kann ich eine Primaloftjacke absolut empfehlen, sind nicht wasserempfindlich, robust, günstiger als Daune und das Packmaß ist weniger als ne Fleecejacke. Hatte auf meiner Reise eine North Face Redpoint, hat mir abends in Turkmenistan bei ca. -15° beste Dienste geleistet. Ich denke bis ca. -20° (natürlich auch mit Schichten drunter) bist mit einer Primaloft besser bedient.
Hab auch ein ähnliches Modell von Mammut was auch schon viele Hochgebirgsnächte im Biwak beim Schitourengehen mitgemacht hat, habe nie wirklich gefroren, wenn der Wind ordentlich geht wird noch eine Goretex drübergezogen die man sowieso mithat !

Lg
Christian
von: ulli82

Re: Flexible Winterbekleidung - 02.10.09 17:40

Hallo Christian,

Zitat:
Bei -10° oder kälter wirst du wahrscheinlich mit der gesamten derzeitigen Ausrüstung nicht weiterkommen


och, naja. So sehr unterscheiden sich unsere Ausrüstungen doch gar nicht (die bei mir vorhandenen und auch hierfür benutzten Sachen habe ich mal grün markiert bzw. fehlende in blau ergänzt):

Zitat:

Kopf:
- Nackenwärmer von Vaude
- Buff bzw. dünner Schal
- Sturmhaube dünn von Löffler oder Sturmhaube dicker von North Face
- Windstopper Fleecemütze von Berghaus, Mammut….
- Helm
- Goretexüberzughelm bei Schneefall

Oberkörper:
- Funktionsunterhemd (je nach Temp in Sommer, Herbst, Winterausführung)
- Funktionshirt
- Fleeceshirt
- Fleecejacke
- Softshelljacke
- Goretexjacke Löffler Colibri
Bei Bedarf event. noch Fleecegilet od. eine dicke oder dünnere Fleecejacke

Unten:
- Kurze Radhose
- Lange Unterhose
- Lange Radhose
- Gore Überhose

Füße:
- Sidi Winterschuhe mit Kältereflektierenden Einlagen (bei Klickies mußt du wegen der Kältebrücke aufpassen)
- Normale Socken bzw. Wollwintersocken
- Gore od. Löffler Überschuhe


Auf Klickies verzichte ich im Winter - nicht nur aus dem von dir angesprochenen Grund.

Nun bin ich verwirrt. Einerseits soll eine Daunenjacke mit circa 250g bester Daune zu kalt sein, andererseits ne Primaloft-Jacke, von denen ich noch keine mit einer so dicken Füllung gesehen habe, ausreichen? Zumal die Modelle, deren Packmaß kleiner als ne Fleecejacke ist wirr
von: silkroad

Re: Flexible Winterbekleidung - 02.10.09 18:49

Zitat:
Nun bin ich verwirrt. Einerseits soll eine Daunenjacke mit circa 250g bester Daune zu kalt sein, andererseits ne Primaloft-Jacke, von denen ich noch keine mit einer so dicken Füllung gesehen habe, ausreichen? Zumal die Modelle, deren Packmaß kleiner als ne Fleecejacke ist


meinte ich nicht, ich finde primaloft nur unkomplizierter, muss auch ehrlich sagen ich hab mir deine vorgeschlagenen Jacken nicht angesehen. Habe nichts gegen Daunenjacken, nur die sind halt doch eher anfällig. Meine Northface Primaloft hat einige Löcher, irgendwo aufgerissen, Funkenflug beim Feuer etc, ziemliche Gebrauchsspuren nach 16 Monaten unterwegs und häufiger Nutzung, aber die Funktion ist nicht beeinträchtigt, bei Daune wäre ich mir da nicht so sicher.
von: Jakob

Re: Flexible Winterbekleidung - 02.10.09 23:36

Hallo Matthias,

grundsätzlich würde ich dir zu einer "normalen" daunenjacke wie z.b. die mountain equipment lightline raten. der einsatzbereich ist einfach viel größer als bei noch dickeren jacken, die man wirklich nur selten braucht. das geld was man für eine richtig dicke daunejacke ausgeben müsste, würde ich dann lieber für eine "normale" daunenjacke und eine dauenweste oder primaloftjacke ausgeben.

mit der richtigen unterwäsche(z.b. wollpower oder brynje arctic) und evtl. noch einer weste kann man auch mit einer "normalen" dauenjacke bei -20°C gut klar kommen. bei -20°C ohne aktivität warm zu bleiben ist dann eher eine frage der richtigen kombination an hose, jacke, handschuhe und vor allem schuhen.

besitze selber die yeti chill dry daunejacke(wird leider nicht mehr produziert), vergleichbar mit der me lightline und hatte nur selten den wunsch nach einer dickeren daunejacke. für die nächste winterradtour werde ich mir aber auf jeden fall eine dauenhose für abends zum drüberziehen holen. und wenn ich dann doch mal frieren sollte gibts ja noch die möglichkeit sich zu bewegen zwinker

der Jakob
von: ulli82

Re: Flexible Winterbekleidung - 03.10.09 19:26

Hallo Jakob,

hast mich überzeugt. Zumal die Kombination aus "normaler" Daunenjacke und Daunenweste zumindest am Rumpf sogar einiges wärmer ist als bspw. die Annapurna.

So wird es also die Lightline und evlt. die Xoro Vest von ME werden - auch wenn die Kombi etwas teurer ist als die Annapurna.


Vielen Dank für die Tipps! schmunzel
von: ulli82

Re: Flexible Winterbekleidung - 16.11.09 13:43

So,

möchte kurz Rückmeldung geben, was es nun wirklich geworden ist.

Ich habe mir die Norröna Lyngen Down Jacket gekauft. Das ist eine Hybrid-Jacke mit 225g Daunenfüllung (750+ US, 93/7) und 100g/m^2 Primaloft an Schultern, Kapuze, seitlich am Rumpf und Ärmelunterseite. Was mir auch noch gut gefällt: Boxkammerkonstruktion am Rumpf. Ist etwa 100g leichter als die Lightline von ME und dabei mindestens genauso warm - allerding auch ne Ecke teuerer. Dafür überzeugt mich diese Jacke komplett - ich hoffe sie enttäuscht mich nicht. Wenn sie doch zu kalt sein sollte, kommt halt noch ne Weste dazu.

Nochmal vielen Dank an Alle, die mir Tipps gegeben haben (hier im Thread und per PN)!