Gelenkbelastung durch Abfedern i.d. Knien?

von: weasel

Gelenkbelastung durch Abfedern i.d. Knien? - 04.12.08 17:57

Hallo,
um meinen Rücken zu schonen habe ich beim Radeln immer relativ viel Gewicht auf den Pedalen, also auf den Knien und steige auch bei kleineren Unebenheiten in die Pedalen um diese mit den Knien abzufedern.
Ich habe mich schon immer gefragt wie belastend das Abfedern von Fahrbahnunebenheiten über die Jahre (oder auch Jahrzehnte) für die Kniegelenke ist.
Weiß da jemand genaueres?
Gruß,
Olaf
von: Uli

Re: Gelenkbelastung durch Abfedern i.d. Knien? - 04.12.08 18:22

Da es hier so schön reinpasst: "„Da das Körpergewicht zu 70 Prozent auf Sattel, Lenker und Pedale ruht, schont Radfahren die Gelenke“, sagt Medizinerin Matthias." (Quelle. AOK Pressemitteilung).
Und die anderen 30% bleiben daheim ...
Gruß
Uli
von: Job

Re: Gelenkbelastung durch Abfedern i.d. Knien? - 04.12.08 18:24

Auftrieb!

job
von: veloträumer

Re: Gelenkbelastung durch Abfedern i.d. Knien? - 04.12.08 18:25

Genaueres weiß ich nicht, aber für meinen Teil finde ich das häufige unterschiedliche Belasten der Gelenke als entlastend. Eher durch eine einseitige stupide Belastung entstehen doch zumindested Probleme an den Kniebändern.
von: Anonym

Re: Gelenkbelastung durch Abfedern i.d. Knien? - 04.12.08 18:50

hallo Olaf,

hast Du vorgeschädigte Knie?
Wenn nicht, ist das sicher kein Problem, was Du beschreibst.
Wenn ja, dann wahrscheinlich nur, wenn die Vorschädigung sehr massiv ist.

Grundsätzlich ist es so, daß ein Gelenk durch den Stütz- und Halteapparat entlastet wird.
Das bedeutet: Zugehörige Muskeln, Bänder und Sehnen. Wenn diese Muskeln gut entwickelt/trainiert sind und die Sehnen eine angemessene Dehnbarkeit haben dann ist eine moderate (abwechslungsreiche) Gelenkbelastung gesundheitsfördernd. Gelenkknorpel sollten moderat belastet werden, damit dort ein guter Stoffwechsel stattfindet.

Sollte das Gelenk aber kaum noch oder keinen Knorpel mehr haben, werden entsprechende Schmerzen auftreten und Du wirst sowieso einen Arzt aufsuchen. Das Kniegelenk ist in diesem Zusammenhang deutlich robuster alsn z. B. ein Finger- oder Wirbelgelenk.

Grüße,
Hobo61
von: der tourist

Re: Gelenkbelastung durch Abfedern i.d. Knien? - 04.12.08 20:31

Knorpel ist nicht durchblutetes Gewebe. Die Versorgung erfolgt bei der wechselnden Be- und Entlastung passiv durch Flüssigkeitstransport.

Deswegen ist die ständig wechselnde Be- und Entlastung der Knorpelflächen der Kniegelenke ideal, zumal nicht mal das ganze Körpergewicht und das schon gar nicht mit der dynamischen Belastung von Laufen und Springen die Gelenkflächen belastet.

Das Fazit: Weiter so!!!!!!!!!!!!


Sigi
von: DyG

Re: Gelenkbelastung durch Abfedern i.d. Knien? - 04.12.08 21:04

Hallo Olaf,

da du sicher nicht die ganze zeit in knöchelhohen wanderstiefeln oder ähnlich steifem schuhwerk herumfährst, geht bei weiten nicht die gesamte belastung in's knie, ein teil wird auch schon durch die fußgelenke aufgenommen. lediglich wenn diese zusätzlich versteift sind, eben z.b. durch schuhe, überträgt sich die gesamte last erstmal bis auf's knie und wirkt dort ein.
ansonsten stimme ich meinem vorredner zu, wechselnde belastung mit bewegung ist gutes training für die gelenke - wer rastet, der rostet! zwinker

viele grüße, Richi
von: HyS

Re: Gelenkbelastung durch Abfedern i.d. Knien? - 04.12.08 21:22

In Antwort auf: weasel
Hallo,
um meinen Rücken zu schonen habe ich beim Radeln immer relativ viel Gewicht auf den Pedalen, also auf den Knien und steige auch bei kleineren Unebenheiten in die Pedalen um diese mit den Knien abzufedern.
Ich habe mich schon immer gefragt wie belastend das Abfedern von Fahrbahnunebenheiten über die Jahre (oder auch Jahrzehnte) für die Kniegelenke ist.
Weiß da jemand genaueres?
Gruß,
Olaf

