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#1300615 - 02.09.17 20:34 Bieler Höhe - Forcola di Livigno - Glück gehab
max saikels
Mitglied
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 429
Dauer:8 Tage
Zeitraum:15.8.2017 bis 22.8.2017
Entfernung:380 Kilometer
Bereiste Länder:itItalien
atÖsterreich
chSchweiz
Externe URL:http://http://hutmachergass.de/hmg/steffsblog/?p=1812

Bieler Höhe - Forcola di Livigno - Glück gehabt

1. Tag

Mit dem Wetter, erheblich besser als angedroht, aber mit dem Zug etwas Pech: Ansage im Ösi-IC in Stuttgart: "Wegen Problemen mit unserer Diesellok ..." Wie bitte? Mit 45 Minuten Verspätung ab Stuttgart, weitere 15 Minuten kamen in Geislingen wg. warten auf Schiebelok (eine 218 bekommt so einen IC nicht alleine die Steige hochgezogen). Und warum? Weil wegen Engpässen beim Rangierbetrieb in Ulm wird der Lokwechsel seit 2015 in Stuttgart gemacht. Das muss man sich mal vorstellen! Mit zwei Dieselloks unter Fahrdraht die Geislinger Steige hoch! Jedenfalls waren wir dann mit einer guten Stunde Verspätung in Bludenz und kurz vor acht in Gaschurn. Der neu angelegte Rad- und Fußweg mit glattem Asfalt ist gut zu fahren, die 300 Höhenmeter merkt man kaum. Das neue Hotel in Gaschurn ist ganz auf Winter- und Bergsportler und Radfahrer (MTB) ausgerichtet, Montageständer und Werkzeug in der Lobby.



2. Tag

Die Silvretta-Hochalpenstraße mit 25 Kehren bis zum Vermuntstausee ist passabel zu fahren, trotz des Wetters noch ziemlich viel Verkehr. Am Vortag war Feiertag in Österreich, Maria irgendwas, da sei auf der Bielerhöhe die Hölle los gewesen. Die Abfahrt nach Landeck ist auf der Straße gut zu fahren; es wäre Blödsinn gewesen, bergab den ausgeschilderten Radweg zu benutzen. Der Aufstieg von Landeck her wäre nicht schön, zieht sich lang hin auf der Straße, Galerien und Tunnels bergauf.







3. Tag

Start bei sonnigem Wetter in Prutz, Etappenziel Ardez. Die Strecke bis Martina kannten wir von vor drei Jahren, der Teil von Pfunds bis Martina durch die enge Schlucht des Inn ist immer wieder beeindruckend. Die ncn 6 im Unterengadin lässt sich gut fahren, der Beschreibung nach geschottert, aber trotzdem angenehmer als oben auf der B27, wegen des Autoverkehrs dort. Diese sind wir ab Strada gefahren, denn der Radweg war wegen Unterspülung oder sowas gesperrt, allerdings hätten wir bei der Ausschilderung nach Raschvella wieder auf dem Radweg, der dort unten neben dem Inn verläuft, bis Scuol fahren können; wäre bestimmt schöner gewesen.





Von Scuol bin ich die geplante (ncn 6) Route nach Ftan hoch gefahren, während meine Mitfahrer auf dem direkten Weg der Straße nach nach Ardez sind. Oben rum zu fahren lohnt sich landschaftlich auf alle Fälle, aber die letzten 3 km in der prallen Sonne waren hart, 10% Steigung, permanent im 1. Gang gefahren, 360 zusätzliche Höhenmeter. Auch die Abfahrt durch den Einschnitt des Val Tasna ist schön. Übrigens Ftan: nicht nur schön gelegen, man kann auch gut ohne Auto Urlaub machen, halbstündliche Zuganbindung nach Scuol mit Anschluss ans Postauto nach oben, welches wie viele Linienbusse im Engadin einen Fahrradträger für fünf Räder am Heck hat.





Impressionen aus Ardez.





