Re: Wien - Nizza

von: oktopus

Re: Wien - Nizza - 11.09.22 10:52

27. August 2022 / Crespino – San Benedetto Po:
Hach wie schön. Es gibt Fahrradetappen ohne Strada Infernale :-) Mein Frühstück war etwas spartanisch, was mich bei einem Bauernhof sehr wunderte. Ich bekam zwei Scheiben Zwieback, dazu Butter. Vertrockneter Kuchen hell undefinierbar lag ebenfalls auf dem Buffettisch. Orangensaft (immerhin!) und Mineralwasser konnte ich mir auch nehmen. Und der Kaffee war wieder sehr gut! Ja, das können sie in Italien.

Bei 21 °C fuhr ich los. Der Wetterbericht sagte 34 °C voraus. Ufffff ... es wurde immer heißer. Mein Bauernhof lag an der SP 33, somit musste ich zuerst ein kleines Stück auf der Regionalstraße fahren, bevor ich wieder am Po war. Und ab Guarda Veneta war der Dammweg neben dem Po sogar ein echter Radweg! Kein einziges Auto, nur asphaltierter Radweg mit ein paar Radfahrern, die mit oder ohne Gepäck den Po entlangfuhren. Herrlich!





Sogar eine Rennradfahrergruppe kam mir entgegen. So schnell konnte ich gar nicht mein Handy zücken, um sie aus der Nähe zu fotografieren!



Ich hatte bei meiner heutigen Etappe immer wieder einen schönen Blick auf den Po. Die Landschaft war richtig schön. Viel Sonne, aber das war ich schon seit Tagen so gewöhnt. Mein Ausschlag (vermutlich Sonnenallergie) war nach einer Tagesetappe immer besonders ausgeprägt, über Nacht blasste er ein wenig ab. Aber irgendwann wird er sich auch wieder beruhigen, vermutete ich. Es gibt ärgeres.









Ausgeschildert ist der Radweg super! Ich befand mich hier auf dem EuroVelo 8, der von Griechenland nach Cádiz führt. Ja, nach Cádiz! Mein Großprojekt. Der Poradweg ist Teil davon. Ab und zu hatte ich Blick auf eine Ortschaft, die nahe am Po bzw. nahe am Poradweg lag. Zufahrtswege oder Zufahrtsstraßen ermöglichten es immer wieder, den Poradweg zu verlassen, um durch den Ort zu fahren.







So einen Abzweig in eine Ortschaft machte ich um die Mittagszeit, als mein Magen immer deutlicher knurrte. Felonica hieß der Ort der Wahl, da er laut googlemaps einen Imbiss hatte. Der Imbiss bestand aus einem Toast, mehr gab's nicht. Aber 1 1/2 Liter Mineralwasser und zum Abschluss einen Espresso gab es sehr wohl.



Nicht ganz satt, dafür in Sachen Flüssigkeit gut abgefüllt fuhr ich weiter. Oh je ... schwarze Wolken zogen auf. Der Wind wurde immer stärker.











Ich fuhr direkt auf die Gewitterfront zu. Ein Ausweichen war unvermeidbar. In der Nähe von Carbonarola begann es zu tröpfeln, und innerhalb von einer halben Minute war ich mitten im Wolkenbruch. Eine Baumgruppe spendete mir ein bissl Schutz. Was soll's ...

I'm singin' in the rain
just singin' in the rain
what a glorious feeling
I'm happy again.
I'm laughing at clouds ...





Eigentlich fällt mir bei einem Gewitter auch oder vor allem immer die Pastorale von Beethoven ein. Das Grollen in der Ferne, der beginnende Sturm, das immer näher kommende Gewitter, Sturm und Blitz und Donner und Wolkenbruch, am Ende das Abebben und Abziehen des Gewitters und die fröhliche Natur danach mit Vogelgezwitscher. Ich glaub, es gibt oder gab keinen Komponisten, der ein Gewitter so mit Musik ausgedrücken konnte wie Beethoven mit der Pastorale.

Der Wolkenbruch dauerte nicht lange. Nach einer Viertelstunde tröpfelte es nur noch leicht. Und ich fuhr weiter. Ich bin ja nicht aus Zucker. Und nass war ich eh schon, weil ich nicht rechtzeitig die Regensachen herausgeholt hatte. Also fuhr ich bei leichtem Tröpfeln weiter. Das Tröpfeln hörte auch bald ganz auf. Die Wolken lockerten sich auf. Es wurde wieder heller.