Auf die Knie kommen wahrscheinlich kaum große Belastungen wenn man abfedert.
Die Belastung ist eher psychisch, da der Radelfluß gestört wird und man sich stark auf Bodenunebenheiten konzentrieren muß statt fröhlich in die Landschaft zu schauen. Gerade auf nicht asphaltierten Wegen oder im Stadtverkehr kann das sehr nerven.
von: grasdach

Re: Gelenkbelastung durch Abfedern i.d. Knien? - 04.12.08 22:07


auf grund eines unfalles vor x jahren kriege ich inzwischen probleme mit einem knie, wahrscheinlich wird es eine arthrose.
die probleme kriege ich allerdings bei längerem gehen (> 1 stunde), beim radfahren ist dagegen alles bestens, auch jenseits der 100 km am tag.
so gesehen ist -zumindest für mich- das radfahren eher entlastend als belastend.
von: DerKohl

Re: Gelenkbelastung durch Abfedern i.d. Knien? - 05.12.08 00:59

In Antwort auf: weasel
Ich habe mich schon immer gefragt wie belastend das Abfedern von Fahrbahnunebenheiten über die Jahre (oder auch Jahrzehnte) für die Kniegelenke ist.


Wenn du nicht zum Fahrrad schwebst wirst du auf dem Weg dorthin, zu Fuß, womöglich noch Treppab, die Knie belasten.
Gerade Treppab kann ich mir vorstellen das die Belastung größer ist als das meiste was den Knien auf dem Fahrrad zugemutet wird.
von: mani

Re: Gelenkbelastung durch Abfedern i.d. Knien? - 07.12.08 10:31

sehe ich auch so das Trepp/Bergab die Belastung für die Kniegelenke größer ist. Bedingt durch meine Sprunggelenk Arthrose, unteres Sprunggelenk, spüre ich aber schon mal die Schläge durch Bodenunebenheiten auf die Pedalen, wenn ich mit dem MB fahre. Mit meinen vollgefederten Trekkingrad ist das anders. Habe zwar einen Orthopädischen Schuh, welcher teurer war als mein Fahrrad, (1300€) aber ich muß trotzdem aufpassen mein Gelenk nicht zu überlasten.
von: Velocio

Re: Gelenkbelastung durch Abfedern i.d. Knien? - 07.12.08 17:23

In Antwort auf: weasel
Hallo,
um meinen Rücken zu schonen habe ich beim Radeln immer relativ viel Gewicht auf den Pedalen, also auf den Knien und steige auch bei kleineren Unebenheiten in die Pedalen um diese mit den Knien abzufedern.
Ich habe mich schon immer gefragt wie belastend das Abfedern von Fahrbahnunebenheiten über die Jahre (oder auch Jahrzehnte) für die Kniegelenke ist.
Weiß da jemand genaueres?
Gruß,
Olaf


Vielleicht kommen deine Knieprobleme daher, dass du ggf. um den Rücken zu schonen, zu stark in die Pedale trittst?


Zu Rückenproblemen fällt mir ein:


a) Verschiedene Sitzpositionen durch verstellen der Lenkerhöhe ausprobieren

b) Möglichst dicke Reifen mit möglichst geringem Luftdruck fahren. Da Geschwindigkeit und Verschleiß der Reifen dann wohl nicht im Vordergrund stehen, kann soweit die Luft herausgelassen werden, wie es keine „Aufschläge“ der Felge durch Unebenheiten gibt (also keinen direkten Kontakt zwischen Felge und Boden).

c) Möglichst einen gut gefederten (Stahl-)Rahmen fahren
- zusätzlich Luftgefederten Sattel
- gefederte Sattelstütze
- das alles ggf. auch zusätzlich zu vollgefedertem Rad
- ansonsten Federgabel

Vielleicht gibt es ja irgendwo die Kombination aus gut federndem Stahlrahmen und vollgefedertem Rad. Es gibt auch MTBs, wo der Sattel am Ende einer langen Carbonschwinge angebracht ist. Kann mir vorstellen, dass das gut was bringt. Federgabel, gefederte Sattelstütze helfen nach meinen Erfahrungen im wesentlichen nur bei großen Unebenheiten wie z.B. Bordsteinkanuten deutlich. In jedem Fall die Federn wohl eher weich einstellen, was aber ggf. zu Lasten des Fahrverhaltens geht.

d) Vor größeren Unebenheiten aufstehen, um mit den Knien zu federn.



Zu Gelenkschwierigkeiten:

Radfahren soll - richtig betrieben - gut für die Kniegelenke sein (siehe z.B. in diesem Thread

Richtig betrieben heißt meines Wissens:

- Hohe Trittfrequenz einhalten (besser schneller treten als kräftiger)
- Richtige Kurbellänge wählen (besser zu kurz als zu lang)
- Richtige Sitzposition wählen (ggf. Sattel etwas weiter zurück (?))
- nur SPD Pedale oder gar keine Klickpedale verwenden
- Natürliche Fußstellung (Zehenspitzen eher nach außen und Ferse eher nach innen)
- Knie warm halten
- warmfahren
- nach der Fahrt Muskeln dehnen

Gruß
Véocio