Essen und Abnehmen auf Tour

von: Tomski

Essen und Abnehmen auf Tour - 23.08.20 10:13

Hallo,
während meiner Planungen für die große Reise, habe ich mich gefragt wie ihr das mit dem Essen regelt.
Wenn ich Tagestouren (ca. 70-80km) fahre, dann habe ich während dieser Stunden so gut wie gar kein Bedürfnis nach Essen. Ein trockenes, halbwegs gesundes, Brötchen reichen mir neben einer Menge Wasser meist völlig aus. Auch wenn das Frühstück sehr klein ausgefallen ist.

Auf einer längeren Reise stelle ich mir das etwas problematisch vor. Dem Körper müsste dann eigentlich eine Unmenge an Energie fehlen auf Dauer. Etwas Obst und Gemüse würde sicherlich immer noch reingehen während der Fahrt, aber viel mehr dann auch nicht.

Wie sieht bei euch der Proviant aus für die Fahrt?

Auch kam mir der Gedanke, dass man eigentlich eine Menge Gewicht verlieren müsste, wenn man über Wochen hinweg fast täglich so viel fährt. Selbst wenn Frühstück und Abendessen üppig ausfallen sollten, wäre ein Kaloriendefizit wohl nicht zu vermeiden! Bei einer Reise von zwei, drei Wochen sicher ein netter Nebeneffekt (je nach Körperbau), aber über mehrere Monate hinweg doch eher kritisch.

Wie sind hier die Erfahrungen der Langzeitreisenden? Habt ihr auch mit Gewichtsverlust zu kämpfen, habt ihr einen bestimmten Ernährungsplan oder mache ich mir über ein Thema Gedanken, welches so gar nicht existiert?

Vielen Dank für jegliche Resonanz, ich bin gespannt!
von: Deul

Re: Essen und Abnehmen auf Tour - 23.08.20 10:17

Hier machst Du dir zu viele Gedanken. Nach ein paar Tagen stellt sich der Stoffwechsel ein, und Du isst von alleine mehr. Ich esse mehrfach am Tag, andere kommen am Tag mit ner Banane aus und essen dafür zum Frühstück und Abends mehr. Das pendelt sich ein.
von: StephanBehrendt

Re: Essen und Abnehmen auf Tour - 23.08.20 11:07

Keine Angst. Dein Körper gibt dir rechtzeitig Bescheid bevor du verhungerst. Ärgerlicher ist der Hungerast.
von: paschukanis

Re: Essen und Abnehmen auf Tour - 23.08.20 11:34

Also ich nehme auf längeren Touren (sagen wir mal so ab 3 Wochen) etwas ab, und danach ordentlich zu, weil mein Körper im 'Fressmodus' bleibt. Unterm Strich bin ich also meist bei locker 2-3 kg plus, die ich dann wieder mühsam abjoggen muss lach
von: Avante

Re: Essen und Abnehmen auf Tour - 23.08.20 11:39

Das wirst du schon merken, wie dein Körper drauf reagiert, das dürfte sehr individuell sein, ein hagerer Spargel wird mehr essen müssen, als wer, der mehr Substanz mitbringt. Daher machts keinen Sinn, sich weiter Gedanken im Vorfeld zu machen. Ja, man kann ziemlich an Gewicht verlieren, wenig essen, gar nicht mal viel Hunger haben und trotzdem täglich zw. 100 und 140km fahren, ohne vom Rad zu fallen. So gehts mir jedenfalls bei längeren Touren. Selber koche ich abends auch nicht viel, ist mir auch zu aufwändig. Mit Döner zu Mittag habe ich gute Erfahrungen gemacht, denn mit nem Döner fährts sichs schöner!
Ganz ehrlich, solltest du dir echt Gedanken um einen 'Ernährungsplan' machen, bleib zuhause!
von: panta-rhei

Re: Essen und Abnehmen auf Tour - 23.08.20 11:51

In Antwort auf: Deul
Hier machst Du dir zu viele Gedanken.

Stimmt.
Das pendelt sich ein.
von: Patrick87

Re: Essen und Abnehmen auf Tour - 23.08.20 11:52

Also ich bin wahrscheinlich einer der wenigen, der auf einer Radreise sogar zunimmt... omm

Morgens brauche ich auch nicht viel, aber unterwegs nasche ich gerne viel: Müsli-Riegel, Banane, Eis, Cabanossi, Kekse, was Süßes vom Bäcker. Gerne auch mal 2-3 Radler...
Wenn ich an einem Tag mal keinen "Hieb" auf Naschereien habe, dann ist das halt so. Entweder hab ich dann Abends richtig Kohldampf oder halt nicht. Meist ists dann so, dass ich am Tag darauf weniger Power habe und dann mehr esse.

Kurzum: Ich glaube dein Körper wird dir schon sagen was er braucht.

P.S.: Abends koche ich i.d.R. selbst und auch viel zu viel. Aber aufgegessen wird alles. Verschwendung gibt es nicht...
Manch einer sagte mir auch schon nach, dass ich auch nur Radfahre, damit ich mehr essen kann... grins
von: Anonym

Re: Essen und Abnehmen auf Tour - 23.08.20 12:39

Kenne Gegenden, wo 5000 - 6000 Kalorien /Tag verbrannt werden. So viel kann niemand essen.

Ist alles abhängig von deiner angedachten Strecke.

P. S. Blogs würde ich mit Vorsicht genießen. Dort steht nicht alles und du kannst komplett andere Erfahrungen machen.
von: Wegekuckuck

Re: Essen und Abnehmen auf Tour - 23.08.20 12:51

Moin
Während einer Radreise habe ich noch nie mein Gewicht verändert. Auch wenn ich lange Etappen fahre ist eine Radreise ist bei mir aber in der Regel weit vom Radsport entfernt. Ich mache mir in Ländern mit Versorgungsmöglichkeiten wie in Westeuropa oder z.B. dem Balkan auch keine Gedanken über die Beschaffung der Verpflegung. Für etwa einen halben Tag habe ich etwas zu essen immer dabei. Soviel ist das bei mir aber nicht. Das was ich während eines Tages auf dem Fahrrad zum Essen brauche deckt sich so ziemlich mit meinem normalen Alltag. Flüssigkeit ergänze ich mehrmals am Tag. Wenn es sehr warm ist frage ich auch mal die Frau oder den Mann im Garten ob sie mir die Trinkflaschen auffüllen können. In der Regel halte am Supermarkt oder ähnlichen Einkaufsmöglichkeiten. Dort gibt es auch immer etwas Genießbares zu kaufen. Zum Glück bin ich nicht krüsch und esse fast alles.
von: doppeluli

Re: Essen und Abnehmen auf Tour - 23.08.20 13:15

Ich starte eigentlich immer mit rund 105 kg. Alles was über 3 Tage-Tour geht nehme ich ab. 2017 bin ich 7 Wochen (4050 km) unterwegs gewesen und kam mit 95 kg heim. Gedanken mache ich mir aber nicht. Tagsüber komme ich mit 10 Butterkeksen oder einem Brötchen oder einem Eis hin. Frühstück normal, Abends können es auch schon Mal zwei Mahlzeiten werden.
In Finnland hätte ich nach 100 km noch 30 km bis zum nächsten Geschäft radeln müssen. In solchen Gegenden habe ich immer für einen Tag was dabei. Kocher nehme ich nie mit.
von: BeBor

Re: Essen und Abnehmen auf Tour - 23.08.20 13:59

In Antwort auf: Avante
Ja, man kann ziemlich an Gewicht verlieren, wenig essen, gar nicht mal viel Hunger haben und trotzdem täglich zw. 100 und 140km fahren, ohne vom Rad zu fallen. So gehts mir jedenfalls bei längeren Touren.

