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#1271770 - 19.03.17 10:23 Radtour Myanmar 2017
Opa Johann
Mitglied
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 24
Dauer:29 Tage
Zeitraum:8.2.2017 bis 8.3.2017
Entfernung:1100 Kilometer
Bereiste Länder:mmMyanmar (Burma)
Externe URL:http://toursbybike.de/myanmar-2017/

Thomas (tomtomtravel) der diese Tour schon mehrfach gefahren ist, hat für unsere kleine Vierergruppe auch diesmal eine erlebnisreiche, zeitweise anstrengende, aber schöne Fahrradtour organisiert, die allerdings einige Fragen offen lässt.

Ich habe auf meiner Webseite einen Reiseblog geschrieben und bin dabei diesen mit Viedeos ergänzen.

Ist Myanmar ein Rad-Reiseland: Das kann ich nur eingeschränkt bejahen.
Es ist ein Land im Aufbruch. Überall, auch in kleineren Orten gibt es neue Geschäfte und an allen Ecken wird gewerkelt und gebaut. Dies gilt auch für die Straßen – es gibt unzählige Baustellen. Die meisten sind oft nur 100 Meter lang. Wir haben aber auch eine 30 Kilometer-Baustelle, vom Shan-Hochplateau abwärts in Richtung Mandalay durchradelt. Mountainbike Fahrer wären begeistert gewesen, wir mit unserem Gepäck waren da nicht so angetan.



Leider steigt das Verkehrsaufkommen schneller als der Bau von neuen Straßen oder deren Erweiterungen vorangeht. Und da es meistens auch nur eine durchgehende Straße zwischen den größeren Städten gibt, hat man nur selten die Möglichkeit dem Verkehr zu entkommen. Besonders problematisch sind die Bergstrecken, bei denen man über Kilometer in den Rußschwaden der schweren Lastwagen radelt. Und da auch die Straßen meistens nicht breiter als zwei Lastwagen sind wurde es des Öfteren richtig eng. Ausweichen ging auch nicht, da es am unbefestigten Straßenrand meist 15 – 20 cm abwärts ging.
Unser Versuch eine Nebenstrecke zu finden, hat uns wunderschöne Eindrücke verschafft, doch glichen die Wege dort eher einem ausgetrockneten Bachbett, die dann im Nirgendwo endeten. Das Erlebnis in den Dörfern war es aber wert.



Bei all dem Verkehr, gab es aber nur wenige Begegnungen mit rücksichtslosen Verkehrsteilnehmern. Einzig bei den vielen Fernbussen ist Vorsicht geboten.

Um einige besondere verkehrsreiche Straßen zu überbrücken und weil einige Starpunkte zu weit auseinander lagen haben wir auch Boote, Kleinbusse, Nachtbusse und die Eisenbahn genutzt.



Geht es den Myanmaren heute besser:
Richtig gut, geht es nur einer kleinen Minderheit, Armut ist immer noch verbreitet. Es gibt aber viele Menschen, die mit der Freiheit ihr kleines Business aufgebaut haben und anderen so Arbeit geben.

Überhaupt sind die Myanmaren freundlich und hilfsbereit und wenn man sie mit Mingalabar (Guten Tag / Guten Abend) begrüßt, bekommt man immer ein freundliches Lächeln und ein Mingalarbar zurück. Am Anfang hat mich das Lächeln, besonders bei den Männern irritiert. Denn statt der hellen Zähne sieht man oft nur rötliche Zahnstümpfe. Ursache hierfür ist das ständige Kauen der Betelnuss. Dass ist in Myanmar, nett ausgedrückt „Volkssport“. Ein unansehnlicher Nebeneffekt ist die erhöhte Speichelproduktion. Dieser wird dann als rote Suppe alle paar Minuten ausgespuckt. Dadurch sind die Straßen und Gehwege wie von getrocknetem Blut rot-befleckt. Was ordentlich eklig aussieht. Verkaufsbuden für Betelnüsse gibt es an jeder Ecke, auch im kleinsten Dorf.



Besonders aufgefallen ist uns, dass die schweren Arbeiten, besonders im Straßenbau und an den vielen Steinmühlen überwiegend von Frauen erledigt wird. Männer waren, wenn überhaupt meist nur auf Baufahrzeugen zu sehen. Auch auf den Märkten, ist der Handel fest in Frauenhänden. Man sah Männer oft am Straßenrand hocken, ohne das zu erkennen war worauf sie denn warteten. Am Abend waren in den Lokalen dafür ausschließlich Männer bei Bier und Rum anzutreffen. Wahrscheinlich irgend eine „Traditionen“ die noch viele Jahre gepflegt wird.


