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#1300192 - 30.08.17 17:04 Japan der Länge nach
Seghal
Mitglied
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 778
Dauer:1 Monat, 3 Tage
Zeitraum:12.4.2017 bis 14.5.2017
Entfernung:2031 Kilometer
Bereiste Länder:jpJapan

Planung und Anreise

Es gibt auch wieder ein Web-Album mit zusätzlichen, nicht hier im Bericht eingefügten, Fotos. Zu finden ist es hier.

In "schön" gibt es den Bericht auf meiner Webseite (mit eingebetteten Karten und so).

Die Planung
Ostasien und dort insbesondere Japan standen schon lange auf der Wunschliste der Länder, die ich unbedingt mal bereisen möchte. Und durch den Unfall vom letzten Jahr hatte ich nun auch ganz sicher genug Geld auf dem Konto, um das auch umzusetzen. Nach etwas Recherche legte ich mich auf das späte Frühjahr fest, da das Wetter in Japan dann stabil gut und ausreichend warm ist. Einschränkend kommt noch hinzu, dass ich auf Grund meiner Ehrenämter meinen Urlaub in erster Linie in die Schulferien legen muss. Nach ein paar Absprachen mit meinen Kolleginnen und Kollegen sowie meiner Vorgesetzten, konnte ich dann auch einen ausreichend langen Zeitraum über die Osterferien meinen Urlaub sichern.
Die grobe Idee war schon länger klar: Ich würde überwiegend dem Track „Length of Japan“ vom Japan Cycling Navigator folgen. Dieser führt an den interessantesten Sehenswürdigkeiten vorbei. Nur die japanischen Alpen würde ich um die Jahreszeit schneebedingt nicht bereisen können, so dass ich dort die südlichere Alternative wählen musste. Nach einigem Studium von Reiseführern usw. habe ich dann die Hauptprioritäten gesetzt und hier und da die Strecke noch etwas verändert. Vor allem zwischen dem Fuji und Tokyo wollte ich eine andere Route fahren. Außerdem passte zeitlich noch eine kleine Verlängerung der Strecke rein, so dass ich nach etwas Suchen und Überlegen den Startort auf Kyushu etwas nach Südwesten verlagerte in die Stadt Kumamoto.

Mit ein paar Alternativen, die ich zur Sicherheit auch noch geplant hatte, sah die vorgesehene Route dann so aus: Karte Planung

Nachdem das abgeschlossen war konnte ich dann auch meine Flüge buchen. Nach den Berichten, die man im Netz zum Fahrradtransport im Flugzeug lesen kann, lag meine Präferenz klar auf der Lufthansa. Bei der muss man das Rad nämlich nicht aufwendig für den Flug verpacken und teildemontieren. Darauf hatte ich insbesondere für den Rückflug keine Lust. Da sie dann auch eines der günstigsten Angebote auf der Strecke boten, wurde es dann am Ende auch tatsächlich die Lufthansa.

Tag 1 – 12.04.2017
Die Anreise
Luftibus-Transfer Oldenburg – Bremen
Flug LH2111 Bremen – München
Flug LH714 München – Tokyo-Haneda

Am späten Vormittag lies ich mich vom Luftibus zum Flughafen in Bremen bringen. Dort ging es mittags dann weiter nach München und von dort ging dann am Nachmittag der eigentliche Hauptflug nach Tokyo. Der Flug ging dann über Nacht und hauptsächlich über Sibirien. Nach Japan sind übrigens netterweise in allen Klassen grundsätzlich zwei Gepäckstücke erlaubt, so dass ich für das Fahrrad keine Extragebühr zahlen musste.

Tag 2 – 13.04.2017
Weiterhin Anreise
Flug NH645 Tokyo-Haneda – Kumamoto

In Japan muss man, wenn man aus dem Ausland einfliegt, immer am ersten Flughafen sein Gepäck in Empfang nehmen und durch den Zoll bringen. Das ist auch so, wenn man einen Anschlussflug innerhalb Japans hat. Da muss man dann nach dem Zoll sein Gepäck für den Inlandsflug wieder einchecken. Dies traf bei mir ja auch zu. Das ging aber alles reibungslos und auch relativ schnell. Das Gepäck konnte ich noch im internationalen Terminal einchecken und danach hatte ich dann genug Zeit, um mit dem Transferbus zum nationalen zu gelangen. Bevor ich rüberfuhr, habe ich mir aber noch eine Daten-SIM für Japan gekauft. Diese machen die Handynutzung unterwegs erheblich günstiger als beim Roaming und sind auch sonst recht erschwinglich.



