Re: Wien - Nizza

von: oktopus

Re: Wien - Nizza - 11.09.22 10:44

16. August 2022 / Ljubljana – Postojna:
Ich nutze mehrere Methoden zur Navigation:
1. Navi, auf dem ich meine Strecken speichere
2. Handy
3. Wegweiser
(Kartenmaterial liegt in Graz)
4. Zettel

JA! Zettel. Da ich gerne dazu neige, im Kreis zu fahren (mein Orientierungssinn ist nicht sehr ausgeprägt), hatte ich gestern Abend noch die Umgebung vom Hotel erkundet und mir alles notiert, um aus Ljubljana rauszufinden und auf meiner gespeicherten Strecke weiterzufahren.



Hat alles wunderbar funktioniert, bis ich bei der Abzweigung zur "Crna vas" (meiner Route) stand. BAUSTELLE! GESPERRT! Somit trat Variante 5 in Kraft: Umleitung. Und die hat mich auf die Pist' geführt. Wie konnte es anders sein.

Aber alles der Reihe nach.

Mein Blick auf die Wetter APP zeigte mir Regen in Ljubljana. Kann doch nicht sein? Ich ging auf den Balkon. Regen. Ähm... Ich wechselte die Wetter APP. Wieder Regen. Egal. Zuerst kommt das Frühstück. Dann schauma weiter. Das Frühstück war heute leider sehr spartanisch und eher einfallslos. Nur der Kaffee war gut. Aber ich wurde immerhin satt. Auch viel wert. Da es nach dem Frühstück noch immer leicht nieselte, machte ich mich regendicht und fuhr los. 16 °C, starke Bewölkung (eh klar, wenn es regnet). Aber die Wetter APP sagte, dass der Regen um 11 Uhr aufhören soll. Bis dahin wartete ich natürlich nicht.
Wie durch ein Wunder war der Regen nach einer halben Stunde vorbei, und ich konnte meine Regensachen wegpacken.

Wie schon oben erwähnt, stand ich gleich nach dem Verlassen von Ljubljana vor der Baustelle und musste über eine Rumpelpiste weiterfahren. 10 km Umweg. Super! Und das auf Sand und Schotter. Aber ab Podkraj war ich wieder auf meiner Route und auf gutem Asphalt unterwegs.

In Jezero, nach ca. 22 km Fahrt, kündigte sich der Berg des Tages an. Ich fuhr am Fuße eines bewaldeten Hügels entlang, bevor der Anstieg begann. Auffi auf den Berg war die Devise. Der Anstieg auf eine Höhe von 910 m war allerdings halb so wild. Zweimal war er von einem kurzen Flachstück unterbrochen, der maximale Steigungsgrad betrug 13 %, und die hatte es immer nur kurzzeitig. Ein paar Aufs und Abs waren nach dem Erreichen der 910 m ebenfalls dabei. Landschaftlich war die Strecke sehr schön.



































Beim Bergabfahren suchte ich lange nach einer Möglichkeit, um Mittag zu essen. Die kleinen Dörfer haben zwar immer eine Kirche, aber ein Gasthaus findet man selten. Meine Hoffnung richtete sich auf Cerknica. Die Hoffnung stirbt zuletzt, sagt man. Bevor ich jedoch Cerknica erreichte, stand ich schon wieder vor einer Barrikade. In Slowenien scheint die Bauwut ausgebrochen zu sein. Ich fragte einen Bauarbeiter, ob ich trotzdem weiterfahren könnte (fragen kann man ja). Er meinte - rechts vorbei, Berg rauf, Wald, Schotter, dann Kreuz, dann links, dann wieder Schotter, dann Cerknica.



Ich versuchte mir alles gut einzuprägen und fuhr los. Wieder auf die Pist'. Steil bergauf, rumpeldibumpel, meine Packtaschen machten einen Köpfler. Ich montierte sie wieder und rumpelte weiter. Aaaaah Kreuz! Ich bog links ab, rumpelte durch diese hohle Gasse (Piste) bergab und landete tatsächlich in Cerknica. JUHUU! Geschafft! Die Packtaschen musste ich noch einmal fixieren, die rechte hing nur noch an einem Haken.

