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#1269771 - 08.03.17 21:00 Die Alpen für Anfänger (+Norditalien)
Seghal
Mitglied
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 840
Dauer:22 Tage
Zeitraum:23.6.2016 bis 14.7.2016
Entfernung:1397 Kilometer
Bereiste Länder:deDeutschland
itItalien
atÖsterreich
chSchweiz
Externe URL:http://sascha-brueggemann.de/?p=435

die Planung
Es stand für mich schon früh fest, dass es 2016 über die Alpen gehen soll. Nur wie und wo? Für die Entscheidung habe ich etwas länger gebraucht. Zwischendurch hatte ich auch schon überlegt, vom Nordrand der Alpen nach Rom zu fahren. Da ich Anfang Februar einen Verkehrsunfall hatte, bei dem ich mir den Schienbeinkopf gebrochen hatte, schieden die Varianten dann aber aus. Die steilen Anstiege in der Toskana und in Umbrien würden doch sicher zu schwer werden. Obwohl ich noch nie im Hochgebirge mit dem Rad war, war ich aber dennoch zuversichtlich, dass ich das schaffen werde. Man muss ja auch nicht gleich die schwersten Pässe wählen. Also entschied ich dann für eine Route, die ich schon sehr früh im Kopf hatte: Vom Ursprung des Inns bis kurz hinter Innsbruck mit kleinem Schlenker über Livigno, danach dann durchs Zillertal und über den Gerlospass ins Pinzgau, von da an Salzach und Saalach entlang nach Salzburg um dort dann auf der Ciclovia Alpe Adria über den Alpenhauptkamm an die Adria zu fahren. Da dann noch etwas Strecke übrig war, habe ich dann auch noch weiter geplant über Venedig, Padua und Vicenza nach Verona zu fahren. Geplant hatte ich dann auch noch eine Variante durch Slowenien, über die ich dann unterwegs entscheiden würde. Und so sah die Planung dann aus: http://www.gpsies.com/map.do?fileId=wtpl...23FE47B454EA62C

Ein Album mit weiteren Fotos gibt es hier: https://flic.kr/s/aHskCLmS2A
Auf meiner Webseite gibt es den Bericht in etwas schicker (z. B. mit direkt sichtbaren Karten): http://sascha-brueggemann.de/?p=435


Tag 1 - 23.06.2016
die Anreise

IC Oldenburg - Hannover
CNL Hannover - Basel

Wie üblich ging es mit dem Intercity abends nach Hannover und dann mit dem Nachtzug weiter, diesmal wieder nach Basel.

Tag 2 - 24.06.2016
weiter auf Anreise

IC Basel - Chur
RE Chur - St. Moritz

Von Basel ging es dann mit dem Intercity in einem Mehrzweckwagen mit vielen (übrigens nicht reservierungspflichtigen) Fahrradplätzen weiter nach Chur. Dort stieg ich dann in die Räthische Bahn um und fuhr auf der Albulastrecke bis nach St. Moritz.



Liebe Grüße, Sascha
"Toleranz ist gut. Aber nicht gegenüber Intoleranten." (Wilhelm Busch)

Geändert von Seghal (08.03.17 21:00)
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#1269775 - 08.03.17 21:20 Re: Die Alpen für Anfänger (+Norditalien) [Re: Seghal]
Seghal
Mitglied
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 840
Graubünden

Tag 2 - 24.06.2016
St. Moritz - Morteratsch via Maloja
57,2 km - 536 hm
Tageshöchstemperatur: 26°C

Karte: http://www.gpsies.com/map.do?fileId=ixcj...AA2340B5D5E46AA

Mittags war ich dann schließlich in St. Moritz angekommen und ich suchte mir erstmal den nächstgelegenen Geldautomaten. Praktischerweise zeigte mir mein Navi einen im Bahnhof an, so dass das dann schnell erledigt war. Anschließend verpflegte ich mich beim nächsten Supermarkt. Es war alles deutlich teurer als in Deutschland, Frankreich oder Dänemark, aber das hatte ich ja erwartet. Und so lange würde ich ja auch nicht in der Schweiz sein, daß das groß was ausmachen würde. Danach konnte ich mich dann auch endlich auf den Weg zum ersten Ziel machen: den Malojapass. Dort entspringt in unmittelbarer Nähe der Inn, der Fluss, dem ich in den nächsten tagen meist folgen will. Dahin geht es auf gut ausgeschilderten, angenehm zu fahrenden Schotterwegen. Unterwegs mache ich noch eine Verpflegungspause neben ein paar Kühen (hier ausnahmsweise mal eingezäunt). Das letzte Stück muss ich dann noch ein Stück auf der "Passstraße" fahren. Das ist aber unproblematisch, da der Verkehr nicht allzu stark war. Das Wort "Passstraße" ist hier übrigens leicht übertrieben, da eine Steigung quasi nicht vorhanden ist, St. Moritz liegt ja auch schon auf 1800 m.







Nach den Beweisfotos ging es auf gleicher Strecke zurück und kurz hinter St. Moritz bog ich dann vom Innradweg ab in Richtung Pontresina. Damit befand ich mich dann auch schon auf dem Berninapass und damit auf dem ersten echten Hochgebirgspass meiner "Radtourenkarriere" (der Maloja war ja wie erwähnt kein richtiger Pass). Heute sollte es aber nicht den ganzen Pass hinauf gehen, dafür war es auch schon ein wenig zu spät, sondern nur bis zum letzten Campingplatz in Morteratsch. Ich fuhr aber noch nicht auf der eigentlichen Passstraße, sondern auf einem geschotterten Radweg parallel dazu auf der anderen Seite des Flusses. Bis zum CP waren es rund 230 m Anstieg auf rund 10 km Strecke, also relativ flach.







Vorm Campingplatz gab es noch eine kleine Abfahrt. Dort suchte ich mir einen Platz im naturnahen Teil, der aber trotzdem nahe genug an den Sanitäranlagen war.




Tag 3 - 25.06.2016
Morteratsch - Livigno & Pontresina - Zernez
80,1 km - 1042 hm
Tageshöchstemperatur: 22°C

Karte Teil 1: http://www.gpsies.com/map.do?fileId=jlya...29B337BCD9D1067

Karte Teil 2: http://www.gpsies.com/map.do?fileId=xjgv...077B43E4D9918E7

Nach dem üblichen Müslifrühstück ging es dann morgens auf die richtige Berninapassstraße. Dort hatte ich nun noch 460 Höhenmeter verteilt auf 12 Kilometer zu bewältigen. Dass der Radweg endete war nicht schlimm, eigentlich war es sogar gut. Auf der geteerten Fahrbahn fuhr es sich nämlich angenehmer und der Verkehr war sehr gering. Auf den ersten Kilometern war es mit ca. 7% schon ein wenig steiler. Mit kleineren Pausen war das aber auch mit dem Gepäck (rund 22 kg inkl. Verpflegung, Wasser und Taschen) gut machbar. Danach wurde es dann mit 2,5% recht flach und damit auch zügig und ohne Pausen befahrbar.



Auf halber Strecke gönnte ich mir dann noch eine nicht ganz preiswerte Seilbahnfahrt rauf zum Diavolezza. Dort hatte es ein paar Tage vorher nochmal kräftig geschneit, so dass man sich dort nur in der unmittelbaren Umgebung der Bergstation bewegen konnte. Die Aussicht war aber toll.





Die letzten 6 km ging es dann weiter konstant bergauf mit angenehmen 4%. Ein paar kleinere Rampen waren da auch noch bei, aber nichts wirklich schlimmes. Da habe ich dann meist nur angehalten, zum Fotografieren oder was zu trinken. Das zweite Frühstück gabs dann unterwegs auch noch. Nach zweieinhalb Stunden (Seilbahnausflug abgerechnet) war ich dann schließlich an der Passhöhe und damit an der höchsten von mir bisher mit dem Fahrrad befahrenen Stelle angekommen. Dort nahm ich ausnahmsweise mal das Angebot an, mich am Passschild fotografieren zu lassen.





Die Abfahrt war dann recht kurz und auch deutlich steiler als die Auffahrt. Durch die Kurven machte die auch schön Spass, war aber leider nach weniger als 10 Minuten schon wieder vorbei.



