Hallo Martin, ich krieg immer mehr Respekt vor Dir: "selbstaufgebautes Reiserad". Wow! So gut möchte ich mal schrauben können! Ich bin von meinem Radhändler abhängig. Ziemlich vollständig. Manchmal ist das in letzter Zeit ein Problem.

Und wie man an Deinem Gravelbike sieht, ist der Begriff Gravelbike weitgefasst. Es kann von 8 bis 16kg wiegen. Bei 16 kg würde ich am Berg wohl auch ziemlich einbrechen, muss ich zugeben. (Ich breche ja schon mit meinem leichten Teil ziemlich ein). Mein Gravelbike wiegt vermutlich in der leichtesten Ausstattung (also mit teuren und leichten DT-Swiss-Systemlaufrädern (die ich "nur für gut" verwende) und mit leichten Gravelbike-Reifen) etwas über 9kg, vermute ich jedenfalls. Ich muss es mal wiegen. In der "Flachland-Ausstattung" (Schwalbe Marathon) ist es natürlich deutlich schwerer. Man muss ja wirklich alles aufs Rad beziehen, vielleicht leistet Du sogar mit Deinem Gravelbike mehr als ich mit meinem. Mein Rennrad-Fachkollege sagt immer, dass Gewicht sogar im Flachland eine viel größere Rolle spielt als allgemein angenommen. Weil man nicht gleichmäßig fahren würde, sondern eigentlich ständig beschleunigt und wieder langsam wird, ohne es zu merken, daher spielt Gewicht überall eine enorme Rolle.

Federgabel, Federsattelstütze, auch das kann ich (im Prinzip) gut nachvollziehen. Noch quäle ich mich mit hart aufgepumpten Reifen über Schotterwege, aber irgendwann muss ich wohl auch das mal überdenken. Der Radweg Berlin-Hameln war z.B. echt grenzwertig, danach haben mir noch lange die Innenhandflächen weh getan. Der erste Schritt werden bei mir breitere Reifen mit weniger Druck sein. Federgabel dann bestimmt auch irgendwann mal, aber dann vielleicht eher erst mal am Mountainbike (wo ich auch noch eines ohne Federgabel fahre).

Wenn Du sagst, mit 60 geht es langsam bergab, da hab ich ja noch ein knappes Jahr Zeit. Natürlich will ich auch gegensteuern. Wer will das nicht. Aber ich fürchte, auch ich hab ein paar Baustellen, und werde mich zumindest nicht mehr sehr steigern können und muss froh sein, wenigstens das Level zu halten.

Alles mitzunehmen, feste Unterkünfte meiden, im Prinzip würde ich das als Rentner vielleicht auch mal machen wollen. Im Moment fehlt mir auch ein bisschen die Zeit, ich fahre daher diese eher gehetzten Touren mit vielen Tageskilometern von Hotel zu Hotel. Aber zelten, alles dabei haben, sogar selbst kochen, vielleicht gar wild zelten, das stelle ich mir auch mal reizvoll und romantisch vor. Immer nur diese Hotels, das ist schon auch sehr öde. Der Nachteil ist eben dann wirklich, dass Berge besser umgangen werden sollten mit soviel Systemgewicht, fast schon eher wegen der Abfahrten als wegen der Anstiege. Schriebst Du nicht auch vor kurzem, dass es an der Saale mal fast schief gegangen wäre bergab?

Ilmenau - Leipzig: Das ist doch aber ganz ordentlich, oder? Ich vermute mal, Du fährst das bergab, also startest in Ilmenau? Das ist dann der Ilmradweg, stimmt's? Bin ich auch schon mal (bergab). Fand ich schön und auch gut ausgebaut. Ich glaub', ich bin von der anderen Seite des Rennsteigs (also Südseite) damals gekommen, von Meiningen, und bin von auf den Rennsteig hoch und den Ilmradweg auf der Nordseite bergab geradelt, hab es aber an dem Tag nur bis Weißenfels geschafft und von da hab ich einen Zugtransfer (über Leipzig) nach Grimmen gemacht. Ich war aber auch irgendwie angeschlagen. Daher hab ich mir die Strecke Weißenfels - Grimmen durch die Kohletagebaue gespart.

Nach Bio-Rad nur noch Lesen und Liegestuhl: So bin ich jetzt noch drauf. Wie ich es dann sehe, wenn es so weit ist, dass ich auf Rennräder und Mountainbikes nicht mehr raufkomme (oder nicht mehr runter), oder die nicht mehr von der Stelle kriege, weiss ich ja eigentlich auch noch gar nicht. Offenbar bin ich noch in einem Alter, wo man Alter(n) versucht zu verdrängen, so kommen dann solche zugegebenermaßen flapsigen Bemerkungen zustande. Es kommt ja vielleicht auch drauf an, was dann nicht mehr funktioniert. Ist es das Knie, dann ist vielleicht E-Bike wirklich 'ne Lösung. Sind es andere Sachen, dann geht vielleicht auch E-Bike nicht mehr. Und außerdem, wer weiss, ob ich dann noch lesen kann...

Wie einige andere hier bin ich ja auch nur gegen die, die schon mit 30 auf E-Bike auf/umsteigen, und nicht gegen die, die damit ein langes Muskel-Radfahrerleben noch ein bisschen durch die Steckdose verlängern. Vielleicht hätte ich das dazu schreiben müssen. Ich dachte, das sei selbstverständlich.
Ein Großteil ist vielleicht wirklich, dass man nicht wahrhaben will, dass man älter wird.
Aber letzten Endes, bei Dir geht ja wirklich noch beachtlich vieles, das gibt mir auch ein bißchen Hoffnung für mich.
Grüße
Christoph