Hüftarthrose

von: Radina

Hüftarthrose - 06.02.22 19:34

Letztes Jahr bin ich richtig viel Rad gefahren, knapp 7000 Tourenkilometer.
Doch die Freude währte nicht lange, meine Hüfte fing an zu schmerzen und die Diagnose war Hüftarthrose 4. Grades li und mittelschwere Hüftarthrose re.
Durch verschiedene Maßnahmen bekam ich die Schmerzen zum Herbst wieder in den Griff, aber seit ca. 6 Wochen kann ich vor lauter Schmerzen nur noch ein, zwei Stunden spazieren fahren.
Maßnahmen wurden wieder hochgefahren, es ist etwas besser, aber natürlich ein völlig unakzeptabler Zustand.
Meine Frage: Hat jemand von euch auch eine starke Hüftarthrose und fährt trotzdem intensiv Rad? Oder läuft alles auf ein künstliches Gelenk hinaus, was ich gerne vermeiden möchte. Und wenn doch, läßt sich mit einer künstlichen Hüfte richtig Rad fahren? Mit "richtig" meine ich Berge und flottes Tempo.(auf keinen Fall mit einem E-Bike!)
Bin über jeden Erfahrungsbericht dankbar, besonders über postive.

Grüße
Radina
von: Fahrradbastler

Re: Hüftarthrose - 06.02.22 20:34

Hallo Radina,
ich bin Gott sei Dank nicht betroffen, aber meine Frau hatte ähnliche Beschwerden.
Sie stand vor der Alternative, oder 3 Spritzen mit der Hyaluronsäure die man selbst bezahlen muss,
oder eine OP. Sie hat sich für die Spritzen entschieden und jetzt ist sie Beschwerden frei.
Nach einem Jahr hat sie eine Auffrischung bekommen und es ist alles OK. Eine OP kommt in Frage wenn alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind - das ist aber meine Meinung dazu.
Ob man nach der Behandlung die Hüften sofort 100 % belasten muss / soll ist andere Frage. Ich werde das aber nicht tun und genau so hat das auch meine Frau gemacht.

Grüße
Paul
von: iassu

Re: Hüftarthrose - 06.02.22 22:16

Meine Partnerin hat in einem Abstand von 9 Monaten beide Hüften erneuert gekriegt. Danach dauerte es ein weiteres Jahr, bis sie wieder so beweglich war, daß sie auf ein Rad mit "Stange" steigen konnte, ohne dasselbe dafür auf den Boden zu legen. Inzwischen fühlt sie sich als neuer Mensch und rät jedem dazu, das von kompetenter Hand machen zu lassen. Die Schmerzen waren zum Schluß bei jedem Schritt vorhanden. Warten lohnt nicht so wirklich.

Es wird eine Weile dauern, bis sich der Organismus wieder so organisiert hat, daß man es als normal empfindet. Nicht zuletzt die Verlagerung auf die noch gesündere Seite hat negative Folgen. Aber ein Jahr nach der OP sollte die frühere Kraft und Beweglichkeit wieder hergestellt sein. So jedenfalls unsere Erfahrungen.
von: Radina

Re: Hüftarthrose - 06.02.22 23:05

Hallo Fahrradbastler,

Hyaluronspritzen hat der Orthopäde auch angeboten, aber gleich dazu geraten, mir das Geld zu sparen, da es nichts mehr bringt. Dafür muss noch Knorpel vorhanden sein und der ist futsch.
Das sehe ich auch so, dass man erst alle Möglichkeiten ausschöpfen sollte.

Iassu, fährt deine Partnerin Rad, wie in gesunden Zeiten? Oder doch eingeschränkt?
Ich habe schon oft von Leuten gehört, die mit ihrer neuen Hüfte gut leben, aber es gibt eben auch andere...
Das Problem ist, dass die re Hüfte, die bisher friedlich war, auch manchmal anfängt zu meckern. Das re Bein übernimmt beim Radfahren die Hauptarbeit.
von: iassu

Re: Hüftarthrose - 06.02.22 23:16

Garantieren kann dir niemand etwas. In meinen Augen eine Abwägungssache. Selbstverständlich ist die Jugend endlich. Aber der Gewinn durch neue Hüften ist doch schon sehr erheblich.

Meine Partnerin war auch vorher keine Bergziege und nicht marathonverdächtig, insofern ist ein für dich aussagekräftiger Vergleich schwer zu tätigen.
von: Martina

Re: Hüftarthrose - 07.02.22 08:52

In Antwort auf: iassu
Inzwischen fühlt sie sich als neuer Mensch und rät jedem dazu, das von kompetenter Hand machen zu lassen.


Eigentlich sagt das in meinem Umkreis jeder, der sich ein Gelenk (Hüfte oder Knie) hat ersetzen lassen. Allerdings sind da auch keine wirklich sportlichen Radfahrer darunter, daher kann auch ich keine Aussage darüber machen, wie sich eine Hüft-OP auf deren Leistungsfähigkeit auswirkt.

Bei meinem Mann wird sich das erste künstliche Gelenk (wahrscheinlich kommt die Hüfte vor dem Knie, perspektivisch rechnen wir mit beidem) wohl auch nicht mehr ewig hinausschieben lassen. Bisher geht er selbstverständlich davon aus, dass er hinterher auf einem ähnlichen Niveau Rad fahren kann. Mal sehen...