Das ist wohl individuell unterschiedlich. Mein Körper fordert nach langen Tagesetappen vehement groß portionierte Nudelgerichte mit leckerer Soße.

Bernd
von: Anonym

Re: Essen und Abnehmen auf Tour - 23.08.20 14:28

In Antwort auf: Avante
Ja, man kann ziemlich an Gewicht verlieren, wenig essen, gar nicht mal viel Hunger haben und trotzdem täglich zw. 100 und 140km fahren, ohne vom Rad zu fallen.


Da sag ich mal nichts zu.
Offensichtlich noch keine lange und schwere Tour gemacht.
https://vimeo.com/59968338

Steve schlägt in die gleiche Kerben.
https://cyclingthe6.com/
Die Videos sind ganz gut gemacht.
von: Juergen

Re: Essen und Abnehmen auf Tour - 23.08.20 14:49

Coole Typen, die ihr Gewicht nem Surly oder Santos Travelmaster anvertrauen, auf nem Brooks sitzen und ner Rohloff zuhören. grins
von: Anonym

Re: Essen und Abnehmen auf Tour - 23.08.20 15:09

Jedenfalls können die mehr erzählen als die ganzen Langzeitblogleser aus dem Forum.
von: Avante

Re: Essen und Abnehmen auf Tour - 23.08.20 15:20

So wirds sein...
Ich schrub ja, sehr individuell für jeden und nicht jede lange Tour ist eine 'Extremtour'.
Mein längste war 10 Monate von D nach Singapore. Von daher glaube ich, kann ich mitreden...
von: cyclist

Re: Essen und Abnehmen auf Tour - 23.08.20 15:30

Hallo Peter,
Zitat:
Jedenfalls können die mehr erzählen als die ganzen Langzeitblogleser aus dem Forum.
du kannst auch ne ganze Menge erzählen und dir hört man auch gerne zu. zwinker
Es muss gar nicht mal in exotische Länder gehen (speziell bei so manchen Mitliedern hier, die ständig in Ländern unterwegs sind, die noch nicht mal echte Einwohner haben... Die Beiträge solcher Leute kann ich jedenfalls nicht mehr ernst nehmen), um was interessantes erzählen zu können, es sollte aber "Hand und Fuß" haben und - wie hier im Forum - dem Themenersteller weiterhelfen können.
von: radlsocke

Re: Essen und Abnehmen auf Tour - 23.08.20 15:55

In Antwort auf: Avante

Das ist wohl individuell unterschiedlich. Mein Körper fordert nach langen Tagesetappen vehement groß portionierte Nudelgerichte mit leckerer Soße.

D.h. @Tomski: Nimm einen ausreichend großen Topf mit, besser zwei (einen für Nudeln, einen für die Sauce grins )
von: Tomski

Re: Essen und Abnehmen auf Tour - 23.08.20 16:04

Danke Leute für alle Antworten. Genau was ich mir erhofft habe. Es ist individuell und wird schon irgendwie hinhauen - klasse!
von: Anonym

Re: Essen und Abnehmen auf Tour - 23.08.20 17:51

Da möchte ich dem Forum gar nichts mehr erzählen. Warum?
Ganz einfach. Interkontinentalradler sind hier zur persona non grata erklärt worden. Eine Bestätigung dieser Meinung siehst du im Post von Jürgen. Besonders interessant, wenn der Mist von einem Mod kommt.

Ein echter Blogleser bin ich nicht, kann die Schwierigkeiten und Probleme bei verschiedenen Bildern und Blogs nachvollziehen.
von: cyclist

Re: Essen und Abnehmen auf Tour - 23.08.20 18:10

Hallo Peter,
Zitat:
Da möchte ich dem Forum gar nichts mehr erzählen. Warum?
also zumindest ich habe dir gerne auf den diversen Forentreffen zugehört.
Zitat:
Ganz einfach. Interkontinentalradler sind hier zur persona non grata erklärt worden. Eine Bestätigung dieser Meinung siehst du im Post von Jürgen.
Ich glaube, da verstehst du Jürgens Beitrag falsch. Das Forum ist immer noch DIE deutschsprachige Quelle für Radreisende & Fernradler!
Auch wenn es da leider viele Alltagsradler gibt, die noch nie mal für mehr als 3 Tage am Stück unterwegs waren, geschweige denn mal außerhalb von D. Und gerade letztere meinen hier häufiger in letzter Zeit ihre Meinung kundzutun, obwohl sie keinerlei reale Erfahrung mit der Thematik haben.
von: Juergen

Re: Essen und Abnehmen auf Tour - 23.08.20 18:15

Du hast mich völlig falsch verstanden und für meine etwas unglückliche Ausdrucksweise entschuldige ich mich hiermit.
Daran, dass Du so übers Forum denkst, kann ich jedoch nichts ändern.
von: Toxxi

Re: Essen und Abnehmen auf Tour - 23.08.20 18:18

In Antwort auf: Tomski
Wie sieht bei euch der Proviant aus für die Fahrt?

Das hängt sehr davon ab, wo ich unterwegs bin. Ich war gerade 2 Wochen in Österreich, Tschechien und Polen. Sonderlich viel brauchte ich eigentlich nie mitzunehmen. Es gibt überall Cafés, Supermärkte, Spätis (besonders in Polen, die Kette "Żabka") und dergleichen.

Für den Tag hatte ich quasi als Notfallproviant eine Tüte Paranüsse und kaufte mir morgens oder unterwegs beim Bäcker ein paar süße Teilchen. Ggf. noch eine harte haltbare Wurst (die auch bei 35°C nicht gleich vergammelt) und ein oder zwei Brötchen.

Was aus meiner Sicht immer ein guter Tipp ist - Tankstelle! Da gibts Getränke (oft auch heiße), in aller Regel auch was zu Essen, ein Dach überm Kopf bei Starkregen, und (ganz wichtig!!!) die haben sehr lange auf (teilweise rund um die Uhr).

Als ich in Chile unterwegs war, oder auch in manchen dünn besiedelten Gegenden auf dem Balkan, sah das anders aus. Da hatte ich mehr dabei. Couscous mach sich immer ganz gut, den muss man (im Gegensatz zu Nudeln oder Reis) einfach nur mit heißem Wasser aufgießen. Das spart massiv Brennstoff.

