Re: Italien Griechenland Sommer 2008

von: iassu

Re: Italien Griechenland Sommer 2008 - 21.09.08 22:08

Sowie gleich hinterher: Teil 6, Kreta 2

Großschrift

Kreta 2 beinhaltet einen Ausflug zur bzw. über die Schlucht Cha ins Bergland, nach Réthymno sowie ins Hinterland von Iráklio.

Die Schlucht Cha ist selbst für Kreta, das Land der Schluchten, bemerkenswert. Zum einen, weil sie von weither als tiefer Spalt im Berg sichtbar ist. Zum Zweiten, weil sie extrem ist: kurz uns steil. Aufsteigen ist nur mit Bergsteigerausrüstung möglich. Dieser erste Teil ist dann auch nur wenige 100 m lang, darüber ist das Tal Teil des europäischen Fernwanderwegs 4 und nach max 2 km Weg oben auf dem Bergrücken angekommen. Der Weiler dort besteht aus nur einzelnen verstreuten Häusern, einer Kirche und einem hoffnungsfroh geöffneten Café, dessen Besucherzahl ganzjährig sehr sehr überschaubar bleiben dürfte. Die Auffahrt dorthin, am steilen Berg entlang, beginnt viele km weiter südlich und ist einfach spektakulär, was Aussicht, Lage des Weges und, weiter oben, die Natur angeht. Auch jetzt im Hochsommer sind die Kiefernwälder satt grün, es duftet blühender Thymian, es herrscht umfassende Ruhe. Wir beobachten Ziegen, die im steilen Felshang umher klettern, Schmetterlinge, ein Wiedehopf hüpft vor uns her, Bergdohlen und Geier kreisen. Es wird nicht mehr so spät dunkel, wie im Juni in Mitteleuropa und diese Straße wollen wir nicht bei Dunkelheit zurückfahren, daher heißt es, rechtzeitig zurückzukehren. Schade. Wäre dort gern noch länger geblieben.

In Iráklio ist Parken grundsätzlich nirgends erlaubt. Dennoch steht natürlich alles voller Autos. Das ist die Geschäftsgrundlage der Knöllchenschreiber (hier verschiedene Sorten von Polizei). Für eine Nacht an der Straße inmitten ungezählter Gleichtäter werden uns 80 € berechnet und zur Sicherheit die Nummernschilder einbehalten. Letzteres merke ich allerdings erst nach einem langen Ausflugstag in Réthymno.... Der Autovermieter ist richtig nett. Obwohl, wie er aus dem umfangreichen Strafzettel entnimmt, das Auto 20 Tage (!) blockiert ist, gibt er uns für den letzten Tag noch ein anderes. Denke, mit einem kleinen Bakschisch wird er sich die Mühle schon wieder geholt haben....

Beim kleinen Ausflug an unserem Abreisetag lernen wir in zwei sehr schönen Begegnungen Einheimische kennen. Zuerst ein älteres Paar, welches ein Restaurant betreibt, einsam an der Bergstraße über der Stadt, rührend, wie der Opa sein Enkelkind betreut; und später eine alte Griechin, die einen Parkplatz bei Týlissi betreut, den seltenen Kunden der benachbarten Ausgrabungen eigene Bio-Weintrauben anbietet und versucht, die Produkte aus ihrer Häkelproduktion zu verkaufen. Sie hat sich dermaßen gefreut, eine ihrer letzten Decken an uns verkauft zu haben!
Am Abend hole ich das Fahrrad aus dem Hoteldepot und gemeinsam besteigen wir dir Nachtfähre zurück nach Pireás.

Bilder Teil 6