Ein Blick zurück zeigte mir, dass die Gewitterfront nun hinter mir war.



Öhm ... was ist das denn? Wie soll ein normalgroßer Mensch da durchfahren können? Ist das ein Scherz?



Aaaah, da gibt es eine Umfahrung! Ich muss doch nicht mein Rad zerlegen und durchrobben.

Mein Quartier erreichte ich um 16 Uhr 30. Diesmal hatte ich ein Bed and Breakfast in San Benedetto Po gefunden, ein paar Kilometer südlich von Mantova. Nebenan bellte der Hund recht penetrant. Oh je. Ob der auch aufhört, bevor ich schlafen gehe? Das Abendessen in einem kleinen Restaurant im Ort war gut. Meinen Mineralwasserkonsum konnte ich auch heute wieder auf insgesamt 5 Liter anheben. Zu später Stunde hörte auch der Hund auf zu bellen. Gott sei Dank!

Gesamtstrecke 117,02 km
Zeit in Bewegung 6 h 27'
Gesamtzeit 8 h 51'
Temperatur in der Früh 21 °C, tagsüber bis zu 27 °C
Am Vormittag Sonne, um die Mittagszeit zogen Wolken auf und führten zu einem Gewitter mit heftigem Wolkenbruch, danach weiterhin bewölkt und angenehm kühl.

Summe aller Steigungen: 151 m
 
28. August 2022 / San Benedetto Po – Cremona:
Weiter auf dem Poradweg, wobei ich heute teilweise abseits vom Po unterwegs war und ihn gar nicht sah. Aber ich folgte immer den Radwegschildern. Teilweise gab es zwei Alternativen: rechtes Ufer oder linkes Ufer. Und ich musste den Radweg auch heute wieder meistens mit Autos teilen. Alle 45 Minuten sah ich ein Auto, wenn nicht noch seltener. Also kein Thema.

Mein Frühstück war wieder einmal gewöhnungsbedürftig. Zwieback (ganz toll!), zwei (!!!!) 22 Gramm-Scheiben Brot und ein Croissant. Kein Gemüse, keine Rohkost, kein Obst, kein Käse, keine Wurst, kein Schinken, keine Eier. Da wird man nicht satt, wenn man auf Radtour ist. Immerhin bekam ich großzügigerweise 1 Liter Mineralwasser und einen guten Kaffee. Na ja ...
Bei 19 °C fuhr ich los. Der Wetterbericht sagte 31 °C voraus. Gestern hatte das Gewitter die Temperatur so schön runtergekühlt. Das war heute leider nicht so. Mein Quartier lag nahe an der SP 53, die mich wieder zurück zum Po führte.







10 % runter, 10 % wieder bergauf, damit ich mich nicht an das Flachland gewöhne :-)









So eine Art von Brücke hatte ich heute zweimal. Interessante Bauweise. Sie schwimmt auf Holzfässern bzw. eigentlich auf kleinen Holzbooten, ist an beiden Seiten befestigt. Und die Fahrbahn besteht aus Holzbrettern.
Auch heute kamen mir wieder Rennradfahrergruppen entgegen. Die waren immer so schnell vorbei. Die Einzelfahrer dagegen sprachen mich an und wollten wissen, wohin ich fahre. Ich kam mit einigen ins Gespräch. Alle auf Italienisch. Dabei kann ich das gar nicht. Ich versuch es aber! Alleine schon beim Bestellen in einem Lokal ist es von Vorteil, wenn man ein paar Worte kann. In den Quartieren können die meisten Englisch (außer gestern der Vermieter des Bed & Breakfast; der konnte nur Italienisch), aber beim Einkaufen oder beim Bestellen ist Englisch anscheinend nicht wirklich Standard.

In Gussola entdeckte ich auf meinem Navi ein Bestecksymbol und verließ den Poradweg, um dem Besteck zu folgen. Ich fand eine Tankstelle mit einem Imbiss daneben. Aber nicht nur das, ich fand einen richtig schönen Oldtimer!







Sogar noch mit alten Kennzeichen! Aber fahrbereit. Ich sah ihn wenig später wegfahren. Für mich gab es einen Hamburger mit viel Mineralwasser und zum Abschluss einen Kaffee. Satt wurde ich nicht. Mein Magen hatte schon nach dem Frühstück geknurrt, nach dem Mittagessen knurrte er weiter.

Die Etappe war durch die teilweise abseits vom Po geführte Route abwechslungsreich. Ich fuhr nicht nur am Wasser, sondern auch durch Ortschaften, was ich auch ganz nett fand. Nur die Sonne war heute wirklich intensiv. Kein Schatten weit und breit. Nur pralle Sonne bei um die 30 Grad.