Kumamoto-Flughafen – Kumamoto-Stadt
19,5 km – 47 hm
Wetter: 18-22°C, heiter

Karte Tag 2

Der Flug nach Kumamoto hatte ordentlich Verspätung und am Flughafen musste ich dann mein Fahrrad noch ein wenig zurechtmachen. Dadurch war es dann schon fast 18.00 Uhr, als ich am Flughafen losgefahren bin. Die von mir selbst geplante Strecke in die Stadt erwies sich als recht gut fahrbar. Wegen des sehr ungewohnten Linksverkehrs musste ich etwas vorsichtiger und umsichtiger als normal fahren. Was aber nicht so schön war, waren die extrem vielen Ampeln, die mich, da ich Nebenstraßen fuhr, praktisch an jeder Kreuzung ausbremsten.
Während der Fahrt brach dann die Dunkelheit über Kumamoto herein. Unterwegs deckte ich mich noch an einem Supermarkt mit etwas Verpflegung für den Abend und das kommende Frühstück ein. Das gestaltete sich ein wenig einfacher, als befürchtet. Das Angebot gab eigentlich alles her, was ich sonst so auf Radreise zu mir nehme und auf den Packungen sind auch genug Bilder, damit man so ungefähr weiß, was drin ist. Außerdem steht auch oft ein wenig in lateinischer Schrift drauf.
Gegen 19.30 Uhr war ich dann am bereits von zuhause gebuchten Hostel und wurde dort sehr herzlich in Empfang genommen. Das Hostel ist in einem traditionellen japanischen Haus und alle Zimmer sind mit Tatamimatten ausgelegt. Daher war dort auf einem klassischen Futon Schlafen angesagt. Beim Abendessen im Gemeinschaftsraum ergaben sich dann noch nette Gespräche mit dem Betreiber des Hostels und ein wenig auch mit anderen Gästen.
 
Liebe Grüße, Sascha
"Toleranz ist gut. Aber nicht gegenüber Intoleranten." (Wilhelm Busch)
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#1300195 - 30.08.17 17:19 Re: Japan der Länge nach [Re: Seghal]
Seghal
Mitglied
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 778
Kyushu

Tag 3 – 14.04.2017
Kumamoto – Kurokawa-Onsen
78,9 km – 1513 hm
Wetter: 14-24°C, sonnig

Karte Tag 3

Eigentlich wollte ich ja über den Aso-Vulkan rüberfahren. Zwischen Kumamoto und dem Aso sowie rund um den Aso gab es wegen des Erbebens vor fast genau einem Jahr aber zahlreiche gesperrte Straßen. Im Hostel sagte man mir das und gab mir auch ein Infoblatt der lokalen Behörden. Auf den Vulkan rauf gab es nur eine offene Straße, so dass ich den Aufstieg ganz strich. Für den Weg in die Stadt Aso gab es nur eine wirklich sinnvolle Route. Die würde aber natürlich mehr Verkehr als normal haben.
Morgens ging es aber erstmal zur Burg. Diese wurde bei besagtem Erdbeben stark beschädigt, so dass man sie wahrscheinlich auf Jahre nicht von innen besichtigen kann. Aus dessen Webseite ging das aber leider nicht hervor. Von außen war es aber auch ganz schön. Und vor allem gab es wegen des ungewöhnlich kalten Frühjahrs in Japan selbst hier ganz im Südwesten noch etliche blühende Kirschbäume. Bei der Planung war ich noch davon ausgegangen, dass der Hanami schon vorbei sein würde.







Danach ging es dann zu einem Outdoorshop und ich kaufte dort eine Gaskartusche. Die Auswahl ist übrigens größer als hier bei uns und die Preise sind die gleichen. Anschließen wurde noch Verpflegung für den Tag eingekauft.
Dann ging es raus aus Kumamoto und auf zur riesigen Caldera des Aso. Unterwegs war der Verkehr, wie erwartet, recht ordentlich. Aber schlimm war es nie. Unterwegs gab es noch einige Baustellen, teilweise mit Ampelregelung und außerdem massenweise blühende Kirschbäume. Nach und nach wurde es bergiger und später kamen auch einige Serpentinen. Schwer war die Steigung aber nie.