In Antwort auf: Tomski
Auch kam mir der Gedanke, dass man eigentlich eine Menge Gewicht verlieren müsste, wenn man über Wochen hinweg fast täglich so viel fährt. Selbst wenn Frühstück und Abendessen üppig ausfallen sollten, wäre ein Kaloriendefizit wohl nicht zu vermeiden!

Das hängt sehr vom Streckenprofil ab. Die Länge 80 km sagt erst mal gar nichts. Auch die Höhenmeter allein sind nur bedingt aussagekräftig. Es gibt leichte und schwere Höhenmeter. Wegbeschaffenheit, Steigung (20 km mit 5% sind was anderes als 10 km mit 10% oder 5 km mit 20%), Wind, Regen etc. spielen eine große Rolle.

In Belarus (eher flach) sind wir 120 km gefahren, und haben uns dann gefragt, was wir mit dem angerissenen Tag anfangen sollen. Im Gebirge war einmal (in der gleichen Konstellation, übler Schotterpass mit fast 2000 Höhenmetern am Stück) nach 25(!) km Schluss. Zugegeben ein Extrembeispiel, aber sowas weiß man vorher einfach nicht. Auch die vielen kleinen gemeinen und heftigen Anstiege in Böhmen können noch mehr schlauchen als ein ordentlicher Hochgebirgspass.

2013 in Rumänien bin ich so viel gefahren (täglich deutlich über 100 km mit ordentlich Höhenmetern), dass ich trotz üppigem Abendessen abgenommen habe. Mittlerweile gehe ich die Touren ruhiger an, da habe ich das Problem nicht mehr.

Wie kangari schon sagte - manchmal braucht man wirklich viele Kalorien. Das kann ich bestätigen. Nach meiner Erfahrung kann man die mit kaltem Essen (Brot, Kuchen, Wurst, Käse) irgendwann schicht nicht mehr auffüllen. Gekochtes Essen rutscht einfach leichter bei mehr Kalorien.

Allerdings - wenn es 80 km flach geht, dann sehe ich das Problem nicht so. Das sollte dein bisheriges Prozedere ausreichen. Und wenn nicht, dann wirst du es merken, das haben ja auch einige andere schon gesagt. In dem Falle - regelmäßig Kleinigkeiten essen, auch wenn der Hunger noch nicht da ist.

Auf Langzeitreisen muss man sich auch Kräfte für die nächsten Tage aufheben. Und ich schiebe auch gelegentlich Pausentage ein. Früher nur dann, wenn der Körper sich dringend meldete, heute schon eher prophylaktisch.

Gruß
Thoralf
von: Keine Ahnung

Re: Essen und Abnehmen auf Tour - 23.08.20 19:28

Wenn ich meine typischen jährlichen dreiwöchigen Radreisen (leider geht zusammenhängend aus beruflichen und familiären Gründen nicht mehr) mache, meist mit etlichen Höhenmetern und immer im Schnitt über 100 km täglich, halte ich es mit dem Essen so:

Wenn ich nicht gerade in einem Hotel sein sollte, wo ein Frühstück inklusive ist, setze ich mich um ca. 7 Uhr auf das Fahrrad und fahre dann für ca. 2 Stunden, bevor ich das, was ich z. B. von einem Bäcker erstanden habe, verzehre. Bis zur Mittagspause, die ich gegen 13 Uhr mache, gibt es nichts zu essen. Mittags esse ich wiederum "kalt" und das mit Appetit, da ich in den Stunden seit dem Frühstück schon einiges verbrannt habe. Abends gegen 18 Uhr koche ich einen großen Topf Nudeln oder gehe ab und zu in ein Restaurant. Insgesamt esse ich sicher deutlich mehr als im "normalen Alltag".

Auch wenn ich so einiges an Kalorien zuführe, nehme ich in dieser kurzen Zeit zwischen 5 und 10 kg ab, was mir aber nicht schadet zwinker . Üblicherweise muss ich nur eine Tafel Schokolade ansehen und habe die Kalorien sofort in Körpergewicht umgewandelt. Würde ich nun länger fahren (weiß ich von meinen früheren längeren Touren), so würde ich nicht linear weiter Gewicht verlieren. Ich hätte auch keine Angst davor und würde sagen, dass der Körper das, was er braucht auch holen wird. Solange man also das isst, was der Körper verlangt und keinen Hunger zulässt, wird man keine Probleme haben.

Bei extremen Wettkämpfen (Tour de France und Co.) werden mehr Kalorien verbraucht, als man durch normales Essen zu sich nehmen kann. Das wird dann mit spezieller Nahrung und sogar Infusionen kompensiert. Ich denke aber nicht, dass eine normale Radreise in diese Kategorie fallen wird. Selbst wenn Etappen mehr Kalorien fordern sollten, als dann zugeführt werden, werden entweder an anderen Tagen mehr Kalorien angefordert und geliefert oder die Leistung wird zusammenbrechen. Anders geht es nicht. Der Körper kann nur das leisten, was er verbrennen kann. Angst, dauerhaft abzunehmen, muss man also nicht haben. Das regelt sich von alleine. Wer einmal in den Unterzucker gefahren ist, weiß, dass dann automatisch das Ende der Leistungsfähigkeit kommt.
von: veloträumer

Re: Essen und Abnehmen auf Tour - 24.08.20 01:21

Reisezeit ist Genusszeit. Kalorienzählen und Ernährungspläne sind mir fremd, hatte aber auch eh nie Probelem mit Übergewicht. Abnehmen auf Tour muss ich schon sehr viel leisten, das meiste wird kompensiert. Früher ging aber immer ein Stück Bäuchlein weg, heute nicht mehr so, auch weil ich die Leistung gar nicht mehr aufs Pedal bringe. Hungern als Ersatz kommt aber nicht in Frage.
von: Biotom

Re: Essen und Abnehmen auf Tour - 24.08.20 07:20

Hier steht noch Aufschlussreiches zum Essen: https://www.ispo.com/people/ultradistanz-radler-jonas-deichmann-ich-lebe-auf-dem-rad
von: Margit

Re: Essen und Abnehmen auf Tour - 24.08.20 09:02

In Antwort auf: veloträumer
Reisezeit ist Genusszeit.
dafür bravo party bier
von: Martina

Re: Essen und Abnehmen auf Tour - 24.08.20 09:09

In Antwort auf: Margit
In Antwort auf: veloträumer
Reisezeit ist Genusszeit.
dafür bravo party bier


Sehe ich ja auch so. Deshalb erscheint mir persönlich das größere Problem auf einer Weltreise zu sein, dass man in vielen Gegenden essenstechnisch nicht wählerisch sein darf, sondern essen muss, was es gerade gibt. Weiß nicht, ob mir das Spaß machen würde.
von: Uli

Re: Essen und Abnehmen auf Tour - 24.08.20 09:15

Auch ich glaube, dass das individuell ist / sein kann. Ich benötige ein gutes Frühstück und tagsüber regelmäßigen Nachschub (zwei Mahlzeiten), ansonsten bemerke ich einen "Leistungsabfall". Interessant ist, dass das im Alltag ohne körperliche Anstrengung bei mir deutlich anders aussieht; da halte ich es durchaus mit zwei Pötten Kaffee intus bis zum Mittag ohne feste Nahrung aus. Achte auf die Zeichen deines Körpers und folge deinen Essengelüsten, dann wird's schon.
Gruß
Uli
von: SG1953

Re: Essen und Abnehmen auf Tour - 24.08.20 16:02

Ich verliere in der Regel auf meinen 3 Wochen Touren auch so 5-10 Kilo, kann mir das auch locker leisten.
Wobei die 10 Kilo letztes Jahr in Island und vor ein paar Jahren in Norwegen waren, wo man halt nicht aller paar Kilometer Einkaufsmöglichkeiten findet.