Die letzten Kilometer schickte mich die Route noch auf eine Piste. Und schließlich führten mich die Schilder "Strada del Gusto" mitten in die Stadt Cremona. Apropos Gusto - Zeit wurde es für ein Abendessen!





Nachdem ich heute in einer Stadt und nicht in einer winzigen Ortschaft übernachtete, musste ich mich - abgesehen vom Abendessen - auf die Suche nach einer Einkaufsmöglichkeit machen. Trotz Sonntag! Meine Sonnencreme war weg. Ich vermutete, dass ich sie entweder beim Umkippen des Fahrrades (das passierte mir einmal bei einem Stopp) oder beim Rumpeln verloren hatte. Ich hatte sie in der Lenkertasche auf der Seite außen. Und da war sie jetzt nicht mehr.

Mein Quartier erreichte ich um 15 Uhr 45. Ich gönnte mir wieder einmal den Luxus eines Hotels (und hoffte auf ein besseres Frühstück morgen :-) Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt!). Nachdem meine Haare trocken waren, marschierte ich los. Abendessen war gut, meinen Mineralwasserkonsum konnte ich wieder auf insgesamt 5 Liter anheben. Einkaufen klappte leider nicht. Tutto chiuso. Also doch erst morgen (Montag).

Gesamtstrecke 104,31 km
Zeit in Bewegung 5 h 46'
Gesamtzeit 7 h 43'
Temperatur in der Früh 19 °C, tagsüber bis zu 31 °C
Sonne pur den ganzen Tag

Summe aller Steigungen: 131 m

Impressionen aus Cremona:















 
29. August 2022 / Cremona – Pavia:
JUHUUUUU! Ich bekam ein passables Frühstück! Zwei verschiedene Sorten Weckerl, Schinken, Käse, hart gekochte Eier, Müsli, Obstsalat, ein großer Korb frisches Obst (!!!!) und zwei verschiedene Sorten Joghurt. Und Kaffee ohne Ende. Der Tag war gerettet!

Bei 20 °C fuhr ich los. Der Wetterbericht sagte wieder 33 °C voraus. Die erreichte es auch. Diesmal musste ich erst aus der Innenstadt herausfinden, bevor ich wieder am Poradweg bzw. an der Poradroute war. Heute improvisierte ich immer wieder. In anderen Worten ich hielt mich nicht immer an die Poradroute, sondern fuhr gelegentlich auch auf einer SP-Straße, weil die Poradroute einige Male in Piste überging und ich nicht auf Schotter oder Sand fahren wollte. Die Straßenabschnitte selbst waren wenig spannend. Aber es war wenigstens nicht viel los auf den Straßen.









So ein Pfad beispielsweise gehört nicht zu meinen Lieblings-Poradweg-Abschnitten.



Mit Navi und Handy-googlemaps konnte ich mir immer leicht behelfen, wenn mir die ausgeschilderten Radwege nicht gefielen. Und so fuhr ich durch meine Abweichrouten immer wieder durch kleine Dörfer. Und in den kleinen Dörfern hatte ich ab und zu sogar 1 oder 2 m Schatten! Den hatte ich auf der Straße oder auf dem Radweg nicht.









Auch meine Mittagspause machte ich in einem Dorf in einem Café am Wegesrand. Ich sah eine Ortschaft vor mir, schaute aufs Navi: Orio Litta. Auf meinem Display sah ich zwei oder dreimal Pizza. OOOOOH SUPER! Heute bekomm ich Pizza zu Mittag. Leider hatte ich mich verlesen. Da stand mehrmals Piazza sowieso und nicht Pizza .... Trotzdem fand ich ein Café und bekam meine halbe Pizza sowie 1 1/2 Liter Mineralwasser, zum Abschluss Espresso doppio. Mein Magen knurrte nicht mehr! Ich fand auch unterwegs eine Apotheke, in der ich Sonnencreme kaufen konnte! SEHR wichtig! Außerdem kaufte ich noch ein Fenistil forte Gel für meinen Ausschlag. Und in einem Supermarkt in Pavia kaufte ich mir Orangensaft und 2 Bananen für morgen, bevor ich zu meinem Hotel fuhr.

