International Bicycle Travel Forum
International Bicycle Travel Forum
Who's Online
35 registered (Radlertulpe, Achim H., stux, maddes, ulamm, DrKimble, copyrepairman, JimmiBondi, steelcat, 13 invisible), 108 Guests and 20 Spiders online.
Details
Advanced
About this forum
Rules
The Rules for this forum
Terms of use
Agreements for the use
The Team
Who's behind the forum?
Involved Homepages
Bicycle-travel sites already using the forum
Participate!
Use this forum in your Homepage
RSS feeds RSS
Overview of public RSS feeds
Shoutbox
A small chat area
Partner Sites
Statistics
14788 Members
48078 Topics
637462 Posts

During the last 12 months 4853 members have been active.The most activity so far was at 15.07.07 15:16 with 582 users online.
more...
Page 1 of 5  1 2 3 4 5 >
Topic Options
#602738 - 03/16/10 04:17 PM Preispolitik Outdoor- bzw. Fahrradbranche
LVM
Member
Offline Offline
Posts: 437
Hallo,
ich frage mich seit Jahren, wieso es im Outdoor-Bereich keinen annährend so heftigen Wettbewerb bezügl. der Preise über das Internet oder (früher) Anzeigen in Fachzeitschriften, z.B. outdoor-Magazin, gibt. Jeder hier im Forum kennt diesen "Krieg" im Fahrradbereich, ob man ihn nun gut findet oder nicht. Anbieter wie bike-discount, bike24 und wie sie alle heißen unterbieten sich, auch bei aktuellem und aktuellstem Material. Manchmal gibt's sogar Best-Price-Garantien...

Im Outdoor-Sektor ist dieser Preiskrieg eher unbekannt. Man findet zwar bei Läden wie outdoor-discount oder bergzeit günstige Angebote, auch für teilweise aktuelle Sachen. Aber dass man das ganze Sortiment eines Herstellers im Internet zu deutlich günstigeren Preisen als im Einzelhandel findet und sich für den Artikel, nach dem man sucht nur den günstigsten Versender raussuchen muss, das gibt's doch eher selten.

Ich möchte mich hier nicht für den Billigkauf im Internet aussprechen, ich kenne wohl die Vorteile eines Händlers vor Ort - und nutze sie. Zudem soll es hier nicht heißen: Geiz ist geil, der billigste Versender ist der geilste... Es geht um die Preispolitik: wieso bekriegt sich die Fahrradbranche, die Outdoor-Branche aber nicht?
-----------------------------------------------
Leistung Reisen muss sich wieder lohnen!
Top   Email Print
#602741 - 03/16/10 04:28 PM Re: Preispolitik Outdoor- bzw. Fahrradbranche [Re: LVM]
superaxel
Member
Offline Offline
Posts: 1386
Underway in Ivory Coast (Cote D"Ivoire)

Das mögen am Ende auch brancheninterna. Produzenten wie zum Beispiel Jack Wolfskin, Ortlieb, 2plus2, einige Radhersteller achten mittlerweile stark darauf, dass die Händler sich nicht untereinander kannibalisieren und mit dem Preiskampf am Ende auch die jeweilige Marke beschädigen. Wer kauft heutzutage schon noch hochwertige B&M Produkte im Laden? Ein Beispiel für eine erfolgreich beschädigte Marke.

Es gibt mehr als genügend Möglichkeiten auch hochwertige Trekking und Outdoorprodukte auch stark reduziert, sowohl im Internet als auch im echten Leben zu kaufen.

Wenn Du genau hinschaust, sind auch bei den Großen der Bikebranche nur einige wenige Leuchtturmprodukte stark reduziert (Schaltwerke, Scheinwerfer,...), während die Brot und Butter-Produkte und der Kern, nämlich Räder, nicht billiger sondern tendenziell eher teurer als bei kleinen Anbietern sind.

Mein alter Chef hat immer gesagt "ich bin Kaufmann, und nicht Doofmann." Am Ende muss man leben können und sich und vor allem die Angestellten bezahlen. Und bei den geringen Handelsmargen bei vielen Produkten verbietet sich ein Preiskampf oft von vorn herein.

Axel
Hier nur privat. Glückauf!

Edited by superaxel (03/16/10 04:30 PM)
Top   Email Print
#602759 - 03/16/10 05:56 PM Re: Preispolitik Outdoor- bzw. Fahrradbranche [Re: LVM]
Andreas R
Member Accommodation network
Offline Offline
Posts: 6092
Hallo,

die großen Marken "verbieten" häufig das Angeben niedriger Preise. Es lohnt sich deswegen oft, beim Händler einen Preis anzufragen. Manchmal erkennbar durch Hinweise neben dem Preis wie "fragen Sie an". Einige Händler haben auch ein "Rabattprogramm", welches 10% Ermäßigung bietet. So bleibt der Schein gewahrt.

Manche Preise sind mir dennoch völlig unverständlich. So gibt es ein bestimmes Camelbak-Teil in Deutschland nicht unter ca. 12 EUR, während es in GB 6-7 Pfund kostet.

Gruß
Andreas
Radreiseberichte aus vier Kontinenten: Liegerad-Fernweh
Alle wichtigen Infos zu Paris-Brest-Paris 2011

Edited by Andreas R (03/16/10 05:57 PM)
Top   Email Print
#602781 - 03/16/10 06:53 PM Re: Preispolitik Outdoor- bzw. Fahrradbranche [Re: LVM]
Jan M.
Member Accommodation network
Offline Offline
Posts: 928
Der durchschnittliche Einkaufspreis bei Outdoortextilien liegt z.B. etwa bei 50 % des Brutto-VK als Netto-EK. Somit wären also durchaus Margen und damit auch Rabatte drin. Die renommierten Anbieter achten aber peinlich genau darauf, dass die Preise nicht unterboten werden. Versuchst Du z.B. die aktuelle Kollektion eines großen Outdooranbieters aus Deutschland günstiger über eBay oder gar als Auktion zu verkaufen, wirst Du einfach nicht mehr beliefert. Du bist als Händler also gezwungen, erst mal die Mondpreise zu verlangen, die sich die Herren vorstellen. Dass das Ganze kartellrechtlich bedenklich ist interessiert dabei auch recht wenig, da es keine Rechtschutzversicherung gibt, die solche gerichtlichen Auseinandersetzungen abdecken würde und die finanziellen Risiken bei dem Verfahrenswert kann man sich als kleiner Händler nicht leisten.