Gruß Mario
von: Margit

Re: Essen und Abnehmen auf Tour - 24.08.20 16:29

In Antwort auf: Martina
[Deshalb erscheint mir persönlich das größere Problem auf einer Weltreise zu sein, dass man in vielen Gegenden essenstechnisch nicht wählerisch sein darf, sondern essen muss, was es gerade gibt.
aber die Delikatessen der einzelnen Länder magst Du sicherlich probieren unschuldig In Australien fragte ich mal eine ausgewanderte Deutsche, weshalb sie ihren Kindern denn Vegemite überhaupt aufs Brot schmiere, antwortete sie, dass die Nachbarn es sonst tun und sagen, die Deutschen geben ihren Kindern nicht genug zu essen träller
von: Martina

Re: Essen und Abnehmen auf Tour - 24.08.20 17:00

In Antwort auf: Margit
In Australien fragte ich mal eine ausgewanderte Deutsche, weshalb sie ihren Kindern denn Vegemite überhaupt aufs Brot schmiere, antwortete sie, dass die Nachbarn es sonst tun und sagen, die Deutschen geben ihren Kindern nicht genug zu essen träller


Sie hätte in Deutschland schonmal damit üben können, das ist vergleichbar.
von: Rennrädle

Re: Essen und Abnehmen auf Tour - 24.08.20 17:15

In Antwort auf: Margit
... In Australien fragte ich mal eine ausgewanderte Deutsche, weshalb sie ihren Kindern denn Vegemite überhaupt aufs Brot schmiere, antwortete sie, dass die Nachbarn es sonst tun und sagen, die Deutschen geben ihren Kindern nicht genug zu essen träller


Ja in Down Under und auch in Neuseeland bekommen die Babies das ja schon in die Milch gerührt...;)

Aber man kann auch selbst als Deutscher dran Gefallen finden. Anfangs hab ich es ausgespuckt, heute schmier ich mir das gerne auf Butterbrot mit einer Käsescheibe drauf. Echt lecker.

Unsere Reserve im Küchenschrank reicht vermutlich bis zu unserem Lebensende. Schlecht wird das Zeugs gewiss nicht, egal was als MHD drauf steht.

Rennräde
von: HC SVNT DRACONES

Re: Essen und Abnehmen auf Tour - 24.08.20 18:21

In Antwort auf: Margit
In Antwort auf: Martina
[Deshalb erscheint mir persönlich das größere Problem auf einer Weltreise zu sein, dass man in vielen Gegenden essenstechnisch nicht wählerisch sein darf, sondern essen muss, was es gerade gibt.
aber die Delikatessen der einzelnen Länder magst Du sicherlich probieren unschuldig In Australien fragte ich mal eine ausgewanderte Deutsche, weshalb sie ihren Kindern denn Vegemite überhaupt aufs Brot schmiere, antwortete sie, dass die Nachbarn es sonst tun und sagen, die Deutschen geben ihren Kindern nicht genug zu essen träller


Moin zusammen,

habe mich tapfer durchgeklickt: Ist ja interessant, dass alle "Delikatessen" aus dem Link aus Tieren oder eben deren Teilen bestehen. Gibt es denn keine ekeligen Pflanzenspeisen? Kennt jemand da was? Bin gerade neugierig geworden...

Beste Grüße von
Tom
von: BeBor

Re: Essen und Abnehmen auf Tour - 24.08.20 19:24

In Antwort auf: HC SVNT DRACONES
Gibt es denn keine ekeligen Pflanzenspeisen? Kennt jemand da was? Bin gerade neugierig geworden...

Nach erfolglosen Versuchen frühkindlicher Zwangsbespeisung sind für mich Rote Beete und Brechbohnen der Gipfel des Abscheus vor pflanzlicher Nahrung. Vor ähnlichem Zwangshintergrund kenne ich (ältere) Menschen, die bereits Würgereiz bekommen, wenn sie das Wort Steckrüben hören.

Dann gibts ein paar Pilze, deren Namen ich aber nicht mehr weiß, die zwar als ungiftig, aber auch als ungenießbar gelten, aber in Zeiten großen Hungers hinuntergewürgt wurden. Auch Chicorrée steht bei vielen Menschen ganz oben in der Negativhitparade.

Bernd
von: jutta

Re: Essen und Abnehmen auf Tour - 24.08.20 19:49

Die Pilze, die du meinst, sind sicher Bitterpilze/Gallenröhrlinge. Nicht giftig, aber schon einer kann alles verderben. Erinnert mich an eine Wandertour in Ungarn. Zusammen gesammelt, einer hatte wohl nicht aufgepasst. Haben wir dann im Dunkeln draußen verspeist. Hab mich nur umgedreht und los gings rückwärts ...

Und meine Großmutter hat mal weiße Bohnen mit Pflaumenmus gekocht, hat sie nie wieder gemacht. Weiß nicht, ob ich das heute essen würde, hab aber keine Lust das zu probieren.

Und Rote Bete, ein Winterurlaub in Sinaia/ Rumänien. Vollverpflegung, aber für Mittag konnte man sich Talons geben lassen, die in den Berghütten akzeptiert wurden. Rote Bete gab's da, aber viele Gäste verschmähten die. Ich konnte beobachten, wie der Kellner die dann auf neue Teller verteilte.
von: natash

Re: Essen und Abnehmen auf Tour - 24.08.20 20:10

Rote Beete (rote Rüben) sind eine leckere und nahrhafte Radlernahrung schmunzel. Ich mag sie als Salat, Suppe, gebraten, gefüllt,
und überbacken.
Zum Thema: Menschen haben auch bei gleicher Belastung einen unterschiedlich hohen Nahrungsmittelbedarf. Deshalb ist das schwer, da allzuviel zu verallgemeinern.
Aber: Sehr bergige Strecke durch dünnbesiedelte Regionen mit rauhem Klima und eingeschränkter Infrastruktur kosten schon relativ viel Substanz. Bei jedem. Wichtig ist es da irgendein Notfutter an Bord zu haben, das wenig wiegt, lange hält und nahrhaft ist, wie zb Haferflocken, Getreidebreis oder Nüsse, Trockenfrüchte etc (falls das nichts für Dich ist, halt was anderes und wenns Kekse und Zwiebach sind).
Auch ist es in eher trockenen Regionen sinnvoll dann aufs Wasser zu achten, damit nicht auch noch Durchfallerkrankungen dazu kommen.
In gemäßigten Regionen mit guter Infrastruktur stellt sich das Thema nicht so sehr, aber auch hier sind viele Höhenmeter natürlich zehrender als wenige. Aber da kann man mit Bananen, Riegeln und süssen Getränken vorbeugen oder zumindest direkt unterstützen.
Wie, wann und wieviel bekommt man heraus im Laufe des Radelns.