Danach stand dann auf immerhin 2065 m üNN der Einstieg in den zweiten Pass des Tages an: die Forcola die Livigno. Der Pass ist nur 3,5 km lang, überwindet dabei aber immerhin 250 m Höhenunterschied, ist also deutlich steiler als der Bernina. Das erste Viertel lies sich noch ganz angenehm fahren bei ca. 5% Steigung. Die Straße war allerdings relativ schmal und der Verkehr deutlich mehr als am vorherigen Pass (Livigno ist zollfreies Gebiet). Die Landschaft in diesem Tal war deutlich anders als zuvor - schroff, aber ebenfalls wunderschön. Nach den ersten paar hundert Metern zog die Steigung dann deutlich an auf 9-11%. Da hieß es dann für mich viele, viele kleine Pausen zu machen. Den letzten Kilometer habe ich dann sogar geschoben. Das fand ich zu dem Zeitpunkt aber nicht schlimm und rückblickend hat sich da auch nichts dran geändert, Hauptsache man kommt oben an.







Auf der Passhöhe begann dann meiner kleiner Ausflug in die Region Lombardia, also nach Italien. Die Abfahrt war hier mit ca. 11 Kilometern deutlich länger, bot keine Kurven und war auch deutlich weniger steil. Spaß hat sie aber trotzdem auch gemacht. Allerdings konnte ich von unterwegs schon die dunklen Wolken sehen und von der Passhöhe bis ins Tal stürzte die Temperatur um 4°C ab auf gerade mal noch 13°C. Schließlich legte ein heftiger Regenschauer los. Glücklicherweise kam ich kurz nach dem Beginn bei einer Tankstelle vorbei und stellte mich dort eine Weile unter.



Als der Schauer etwas nachgelassen hatte, zog ich dann meine Regenklamotten über und fuhr die letzten runter in den Ort. In Livigno kaufte ich ich meine Tagesverpflegung und auch die für den nächsten Tag (=Sonntag) ein. Die etwas günstigeren Preise musste ich ja ausnutzen. Der Regen hatte inzwischen aufgehört und am Ende des Ortes machte ich an einer schön gelegenen Bank meine Mittagspause. Danach wollte ich dann am Stausee entlang zum Munt la Schera Tunnel fahren. Nach der Durchfahrt einer Galerie wurde ich (und auch alle anderen) an einem Parkplatz von der Polizei gestoppt. Die Zufahrt zum Tunnel war wegen eines Felssturzes gesperrt. Der einzige Weg aus dem Tal raus war damit genau die Strecke, die ich schon gefahren war. Ich musste also umdrehen und zurück fahren. Genau in dem Moment gab es ein paar sehr starke Windböen und der Himmel verdunkelte sich wieder. Ich konnte mich noch bis zu einer Tankstelle am Ortsrand retten, als ein schweres Gewitter los ging. Ich hatte wenig Lust, am gleichen Tag nochmal über die beiden Pässe zu fahren, sonderlich spät war es aber noch nicht. Ich fragte also an der Tankstelle, ob es eine Möglichkeit gäbe, per ÖPNV wieder zurück zu kommen. Das Personal dort bejahte das und erklärte mir, wo die zentrale Haltestelle ist.



Das Gewitter hielt noch eine Zeit an. Als es nicht mehr so schlimm war, machte ich mich dann aber auf den Weg zur Bushaltestelle. Nach etwas Gesuche hatte ich diese dann auch gefunden und genau in dem Moment traf auch der Bus in Richtung Pontresina dort ein. Die Busse auf der Linie haben am Heck einen Träger, wo ein paar Fahrräder eingehängt werden können. Die Fahrt ist ziemlich teuer und das Fahrrad kostet nochmal so viel wie ein Erwachsener. Aber das war mir in dem Moment egal. Ich fuhr also mit dem Bus zurück nach Pontresina. Als wir über den Berninapass kamen, wurde das Wetter auch schlagartig besser. Es war zwar schon 16.00 Uhr, ich entschied aber, trotzdem die rund 35 km bis zu meinem ursprünglich geplanten Tagesziel Zernez noch zu fahren. Kurz hinter Pontresina ging wieder auf dem Innradweg lang. Landschaftlich war es weiterhin sehr schön. Der Weg war aber mit recht grobem Schotter belegt und es ging immer wieder auf und ab, tendenziell natürlich mehr abwärts. Die Abfahrten waren durchaus auch immer mal etwas steiler, was auf dem Schotter einiges fahrerisches Können erforderte. Dazu kamen dann immer noch die Stücke, wo das Schmelzwasser aus den höheren Lagen mitten über den Radweg floss. An diesen Stellen lag dann richtig grober, mit einem normalen Fahrrad nicht mehr befahrbarer Schotter. Meist gab es auch eine kleine Holzbrücke. Ein paar Mal habe ich mir aber trotzdem nasse Füsse geholt. Irgendwann hatte ich nicht mehr so richtig Lust, auf diesen Wegezustand. es war aber leider auch über sehr viele Kilometer nicht möglich, auf die Hauptstraße im Tal rüber zu wechseln, da der Radweg abgeschieden am Talrand lang geführt wird. Kurz vorm Tagesziel hatte ich dann aber doch noch eine Verbindung gefunden (GPS sei dank) und bin dann auf der am Samstag wenig befahrenen Hauptstraße bis zum Campingplatz am Ortsrand von Zernez gefahren. Im Nachinein würde ich jedem zur Benutzung der normalen Straße dort raten. Selbst mit etwas mehr Verkehr in der Woche wird es dort deutlich angenehmer zu radeln sein. Zudem sind dort auch ständig Rennräder unterwegs, so dass die meisten Autofahrer dort auf Radverkehr eingestellt sind.




Tag 4 - 26.06.2016
Zernez - Pfunds
63,4 km - 972 hm
Tageshöchstemperatur: 21°C

Karte: http://www.gpsies.com/map.do?fileId=tqmz...5FE7DF61E847A53

Am Morgen ging ich in Zernez erstmal ins Nationalparkhaus und guckte mir die Ausstellung dort an.





Danach ging es dann wieder auf Schotter auf dem Innradweg weiter Stromabwärts, zunächst auch tatsächlich entlang des namensgebenden Flusses.





Ab Lavin ging es dann aber vom Fluss weg und richtig bergauf. Auf meist geschotterten Straßen und mit zwei Baustellen, auf denen während des Sonntags natürlich die Arbeit ruhte, ging es dann hoch über dem Inn zum sehr schönen Bergdorf Guarda. In dem Dorf gibt es noch eine recht geschlossenes Ensemble von den früher für die Gegend sehr typischen Häusern.







Nach einer kurzen Abfahrt ging es wieder bergauf zum nächsten typischen Dorf: Ardez.





Dort ereilte mich dann mal wieder zum Mittag ein kräftiges Gewitter mit einem damit verbundenen Temperatursturz von 18 auf gerade mal 13°C. Ich wartete also an der zentralen Bushaltestelle im Ort ab und fuhr weiter, als es zwar noch regnete, aber nicht mehr so stark. In dem noch eine Weile anhaltenden Regen, befuhr ich dann die etwas längere und auch sehr schöne Abfahrt hinter dem Ort, wegen der Nässe aber etwas vorsichtiger. Zurück im Talgrund ging es dann wieder am Fluss entlang, zunächst auf einem separatem Schotterweg mit den im Engadin üblichen Hindernissen (s. o.) und ab dem Abzweig zum Reschenpass dann auf der Fahrbahn. Von da bis zur Grenze zu Österreich ist das Tal ziemlich schmal und daher kein Platz für einen extra Radweg. Schlimm war das aber nicht, auch hier war der Verkehr moderat und alle haben genug Rücksicht geübt.





In Österreich ging es dann nur noch wenige Kilometer weiter bis zum nächsten Campingplatz.
Liebe Grüße, Sascha
"Toleranz ist gut. Aber nicht gegenüber Intoleranten." (Wilhelm Busch)
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#1269782 - 08.03.17 21:34 Re: Die Alpen für Anfänger (+Norditalien) [Re: Seghal]
Seghal
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Beiträge: 840
Tirol

Tag 5 - 27.06.2016
Pfunds – Stams
82,0 km - 774 hm
Tageshöchsttemperatur: 23°C

Karte: http://www.gpsies.com/map.do?fileId=uuzb...300AA0081E1E4A5

Zunächst einmal ging es weiter durch das Inntal. In Landeck kurbelte ich dann bergauf durch den Ort hinauf zum Schloss. Dieses besichtigte ich dann und das darin befindliche Museum.