Ach ja, Hyaluronsäure hat er vor vielen Jahren auch mal probiert, der Effekt war eher gering.
von: Juergen

Re: Hüftarthrose - 07.02.22 09:08

In Antwort auf: Martina
Bei meinem Mann wird sich das erste künstliche Gelenk (wahrscheinlich kommt die Hüfte vor dem Knie, perspektivisch rechnen wir mit beidem) wohl auch nicht mehr ewig hinausschieben lassen.
Mir sagte mal eine Physio, dass 90% aller Knieleiden ihre Ursache in der Hüfte haben. Ob das stimmt, weiß ich nicht, kann es mir aber vorstellen.

Daher würde ich mit einer neuen Hüfte, wenn sie notwendig ist, auch nicht bis in alle Ewigkeit warten.
von: Martina

Re: Hüftarthrose - 07.02.22 09:19

In Antwort auf: Juergen
Mir sagte mal eine Physio, dass 90% aller Knieleiden ihre Ursache in der Hüfte haben. Ob das stimmt, weiß ich nicht, kann es mir aber vorstellen.


Ich denke, es ist ganz allgemein so, dass ein Schaden an einem Gelenk eine Schonhaltung fördert, die dann wiederum den anderen Gelenken nicht gut tut. Bei meinem Mann besteht aber an beiden Gelenken eine Grundschädigung und zwar schon sehr lange, das liegt leider in der Familie.
von: iassu

Re: Hüftarthrose - 07.02.22 10:16

In Antwort auf: Martina
Allerdings sind da auch keine wirklich sportlichen Radfahrer darunter, daher kann auch ich keine Aussage darüber machen, wie sich eine Hüft-OP auf deren Leistungsfähigkeit auswirkt.
Nunja, es mag eine schmerzliche Erkenntnis sein: aber wenn man die Wahl hat zwischen garkeiner Bewegung und einer nicht mehr unbegrenzten, aber dauerhaft schmerzfreien Beweglichkeit, sollte die Entscheidung nicht schwer fallen. Sozusagen Spatz-in-der-Hand-vs-Taube-auf-dem-Dach-Syndrom.
von: Martina

Re: Hüftarthrose - 07.02.22 10:25

In Antwort auf: iassu
In Antwort auf: Martina
Allerdings sind da auch keine wirklich sportlichen Radfahrer darunter, daher kann auch ich keine Aussage darüber machen, wie sich eine Hüft-OP auf deren Leistungsfähigkeit auswirkt.
Nunja, es mag eine schmerzliche Erkenntnis sein: aber wenn man die Wahl hat zwischen garkeiner Bewegung und einer nicht mehr unbegrenzten, aber dauerhaft schmerzfreien Beweglichkeit, sollte die Entscheidung nicht schwer fallen.


Das wollte ich in keinster Weise bestritten haben. Noch schöner für die TE wäre aber halt wenn jemand mit künstlicher Hüfte, der/die einen ähnlichen radfahrerischen Hintergrund hat wie sie von seinen/ihren Erfahrungen berichten könnte.
von: Fricka

Re: Hüftarthrose - 07.02.22 13:47

Hallo,

zu diesen Fragen gibt es zahlreiche Studien.

Es spielen etliche Faktoren rein. Ein Infektionsrisiko besteht bei so einer Operation immer. Der MDK meiner Krankenkasse erklärte mir, dass bei jeder 3. OP in Deutschland eine Infektion verursacht wird. Und wenn es dazu kommt, ist nicht mehr allzuviel zu erwarten. Passiert das bei einer Hüftgelenksprothesen-OP sitzt man erst einmal etliche Monate im Rollstuhl. Und hinterher muss man mal sehen. Ich habe Patienten getroffen, die nicht mehr das konnten.

Selbst bei optimalem Verlauf braucht es anschließend eine Reha. Und während die Vorträge in den anbietenden Krankenhäusern etc. reine Marketing-Veranstaltungen sind, waren die in der Reha sehr ehrlich. Da flossen viele Tränen. Das Alter spielt eine Rolle. Und die Energie, mit der man sich in die Reha stürzt.

Mit dem Thema Sport ist das auch nicht ganz so einfach. "Kann ich hinterher Fahrrad fahren?" "Aber natürlich." Für die meisten Ärzte ist Radfahren in einer Kategorie mit Spazierengehen. Als ich dann schilderte, was ich unter Radfahren verstehe, meinte man, das sei "exzessives Radfahren" und das geht natürlich nicht. Wobei ich den Eindruck hatte, dass für die Ärzte, die ich so traf, meine Art des Radfahrens auch in jungen Jahren bei völliger Gesundheit für sie nicht vorstellbar war.

Und nein. Das künstliche Gelenk ist nicht genauso leistungsfähig wie das eigene. Aber man gewöhnt sich natürlich an die Unterschiede. Obwohl man definitiv nicht vorher wissen kann, wie sich das im eigenen Fall gestalten wird.
von: Martina

Re: Hüftarthrose - 07.02.22 14:16

In Antwort auf: Fricka
Ein Infektionsrisiko besteht bei so einer Operation immer. Der MDK meiner Krankenkasse erklärte mir, dass bei jeder 3. OP in Deutschland eine Infektion verursacht wird. Und wenn es dazu kommt, ist nicht mehr allzuviel zu erwarten. Passiert das bei einer Hüftgelenksprothesen-OP sitzt man erst einmal etliche Monate im Rollstuhl. Und hinterher muss man mal sehen. Ich habe Patienten getroffen, die nicht mehr das konnten.


Anektdotische Relevanz zum Thema Infektion: bei der ersten Hüft-OP meiner Schwiegermutter 1989 (da war sie 51) ist eine Infektion passiert, die auch noch verschleppt wurde, weil der Arzt auf dem Trip war, dass sie simuliert. Das Ende vom Lied war, dass man musste das Gelenk wieder herausnehmen musste. Sie lief daraufhin über ein halbes Jahr ohne Hüftgelenk herum. Und lief ist wörtlich zu nehmen, sie saß nämlich mitnichtem im Rollstuhl, sondern hatte zwar das Bein in einem seltsamen Gestell, war aber mobil (ok, Rad fahren wäre nicht gegangen).

