Re: Tadjikistan 2 / Khaleikum - kirgisische Grenze

von: uwee

Re: Tadjikistan 2 / Khaleikum - kirgisische Grenze - 28.02.12 16:54





Von Khorog aus hat man zwei Möglichkeiten in den Pamir/ das Dach der Welt zu gelangen.
Über den sogenannten Pamir Highway M41 auf einigermaßen angenehmen Straße nach Murghab oder weiter entlang des Panj und später des Pamirs durch den Wakhan Korridor.
Was eigentlich nicht ganz stimmt....
Man fährt entlang des Wakhan Korridors.
Dies ist dieser eigentümliche Wurmfortsatz von Afghanistan in Richtung Osten.
Er wurde Ende des 19. Jahrhunderts "eingerichtet" um das englisch beherrschte Territorium (heutige Pakistan) von dem russischen (heute Tadjikistan) zu trennen und Konflikte der Großmächte zu verhindern.
Es ist einer der unberührtesten Landstriche der Welt und nur auf wenigen Wegen zu durchqueren.
Die von uns gewählte Straße ist ab Langar bis Alikum nur wenige Monate im Jahr geöffnet und auch in der Hochsaison nicht wirklich stark frequentiert.
Pro Tag trafen wir auf 4-6 andere Fahrzeuge- und das in beide Richtungen.
Wir brauchten für diese 150km etwa 2 1/2 Tage. Einen Laden oder sonstige Verpflegungsmöglichkeit gibt es bis auf eine "Almhütte" nicht.
Wasser gab es im ersten Abschnitt mehr oder weniger reichlich- die letzten 60km bis Alikum gar nicht (ausser Salzseen).
Die Karte von Gecko Maps verzeichnet die Wasserläufe sehr genau.

Es war eine der anstrengendsten Touren unseres Lebens....... und eine der schönsten!!!!
























































Der erste Teil der Strecke bis nach Langar ist noch richtig lieblich mit etlichen Verpflegungsmöglichkeiten und ein wenig Landwirtschaft.
Wir wurden überall freundlich aufgenommen.
Mein Freund unten ließ uns auf seinem Feld übernachten, half beim Zeltaufbau und brachte abends noch ein paar selbstgefangene Fische vorbei!





























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Die Bewohner des Pamirs sind überwiegend Ismailiten, eine gemäßigten Richtung des Islam.
Das geistige Oberhaupt ist der Aga Khan, der mit seinen Stiftungen viel für die Infrastruktur in dieser Gegend unternimmt(Verkehrswege, Gesundheit, Bildung).
Die Heiligtümer der hiesigen Ismailiten zieren die Hörner von Steinböcken und Marco Polo Schafen.
Uns wurde mehrmals erlaubt in diesen heiligen Städten unser Zelt aufzuschlagen.




















Die Wege werden jetzt allmählich schlechter.
Immer häufiger müssen wir schieben.
Dummerweise sind unsere Räder so schwer, dass wir diese dann auch nicht alleine schieben können.
Also zu zweit.... erst das eine.... dann das andere....
Spaß haben wir trotzdem!








Von dem Ort Langar, dem letzten Ort mit einer gewissen Infrastruktur hatten wir uns mehr versprochen. Schlecht sortierte Läden und auch die Unterkünfte waren in den Orten davor deutlich besser.
Hierin der Nähe fließt der Pamir in den Panj.
Wir folgen dem Pamir.
Weiterhin immer noch entlang der Grenze zu Afghanistan.



















Direkt hinter Langar beginnt der steilste Anstieg....
Diese Jungs schieben uns ein Stück hoch.
Dafür gibt es Kekse!