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#851291 - 03.08.12 17:37 Kirgisien im Juli
uwee
Gewerblicher Teilnehmer Übernachtungsnetzwerk
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 1151
Dauer:25 Tage
Zeitraum:29.6.2012 bis 23.7.2012
Entfernung:1200 Kilometer
Bereiste Länder:kgKirgisien










Im letzten Jahr waren wir auf unserem Weg nach Singapur nur zwei Tage in Kirgistan (auch Kirgisien und Kirgisistan genannt). Es hatte uns super gefallen- obwohl einmal das Zelt absoff und einige Dinge uns voraus nach China entschwanden.....

Unser damaliger Bericht:
Kirgistan Juli 2011

Also beschlossen wir im nächsten "normalen" Urlaub einmal nur dieses Land zu bereisen.
Normalerweise kennt niemand dieses zentralasiatische Land.
Ein Freund meinte dann auch passend: " Ahja! Also in Altötting nach links oder rechts?"

Das Land liegt eingeklemmt zwischen Kasachstan, China, Usbekistan und Tadjikistan.
Es wird von etlichen Gebirgsketten des Tien Shan durchzogen. Der höchste Berg ist etwa 7500m hoch!!!!
Mehr als 50% des Landes liegen höher als 3000m über dem (weit entfernten) Meeresspiegel.
Je nach Quelle besitzt das Land 2200 oder 6600 Gletscher.
Kirgisien ist in etwa so gross wie die alten Bundesländer- rund 200000qkm.
Es gibt relativ wenige Straßen, und davon sind wiederum die wenigsten asphaltiert.
Eine touristische Infrastruktur findet man- wenn überhaupt- in der nicht sonderlich anziehenden Hauptstadt Bishkek und am Südufer des Issyk Kul.
Der Issyk Kul ist der zweitgrößte Hochgebirgssee der Welt und liegt auf gut 1600m Höhe.
Er ist mehr als 11mal so groß wie der Bodensee.
Man hätte schon eine Woche damit zu tun ihn zu umradeln. Aber uns zieht es in die Berge.
Rings um den See stehen schneebedeckte 4000er.
Für Statistikfreaks: er ist mit 704m tiefe der vierttiefste See der Welt und der grösste abflusslose See Zentralasiens. Er ist ganz leicht salzhaltig und war bis zu missglückten Besatzmaßnahmen der Russen sehr fischreich- heute nicht mehr!
Er friert auch im Winter nicht zu und lädt im Sommer durchaus zu einem Bade im kristallklaren Wasser ein.
Mitte Juli hatte er etwa 20°C.


Hier unsere Route:
Route Kirgisien 7/2012

























Ausser gut gefüllten Supermärkten und Basaren hat die Stadt Bishkek nicht viel zu bieten, was zum Verweilen einlädt. Mit den vielen Grünanlagen ist sie aber auch nicht abstoßend. Und Langzeitradler erfreuen sich an einer fast echten bayerischen Wirtschaft mit gutem selbst gebrauten Bier!













Uns zieht es jetzt allerdings raus in Natur und Berge.....

















unser erster Zeltplatz, und auch alle anderen waren ähnlich schön.....


















Die meisten Hunde waren zurückhaltend aber nett.
Ab und an mussten wir jedoch auch mal einen Steinwurf andeuten oder gar ausführen.






Bei der Auffahrt zum Pass kamen wir bereits vormittags an diese schöne Stelle und beschlossen spontan einen "Naturtag" einzulegen. Es war einfach traumhaft schön!
















In der Höhe um die 3000m kann man oft keinen Fuß setzen ohne auf Edelweiss zu treten.




















(Wer findet das Zelt?)
















Der 3586m hohe Töö Ashu Pass wird seit Fertigstellung des Tunnels nicht mehr gepflegt. Mehr als 50% der Strecke müssen wir schieben.







An diesem steilen und vereisten Schneefeld etwa 100 Höhenmeter unterhalb der Passhöhe ist dann allerdings für uns Schluss.
Es wäre lebensgefährlich hier Räder und Gepäck rüberbringen zu wollen.
Umgehen ließe sich das Schneefeld mit leichtem Gepäck, aber nicht mit unseren Rädern. Also retour und versuchen irgendwie durch den Tunnel zu kommen.


