Im Schloss bemerkte ich, dass an einem Schuh der Cleat sich gelockerte hatte. Ich wollte den eigentlich wieder fest ziehen, wenn ich wieder am Fahrrad bin. Da wurde aber nichts draus, da ich die Schraube kurz davor verlor und nicht wieder fand. Ich fuhr zunächst also mit nur auf einer Seite eingeklinktem Fuß weiter. Ein Fahrradhändler fand sich einen Ort weiter in Zams. Diesen erreichte ich direkt vor deren Mittagspause. Dort war man sehr nett und ersetzte mir die Schraube kostenlos. Danach konnte ich dann endlich wieder normal fahren. Der Innradweg hat in Tirol übrigens eine gute Qualität, es geht überwiegend ganz leicht bergab mit nur ganz wenigen kurzen Anstiegen.





Am Nachmittag erreichte ich dann das Hauptziel des Tages, das Stift Stams. Dieses kann man nur mit einer Führung besichtigen. Bis zu dieser war aber noch etwas Zeit, so dass ich erstmal den Berg hoch fuhr zum Campingplatz, mich dort schonmal anmeldete und mein Zelt aufstellte. Danach rollte ich dann wieder zum Stift runter und nahm an der Führung teil. Die Führung war ansich recht interessant. Der Mönch, der diese geleitet hat war aber nur eine Vertretung und konnte leider nicht so sehr überzeugen. Im Vergleich waren die im letzten Jahr von mir besuchten Klöster an der Donau auch noch deutlich schöner und interessanter.







Danach ging es dann zurück auf den schön gelegenen Campingplatz. Dort traf ich dann auch zum ersten Mal auf dieser Reise einen anderen Reiseradler an.




Tag 6 - 28.06.2016
Stams – Kaltenbach
105 km - 350 hm
Tageshöchsttemperatur: 28°C

Karte: http://www.gpsies.com/map.do?fileId=oayk...3BA545D06DEABE5

Zunächst ging es weiter auf dem Innradweg nach Innsbruck hinein. Dort fuhr ich dann mitten durch den Verkehr und schließlich etwas steiler bergauf. Ich wollte nämlich die Bergiselschanze besichtigen.





Das Tirolpanorama, welches direkt neben der Schanze ist, hatte leider am Montag zu. Ich schob dann erstmal einen steilen und auch stark genutzten Fußweg hinab und fuhr wieder im Verkehr ins Zentrum von Innsbruck. Das Fahren im Verkehr war dort übrigens sehr stressfrei. Das hatte ich in Österreich auch schon anders erlebt. In Tirol waren die Autofahrer aber allgemein alle ziemlich entspannt unterwegs. In der Innenstadt gab es dann die üblichen touristischen Highlights für mich: das Goldene Dachl, den Dom, die Hofburg und das allgemein schöne Stadtbild mit dem tollen Bergpanorama.







Danach ging es dann weiter auf dem Innradweg. Dieser führt auch teilweise direkt an der Autobahn entlang. Das lässt sich aber durchaus mal aushalten. Außerdem gab es auch einige schöne Abschnitte. Ich kam direkt an den Swarovsky Kristallwelten vorbei. Auf die hatte ich aber keine Lust, ebenso auf das Silberbergwerk. In Schwaz war die Route dann leider wegen einer Baustelle gesperrt und eine Umleitung nicht ausgeschildert. Ich musste mir also einen alternativen Weg suchen, was mit Hilfe des Navis und von ein paar Einheimischen dann aber einigermaßen gelang. Einen kleinen Verfahrer gab es dabei aber trotzdem, den bemerkte ich aber schnell genug. Da ich recht flott voran kam, fuhr ich auch schon ins Zillertal rein und entschied mich für einen Campingplatz ungefähr in der Mitte. Der Zillertalradweg war auch wieder vorbildlich ausgeschildert und auch von der Routenwahl recht ansprechend. Die Campingplätze sind im Zillertal allerdings alle recht teuer und der, auf dem ich dann war hatte ich abends keine Besetzung im Büro, so dass dann nach einem Telefonat etwas später jemand vorbei kam von der Betreiberfamilie.




Tag 7 - 29.06.2016
Kaltenbach – Hollersbach im Pinzgau
75,2 km - 1282 hm
Tageshöchsttemperatur: 28°C

Karte: http://www.gpsies.com/map.do?fileId=njdw...BD24327422A97C3

Heute stand der bisher höchste Berg meines Radfahrerlebens an mit rund 1000 m Anstieg am Stück. Vorher hieß es aber noch einrollen im Zillertal.



In Zell am Ziller kaufte ich dann noch Proviant, die Strecke würde ja etwas länger werden und bog dann auf die Passstraße ab.



Die ersten Kilometer schlängelte sich die Straße in vielen Kehren den Berg hoch. Die Steigung war mit sehr gleichmäßigen 6-7% auch noch gerade so gut fahrbar. Die üblichen kurzen Zwischenpausen standen aber in den Kehren auch immer mal wieder an.



Nach rund 4 km waren die Kehren zu Ende und es gab einen kleinen Parkplatz mit einer schönen Aussicht zurück ins Tal. Da traf ich dann auch die erste größere Gruppe von Motorradfahrern an.



Ab hier nervten dann öfter die Motorradfahrer, die sich sehr häufig wie kleine Rennfahrer benahmen. Die Steigung lag noch für weitere 4 km auf dem selben Niveau und flachte sich dann sehr deutlich ab. So deutlich, dass ich vorne wieder auf das große Blatt schalten konnte und auch 20 km/h und mehr kein Problem waren. Es gab ein paar kleine Ortschaften und nach der letzten wurde es wieder steiler und es ging vor der Staumauer hinauf zum Speicher Durlassboden. Die Steigung lag übrigens wieder bei noch ganz gut fahrbaren 6-7%. Oben am Speicher wurde es dann wieder flacher und ein wenig später kam ich an einem schön am See gelegenen Parkplatz mit Gastwirtschaft an. Dort gab es für mich ein Radler zur Stärkung.





Das Flachstück war nicht allzu lang und nach dem Abzweig zur alten Straße hinunter ins Tal zog die Steigung nochmal auf die schon bekannten Werte an. Schließlich landete ich aber nach 30 km und 1050 hm am höchsten Punkt am großen Parkplatz direkt hinter der Mautstation. Fahrräder müssen übrigens nichts bezahlen.





Nach einer Pause zur Nahrungsaufnahme ging es dann weiter. Nach ein paar Metern in der Abfahrt bot sich an einem Parkplatz ein spektakulärer Blick ins Salzachtal und auf die Krimmler Wasserfälle.





Den Rest der Abfahrt fuhr ich dann schön durch. Diese Seite des Passes ist etwas kürzer und etwas steiler als die andere, aber nicht so schlimm, wie auf dem Schild oben zu sehen. Dank etlicher Kehren hat die auch richtig viel Spaß gemacht. Am Ende der Abfahrt kam ich am Eingang zu den Wasserfällen vorbei. Diese hatte ich aber schon letztes Jahr besucht. Daher fuhr ich weiter. Danach ging es dann auf den dort beginnenden Tauernradweg. Dieser führt zunächst auf geschotterter Strecke durch den Wald. Kurz nach dessen Beginn ereilte mich dort ein Platten am Hinterrad. Dieser begann wohl schleichend schon in der Abfahrt. Es fiel mir aber erst jetzt so wirklich auf, dass das Fahrgefühl da schon etwas schwammig war. Ich versuchte es erst nur mit Aufpumpen. Nach kurzer Zeit am Ende der Waldstrecke musste ich dann aber doch den Schlauch wechseln. Bei Faltreifen geht das ja aber zum Glück recht einfach und flott und mit meiner kleinen Pumpe kann man auch erstaunlich schnell den Reifen wieder voll bekommen. Danach konnte es dann weitergehen.



Zeitweise folgte ich auch der Beschilderung des Salzachradweges, da der Tauernradweg ein paar unnötige Schlenker macht und quartierte mich schließlich im Hollersbach beim schnuckeligen Dorfcamping ein. Mit der sehr netten Betreiberin hatte ich mich dort auch noch ein Weilchen unterhalten.
Liebe Grüße, Sascha
"Toleranz ist gut. Aber nicht gegenüber Intoleranten." (Wilhelm Busch)
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#1269791 - 08.03.17 22:04 Re: Die Alpen für Anfänger (+Norditalien) [Re: Seghal]
Seghal
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Salzburg

Tag 8 - 30.06.2016
Hollersbach im Pinzgau – Sankt Martin bei Lofer
93,3 km - 492 hm
Tageshöchsttemperatur: 24°C

Karte: http://www.gpsies.com/map.do?fileId=dwev...24E5883D5F2883A

Am morgen fuhr ich erstmal entlang der Salzach bis nach Mittersill. Dort besuchte ich dann die Nationalparkwelten. Die fand ich ein wenig netter, als die vom schweizer Nationalpark.







