Re: Australien im Winter

von: uwee

Re: Australien im Winter - 05.07.22 22:17




































Nach ein paar Tagen Luxus mit richtigen Betten, Kultur und Kneipenbesuchen und dazu noch gut sortierten Supermärkten, bei und mit den lieben Freunden im adretten Städtchen Wagga Wagga, radeln wir weiter in Richtung Norden.












Je mehr Norden- desto heiß!



Es wird nun tatsächlich jeder Tag ein wenig wärmer







Karte Süd- West- Australien
















Natürlich hätten wir auch auf Asphaltstraßen bleiben können, aber wo immer es möglich ist bevorzugen wir kleine und unbefestigte Straßen.







Schöne Plätze für unser Zelt finden wir immer.
Der Farmer erlaubt uns Feuer zu machen und versorgt uns mit Wasser und Bier.












Die Temperaturen gehen nachts gegen null Grad.
Solche Sonnenuntergänge gibt es häufig.
Wir sind aber noch immer fasziniert.















Es wird später noch eine sternenklare Nacht.






Und so begrüßt uns der nächste Morgen...
















Kunst entlang der Straße. Nicht nur für Radler.
Bikes sind aber das Thema.


















Das Ganze zieht sich über etwa 50 Kilometer along the road.









Wie man sieht.... Es wird wärmer. Die Winterkleidung liegt nun ganz tief unten in unseren Radeltaschen und wird höchstens noch abends/ nachts gebraucht.








Über Warmshowers bekommen wir immer wieder einmal nette bis sehr nette Kontakte.
Diese beiden Gastgeber in Wellington (NSW) haben auch schon einige Touren durch Europa gemacht und kennen anscheinend jeden Ort und jeden Pfad in Australien. Sie können uns auch auf der Weiterreise mit Tipps und Kontakten versorgen.










Die beiden nehmen uns auch mit auf einen regionalen Markt für Farmer,
Hier kommen einmal im Jahr Landwirte und Firmen aus einem Umkreis von ca. 300 km zusammen.
Angeboten wird von hunderten Anbietern alles was der Farmer so brucht.Von Pflanzensamen über Vieh, Hütehunde, Kitsch, Einbauküchen, Mähdrescher, Traktoren, Tiny Houses, Kitsch und, und, und

Es gibt täglich tausende von Besuchern.


Die Parkplätze sind deutlich größer als die vor dem Münchener Olympiastadion. Wer vergisst auf welchem Parkplatz er sein Auto geparkt hat ist stundenlang beschäftigt.




























Die Landschaft auf dem Weg nach Dubbo war nicht weiter aufregend, aber gut zu bereisen.
Ruhige Straßen genügend Versorgungsmöglichkeiten, Unterkünfte und meist schönen Plätzen für unser Zelt.










Von Dubbo, einem kleinen, netten, aber wenig aufregenden Städtchen fährt ein Bus nach Broken Hill.
Nachdem wir unsere Räder in die für unsere Räder viel zu kleinen Kartons verpackt haben dürfen wir den Bus besteigen.
Nach sieben Stunden Busfahrt verlassen wir den Bus in Wilcannia, einem unbedeutenden Nest in the middle of nowhere. Back O`Bourke nennt man solche Orte hier. Dazu später mehr..
Es ist bereits dunkel, und es lungern einige unangenehme stark angetrunkene Gestalten herum.
Zum Glück holt uns Laura, eine Deutsche, die hier in Australien ein Jahr Work & Travel absolviert mit ihrem Pickup vom schmuddeligen Busstop ab. Sie managt hier gerade den örtlichen Campingplatz. Auf dem kurzen ,Weg dorthin springen dutzende Kängurus durchs Scheinwerferlicht.


Am nächsten Tag versorgen wir uns im kleinen örtlichen Shop mit Lebensmitteln und Getränken, verabschieden uns von Laura und machen uns auf ins Outback. So nennt man hier in Australien die weiten, kaum besiedelten, trockenen Gebiete im Landesinneren. Es wird gerne auch als red heart of Australia oder the dead heart of Australia genannt























Dies ist übrigens die erste und einzige Schlange, die wir in acht Wochen Australien zu Gesicht bekommen. Für Schlangenphobiker ein guter Grund das Land im Winter zu besuchen.