Beim zweiten Versuch hat es dann geklappt, ebenso wie ein paar Jahre später der Ersatz des zweiten Hüftgelenks und beider Kniegelenke.
Auch als die erste Prothese nach über 20 Jahren ersetzt werden musste, zog sich der Heilungsverlauf aufgrund einer Infektion etwas. Nichtsdestotrotz ist meine Schwiegermutter mit ihren inzwischen 83 Jahren weiterhin mobil und ihr Tenor ist nach wie vor, sie hätte die OPs früher machen lassen sollen.
von: Juergen

Re: Hüftarthrose - 07.02.22 15:00

In Antwort auf: Fricka
Der MDK meiner Krankenkasse erklärte mir, dass bei jeder 3. OP in Deutschland eine Infektion verursacht wird.
Deine Zahlen stimmen mal wieder nicht. Es kommt in Krankenhäusern bei 4,6 % der Patienten zu einer Infektion. Die Wundinfektionen machen nach einer Operation 22,4 % aus.
Nach Adam Riese sind das etwa 1,15% und keine 33,3%.
https://deximed.de/home/klinische-themen...wundinfektionen
von: Martina

Re: Hüftarthrose - 07.02.22 17:59

In Antwort auf: Juergen

Nach Adam Riese sind das etwa 1,15% und keine 33,3%.
https://deximed.de/home/klinische-themen...wundinfektionen


Das kommt mir aufgrund der anektotischen Evidenz im Familienkreis wiederum recht wenig vor.
von: harald.m

Re: Hüftarthrose - 07.02.22 21:09

Hier sind Zahlen für Infektionen beim Einsetzen von Gelenkprothesen:
https://www.aerzteblatt.de/archiv/188634/Periprothetische-Infektionen-beim-Gelenkersatz
von: iassu

Re: Hüftarthrose - 07.02.22 23:31

Achja, noch eins. Meine Partnerin hat als Verband irgend so ein hightech-Pflaster gekriegt, >100.-€ Kosten, das nach meiner Erinnerung die Wunde nicht sofort vollständig schließt. In der Reha haben sie das jedesmal bewundert und hochgeschätzt. Bin da vollständiger Laie, aber das war wohl eine Option, die einen komplikationsfreien Heilverlauf deutlich begünstigt.
von: Margit

Re: Hüftarthrose - 08.02.22 08:21

In Antwort auf: Radina
Das Problem ist, dass die re Hüfte, die bisher friedlich war, auch manchmal anfängt zu meckern.
Hallo Radina,

wünsche Dir erst mal viel Geduld und innere Kraft.

Eine Freundin hatte stets vor Besuch des Tennisplatzes Schmerztabletten geschluckt, sich dann doch die Hüfte operieren lassen. Nach drei Monaten ist sie wieder auf den Tennisplatz und war sauer, weil Niemand mit ihr spielen wollte, nur Ballmaschine fand sie für die nächsten paar Monate langweilig. Aber sie sagte dann, sollte die zweite Hüfte anfangen zu zicken, wartet sie nicht mehr so lang mit der OP.

Eine andere Freundin hat seit ca. 10 Jahren ein künstliches Hüftgelenk. Sie hat damit keinerlei Probleme und redete bei Radtouren meinem Freund stets gut zu, dass er sich endlich die Hüfte richten lässt, sie kann sein schmerzverzerrtes Gesicht kaum mehr ansehen. Im Juli 2021 lies er sich endlich operieren. Paar Tage nach der OP trafen wir uns schon im Patientengarten der Klinik. Er war ganz glücklich, dass sein sein kürzeres Bein gleich mit gerichtet wurde und er trotz Krücken gerade laufen konnte. Als er von der REHA zurück kam, begannen wir mit kleinen Radrunden, bis Weihnachten war Radfahren und aufsteigen auf das Herrenrad kein Problem mehr - nur der böse Bandscheibenvorfall an Hl. Abend hat das ganze Aufbautraining wieder zerstört.

Lass Dich auf jeden Fall von mindestens zwei Orthopäden beraten und prüfe auch, wie viel Hüft-OPs in der Klinik Deiner Wahl jährlich durchgeführt werden. Wünsche Dir alles Gute.
von: hopi

Re: Hüftarthrose - 08.02.22 13:19

Zitat:

Lass Dich auf jeden Fall von mindestens zwei Orthopäden beraten und prüfe auch, wie viel Hüft-OPs in der Klinik Deiner Wahl jährlich durchgeführt werden Wünsche Dir alles Gute.
die Empfehlung eine zweite Meinung einzuholen wird recht häufig ausgesprochen. Ich hatte mir bei einer zunächst bedrohlich klingenden Diagnose auch die Frage gestellt, welchen anderen Facharzt ich denn um eine zweite Meinung bitten sollte. Es ging damals um eine Diagnose anhand einer gründlich untersuchten und begutachteten Gewebeprobe. Und wie sollte ich reagieren, wenn die zwei Meinungen recht unterschiedlich ausfallen? Ich habe dann ganz bewusst auf eine zweite Meinung verzichtet und bin bei dem Arzt der ersten Diagnose und dessen Therapievorschlag geblieben. Jetzt nach inzwischen weiteren annähernd 10 Jahren kann ich feststellen, dass meine Entscheidung, dem Arzt zu vertrauen, richtig war. Kann man selbstverständlich nicht verallgemeinern. Vielleicht hat man auch "Glück" und beide Meinungen sind nahezu identisch.