Die Etappe war ähnlich wie gestern durch meine Ausweichvarianten abseits vom Po recht abwechslungsreich. Nur die Sonne war heute wieder penetrant intensiv bei einer Temperatur von bis zu 33 Grad. Morgen soll es noch einmal so heiß werden, danach ist Abkühlung angesagt. Allerdings auch erhöhte Gewitterwahrscheinlichkeit.

Mein Quartier - diesmal ein Wellness and Spa Hotel - erreichte ich um 16 Uhr 12. Abendessen leider erst ab 19 Uhr 30. Na super. Auf dem Kühlschrank klebte ein Aufkleber mit Preisen für Mars, Schokoriegel, Orangensaft, Mineralwasser, Likör, Bier. Hmpffff... außer stilles Mineralwasser war nix im Kühlschrank. Das war eine Fehlinformation! Ich musste mein Abendessenszeit absitzen. Dafür bekam ich ein sehr gutes, gehobenes, entsprechend teures Abendessen. Noch einmal 1 1/2 Liter Mineralwasser dazu. Somit war ich wieder bei 5 Liter Mineralwasser gesamt.

Gesamtstrecke 101,52 km
Zeit in Bewegung 5 h 37'
Gesamtzeit 8 h 32'
Temperatur in der Früh 20 °C, tagsüber bis zu 33 °C
Sonne pur den ganzen Tag

Summe aller Steigungen: 131 m


30. August 2022 / Pavia – Casale Monferrato:
Das Frühstück war auch heute gut und reichlich. Ich war die erste, die beim Frühstück saß. Ich vermute auch die einzige im Hotel. Gestern waren abgesehen von mir um die 15 Radfahrer im gleichen Hotel.
Bei 20 °C fuhr ich los. Der Wetterbericht sagte Gewitter für den frühen Nachmittag bei Temperaturen bis zu 33 °C voraus. Außi aus der Stadt, über die historische alte Brücke über den Ticino und Richtung Süden. Pavia liegt nördlich vom Po. Da die Stadt aber historisch interessant ist, führt der Poradweg weg vom Po durch die Stadt und danach wieder zurück.







10 km fuhr ich südwärts, bis ich wieder den Po erreicht hatte. Und dann ging es auf .... ähm .... SCHOTTER weiter. Na super. Rumpeldibumpel.



Nach weiteren 5 km hatte ich genug von der Rumplerei und verließ die Piste wieder, um in Richtung Nordwesten eine SP-Straße zu suchen. Ich fand zwar zuerst eine SS-Straße, diese war allerdings gar nicht so schlimm und nur wenig befahren. Gott sei Dank! Die SS-Straßen haben zwar den Nachteil, dass man nicht durch Ortschaften fährt und die Streckenführung meistens öd ist, dafür kommt man aber immer wieder an Tankstellen vorbei, in denen man sich Kaffee, Wasser, Orangensaft oder (wenn man Glück hat) ein Croissant kaufen kann. Shops wie bei uns haben die Tankstellen hier allerdings nicht. Meine Banane des Tages stammte vom gestrigen Hotel-Frühstücksbuffet.





Ich fand aber bald eine SP-Straße. Bzw. fand ich heute sogar mehrere SP-Straßen. Ich hielt mich auch heute nicht immer an die Poradroute, sondern fuhr gelegentlich auch auf einer SP-Straße, weil die Poradroute einige Male in Piste überging und ich nicht auf Schotter oder Sand fahren wollte. Auf diese Weise dürfte ich sogar den Kontinent gewechselt haben ....





Ich fuhr heute durch viele kleine Ortschaften und Dörfer an meinen verschiedenen SP-Straßen. Und das fand ich sehr nett. Auffallend war, dass viele Cafés oder Restaurants geschlossen hatten. Das war nicht nur heute in kleineren Ortschaften so, das war mir auch schon in den letzten Tagen aufgefallen.









Im Laufe des Vormittags zogen - wie angekündigt - immer mehr Wolken auf. Und als ich ein Café in Frascarolo fand, begann es zu tröpfeln. Das nenn ich gutes Timing! Während ich mein üppiges Mittagsmahl verspeiste, schüttete es.





Am Nebentisch sammelte sich langsam eine Gruppe Männer höheren Alters und begann angeregt zu diskutieren. Die Zahl schwankte zwischen 5 und 9. Ich verstand natürlich gar nichts. Mich wunderte aber, dass es nicht italienisch klang. Ich glaub, ich muss mich schlau machen, welche Sprache in der Lombardei gesprochen wird. Ein Dialekt oder eine ganz andere Sprache? Leider ist es sehr schwer, Menschen zu fotografieren, ohne dabei aufzufallen. Ein Foto ist mir unbemerkt gelungen.



