Re: Radfahren mit Schulterprothese

von: Fricka

Re: Radfahren mit Schulterprothese - 05.05.17 12:05

Mein Problem ist nicht nur die Schulterprothese, sondern der Kahlschlag unter den Muskeln und vor allem auch den zerschnitzelten Nerven. Ich kann mich also über den Arm nur begrenzt abstützen, die Kraft ist äußerst bescheiden, die ich damit aufbringen kann und die Nervenschäden haben eine massive Auswirkung auf Feinmotorik und Gleichgewicht. Balanceakte sind also ausgeschlossen.

Wenn ich die sportlichen Übungen mit dem betroffenen Arm mache, geht das nur vor dem Spiegel, da ich nicht mehr fühle, wo mein Arm überhaupt ist und was der macht. Das ist ziemlich gewöhnungsbedürftig.

Solange ich dran denke, stütze ich mit dem linken Arm nur minimal, während der rechte Arm die Hauptarbeit übernimmt. Wenn ich aber überraschend absteige, weil irgendein Hindernis in den Weg kommt, vergesse ich das manchmal. Deshalb versuche ich, komplizierteren Passagen von vornherein durch rechtzeitiges Absteigen und Schieben zuvorzukommen. Ich traue mich zum Beispiel nicht über Schienen. Und fahre keine Kantsteine rauf und runter. So halt. Im Schlaglöcher-Vermeiden habe ich große Übung. Beim anfänglichen Trike-Fahren war noch jede Welle maximal schmerzhaft. Das ist schon viel besser geworden.

Mit den Stützübungen habe ich in der Physiotherapie erst beim vorletzten Termin (vor dem schlagartigen Abbruch durch den Orthopäden) begonnen. Bis dahin war das strengstens verboten. Da fehlt also auch noch viel Muskeltraining. Da bin ich im Moment dran. Ich hoffe, ich mache das richtig.

Was mich bei den Radfahrversuchen (anders würde ich das im Moment noch nicht nennen) maximal nervt, ist der linke Daumen, der den Lenker nicht halten will. Liegt nach chirurgisch/neurologischem Gutachten am zerstörten plexus brachialis. Der auch ein Drehen des Arms verhindert.