Moin moin! Ich lese mit Interesse, Schmunzeln etc. diesen Faden - etwas an ihm fesselt mich. Möge jeder auf seine Weise mobil sein - jeder hat sein Ich-Konzept (das ist richtig, jenes ist falsch..) Was ich beobachte: Menschen, die im früheren Leben offensichtlich wenig "Biorad" gefahren sind, ihr Pedelec in Grenzsituationen kaum beherrschen. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier: würde ich über einen längeren Zeitraum Pedelec fahren, dann wüsste ich nicht mehr, dass ich früher auf Touren nur einen 17er-Schnitt gefahren bin. Auch sehe ich wie viele unter Euch die RadlerInnen, die eine 40er-Kadenz treten, mich aber ganz locker überholen, während ich die 20 km/h anzupeilen versuche. Auf dem Arbeitsweg von gut 6 km begegnen mir zu 75 % Pedelecs (42 hm). Natürlich ist jedes Pedelec, welches wirklich einen PKW ersetzt, zu begrüßen. Viele davon sind eher Schönwetterfahrzeuge.. Der Göttinger Wald: ein erhöhtes Aufkommen von E-MTBs, deren Fahrer nie die Hügel erklommen hätten, um dann bergab die Wege umzupflügen. Ich hatte mit Corinna zu tun.. halbwegs genesen wollte ich beim Umspringen der Ampel anfahren - hinter mir ein Pedelec-fahrendes Wesen: geht's noch langsamer?
Vor einiger Zeit habe ich ein spannendes Buch gelesen: All you need is less - eine Betrachtung unserer Wirtschaftsweise aus buddhistischer und ökonomischer Sicht. Die Autoren prognostizieren einen Zusammenbruch unseres Wirtschaftssystems. Und sie postulieren, dass Menschen vorwiegend dann zu einer Verhaltensänderung bereit sind, wenn ihnen eine bequeme Alternative geboten wird: wenn ich also das Auto gegen ein Rad tausche, dann darf dessen Nutzung nicht anstrengend sein. Es gibt sicher viele Gründe, die für ein Pedelec sprechen: Alter, Gebrechlichkeit, Ausgleich von Leistungsunterschieden, extreme Topographien, Nutzung als Lastenrad.. es gibt genauso viele Gründe, diese Fahrradgattung kritisch zu betrachten: Ressourcenverbrauch, hohes Gewicht, das Angewiesensein auf Werkstätten, der Trend zum Pedelec-SUV.. So long, Chrisli