Als der Regen abgeklungen hatte, fuhr ich weiter. Und bald schon zeigte der Himmel wieder blaue Abschnitte. Der Regen brachte auch Abkühlung mit sich. Bis zur Mittagspause hatte es noch 33 Grad, nach dem Regen waren es nur noch 22 Grad. Gut so!
Kurz nach meiner Mittagspause in Frascarolo fuhr ich noch einmal kurz auf eine SS-Straße. Einerseits wegen meiner heutigen Übernachtung auf der anderen Seite des Po (die SS 494 führt auf einer Brücke über den Po), andererseits wegen eines weiteren Pistenabschnitts des Poradweges. Die Piste, die man unten rechts neben der Straße sieht, kreuzte die Straße. An diesem Punkt verließ ich die Piste spontan, um auf der Straße weiterzufahren.





Ich verließ die Lombardei und war nun in der Provinz Alessandria unterwegs. Nach der Brücke konnte ich aber auf einer SP-Straße weiterfahren, die kaum befahren war. Kurz vor meinem Etappenziel Casale Monferrato kam ich noch an einer Burg vorbei: Castello di Pomaro.





Mein Quartier - diesmal ein Bed & Breakfast, das etwas in die Jahre gekommen ist - erreichte ich um 15 Uhr. Klimaanlage gab es keine, nur einen rhythmisch ratternden Quirl, der die warme Luft verquirlte. Da ich vorhin meine Haare geföhnt hatte, verquirlte der Quirl die auf 32 Grad angestiegene Raumtemperatur. Hoffentlich kühlt es in der Nacht ab! Bei dem Rattern kann man nicht schlafen. Und Alternative wäre nur noch, dass ich kaltes Wasser in der Badewanne einlasse und in der Badewanne schlafe. Klopapier gab es hier auch keines. Aber in der Nähe sah ich vorhin einen Supermarkt!

Gesamtstrecke 85,85 km
Zeit in Bewegung 4 h 45'
Gesamtzeit 7 h 01'
Temperatur in der Früh 20 °C, tagsüber bis zu 33 °C
Sonne am Vormittag, Wolken und Regen um die Mittagszeit, am Nachmittag bewölkt und keine Sonne mehr.

Summe aller Steigungen: 145 m


31. August 2022 / Casale Monferrato – Carmagnola:
Es geht noch dürftiger als dürftig. Ich bekam heute wieder Zwieback mit nix zu essen, dazu ein paar vertrocknete Kekse. ABER dann brachte die Vermieterin auf einmal ein Croissant. Immerhin. Für einen zweiten Fingerhut Kaffee musste ich ein Bittgesuch einreichen. Anscheinend ist es nicht üblich, dass man mehr als zwei Schluck Kaffee in der Früh trinkt? Auch Wasser war knapp. Ich bekam nur ein kleines Glas Wasser. Nachschub lieferte mir die Wasserleitung, wobei ich mir nie sicher bin, ob Wasser von der Wasserleitung immer Trinkwasser ist? Bei uns ist das selbstverständlich, aber das ist nicht in allen Ländern so. Geschmeckt hat es überhaupt nicht. Ich bin von Wien ein wenig verwöhnt mit der Trinkwasserqualität. Nachdem mein Frühstück knapp bemessen war, konnte ich auch früh starten.

Gerüstet mit Klopapier und Müsliriegel - beides kaufte ich gestern Abend beim Supermarkt ein - saß ich um 7 Uhr 36 bereits auf meinem Rad. Die Temperatur lag bei 18 °C. SEHR angenehm! Überhaupt war es heute nicht heiß. Zeitweise war es dicht bewölkt, dann zeigte der Himmel wieder blaue Flecken und ein wenig Sonnenschein. Zum Radfahren perfekt. Die Höchsttemperatur lag heute bei 29 °C, und die hatte es nur um die Mittagszeit.
Ich fuhr den kürzesten Weg zum Po, bog einmal links ab, um das linke Ufer (in Fließrichtung) entlangzufahren. Und ... nicht schon wieder! PISTE die nächste.





4 km rumpelte ich auf Schotter, bevor ich wieder das Handtuch warf. Einmal Feldweg nach rechts, um einen Bauernhof herum, noch ein Feldweg nach rechts, noch einmal Feldweg nach links. Und ich erreichte die SP 31. Sie war vorerst nicht stark befahren, und ich konnte durch kleinere Ortschaften und Dörfer fahren. Und eine Tankstelle bot mir ein zweites Frühstück.
In Chivasso schob ich mein Rad durch die Innenstadt mitten durch einen Markt / Flohmarkt oder auch Stadtfest?