Wieter ging es dann nach Kaprun. Dort durchwanderte ich (natürlich ohne Fahrrad) die Sigmund Thun Klamm und guckte anschließend noch ins Wasserkraftwerk rein. Eigentlich wollte ich ja auch wieder auf das Kitzsteinhorn rauf. Angesichts des trüben Wetters und der tief hängenden Wolken verzichtete ich dann aber auf die recht kostspielige Fahrt hinauf mit der Seilbahn.







Es wurde immer dunkler und kurz vor Zell kündigte sich dann auch der Regen endgültig an. In Zell am See schaffte ich es noch gerade so, mich am Bahnhof unterzustellen, als der kräftige Gewitterschauer losging.



Der Regen lies nach einer Weile nach und ich fuhr auf dem westlichen Zweig der Tauernradwegrunde nach Norden. Der Weg verläuft am Anfang noch etwas abseits der Saalach (nicht der Salzach) nach Maria Alm. Bis dahin gab es auch ein paar kleinere Steigungen. In Maria Alm guckte ich mir dann die Wallfahrtskirche an.







Hinter Maria Alm gab es erstmal ein paar steilere Abfahrten mit lockeren Schotter. Bei einer hätte ich mich auch beinahe hingelegt. Nach wenigen Kilometern wurde es dann aber überwiegend flach und die Wege waren meist auch gute Schotter- und Asphaltwege. Außerdem kam die Sonne raus, so dass es doch noch ein recht schöner Tag wurde. Gegen Ende wurde die Landschaft auch wieder spektakulärer, da das Tal immer enger wurde. Kurz vor Schluss der Tagesetappe stellten sich mir dann noch ein paar Kühe in den Weg, Aber die machten dann auch noch Platz für mich.








Tag 9 - 01.07.2016
Sankt Martin bei Lofer – Salzburg
64,1 km - 411 hm
Tageshöchsttemperatur: 29°C

Karte: http://www.gpsies.com/map.do?fileId=joff...0EC87E560F7ABAF

Der Tag begann wettertechnisch schonmal deutlich besser als der vorherige. Also ging es bei Sonnenschein auf zu meinem kleinen Abstecher durch Bayern. Direkt hinter der Grenze wurde der Weg dann deutlich schlechter (das Erlebnis kannte ich umgekehrt ja schon aus dem Vorjahr) und es ging auch ganz gut auf und ab. Von ein paar Tagesausflugsradlern bekam ich dann noch den Tip, auf der rechten Seite des Flusses zu bleiben, weil der Weg auf der anderen durch einen Erdrutsch nicht passierbar ist. Schließlich landete ich dann in Bad Reichenhall und machte dort eine kleine Runde durch den Ort.







Anschließend fuhr ich dann mit der Seibahn rauf auf den Predigtstuhl und machte dort eine kurze Wanderung um den Gipfel. Auf einen Besuch der Saline musste ich leider verzichten, da die Zeiten der Führungen für mich sehr ungünstig lagen.







Aus Bad Reichenhall heraus musste ich auch wieder einen anderen Weg nehmen, als ich eigentlich wollte, wiederum wegen eines Erdrutsches. Bis Salzburg war es nicht weit, so dass ich dort dann recht schnell war. Dort nahm ich den Fahrstuhl hianuf auf denh Mönchsberg und genoss die Ausssicht ehe ich dann weiter fuhr zum Campingplatz im Süden der Stadt. Am Abend kam dann leider noch wieder der Regen zurück.






Tag 10 - 02.07.2016
Salzburg - Salzburg
15,6 km - 60 hm
Tageshöchsttemperatur: 23°C

Karte: http://www.gpsies.com/map.do?fileId=cdii...0FDD66D75A5041E

Es hatte die ganze Nacht durch geregnet, aber am Morgen hörte der Regen zum Glück auf. Dieser Tag sollte der Besichtigung der zahlreichen Sehenswürdigkeiten von Salzburg gehören, war also einer meiner auf so einer Tour üblichen Ruhetage. Es ging also zurück in die Stadt. Dort stellte ich mein Rad an der Festungsbahn ab und fuhr mit dieser hinauf zur Festung Hohensalzburg. Die Festung und die Ausstellungen dort fand ich recht interessant. Das Fahrrad durfte da unten übrigens noch eine Weile stehen bleiben, die meiste Zeit war ich in Salzburg zu Fuß unterwegs.









Danach ging es wieder mit der Bahn runter und ein paar Meter weiter in den Dom rein.



Danach gab es einen Stadtbummel verbunden mit einem Besuch im Mozart Geburtshaus. Dort war das Fotografieren leider verboten. Da drin war es ganz nett, aber mehr auch nicht. Anschließend besuchte ich das interessante Domquartier. Dort durfte man aber leider auch nicht fotografieren. Am Nachmittag ging ich dann ins Café und während ich da drin saß begann mal wieder ein Gewitterschauer.





Leider war meine Gaskatusche fast alle. Ich versuchte also in Salzburg eine neue aufzutreiben, leider erfolglos. Es gibt kein richtiges Outdoorgeschäft in der Stadt und die paar Sportläden haben nur eine sehr minmalistische Outdoorabteilung. Die Internetrecherche am Abend ergab dann, dass ich in Villach eine bekommen werde, vorher aber wohl eher nicht.

Tag 11 - 03.07.2016
Salzburg – Bad Hofgastein
101 km - 1189 hm
Tageshöchsttemperatur: 20°C

Karte: http://www.gpsies.com/map.do?fileId=boac...3E6510768D03495

Heute ging es dann wieder weiter und jetzt auch wieder entlang der Salzach, zunächst auf einem extra Radweg entlang des Flusses. Später wurde das Tal aber sehr eng, so dass man wegen Platzmangel direkt auf der Fahrbahn fahren musste. Es war aber sehr wenig Verkehr, so dass das sehr entspannt war. Zwischendurch ging es auch noch über einen Mini-Pass.





An der Festung Hohenwerfen machte ich dann eine erste Pause und kam mit zwei Tschechen (Vater und Sohn) ins Gespräch, die ihr Gepäck nicht auf dem Fahrad dabei hatten, sondern von einem Freund transportieren ließen. Auch für sie war es die erste Alpenüberquerung und sie hatte eine doch sehr ambitionierte Etappenplanung. Die ging aber nicht so richtig auf, ich sah sie nämlich zwei Tage später wieder. Nach der Pause fuhr ich mit dem Schrägaufzug rauf auch die Festung. Dort gab es eine recht umfangreiche Greifvogelflugshow und wegen des Wochenendes auch eine Art kleiner Mittelaltermarkt mit Vorführungen.











Anschließend ging es weiter und in Bischofshofen guckte ich mir kurz die Skisprungschanze an. Der Eintritt ist dort übrigens frei.



Ein paar Kilomometer weiter fuhr ich dann den Berg hinauf ins Zentrum von St. Johann im Pongau. Dort besichtigte ich den Pongauer Dom.





Hier musste ich dann langsam eine Entscheidung treffen. Ein kleines Stück weiter auf den Campingplatz gehen oder noch rund 30 km weiter fahren bis ins Gasteiner Tal. Ich entschied mich für letzteres. Was ich nicht wusste, gleich hinter Schwarzach begann ein langer und teilweise auch recht steiler (bis 11%) Anstieg. Den schaffte ich aber trotz der langen Tagesstrecke dann doch einigermaßen gut und die Aussicht auf die tief unten liegende Salzach entschädigte auch ein wenig für die Strapazen.

Liebe Grüße, Sascha
"Toleranz ist gut. Aber nicht gegenüber Intoleranten." (Wilhelm Busch)
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#1269793 - 08.03.17 22:09 Re: Die Alpen für Anfänger (+Norditalien) [Re: Seghal]
Seghal
Mitglied
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 840
Kärnten

Tag 12 - 04.07.2016
Bad Hofgastein – Villach
102,1 km - 847 hm
Tageshöchsttemperatur: 27°C

Karte Teil 1: http://www.gpsies.com/map.do?fileId=cmai...BFA88BDAD13A92D

Karte Teil 2: http://www.gpsies.com/map.do?fileId=kbjx...B3CA5226829B31F

Nach kurzem Einrollen ging es in das steilste Stück der ganzen Tour, durch Bad Gastein hinauf. Dort ist es bis zu 15% steil und so war zeitweise mal wieder schieben angesagt. Hinter dem mitten Ort gelegenen Wasserfall wurde die Steigung dann aber wieder moderater.