Den Hinweis von Axel bezüglich der angeblich beschädigten Marke finde ich nebenbei völlig daneben. Was ist denn beschädigt? Das Renommé des teuersten Produktes? Das sind Werbestrategien, die über die Qualität nichts aussagen. Wenn Produkte zu günstigeren Preisen verkauft werden dann nur deswegen, weil es für diesen Preis geht. Kein Kaufmann verkauft Produkte dauerhaft unter dem EK, höchstens als zeitlich begrenzte Werbeaktion. Schau Dir doch mal ein Beispiel aus einer anderen Branche an und lies mal etwas über "Actimel", ein ganz normaler Joghurtdrink, der von der Werbung zu dem gemacht wurde, was er heute ist und wofür horrendes Geld verlangt wird.

Einige günstige Produkte werden nebenbei bemerkt auf den gleichen "Linien" produziert, wie ihre hochpreisigen Pendants, z.B. Pinewood, die sich die Produktionslinien mit einer alteingesessenen nordischen Outdoorfirma teilen und trotzdem nur einen Bruchteil davon kosten. Nebenbei lässt Pinewood seinen Händlern auch die freie Preisgestaltung und Wahl des Vertriebsweges.

Für mich sind die meisten Outdoorartikelhersteller im Vollpreisbereich kein Thema mehr. Ich kaufe deren Sachen nur noch, wenn sie reduziert sind. Eine solche Preispolitik will ich nicht unterstützen.

LG Jan
Top   Email Print
#602784 - 03/16/10 07:04 PM Re: Preispolitik Outdoor- bzw. Fahrradbranche [Re: Jan M.]
macrusher
Member
Offline Offline
Posts: 1833
Underway in Indonesia

In Antwort auf: Jan M.

Für mich sind die meisten Outdoorartikelhersteller im Vollpreisbereich kein Thema mehr. Ich kaufe deren Sachen nur noch, wenn sie reduziert sind. Eine solche Preispolitik will ich nicht unterstützen.


Seh ich genauso. Davon abgesehen leisten die meisten Produkte bei genauer Betrachtung ja noch nicht mal das was man von ihnen erwartet. Funktionsklamotten kaufe ich nur noch wenn ich diese Funktion unbedingt brauche, ansonsten geht es erstaunlich oft auch ohne oder mit Lowtech.
Andreas
Top   Email Print
#602794 - 03/16/10 07:24 PM Re: Preispolitik Outdoor- bzw. Fahrradbranche [Re: Jan M.]
superaxel
Member
Offline Offline
Posts: 1386
Underway in Ivory Coast (Cote D"Ivoire)

Das ist spannend, was Du für einen Blick auf den Handel hast. Eine Handelsmarge von 100% (EK zu Brutto-VK) ist alles andere als großzügig, insbesondere für Produkte die dem stetigen Wandel und der Mode unterworfen sind. Und nicht vergessen darf man, dass man die 19% MwSt. noch beachten muss! Dann bleibt am Ende noch eine Marge von ca 30% mit denen Lohn, Miete, Beratungszeit usw. finanziert werden muss. Am Ende sinds bei Orientierung am "OVP" durchschnittlich meist nicht mehr als 5%. Für eine Jacke für 250,- € im Fachhandel ne knappe Stunde investiert und dann 12,50 € verdient? Ist nicht üppig. Und da kommen dann noch die Lohnsteuer des Unternehmers runter ... WER arbeitet für 7,- €/Std.???

Je teurer der Artikel, desto geringer in der Regel die Marge ...

Schau Dir mal andere Branchen an (Möbel, Hifi) und finde da mal einen, der Dir Einblick in die Handelsmargen gibt. Du wirst Dich wundern wie Radsport oder Outdoorhändler überleben können.

Klar hast Du Recht, dass kein Händler dauerhaft unter EK verkaufen kann (darf er auch nicht! Und im Zweifel muss er so oder so den Steuerbetrag für den vollen VK zahlen), deswegen heisst das auch "kurzfristige Preisuntergrenze". Durch die Vielzahl der Händler und dadurch, dass IMMER einer der Kollegen sich grad dringend ruinieren muss, wird das Image von Produkten aber trotzdem dauerhaft geschädigt.

Beispiel B&M: Der Schaden besteht darin, dass kaum ein Kunde mehr den Listenpreis zahlen will. Der Händler wird seine Ware also nicht los. Was macht der Händler? Entweder der Zulieferer senkt seine Preise, oder der Händler wirft den Artikel wegen fehlender Marge aus dem Programm.

Senkt der Hersteller die Händler EK, müssen im gleichen Zuge ja irgendwo bei ihm selber Kosten eingespart werden, um nicht draufzulegen: Löhne und Gehälter. Und irgendwann triffts DEINEN Arbeitgeber???

Verkauft der Händler andere Ware, bricht ein Unternehmen unter Umständen ganz ein.

Klar ist, dass Produktionslinien in der Industrie für verschiedene Marken verwendet werden. ABER es wird NIE dieselbe Qualität gefertigt!!! Unterschiedliche Materialien, anderen Designs und technische Lösungen und auch weniger Qualitäskontrolle machen oft einen großen Unterschied!

Das Beispiel Actimel ist lediglich ein Marketing-Exempel. Hater aber im Grunde nichts mit dem Thema des Fadens zu tun.

Ich denke die Preise im Outdoor und Radsportbereich haben in den allerseltensten Fällen was mit Mondpreisen zu tun, wenn man sich mit den Produktunterschieden beschäftigt, wird man deutliche Qualitätsunterschiede finden, die den Preis meist relativieren.

Nicht gelöst ist damit der Aspekt "Brauch ich das?" und "Was bin ich bereit zu zahlen?"

Axel
Hier nur privat. Glückauf!
Top   Email Print
#602814 - 03/16/10 07:51 PM Re: Preispolitik Outdoor- bzw. Fahrradbranche [Re: superaxel]
jan13
Member Accommodation network
Offline Offline
Posts: 1456
Im Outdoorbereich finden sich gerade reichhaltige Beispiele für Mondpreise- z.B. Funktionsunterwäsche: dieses PE-Recyclingmaterial (mal provokant benannt) wird nie und nimmer für ein Hemd >20€ hergeben. Kommt, seid mal ehrlich- wo kommt denn das Zeug her? Die Mehrzahl aus der aufgehend sonnigen Mitte. Ebenso die betatzten Klamotten,Zelte, Taschen. Nachdem die nun erfolgreich auf Markentreue gesetzt haben, tuns Füchse etc. leider nach.
Manche der Einzelhändler (besonders die mit Versand) wachsen in ihren Filialen in unsinniger Art- Beratung, ja den Katalog können sie noch vorlesen- aber richtige Fragen, da muß man Glück haben ( oder wissen, wer lange dabei ist). Das Sortiment spiegelt den Trend denn auch wieder.
Top   Email Print
#602834 - 03/16/10 08:44 PM Re: Preispolitik Outdoor- bzw. Fahrradbranche [Re: superaxel]
Jan M.
Member Accommodation network
Offline Offline
Posts: 928
@Axel: Wenn ich ein Projekt oder eine Unternehmung plane, mache ich vorher einen Forecast oder einen Businessplan und kalkuliere, wieviel Stücke ich zu welchem Preis in meiner persönlichen Kostensituation verkaufen muss. Die Kosten meiner Mitberwerber interessieren mich dabei nicht. Wenn es meine Kostensituation zulässt, biete ich meine Produkte günstiger als der Durschnitt an, um einen Wettbewerbsvorteil zu bekommen. Wie "Tünnes und Scheel" seinerzeit bereits bemerkten: ...die Masse macht´s..."! Die von Dir angeführte Beratung ist in den allermeisten Fällen eh nichts anderes, als ein Verkaufsgespräch bei dem sogar oftmals nur die vorher eingepaukten Werbeargumente der Herstellerfirmen wiedergegeben werden.

