Kopfüber im Müllcontainer, good-bye USA

von: tapinambur

Kopfüber im Müllcontainer, good-bye USA - 17.06.13 04:36

Eine dunkle Gestalt huscht zwischen den wenig beleuchteten Gassen Long Beachs/ LA hin und her, ein Hund springt unerwartet an einen Zaun rauf und runter, fletscht die Zähne, am liebsten würde er zubeißen! Das Blaulicht einer patrouillierenden Polizeistreife wird ein paar Blocks weiter an die Wände der dicht aneinander stehenden Gebäude geworfen. Ein Rütteln an einem Tor, ein blechernes Klappern einer Abfalltonne, ein kurzes Licht flackert auf,… „nichts“!

Fabi probiert sich in dieser Nacht zum ersten Mal beim so genannten „Dumpster diving“, bei dem man versucht noch gut essbare Lebensmittel aus Müllcontainer von Supermärkten oder Bäckereien etc. zu bergen,… es bleibt beim Versuch.

Auf dem Weg aus der Stadt findet sich ein Rei-Outdoor-Shop in dem wir uns jeder ein Leatherman-Messer, sowie einen wärmeren Schlafsack besorgen.

In völliger Dunkelheit erreichen wir nach knapp 100Km den Doheng State Park und werden dort gleich von einer netten Familie zu Hot Dog, Marshmallow-smores (ein gerösteter Marshmallow sowie Schokolade zwischen 2 Kekse gepackt) und Bier an ein wärmendes Feuer geholt.

Es hätte nicht besser kommen können, die Nacht war so eisig, dass am Morgen das Wasser in unseren Trinkflaschen gefroren war, diesmal wachen wir jedoch mit einem fetten Grinsen auf. Nur im T-Shirt liegen wir in den immer noch supermolligen neuen Schlafsäcken, ein guter Kauf!

In Carlsbad kommen wir bei RE-Reconstruktions unter, eine Baufirma in der Shannon arbeitet die wir 400Km vorher, auf dem Big Sure kennenlernten. Ihr Chef Paul stellt uns ein ausgebautes Hinterzimmer mit Bad zur Verfügung, in dem wir wiedermal länger blieben als geplant. Noch im Halbschlaf schlürfen wir morgens an den schon besetzten Schreibtischen der Mitarbeiter vorbei, zur Kaffeemaschine und dann zu unserm eigenen um zu frühstücken.

„Morning,..morning,.. morning,…heyyy,… morning.“

Schon bald waren wir, wie so oft „the Germans“ Doch wir verstehen uns super mit allen. Von Erika, die ebenfalls hier arbeitet, werden wir auf eine mexikanische Tamalis-Party (Tamalis= gefüllte Mais-Teig-Rolle) eingeladen, Paul nimmt uns zu Pizza und Bier in eine Mikrobrauerei und Shannon unternimmt so gut wie jeden Abend etwas anderes mit uns, Klettern, Kochen, Stadtbummel, das volle Programm.

Auf einer Homeparty von Shannons Freund Robert, lernen wir unter anderem Greg kennen, ein Musiker, der einen unserer Songs lauscht und danach meint wir sollten bei ihm im Studio vorbeikommen, um das aufzunehmen. Gesagt getan, ein paar Tage später steht Tapinambur mit Ukulele und Mundharmonika im nagelneuen Tonstudio von Aaron Hall um zum ersten Mal ihren Song Daydreaming zu Rekorden, alles zum Nulltarif.

Danke an Greg Kester und Aaron Hall!

Nur schweren Herzens beschließen wir nach 2 Wochen weiter zu ziehen und verabschieden uns von allen lieb gewonnen Leuten, danke für alles!!!

Zu guter Letzt brachten uns Paul und Shannon dann auch noch über die mexikanische Grenze bis nach Ensenada.

Damit sagen wir,……good-bye USA und …bienvenidos en Mexico!!! :-)

Die Bilder wie immer auf www.tapinambur.de