In Bad Gastein gönnte ich mir dann mal wieder eine Seilbahnfahrt. Es ging hinauf auf den Stubnerkogel und dort machte ich wieder eine kleine Wanderung. Wegen der vielen hohen Berge rundherum und der kleinen Attraktionen oben auf dem Berg lohnt sich das auch sehr.











Anschließend ging es dann zur Tauernschleuse, wo ich mein Rad in den Zug verladen musste. Hier gibt es nämlich keine Straße über den Berg. Auf der anderen Seite war ich dann auch tatsächlich in Kärnten (Bad Gastein gehört noch zu Salzburg) und damit erstmals mit dem Fahrrad auf der Südseite der Alpen angelangt. Dort ging es längere Zeit recht steil den Berg hinab. Es hat auch dementsprechend Spaß gemacht.



Der Rest der Strecke entlang der Drau bis nach Villach war allerdings extrem langweilig, so dass ich nur zum Essen und Trinken anhielt und an dem tag auch kein einziges Foto mehr machte. In Villach bekam ich dann auch endlich eine neu Gaskartusche. Seit ein paar Tagen war meine Schlafmatte nicht mehr in Ordnung, es hatte sich die Laminierung gelöst, so dass eine immer größer werdende Blase entstand. Für diese kaufte ich also auch noch Ersatz. (Die kaputte Matte wurde übrigens inzwischen auf Garantie ersetzt, aber sowas klappt mitten im Urlaub ja nicht. Zu Hause stellte ich dann auch noch fest, dass ich aus Versehen eine angebrochene Gaskartusche mitgenommen hatte. Die volle hätte ganz locker bis Villach gereicht.) Am Zeltplatz in der Nähe des Faaker Sees ereilte mich dann auch die erste Mückenplage. Dies sollte auf der gesamten Alpensüdseite so weiter gehen.
Liebe Grüße, Sascha
"Toleranz ist gut. Aber nicht gegenüber Intoleranten." (Wilhelm Busch)
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#1269798 - 08.03.17 22:26 Re: Die Alpen für Anfänger (+Norditalien) [Re: Seghal]
Seghal
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Friaul-Julisch-Venetien

Tag 13 - 05.07.2016
Villach – Gemona del Friuli
101 km - 547 hm
Tageshöchsttemperatur: 31°C

Karte: http://www.gpsies.com/map.do?fileId=eccr...E2E1CC6FB535050

Schon bei der Planung war klar gewesen, dass diese Etappe über 100 km haben würde, da es zwischen Villach und Gemona keinen Campingplatz gibt. Nach den Erfahrungen der letzten Tage und mit Blick auf das Streckenprofil (am Anfang leicht ansteigend und dann konstant bergab) machte ich mich aber optimistisch auf den Weg. Außerdem freute ich mich auf Italien und die Sonne lachte auch schon am Morgen kräftig vom Himmel. Nach rund zwei Stunden fahrt hieß es dann für mich "Servus Austria".





Gleich hinter der Grenze wurde die Landschaft auch gleich schöner als in Kärnten und mich erwartete ein unfassbar guter Radweg auf meinem Weg durch die Julischen Alpen.





Der Weg führt über die ehemalige Pontebba-Kleinbahn und es dauerte nicht lange bis ich in Tarvisio war. Der Ort ist ganz nett, mehr aber auch nicht.





Unterwegs ging es über zahlreiche Brücken und Viadukte der alten Bahnlinie und auch durch etliche Tunnel. Dabei kam ich immer wieder an ehemaligen Bahnhöfen vorbei während ich den tollen Radweg und die schöne Landschaft genoss.









Im ehemaligen Bahnhof von Chiusaforte gönnte ich mir dann den ersten Kaffee in Italien.





Kurz vor Venzone endet der Radweg vorerst und ich musste dementsprechend auf der Fahrbahn weiter fahren. Dank der parallelen Autobahn gibt es aber wenig Verkehr und die Italiener sind sehr rücksichtsvoll gegenüber Radfahrern. Venzone war dann ein sehr schöner Ort mit einem beeindruckenden, sehr alten Dom.







Hinter Venzone wird der Radweg dann wieder separat geführt. Jetzt aber meist auf Schotter und nicht mehr auf Asphalt. Die vorher sehr gute Beschilderung war auch auf einmal sehr lückenhaft oder fast unsichtbar angebracht. Aber zum Glück fahre ich ja per Navi. Schlussendlich landete ich dann in Gemona del Friuli auf dem ganz netten Campingplatz und die Mücken konnten sich wieder an meinem Blut laben (nördlich der Alpen werde ich übrigens kaum von Mücken gestochen).

Tag 14 - 06.07.2016
Gemona del Friuli – Aquileia
112 km - 271 hm
Tageshöchsttemperatur: 35°C

Karte: http://www.gpsies.com/map.do?fileId=fbkr...F430EDE7B101EFA

Direkt hinter Gemona del Friuli waren die Alpen dann endgültig zu Ende für mich und es ging in Poebene hinein.



Die Wege waren nicht immer die besten, aber meist ging es über kleine Nebenstraßen durch kleine Dörfer. Wegen einer etwas merkwürdigen Wegführung im Kreis durch eine kleinere Stadt und die dort etwas lückenhafte Beschilderung handelte ich mir noch etliche extra Kilometer an dem Tag ein.





Schließlich landete ich in Udine und guckte mich dort ein wenig um.





Etwas später landete ich dann in Palmanova. Die Stadt wurde planvoll im Kreis angelegt und stark befestigt.

Piazza Grande by Sascha Brüggemann, auf Flickr

hier geht es zu einem 360°-Panorama der Piazza Grande



Am Ende des Tages war ich dann in Aquileia angekommen. Bevor ich zum Campingplatz fuhr besichtigte ich aber noch die frühchristliche Basilika ...







... und das archäologische Museum.





Tag 15 - 07.07.2016
Aquileia – Lido di Venezia
130,2 km - 144 hm
Tageshöchsttemperatur: 31°C

Karte Teil 1: http://www.gpsies.com/map.do?fileId=ecku...CCE7525A12A164F

Karte Teil 2: http://www.gpsies.com/map.do?fileId=awyg...3EC9D1931F1905D

Bis zur Grenze zur Provinz ging es für mich erstmal über die Staatsstraße. Die war durchaus ordentlich befahren. Aber es gab meist einen Seitenstreifen und die Italiener fahren ja, wie schon erwähnt, recht rücksichtsvoll. Ab der Provinzgrenze ging es dann über kleine Nebenstraßen durch die von Kanälen durchzogene, extrem flache Ebene. Es gab viele Maisfelder zu sehen und die Landschaft ist extrem zersiedelt. Es gab also außer zum Pause machen für mich keinen Grund zum anhalten. Dank des recht kräftigen Rückenwindes kam ich aber zum Glück schnell voran. daher hatte ich schon mittags die 79 km bis Caorle geschafft. Caorle war der erste interessantere Ort des Tages und ich besichtigte den Ortskern sowie den Dom und die kleine Kirche direkt am Meer.







In Caorle hab ich übrigens zum ersten mal auf der Tour das Meer gesehen. Caorle hatte ich als Mindestziel für den Tag ausgegeben, da dort der erste Campingplatz auf dem Streckenabschnitt ist. Es war aber ja erst Mittag und das Wetter gut. Ich fuhr also weiter. Die Landschaft war weiter ähnlich spannend wie zuvor. Außerdem kam ich noch durch diverse Hotspots des klassischen Massentourismus. Für einen Tag ist das auch mal ganz "interessant". In Lido di Jesolo war es eigentlich auch ganz nett zu fahren, da der Weg dort über die sehr schattige Haupmeile führt. Nur die etwas teilweise unbeholfenen (Touristen-)Radler störten dort ein wenig. In Lido di Jesolo gab es auch ein paar nette Sandburgen zu sehen.



Das Meer bekam ich den Touristenhochburgen übrigens nicht zu sehen, sondern erst kurz vor Venedig wieder. Bis dahin hatte ich eine Unmenge von Campingplätzen passiert. Ich hatte mir aber in den Kopf gesetzt, noch bis Venedig zu kommen. Übrigens eine Streckenlänge, die ich bisher noch nie gefahren bin.