Und die nächste Frage ist, wieviel der vielleicht anstehenden Therapien bzw. Operationen sollte eine Klinnik, oder noch besser der ausführende Arzt, im Verlauf des letzten Jahres ausgeführt haben.
von: Martina

Re: Hüftarthrose - 08.02.22 13:37

In Antwort auf: hopi
Zitat:

Lass Dich auf jeden Fall von mindestens zwei Orthopäden beraten und prüfe auch, wie viel Hüft-OPs in der Klinik Deiner Wahl jährlich durchgeführt werden Wünsche Dir alles Gute.
die Empfehlung eine zweite Meinung einzuholen wird recht häufig ausgesprochen. Ich hatte mir bei einer zunächst bedrohlich klingenden Diagnose auch die Frage gestellt, welchen anderen Facharzt ich denn um eine zweite Meinung bitten sollte. Es ging damals um eine Diagnose anhand einer gründlich untersuchten und begutachteten Gewebeprobe. Und wie sollte ich reagieren, wenn die zwei Meinungen recht unterschiedlich ausfallen?


Beim Gelenkersatz stellt sich m.E. noch ein ganz anderes Problem: abgesehen von einer Ausnahme (Hüftgelenkersatz nach Oberschenkelhalsbruch bei einer über 80-jährigen) ging es in allen Fällen, die ich bisher miterlebt habe um degenerative Erkrankungen und die OP diente zur Schmerztherapie. Und letztlich war die Aussage aller Ärzte, dass letztlich der Patient den Zeitpunkt der OP festlegen muss. Jemand anders kann ja nicht entscheiden, ab wann die Schmerzen und Einschränkungen unerträglich werden. Vom objektiven Befund auf die subjektiven Beschwerden zu schließen ist eben nicht möglich (sonst dürfte mein Mann schon gar nicht mehr gehen können...).
von: Margit

Re: Hüftarthrose - 08.02.22 14:03

ist ja schön für Dich, dass Du Deinem Arzt so großes Vertrauen schenkst und damit gut fährst. Vergangenen Mittwoch hatte ich das Gefühl, meine Kniescheibe wäre aus dem Gelenk gesprungen, habe ich bei der LMU (ganz in der Nähe) angerufen und gestern einen Termin erhalten. Beim niedergelassenen Orthopäden war der früheste Termin am 24.02.2022 - obwohl ich dort schon zweimal eine Hyaluron-Spritzen-Therapie privat bezahlt hatte böse

Den Termin dort wollte ich canceln, lies ich mich vom Ärztezentrum meiner Krankenkasse beraten. Mir wurde gesagt, ich soll den Termin unbedingt wahrnehmen, die niedergelassenen Ärzte wollen nur noch Magenspiegelungen und Koloskopien machen, weil hiermit viel Geld verdient wird. Für die Laseruntersuchung vor meiner Augen-OP zahlte ich über 100€, meine Nachbarin lies die gleiche OP in der Augenklinik machen und zahlte nix. Gehe jetzt auch nur noch in die Augenklinik, der Arzt meinte, einmal im Jahr darf ich schon zur Kontrolle kommen - bei ihm benötige ich viel Zeit und beim niedergelassenen Arzt viel Euro bier
von: jutta

Re: Hüftarthrose - 08.02.22 17:34

Bei uns im Haus haben 3 ne neue Hüfte. Gut geworden. Hüfte soll besseren Erfolg als Knie haben.
Wenn Du in D lebst, es gibt eine Liste {AOK?}, welche Klinik wieviele OP gemacht hat, denn etwas Erfahrung sollten die schon haben, was natürlich keine Garantie ist.
von: Radina

Re: Hüftarthrose - 08.02.22 19:18

Aus euren Beiträgen kann ich entnehmen, dass auch mit künstlichem Hüftgelenk das aktive Leben weitergeht und sportlich einiges möglich ist.
Meine Schmerzen haben sich aktuell wieder gebessert und die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt, so dass ich hoffe noch eine schöne Radsaison fahren zu können.
Schmerzen und Einschränkungen sind aktuell etwas vorhanden, aber nicht so, dass ich mich operieren lassen möchte.
In näherer oder ferner Zukunft wird es sich wohl nicht vermeiden lassen.
Ich habe schon eine Empfehlung für eine Sportklinik, die auf Gelenkersatz spezialisiert sind, wo ich mich in nächster Zeit mal vorstellen werde zwecks Info.
von: Rennrädle

Re: Hüftarthrose - 08.02.22 19:52

Ein Aspekt, die Op nicht unnötig lang aufzuschieben, ist auch die Tatsache, dass mit höherem Alter die Narkose schlechter vertragen werden könnte.

Narkosen haben bei meiner Mutter definitiv die werdende Demenz negativ beeinflusst. Sie war zwar schon deutlich älter, dennoch hat mir das sehr zu denken gegeben.

Dem Mann meiner Cousine wurde ohne Vollnarkose sondern mit Spinalnarkose die Hüfte ersetzt. Geht offensichtlich auch.

Grüße Rennrädle
von: cyclerps

Re: Hüftarthrose - 09.02.22 07:32

Weil Du deine "gesunde" Seite nun mehr einsetzt um die "kranke" zu schonen. Das ist völlig normal und wird fatal.

Beine Bekannte ist 53 und hat in beiden Seiten Ersatzteile drin. Das ging bei ihr ruck zuck innerhalb von 18 Monaten. Sie läuft völlig normal und die Fortbewegung ist unauffällig. Nach Aussage wurde ihr ein neues schmerzfreies Leben geschenkt.