Zur Stadt ging es dann noch wieder einiges runter, die liegt nämlich in der Caldera. Dort besichtigte ich den Tempel.





In der Caldera war es ziemlich flach, aber ich musste ja auch wieder raus. Der Aufstieg weiter ins Innere der Insel war am Anfang etwas steiler, aber auch noch gut fahrbar. Später wurde es dann etwas flacher. Für alle Anstrengungen wurde ich aber immer wieder durch die tolle Landschaft entschädigt. Schließlich landete ich am Abend auf einem einsamen Campingplatz. Es war keine einzige Person da, die Sanitäranlagen außer Betrieb. Aber immerhin gab es fließend kaltes Wasser.


<strong>Tag 4 – 15.04.2017</strong>
Kurokawa-Onsen – Hayami
93,0 km – 1175 hm
Wetter: 10-27°C, heiter bis wolkig

Karte Tag 4

Die Nacht war recht windig und dadurch recht kühl. Aber auf 1000 m und mit wenig Bewuchs eigentlich kein großes Wunder. Morgens habe ich dann kurz vor der Abfahrt noch jemanden angetroffen, der zum Platz gehört. Ich habe noch brav die Gebühr bezahlt (aber ob der Leistung eher unwillig).
Einige Kilometer ging es noch bergauf bis zur Passhöhe, aber die Steigung war wieder angenehm.



Danach ging es dann erstmal längere Zeit bergab durch die schöne Berglandschaft. Ab und zu kam ich auch mal durch kleinere Ortschaften.



Nach rund 50 km ging es dann noch mal wieder in einen Anstieg über einen Bergrücken am Yufu-dake. Alles wieder gut fahrbar und wunderschön.





Danach ging es dann in eine längere Abfahrt in Richtung Beppu und damit in Richtung Meer. Der Verkehr nahm dann auch langsam zu, als ich mich Beppu näherte. Dort guckte ich mir die Umi-Jigoku an, die Meereshölle. Es gibt dort mehrere dieser Höllen. Diese sind sehr heiße Quellen und dementsprechend dampft es dort auch. Da man für jede einzeln Eintritt zahlen muss, habe ich mir nur diese eine angeguckt.





Anschließend ging es zu einem direkt am Meer gelegenen Campingplatz. Dort war ich noch rechtzeitig, um die Dusche nutzen zu können. Nach Feierabend des Personals sind die nämlich nicht mehr zugänglich (die Toiletten aber schon). Für mich wurden die auch extra aufgeschlossen. Am Campingplatz traf ich auch noch einen netten Japaner, mit dem ich mich eine Weile unterhalten habe.


Tag 5 – 16.04.2017
Hayami – Bungo Takada
70,2 km – 1232 hm
Wetter: 14-26°C, heiter

Karte
Tag 5




Nachts hatte es ein wenig geregnet. Daher war das Zelt beim Einpacken noch leicht feucht und da es auf Sand stand unten auch ein wenig dreckig. Tagsüber sollte es aber trocken bleiben. Zunächst ging es auf gleicher Strecke leicht hügelig zurück in den nächsten Ort. Dort bog ich dann ins Landesinnere der Kunisaki-Halbinsel ab. Diese ist geprägt durch einen größeren Vulkan und dementsprechend gebirgig. Auf den ersten gut 20 km war das aber alles noch sehr angenehm zu fahren und eine gebirgige Landschaft ist immer schön fürs Auge. Danach folgten dann die ersten Kilometer mit zweistelligen Steigungsprozenten. Zum Glück waren es nur wenige und am Ende der Steigung wartete ein interessanter Tempel. Oberhalb des Tempels sind einige große Buddhabildnisse in den Felsen gehauen worden, die größten ihrer Art in Japan. Die Treppe hinauf aus Natursteinen ist allerdings sehr schlecht begehbar und mit den Metallplatten unter den Fahrradschuhen auch recht gefährlich.







Danach ging es dann einige Kilometer bergab bis zum nächsten buddhistischen Tempel.







Danach wurde es dann richtig anstrengend. Es gab über etliche Kilometer mehr als 10% durchschnittliche Steigung und da Bergstraßen ja selten gleichmäßig verlaufen dabei dann auch Rampen von über 15%. Aber gelohnt hat es sich dann doch. Am Ende wartete ein schöner Tempel am Fuße des dominierenden Vulkans der Halbinsel.







