In Antwort auf: Nordisch
Vielen ermöglicht das E-Rad auch tolle und verlängerte Tagestouren im Gebirge.
Das passt zu meinen Beobachtungen auf Tagestouren in diesem Frühjahr: offenbar ist kaum jemand bereit, die Tages-Km und das Streckenprofil an die aufgrund fortgeschrittenem Alter oder gesundheitlicher Einschränkungen abnehmende Leistungsfähigkeit anzupassen. Bei den sportlichen Radlern nutzen die 70-Jährigen die E-Unterstützung, um so schnell und so weit fahren wie einst mit 40. Und die 40-Jährigen ziehen nach, damit sie wie bisher schneller und weiter fahren als 70-Jährigen.

Sportlich weniger ambitionierte Freizeitradler nutzen das Pedelec, um ohne große Anstrengung Strecken zu fahren, die sie ohne Unterstützung genauso flott oder vielleicht etwas langsamer, aber eben mit ein wenig mehr Mühe fahren könnten. Die in der Diskussion gerne angeführten Alibi-Ü-70-Jährigen, die ohne Unterstützung gar nicht mehr fahren könnten, sind nach meinen Beobachtungen im Freizeitbereich eine verschwindend kleine Minderheit, im niedrigen einstelligen Bereich.

Ich nutze selbst ab und zu ein Pedelec, z.B. wenn ich den Sperrmüll mit dem Anhänger zum Recyclinghof bringe und auf dem Rückweg einen Kasten Bier vom Getränkemarkt die zwei Km und 80 Hm hochfahre. Aber in der Freizeit fahre ich einfach weniger weit als früher und meide steile und lange Anstiege. Bisher tut das dem Spaß am Radfahren keinen Abbruch.