Gruß
Nat
von: derSammy

Re: Essen und Abnehmen auf Tour - 25.08.20 09:55

Bitterpilze? Nee, glaube die will wirklich keiner essen.
Gibt da noch paar andere Pilzsorten, Hallimasch z.B., deren Nutzung als Speisepilz umstritten ist.
von: lluki

Re: Essen und Abnehmen auf Tour - 25.08.20 13:11

In Antwort auf: Biotom


Harte Nudel 8-) Das mit den Keksen habe ich auch schon praktiziert. Man muss aufpassen dass bei einer Diät die hauptsächlich aus Haferflocken, Keksen, Brot und Pasta besteht ansonsten genug Nährstoffe zugeführt werden. Ich bekam leichtes Zahnfleischbluten... Bei jeder Gelegenheit brav Früchte reinstopfen, dann passt das auch mit der Prinzenrolle.
von: veloträumer

Re: Essen und Abnehmen auf Tour - 25.08.20 22:21

In Antwort auf: BeBor
Chicorrée

verliebt
Wem es zu bitter ist: In der Pfanne mit Honig braten.
von: Wendekreis

Re: Essen und Abnehmen auf Tour - 25.08.20 22:38

"Criadillas" heißen in Oberbayern "Stierbeitl" und sind zum Verzehr zugelassen. In einigen trotz Tönnies übrig gebliebenen Landmetzgereien, die noch im eigenen Schlachthaus wöchentlich einen Stier schlachten. finden sich dafür Liebhaber.
von: HC SVNT DRACONES

Re: Essen und Abnehmen auf Tour - 25.08.20 22:49

In Antwort auf: veloträumer
In Antwort auf: BeBor
Chicorrée

verliebt
Wem es zu bitter ist: In der Pfanne mit Honig braten.



ohja, lecker...

dafür
von: Wendekreis

Re: Essen und Abnehmen auf Tour - 25.08.20 22:54

Da fällt mir noch ein Tierarzt ein, von dem gesagt wurde, dass er sich die Stierbeitl nach der Fleischbeschau umsonst mitgeben ließ. Er hatte eine rassige Frau zuhause.
von: HeinzH.

Re: Essen und Abnehmen auf Tour - 26.08.20 13:34

Moin moin!
In Antwort auf: Wendekreis
"Criadillas" heißen in Oberbayern "Stierbeitl" und sind zum Verzehr zugelassen. In einigen trotz Tönnies übrig gebliebenen Landmetzgereien, die noch im eigenen Schlachthaus wöchentlich einen Stier schlachten. finden sich dafür Liebhaber.
Während meiner Lehrlingszeit hatte ich während einer Lehrstellenmesse in der Stadthalle Hannover, es muß so um 1966 oder 1967 gewesen sein, die Aufgabe, das Karosseriebauer-Handwerk zu vertreten. Am Stand gegenüber waren die Fleischerlehrlinge und natürlich kamen wir ins Gespräch. Für die Mittagspause wurde demnach vom Meister oder seiner Frau reichlich Fleisch gebraten oder gekocht. Freitags, so erzählten mir die beiden Lehrlingskollegen, gab es immer Bullenhoden in verschiedenen Zubereitungsarten. Wie sie die Bullenhoden nannten, weiß ich nicht mehr...
Auf den einschlägigen Kochseiten im www. gibt es diverse Rezepte: Stierhoden, ein ungewöhnliches, aber ein sehr altes und sehr leckeres Gericht...
Gruß aus Münster,
HeinzH.
von: Friedrich

Re: Essen und Abnehmen auf Tour - 26.08.20 15:01

In Antwort auf: Wendekreis
"Criadillas" heißen in Oberbayern "Stierbeitl" und sind zum Verzehr zugelassen.

Durch die nebenberufliche Tätigkeit meines Vaters bedingt waren diese edlen Teile fester Bestandteil unseres Speiseplans.
von: BeBor

Re: Essen und Abnehmen auf Tour - 26.08.20 19:10

In Antwort auf: Friedrich
In Antwort auf: Wendekreis
"Criadillas" heißen in Oberbayern "Stierbeitl" und sind zum Verzehr zugelassen.

Durch die nebenberufliche Tätigkeit meines Vaters bedingt waren diese edlen Teile fester Bestandteil unseres Speiseplans.

Meine „nebenberufliche Tätigkeit“ war es dann und wann, am Schlachttag auf dem Misthaufen ein ausreichend tiefes Loch zu graben, in dem die Schlachtabfälle so tief bestattet wurden, dass der Hofhund, der Fuchs oder andere Feinschmecker keine Chance zur heimlichen nächtlichen Bereicherung hatten. Sehr große Mengen Schlachtabfälle fielen niemals an, für das meiste am/im Schwein oder Rind gab es einen Platz als Komponente in irgendeiner Wurstrezeptur. Die Kronjuwelen gehörten hier im katholischen Münsterland nicht dazu, die kamen mit in die Grube. Aber es war bekannt, dass der Dorfmetzger des Stieres Gebimsel beiseite legte für spezielle Kunden, die sich davon eine Stärkung ihrer Manneskraft versprachen, insbesondere bei Verzehr im rohen Zustand.

Wieher, hufscharr...

Bernd
von: HeinzH.

Re: Essen und Abnehmen auf Tour - 26.08.20 20:32

In Antwort auf: BeBor
(....) Aber es war bekannt, dass der Dorfmetzger des Stieres Gebimsel beiseite legte für spezielle Kunden, die sich davon eine Stärkung ihrer Manneskraft versprachen, insbesondere bei Verzehr im rohen Zustand. (....)
Hmmmh, im rohen Zustand verspeisen...? Da kann ich mir das Ganze eigentlich nur gewolft als Tatar mit Salz, Pfeffer, Zwiebeln und Eigelb bereitet, oder aber als hauchfein geschnittenes Carpaccio, mariniert in einer Vinaigrette und vorm Servieren mit Parmesan bestreut, vorstellen.
Bis denne,
HeinzH.
von: BeBor

Re: Essen und Abnehmen auf Tour - 27.08.20 06:22

In Antwort auf: HeinzH.
Hmmmh, im rohen Zustand verspeisen...? Da kann ich mir das Ganze eigentlich nur gewolft als Tatar mit Salz, Pfeffer, Zwiebeln und Eigelb bereitet, oder aber als hauchfein geschnittenes Carpaccio, mariniert in einer Vinaigrette und vorm Servieren mit Parmesan bestreut, vorstellen.