Mein Pizza-Mafioso hat vor ca. 6 Jahren eine neue Hüfte bekommen. Das wurde im Gegensatz des üblichen Schnittes am Oberschenkel am, mit Verlaub, Arschbacken durchgeführt. Dort wo normalerweise die Badehose ist. Heißt, bei ihm sieht man nicht mal eine Narbe in Schwimmklamotten. Ich möchte dazu sagen das es hier bestimmt auf die Diagnose ankommt wie die da rein gehen.
Das wurde in Ludwigshafen operiert (wo genau keine Ahnung). Der quälte sich auch über Jahre hinter seinem Ofen rum.

Laß es machen bevor deine andere Seite auch im Eimer ist.
von: Martina

Re: Hüftarthrose - 09.02.22 08:53

In Antwort auf: Rennrädle

Dem Mann meiner Cousine wurde ohne Vollnarkose sondern mit Spinalnarkose die Hüfte ersetzt. Geht offensichtlich auch.


Ja geht. Meine Schwiegermutter hat das auch mehrfach machen lassen, weil sie Angst vor der Vollnarkose hat. Allerdings scheinen verschiedene Anästhesisten durchaus verschiedene Meinungen darüber zu haben, was weniger belastend ist.
von: Fricka

Re: Hüftarthrose - 10.02.22 15:02

Maximal sind die Zahlen des MDK falsch. Das kannst du mir nicht anlasten. Bei mir war es so. 12 Operationen nachdem bei der ersten die erste Infektion eintrat. Insgesamt drei Infektionen. Mit diversen unterschiedlichen Erregern. Hinterher das betroffene Gelenk irreparabel zerstört. Dazu der MDK: das ist normal.
von: Fricka

Re: Hüftarthrose - 10.02.22 15:05

Nach der ersten durch die Infektion verursachten zusätzlichen OP blieb meine OP-Wunde offen. Da kam eine durchsichtige Folie drauf mit einem Ventil, aus dem ein Schlauch in eine Pumpe führte, die 24/das Wundsekret absaugte. Hatte den Vorteil, dass es nicht jedesmal eine neue Naht gab. Einen komplikationslosen Heilungsverlauf würde ich das, was dann kam allerdings nicht nennen.
von: Fricka

Re: Hüftarthrose - 10.02.22 15:28

Das Delir durch die Vollnarkose ist auch so ein Ding. Dagegen, wie auch gegen eine Infektion kann man einiges tun. Macht Sinn, sich ein Krankenhaus zu suchen, in dem das auch getan wird. Ich würde die Weisse Liste der Krankenkassen zur Vorauswahl benutzen. Da kann man sehen, welches Krankenhaus diese OP wirklich sehr häufig ausführt. Dazu gibt es noch Angaben zur Patientenzufriedenheit.

Das Hüftgelenk ist keine Uhrmacherarbeit. Da sind die Chancen, dass es klappt, gar nicht so klein. Ich meine, dass die heute 20 - 30 Jahre halten. Insofern würde ich es auch nicht zu früh machen lassen. Und ja. Man kann auch ohne Hüftgelenk laufen, wenn einem ein Rollstuhl zu blöd ist. Allerdings braucht man, wenn man irgendwann mal eine Prothese haben möchte, noch genug Knochensubstanz, um sie zu befestigen.

Zur Frage, wie das mit der Sportausübung ist und wie sich die Schmerzen verringern, gibt es zu jedem Gelenkersatz Dutzende Studien.....
von: RADional

Re: Hüftarthrose - 10.02.22 22:23

In Antwort auf: Radina
läßt sich mit einer künstlichen Hüfte richtig Rad fahren? Mit "richtig" meine ich Berge und flottes Tempo.(auf keinen Fall mit einem E-Bike!)


Und wie. Meine persönlichen Einschränkungen: kein Wiegetritt und keine Klickpedale. Damit kann ich leben. Die größte Gefahr geht von einem Sturz aus. Nach der OP muß man für einige Monate beim Aufsteigen vorsichtig sein wegen der Luxationsgefahr.
Meine TEP wurde eben erst gewechselt, nach 25 Jahren und vielen Tkm mit reichlich Stock und Stein. Bis zur ersten Radtour wird sicher noch einige Zeit vergehen, aber ich bin sehr optimistisch.
Einzelheiten gerne per PN.
von: weasel

Re: Hüftarthrose - 15.02.22 13:34

In Antwort auf: Radina

...
Durch verschiedene Maßnahmen bekam ich die Schmerzen zum Herbst wieder in den Griff, aber seit ca. 6 Wochen kann ich vor lauter Schmerzen nur noch ein, zwei Stunden spazieren fahren.
Maßnahmen wurden wieder hochgefahren, es ist etwas besser, aber natürlich ein völlig unakzeptabler Zustand.
...

Hallo,
darf man fragen, welche Maßnahmen etwas gebracht haben?
Bei mir strahlt oft ein Nervenschmerz extrem stark unter die Kniescheibe. Ich dachte erst an eine rasante Verschlechterung meiner bekannten Kniearthrose. Gang zum Orthopäden brachte dann Aufklärung mit schlechter Prognose. Mit Schmerzmitteln, auch einer Kombi aus Tramadol und Etoricoxib kriege ich diesen extrem penetranten Dauerschmerz kaum unter Kontrolle.

Ich habe wegen starker Hüftarthrose links (Gelenkspalt verringert auf ca. 50%, ca. 3,5mm) auch mal im Netz recherchiert und aktiver Radsport, also nicht nur spazierenfahren in niedrigen Gängen, scheint mit künstlichem Hüftgelenk durchaus möglich. Es gibt auch einige bekannte Profiradsportler mit künstlichem Hüftgelenk.