Du wirst mir aber sicherlich zustimmen, dass bei einem Online-Verkauf wesentlich weniger Beratungsaufwand vorhanden ist, oder? Warum darf man denn dann, wenn die Struktur hauptsächlich auf solchen Handel ausgelegt ist, seine Preise dementsprechend nicht selbst kalkulieren? Warum werden sie vorgeschrieben? Wenn ein Online-Händler an einer eBay-Auktion nach Abzug aller Kosten mit Produkt "X" 10,-- Euro "verdient" und 300 Verkäufe pro Monat hat, schafft er das mit sämtlichen anfallenden Arbeiten alleine und "verdient" brutto 3.000,-- Euro. Dafür kann er aber null Beratung bieten, die über den eBay-Standard hinausgeht. Das ist nicht das Konzept eines Fachhandels und er kann dementsprechend auch ganz anders kalkulieren.

Mein Blick auf den Handel ist durchaus intern, daher maße ich mir auch an, mir eine Meinung zu bilden. Viele Händler versuchen immer noch, an völlig veralteten Strukturen festzuhalten und jammern dann, wenn es nicht funktioniert. Das letzte "Negativbeispiel" aus dem hier diskutierten Bereich dürfte ja wohl Brügelmann sein, nicht wahr? Auch er hatte sich den Anforderungen des Marktes nicht angepasst.

Für echte Beratung wird es immer einen Markt geben und Kunden, die bereit sind dafür zu zahlen. Aber warum soll man denn für einen Beratungsaufwand mit bezahlen den man gar nicht verursacht, da man online einkauft? Auf die Erklärung bin ich jetzt gespannt. zwinker

LG Jan
Top   Email Print
#602837 - 03/16/10 09:01 PM Re: Preispolitik Outdoor- bzw. Fahrradbranche [Re: Jan M.]
superaxel
Member
Offline Offline
Posts: 1386
Underway in Ivory Coast (Cote D"Ivoire)

In Antwort auf: Jan M.
Die Kosten meiner Mitberwerber interessieren mich dabei nicht.


Und damit wärest Du im Grunde zum Scheitern verurteilt. Das gehört elementar zu jeder Marktbeobachtung und Du musst selber wissen WO Du Dich positionieren willst. Stichworte "Preis- oder Qualitätsführerschaft".

Wirklich "vorgeschrieben" sind die Preise nicht, ist auch verboten! Aber ein Hersteller hat im Rahmen der Vertragsfreiheit in aller Regel die Freiheit einen Händler zu beliefern oder auch nicht, es sei denn er ist Monopolist.

So kann es bei Preisunterschreitungen zu "Lieferengpässen" kommen.

Das Problem an unserer Diskussion ist, dass Du das Beschädigen einer Marke nicht einsehen magst.

Ich würde als Marke, wenn ich mich im Premiumbereich positionieren will auch darauf achten, dass meine Händler die Marke nicht verramschen. Wenn eine händlerfreundliche Marge genutzt wird um einen Preiskrieg zu führen, dann hab ich als Hersteller eben den Imageverlust, aber das hatten wir ja schon.

Wie die Beratung vor Ort aussieht und ob Du die benötigst und wünscht oder nicht ist eine ganz andere Frage, da wird dann mit den Füßen abgestimmt.

Zum Thema Brügelmann wurde hier viel geschrieben und ich hab auch meinen Standpunkt dazu recht breit beschrieben, daher werd ichs mir an dieser Stelle mal klemmen. Aber das Beispiel passt leider auch nur bedingt.

Wenn in Deinen Augen eine moderne Handelsstruktur das Verramschen der Ware bedeutet, dann freu ich mich auf die Zukunft.

Viele Internethändler heben die Preise grad auch deutlich an, da die Kunden mehr und mehr das Rücktrittsrecht nutzen und sich eine Auswahl an Waren schicken lassen und nur ein oder zwei Stücke nehmen. Der Rest wird auf Kosten des Internethändlers zurückgesandt und kann teils nur noch als B-Ware verkauft werden, weil Verpackungen geöffnet wurden.

Axel
Hier nur privat. Glückauf!
Top   Email Print
#602848 - 03/16/10 09:23 PM Re: Preispolitik Outdoor- bzw. Fahrradbranche [Re: superaxel]
aighes
Member
Offline Offline
Posts: 1414
Underway in Norway

In Antwort auf: superaxel
Viele Internethändler heben die Preise grad auch deutlich an, da die Kunden mehr und mehr das Rücktrittsrecht nutzen und sich eine Auswahl an Waren schicken lassen und nur ein oder zwei Stücke nehmen. Der Rest wird auf Kosten des Internethändlers zurückgesandt und kann teils nur noch als B-Ware verkauft werden, weil Verpackungen geöffnet wurden.


Das ein Weiterverkauf als A-Ware nicht mehr geht, liegt aber zum größte Teil an Verpackungen, die ein Öffnen ohne Beschädigung dieser nicht zulassen. Bspw. ein T-Shirt. Das kann man eingeschweißt versenden oder aber in einer offenen Platiktüte. Bie zweiterem fällt es überhaupt nciht auf, wenn das T-Shirt schon 5mal mit der Post unterwegs war. Wenn eines eingeschweißt kommt und die andere Größe in einer offenen Tüte, dann ist jedem Deppen sofort klar, dass das eine ein Rückläufer ist. Oder Pappverpackungen, denen man sofort ansieht, dass sie schonmal geöffnet wurden.