Auf dem Weg in die nächste Stadt musste ich dann nochmal über einen Großteil der steilen Straße vom Hinweg. Das war aber nötig, denn es gab sonst weit und breit keine regulären Übernachtungsmöglichkeiten. Dass es in Bungo Takada weder Campingplatz noch Hostel gibt, wusste ich schon aus meinen Vorplanungen. Aber es gibt ein günstiges Business-Hotel, in das ich mich dann einquartiert habe. Das Zimmer war auch recht gut. Die Kette scheint also recht empfehlenswert zu sein.


Tag 6 – 17.04.2017
Bungo Takada - Shimonoseki
103,9 km – 553 hm
Wetter: 18-22°C, fast durchgehend kräftiger Regenschauer

Karte Tag 6

Morgens regnete es bereits als ich losfuhr. Aber bis zur nächsten Stadt war es nur ein leichter Regen. Dort besuchte ich den sehr schönen Shinto-Schrein. Der gewann durch den Regen sogar noch ein wenig an Atmosphäre.







Direkt nach der Besichtigung des Schreines fing dann der kräftige Regenschauer an, der noch bis weit in die kommende Nacht anhalten sollte. Aber es gab zum Glück keine weiteren Besichtigungspunkte mehr bis zur Nordostspitze von Kyushu, so dass für den Rest des Tages nur noch fahren, fahren, fahren angesagt war. Durch die angenehmen Temperaturen war das Fahren dann auch ganz gut aushaltbar, auch wenn nach einiger Zeit die Regenklamotten völlig durchnässt und damit funktionslos waren. Was die Sache nicht so angenehm gemacht hat, ist der sehr dichte Verkehr auf der meist nur zweispurigen (= eine Spur pro Fahrtrichtung) Straße und die vielen LKWs, die sehr oft nur mit wenigen Zentimetern Abstand überholt haben. Aber es gab auch keine sinnvolle Alternative dazu, also musste ich da durch und nach einer Weile nimmt das dann auch irgendwie hin.
In Kitakyushu überlegte ich noch kurz, ob ich nicht noch die dortige Burg angucken sollte. Angesichts des Wetters verwarf ich das aber schnell wieder und fuhr dann noch die letzten Kilometer, wieder im dichten Verkehr, weiter bis zur Meerenge zwischen Kyushu und Honshu. Dort führte mich der Track aus dem Internet zur Kanmon-Brücke. Über die dürfen aber gar keine Fahrräder fahren. Es stehen dort extra diverse Schilder und das Personal dort ist auch darauf eingestellt und erklärte mir, dass ich durch den Tunnel muss und wie ich dort hinkomme. Sie haben auch schon Zettel für solche Fälle. Dort tauchen also wohl öfter mal Radler auf. Ich bin dann also durch den nur ein paar hundert Meter langen Radfahrer- und Fußgängertunnel und auf der anderen Seite in Shimonoseki dann in ein sehr gutes Hostel, in dem ich fast alleine war. Im Hostel nutzte ich dann noch die kostenlose Waschmaschine und den Trockner.



Liebe Grüße, Sascha
"Toleranz ist gut. Aber nicht gegenüber Intoleranten." (Wilhelm Busch)
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#1300646 - 03.09.17 14:53 Re: Japan der Länge nach [Re: Seghal]
Seghal
Mitglied
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 778
Chugoku

Tag 7 – 18.04.2017
Shimonoseki – Hagi
97,4 km – 977 hm
Wetter: 14-23°C, heiter bis sonnig

Karte Tag 7

Am frühen Morgen hat es dann auch tatsächlich aufgehört zu regnen und ich konnte morgens noch auf die Terrasse des Hostels und mir von dort aus die Meerenge zwischen Honshu und Kyushu angucken.



Der starke Regen hat auch dafür gesorgt, dass mein am Vortag noch völlig verdrecktes Rad wieder völlig sauber war. Nur die Kette musste ich ein wenig nachölen und dann konnte es weiter gehen ins Innere des westlichen Teils von Honshu. Es wurde naturgemäß etwas bergiger, aber alles gut im Rahmen. Nach einer Weile Fahrt landete ich schließlich an den Akiyoshi-Höhle, einer sehr großen Tropfsteinhöhle (außerdem die größte Höhle Japans). In dieser kann man ein etwa einen Kilometer langes Stück besichtigen, was ich dann auch getan habe.