In Cerknica fand ich leider auch kein Gasthaus, aber ich fand ein Café. Zu essen gab's nix, dafür aber Wasser und Kaffee. 2 Käsebrote kaufte ich mir im Greißler nebenan. Auch gut.

Nach der Käsebrot-Wasser-Kaffee-Mittagspause in Cerknica schickte mich der EuroVelo 9 wieder auf die Piste. Ich fuhr in einen Wald, oder eigentlich in ein Naturschutzgebiet, auf teils grob schottrigem Weg mit Löchern, Furchen, bergauf und bergab. Erstaunlicherweise nannte sich diese Piste Straße Nr. 914! Straßen mit einer gelben Nummerierung hatten bisher etwas anders ausgesehen. Das Naturschutzgebiet, durch das ich fuhr, nannte sich Rakov Skocjan.











Nach etwa 10 km Piste ging die Nr. 914 wieder in eine Asphaltstraße namens Nr. 914 über. 150 Höhenmeter fehlten mir noch. Die konnte ich auf Asphalt fahren, bevor ich in Postojna war. Die Stadtgrenze erreichte ich um 14 Uhr 39. Bevor ich jedoch in der Stadt war, bog ich ab in Richtung Burg Predjama. Ein zweites Mal ließ ich sie mir nicht entgehen!

Der kürzeste Weg führte mich gleich wieder auf die Piste. Eh klar. Na ja, ich war es schon gewöhnt. 5 km rumpelte ich dahin. This is the way to the castle ....



Ähm wos???? Mein Navi zeigte mir ständig an: "fährt auf Straße". HA HA HA! Mein Navi schielt anscheinend!



Genau HIER beschloss ich, den Radweg Nr 2 zu verlassen und auf der Straße (auf der echten) weiterzufahren. Die war steil genug, teilweise bis zu 13 %, aber eben asphaltiert. Auf Schotter kann man mit einem Mountainbike fahren, OHNE Gepäck. Aber ich fuhr ja mit verschärften Bedingungen. Die Piste war ebenfalls bis zu 13 % steil, bergauf genauso wie bergab.

Logisch, dass man zu einer Burg bergauf fährt. Burgen sind immer auf einer Anhöhe erbaut worden und nicht im Tal. Die Burg war absolut sehenswert! Ein Highlight meiner Tour.

Die Burg Predjama ist eine Höhlenburg und wird auch Höhlenburg Luegg genannt. Archäologische Ausgrabungen erbrachten den Nachweis, dass diese Höhle zur Altsteinzeit bewohnt war. Im 12. Jahrhundert wurde in die unzugängliche Felswand eine Burg gebaut. Der Wohntrakt der alten Burg lag an der Stelle der jetzigen Anlage. Als Versteck diente das Loch, das nur über einen Felsgrat an einem 60 Meter tiefen Abgrund erreichbar ist und von dem ein Geheimgang nach 38 Meter auf dem Berggipfel endete. Meine Freundin erzählte mir, dass man vor einigen Jahren bei einer Führung durch diesen Geheimgang gehen konnte.

In der Burg und in Teilen der Höhle befindet sich heute ein Museum. Ich war mit Vollgepäck oben, außerdem hat die Zeit für eine Besichtigung nicht mehr gereicht. Vielleicht hätte ich doch noch eine zweite Übernachtung in Postojna einplanen sollen. Beeindruckend und sehenswert war die Burg auf alle Fälle auch von außen.











Ich setzte mich wieder aufs Rad und trat den Weg zurück nach Postojna an.
Hätte ich gewusst, dass ich doch sooooo steil bergauf fahren muss und dass ich auch auf Pistenabschnitte komme, hätte ich vorher im Hotel eingecheckt und wäre ohne Gepäck raufgefahren. Beim nächsten Mal dann. :-)

Das vorgebuchte Hotel erreichte ich um 16 Uhr 58. Und kaum war ich in der Halle, begann es zu schütten. Ich hatte eine Reitschule von einem Zimmer. Mein Fahrrad stand zwischen Bett und Fenster IM Zimmer! Auch gut.