Hier wird es jetzt tagsüber auch richtig warm. Es ist trocken. Selbst für diese Gegend sogar viel zu trocken. Es hat hier schon seit zwei Jahren nicht mehr geregnet.
Die dritte große Dürre in dieser Gegend in einem Jahrzehnt. Hunderte von Farmen werden aufgegeben. Zig tausend Rinder und Schafe verhungern und verdursten wenn sie nicht noch in küstennahe Gebiete gebracht werden konnten.
























Auch wenn die Bilder vielleicht so wirken..... Langweilig wird es uns hier nicht. In der Weite der Landschaft gibt es immer wieder etwas Neues zu entdecken. Und es ist ruhig.









Ganz unerwartet finden wir dann plötzlich und unerwartet ein grünes Plätzchen. Keine Ahnung warum es hier wohl noch Wasser gibt. Es ist zwar erst früher Nachmittag, aber diesen Platz wählen wir zu unserem heutigen Campingplatz.



















Wirklich jedes Fahrzeug hält an. Das sind normalerweise drei bis fünf am Tag. Und jeder Fahrer fragt ob er uns helfen könne oder ob wir einen Lift brauchen oder Wasser.


















Auch wenn es so aussehen mag.
Langweilig wird es uns nicht.







Immer wieder treffen wir auf große Schwärme von Kakadus.























Begegnungen mit Kängurus haben wir häufiger. Das ist nicht ganz ungefährlich. Die Kängurus weichen nämlich nicht aus und sind schnell, schwer und sprunggewaltig.
Üblicherweise hat man bei solch einer plötzlichen Begegnung nicht die Zeit die Kamera zu finden und zu betätigen. Hier hatte ich ausnahmsweise einmal Glück gehabt.







Wieder ein hübscher Platz für unser Zelt. Der Farmer erlaubt uns ausdrücklich hier ein Feuer zu machen. Üblicherweise ist es in der trockenen Jahreszeitverboten oder wird zumindest nicht gerne gesehen. Verständlich eigentlich.













Morgens ist es bitter kalt.
Wir freuen uns dann über die wärmenden Sonnenstrahlen.
Sehr schnell wird es dann aber wieder (zu) warm.







Etwa alle zwei Tage erreichen wir eine Bushbar. Die Gäste fahren bis zu 300km um in geselliger Runde ein paar Bier zu trinken.
Polizeikontrollen sind hier eher selten. So fahren die Gäste dann meist auch nach dem Genuss von reichlichen alkoholischen Getränken spät abends wieder heim.









Es gibt üblicherweis bei diesen Outback- Bars auch einen kleinen Shop mit den wichtigsten Dingen des Lebens. Also hauptsächlich Souvenirs, Bier und einige Süßigkeiten. Aber sie servieren dort auch einige wenige Speisen. Eine Abwechslung von unserer täglichen Pasta. Für Vegetarier sind diese Bars allerdings eher nicht zu empfehlen.





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Selbst hier bei dem geringen Verkehr gibt es immer wieder überfahrene Kängurus.




... in jedem Verwesungszustand...






Dann erreichen wir endlich erst einmal (guten) Asphalt, bald danach auch den kleinen Ort Bourke am Südufer- des gerade ausgetrockneten- Darling River.





Das kleine Städtchen hat nur knapp 2.000 Einwohner, ist aber die größte Stadt im Umkreis von 200 Kilometern. Außerdem kennt es ein jeder Australier.
Es ist das Idiom für eine absolut trostlose einsame Gegend
Auf die Frage wo denn ein unbekannter Ort liegt, also: "Wo liegt denn dieses gottverlassene Nest?" heißt die Erwiderung in ganz Australien "Back O`Bourke".
Soll heißen:"Irgendwo mitten im Nichts!"









Die nächste Etappe führt uns durch allmählich ein bißchen grüneres Terrain bis nach Brisbane, der Hauptstadt von Queensland.
Davon später...




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