Kurz nach der Höhle ging es dann etwas steiler nach oben in den über der Höhle gelegenen Nationalpark mit seiner schönen Landschaft.







Am Ende des Nationalparks ging es nochmal runter. Da ich noch ein Stück von der Nordküste entfernt war, hieß das, dass es auch wieder rauf ging. Das war aber wieder ganz angenehm zu fahren. Es ging schließlich längere Zeit über eine meist sehr schmale Bergstraße an kleinen bewohnten Tälern vorbei durch eine schöne bewaldete Landschaft. Etwas später ging diese Straße dann in eine längere Abfahrt über. Eine wirklich sehr sehr schöne Strecke.



Am Ende der Strecke landete ich dann am Meer in Hagi. Die Stadt hat einen weitgehend erhaltenen historischen Stadtkern, eine absolute Seltenheit in Japan. Nach einer kurzen Runde durchs Zentrum besichtigte ich dort noch eine alte Samurai-Residenz bevor ich mich zum (übrigens sehr guten) Hostel aufmachte.








Tag 8 – 19.04.2017
Hagi – Tsuwano
58,0 km – 811 hm
Wetter: 16-20°C, sonnig

Karte Tag 8

Am Ortsrand von Hagi ging es am Morgen erstmal zu einer zu einem Shinto-Schrein gehörigen Akademie. Diese spielte eine große Rolle bei Meiji-Restauration und wurde daher auch in die UNESCO-Welterbeliste aufegenmmen.







Ein kleines Stück weiter besichtigte ich dann noch einen schönen buddhistischen Tempel.





Im weiteren Tagesverlauf ging es dann durch die Bergwelt West-Honshus.





Schließlich landete ich in Tsuwano und guckte mir dort den Schrein über dem Ort an. Hinauf ging es über eine ganze Menge Treppenstufen. Wenn ich gewollt hätte, hätte ich aber auch auf der anderen Seite mit dem Fahrrad hochfahren können. Wollte ich aber nicht.







Für den weiteren Streckenverlauf gab es für längere Zeit keine Unterkunftsmöglichkeiten und die wenigen Campingplätze waren alle hoch am Berg. Nach den wenig ansprechenden Campingplätzen bisher hatte ich da aber auch keine Lust drauf und nochmal mehrere hundert extra bergauf musste auch nicht sein. Daher mietete ich mich schon relativ früh am Tag in einen Minshuku ein. Das entspricht so grob einer Pension bei uns. Diese war traditionell eingerichtet, also mit Tatami-Matten auf dem Fußboden. Leicht abgewohnt war sie auch, aber noch in Ordnung (und auch günstig).


Tag 9 – 20.04.2017
Tsuwano – Miyajimaguchi
129,5 km – 843 hm
Wetter: 10-19°C, wolkig

Karte Tag 9

Zunächst ging es für etliche Kilometer sanft bergauf durch Berglandschaft.



Nach einer Abfahrt folgte dann noch eine nicht ganz so lange, ebenfalls recht sanfte Gegensteigung. In den Abfahrten gab es allerdings die in Japan an solchen Stellen recht häufigen Längsrillen, die das Fahren dort unangenehm und auch gefährlich machen.



Nach rund hundert Kilometern war ich dann schließlich am Tageshauptziel angelangt, in Iwakuni. Dort ging es erstmal über die berühmte Kintai-kyo (Brokatschärpenbrücke) in die Burgstadt.







Ich bin auch mit der Seilbahn hoch in die Burg gefahren. Die Besichtigung der Burg stellte sich aber als langweilig und uninteressant heraus.



Da noch genug Zeit war, entschied ich, noch weiter bis Miyajima zu fahren. Dabei ging es das erste Mal seit Tagen wieder durch dickeren Verkehr. Das Hostel gegenüber der Insel Miyajima (Jima = Insel) war dann das erste stärker gefüllte. Die bisherigen waren ja alle leer bzw. fast leer. Aber Miyajima ist ja auch eine der berühmtesten Punkte in Japan. Im Hostel waren Gäste aus aller Welt und die Atmosphäre war auch sehr nett dort.