Im nächsten Post gibts den Rest.
Grüße, Stephan
Taubergießen Moselotte

Geändert von max saikels (02.09.17 20:46)
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#1300616 - 02.09.17 20:37 Re: Bieler Höhe - Forcola di Livigno - Glück gehab [Re: max saikels]
max saikels
Mitglied
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 429

4. Tag

Auch die nächste Etappe des ncn 6 von Lavin bis Zernez ist reizvoll.





Die Ofenpassstraße im Spöltal zum Zwischenpass Ova Spin ist zwar steil, aber gut zu fahren, wenn nicht so viel Auto- und vor allem Motorradverkehr gewesen wäre. Einmal gabs hinter mir einen kleinen Auffahrunfall, weil der Autofahrer hinter mir weder einen Frontalzusammenstoß mit dem entgegenkommenden Auto riskieren noch mich über den Haufen fahren wollte; der Motorradfahrer dahinter hat ihm eine Beule in das hintere Stoßplastik gefahren, weil er nicht rechtzeitig bremsen konnte. Die meisten Motorradfahrer, die diese Passstraßen nur aus Jux und Dollerei mit überhöhter Geschwindigkeit entlang brettern, scheinen hirnlose Vollidioten zu sein. Solche motorräder gehören genauso wie SUVs verboten.







Der Shuttlebus durch den Munt-la-Schera-Tunnel fährt nicht nur bis zum südlichen Tunnelausgang, sondern über die Staumauer bis zur italienischen Grenzstation direkt hinter selbiger. Die Straße am Stausee vorbei ist italienisch holprig und geht durch einige Galerien. In Livigno war die Hölle los, Ferien in Italien und Freitag, halb Italien ist da zum zollfrei einkaufen. Das ist mir bei der Planung nicht klar gewesen; Anfang September und Wochenmitte wäre wohl entspannter gewesen.





5. Tag

Die Auffahrt zur Forcola di Livigno ist relativ einfach, meist 2. bis 4. Gang, aber zuviel Autoverkehr. Die Abfahrt nach Tirano lohnt schon alleine wegen der Berninabahn und dem Lago di Poschiavo.













6. Tag

Der Sentiero Valtellina ist nicht so richtig interessant, asfaltiert und mit Wurzelaufbrüchen und beidseitig mit Büschen und Bäumen bewachsen, so dass man kaum was von der Landschaft sieht. Insbesondere um Sondrio sollte man lieber auf die Nebenstraßen durch die Dörfer südlich der Adda ausweichen, zwar paar kleine Steigungen, aber schöner. Die Steinbogenbrücke Ponte di Ganda bei Morbegno sollte man sich nicht entgehen lassen; der Sentiero führt eigentlich direkt daher, wenn er nicht gerade umgeleitet ist. Im letzten Stück bis zum See ist der Weg nicht mehr so zugewachsen und auch in besserem Zustand, aber direkt bis zur Addamündung geht er leider nicht, das dürfte sumpfig unwegsam sein.







7. Tag

Von Colico bin ich am nächsten Morgen mit dem zug bis Bellano, von da nach Varenna zur Fähre und mit selbiger nach Bellagio. Dort nicht aufgehalten, zur sehr Rüdesheim, und direkt nach Süden gestartet. Die Straße hat öfters Anstiege, führt meist 50 - 100 m über dem See an der Steilküste am Berg entlang, mit schönen Ausblicken auf den See und die Alpen.









Die letzten Kilometer bis Como sind nicht so doll, Straße in schlechtem Zustand und schon deutlich mehr Verkehr. Nach kleinem Gang durch die Stadt und einem Eis zu überhöhten Preisen und dürftiger Qualität sind wir die geplante Route übern Berg nach Chiasso, die hat doch etwas mehr Steigung als ich vermutet hab, dadurch zieht sichs. Chiasso ist nicht schön, dafür aber ziemlich tot, und das zu schweizer Preisen. Ein Rösti mit Spiegelei in einer auch hier bekannten schweizer Restaurantkette für 24 CHF, irre!