Zwar schon etwas älter von 2008 (Tour Magazin), aber mach Hoffnung:
https://www.tour-magazin.de/fitness-gesundheit/artikel/radfahren-mit-hueftprothese/
von: ClauWolf

Re: Hüftarthrose - 16.02.22 14:38

Hallo, ich konnte vor 8 Jahren aufgrund einer Hüftathrose und einer Zyste nicht mehr gehen. Mit Heilpraktiker - physio - Yoga usw habe ich es geschafft bis 2020 eine Operation aufzuschieben. Da ich dann nachts durch die Schmerzen nicht mehr schlafen konnte und auch sonst etliche Beeinträchtigungen hatte, bekam ich Anfang Januar 2021 eine neue Hüfte. Langsam gehen ging sofort wieder, und im April sind wir wieder radgefahren. Im Juli waren wir mit Gepäck und Tourenräden 1 Woche in den Vogesen mit bis zu 100 km und 1000 Höhenmetern unterwegs. Eine künstliche Hüfte beeinträchtigt meiner Erfahrung nach keineswegs beim radfahren. Ich brauche auch noch rechts eine neue und werde dies auch in Angriff nehmen . Viel Erfolg
von: Radina

Re: Hüftarthrose - 20.02.22 20:15

Hallo Weasel,

Die Maßnahmen zur Schmerzlinderung waren folgende:
1. Ernährung: 2 Wochen Basenfasten, dann alles weglassen, was die sog. "silent inflammations"auslöst: tierisches Eiweiß (Fleisch, Wurst, Käse, Milch, Milchprodukte nehme ich in geringen Mengen zu mir), Zucker, Weizenprodukte, Alkohol
entzündungsarm essen (gibts jede Menge Literatur drüber)
2. Nahrungsergänzung: Glucosamin + Chondroitin und Kurkuma
3. Bewegung: täglich Hüftmobilisitation , Dehnen und Kräftigen, Yoga, moderates, langsames Radfahren
4. langes Sitzen vermeiden
leider muss ich an meinem Arbeisplatz hin und her laufen, das mag die Hüfte gar nicht
Die Schmerzen habe ich soweit im Griff, dass ich hoffe, die OP noch etwas rausschieben zu können und ich hoffe auf einen Radurlaub in diesem Sommer.
Aber ich sehe an euren Beiträgen, dass auch mit künstlicher Hüfte einiges geht, wenn man das Glück hat und alles gut verläuft.
von: iassu

Re: Hüftarthrose - 20.02.22 21:55

Kam hier schon mehrfach: das Rausschieben ist nicht hilfreich, ganz im Gegenteil.
von: Martina

Re: Hüftarthrose - 21.02.22 09:06

In Antwort auf: iassu
Kam hier schon mehrfach: das Rausschieben ist nicht hilfreich, ganz im Gegenteil.


Das Einzige, was es ggf. bringen *könnte* ist die Hoffnung, dass das künstliche Gelenk nicht mehr ausgetauscht werden muss. In einem anderen Forum habe ich die Behauptung gelesen, dass in der Schweiz mit diesem Hintergedanken Gelenkersatz erst jenseits der 60 von den Krankenkassen bezahlt wird (zumindest wurde es der selbst betroffenen Schreiberin so vermittelt, ist natürlich ohne Gewähr). Um ehrlich zu sein finde eine solche Rechnung aber nicht nur ein bisschen zynisch.
von: hopi

Re: Hüftarthrose - 21.02.22 13:04

In Antwort auf: Martina
In Antwort auf: iassu
Kam hier schon mehrfach: das Rausschieben ist nicht hilfreich, ganz im Gegenteil.


Das Einzige, was es ggf. bringen *könnte* ist die Hoffnung, dass das künstliche Gelenk nicht mehr ausgetauscht werden muss. In einem anderen Forum habe ich die Behauptung gelesen, dass in der Schweiz mit diesem Hintergedanken Gelenkersatz erst jenseits der 60 von den Krankenkassen bezahlt wird (zumindest wurde es der selbst betroffenen Schreiberin so vermittelt, ist natürlich ohne Gewähr). Um ehrlich zu sein finde eine solche Rechnung aber nicht nur ein bisschen zynisch.
ach, kann sich noch jemand an einen der früheren Vorsitzenden der "Jungen Union", an Philipp Misfelder erinnern? hier ein alter Pressebericht. Also, die Idee, Hüftgelenkoperationen an irgendwie zu definieren Altersgrenzen zu binden, gab es schon mal, wenn auch "etwas anders" als in dem berichteten Schweizer Beispiel. schmunzel
von: Martina

Re: Hüftarthrose - 21.02.22 13:36

In Antwort auf: hopi
Also, die Idee, Hüftgelenkoperationen an irgendwie zu definieren Altersgrenzen zu binden, gab es schon mal, wenn auch "etwas anders" als in dem berichteten Schweizer Beispiel. schmunzel


Wobei das meines Wissen in Großbritannien tatsächlich so gehandhabt wird. Ebenfalls ohne Gewähr.
von: rolf7977

Re: Hüftarthrose - 21.02.22 14:53

In Antwort auf: Martina
In Antwort auf: hopi
Also, die Idee, Hüftgelenkoperationen an irgendwie zu definieren Altersgrenzen zu binden, gab es schon mal, wenn auch "etwas anders" als in dem berichteten Schweizer Beispiel. schmunzel


Wobei das meines Wissen in Großbritannien tatsächlich so gehandhabt wird. Ebenfalls ohne Gewähr.


Das liegt am staatlichen britischen Gesundheitswesen. Für planbare Operationen gab (gibt???) es z. T. mehrjährige Wartezeiten. Die wollte man mit solch zynischen Aktionen verkürzen.