Tag 10 – 21.04.2017
Miyajimaguchi – Hiroshima
23,4 km – 114 hm
Wetter: ?-21°C, heiter bis sonnig

Karte Tag 10
(Die Karte enthält auch die Fährüberfahrten und die zu Fuß zurückgelegten Strecken)

Morgens sollte es erstmal rüber auf die Insel mit ihrem berühmten Schrein gehen. Mein Gepäck konnte ich im Hostel lassen und die Fähre war nur wenige Meter vom Hostel entfernt. Das Fahrrad blieb als auch erstmal stehen. Vor dem Besteigen der Fähre deckte ich mich noch mit Proviant für den Tag ein. Die von mir (bewusst) gewählte Fähre macht auf ihrem kurzen Weg zur Insel einen Schlenker am Schrein vorbei.



Anschließend ging es am Strand entlang zum Schrein.



Unterwegs gab es schon diverse der dort lebenden, wilden Sikahirsche inmitten der Touristenströme.



Ein Bild vom berühmten Tori musste natürlich auch sein. Dort habe ich auch ausnahmsweise mal das Angebot eines anderen Besuchers angenommen, mich vorm Tori fotografieren zu lassen. Bin ja sonst nicht so der Selfie-Typ.



Natürlich habe ich auch den eigentlichen Schrein besichtigt.







Es gibt neben der Hauptattraktion aber auch noch einiges anderes schönes und interessantes auf der Insel zu sehen. Daher machte ich dann erstmal auf zur Seilbahn, um auf den höchsten Berg der Insel zu kommen.



Auf dem Weg war vor und nach der Seilbahn aber auch noch einiges an Aufstieg zu Fuß zu bewältigen. Am Berg gibt es einen kleinen buddhistischen Tempel und ganz oben eine nette Aussicht.



Wieder unten im Ort bescihtigte ich auch noch einen sehr schönen buddhistischen Tempel.







Im Ort guckte ich mich dann anschließend noch etwas um, unter anderem in der doch sehr touristischen Einkaufsstraße. Nach den ganzen Besichtigungen auf der kleinen Insel war dann auch schon Nachmittag. Ich fuhr also wieder mit der Fähre rüber ans Festland, bepackte am Hostel mein Fahrrad und fuhr dann das recht kurze Stück bis nach Hiroshima. Der Verkehr war natürlich wieder recht dicht, aber es gibt ja fast immer einen ausreichend breiten Seitenstreifen. In Hiroshima sind die Radfahrer allerdings recht anarchistisch unterwegs. Die kommen einem auch mal auf dem Seitenstreifen entgegen.


Tag 11 – 21.04.2017
Hiroshima – Norogawa Dam
43,8 km – 695 hm
Wetter: 18-26°C, heiter bis sonnig

Karte Tag 11

In Hiroshima ging es natürlich erstmal zum Atombombendom, der nur wenige Meter vom Hypozentrum der Atombombenexplosion entfernten ehemaligen Handelskammer.



Anschließend stellte ich mein Rad ab und ging in den auf der anderen Flussseite gelegenen Friedenspark.







Am Ende des Friedensparks steht das Friedensmuseum. Zurzeit wird ein Teil renoviert. Drinnen war eine ziemlich bedrückende Stimmung. Alle waren sehr ruhig dort.







Zum Fahrrad zurück ging es nochmal durch den Friedenspark. Anschließend fuhr ich zum Shukkei-en, einer alten Gartenanlage, die nach dem Krieg in ihrer ursprünglichen Form wieder hergestellt wurde. Dort war es sehr schön.







Auf dem Weg raus aus der Stadt fuhr ich dann noch an der Burg vorbei.



Am Stadtrand ging es dann von der Ebene wieder in die Berge rein, zunächst über eine steile, schmale und sehr stark befahrene Straße. Aber Alternativen dazu gab es auch nicht. Schön zu fahren war es nicht und Platz für die nötigen Pausen war auch eher rar. Später wurde es aber angenehmer. Schließlich fuhr ich auf einen Campingplatz in einem kleinen Tal. Es gab mal wieder keine Dusche und nur kaltes Wasser. Aber streckentechnisch gab es halt nichts passenderes. Für eine Nacht geht das auch mal.
Liebe Grüße, Sascha
"Toleranz ist gut. Aber nicht gegenüber Intoleranten." (Wilhelm Busch)
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