Re: Carretera Austral und weiter bis Punta Arenas

von: uwee

Re: Carretera Austral und weiter bis Punta Arenas - 13.07.21 22:47


















So viel also zu Regenwahrscheinlichkeit 0%! Das Wetter lässt sich hier tief im Süden Südamerikas kaum vorhersagen. Es wechselt oft mehrmals am Tag. Man muss das beste daraus machen, gute Ausrüstung haben und sich an so netten Dingen wie unserem kleinen Gast erfreuen.
















Diese Gegend um das Städtchen Chaiten wurde im Mai 2008 vom gleichnamigen Vulkan zu großen Teilen zerstört. Angesichts der Zerstörungen und andauernder vulkanischer Aktivität hatte die Regierung 2009 die Aufgabe der Stadt und den Aufbau eines neuen Chaitén an der Küste 10 km weiter im Norden beschlossen.
Nur, die Bewohner wollten sich nicht umsiedeln lassen und bauten ihre Stadt an gleicher Stelle wieder auf.







Und das Erstaunliche. Die Bäume, die wir vor zwei Jahren für tot hielten schlagen jetzt, 10 Jahre nach dem Ausbruch. wieder aus.
































Das Leben verläuft wieder relativ normal in Chaiten.





























Jetzt, Ende März gibt es bereits erste Schneefälle in den Bergen. Andere Radler treffen wir kaum noch. Und wenn dann sind es Chilenen, die nun auch allmählich beginnen die Carretera mit Rädern zu erkunden. Oft allerdings mit qualitativ minderwertigen Rädern. Dementsprechend viele Ausfälle gibt es.













Eine Bereicherung des Speiseplans.








Beim nächsten Dauerregen zelten wir in einer Schutzhütte.

























An manchen Orten wird Pinochet noch immer verehrt.








Mitunter flüchteten wir bei Dauerregen in eine trockene Unterkunft. Diese hier sogar mit Meerblick.













Viele Einwohner in diesem Teil des Landes haben deutsche Wurzeln. Und Namen.























Bei einem Landwirt fragten wir, ob wir hier unser Zelt aufstellen dürfen.
Und auch angeln?
Beides wurde uns erlaubt. Vor unserem Zelt laichen Lachse.
Ich war froh, dass bei mir nur Forellen anbissen. Für mehr war die dürftige Ausrüstung nicht geeignet.
















Kurz vor der Hälfte der Carretera. Der Stadt Coyhaiqui.









Coyhaique liegt rund 1650 km südlich von Santiago. Sie hat etwa 60.000 Einwohner. Das ist die Hälfte aller Menschen entlang der Carretera Austral.














Wir haben das Glück und sehen die extrem seltenen und streng geschützten Südandenhirsche (Hippocamelus bisulcus), auch Chilenischer Huemul genannt.












Bei unserer letzten Reise gefiel uns ein Seitenarm der Carretera besonders gut. Die Strecke führt über den Ort Chile Chico.














Die Stadt liegt am südlichen Ufer des riesigen Sees Lago General Carrera mündet. Die Stadt ist eine wichtige Grenzstadt zu Argentinien. Der See besitzt eine Fläche von rund 2200 km². In Argentinien, wo der größere Teil des Sees liegt heißt er Lago Buenos Aires.
Das Klima ist aufgrund der Seelage für die südliche Lage noch angenehm, man nennt die Stadt auch Ciudad del Sol. Hier wachsen sogar noch Pfirsiche und Aprikosen.










Und geschwommen ist hier nicht nur die chilenische Marine. Auch wir sprangen in die erfrischend kalten Fluten.













Ab dem Ortsende ist es dann für etliche hundert Kilometer vorbei mit Asphalt und Beton.








Und oft müssen wir nun schieben.






















Sieht schön aus. Ist aber eine sehr umstrittene Mine.


















Die atemberaubende Straße wurde auf viele Kilometer in den Fels gesprengt.
































Hier erwartet uns an exakt an der selben Stelle das Gleiche wie bei der letzten Tour.
Das Wasser des Sees scheint zu kochen. Sturm wühlt es auf und schießt es über den See.
Ein Halten gibt es für uns Radler auch am Ufer nicht. Wir stürzen beide.












Es geht nicht weiter. Wir müssen trampen. Und das bei einer Frequenz von durchschnittlich einem Fahrzeug pro Stunde...



















Die Rettung. Eine Familie aus Santiago macht eine einwöchige Reise mit dem Pickup und nimmt uns natürlich sofort mit. Wartezeit für uns nur 20 Minuten. Nach einer Fahrt von nur 10 Kilometern ist es mild und fast windstill.

























Auch wer trampt braucht viel Zeit.




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Das Wetter wechselt weiterhin schnell. Asphalt gibt es bis zum Ende der Carretera nicht mehr.

Jeder von uns hatnun auch noch einen heftigen Sturz. Jeweils in einer Windböe bei solch einer Abfahrt. Ergebnis: Heftige Rippenprellung.Husten und Lachen geht gar nicht mehr. Nachts im Zelt umdrehen bleibt einige Wochen ein Problem. Das Radeln geht dagegen relativ gut.








Der Rio Baker ist der wasserreichste Fluss Patagoniens. Und eines der teuersten Angelgewässer weltweit. Für Radler aber kostenlos.



















Mit Heiligenschein

































Zwei Tage Dauerregen!








Wir dürfen in einem Schuppen schlafen und bekommen sogar Brot, Eier, Bier und Wein.















Ein letzter schwerer Anstieg zur letzten Fähre der gesamten Carretera. Ich schiebe 2/3 des Anstiegs. Isabel ist deutlich besser in Form.







Aber mitunter schiebt auch sie.










Hier bewundern und verwöhnen uns Mitreisende. Das genießt man dann schon.
















In einer der wenigen Nothütten finden wir Schutz vor Kälte und Nässe. Zum Glück haben wir noch genügend Benzin um das nasse Holz zu entzünden.
Spätabends erreicht auch noch ein völlig durchfrorener Ire unsere Unterkunft und freut sich über das Feuer und die angebotene Verpflegung.









Jetzt ist auch noch die letzte Kamera gestorben. Ab hier also nur noch Bilder vom alten IPhone.
Ersatz gibt es erst in Auckland.









Müssten wir hier wie in China bei jedem Wasserfall 20 $ Eintritt für jeden Wasserfall zahlen würden wir arm werden.






1.350 Kilometer fuhren wir seit Puerto Montt auf der Carretera Austral.
Sie endet hier im sympathischen Ort Villa O`Higgins.












Wir gönnen uns eine gemütliche Hütte mit Kaminofen














und genießen täglich ein heißes Bad.









Fortsetzung folgt




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