Re: Radreise Paris-Barcelona

von: Tom72

Re: Radreise Paris-Barcelona - 22.10.16 16:56

12. Tag, Meyrueis – Ganges

Martin kommt sehr früh an meinem Campingplatz vorbei; er will zeitig aufbrechen, weil heute sein letzter Tag ist und er noch bis Millau kommen muss, von wo er morgen die Zugfahrt zurück nach Deutschland antreten wird. Ich bin noch nicht fertig, so dass er vorfährt; auch aus der Idee, dass wir uns später auf dem Mont Aigual nochmal treffen, wird nichts – als ich gegen Mittag schließlich auf dem Gipfel bin, ist er im Wortsinne schon über alle Berge. Ich habe halt meinen eigenen Rhythmus und brauche morgens meine Zeit zum Zeltabbau und zum Packen.

Von Meyrueis geht es zunächst aufwärs durch nach wie vor beeindruckende Landschaft über die D 996 zum Col de Perjuret (1031 m).





Die Auffahrt zum Mont Aigoual über die D 18 verläuft mit mäßiger Steigung zunächst lange durch bewaldete Hänge aufwärts. Oberhalb der Baumgrenze bietet sich dann wieder ein weiter Blick in die Gebirgslandschaft der Cevennen. Die Strecke ist augenscheinlich bei Rennradlern sehr beliebt.



Schließlich erreiche ich auf 1567 m Höhe den Gipfel des Mont Aigoual mit der Wetterstation und den markanten Antennen. Der bisher höchste Punkt der Reise, aber es stehen ja auch noch die Pyrenäen auf dem Programm…





Von hier oben hat man natürlich einen traumhaften Rundumblick über das Zentralmassiv.











In meinem Reiseführer steht, man könne vom Mont Aigoual aus die Pyrenäen, die Alpen und das Mittelmeer sehen. Die Sicht ist einigermaßen klar, aber ich kann nicht mit Sicherheit sagen, dass ich wirklich so weit schauen konnte und ob der schmale blaue Streifen am südlichen Horizont wirklich das Mittelmeer war oder nur ein Stück Himmel…

Was ich aber mit einer gewissen Vorfreude sehe, ist am gegenüberliegenden Hang die Serpentinenstraße (D 986) hinunter ins Tal des hier entspringenden Flusses Hérault, die ich gleich hinunterrollen darf.



Ich genieße also die sehr lange, kurvige Abfahrt. Herrlich!





Blick zurück zum Mont Aigoual, bei genauem Hinsehen kann man die beiden Antennen erkennen.







Im Ort Valleraugue am Hérault wird das Gefälle dann wieder etwas flacher, so dass ich wieder etwas treten muss. Ich werde entlang des Hérault heute und morgen südwärts die Cevennen und das Zentralmassiv verlassen.



In Ganges beende ich die heutige Etappe und gönne mir statt des vorhandenen Campingplatzes ein preiswertes Hotel.

13. Tag, Ganges – Clermont-l’Hérault

Heute verlasse ich dem Lauf des Flusses Hérault folgend südwärts die Cevennen.

Auch der Hérault hat, wie fast alle Flüsse in der Region, eine beeindruckende Schlucht ausgebildet.





Ich folge zunächst der stark befahrenen Hauptstraße (D 986) und nehme dann eine kleine, fast verkehrsfreie Straße (D 4), die mich erst ein Stück aus dem Tal des Hérault hinausführt, um sich dann in malerischem Verlauf wieder hinunter in die Gorges de l’Hérault zu schlängeln.





Die Pont du Diable aus dem 11. Jahrhundert bei St-Guilhem-le-Désert markiert das Ende der Gorges de l’Hérault.



Hier endet das Gebirge, und die Landschaft ist wieder deutlich flacher. Ich gelange über kleine Départementalstraßen nach Clermont-l’Hérault. Ein hübsches kleines Städtchen. Für die Übernachtung wähle ich aber den einige Kilometer weiter, etwas oberhalb des Ortes am Ufer des Stausees Lac du Salagou, gelegenen Campingplatz. Ich erreiche ihn kurz vor Sonnenuntergang.



Zum Abendessen fahre ich nochmal zurück nach Clermont-l’Hérault und lasse den Abend mit einer Pizza ausklingen.

Fortsetzung folgt…