8. Tag

Was soll ich zur Rückfahrt sagen außer "Großstörung auf der Rheintalbahn"? Mit elfmal umsteigen, einer Überbrückung mit dem Rad von Basel SBB nach Basel Bad Bf und freundlicherweise Radmitnahme im Schienenersatzverkehr mit nur 3 Stunden Verspätung zuhause.



Bischen mehr Text und Bilder gibts hier; Vorsicht, radikale Kleinschreibung!
Grüße, Stephan
Taubergießen Moselotte
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#1300755 - 04.09.17 13:42 Re: Bieler Höhe - Forcola di Livigno - Glück gehab [Re: max saikels]
veloträumer
Mitglied Übernachtungsnetzwerk
anwesend und zufrieden anwesend
Beiträge: 13089
Hallo Stephan,
danke für deine Schilderung und wohl gelungene wie grüne Bebilderung einer reizvollen Alpenroute!

Gegen Bahnausfälle ist kein Kraut gewachsen. Manches auf der Tour stellt sich dann gleich meiner Erinnerung dar, anderes empfand ich anders - wohl auch Glück gehabt? Zur Bieler Höhe kann ich dich bestätigen - Ostrampe ist ein ziemlicher Langweiler und Orte wie Ischgl entfernen sich immr mehr von dem Ambiente, das ich suche. Der obere Teil ab/bis Galtür geht aber, insbesondere dort zum Zeinisjoch ist besonders auf der alten Straße reizvoll. Als ich auf der Bieler Höhe war, war alles ruhig - und das galt auch für andere Orte. Livigno tote Hose - über den Pass schon gar nichts los. Glück gehabt? - Naja, da war auch das Wetter eine Spur härter - Radfahren ist eben kein Wunschkonzert, einen Tod muss man immer sterben. zwinker

Comer See habe ich trotz mehrfacher Beradlung zu Saisonszeiten und gutem Wetter weniger angespannt in Erinnerung. Vielleicht komme ich mit etwas Touristenandrang auch besser zurecht. In Bellagio hat mal eine Japanerin ein Bild von mir gemacht und ein paar nette Worte gewechselt. Man muss also die Touristen nicht immer im negativen Bild sehen - alles Menschen, die nicht beißen. Und der Vorteil ist mit Rad, dass man "Rüdesheim" auch mal en passant links liegen lassen kann. Der Radler ist ja frei im Wahl seiner Ziele - und nicht jeder freie Vogel muss in die Drosselgasse. schmunzel

Die Tour erinnert mich wieder daran, dass das Unterengadin unbedingt noch in mein überfülltes Pläneregister gehört, Bernina Süd wollte ich auch nochmal wiederholen.
Liebe Grüße! Ciao! Salut! Saludos! Greetings!
Matthias
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#1300756 - 04.09.17 14:00 Re: Bieler Höhe - Forcola di Livigno - Glück gehab [Re: max saikels]
talybont
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 341
Sehr schön - Eure ersten Etappen bin ich ein paar Tage später in Gegenrichtung gefahren.

Was mir noch eingefallen wäre: statt mit dem Shuttle durch den Tunnel auf den Ofenpass rauf, und dann über Jufplaun entweder über Passo Gallo runter zum San Giacomo die Fraele Stausee (oder über das Val Mora - beides sehr schön) und über den Alpisella nach Livigno. Obwohl offroad, sind die Wege nicht so heftig, wie uns tausende MTB-Freaks glauben lassen könnten.
Für mich eine der schönsten Ecken in den Alpen!
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#1300813 - 04.09.17 21:44 Re: Bieler Höhe - Forcola di Livigno - Glück gehab [Re: veloträumer]
max saikels
Mitglied
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 429
Hallo Matthias,

In Antwort auf: veloträumer

Zur Bieler Höhe kann ich dich bestätigen - Ostrampe ist ein ziemlicher Langweiler und Orte wie Ischgl entfernen sich immr mehr von dem Ambiente, das ich suche.
Der obere Teil ab/bis Galtür geht aber, insbesondere dort zum Zeinisjoch ist besonders auf der alten Straße reizvoll. Als ich auf der Bieler Höhe war, war alles ruhig - und das galt auch für andere Orte. Livigno tote Hose - über den Pass schon gar nichts los.