Mein Abendessen in Postojna war weniger erfüllend. Ich "kehrte" in einer Döner-Bude "ein". Pappteller, Becher für mein Mineralwasser. Ich fand tatsächlich nichts Besseres. Viele Lokale hatten geschlossen, manche nur Essen zum Mitnehmen und manche waren nicht wirklich einladend. Das hätte ich echt nicht erwartet.

Gesamtstrecke 83,73 km
Zeit in Bewegung 6 h 24'
Gesamtzeit 9 h 01'
Temperatur in der Früh 17 °C, tagsüber bis zu 26 °C.
In der Früh starke Bewölkung und leichtes Nieseln, im Laufe des Tages zunehmend sonnig.

Summe aller Steigungen: 1.216 m


17. August 2022 / Postojna – Triest:
In der Früh schaute ich aus dem Fenster und sah tatsächlich Nebel! Eine dicke Nebelsuppe. Die Frühtemperatur lag bei 19 °C. Das Frühstück war mäßig, aber ich hab schon schlechter gegessen. Immerhin wurde ich satt.

Ich fuhr um 8 Uhr 07 los. Der Nebel hatte sich ein wenig gehoben, Nebelschwaden hingen aber noch immer am Horizont. Vom Hotel aus gleich nach links zur Bundesstraße 409. Und da blieb ich bis Divaca, um auf die 205 zu wechseln. Einen Radweg neben der Hauptstraße hatte ich nur bis zur Stadtgrenze von Postojna. Danach war es vorbei mit Radwegen.









Bin ich froh, dass ich heute diesen Berg nicht rauffahren musste! Zuerst fuhr ich ein wenig auf und ab, bevor es endgültig in die Niederungen ging. Ich radelte durch Wälder genauso wie durch Dörfer. Landschaftlich richtig schön.









Kurz vor der slowenisch-italienischen Grenze sah ich ein Schild, das zum Gestüt von Lipica führte. Meine heutige Etappe war kurz, so dass ich Zeit genug hatte, um dem Gestüt einen Besuch abzustatten und die Pferde zu bewundern. Leider zeigten sie sich nicht aus der Nähe. Schade!













Für eine Wienerin war das Gestüt Lipica natürlich ganz besonders interessant. Die Geschichte des Gestüts ist eng mit denen der Lipizzaner verbunden und reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück. Das Gestüt wurde um 1580 von Erzherzog Karl gegründet. Die Zucht der Pferde war ursprünglich eine Kreuzung andalusischer Hengste mit einheimischen Stuten. Für Dressurzwecke wurden die Pferde nach Wien gebracht und vor allem in der Spanischen Hofreitschule beim kaiserlichen Hof vorgeführt.

Ich merkte, dass ich mich der italienischen Grenze näherte. Die Sprache änderte sich. Manche Schilder wurden zweisprachig. Und da war sie auch schon:



Das Meer entdeckte ich auch bald.





Triest ist von Hügeln umgeben. Kein Wunder, Triest liegt zwischen der Adriaküste und dem Karst an der Grenze zu Slowenien. Beim Blick aufs Meer war ich noch auf 267 m Höhe. Aber danach ging es rasant bergab, bis ich mitten in der Stadt war.



Mein Navi führte mich zum Hotel, das ich bereits um 12 Uhr 21 erreichte. Ich konnte auch gleich einchecken. Nach dem Einchecken im Hotel und einer notwendigen Dusche peilte ich den Kai an, um das Meer aus der Nähe zu sehen :-) Ich spazierte den Kai entlang ...













... bis zum Bahnhof Campo Marzio, dem ehemaligen Staatsbahnhof von Triest. Hier ist seit 1984 das Eisenbahnmuseum untergebracht. Im Speziellen interessierten mich die Ausstellungsstücke bzw. Erinnerungsstücke der Bahnlinie Parenzana. Im Außenbereich sind auf einigen der ehemals 24 Gleisen Lokomotiven, Waggons und Straßenbahnen ausgestellt. Leider ist das Museum wegen größerer Renovierungsarbeiten noch immer geschlossen. Schade!