In Punta Sabbioni holte ich mir dann mein schon von zu Hause aus gekauftes und bezahltes Touristenticket für den ÖPNV in Venedig ab. Für das Fahrrad musste ich allerdings noch einen kleinen Betrag extra bezahlen. Von dort aus setzte ich dann schließlich mit dem Vaporetto (ein kleines Boot im Liniendienst, also der ÖPNV in der Lagune) über zum Lido di Venezia über und fuhr das kurze Stück bis zum dortigen Campingplatz. Der Campingplatz dort war echt super. Es gibt auf dem kleinen Platz nur ganz wenige Wohnmobile und Bungalows und dementsprechend viele Zelte. Einkehren tun dort viele Backpacker und auch einige Radfahrer aus ganz Europa. Einen Kanuten habe ich dort auch getroffen. Der Platz ist gut auf dieses Klientel eingerichtet mit Kühlschrank und Ladestation für Handys usw.



Liebe Grüße, Sascha
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#1269801 - 08.03.17 22:50 Re: Die Alpen für Anfänger (+Norditalien) [Re: Seghal]
Seghal
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Venetien

Tag 16 - 08.07.2016
Lido di Venezia - Venedig - Lido
9,5 km - 42 hm
Tageshöchsttemperatur: 30°C

Karte: http://www.gpsies.com/map.do?fileId=akub...7262A89A4E517FB

Inzwischen war ich 2 Tage vor meiner ursprünglichen Planung angelangt. Für Venedig plante ich nun zu dem ohnehin vorgesehenen Ruhetag jetzt noch einen zusätzlichen ein und dann noch einen in Verona am Ende der Tour. Heute gab es dann also den ersten Ruhetag in Venedig und diese nutze ich ja immer ausführlich für Besichtigungen. Dafür musste ich erstmal mit dem Fahrrad zum Hauptknotenpunkt des ÖPNV in Lido fahren. Dieser ist kurz hinter dem großen Gebäude mit der Kuppel auf dem folgenden Bild, also nicht sehr weit. Die Strecke dahin ist auch schön zu fahren und außer der Buslinie gibt es dort kaum motorisierten Verkehr.



Von dort ging es dann mit dem Vaporetto (ohne Fahrrad) zum Markusplatz. Unterwegs gab es noch eines der riesigen Kreuzfahrtschiffe zu sehen, die jeden Morgen mitten durch die Lagune fahren.





Vorm Dom war die Warteschlange sehr lang. Daher machte ich mich dann auf den Weg zum Teatro La Fenice und kam dabei schon an einigen bekannten Sehenswürdigkeiten vorbei.









Im Theater machte ich dann die Führung per Audioguide.







Anschließend besichtigte ich den Dogenpalast.









Zum Mittag ging ich ausnahmsweise mal ins Restaurant. Das war erwarteterweise ein wenig teuer, aber auch lecker. Anschließend wollte ich zur Rialtobrücke und damit auch zum Canale Grande. Dafür musste ich mich durch die extremen Touristenmassen schieben. Es war zwar auch sonst überall in Venedig voll, aber nirgendwo so schlimm wie hier. Bei der Brücke hatte ich das übliche Glück (siehe auch Regensburg im Vorjahr): Sie war wegen Restaurierungsarbeiten verhüllt. Am großen Kanal fand ich es auch sonst nicht so schön. Also verzog ich mich wieder in die kleineren Gassen.







Am Nachmittag war die Schlange vorm Dom inzwischen recht kurz geworden. Also besichtigte ich den dann. Innen durfte man allerdings keine Fotos machen. Zum Abschluss fuhr ich dann noch hinauf auf den Glockenturm des Domes und genoss die Aussicht.







Tag 17 - 09.07.2016
Lido di Venezia - Venedig - Lido
6,4 km - 27 hm
Tageshöchsttemperatur: 33°C

Karte: http://www.gpsies.com/map.do?fileId=slvt...F3B7BE2FE6E5CDD

Am zweiten Tag in Venedig fuhr erstmal wieder zum Markusplatz und dort ging ich dann ins Museo Civico Correr. Das Museum besteht aus einigen Räumen, die damals für das österreichische Kaiserpaar (Sisi) hergerichtet wurden,





einem geschichtlichen Teil inklusive der historischen Bibliotheksräume







und einem archäologischen Teil. Letzteren fand ich recht lieblos präsentiert. Da müssten sie am Konzept nochmal dringend was ändern.





Anschließend fuhr ich dann auf die Friedhofsinsel San Michele (dort waren keine Fotos erwünscht) und danach dann weiter nach Murano. In eine Glasbläserei ging ich dort nicht, aber ich schlenderte dort ein wenig umher.





Zum Schluss des Tages fuhr ich dann noch in Lido an den Lido (=Strand). Gesehen haben muss man den ja auch mal.







Tag 18 - 10.07.2016
Lido di Venezia – Vicenza
95,2 km - 205 hm
Tageshöchsttemperatur: 35°C

Karte Teil 1: http://www.gpsies.com/map.do?fileId=jhze...1CA7B927CE0D60F

Karte Teil 2: http://www.gpsies.com/map.do?fileId=dkjt...170729D364C5A54

Nach zwei Tagen hieß es also Abschied von Venedig zu nehmen. Dazu nahm ich früh die Fähre vom Lido nach Tronchetto (übrigens zum ÖPNV-Tarif). Auf der Fahrt ging es nochmal mitten durch Venedig.





Von Tronchetto aus fuhr ich dann auf dem Radweg auf dem Damm, der von Venedig nach Mestre auf dem Festland führt. Direkt vor und nach dem Damm gab es keinen Radweg. Das war nicht weiter schlimm. Auf dem Damm selbst war der Verkehr aber selbst am Sonntagmorgen recht stark.



Hinter Mestre war die Landschaft dann wieder etwas langweilig und stark zersiedelt. Nach ein paar Kilometern landete ich am Brentakanal. Dort gab es dann immerhin mal ab und zu ein nettes Bauwerk zu sehen.





Schließlich landete ich in Padua. Zunächst gucke ich mir dort die schöne Innenstadt an.







Danach ging es zur Basilika. Von draußen sah sie ja schon ganz nett aus. Der Innenraum war dann der schönste Kircheninnenraum, den ich bisher gesehen habe. Fotografieren war drinnen aber nicht erlaubt, auch aus Rücksicht auf die zahlreichen Pilger und die vielen Gottesdienste (tägl. 8), die dort wegen eines Jubiläums statt fanden.





Danach ging es dann in den ältesten Botanischen Garten der Welt, den Orto Botanico di Padova. Dieser besteht aus einem historischen, überwiegend im Freien gelegenen Teil und einem riesigen, nagelneuen Gewächshaus, hauptsächlich für tropische Pflanzen.













Danach ging es dann weiter Richtung Vicenza. Die Landschaft wurde langsam etwas netter, denn am Horizont waren ein paar Hügel zu sehen (erst die Colli Euganei und dann die Colli Berici) und es gab auch ab und zu mal ein nettes Gebäude. Am Horizont wurde es aber auch immer dunkler, denn ein Gewitter kündigte sich an.



Zum Campingplatz kam ich aber trockenen Fußes und schließlich zog das Gewitter dann auch vorbei, ohne mich weiter zu behelligen.

Tag 19 - 11.07.2016
Vicenza – Verona
83,0 km - 621 hm
Tageshöchsttemperatur: 37°C

Karte: http://www.gpsies.com/map.do?fileId=gqae...BC5D1B97A05D31F

Der Campingplatz von Vicenza liegt etwas außerhalb der Stadt und auch nicht direkt an der Radroute (der ich übrigens schon seit Tagen folgte). Also nahm ich am Vortag eine selbst geplante Route dahin und heute auch eine solche, um in die Stadt zu kommen. Die erwiesen sich bei als gut fahrbar mit meist nur geringem Verkehr. In Vicenza gab es nur ein kurzes Besichtigungsprogramm für mich, da am Montag leider alle interessanten Sehenswürdigkeiten geschlossen sind. Vor allem das Teatro Olimpico hätte mich sehr interessiert.







Also ging es nach nicht allzu langer Zeit wieder raus aus der Stadt und rein in den recht steilen Anstieg rauf zum Monte Berico und der darauf befindlichen Wallfahrtskirche. Eine Anstrengung die sich aber durchaus lohnt.





Danach ging es dann auf einer wunderschönen Strecke durch die Colli Berici, durch kleine Dörfer und vorbei an ein paar historischen Villen. Die folgenden Anstiege waren dann auch gut fahrbar. Unterwegs gab es dann auch mal wieder ein anfeuerndes und bewunderndes 'Bravo' eines einheimischen Rennradfahrers. Das passiert einem in Italien immer wieder. Sehr nett.







