Radreise München - Stockholm

von: Anonym

Radreise München - Stockholm - 11.06.09 15:36

Hallo,

heute nun möchte ich meinen ersten Reisebericht hier zum besten geben. Der Trip von München gen Stockholm stellt allerdings nicht meine erste Reise dar, es sollen noch Berichte meiner Reisen von München gen Meran über die Alpen sowie über die Rundtour in den Österlichen Vogesen folgen.

Aber nun solls mal mit der München - Stockholm beginnen:
Grobe Route der Reise war:

1.Teil: Quer durch Deutsche Lande

München - Freising - Regensburg - Fichtelgebirge - Thüringer Wald - Kyffhäuser - Harz - Norddeutsche Tiefebene - Lübeck - Puttgarden


2.Teil: Dänemark (2 Tage)

Rodby - Nystedt - Vordingborg - Koge - Kopenhagen


3.Teil: Schweden


Malmö - Helsingborg - Varberg - Jonköping - Linköping - Nyköping - Nynashämn




Reisebericht:

Los gings am 24.04 von München über Freising gen Regensburg durchs Tertiäre Hügelland








Am zweiten Tage folgte dann ein Besuch der Walhalla bei Regensburg, von dort gings weiter gen Schwandorf / Weiden. Zweites bild: Nabburg (unbedingt nochmal hin zum Innenstadt bewundern)






Die Reise führte und dann weiter gen Fichtelgebirge über Neustadt an der Waldnaab. Des "Fichtel" wie der Einheimische sagt, ist ein spitzen Radler Revier. Erstklassige Strecken mit tollen Fernsichten, angenehme Abfahrten, allerdings auch ein paar echte 19 % Steigungen und auch min. eine Abfahrt in dieser Kategorie.







Erschöpft am Fichtel:




Dann gings langsam in Richtung Mittelland, zuvor hatten wir aber noch einen kleinen Abstecher am bekannten Rennsteig zu bewältigen. Hier konnte ich ganz klar die Grenzen eines Randonneurs mit langem Radstand und 32mm Bereifung erfahren. Wir haben dann die Etappe geändert und die Besichtigung der - am Ende des Steigs - gelegenen Wartburg ausgelassen und sind direkt gen Erfurt / Harz weiter, aber dazu später mehr. Erst mal folgende Bilder. Erstes: Kurz vor dem Beginn des Rennsteigs bei Sonneberg erreichen wir die Wasserscheide Rhein / Elbe. Zwo: Am Rennsteig; Hütte zu Ehren eines Kartographen.
Drei: Ausblick vom Steig; Vier: Simon mit Schild








Nun geht die Reise weiter gen Erfurt um zum Kyffhäuser sowie ins Harz zu gelangen:


Anfahrt gen Erfurt:


Am Hexensabbat, also zum 30.04 waren wir dann etwa 50km vor dem Harz am Campingplatz, hier gabs dann ein Feuerchen.




Die Protagonisten der Reise am Harz:


Es geht ins Flache:



So jetzt mal zwie Tage keine Bilder, und ab jetzt führe ich die Reise als Solotrip fort; Erweiterung der ursprünglich geplanten Strecke bis nach Stockholm !

Am Elbe-Lübeck Kanal. Fieser Gegenwind, der mich nun die nächste Zeit, gerade auch an der Schwedischen West Küste begleiten soll; Ausnahme Dänemark.




Endlich! Die Küste, das Meer. Erfolg. Das erste Ziel ist erreicht:





Nun setzte ich über nach Dänemark, ich tat dies von der deutschen Insel Fehmarn aus, der dortige Hafen ist Puttgarden. Überfahrt nach Rodby ist 45 min.; Dänemark an sich ist nicht so spannend. Sehr flach, landschaftlich unattraktiv. Ich bin die Strecke nach Kopenhagen in zwei durchgebraust, auf schnellstem Wege. Ich kann nur raten, die Überfahrt von Lübeck-Ivendorf nach Trelleborg per Fähre zu wählen, dauert zwar 9 Std., geht aber über Nacht.
Von Kopenhagen bin ich dann per Bahn über die Öresund Brücke nach Malmö. Jetzt erst ein paar Tage an der Westküste gen Göteborg. Ich will die Schärenküste sehen.