Zu dem Verramschen einer Marke. Das ist doch absurd. Ich kauf mir doch nicht ein Gegenstand einer Marke X, weil dieser 500€ kostet, sondern weil er das bietet, was ich benötige bzw. meine zu brauchen. Als Kunde freue ich mich, wenn ich die benötigte Leistung möglichst günstig bekomme.
Viele Grüße,
Henning

Edited by aighes (03/16/10 09:25 PM)
Top   Email Print
#602849 - 03/16/10 09:25 PM Re: Preispolitik Outdoor- bzw. Fahrradbranche [Re: superaxel]
Jan M.
Member Accommodation network
Offline Offline
Posts: 928
In Antwort auf: superaxel
In Antwort auf: Jan M.
Die Kosten meiner Mitberwerber interessieren mich dabei nicht.


Und damit wärest Du im Grunde zum Scheitern verurteilt. Das gehört elementar zu jeder Marktbeobachtung und Du musst selber wissen WO Du Dich positionieren willst. Stichworte "Preis- oder Qualitätsführerschaft".


Was hat denn das mit der rein kaufmännischen Betrachtung und Kalkulation zu tun?

Zitat:
Wirklich "vorgeschrieben" sind die Preise nicht, ist auch verboten! Aber ein Hersteller hat im Rahmen der Vertragsfreiheit in aller Regel die Freiheit einen Händler zu beliefern oder auch nicht, es sei denn er ist Monopolist. So kann es bei Preisunterschreitungen zu "Lieferengpässen" kommen.


In meinen Augen eine absolute Frechheit. Dass es verboten ist und man dagegen klagen kann hilft aufgrund der oben bereits angeführten Gründe auch nicht.

Zitat:

Das Problem an unserer Diskussion ist, dass Du das Beschädigen einer Marke nicht einsehen magst. Ich würde als Marke, wenn ich mich im Premiumbereich positionieren will auch darauf achten, dass meine Händler die Marke nicht verramschen. Wenn eine händlerfreundliche Marge genutzt wird um einen Preiskrieg zu führen, dann hab ich als Hersteller eben den Imageverlust, aber das hatten wir ja schon.


Nein, das Problem ist, dass mich das Marketing einer Marke nicht interessiert. Wo jemand sein Produkt gerne platzieren möchte, interessiert mich nicht. Lediglich, ob es qualitativ hochwertig ist und für mich einen Mehrwert hat, ist für mich entscheidend. Porsche hat auch ein Premium-Image, trotzdem will ich keinen haben. Mich interessiert die Funktion eines Produktes, nicht wo der Hersteller es gerne sehen möchte. Garmin hat seine Preise z.B. lange Zeit in Deutschland künstlich hochgehalten, Leatherman verbietet seinen amerikanischen Online-Händlern aktuell nach Deutschland zu verkaufen, um die Preisstruktur hier zu halten. Deswegen bleiben die Produkte doch die gleichen. So etwas ist für Dich in Ordnung?

Zitat:
Wenn in Deinen Augen eine moderne Handelsstruktur das Verramschen der Ware bedeutet, dann freu ich mich auf die Zukunft. Viele Internethändler heben die Preise grad auch deutlich an, da die Kunden mehr und mehr das Rücktrittsrecht nutzen und sich eine Auswahl an Waren schicken lassen und nur ein oder zwei Stücke nehmen. Der Rest wird auf Kosten des Internethändlers zurückgesandt und kann teils nur noch als B-Ware verkauft werden, weil Verpackungen geöffnet wurden.

Axel


Es geht nicht ums Verramschen, es geht darum die Preise selbst bestimmen zu dürfen und nicht die von Herstellern gewünschten Mondpreise verlangen zu müssen, nur weil deren Marketingabteilungen glauben das Produkt irgendwo platzieren zu müssen. Ich für meinen Teil kaufe keinen Edelux, weil er von SON ist oder Herr Schmidt ein tolles Marketing hat, sondern weil er einer der hellsten Scheinwerfer ist, ein Metallgehäuse hat, qualitativ hochwertig ist und mir einfach gefällt.

Bei diesem ganzen Markenhype ist mir mittlerweile ehrlich gesagt viel zu viel "Schein" und zu wenig "Sein".

LG Jan
Top   Email Print
#602856 - 03/16/10 09:59 PM Re: Preispolitik Outdoor- bzw. Fahrradbranche [Re: superaxel]
macrusher
Member
Offline Offline
Posts: 1833
Underway in Indonesia

Ein stinknormales Qualitäts-T-Shirt aus Fernost kostet bis es hier in Deutschland ist noch nicht mal 2€. Wenn wir gleich noch nen Druck oder ne Stickerei drauf machen lassen von mir aus 3€. Verkauft wird es im Premiumbereich für 30€ und mehr. Sicher sind hochwertige Materialen teurer, aber soviel? Ich hab mir in Nepal für 10-12€ nen Rucksack zum Wandern gekauft. Ein TNF Plagiat. Abzüglich Gewinn wird er vielleicht 7-8€ gekostet haben (Händler in Thamel/Kathmandu haben relativ hohe Kosten und viel Konkurrenz) Der Rucksack hat den Anforderungen voll genügt, und hätte man etwas hochwertigere Materialien verwendet (Reißverschlüsse usw., ob wohl es da keine Probleme gab), wäre er vielleicht 50% teurer gekommen. Die Arbeitskraft in Vietnam (wo er herkam laut Verkäufer) dürfte ähnlich günstig sein wie in China. Oft ist es bei Plagiaten auch so, daß ein und die selbe Fabrik das sowohl das Original als auch das Plagiat herstellt, manchmal sogar mit Duldung.

Natürlich sind Händler in D. anders eingebunden, und natürlich muss eine Firma die in Deutschland produziert (B&M?) da anders kalkulieren. Das ist auch ok. Aber die ganzen anderen? Fertigt Hilleberg eigentlich noch im eigenen Land? Falls ja, ok, sind die Preise gerechtfertigt. Die allermeisten Zelte kommen aber aus China. Genauso wie die meisten Goretexjacken.

