Route des Crêtes Ende September

von: max saikels

Route des Crêtes Ende September - 17.11.20 20:31

26.-28. September 2018

Nachdem über diese Route alles gesagt ist, halt nur noch nicht von mir, möchte ich kurz von einer sonnigen Tour berichten. Die Anfahrt ab Offenburg mit dem Naturschutzgebiet Taubergießen und die Wegfahrt nach Bad Krozingen lassen wir mal weg und sagen, dass ich bei einer Pâtisserie in Châtenois ins Val d'Argent gestartet bin.

Zuererst gehts anderthalb km etwas ungemütlich auf der Nationalstraße, dann aber auf einem schönen asfaltierten Weg neben der Bahn und später durch den Wald. Hinter dem Industriegebiet, die Bahn ist nur noch bis dahin ab und zu in Betrieb, fängt der Bahntrassenradweg an, ausgebaut bis hinter St. Croix; ein gemütliches bergauf fahren durch ein schönes Tal. St. Marie aux Mines macht einen etwas morbiden Eindruck; klar, da ist schon lange nix mehr mit Mines. Trotzdem etwas gruselig.

Die Auffahrt zum Col de Bagenelles ist erträglich zu fahren, zwischendurch und am Pass wird man durch schöne Ausblicke belohnt. Die nächsten 160 hm bis zum höchsten Punkt habens auch nochmal in sich. Ohne genau geguckt zu haben dachte ich gegen 3 Uhr am Col du Bonhomme zu sein; daraus wurde 4 Uhr und ich hatte beschlossen, dort eine Unterkunft zu suchen. Das Hotel auf der Schattenseite ist (angeblich) complet, das Restaurant gegenüber in der Sonne macht wohl kein Hotel mehr, sondern abends zu. Der Wirt meinte auf meine Frage, in le Bonhomme gäbs mehrere. Es war mir zu riskant, die 15 km bis Schlucht zu fahren, zumal unterwegs nichts erkennbares an Unterkunft war. Also 6 km und 250 hm abwärts, aber immerhin was zum übernachten. Schade, es wäre bestimmt cool (und kühl) gewesen, am Pass zu übernachten.



Am nächsten Morgen blauer Himmel, nur wenig Verkehr auf der Passstraße zum Col du Bonhomme, die Haupt-Lkw-Route über die Vogesen, auch nur wenige Lkws aufwärts. Wenn einer kam, hab ich ihn sicherheitshalber vorbei gelassen, besonders vor Kurven; einer hat sich mit Lichthupe bedankt. Wie letztes Jahr schon, die haben alle mit viel Abstand überholt. Viertel nach Neun am Pass. Die Route des Crêtes ab Col du Bonhomme verläuft größtenteils durch Wald, wenig zu sehen. Die Straße ist ja aus militärischen Gründen hinterm Berg, von Deutschland aus gesehen, gebaut worden, so dass man zum Blick auf Lac Blanc, Lac Vert, Lac Noire nur zu Fuß kommt, was ich vor über 30 Jahren auch mal gemacht habe. Keine Unterkünfte an der Straße, bis zum Col de la Schlucht habe ich eindreiviertel Stunden gebraucht, das wäre eine Katastrophe geworden gestern Nachmittag und Abend. Ich sollte sowas vielleicht etwas genauer planen.

Ein Wort zum Col du Louchpach, wo es die tolle Heidelbeertarte geben soll: am Pass steht ein neues Schild mit eben diesem Namen, am Col du Calvaire ein Wegweiser mit "Col du Louchbach", in Guggelmaps steht "Col du Louschbach" und in OSM steht (noch) nix.



Am Col de la Schlucht Großbaustelle, von dem Relais steht nur noch das Gebäude und auf dem Pass wird wohl ein Hotel vergrößert, also keine Unterkunft. Und bis Hohneck gehts auch nochmal knackig hoch, aber in dem Bereich gibts mehrere Unterkünfte. Bei der Ferme Auberge Breitzhousen gibts draußen einen Trinwasserbrunnen, steht auch in OSM, hätte ich fast übersehen. Und das bei dem schauderhaft gechlorten Wasser in den Vogesen und im Elsass; sicherheitshalber hatte ich mir trotzdem eine Flasche im Hotel abgefüllt, habe aber unterwegs nur von der noch vollen Flasche des guten dieburger Wassers, die ich noch hatte, getrunken. Nach einer kleinen Mittagspause habe ich dann doch Sonnencreme geschmiert; wolkenloser Himmel, Fahrtrichtung meist südlich, wenn auch öfters im Schatten.



Der Stinke-und-laut-Verkehr hielt sich in Grenzen. Die Route wird nach Süden zu immer reizvoller, mit schönen Ausblicken über die Vogesen hauptsächlich, auch ab und zu Rheintal, Schwarzwald und sogar Alpen, zumindest die schneebedeckten Gipfel ragen aus dem Spätsommerdunst. Aber es sammeln sich auch einige Höhenmeter an, öfters auf und ab und dann die Anstiege zum Markstein und vor allem zum Grand Ballon auf 1340 m. Aber es lohnt sich. Zum einkehren hatte ich bei dem schönen Wetter keine rechte Lust, was im Hinblick auf die Zeit ganz gut war; heute wieder unterschätzt. Die Abfahrt vom Grand Ballon geht schon rasant, die Weste war dringend nötig, sonst wäre ich total ausgekühlt. Ab dem Col de Herrenfluh gibts einen Gegenanstieg, der sich hinzieht, aber mit schönen Ausblicken auf den Grand Ballon.



Es war dann kurz nach vier, bis ich in Uffholtz, direkt vor Cernay, war. Das Logis-Hotel wollte 65,- + 10,- Frühstück haben, gerade 100 m weiter ein Schild "Gites de France", wo die Übernachtung bei Mr. Bernard in einem kleinen Apartement mit kleiner Küche erheblich günstiger war.

Ein paar weitere Bilder gibts hier