Anschließend fand ich am Canal Grande ein kleines Lokal mit Tischen im Freien und gönnte mir einen Meeresfrüchtesalat mit Brot. Das Eis danach blieb natürlich auch nicht aus.








Gesamtstrecke 54,33 km
Zeit in Bewegung 3 h 02'
Gesamtzeit 4 h 13'
Temperatur in der Früh 19 °C, tagsüber bis zu 30 °C.
In der Früh Nebel, der sich bald lichtete und strahlendem Sonnenschein Platz machte.
Jetzt (21 Uhr 30) ist es noch immer dampfig, schwül und warm.

Summe aller Steigungen: 328 m


18. August 2022 / PAUSE in Triest:
Zuerst schlief ich laaaaaange, danach frühstückte ich noch läääääääänger und gemütlich. Die Wäsche hatte ich gestern am Abend noch gewaschen. In der Zwischenzeit war alles trocken. Somit konnte ich nach dem Frühstück gleich losstapfen.

Ich spazierte durch die Stadt, den Kai entlang, noch einmal zum alten Bahnhof Campo Marzio. Anschließend ging ich in die andere Richtung und landete im alten Hafen "Porto Vecchio".

Der Hafen Triest ist der größte Seehafen der oberen Adria. Unterteilt ist er in 5 Freihafenzonen. Das Gebiet des Alten Hafens ist von großer städtebaulicher Bedeutung für Triest und bietet der Stadt angeblich die Möglichkeit einer kulturellen und kommerziellen Wiedernutzung im maritimen Geist der Stadt. SO die Theorie. Das ganze Areal machte eher einen verfallenen und desolaten Eindruck auf mich.

Und .... eigentlich ist das alles Sperrzone. Aber hinter irgendwelchen Gleisen zwischen zwei verfallenen Gebäuden und neben einer Tafel mit der Aufschrift "FlixBus" (ich sah gar keinen FixBus?) stand ein Gittertor offen und ich ging hinein. Ich ging das ganze Areal entlang bzw. durch, bis es nicht mehr weiterging und ich umkehren musste. Kaum hatte ich eine Kehrtwendung gemacht, kam mir schon ein Security Fahrzeug entgegen. Wie sind Sie da reingekommen? Über welche Mauer? Oder Zaun? Wo genau? Hier ist alles gesperrt, gefährliche Zone! Sie können hier gar nicht hineingehen! Ich musste dem zeigen, bei welchem offenen Tor ich reingegangen bin. Dort putzte er dann die Aufsichtsbeamtin zusammen, weil sie mich durchgehen hatte lassen.

Jessasnaaaaa, hatte ich ein Drama ausgelöst. Fotos konnte ich natürlich keine mehr machen. Dabei hätte ich gerne die Schiffe, die dort am alten Kai lagen, fotografiert!

Um die Mittagszeit tauchten Wolken auf, die sich bald verdichteten und zu einem heftigen Gewitter führten. Ich hoffte, dass ich morgen regenfrei bleibe! Der Wetterbericht meldete auch für morgen Vormittag Gewitter. Aber meine Regensachen sind immer griffbereit.


19. bis 21. August 2022 / Parenzana:
Siehe Bericht im Forum:
Parenzana August 2022 (Reiseberichte)


22. August 2022 / Poreč – Triest:


Mein Privatzimmer bot ja kein Frühstück an. Ich hatte mich aber gestern Abend noch auf googlemaps schlau gemacht, wo ich mir in der Früh ein Frühstück organisieren konnte. Die Wahl fiel schließlich auf einen Bäcker, bei dem ich auch einen Kaffee bekam. Der Tag war gerettet!