Ischgl haben wir nur im vorbeifahren wahrgenommen, ein kleiner Aufenthalt in Galtür hätte sich vielleicht gelohnt, wenn wir nicht kurz vorher oben eine Pause gemacht hätten und außerdem noch bis Prutz kommen mussten. Der Aufstieg hat bei uns alten Säcken doch wieder etwas länger gedauert. schmunzel
Livigno, wie gesagt, halt Sommerferien und Wochenende. Dafür mit dem Wetter Glück gehabt, die ganze Nacht Regen, aber morgens entgegen der Vorhersage sonnig.

In Antwort auf: veloträumer
Comer See habe ich trotz mehrfacher Beradlung zu Saisonszeiten und gutem Wetter weniger angespannt in Erinnerung. Vielleicht komme ich mit etwas Touristenandrang auch besser zurecht. In Bellagio hat mal eine Japanerin ein Bild von mir gemacht und ein paar nette Worte gewechselt. Man muss also die Touristen nicht immer im negativen Bild sehen - alles Menschen, die nicht beißen.

Den Comer See find ich auch immer wieder schön, vor allem den nördlichen Teil. Ich hab auch nix gegen Touristen, bin ja selber einer, nur manchmal ist es mir zu viel. Solche Orte wie Bellagio gehören dazu, im Gegensatz zu Colico z.B., wo auf der Seepromenade ein Flohmarkt war und abends Livemusik, dass ist ne ganz andere Stimmung.

In Antwort auf: veloträumer
Die Tour erinnert mich wieder daran, dass das Unterengadin unbedingt noch in mein überfülltes Pläneregister gehört, Bernina Süd wollte ich auch nochmal wiederholen.

Lohnt sich, aber das weißt du ja selber mindestens genauso gut.
Grüße, Stephan
Taubergießen Moselotte
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#1300814 - 04.09.17 21:48 Re: Bieler Höhe - Forcola di Livigno - Glück gehab [Re: talybont]
max saikels
Mitglied
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 429
In Antwort auf: talybont
Sehr schön - Eure ersten Etappen bin ich ein paar Tage später in Gegenrichtung gefahren.
Von Landeck aus zur Bielerhöhe? Uuh!

In Antwort auf: talybont
Was mir noch eingefallen wäre: statt mit dem Shuttle durch den Tunnel auf den Ofenpass rauf, und dann über Jufplaun entweder über Passo Gallo runter zum San Giacomo die Fraele Stausee (oder über das Val Mora - beides sehr schön) und über den Alpisella nach Livigno. Obwohl offroad, sind die Wege nicht so heftig, wie uns tausende MTB-Freaks glauben lassen könnten. Für mich eine der schönsten Ecken in den Alpen!
Mag sein, was ich so in deinen Beiträgen gelesen habe schmunzel
Andererseits, wir drei sind dieses Jahr zusammen genau 200 Jahre alt ...
Grüße, Stephan
Taubergießen Moselotte
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#1300883 - 05.09.17 12:54 Re: Bieler Höhe - Forcola di Livigno - Glück gehab [Re: max saikels]
talybont
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 341
In Antwort auf: max saikels
In Antwort auf: talybont
Sehr schön - Eure ersten Etappen bin ich ein paar Tage später in Gegenrichtung gefahren.
Von Landeck aus zur Bielerhöhe? Uuh!

Andererseits, wir drei sind dieses Jahr zusammen genau 200 Jahre alt ...


Von Ischgl zur Bieler Höhe - das geht, sind nur 700 hm. Landeck - Ischgl selbst finde ich fieser, besonders, wenn man in Meran gestartet ist.

Um auf die 200 zu kommen, müsste ich mir noch vier gleichaltrige suchen zwinker
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