Zumindest die letztgenannte, mediterrane Zubereitungsart dürfte hier im entsprechenden Zeitraum kaum bekannt gewesen sein, der Gipfel ansatzweise mediterranen Genusses aus eigener Zubereitung waren Makkaroni-Nudeln, allerdings in Milch gekocht und anschließend in Butter und Semmelbröseln in der Pfanne geschwenkt.

Ganz ungewöhnlich war der Rohverzehr von Innereien damals eigentlich nicht, auch Leber z. B. wurde (aus welchen Gründen immer) durchaus roh gegessen. Zwei frühere Schulkameraden, die nach der Schulzeit das blutige Handwerk beim Dorfmetzger erlernten, berichteten auch gern von der Standestradition unter Metzgergesellen, am wöchentlichen Bullenschlachttag zur körperlichen Kräftigung einen großen Humpen frisches Blut zu trinken.

Mir selbst waren und sind Rohzubereitungen ein entsetzlicher Graus, selbst um den in den Siebzigern beliebten „Mettigel“ habe ich einen Bogen gemacht. Aber jeder wie er mag.

Bernd
von: huxtebude

Re: Essen und Abnehmen auf Tour - 28.08.20 23:46

Dein Körper meldet sich schon, wenn er Energie braucht, keine Sorge (ich gehe mal von einem normal gesunden Menschen aus). Dass es mal Phasen gibt, in denen man keinen Hunger spürt ist auch ganz normal.
Der Energiebedarf hängt auch stark von Strecke, Wetter, Geschwindigkeit ab. Du kannst ganz gemütlich 50 km nen Fluss entlang radeln, ohne viel Mehrbedarf an Energie, oder in derselben Zeit das Stilfser Joch hochradeln.
Vermutlich wirst du auf so einer langen Reise nicht jeden Tag Höchstleistungen bringen. Ich bin meist ganz gemütlich geradelt. So oft habe ich Kommentare gehört, die bewundernd feststellten wie weit ich doch gefahren sei, und welche "Leistungen" das seien. Aber wenn du jeden Tag gemutlich deine 50 km abspulst, läppert sich das eben. Aus meiner Sicht war das weniger Sport als einfach Mittel zur Fortbewegung. Auch ohne viel Anstrengung. Klar gibt's aber auch immer mal super anstrengende Tage. Und dein Körper wird mit der Zeit auch effizienter.
Aber du wirst eher nicht als Skelett ankommen, weil du "vergessen" hast, zu essen.

Grüße
Florian
von: Biotom

Re: Essen und Abnehmen auf Tour - 19.09.20 07:04

Was hier glaub noch nicht angesprochen wurde ist das Trinken. Nach meiner Erfahrung meldet sich der Hunger recht zuverlässig, wenn man zu wenig isst; bei einer Dehydrierung hat man aber nicht zwingend grossen Durst. Wenn ich nicht mehr so recht pedalieren mag und nicht weiss warum, helfen oft ein paar grosse Schlucke Wasser. Daher: unbedingt eher über den Durst trinken!
von: UrbanCosmonaut

Re: Essen und Abnehmen auf Tour - 19.09.20 07:33

Da kann ich Dir nur Recht geben!
Der Mensch an sich ist ja auch ein dummer Zellhaufen und neigt grundsätzlich dazu, Durst mit Hunger zu verwechseln.
Also lieber erst mal was trinken als sich noch n Pain au Chocolat einzuwerfen. (Oh mein Gott, was red' ich da ... wirr )
von: bicycle24

Re: Essen und Abnehmen auf Tour - 16.12.20 16:12

Natürlich ist bei einer Reise immer eine der besten Sachen unterschiedliche Küchen und Spezialitäten auszuprobieren. Da sollte man sich also keine Sorgen machen und lieber genießen lach
von: Nordisch

Re: Essen und Abnehmen auf Tour - 29.03.21 20:40

PowerBar PowerGel Shots Fruchtgummis
Ca. 900 Kcal je Beutelchen. Und oft günstig zu haben.
Damit hat man keine Probleme mehr mit Leistungseinbrüchen.
Und mein Magen verträgt es auch gut. Im Gegensatz zu anderer Sportlernahrung ist nicht ganz so tief in den Chemiebaukasten gegriffen worden.

Abnehmen ist primär kein Problem auf Tour, bzw. führt zu Leistungseinbrüchen.
Man muss ja nicht die gesamten Kalorienmenge durch Kohlenhydrate ausgleichen.
Je nach Trainingszustand muss nur 40 bis 60 % benötigten Kalorienmenge durch Kohlenhydrate zugeführt werden. Den Rest nimmt der Körper sich aus dem Fettreserven. Davon haben selbst schlanke Menschen reichlich.

Auf Eiweiß sollte man natürlich auch achten. Ansonsten hat der Körper keine Bausteine, um die Muskeln zu erhalten, geschweige denn um sie zu stärken. Wenn es schwer fällt, ausreichend zuzuführen, könnte man Eiweißpulver nehmen. Das gibt es schon um 15 € das Kilogramm. Um 850 Gramm sind davon reines Eiweiß.

Salzstangen können gut gegen Krämpfe helfen und liefern gleichzeitig Kalorien.

Die Sportlernahrung sollte natürlich nicht die Hauptnahrung sein. Aber sie hilft, wenn man den Magen nicht großvolumig mit anderen Lebensmitteln vollstopfen kann.
von: Uwe Radholz

Re: Essen und Abnehmen auf Tour - 02.04.21 10:17

In Antwort auf: Nordisch
....
Je nach Trainingszustand muss nur 40 bis 60 % benötigten Kalorienmenge durch Kohlenhydrate zugeführt werden. Den Rest nimmt der Körper sich aus dem Fettreserven. .....


Der Faden ist ja schon ein wenig älter, aber in Zeiten , in denen für viele der Bewegungsumfang reduziert ist, wieder etwas aktueller.
Deshalb grad die Frage, wie du zu dieser Aussage kommst? Oder verstehe ich dich bloß falsch?
Dass der Körper in der Lage ist, bis zu 60% der benötigten Energie aus dem Fettstoffwechsel zu gewinnen, habe ich noch nie gelesen. Mir erscheint das -aber ich ich bin kein Profi- als zu hoch. Leider. Wenn du mal einen Link zum Nachlesen hast, wäre ich dankbar.