Welche Rolle hat der Buddhismus:
Er ist eine sehr starke religiöse und wirtschaftliche Macht, die eine sehr hohe Opferbereitschaft fordert.

Wer sich für Tempel, Stupas und Buddhas begeistert ist in Myanmar richtig. Es gibt tausende davon.
Denn in keinem anderen Land ist der Alltag so eng mit dem Buddhismus verbunden wie in Myanmar. Über eine halbe Million Menschen leben als Mönch oder Nonne in den Klöstern, die von allen Bevölkerungsschichten durch großzügige Spenden unterstützt werden.
Aber auch der animistische Glauben unter den Buddhisten, wie beispielsweise die Verehrung der Naturgeister die „Nats“ und ein starker Glaube an die Astrologie „Mahabote“ genannt sind weit verbreitet.

Sicher ist, dass der Erhalt und die Errichtung sakraler Bauten erhebliche Mittel des Landes verbraucht. Diese kommen nur zu geringen Teilen von den Gebühren, die der ausländische Tourist für den Besuch zahlen muss. Der größte Teil kommt aus Spenden der Myanmaren. Diese Spenden helfen gutes Karma zu erwerben und damit sind sie eine Investition in die Zukunft des eigenen Lebens über den Tod hinaus auf dem Weg zum Endziel der Erlösung. Dem Ausstieg aus dem Kreislauf der Wiedergeburten. Dies scheint eine starke Motivation zu sein, die für „nichtgläubige“ schwer nachzuvollziehen ist.




Gibt es eine Myanmarische Küche: nicht wirklich!

In den größeren Orten gibt es überwiegend indische oder chinesische Lokale. Die Angebote in den kleineren Orten beschränken sich meist auf Nudelsuppe, gebratenen Reis oder Nudel mit oder ohne Fleisch. Einzig zum Frühstück bekommt man frittiertes Teiggepäck, das ich sonst in Asien nicht gesehen habe.
Allen Gerichten gemein ist, dass sie ausnahmslos sehr fett und mit viel Öl zubereitet sind. Für die schwer arbeitende Bevölkerung sicher notwendig, für uns als Radler – geht gerade noch, aber die zunehmend zahlreicheren Bustouristen werden sicher reichlich Hüftspeck ansetzen.



Die Flasche Rum kostete im Lokal keine 3 €.

Die beste Reisezeit:
Soll von Mitte Oktober bis einschließlich Februar sein, dann ist es am kühlsten und trockensten.

Oktober bis Dezember scheint mir eher zu stimmen. Im Februar hat die Trockenzeit die Landschaft, auch in den Bergen schon reichlich ausgedörrt. Vermischt mit dem Staub der Straßen ergab dies öfter einen recht trostlosen Anblick. In den höheren Lagen hatten wir morgens schon mal kühle 12 Grad, auf Meeresspiegelhöhe waren es dann aber auch schon mal 40 Grad.


Geändert von Uli (20.03.17 10:26)
Änderungsgrund: unnützen Kalendereintrag entfernt
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#1271772 - 19.03.17 10:33 Re: Radtour Myanmar 2017 [Re: Opa Johann]
Keine Ahnung
Moderator
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Beiträge: 6861
Sehr interessanter Bericht! Durch meine vielen Aufenthalte in Indien und China habe ich ein wenig Respekt vor dem Verkehr entwickelt. Das hielt mich bisher immer davon ab, im asiatischen Raum eine Radtour in Erwägung zu ziehen. Die zum Teil große Hitze würde mir evtl. auch nicht gefallen. Dein Bericht bringt mich aber wieder zum Nachdenken ...
Gruß, Arnulf

"Ein Leben ohne Radfahren ist möglich, aber sinnlos" (frei nach Loriot)
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#1277746 - 18.04.17 09:09 Re: Radtour Myanmar 2017 [Re: Keine Ahnung]
Opa Johann
Mitglied
Themenersteller
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Beiträge: 24
Ergänzendes Video unserer Myanmar-Tour vom Februar/März 2017
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#1278701 - 23.04.17 10:07 Re: Radtour Myanmar 2017 [Re: Opa Johann]
Weltenbummler24
Mitglied
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Beiträge: 9
Super Video! Danke!
Wenn eine Idee am Anfang nicht absurd klingt, dann gibt es keine Hoffnung für sie. (A. Einstein)
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#1278798 - 23.04.17 20:08 Re: Radtour Myanmar 2017 [Re: Opa Johann]
StephanBehrendt
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 11585
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Grüsse
Stephan
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