Rolf
von: Bartenwal

Re: Hüftarthrose - 24.04.22 21:18

Hallo Radina,

Ich hatte eine Arthrose mit Ansage. Nach Beckenbruch durch Sturz auf Eisplatte im Januar sind die Stücke ungleich zusammengewachsen und haben den Oberschenkelkopf abgeschmirgelt. Ich habe mir dann gleich den OP Termin für den Herbst geben lassen und vorher 5 Monate Aufbautraining für die Muskulatur gemacht und wurde im Oktober 2016 operiert. In der Reha sass ich dann schon wieder auf dem Ergometer. Nach 12 Wochen wieder auf dem Rad. 2017 waren es dann schon wieder 5500 km, darunter eine Tour von Rügen nach Stuttgart.
Bei der Auswahl der Klinik habe ich auf die Weisse Liste geachtet. Und bei der OP gibt es verschiedene Zugänge, bei mir wurde von der Seite operiert.
Wichtig ist eine gute Reha nach der OP und danach immer mal wieder KG um die Muskulatur um das Gelenk zu stärken und den gleichmässigen Gang kontrollieren zu lassen.



Freundliche Grüße,
Martin
von: Fricka

Re: Hüftarthrose - 25.04.22 20:34

Meine Schulterprothese soll nach Gebrauchsanweisung erst nach dem 80. Geburtstag eingebaut werden. Weil sie nur 5 Jahre hält. Bei Einbau und bei jedem Wechsel so eines Gelenkersatzes geht Knochenmasse verloren. Deshalb kann man das nicht beliebig oft machen.

Bei mir hat die Infektion das Alter ersetzt. Eine andere Prothese war nicht mehr möglich.

Dass es da Obergrenzen gibt, glaube ich nicht. Beim Oberschenkelhalsbruch der Hochbetagten, der früher ein relativ sicheres Todesurteil war, gibt es heutzutage auf der Stelle ein künstliches Hüftgelenk. Auch in den letzten Lebenstagen. ob es nun nützt oder nicht, ist egal.
von: Martina

Re: Hüftarthrose - 26.04.22 09:25

In Antwort auf: Fricka

Dass es da Obergrenzen gibt, glaube ich nicht. Beim Oberschenkelhalsbruch der Hochbetagten, der früher ein relativ sicheres Todesurteil war, gibt es heutzutage auf der Stelle ein künstliches Hüftgelenk. Auch in den letzten Lebenstagen. ob es nun nützt oder nicht, ist egal.


Hierzulande kenne ich das auch so. Beim Verweis auf Großbritannien ging es auch nicht um Akutfälle wie Oberschenkelhalsbrüche, sondern um Menschen mit Arthrose.
von: Ticino

Re: Hüftarthrose - 27.04.22 10:12

Ist nicht egal.
Eine stabilisierte Hüfte erleichtert wegen der rel. Schmerzfreiheit die Pflege.
Als ich noch chirurgisch tätig war (vor vielen Jahren), hat man jüngeren Menschen ungern ein Gelenk ersetzt; die jungsters waren zu aktiv und haben das vielleicht noch etwas schlechtere Metall schnell "durchgeraspelt".
Gruss w.w.
von: Gravelbiker_Berlin

Re: Hüftarthrose - 02.06.22 14:22

Hallo Radina, auf Deine ursprüngliche Frage, "Hat jemand Hüftarthrose und fährt intensiv Rad?" Ja, ich. Wobei, intensiv ist immer relativ, aber vermutlich sind es schon auch so 7000 km im Jahr. Tatsächlich trat meine Hüftarthrose zum ersten Mal nach einer mehrtätigen Rennradtour auf. Ich war davor wegen Unfall 'ne Weile nicht gefahren, hatte auch ein neues Rennrad, und bin mehrere Tage lang richtig 'reingetreten, und danach konnte ich vor Schmerzen in der Hüfte ein / zwei Tage gar nichts machen. Seitdem merke ich es, vor allem bei langem Stehen, auch nach langen Strecken Laufen. (ich hatte es auch vorher schon, aber da war mir nicht klar, dass es Hüftarthrose ist)
Radfahren geht interessanterweise recht gut. Mein Radhändler will mich immer zu einer rennradsportlichen Position auf dem Rennrad bringen, er findet diese Stummelvorbauten, die die alten Herrschaften fahren, irgendwie peinlich oder so. Tatsächlich hab ich aber schon immer eher eine Marathonrennrad-artige Sitzposition bevorzugt, schon vor der Arthrose, und ich glaube, dass diese Tour die Arthrose schubartig verstärkt/ausgelöst hat, lag an der Position des neuen Rades, die ein Stück weit sportlicher als vorher war. Ich sitze inzwischen wieder etwas aufrechter (Gravelbike, da ist das gut möglich, aber auch das Rennrad hat einen kürzeren Vorbau bekommen), und bin der Meinung, das hilft gegen meine Arthrose. Ich merke auch ganz deutlich, wenn ich aufs Rennrad gehe, dann meckert die Arthrose deutlich mehr als wenn ich Gravelbike oder Mountainbike fahre (bei beiden sitze ich aufrechter). Vielleicht haben das auch schon andere geschrieben. Wollte Dir hier nur auch meine Erfahrungen mitteilen. Ansonsten, Paddeln ist eine gute Sportart für Arthrose-Geplagte, ist jedenfalls meine Erfahrung. Kraulschwimmen verursacht dagegen komischerweise Probleme, musste mein Schwimmpensum einschränken. Aber wir sind ja hier in einem Radforum..