Nach einer schönen längeren Abfahrt war ich dann wieder in der Ebene. Landschaftlich war es dann aber netter, auch wegen des Weinanbaus (vorher viel Mais). Schließlich war ich dann auch am finalen Ziel meiner Reise angelangt, Verona. Jetzt hieß es nur noch den Berg zum wunderschön in einem Kastell gelegenen Campingplatz hochzukurbeln und ein letztes Mal das Zelt aufzustellen.



Liebe Grüße, Sascha
"Toleranz ist gut. Aber nicht gegenüber Intoleranten." (Wilhelm Busch)
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#1269802 - 08.03.17 22:58 Re: Die Alpen für Anfänger (+Norditalien) [Re: Seghal]
Seghal
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Verona und Rückreise

Tag 20 - 12.07.2016
Verona zu Fuß
mit dem Rad: 0 km - 0 hm (zu Fuß: 14,0 km - 205 hm)
Tageshöchsttemperatur: 37°C

Dies war der schon bei Venedig erwähnte zusätzliche Tag in Verona. Den nutzte ich dann natürlich zum Sightseeing. Das Fahrrad lies ich dafür mal ausnahmsweise den ganzen Tag lang stehen. Es war nämlich einfacher den Berg vom Campingplatz aus zu Fuß herunter zu gehen, um in die Innenstadt von Verona zu kommen. Auf dem Weg gab es dann auch noch einen super Aussichtspunkt.





Zunächst ging ich in den Dom.



Danach habe ich etwas umher gebummelt ...





... und ging anschließend in die Arena.





Den bekanntesten Balkon der Literaturgeschichte habe ich mir auch angeguckt. Ins Haus bin ich dort aber nicht gegangen.





Zum Schluss ging es dann noch ins archäologische Museum ...





... und anschließend zum Eisessen neben dem Löwentor. Dort gibt es übrigens das leckerste Eis.



So kamen dann über den tag verteilt 14 km an Fußweg zusammen. Abends gab es auf der Terrasse des Campingplatzes ein nettes Beisammensein mit ein paar bayerischen Motorradfahrern zu dem sich dann später noch ein paar andere dazu gesellten (u. a. ein Italiener der auf mit seiner Frau auf Mallorca lebt, in Argentinien arbeitet und wegen eines Konzertes in Verona war).

Tag 21 - 13.07.2016
Verona - Verona + Rückreise
8,9 km, 85 hm
Tageshöchsttemperatur: 34°C

Karte: http://www.gpsies.com/map.do?fileId=ertb...024C8CAFD846964

An meinem letzten Tag hatte ich noch einiges an Zeit, bevor mein Zug fahren würde. So fuhr ich erstmal zur Kirche von San Zeno.









Danach verbrachte ich dann noch etwas Zeit in der Innenstadt, aß im Restaurant zu Mittag und kaufte noch ein paar Vorräte für die Rückfahrt ein. Am Bahnhof hieß es dann erstmal zu warten. Der aus Bologna kommende Zug hatte nämlich schon eine halbe Stunde Verspätung. Auf der fahrt wurde es dann auch zunächst nicht besser, da der Zug auch noch eine Weile am Grenzübergang am Brenner rumstehen durfte. Da hatte ich dann langsam Bedenken, ob ich in München meinen Nachtzug überhaupt erreichen werde. Erst im deutschen Schienennetz durfte der Lokführer richtig Gas geben und hat dann noch einiges von der Verspätung wieder aufgeholt. Für das Umsteigen in den Nachtzug hat das dann auch noch gereicht. Nur dieser hatte dann auf dem Weg bis Hannover knapp über 2 Stunden Verspätung eingesammelt. Ich hatte zum Glück nichts vor und ich bekam dann auch noch etwas Geld von der Bahn zurück, allerdings erst nach einem Monat.

EC Verona - München
CNL München - Hannover

Tag 22 - 14.07.2016
Rückreise
5,4 km - 3 hm

IC Hannover - Bremen
RE Bremen - Oldenburg


Fazit
Durch die Berge fahren ist natürlich zeitweise auch mal anstrengend. Aber in erster Linie macht es Spaß. Extrem steil ist es ja nicht so oft und auf der Tour hatte ich überwiegend nur leichtere Pässe eingeplant. Ich hatte aber auch schon in Norddeutschland deutlich steilere Stücke, als jetzt auf der ganzen Tour. Auch längere Berge sind kein größeres Problem für mich, sie dürfen halt nur nicht zu steil sein. Die Grenze zum Schieben liegt bei mir zur Zeit bei circa 10% Steigung und bis circa 5% kann ich auch gut ohne Pausen durchkurbeln. Ich hatte beim Gepäck (und auch beim Körpergewicht) einiges eingespart. Das hat die Sache natürlich auch etwas erleichtert. Bei der nächsten Tour dürften es aber doch wieder ein paar wenige Kilogramm mehr werden. Ein kleines bisschen mehr an Komfort darf dann doch wieder drin sein (auch wenn es nicht wirklich unkomfortabel war). Die Tour war eine gute Erfahrung für mich und es wird sicher wieder mit dem Fahrrad ins / durchs Hochgebirge gehen. Die Landschaft finde ich eh schön und dass und wie ich es schaffe, weiß ich jetzt ja auch.
Liebe Grüße, Sascha
"Toleranz ist gut. Aber nicht gegenüber Intoleranten." (Wilhelm Busch)
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#1269827 - 09.03.17 05:44 Re: Die Alpen für Anfänger (+Norditalien) [Re: Seghal]
cyclerps
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Beiträge: 2082
Einen sehr schönen Bericht hast Du da zusammengebastelt. Besonders gefallen mir deine architektonischen Fotos der Sakralbauten die Du in Fülle bringst. Da geht dem interessierten Leser das Herz auf. Vielen Dank dafür! bravo
Gruss
Markus
Forza Victoria !
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#1269842 - 09.03.17 09:07 Re: Die Alpen für Anfänger (+Norditalien) [Re: Seghal]
Keine Ahnung
Moderator
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Hallo Sascha,

Dein Bericht ist ein Lichtblick beim derzeitig trüben Wetter und erhöht die Vorfreude auf Radtouren in - hoffentlich - sonnigen Gefilden. So einige Fotos erinnern an eigene Radreisen. Gleichzeitig werden aber auch Punkte gezeigt, die lohnende Ziele für zukünftige Touren sein könnten.

Danke für die Mühe!
Gruß, Arnulf

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#1269883 - 09.03.17 12:09 Re: Die Alpen für Anfänger (+Norditalien) [Re: Seghal]
Hansflo
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Eine schöne runde Sache hast du dir da erradelt und in angenehmer Gelassenheit die vielen Steigungen und Sehenswürdigkeiten mitgenommen. Vielen Dank für den schönen und anschaulichen Bericht.

Hans
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#1269995 - 09.03.17 20:49 Re: Die Alpen für Anfänger (+Norditalien) [Re: Seghal]
panta-rhei
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Beiträge: 5039
Unterwegs in Französische Südpolar-Territorien

Salut Seghal


habe nicht alles durchgelesen - aber sehr hybsche Photos!
bravo bravo

... und den Tusk hamse ja für Dich auch grad wiedergewählt zwinker
Liebe Grüsse - Panta Rhei
"Leben wie ein Baum, einzeln und frei doch brüderlich wie ein Wald, das ist unsere Sehnsucht." Nâzim Hikmet, Dâvet
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#1270045 - 10.03.17 08:45 Re: Die Alpen für Anfänger (+Norditalien) [Re: Seghal]
Bulldog
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Beiträge: 22
Wir sind auf unserer Via Claudia Augusta Tour anschließend auch vom Gardasee über Verona, Vicenza und Padua nach Venedig geradelt und wieder zurück zum Gardasee. Beim ersten Stop in Verona haben wir in einem hervorragenden B&B übernachtet das sich ziemlich genau am unteren Bildrand von Bild 1 von Tag 20 befindet. Das war am 31. Mai 2016. Am 6. Juni dann etwas weiter die Straße hoch die dort durch's Bild führt.
Ich hoffe ich komme mal dazu einen Reisebericht fertigzustellen… Vicenza und Padua haben uns noch besser gefallen als Verona.


Bed and Breakfast Verona Centro


Schöner Ausgangspunkt für Verona direkt an der Ponte Pietra gelegen






Auf dem Rückweg Richtung Riva del Garda
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Off-topic #1270053 - 10.03.17 09:12 Re: Die Alpen für Anfänger (+Norditalien) [Re: Bulldog]
Keine Ahnung
Moderator
abwesend abwesend
Beiträge: 7075
In Antwort auf: Bulldog

Ich hoffe ich komme mal dazu einen Reisebericht fertigzustellen… Vicenza und Padua haben uns noch besser gefallen als Verona.