Es gibt teilweise echt hochwertige Plagiate, aus gutem Material mit gutem Schnitt. Natürlich gibt es noch viel mehr Schrott. Um nochmal bei Kathmandu zu bleiben. In KTM gibt es auch Flagshipstores der großen Marken mit europäischen Preisen für die Originale. Ein Plagiat geht für ein Drittel bis ein Viertel des Preises des Originals. Ich bin dabei ziemlich sicher, daß das hochwertigere Material nur einen Bruchteil der Preisdifferenz ausmacht.
Andreas
Top   Email Print
#602873 - 03/16/10 10:37 PM Re: Preispolitik Outdoor- bzw. Fahrradbranche [Re: Jan M.]
jan13
Member Accommodation network
Offline Offline
Posts: 1456
Ja, als Kamerakäufer kennt man solches Gebahren auch von Nikon, Canon und Co. In D sind die doch merklich teurer als in Übersee oder auch schon in GB... Käufe doch sollen dann aber durch manche gemeinen Kniffe vermiest werden.
Top   Email Print
#602901 - 03/16/10 11:24 PM Re: Preispolitik Outdoor- bzw. Fahrradbranche [Re: Jan M.]
iassu
Member
Offline Offline
Posts: 4641
In Antwort auf: Jan M.
In Antwort auf: superaxel
Wirklich "vorgeschrieben" sind die Preise nicht, ist auch verboten! Aber ein Hersteller hat im Rahmen der Vertragsfreiheit in aller Regel die Freiheit einen Händler zu beliefern oder auch nicht, es sei denn er ist Monopolist. So kann es bei Preisunterschreitungen zu "Lieferengpässen" kommen.


In meinen Augen eine absolute Frechheit. Dass es verboten ist und man dagegen klagen kann hilft aufgrund der oben bereits angeführten Gründe auch nicht.

Ich finde, du stehst zu einseitig auf der Konsumentenseite. Versetz dich doch mal in die andere Position. Egal, ob produzierendes Gewerbe oder dienstleistendes oder sonstwas. Du willst für dein Produkt, sprich: deine Arbeit , einen in deinen Augen angemessenen Preis. Und du wirst alle Bestrebungen von Dritten, diesen zu ruinieren, bekämpfen. Das ist nicht nur nachvollziehbar, sondern geradezu banal.

Von solch (übrigens tendenziell aussterbenden) Exoten wie meinetwegen Gucci, Hermes, Leica, Bulgari, Ferrari abgesehen, verlangt kein Produzent mehr, als noch so eben tolerierbar. Heutzutage jedenfalls. Rechnungen, nach denen ein T-Shirt keine 30 € kosten kann, wenn es nicht von freilaufenden Bioameisen gehäkelt wurde und von handgepflückten Vollmilchpinguinen aus der Edenfarm auf der Antarktis mundbemalt wurde, sind unqualifiziert.

Jeder kann wissen, daß im Verkaufspreis weit mehr drin liegt, als die Kosten für das eben erworbene Exemplar. Sicher gibt es ungerechtfertigte Bereicherung, ohne Zweifel. Aber wir Konsumenten sind wirklich von Grund auf mit einer Schnäppchenmentalität ausgestattet, die uns den Blick auf die Realitäten, jedenfalls derjenigen, die nicht in unserem eigenen Dunstkreis liegen, nur zu gern ausblenden läßt.
Andreas, der alle Stromauf- und abwärtsschwimmer grüßt

Und hier n´paar Bilder....

Edited by iassu (03/16/10 11:26 PM)
Top   Email Print
#602906 - 03/16/10 11:55 PM Re: Preispolitik Outdoor- bzw. Fahrradbranche [Re: iassu]
Jan M.
Member Accommodation network
Offline Offline
Posts: 928
Wenn Du meine Beiträge noch einmal liest wirst Du feststellen, dass ich nichts gegen die Herstellerpreise habe, die sie dem Händler in Rechnung stellen sondern mich dagegen verwehre, dass ein Hersteller die Händlerpreise vorschreibt und seinen Händlern nicht die Möglichkeit der freien Preisgestaltung lässt. Es geht um das künstliche Hochhalten von Preisen nur um ein Image zu schützen, dass eine Marketingabteilung aufgebaut hat. Um nochmal das Beispiel von oben zu bemühen: Ich habe für den Edelux auch den geforderten Preis bezahlt, den der Händler von mir haben wollte und es war ok. Wenn ein Produkt einen Wert X hat und man es haben will, bezahlt man ihn halt.

Gerade im Outdoorklamottenbereich wird aber oftmals "Billigware" einfach nur gelabelt und dann teuer verkauft. Gleichzeitig werden die Preise künstlich hochgehalten, weil die Marke ja ein Image hat. Um nochmal auf ein anderes Beispiel zurückzukommen: Wenn ich es noch richtig im Kopf habe macht Danone mit "Actimel" einen Jahresumsatz von ca. 260 Mio, davon stecken sie ca. 70 Mio wieder in die Werbung. Ein Drittel der Preisgestaltung besteht also darin, künstlich ein Image zu schaffen. Dafür werden wir alle im Fernsehen regelmäßig "actimellisiert". Na super.

Bei einigen Firmen sind einfach die Verhältnisse aus dem Ruder gelaufen. Oder um es frei nach Shakespeare zu sagen: Es ist etwas faul im Staate Dänemark!

LG Jan
Top   Email Print
#602910 - 03/17/10 12:19 AM Re: Preispolitik Outdoor- bzw. Fahrradbranche [Re: Jan M.]
StephanBehrendt
Member
Offline Offline
Posts: 2465
In Antwort auf: Jan M.
Gerade im Outdoorklamottenbereich wird aber oftmals "Billigware" einfach nur gelabelt und dann teuer verkauft. Gleichzeitig werden die Preise künstlich hochgehalten, weil die Marke ja ein Image hat.

Aber das gibts im Velobereich doch ebenso.
Auch hier tummeln sich Afficionados, deren Begehren nach bestimmten Teilen in bestimmten Farben bei Anderen Kopfschütteln hervorruft. Auch über bestimmte Komplettradanbietern wird geläster, sie hätten überzogene Preise.

Bei modischer Kleidung ist generell die Schere von Wareneinsatz zu VK extrem. Trotzdem lassen die meisten Radhändler die Finger von Klamotten, weil das Ganze sehr schnelllebig ist, viel Platz und Beratung benötigt. Literatur machen sie nicht, weil Ihnen die Handelsspanne zu gering ist.
------------------------
Grüsse
Stephan
Top   Email Print
#602912 - 03/17/10 12:33 AM Re: Preispolitik Outdoor- bzw. Fahrradbranche [Re: Jan M.]
machtinix
Member
Offline Offline
Posts: 99
Was dich interessiert (so nachvollziehbar deine Wünsche auch immer sein mögen) ist aber nicht für die Unternehmen am Markt massgeblich. Kein Unternehmer(egal aus welcher Branche) wird etwas tun, was seinen Unternehmenserfolg nachteilig berührt. Finde dich damit ab, dass kein Unternehmen etwas tun wird um dir einen Gefallen zu tun. Zwar wird jeder Unternehmer daran interessiert sein den Wüünschen seiner Kunden nachzukommen, im Vordergrund wird jedoch immer der Gesamtnutzen für den Unternehmer stehen - und der wird nicht in jedem Fall auch dein Nutzen sein, denn im Endeffekt spielen da komplexere Sachverhalte zusammen.
Viele Grüße

Martin

Edited by machtinix (03/17/10 12:35 AM)
Top   Email Print
#602913 - 03/17/10 01:38 AM Re: Preispolitik Outdoor- bzw. Fahrradbranche [Re: Jan M.]
iassu
Member
Offline Offline
Posts: 4641
In Antwort auf: Jan M.
...sondern mich dagegen verwehre, dass ein Hersteller die Händlerpreise vorschreibt und seinen Händlern nicht die Möglichkeit der freien Preisgestaltung lässt.

