Re: Radreise Paris-Barcelona

von: Tom72

Re: Radreise Paris-Barcelona - 10.10.16 21:45

10. Tag, nochmal Col de Finiels und Le Pont-de-Montvert – Florac



Das Wetter ist heute deutlich besser als gestern, und da ich mich immer noch ärgere, dass ich die Überquerung des Col de Finiels gestern wegen des Regens nicht richtig genießen konnte und die geplante kleine Wanderung zum Gipfel des Mont Lozère (Sommet de Finiels) ausfallen musste, beschließe ich, dies heute nachzuholen, bevor ich die eigentliche Tour fortsetze. Das heißt also, es geht heute zunächst zurück auf den Col de Finiels, die ca. 700 Höhenmeter, die es dadurch zusätzlich zu absolvieren gilt, nehme ich gerne in Kauf. Ich fahre also die landschaftlich sehenswerte Strecke, die ich gestern im strömenden Regen hinabgerollt bin, wieder hinauf.





Kurz vor der Passhöhe gibt es zahlreiche eigentümliche Felsformationen zu bewundern; große Gesteinsbrocken sind, durch welche Laune der Natur auch immer, bizarr aufeinandergetürmt.





An der Passhöhe des Col de Finiels beginnt der Wanderweg zum Gipfel des Sommet de Finiels. Ich lasse Rad und Gepäck stehen und erreiche nach ca. 20 min den 1599 m hohen Gipfel. Es ist keine ausgeprägte Bergspitze, sondern wirkt eher wie ein flacher Hügel in einer kargen, heideartigen, windgepeitschten Landschaft. Der Blick reicht aufgrund der Höhe rundum über weite Teile des Zentralmassivs.





Zurück am Straßenpass und bei meinem Rad, mache ich noch ein Selbstporträt vor dem Passschild



und genieße zum zweiten Mal und diesmal bei herrlichem Wetter die Abfahrt zurück nach Le Pont-de-Montvert.











Nach einem späten Mittagessen geht es weiter in meine eigentliche Reiserichtung. Da es durch den Abstecher, der sich auf alle Fälle gelohnt hat, schon recht spät ist, werde ich heute nur noch bis Florac fahren, das sind nicht viel mehr als 20 km. Hier der Blick zurück auf Le Pont-de-Montvert.



Obwohl die berühmte Schlucht, die Gorges du Tarn, erst ein ganzes Stück unterhalb von Florac beginnt, ist das enge Tal des Tarn auch zwischen Le Pont-de-Montvert und Florac bereits recht spektakulär.





Kurz vor Florac, das ein wenig abseits in einem Seitental des Tarn liegt, gibt es direkt am Fluss einen schönen Campingplatz, auf dem ich mich einquartiere. Hoch über dem Ort ragt eine imposante Felswand empor.



Man kann hier sehr schön erkennen, was die Besonderheit der Cevennen ausmacht: Karge, windige, dünn besiedelte Hochebenen (Causses) werden durch tief eingeschnittene Canyons voneinander getrennt, die von Flüssen wie dem Tarn oder der Jonte im Laufe der Jahrmillionen in das Gestein gegraben wurden. Die Felswand oberhalb von Florac ist die Kante der Causse Méjean.

Beim Zeltaufbau mache ich Bekanntschaft mit einem deutschen Radreisenden, der ebenfalls allein reist, Martin. Wir beschließen, gemeinsam nach Florac hineinzufahren und dort zu Abend zu essen. Er ist bereits seit einigen Monaten mit dem Rad in England und Frankreich unterwegs.

11. Tag, Florac – Gorges du Tarn – Meyrueis

Heute steht die Tarn-Schlucht als einer der Höhepunkte der Reise auf dem Programm. Da Martin zunächst ein Stück über die Causse Méjean fahren will, breche ich allein auf.

Noch einmal der Campingplatz direkt am Tarn-Ufer





Nun geht es auf der D 907 B durch die Gorges du Tarn. Ab Ispagnac wird die Landschaft dann wirklich spektakulär.





Ste-Énimie



Die Straße durch die Schlucht ist in gutem Zustand und recht verkehrsarm.



Der Cirque de Pougnadoires



In La Malène treffe ich Martin wieder, der auf dem im Hintergrund zu erkennenden abenteuertlich steilen Sträßchen von der Hochebene der Causse Méjean herabgerollt kommt.



Wir fahren jetzt ein Stück gemeinsam weiter durch die Schlucht.











Gegen ein bescheidenes Eintrittsgeld hat man von einem Aussichtspunkt oberhalb der Straße einen herrlichen Blick schluchtaufwärts



und schluchtabwärts.



Da sowohl Martin als auch ich als heutiges Tagesziel Meyrueis geplant haben, verlassen wir in Le Rozier die Gorges du Tarn, um einem Nebenfluss, der Jonte, aufwärts zu folgen, der eine fast ebenso beeindruckende Schlucht aufweisen kann. Da ich noch eine Kleinigkeit zu mir nehmen will, trennen wir uns und Martin fährt voraus.

Die D 996 durch die Gorges de la Jonte





In Meyrueis gibt es mehrere Campingplätze, ich lande auf einem anderen als Martin; auch dieser Platz ist sehr reizvoll am Flussufer gelegen.

Beim Abendessen in einer Pizzeria treffen wir uns durch Zufall wieder und verabreden, am nächsten Tag noch ein Stück gemeinsam zu fahren, da wir zunächst, bis zum Gipfel des Mont Aigoual, dieselbe Strecke geplant haben.

Fortsetzung folgt…