Das mit dem Einbinden der Bilder klappt ja nun gut - dem Bericht steht nichts mehr im Wege zwinker .
Gruß, Arnulf

"Ein Leben ohne Radfahren ist möglich, aber sinnlos" (frei nach Loriot)
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#1270540 - 13.03.17 13:47 Re: Die Alpen für Anfänger (+Norditalien) [Re: Seghal]
veloträumer
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Hallo Sascha,
zunächst einmal ein Beschwerde: Du hast mir offenbar meine Radtschen geklaut - welche Blasphemie meine Grün-Domäne anzugreifen! grins lach

Danke für den außerordentlich guten Bericht mit einer Reihe sehenswerter Fotos - schon zum Eingangsfoto mit Bahnviadukt ein bravo, Lärchenhaine mit Gletscherkulisse - alles wunderbar. Weiters hast du auch da und ort genauer reingeschaut - Schande über mich, das ich z.B. nicht Hohenwerfen besichtigt habe - ganz schnell nur unten vorbeigerast. Auf die Idee, in St. Moritz zu starten, muss man auch erstmal kommen - traumhafte Kombination aus Bahn und Rad!

Auf den ersten Blick hast du dich ja bemüht, einfache Alpenrouten zu verbinden - einige dieser typisch langestreckten Ost-West-Täler oder eben Alpe-Adria-Radweg mit Tauernschleuse als Nord-Süd-Transit. Livigno als Pass - gewiss etwas aus der Reihe, am meisten hat mich aber der Gerlos-Pass irritiert - ich würde mal sagen, der dickste Fisch in deiner Gesamtsuppe der gemäßigten Alpenwege. Bist du die Herausforderung bewusst angegangen oder warum hast du hier nicht die Schleichwege etwa über Brixental, Kitzbühel, St. Johann/Pongau nach Saalfelden via Grießenpass oder vielleicht noch gewitzter und einfacher via Pillerhöhe, Waidring nach Lofer ins Saalach-Tal, oder ggf. noch nördlicher ab Kufstein über Walchsee und Deutsche Alpenstraße zu den Salzbergen überlegt?

Apropos Kitzsteinhorn: Da verbindet mich auch eine uralte Kindheitsgeschichte mit, sind wir früher als Familie gewandert und haben Hütten bewohnt. Mit dem Rad habe ich es in das Tal von Kaprun aber noch nicht geschafft - immer nur vorbei. Naja, kommmt Zeit, bald Rat.
Liebe Grüße! Ciao! Salut! Saludos! Greetings!
Matthias
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#1270613 - 13.03.17 20:30 Re: Die Alpen für Anfänger (+Norditalien) [Re: Seghal]
natash
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Servus Sascha,

da hast Du eine hübsche Reise gemacht, wies scheint, hat das lädierte Schienbein nicht allzu sehr gemeckert. Danke für Deine anschaulichen Eindrücke.

Ich weiß auch nicht, warum Berge für so viele abschreckend wirken - man kann ja, ganz so wie Du das gemacht hast, versuchen den steileren Anstiegen aus dem Weg zu gehen. Ich selbst finde Gegenwind in der Ebene erheblich schwieriger zu fahren, weil es den Geist viel mehr zermürbt, als das die meisten Anstiege vermögen. Wenn dann ein wenig Übung und eine entsprechende Übersetzung der Gangschaltung vorhanden ist, kanns dann auch mal steiler werden, ohne dass das ein unüberwindbares Hindernis darstellt.

Eine Anmerkung habe ich noch: Ich bezweifele ein wenig, dass das friulanische Tiefland tatsächlich noch so richtig zur Poebene gehört, auch wenn das in Wikipedi so behauptet wird. Die befindet sich klassischer Weise weiter westlich.
Ein feuchtes, sumpfiges Klima hat es jedoch auch da.

Gruß

Nat
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#1270638 - 13.03.17 23:17 Re: Die Alpen für Anfänger (+Norditalien) [Re: veloträumer]
Seghal
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In Antwort auf: veloträumer
Hallo Sascha,
zunächst einmal ein Beschwerde: Du hast mir offenbar meine Radtschen geklaut - welche Blasphemie meine Grün-Domäne anzugreifen! grins lach

2015 sind mir auf den ersten 500 km ständig grüne Ortliebs begegnet. entsetzt

In Antwort auf: veloträumer
Danke für den außerordentlich guten Bericht mit einer Reihe sehenswerter Fotos - schon zum Eingangsfoto mit Bahnviadukt ein bravo, Lärchenhaine mit Gletscherkulisse - alles wunderbar. Weiters hast du auch da und ort genauer reingeschaut - Schande über mich, das ich z.B. nicht Hohenwerfen besichtigt habe - ganz schnell nur unten vorbeigerast. Auf die Idee, in St. Moritz zu starten, muss man auch erstmal kommen - traumhafte Kombination aus Bahn und Rad!

Danke für das Lob. schmunzel Der Startort St. Moritz hat sich irgendwie ganz automatisch ergeben. Ich wollte ja 3 Wochen auf Tour ein, da müssen schon ein paar Kilometer zusammen kommen und der Inn ist verhältnismäßig lang und lässt sich gut mit anderen Wegen kombinieren. St. Moritz ist zudem gut per Zug erreichbar. Dass die letzten Kilometer der Bahnfahrt dann noch eine der spektakulärsten Bahnstrecken Europas bieten, war eine eher zufällige Beigabe. grins

In Antwort auf: veloträumer
am meisten hat mich aber der Gerlos-Pass irritiert - ich würde mal sagen, der dickste Fisch in deiner Gesamtsuppe der gemäßigten Alpenwege. Bist du die Herausforderung bewusst angegangen oder warum hast du hier nicht die Schleichwege etwa über Brixental, Kitzbühel, St. Johann/Pongau nach Saalfelden via Grießenpass oder vielleicht noch gewitzter und einfacher via Pillerhöhe, Waidring nach Lofer ins Saalach-Tal, oder ggf. noch nördlicher ab Kufstein über Walchsee und Deutsche Alpenstraße zu den Salzbergen überlegt?

Ja, der Gerlos war ganz bewusst in der Streckenplanung drin. Das hatte verschiedene Gründe:
- Ich wollte wieder in den Pinzgau.
- Ich wollte die Krimmler Wasserfälle von oben sehen.
- Die Herausforderung (1000 hm, 30 km Steigung) hat mich gereizt.
- Bei aller Herausforderung schien der Pass machbar wegen der mäßigen durchschnittlichen Steigung und des fast flachen Mittelteils.

Für den Fall, dass ich an den vorhergehenden Bergen Probleme bemerkt hätte, hatte ich aber noch eine Alternativroute über Kitzbühel nach Mittersill in Reserve.
Liebe Grüße, Sascha
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#1270643 - 13.03.17 23:27 Re: Die Alpen für Anfänger (+Norditalien) [Re: natash]
Seghal
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In Antwort auf: natash
Servus Sascha,

da hast Du eine hübsche Reise gemacht, wies scheint, hat das lädierte Schienbein nicht allzu sehr gemeckert. Danke für Deine anschaulichen Eindrücke.

Das hat auf der Tour gar nicht gemeckert. Tage ohne Bewegung, wie manchmal im Winter, sind da schon etwas schwieriger.

In Antwort auf: natash
Eine Anmerkung habe ich noch: Ich bezweifele ein wenig, dass das friulanische Tiefland tatsächlich noch so richtig zur Poebene gehört, auch wenn das in Wikipedi so behauptet wird. Die befindet sich klassischer Weise weiter westlich.
Ein feuchtes, sumpfiges Klima hat es jedoch auch da.

Von der Namenslogik magst du recht haben, da das Podelta ja weiter westlich liegt. Geografisch ist es jedoch klar die selbe zusammenhängende Landschaft. Die Norddeutsche Tiefebene wird übrigens auch von mehreren Flüssen gebildet (Ems, Weser, Elbe, ...).
Liebe Grüße, Sascha
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#1271670 - 18.03.17 14:26 Re: Die Alpen für Anfänger (+Norditalien) [Re: Bulldog]
martindd2
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Moin Sascha,

herrlicher Bericht mit tollen Bildern! Die Anfahrtsvariante über St. Moritz ist wirklich wunderschön und spektakulär. Wunderschöne Bilder sowohl aus den Bergen und der Tiefebene...und dank deiner Bilder weiß ich, dass es einem alten Aufkleber sehr, sehr gut geht zwinker
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