Mein Paddelbekannter (der richtig gut paddelt, Alter geschätzt 68), hat zwei künstliche Hüften. Er meint, er könne seitdem nicht mehr aufs Rad steigen, in dem er das Bein hinten 'rum über den Sattel schwingt. Insofern, ich werde meine OP vermutlich daher eher versuchen hinauszuzögern. Aber ich habe auch noch keine Dauerschmerzen, nur bei bestimmten und längeren Belastungen und nur kurz danach und dabei.
Den Ernährungshinweisen der anderen kann ich mich nur anschließen, ich versuch das auch umzusetzen.
Viele Grüße
Christoph
von: Radina

Re: Hüftarthrose - 05.06.22 19:17

Hallo Gravelbiker,
auch dir vielen Dank für deine Antwort.
Meine Hüftarthrose habe ich schon über 15 Jahre und bisher waren die Schmerzen und Einschränkungen nach Belastungen in einen absolut tolerierbaren Bereich. Das hat sich nun rapide geändert.
Inzwischen ist klar, dass auch ich nicht drum herum komme. Kann keine 50 m mehr gehen, Radurlaub musste abgesagt werden, Radfahren geht nur noch 1 - 2 Std. spazieren fahren im Schneckentempo, Arbeit nur noch zugedrönt mit Schmerzmitteln und nachts weiß ich nicht, wie ich liegen soll. Verabredungen sage ich ab, weil ich auch nicht lange sitzen kann. Ich denke, meine Leidensgenossen kennen diese Phase.

Eine kaputte Hüfte mag i.d.R. keine Beugung über 90°. Und bei der Hüft TEP ist die Beugung über 90° erst mal lange Zeit tabu. Da kannste das Rennrad vorläufig vergessen.
Tröstlich zu wissen, dass die OP inzwischen minimalinvasiv gemacht wird und es neue, abriebfestere Materialien gibt.

Allen Leidensgenossen gute Besserung!!
Radina
von: Gravelbiker_Berlin

Re: Hüftarthrose - 14.06.22 12:42

Hallo Radina, komm grad von einem 1 wöchigen Mountainbike-Urlaub zurück und lese Deinen Beitrag. Obwohl ich ziemlich aufrecht sitze, überschreite ich die 90° Beinbeugung ganz sicherlich deutlich (zumal ich 175 mm Kurbellänge fahre bei Körpergröße ca. 184cm). Auch auf dem Mountainbike, erst recht auf dem Gravelbike und dem Rennrad ist der Winkel mit Sicherheit kleiner bzw. größer als 90°, wenn das Knie in der obersten Stellung ist. Was Du beschreibst, erfüllt mich mit Sorge. Sorge natürlich für Dich, aber zugegebenermaßen auch für mich selbst. Ich hatte genau das auch schon mal, aber zum Glück nur 2 Tage lang. Extreme Schmerzen, konnte kaum laufen, konnte keine Position im Liegen finden, wo es nicht geschmerzt hat, und schon der Gang zum Klo war 'ne Tortur. Es kann wohl jeden Moment wieder kommen, auch bei mir, denn ich denke, dass ich insgesamt damit auch schon mindestens 15 Jahre lang zu tun hatte, die Beschwerden in der Hüfte früher bloß nicht richtig gedeutet habe. Oder die Ursache verdrängt habe. (Im Nachhinein, was hätte ich alles weniger geschleppt, was wäre ich weniger gewandert, vielleicht auch weniger radgefahren, weniger geklettert, anders ernährt, wenn ich schon mit 20 gewusst hätte, dass das mal auf mich zukommen wird!). Ich werde mich dann wohl ans Hollandrad gewöhnen müssen (oder gar E-Bike, undenkbar im Moment noch für mich), so wie Du das beschreibst, falls dann Radfahren überhaupt noch geht, und sollte wohl auch überdenken, ob ich noch so viel Gravelbike und Mountainbike bzw. gar Rennrad (alles aber mit einer etwas aufrechteren Position als viele andere) fahren sollte, um es nicht noch zu beschleunigen.

Ich wünsche Dir Gute Besserung, und wie lange man mit so einer OP wartet, dazu kann ich nicht wirklich etwas beisteuern. Aber ich lese es mit Aufmerksamkeit, was Ihr alle dazu schreibt, weil ich eines Tages (und vielleicht schon bald) auch "dran sein" werde.

Und wie gesagt: Paddeln könnte auch mit künstlichen Hüften noch gut gehen. Mit einem schnellen Boot und einem leichten Paddel macht das ziemlich Spaß. (Aber ob man dann noch ans Ufer schafft zu schwimmen, falls man mal reinfällt, ist ja gleich die nächste bange Frage.) Mein Paddelbekannter gibt mir jedenfalls immer ein bisschen Kraft, wie scheinbar positiv der mit seinen beiden künstlichen Hüften umgeht.

Was mir mit meiner im Vergleich noch begrenzten Arthrose-Erfahrung aber auch schon aufgefallen ist. Ärzte haben ziemlich unterschiedliche Meinungen. Manche sagen, ich solle ruhig alles machen, vielleicht ein bisschen auf dies und jenes achten (kein Wiegetritt), andere sagen, besser nicht mehr sportlich radfahren. Das wird dann wohl bei der Frage, wann die OP sein sollte, nicht so anders sein. Aber so richtig stürmt man sowieso erst die Arztpraxen, wenn der Schmerz akut ist, insofern ist meine Erfahrung noch begrenzt.
Viele Grüße
Christoph
von: Radina

Re: Hüftarthrose - 17.06.22 23:15

Hallo Christoph,

keine Panik!!!
Habe dir eine PN geschrieben.
Radina