In Antwort auf: Nordisch
Ich verstehe nicht, wo es ein Problem mit den E-Bikes geben sollte? Würde ich im Gebirge wohnen, hätte ich auch eins. Trotz 250 bis 300 Watt Schwellenleistung und knapp 1400 Watt Maximalleistung über 1 Sekunde.

Ist doch simple Physik. Bei 125 bis 150 kg schnellen Wattwerte an Anstiegen in ungeahnte Höhen selbst in Schrittgeschwindigkeit.

Man muss sich doch nicht die Gelenke zerwürgen oder ständig im Übertraining/quasi Burnout sein.


Das bezweifle ich jetzt schon. Ich bin ganz sicher keine Sportskanone. Trotzdem habe ich einen Arbeitsweg von knapp 300 Höhenmetern und einer sehr kurzen, knackigen Steigung (lt Schild 20 Promille) über 10 Jahre lang täglich bewältigt ohne irgendwelche Anzeichen an "Übertraining" zu zeigen. Der Körper gewöhnt sich nämlich ein. Bei Infekten, vor den monatlichen Blutfestspielen und zu sonstigen Unpäßlichkeiten habe ich halt 10 Minuten länger gebraucht und die steile Steige geschoben. Bei Schnee sowieso.
Mein normaler Arbeitstag hat mich da meist weit mehr gefordert. Aber danach gings ja nur noch bergab.
Und ich bin da mit einem schweren Stahlrad alter Bauart und zeitweise auch einer antiken Schaltung (das war dann nichts für die Knie und das Steilstück wurde eh geschoben) gefahren und ich habe eine Stunde benötigt (ca 16 km, aber halt etliches bergauf).
Der menschliche Körper ist oft erstaunlich anpassungsfähig und zäh, allerdings baut er auch ab, wenn er nicht gefordert wird, was jeder der sich aus Altersgründen gelegentlich schont (ich auch,wenn ich das auch ungerne zugebe), sicher schon mitbekommen hat. Insofern kann die E- Bikefahrerei bei manchen auch kontraproduktiv sein.
Ich denke aber, dass das von den individuellen Voraussetzungen (und bei manchen auch vom Finanzpolster) abhängt, ob diese oder jene Wahl besser ist.
Prinzipiell aber ist für einen halbwegs gesunden Menschen relativ viel aus eigener Kraft machbar. Hilfreich ist hierbei der Verzicht auf unnötig Ballast (ich selbst investiere lieber in ein leichteres Rad als in einen Motor) und eine realistische Einschätzung der benötigten Zeit für eine Strecke sowie der Wille sich deutlich anzustrengen.
Das E-Bike wäre für mich persönlich dann sinnvoll, wenn körperliche Einschränkungen ein Fahren stark erschweren oder aber für Pendel/-Alltagsstrecken, ab etwa 30 km oder/und
mit signifikanten Höhenmetern, weil hier Zeit eine Rolle spielt. Ich kann mir jetzt auch nicht mehr vorstellen 2 Stunden zur Arbeit zu fahren, 10 Stunden (branchentypisch leider eher normal) zu arbeiten und dann noch zwei Stunden heim zu radeln. Das letzte Mal, wo ich so etwas gemacht habe, bin ich Freitags um 8 ins Bett gefallen und habe 12 Stunden durchgeschlafen. Das würde ich nicht mehr wollen. Da würde ein E-Bike (vor allem ein S-Modell) viel Druck herausnehmen und könnte gut ein Auto oder das Nahverkehrstheater ersetzen.
Fürs Reisen wäre mir die Abhängigkeit von einer Stromversorgung zu stressig. Wenn ich nicht anders reisen könnte, würde ich das zwar in Kauf nehmen, das würde aber meine Art zu reisen, vor allem die Variabilität stark ändern.

Gruß

Nat