Fair für wen? Das ist ja gerade, was ich mit (potentiellem) Ruinieren meine. So Tricks mit "Lieferengpässen" mögen ärgerlich sein, wenn dem Hersteller nichts anderes übrig bleibt, um seine Interessen zu wahren, ist das doch vertretbar. Wenn ein Plagiator aus Südantarktien einen Edelux anbietet, der den Schmidts das Geschäft kaputt macht, dann finde ich es gerechtfertigt, wenn er wenigstens versucht sich dadurch zu retten, daß er Händler, die das Original verramschen, nicht mehr zu beliefern.
In Antwort auf: Jan M.
...Es geht um das künstliche Hochhalten von Preisen nur um ein Image zu schützen, dass eine Marketingabteilung aufgebaut hat.

Das Image ist lebensnotwendiger Grundbestandteil einer Marke und gegen Beschädigungen zu schützen, darin sehe ich nichts Verwerfliches, nur weil es dem Konsumenten direkt nichts nützt. Wenn das Produkt und/oder der Produzent weg vom Markt ist, nützt das dem Konsumenten auch nix.

Es mag dich ärgern, daß um ein verzichtbares Firlefanzprodukt wie Actimel so ein Popanz gemacht wird. Will der Hersteller überleben, so muß er die Marketingler um so mehr arbeiten lassen, wie das Produkt mies ist. Und selbstverständlich: ich kaufe auch kein Actisonstwas. Aber wer möchte hier die allgemeine Produktethikpolizei spielen? Wenn es eine Oma gibt, taub, blind, krank: wolltest du Actimel verbieten, meinetwegen, weil ein bestimmter Produktions-/Werbungskostenquotient nicht eingehalten wird, wenn das ihre einzige Freude ist? Wo fängt man da an, wo hört man auf?

Wie gesagt: sicherlich gibt es ungerechtfertigte Preise. Aber nur, weil es einem teuer vorkommt, ist noch keine sachkundige Rechnung aus Unternehmerperspektive erstellt.
Andreas, der alle Stromauf- und abwärtsschwimmer grüßt

Und hier n´paar Bilder....

Edited by iassu (03/17/10 01:49 AM)
Top   Email Print
#602951 - 03/17/10 09:11 AM Re: Preispolitik Outdoor- bzw. Fahrradbranche [Re: machtinix]
aighes
Member
Offline Offline
Posts: 1414
Underway in Norway

Ich hab doch kein Problem damit, dass der Hersteller seine Ware für 150 an den Hädler verkauft, damit er seinen Gewinn behält bzw. steigert. Aber der Händler sollte dann selber entscheiden, wieviel Gewinn er mit der Ware machen muss, um über die Runden zukommen.
Viele Grüße,
Henning
Top   Email Print
#602960 - 03/17/10 09:32 AM Re: Preispolitik Outdoor- bzw. Fahrradbranche [Re: aighes]
rayno
Member
Offline Offline
Posts: 1683
Ein entfernter Verwandter, der bis vor wenigen Jahre bei der niederländischen Post im Einkauf tätig war, erzählte mir von einer Einkaufstour in China, in der es u.a. um gut 30 000 Paar Sportschuhe für die Postmitarbeiter ging. Er hatte den Auftrag, zu versuchen ein ganz bestimmtes Nike-Modell zu bekommen, das im normalen Handel in den Niederlanden für 130 - 140 Euro verkauft wurde. Ihm wurde auch bei dem Hersteller, der die Schuhe für Nike fertigt, genau diese Modell gezeigt; man wollte es aber nicht mit dem Nike-Logo liefern, weil man dann Ärger mit Nike zu erwarten hätte. Man hat sich dann auf ein Phantasielogo geeinigt. Der Preis, den die NL-Post für das Paar Schuhe gezahlt hat,lag übrigens zwischen 8 bis 9 Euro!
Gruß aus NOH

Lothar

Radreisebilder und Fotos von meinen Rädern: www.picasaweb.google.de/elrayno
Top   Email Print
#602962 - 03/17/10 09:37 AM Re: Preispolitik Outdoor- bzw. Fahrradbranche [Re: rayno]
Job
Member
Online and content Online
Posts: 12785
Das deckt sich doch mit dieser Grafik.

job

Top   Email Print
#602963 - 03/17/10 09:47 AM Re: Preispolitik Outdoor- bzw. Fahrradbranche [Re: superaxel]
Stevens331
Commercial Participant Accommodation network
Offline Offline
Posts: 63
Underway in Germany

In Antwort auf: superaxel
Wer kauft heutzutage schon noch hochwertige B&M Produkte im Laden? Ein Beispiel für eine erfolgreich beschädigte Marke.


Interessant. Bei uns im Laden "leiden" derzeit sämtliche Spielarten des Cyo unter starker Nachfrage. Aber das mag natürlich nur eine regionale Ausnahme sein, da ich wenig Einsicht darauf habe wie es andernorts läuft.

gruß

jens
Commercial Participant
Top   Email Print
#602978 - 03/17/10 10:37 AM Re: Preispolitik Outdoor- bzw. Fahrradbranche [Re: LVM]
LVM
Member
Offline Offline
Posts: 437
Interessant, welch konträre Meinungen es zu diesem Thema gibt. Natürlich zahlt man in den meisten Fällen lieber weniger als mehr für ein Produkt... Es gibt aber auch viele gute Gründe für ein Produkt lieber mal mehr als weniger zu zahlen. Und es ist auch richtig, dass es sowohl im Outdoor- als auch im Radsektor überzogene Preise gibt, oder Produkte nicht das halten was man sich davon verspricht/was die Werbung verspricht/der Händler versprochen hat... Diese Enttäuschung hat sicher jeder schon mal erfahren.

Ich will aber noch mal mehr auf die Ausgangsfrage zurückkommen: Wieso gibt es den Preiskampf in der Outdoorszene deutlich weniger im Vergleich zur Radbranche? Das (einleuchtende) Ergebnis bisher: die Hersteller wollen es nicht und versuchen dies mit einiger Kraft zu verhindern.