Um 6 Uhr 58 fuhr ich los. Das ist kein Tippfehler! Aber ich war ja noch frühstücken. Ofenwarmes weißes Weckerl mit Topfenfülle, anschließend einen noch warmen Krapfen. Naturjoghurt, eine Banane, Mineralwasser und - wie oben schon erwähnt - Kaffeeeeeeee.
Bis ich gefrühstückt hatte, war es 7 Uhr 45. Und ich fuhr los bzw. weiter. Auf dem direkten Weg auf die D75. Anfangs konnte ich auf einem Radweg neben der Fahrbahn fahren, auch in den folgenden größeren Orten bot sich mir ein Radweg neben der Straße an. Aber sonst fuhr ich direkt auf der Hauptverkehrsstraße, die zu früher Stunde noch relativ leer war. Aber bald war ich mit vielen Autos, Wohnwagen und LKWs auf der Küstenstraße unterwegs. Vorbei war es mit der Idylle der letzten 3 Tage. Teilweise konnte ich aufs Meer schauen, da die D75 entlang der Küste verläuft. Aber eigentlich musste ich mehr auf die Straße schauen und das Meer links liegen lassen.



Wenn ich das Meer bewundern wollte, musste ich mir eine Wiese neben der Straße suchen oder einen Feldweg, der abzweigte.









Einen Vorteil hat das Fahren auf der Straße schon: die Infrastruktur samt Kaffee Nummer 2 und Mineralwasser Nummer 3. Das ist aber auch der einzige Vorteil. In Križine verließ ich kurz die D75, um das Meer ganz aus der Nähe zu sehen.





Bei meiner Rückkehr auf die D75 hatte ich jedoch endgültig genug vom immer dichter werdenden Verkehr auf der Küstenstraße und machte in Umag einen Schwenk nach rechts in Richtung Valica. Hier beschloss ich nämlich kurzerhand, auf der Parenzana weiterzufahren! Ja, wirklich! Ursprünglich hatte ich vor, ab Portoroz auf der Parenzana zu fahren, aber angesichts der vielen Autos und LKWs disponierte ich um und nahm sogar noch einmal 3 km kroatische Piste in Kauf, bevor ich auf der gesamten slowenischen und auf der gesamten italienischen Parenzana radelte. Auf Asphalt war ich flott unterwegs, somit konnte ich die Strecke bis Triest an einem Tag machen.



Mittagspause machte ich in Izola am Meer und musste feststellen, dass ich keine Kuna mehr brauchte. In Slowenien nimmt man keine Kuna. Na super, und jetzt hatte ich 800 Kuna übrig, die ich nicht mehr brauchte. Zahlen konnte ich Gott sei Dank mit der Karte.

Den Stadtrand von Triest erreichte ich ungefähr um 15 Uhr, mein Hotel um 16 Uhr. Meine erste Frage an der Rezeption war abgesehen von der WLAN-Frage die Frage nach einem Handy-Shop. Ich kaufte mir nämlich eine prepaid-Karte für 150 GB, da meine Vertragsdaten am Ende waren und ich erst am 1. September wieder mein neues Kontingent hatte. Da mein Handy Dual-SIM hat, kann ich mit einer zweiten SIM-Karte bequem Daten kaufen, ohne meine eigene Nummer aufgeben zu müssen. Ein chinesischer Shop (wie konnte es anders sein?) ums Eck bot so etwas an. Beim Bankomaten war ich auch gleich bei der Gelegenheit, da ich auch in Italien mit Kuna nicht weit kam. Somit war ich gerüstet für die Weiterfahrt.

Gesamtstrecke 91,33 km
Zeit in Bewegung 6 h 07'
Gesamtzeit 9 h 03
Temperatur in der Früh 17 °C, tagsüber bis zu 29 °C.
Sonne pur den ganzen Tag.

Summe aller Steigungen: 769 m


23. August 2022 / Triest – Cervignano del Friuli:
In der Nacht hatte es geregnet, in der Früh hingen dunkle Wolken am Himmel bei 19 °C. Mein Frühstück war etwas seltsam. Es gab Buffet, das man nicht antasten durfte. Die Angestellte portionierte alles, was man sich aussuchen wollte, auf einen Teller. Mit Maske! Dafür tapste sie alles ohne Handschuhe an. Sehr sinnig! Beim Beobachten änderte ich meine Auswahl: kein angetapster Käse, kein Schinken, dafür lieber Butterportionen und Marmelade. Kaffee war gut, Orangensaft grausig. Na ja.