Erster Abend in Schweden, etwa 30km nördl. Malmö



Schweden ist klasse !



Küste:



Will wieder hin:






Land der 1000 Seen: (Es gibt wohl um die 95000 Seen mit einer Fläche >1qkm)



Und Land der Überlandstraßen; hier auf dem Weg zum Vättern, Ortschaft Jönköping



Blick auf den Vättern:



Weiter an der Ostküste des Vättern hoch:



Die Etappe von Jönköping nach Linköping war mit die schönste der Tour (Vättern OStküste, dann dünnbesiedeltes Innenland von Östergötalnd, ergo viel Natur wenig Leute. Generell mein Rad an Schweden Reisende die die Ruhe suchen, geht ins Binnenland, Küste und Seen sind tendentiell höher frequentiert.



Typische Schwedische Siedlugsform; die Art der Besiedlung weicht hier von unserer Mitteleuropäisch bekannten "Dörflichen" Struktur deutlich ab. Wo bei uns eher kleine Dörfer im Umfang mehrerer oder vieler Häuser, Höfe vorzufinden sind, hat man in Schweden - stärker fast noch in Dänemark - die Struktur Einzelner immer außerhalb der Sichtweite des nächsten Gehöfts liegender Ansiedelungen.




In den folgenden letzten Tagen meiner Reise traf ich dann noch diesen netten Jungen Polen. Ich möchte ihn euch auf keinen Fall vorenthalten, er ist auf einer zweijährigen Reise durch Europa. Er hat mir mit unglaublicher Begeisterung von Heinz Strucke vorgeschwärmt (wir kennen ihn alle). Er nannte ihn "my Pope". US-Amerikansiche Ultra Marathons. Einfach Top. Seht euch seine Web Seite an: www.bajkajak.pl




An einem der letzten Tage hat mich dann der Skandinavische Regen erwischt, nach 100km Regenfahrt hat man auch ein Erlebnis hinter sich. Ein Bild per Selbstauslöser möchte ich euch nicht vorenthalten:



Der letzte Abend in Schweden, mal wieder ein Campingplatz mit Sicht auf den See, die Fähre in Hintergrund sollte mich dann am nächsten Tag heil über den See bringen.



Letzter Tag:
Fahrt zum Stockholmer Fährhafen Nynashämn





Hier sieht man mir die letzten Tage Regenfahrt schon an, auch ein wenig Trauer ob dem Ende der Reise. Ist so ein Solotrip doch auch immer eine Reise zu sich selbst. Man hat viel Zeit seine Dinge mit sich selbst auszumachen. Eine Reise weit weg vom daheim ist - gerade allein - auch immer eine Reise zu sich selbst. . .




Damit will ich meinen Reisebericht auch abschließen, zurück nach München bin ich schlußendlich per Zug vom Polnischen Danzig aus, nach Danzig bin ich per Fähre von Nynashämn aus gekommen. War nochmals eine interessante Erfahrung, da ich dann mit dem Nachtzug Warschau - München heimgefahren bin. Spezialität: Kein Abteil für Räder. Ich war trotzdem drin. Im Polnischen Territorium war ich im Erste Klasse Abteil mit meinem Rad einquartiert. Das war nochmal ganz schön Action, ich hab drei Polnische und Deutsche Schaffner auf Trab gehalten. Am Ende wars so dass ich in Poznan in den Deutschen Teil des Zuges Umgestiegen bin und dort mit meinem Fahrrad ins Behinderten Abteil (Schlafkabine mit 2 Betten plus Raum in den ein Rad gut passt) durfte. Ein Deutscher Schaffner (Berliner) hat sich echt für mich eingesetzt. Schuld waren aber eigentlich die Polnischen Bahnangestellten am Schalter die mich und mein Rad auf einen Zug geschickt haben, der nicht dafür geeignet war. Naja, die Nacht ab Berlin war dann absolut ruhig, habe bis Müchen HBF wunderbar geschlafen, der mich am Morgen weckende Schaffner schaute etwas verdutzt bei meinem Rad (obwohl er vom Vor-Personal informiert wurde). Bahn rocks !