Wenn hier von "Marke kaputt machen/verramschen" gesprochen wird (ob man das so sehen kann oder nicht sei jetzt mal dahin gestellt), dann frage ich mich: wird z.B. die Marke Shimano auch verramscht? Schließlich sind bei Shimano krasse Preisunterschiede zwischen den Produkten im Einzelhandel und im Internet festzustellen. Trotzdem ist doch Shimano nicht als Billigmarke gebrandmarkt?
-----------------------------------------------
Leistung Reisen muss sich wieder lohnen!
Top   Email Print
#602982 - 03/17/10 10:51 AM Re: Preispolitik Outdoor- bzw. Fahrradbranche [Re: LVM]
jan13
Member Accommodation network
Offline Offline
Posts: 1456
Ich finde Marken machen sich selbst kaputt mit dem Versuch Qualitätvorstellungen über den Preis zu vermitteln. Noch ein Beipiel, gerade gefunden:
http://www.rutlandcycling.com/6010/Brooks-Barbican-Messenger-Bag.html Betrifft übrigens auch Satteltaschen, Werkzeugtaschen etc.
Und nun versucht mir mal die Preisgestaltung zu erklären- das näht mir der Sattler meines Vertrauens zu ähnlichem Preis in Deutschland, zu hiesigen Lohn/Sozialbedingungen. Und dann haben wir beide was von: er kann sich hier gut halten, ich habe wirklich vertauenswürdige Qualität und eine Tasche, wo alles da sitzt wo ichs brauchen kann.

Edited by jan13 (03/17/10 10:52 AM)
Top   Email Print
#602985 - 03/17/10 11:08 AM Re: Preispolitik Outdoor- bzw. Fahrradbranche [Re: LVM]
11111
Member
Online and sleepy Online
Posts: 488

Ich möchte noch ein Aspekt zur Sprache bringen: Wo werden die Produkte hergestellt?

Da ich nicht oft neue Outdoorartikel brauche, achte ich darauf möglichst Produkte aus Europa oder aus den Ländern zu kaufen die wenigsten einen Mindeststandard an Menschenwürde und Umweltschutz haben.
Dann bin auch bereit mehr zu bezahlen. Patagonia zum Beispiel ist eine Marke die mir das ermöglicht weil sie einen Teil in Europa oder in den USA herstellt und das auch kennzeichnet (Meine Fleeceveste die ich jetzt anhabe kommt aus Portugal). Ein Teil der Bekleidung ist auch aus Recycling Material!.
Ich kaufe gerne haltbare Produkte, die ich mehr als 10 Jahre benutze( Zelte (Norwegen), Rucksack(USA), Kocher (USA)....usw.)
Ich weiss natürlich auch das da Teile drin verbaut sind die möglicherweise aus China oder so herkommen!
Es wird immer schwerer bewusst so zu handeln und ich bin froh das ich noch genug Ausrüstung von früher habe.
Zur Preisentwicklung, ich finde das Outdoorausrüstung heute im Vergleich günstiger ist wie vor 20 Jahren!

Also Leute mit BEWUSSTSEIN einkaufen ermöglicht uns allen eine gerechtere Zukunft! Die Macht darin liegt beim Konsument, wir sind die Täter nicht die Opfer!

Olivier
Top   Email Print
Off-topic #602992 - 03/17/10 11:33 AM Re: Preispolitik Outdoor- bzw. Fahrradbranche [Re: 11111]
LVM
Member
Offline Offline
Posts: 437
In Antwort auf: 11111

Patagonia zum Beispiel ist eine Marke die mir das ermöglicht weil sie einen Teil in Europa oder in den USA herstellt und das auch kennzeichnet (Meine Fleeceveste die ich jetzt anhabe kommt aus Portugal). Ein Teil der Bekleidung ist auch aus Recycling Material!.


Schau mal hier: Interview in der 4-seasons, ab Seite 11. Auch ich finde Patagonia klasse, vielleicht die einzige Firma die es ernst meint mit Öko- u. Sozialstandards. Wenn schon der Chef sagt, die meisten Bergsteigerjacken braucht gar niemand - lass doch lieber den Kauf... verwirrt

Im übringen war der eigentl. Gründer von The North Face (und der Modemarke Esprit) auch so einer, hat irgend wann die Firmen verkauft und zieht jetzt mit dem Geld ein Umweltschutzprojetkt in Südamerika(?) auf.
-----------------------------------------------
Leistung Reisen muss sich wieder lohnen!

Edited by LVM (03/17/10 11:37 AM)
Top   Email Print
#602998 - 03/17/10 11:47 AM Re: Preispolitik Outdoor- bzw. Fahrradbranche [Re: 11111]
HoloDeck
Member
Offline Offline
Posts: 38
Jetzt muß ich auch meinen Senf (made in austria) dazugeben:


  • made in austria oder germany bedeutet hohe Löhne und Lohnnebenkosten die der erreichten Qualität und dem Preis aber nicht unmittelbar entsprechen
  • das Herstellungsland sagt nichts über den Preis aus, aber eventuell über Arbeitsbedingungen, Menschenrechte , politische Zustände ,.....

aber jetzt die gute Nachricht:
  • Outdoor/Fahrrad/........produkte sind Luxusgüter, als Konsument habe ich die Wahl ob ich das Zeug kaufe oder nicht, lebensnotwendig sind sie in den allermeisten Fällen nicht
  • die Erlebnistiefe korreliert anscheinend auch nicht mit der Qualität der benutzten Produkte, wie die vielen amüsanten Geschichten aus frühen Tagen ala "damals mit dem Klapprad im Wollpulli nach Finnland geradelt" erzählen

Ich gebe zu, ich ärgere mich auch über hohe Preise für Fernost-Luxus-Güter aber noch mehr ärgere ich mich über Produkte die teuer sind, im Inland hergestellt werden und dann nach kurzer Zeit ihren vorgesehene Zweck nur mangelhaft erfüllen und der Hersteller überheblich und kundenfeindlich agiert, ein Albtraum.

Liebe Grüße
Karl
Top   Email Print
#603003 - 03/17/10 11:56 AM Re: Preispolitik Outdoor- bzw. Fahrradbranche [Re: 11111]
Kogaradler
Member
Offline Offline
Posts: 3690
In Antwort auf: 11111
achte ich darauf möglichst Produkte aus Europa oder aus den Ländern zu kaufen die wenigsten einen Mindeststandard an Menschenwürde und Umweltschutz haben.
Dann bin auch bereit mehr zu bezahlen. Patagonia zum Beispiel ist eine Marke die mir das ermöglicht

Schönes Beispiel! Man möge auch das aktuelle Four Seasons Heft von Globetrotter dazu lesen, dort ist ein wirklich interessantes Interview mit Yvon Chouinard, dem Gründer von Patagonia.
Yves Chouinard hat zusammen mit Craig Mathews 2001 das Projekt One Percent for the Planet gegründet. Das ist natürlich auch Marketing, vor allem heute wo "Grün" ja endlich "In" ist, aber wenn man das Interview genau liest, wird man wohl zu der Erkenntnis gelangen, dass den Gründern dabei ehrlich um weitaus mehr, als um Marketing geht.