Diese Abschnitte fand ich richtig nett.

Je näher ich Turin kam, desto verkehrsreicher wurde die SP-Straße. Bei einem Kreisverkehr landete ich auf der Autobahn A4. Öhm ... Das war ein Zubringer zur Autobahn und gleichzeitig meine SP-Straße. Also fuhr ich einfach weiter. Jetzt war ich schon SR-Straßen, SP-Straßen und SS-Straßen gefahren. Die A4 vervollständigte mein Repertoire. Auch gut. Nach 2 km verließ ich sie wieder und fuhr auf der SP 220 weiter. In Settimo Torinese, einem Vorort von Turin, wollte ich wieder auf meine SP11 auffahren. Diesmal durfte ich aber nicht. Fahrradfahren verboten! Das war das erste Mal, dass ich so ein Schild sah. Ich hielt mich dran und fuhr auf ganz normalen Straßen weiter. Bei einem Café am Straßenrand kaufte ich mir noch ein mittägliches Sandwich, bevor ich nach Turin hineinfuhr.

Hier steuerte ich wieder den Po an und blieb am Poradweg. Der ist in Turin zwar größtenteils auch ein Sandweg und kein asphaltierter Radweg. Aber er ist wenigstens nicht geschottert. Und der Blick immer wieder auf den Po und auf die Landschaft entlang des Flusses war sehr schön! Für eine Besichtigung von Turin reichte die Zeit nicht. Aber das hatte ich ja von Anfang an nicht vor. Eine Besichtigung hol ich nächstes Jahr nach.















Apropos Schotter, Sand und Co.:
Man nehme Sonnencreme (damit man nicht gleich wieder eine Sonnenallergie bekommt), rumpelt ein bissl auf Sand-/Schotterradwegen. Und schon ist man paniert. Fertig ist das Schnitzel! Ich war heute ziemlich paniert unterwegs.

Den Poradweg muss ich noch einmal überarbeiten. Es gibt ja Kartenmaterial dazu. Das liegt aber in Graz. Und so fahr ich auf meiner gespeicherten Route (Variante A) oder eben nicht, wenn mir die Pisten zu mühsam werden. Ich muss mir nach der Tour mein Kartenmaterial noch einmal anschauen, ob die Alternativen brauchbarer wären oder wie die Beschreibungen und Tipps dazu sind. Aber jetzt war ich einstweilen fertig mit dem Poradweg. Ich fuhr ihn heute noch bis zum Stadtrand von Turin und verließ ihn dann, um auf der SR20 in südlicher Richtung weiterzufahren. Dabei fuhr ich teilweise in der Nähe des Po und überquerte ihn sogar einmal.







Mein Etappenziel Carmagnola erreichte ich um 16 Uhr 15. Mein Quartier - diesmal wieder ein besseres Hotel - erreichte ich um 16 Uhr 24. Der Ort Carmagnola liegt ungefähr 25 km südlich von Turin (Stadtgrenze). Dadurch verkürze ich meine nächste Etappe entsprechend. Mir stand nämlich noch eine Hürde bevor. Aber zuerst machte ich einmal PAUSE in Carmagnola. Mein Rad blieb in der Garage!

Gesamtstrecke 107,52 km
Zeit in Bewegung 6 h 03'
Gesamtzeit 8 h 46'
Temperatur in der Früh 18 °C, tagsüber bis zu 29 °C
Sonne am Vormittag, teilweise bewölkt ab Mittag

Summe aller Steigungen: 262 m


1. September 2022 / PAUSE in Carmagnola:
Laaaaaange schlafen und ausgiebig frühstücken stand als allererstes auf dem Programm. Und das Frühstück war diesmal wirklich gut! Weckerl, Butter, Käse, Schinken, Wurst, Eier, Müsliecke, frisches Obst, Orangensaft, Wasser. Alles da. Auch Wäschewaschen war wieder notwendig. Die Wäsche hängte ich verteilt über Badezimmer und Zimmer zum Trocknen auf.
In der Nacht hatte es geschüttet, in der Früh regnete es noch immer. Aber im Laufe des Vormittags hörte es auf zu regnen. Und am Nachmittag setzte ich mich in den Zug, um nach Turin zu fahren. Viel konnte ich mir nicht anschauen. Ich drehte nur eine kleine Runde zu Fuß durch die Stadt.




















to be continued ...