So wie ich es in Erinnerung habe, besteht der menschliche Stoffwechsel aus der Umwandlung von Fetten, Kohlehydraten und, die nennst du oben nicht, Proteinen. Das Verhältnis dieser drei Formen ist biologisch determiniert, lässt sich aber untereinander durch Training verschieben. Sehr grob ist das Verhältnis 55% Kohlehydrate (in etwas wie du es schreibst), 15% Proteine, 30% Fett. Wobei wie gesagt ein gut trainierter Ausdauersportler dieses Verhältnis zugunsten des Fettverbrauches verschieben kann. Der biochemische Prozess der Energiegewinnung ist deutlich komplizierter als er sich hier darstellen lässt. Genauer gesagt, als ich in der Lage bin es darzustellen. Aber alle drei Formen der Energiebereitstellung laufen immer nebeneinander ab und daraus resultiert auch das Problem von Diäten, die darauf basieren, dass eine Komponente in der Ernährung reduziert oder ausgeschlossen wird. Der menschliche Körper ist leider kein einfacher Verbrennungsmotor. Lediglich der totalen Herrschaft des Energieerhaltungssatzes sind alle unterworfen. Führen wir mehr Energie zu, als wir umsetzen, wird der Überschuss umgewandelt und gespeichert weinend
von: Patrick87

Re: Essen und Abnehmen auf Tour - 02.04.21 11:06

In Antwort auf: Nordisch
Je nach Trainingszustand muss nur 40 bis 60 % benötigten Kalorienmenge durch Kohlenhydrate zugeführt werden.

Das halte ich für ein Gerücht.
Fette und Proteine sind essentiell - Kohlenhydrate nicht. Bzgl. Proteine und Fetten gibt es in der Literatur unterschiedliche Empfehlungen hinsichtlich der Mengen. Meist sind dies mind. 0,8 bis 1 Gramm Fett pro kg Körpergewicht und 2 bis 2,4 Gramm Proteine pro kg Körpergewicht für sportlich aktive Menschen. Dabei ist zu sagen, dass man auf ausreichende Zufuhr essentieller Fette und Proteine achten sollte. Die kann der menschliche Körper nicht selbst bilden.
Die übrige notwendige Kalorienmenge kann durch Kohlenhydrate ergänzt werden.
Ich sage bewusst kann, weil man diese auch durch Proteine und Fette ergänzen kann. Bei höhere Zufuhr von Proteinen wird die überschüssige Menge statt zur Proteinbiosynthese zur Energiegewinnung genutzt.
Um genau zu sein ist eine klare Angabe der notwendigen "Kalorienmenge" eh nicht möglich, da man auch den "Thermic effect of Food" betrachten muss. Um Kohlenhydrate, Fette und Proteine zu verstoffwechseln benötigt der Körper unterschiedliche Mengen an Energie um die Kohlenhydrate, Fette und Proteine aufzuspalten. Daher generiert der Organismus von 100 kcal aus Fett, 100 kcal aus Proteinen und 100 kcal Kohlenhydrate unterschiedliche Mengen an kcal zur Energiegewinnung.
"Thermischer Effekt der Nahrung (TEF), bezeichnet die Energie, die beim Prozess der Umwandlung von Kohlenhydraten, Fett und Proteinen in verfügbare Energie verloren geht."

Wer seinen tatsächlichen Kalorienbedarf wissen möchte schlage ich folgendes vor:
1. Grundumsatz an Kalorien zu ermitteln
einfach mal nach "Harris-Benedict-Formel" googeln. Entsprechend von Aktivitätsfaktoren kann dann
2. Kalorienverbrauch durch Aktivitäten ermitteln
Googelt nach "PAL-Faktor"
3. Grundumsatz und Kalorienverbrauch durch Aktivitäten addieren
4. Ernährung protokollieren und beobachten
Die ermittelten Kalorien 2 Wochen beobachten und sich wiegen
5. Kalorienmenge anpassen
Pro 1kg verändertem Körpergewicht 9000 kcal verteilt auf die 2 Wochen mehr oder weniger einplanen

Alternativ, was ich präferiere: Auf gesunde Fette und Proteine achten und ein Gefühl entwickelt, mit wieviel Kohlenhydraten/Kalorien du dich wohl fühlst... Man muss eben nicht so wie oben beschrieben aus allem eine Wissenschaft machen...

Mein Fazit:
Jeder Körper ist so individuell, dass man Kalorien individuell für jeden betrachten. Pauschale Aussagen sind nur als Anhaltswert zu betrachten.

P.S. #1:
Ich selbst habe mich schonmal 4 Monate nur mit 20gr Kohlenhydraten und ansonsten viel Fett und viel Protein ernährt. Meine Blutwerte wurden besser, ich habe nichts an Leistung verloren. Nach 2 Wochen war ich in Ketose (Fettstoffwechsel) - lässt sich mit Ketosticks per Urin nachweisen. Dabei ist es so, dass zugeführtes Fett (und bei Kaloriendefizit auch Körperfett) zur Energiegewinnung genutzt wird. Einziger Nachteil ist, dass bei der Aufspaltung von Fett Ketonkörper entstehen und man zu Mundgeruch neigt...

P.S. #2:
Ich hatte vor meinem Selbstversuch temporär auch mal eine Schilddrüsenüberfunktion und musste temporär über 4500 kcal zu mir nehmen um nicht abzunehmen. Und das ohne Sport...
von: Nordisch

Re: Essen und Abnehmen auf Tour - 03.04.21 22:21

Mir ging es vereinfacht darum, dass man nicht die gesamte verbrauchte Kalorienmenge per Essen zu sich nehmen muss, auch nicht als dünner Mensch. Die Die Fettreserven des Körpers sind fast unerschöpflich.

Und wenn man halt Probleme mit zu starkem Abnehmen hat, gibt es Möglichkeiten hochkalorische
mit geringem Gewicht mit sich zu führen und zu sich zu nehmen. Einen Hungerast muss so niemand bekommen.

Das alles als Ergänzung, wenn man seinen Magen nicht mit "normalem" Essen so vollstopfen kann.
von: Nordisch

Re: Essen und Abnehmen auf Tour - 03.04.21 22:33

Wenn man seinen Fettstoffwechsel nicht trainiert hat, wird man mit zu geringer Zufuhr von Kohlenhydraten schon auf der ersten Tagesetappe in den Hungerast fallen mit einem massivem Leistungseinbruch, bis dahin, dass man nicht mehr klar denken kann. Übertreibt man es, geht vergreift der Körper sich auch seinen eigenen Proteinen.

Ich schrieb übrigens nirgendwo, dass man nicht trotzdem normal essen soll.

Eiweiße würde ich ggf. auch noch substituieren, gerade in Ländern, wo entsprechende Produkte sehr teuer sind.

Been there, done that.
von: Margit

Re: Essen und Abnehmen auf Tour - 07.04.21 08:37

In Antwort auf: Patrick87

Mein Fazit:
Jeder Körper ist so individuell, dass man Kalorien individuell für jeden betrachten. Pauschale Aussagen sind nur als Anhaltswert zu betrachten.

So ist es. In jungen Jahren kann ich mich nicht an Gewichtsproblem erinnern, als ich jedoch >40J. begann "fett" zu werden und mir Konfektionsgröße 36 zu eng wurde begann ich mit Diäten, der Jo-Jo-Effekt war nicht zu vermeiden. In der Bücherei öffnete ich ein Buch, das begann so ungefähr mit den Worten, dass man PRO KG KÖRPERGEWICHT 0,8-1,2 Gramm Eiweiß täglich zu sich nehmen soll.