In Antwort auf: 11111

Ich möchte noch ein Aspekt zur Sprache bringen: Wo werden die Produkte hergestellt?

Jaaaa..... ich erinnere mich mal an die 90er, wo die Funktionsunterwäsche bzw. -unterbekleidung (Lifa Serie u.ä.) von Helly Hansen noch sehr gefragt war, ehe dann so Marken wie Kwark, Craft usw. nach und nach beliebter wurden (sah peppiger aus, trugen die großen vorbildhaften Sportler bzw. machten Werbung dafür). Diese Wäsche wurde in Portugal hergestellt und die Marge betrug beim Einzelhandel so um die 250% und war damit weitaus besser kalkuliert, als vieles anderes. Mit diesen Sachen wurde ein nicht unwesentlicher Teil des Gewinns bzw. genauer betrachtet, des Geldes erwirtschaftet, das für den Unterhalt der Geschäfte wichtig war.

Mal zum Vergleich: Mir ist mal durch Zufall die Liste der Einzelhandelsrabatte (sprich also die Margen) eines Schiffselektronik-Großhändlers in die Finger geraten, der so Sachen wie Funkgeräte, Radar, Echolote aber auch GPS im Sortiment hatte. Die Margen lagen da zwischen 10 und 35%, im Schnitt aber meist bei 20-25%. Klingt nicht nach viel, aber bezogen auf den Endpreis ist es natürlich durchaus ne Summe, nur sind das alles Sachen die sich nicht per "einfach ins Regal stellen" verkaufen, sondern nur über gezielte Bestellung oder eingehende Beratung, also ganz anders als bei Funktionswäsche, die man halt anzieht und schaut ob sie einem passt und wie sie einem steht.

Das kann man so auf den Radsport bzw. Outdoorbereich durchaus übertragen. Klang hier ja auch schon an.

In Antwort auf: 11111
Zur Preisentwicklung, ich finde das Outdoorausrüstung heute im Vergleich günstiger ist wie vor 20 Jahren!

Ja und nein. Ich denke das hängt davon ab, welche Produkte bzw. welches Preissegment man genau betrachtet. Manches ist teurer als früher und manches ist allerdings vergleichsweise deutlich günstiger, bis hin zu spottbillig geworden.
Wobei ich nicht weiß welchen Anteil die Inflation bei den Verteuerungen tatsächlich ausmacht! Aber wenn man sich die oben von Job verlinkte Graphik mal betrachtet.... so manche deutliche Preisänderung, läßt sich da kaum mit dem Argument eines höheren Tarifabschlusses (sofern jetzt mal ein Produkt oder das Material von hier kommen) schlüssig begründen.

Früher war die Landschaft im Outdoorbereich halt noch deutlich anders, v.a. in der "Ära" die vor der massenhaften Verbreitung bzw. Verfügbarkeit von Internet, stattfand. Heute ist das Vergleichen von Preisen ja sozusagen ein "Kinderspiel", früher war man auf Hörensagen oder eben Kataloge/Prospekte/Messebesuche angewiesen. Entsprechend war es früher leichter Preise am Markt "durchzusetzen", da der Kunde weniger gut und v.a. weniger schnell und effektiv Vergleichen konnte.

Früher war aber z.B. mancher Outdoorriese (man will ja keine Namen nennen) noch anders was Preise anging. Da wurde durchaus versucht gezielt mit bekannten oder beliebten Massenprodukten, die als Aktionsware auf Einzelhandels-EK Niveau (oder darunter) angeboten wurden, wie manche Mag Lite oder Sigg-Flaschen, vielen Läden die für diese Produkte häufige Laufkundschaftschaft abzuziehen. Und da wurden auch schonmal große oder bekannte Mitbewerber in einer Stadt aufgekauft, wo man sich selber möglichst erfolgreich niederlassen wollte.


OT:
Ach jaa..... nebenbei gefragt: Hat eigentlich irgendwer noch keinen neuen Globetrotter Katalog? Jetzt ausser mir? Ende Februar erzählt mir Tim in BN es gäbe für Goldkunden jetzt nen gebundenen Katalog, steht so ja jetzt auch im letzten Rundbrief drin. Ich war die Woche drauf in Köln bei G und der Mensch an der Information schrieb eine Email nach HH, dass man mir doch nochmal einen schicken möge, da bislang nichts eingetroffen sei. Das war Anfang März. Letzte Woche schrieb ich selber eine Emailanfrage nach HH. Ich hab bis heute weder eine Antwort, noch endlich einen neuen Katalog bekommen.
Und Jochen wünscht - Guat goahn
-- Qualität ist, wenn der Kunde zurückkommt und nicht die Ware. --
Top   Email Print
Off-topic #603015 - 03/17/10 12:30 PM Re: Preispolitik Outdoor- bzw. Fahrradbranche [Re: Kogaradler]
mgabri
Member
Offline Offline
Posts: 4871
In Antwort auf: Kogaradler
es gäbe für Goldkunden jetzt nen gebundenen Katalog
Dü läßt 5kEuro pro Jahr bei denen?

Mannomann...
lg,
Michael
Top   Email Print
Off-topic #603018 - 03/17/10 12:40 PM Re: Preispolitik Outdoor- bzw. Fahrradbranche [Re: mgabri]
Kogaradler
Member
Offline Offline
Posts: 3690
In Antwort auf: mgabri
In Antwort auf: Kogaradler
es gäbe für Goldkunden jetzt nen gebundenen Katalog
Dü läßt 5kEuro pro Jahr bei denen?

Mannomann...

Ne neee, soviele Gaskartuschen kann ich nicht verbrauchen. lach
Gold gibts ab 5kEuro Umsatz insgesamt (und nicht jährlich! wobei die da bestimmt nichts gegen hätten..) bei einer Mindestanzahl von Kundenjahren. Meine erste Rechnung bei denen, ist datiert auf Juni 1990. In der Zeit kommt halt doch einiges zusammen, zumal wenn man auch mal für Bekannte und Verwandte mitbestellt (hat).
Und Jochen wünscht - Guat goahn
-- Qualität ist, wenn der Kunde zurückkommt und nicht die Ware. --

Edited by Kogaradler (03/17/10 12:41 PM)
Top   Email Print
Page 1 of 5  1 2 3 4 5 >


www.bikefreaks.de