Blick vom Tunneleingang auf besagtes Schneefeld.

Der Tunnel unter dem Töö Ashuu Pass ist etwa 3km lang.
Es heisst, er sei für Radler gesperrt.
Manch einer wurde auch tatsächlich nicht durchgelassen.
Es heisst, der Abgase wegen und fehlender Entlüftung hätte es im Tunnel schon Tote gegeben.
Wir werden allerdings aufgefordert durchzufahren. Gleichzeitig meint man aber, es würde drinnen jedoch ziemlich stinken.
Der nördliche Tunneleingang liegt auf 3110m Höhe- der südliche etwa 80m höher.
Wir lassen uns gegen kleines Geld von einem Transporter mitnehmen.
Der Tunnel ist hoch und einigermaßen gut beleuchtet.
LKW`s dürfen durch Ampelregelung jeweils nur in einer Richtung den Tunnel befahren.
Die Luft darin war nicht so schlecht wie erwartet. Trotzdem waren wir froh den Transporter genutzt zu haben.
Uns war dann allerdings zuviel Verkehr auf der M41 von Bishkek nach Osh.
Wir ändern unsere geplante Route, biegen hinter der Passhöhe nach links ab auf die (unasphaltierte) A367 und fahren über Suusamyr und Chaek zum Song Kul.







Die Landschaften sind grandios- die Straßen eher bescheiden.
Man fährt von rechts nach links und wieder zurück immer in der Hoffnung eine etwas weniger schlechte Spur zu finden. Meist erfolglos!











Viele Schlangen sehen wir nicht!






Jeden Tag gibt es Gewitter. Zum Glück werden wir nicht täglich erwischt. Mitunter stellt man aber auch drei mal am Tag das Zelt auf.





















Eines der wenigen Straßenschilder.

Ich hatte das Glück, dass mir der Andi (2Blattfahrer) auf meinen Garmin die Open Street Map aufgespielt hat und über diese noch die Höhenlinien von der NASA legte. Das war echt genial.
Zur Übersicht reichte uns allerdings die Zentralasienkarte 1:1,7Mio von Reise Know How.
Mehrere genauere Karten ließen uns Britta und Bernd (BaB) in unserem Guest House in Bishkek.
Sie flogen mit dem Flieger zurück, der uns hinbrachte und versorgten uns reichlich mit Informationen.
Noch mal herzlichen Dank an alle drei!!!






Ein ziemlich typischer Laden (Magazin). In jedem Dorf gibt es einen oder auch mehrere. Nur leider gibt es manche Dörfer nur in den Karten. Häufig müssen wir Proviant für mehrere Tage mit uns führen.
Bier und Vodka gibt es immer. Suppen und Tomatenmark meist und manchmal auch Brot, Kartoffeln, Eier, Tomaten und Zwiebeln- sonst kaum Frischware.







































Wir durften auch mithelfen eine Jurte aufzubauen und wurden mit Kumiz (fermentierte Stutenmilch), Brot und Marmelade entlohnt.











Blick auf den in mehr als 3000m Höhe gelegenen See Song Kol.



Fortsetzung folgt!





hier nur privat, (gewerblich wg. 2 Radreisebüchern)
www.velo-traumreise.blogspot.de
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Geändert von uwee (03.08.12 17:38)
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#851990 - 06.08.12 23:03 Re: Kirgisien im Juli [Re: uwee]
HyS
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 13971
Hallo,
wie immer sehr stimmungsvolle Bilder.

Das Schneefeld hätte mich nicht aufgehalten, man muss ja nicht das gesamte Rad auf einmal rüberbringen (das kann man dann natürlich kaum halten wenn es ins Rutschen kommt). Ich mache es dann meist so, das ich Gepäck und Rad einzeln rübertrage. Beim ersten Rübergehen mache ich eine gute Spur in den Schnee. Bei eurem Schneefeld wäre ich evtl. oben über das feste Gelände rumgegangen, mit drei mal ist Rad und Gepäck drüber.
*****************
Freundliche Grüße
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#852110 - 07.08.12 12:04 Re: Kirgisien im Juli [Re: uwee]
uwee
Gewerblicher Teilnehmer Übernachtungsnetzwerk
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 1151






Der Song Kul, ein Hochgebirgssee auf ein wenig mehr als 3000m Höhe gelegen, ist den grössten Teil des Jahres von Eis bedeckt. Erst im Juni verschwinden die letzten Reste.
Im Sommer bauen hier die Hirten ihre Jurten auf, und überall weidet das Vieh.
Selbst im Juli hatten wir Nachtfrost.
Obwohl der See eines der touristischen Highlights des Landes ist gibt es - ausser einer von der CBT (Community Based Tourism) betriebenen Jurte - keinerlei Versorgungsmöglichkeiten.
Wir treffen auch keine anderen Touristen.