Darauf hin begann ich mich mit Nährwerten zu beschäftigen. Werde nie den Moment vergessen, als mich vor dem Kühlregal eine Nachbarin ansprach, dass ich wohl für das Neujahrsfrühstück Lachs kaufen werde. Nein, ich kaufe Forellenfilet, da kann ich bei gleicher Kalorienzahl die doppelte Menge essen! Viele Kunden legten aus dem Einkaufskorb etwas in das Kühlregal zurück und Forellenfilet war binnen Minuten nur noch ein leerer Karton im Regal.

Seit einiger Zeit kann ich ja nicht morgens eine schöne Radtour zu einer Wirtschaft planen um Mittag zu essen. Mit irgendwas, was mir Spaß macht, muss ich mich ja beschäftigen. Werte mal wieder meine Ernährung aus, da ich selber kochen muss, was mir keine Freude bereitet. Jedenfalls habe ich in dem C-Jahr mit der Methode so ganz nebenbei abgenommen. Wenn ich heute einkaufen gehe, werde ich keinen 40%-igen Quark kaufen, der 20%-ige Quark schmeckt glaube ich auch nicht schlecht.
von: uwe&margit

Re: Essen und Abnehmen auf Tour - 21.04.21 08:19

Hallo,

Essen und Abnehmen auf der Tour. Für mich ist es leichter, die zugeführte Kalorienmenge zu bewerten und zu begrenzen, als die verbrauchte Energie zu verstehen.
Heisst und damit meine Frage: Woher bekommt er die Informationen, wieviel Energie ihr im Laufe eines Tages durch eure zusätzlichen sportlichen Aktivitäten verbrennt?
Im bekannten Umfeld: Haus, Trainingsstrecke, Standardessen, etc. weiss man über die Zeit, wieviel man essen soll und kann. Ist man auf Tour ist doch alles anderst.

Danke für die Antworten.
von: cyclerps

Re: Essen und Abnehmen auf Tour - 21.04.21 11:15

Auf Tour trinke ich morgens ne Tasse Kaffee. Über Tag 2 Flaschen Isogedöns und abends schieb ich ne richtige Mahlzeit mit Fleisch und Nudeln etc. rein. Dazu schwenke ich mit 4-6 Dosen Bier nach.

Noch jedes Jahr habe ich auf einer 3-4 Wochen langen Tour mind. 6 Kilo abgenommen.
von: Fricka

Re: Essen und Abnehmen auf Tour - 21.04.21 14:22

Kalorienzählen auf Radreise habe ich noch nicht versucht.

Auf 3000 km verliere ich ziemlich exakt 10 kg.
von: Gerhard O

Re: Essen und Abnehmen auf Tour - 21.04.21 16:40

In Antwort auf: cyclerps
Auf Tour trinke ich morgens ne Tasse Kaffee. Über Tag 2 Flaschen Isogedöns und abends schieb ich ne richtige Mahlzeit mit Fleisch und Nudeln etc. rein. Dazu schwenke ich mit 4-6 Dosen Bier nach.
So asketisch lebe ich auf meinen Radreisen nicht.

Morgens suche ich einen Bäcker auf und frühstücke 2-3 Brötchen + 1 Pott Kaffee. Für Mittags kaufe ich mir noch eine Brezel oder sonst ein Teilchen oder ich kehre in einen Biergarten ein: Wurstsalat, Oabatzter oder sowas in der Art + ein Weizenbier. Abends suche ich gern ein Restaurant auf, wo man noch richtige Portionen bekommt: oft Grieche oder Kroate. Beim Italiener ist es zwar meist sehr lecker, aber eine Portion reicht dort manchmal nicht. Dann darf es auch schon mal eine große Pizza sein. Dazu dann noch 1-2 Bierchen. Fränkische Küche finde ich genial.

Gelegentlich gerate ich auch in kulinarische Notstandsgebiete, z.B. Norddeutschland, Niederlande oder Lothringen. In solch gaststättenarmen Gegenden lebe ich auch mal 1 Tag aus der Packtasche. Für den Fall. daß es auf dem Campingplatz kein Essen und noch nicht mal Bier gibt, habe ich Rotwein und Käse dabei!

Wenn ich dann nach ca. 4 Wochen wieder zu Hause bin, habe ich meist 2-3kg abgenommen!
von: Wuppi

Re: Essen und Abnehmen auf Tour - 21.04.21 18:18

In Antwort auf: cyclerps
Auf Tour trinke ich morgens ne Tasse Kaffee. Über Tag 2 Flaschen Isogedöns und abends schieb ich ne richtige Mahlzeit mit Fleisch und Nudeln etc. rein. Dazu schwenke ich mit 4-6 Dosen Bier nach.
Noch jedes Jahr habe ich auf einer 3-4 Wochen langen Tour mind. 6 Kilo abgenommen.
Da haben wir beide eine ähnliche Vorgehensweise. Obwohl bei mir die Waage am Ende der Reise max. 2 Kilo weniger anzeigt schockiert
von: Margit

Re: Essen und Abnehmen auf Tour - 21.04.21 19:02

In Antwort auf: Gerhard O
Gelegentlich gerate ich auch in kulinarische Notstandsgebiete, z.B. Norddeutschland, Niederlande oder Lothringen. In solch gaststättenarmen Gegenden ...
lach jetzt weiß ich endlich, warum ich lieber gen Süden fahr bier

PS: in Australien fragte ich bei Essenseinladungen stets, welche Nationalität die Gastgeber hatten. Einmal: Australisch, sagte ich, kannst ohne mich hin gehen. Keine Angst, ungarische Abstammung, bin ich natürlich mit.
von: Toxxi

Re: Essen und Abnehmen auf Tour - 21.04.21 19:03

In Antwort auf: uwe&margit
Heisst und damit meine Frage: Woher bekommt er die Informationen, wieviel Energie ihr im Laufe eines Tages durch eure zusätzlichen sportlichen Aktivitäten verbrennt?

Ernsthaft? verwirrt Das sagt mir zum einen mein Körper, und zum anderen ist es auch ein Erfahrungswert. Nach spätestens 2 Tagen auf Tour weiß ich das.

Gruß
Thoralf
von: cyclerps

Re: Essen und Abnehmen auf Tour - 22.04.21 11:33

Dann musst Du schneller treten. grins
von: BvH

Re: Essen und Abnehmen auf Tour - 22.04.21 20:44

...oder den Motor ausschalten.




Und jetzt ganz schnell weg von hier...
von: Bikefan95

Re: Essen und Abnehmen auf Tour - 11.05.21 00:48

Ich glaube auch, man darf das Thema nicht zu sehr "zerdenken" zwinker Wenn man einfach auf seinen Körper hört, läuft das ganz von alleine.