Um 8 Uhr 02 fuhr ich los. Das mit den Einbahnen und Gehsteigen in Triest hatte ich vor ein paar Tagen schon geübt. Das Spiel wiederholte sich. Dabei dachte ich, das Hotel ist so einfach platziert. Vor dem Eingang die Hauptstraße, die zur Küstenstraße führt. Grundsätzlich stimmte das auch. Ich musste vom Hotel aus nach links. Also ist der einfachste Weg der Zebrastreifen, den man schiebend überquert, um auf der richtigen Straßenseite starten zu können. Ich fuhr los, die Straße teilte sich. Ich musste mich links halten, also bewegte ich mich auf die 3. Spur von rechts hinüber, um auf den linken Ast zu fahren. Ähm ... Einbahn. Ähm ... wirklich Einbahn! Mir kommen Autos entgegen! Das war SO nicht ausgemacht! Ich quetschte mich an den rechten Gehsteig, gestikulierte den entgegenkommenden Autofahrern freundlich zu, dem Busfahrer ebenfalls. Das wird nix, ich hab keinen Platz mehr. Auffi auf den Gehsteig! UFFFF ... Der ist aber auch nicht ideal, aber rechts vom Gehsteig kann man auch fahren. Schon wieder Einbahn! Das gibt's doch nicht! Hab ich die Einbahnen alle für mich abonniert! Nochmal nach rechts, quer über die Sperrfläche, 30 m fuhr ich einfach gegen die Einbahn, und ich war auf der richtigen Straße. Die richtige Straße hatte immerhin eine Busspur! GERETTET!

Apropos Hauptstraße vor dem Hotel. Es war letzte Nacht dermaßen laut, dass ich mit geschlossenen Fenstern schlafen musste. Und da hörte ich noch genug Straßenlärm von draußen. Die ganze Nacht hindurch!

Die richtige Straße in Triest war die SS14 bzw. SR14. Und das ist nicht nur die Küstenstraße in Triest, sondern ich war auch nach der Ortsendetafel auf der SS/SR14. Ganz durchblickte ich die Bezeichnungen noch nicht. 14 hieß sie die ganze Zeit, aber manchmal SS14 und manchmal SR14. SR hätte ich als Strada Regionale interpretiert, SS als Strada Statale oder so.





Ungefähr 7 km nach Triest besuchte ich das Schloss Miramare (ital. Castello di Miramare).

Das Schloss wurde zwischen 1856 und 1860 für Erzherzog Ferdinand Maximilian von Österreich, den Bruder von Kaiser Franz Joseph I., und seine Frau Charlotte von Belgien erbaut. Architekt und Bauleiter war Carl Junker. Seit 1955 ist das Schloss als staatliches Museum für Besucher geöffnet. Ich drehte einige Schleifen durch den Park und außen um das Schloss. Drinnen war ich nicht.

































Das Schloss war das einzige Highlight der heutigen Etappe. Nach meiner Außenbesichtigung fuhr ich wieder auf der SR/SS14 weiter. Mir kamen sogar gelegentlich Radfahrer entgegen, auch voll bepackte! Und auch ich wurde von Radfahrern überholt. Anscheinend gibt es in der Region keine Radwege, so dass man auf der Straße fahren muss.



Da meine Etappe heute sehr kurz war, erreichte ich mein Etappenziel - Cervignano del Friuli - bereits um halb 12 und konnte nach dem Einchecken im Ort Mittagessen gehen. Der Ort ist überschaubar und bietet keine wirklichen Attraktionen. Meine Unterkunft war ein Restaurant mit Zimmern.

Gesamtstrecke 49,36 km
Zeit in Bewegung 2 h 47'
Gesamtzeit 3 h39
Temperatur in der Früh 19 °C, tagsüber bis zu 29 °C
Den ganzen Tag wolkig, erst bei meiner Ankunft in Cervignano lichteten sich die Wolken, und der Himmel wurde blau.

Summe aller Steigungen: 152 m
 

to be continued ...