Edelweiss ist hier weit verbreitet.

























Die Temperatur des Wassers und die schlammigen Ufer laden leider nicht zum Bade ein.







Es wird sogar im See gefischt!




























Einer der wenigen Wälder Kirgistans....

















Selbst die langen Abfahrten sind bei diesen Belägen anstrengend!!!!
















....und zum "Feierabed" das allabendliche Gewitter.....

























wir beschliessen auf den Torugart- Pass, einem der beiden Grenzübergänge nach China zu fahren.....






Der Verkehr ist hinter Naryn erst einmal nervig. Hinter der ersten Passhöhe (auf 2600m) wählen wir eine kleinere Straße. Eine gute Entscheidung wie sich herausstellt. Wir fahren zwar 20km mehr, aber der Weg ist ja eh das Ziel. Das Vorland der At Bashi Range, einer Gebirgskette die bis fast 5000m Höhe heranreicht, ist lieblich, die Straße haben wir meist für uns alleine, und es gibt genügend Dörfer und somit auch Wasser und Verpflegungsmöglichkeiten.
















































At Bashi ist ein größerer Ort. Hier kann man noch einmal seine Vorräte aufstocken.
Die Straße von At Bashi bis zum Check Point kurz hinter dem Ak Beyit Pass (3282m) soll bis August 2013 volständig ausgebaut sein. Es ist der beste Asphalt von ganz Zentralasien!
Der Verkehr hält sich hinter At Bashi in Grenzen.
Die chinesischen LKW- Fahrer sind rücksichtsvoll und freundlich!
Die Steigung zum Torugart Pass beträgt meist nur 1-2% und bis zum Check Point ist die Gegend nicht wirklich spektakulär, wie man sie in Höhen über 3000m eigentlich erwartet.
Dafür kämpfen wir hier mit dem Staub der Baustellenfahrzeuge und gegen den Wind.



































Hinter dem Check Point wird die Landschaft dann doch noch richtig spektakulär.
Ein von 4000ern und 5000ern umzingeltes anscheinend auswegloses Hochtal.
Der Wind hier bläst im Sommer meist extrem kräftig aus westlicher Richtung.
Bis zur Grenze braucht man kein Permit. Dies benötigt man aber für die Straße östlich der At Bashi Range. Organisiert Reisende bekommen das Permit meist innerhalb eines Tages auch in Naryn. Individualreisende nur in Bishkek, und das kann ein bis zwei Wochen dauern- wenn man es denn erhält.....











Vor unserer ersten Reise in diese Region hatte ich noch nie etwas vom Tien Shan Gebirge gehört, obwohl es doch eines der größten und höchsten der Welt ist.
Es erstreckt sich mit noch etlichen Seitenketten über 2500km und einer Breite von 400km von Usbekistan bis China und der Hauptkamm bildet in Kirgisien die Grenze zu China und der Taklamakan Wüste. Die höchsten Erhebungen reichen über 7000m Höhe.


















Von den freundlichen Hirten werden wir regelmässig eingeladen.






Der Chatyr Kul, am Torugart Pass gelegen, ist ein etwa 200qkm großer Salzwassersee in einem Nationalpark und wichtiger Rastplatz für diverse Zugvögel.









links die Grenzanlagen, die die Sovietunion entlang der gesamten Grenze zu China unterhielt, die nun aber nicht mehr benötigt werden







Fortsetzung folgt
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#852177 - 07.08.12 15:45 Re: Kirgisien im Juli [Re: uwee]
Helmut R.
Mitglied Übernachtungsnetzwerk
abwesend abwesend
Beiträge: 915
Grandios !!!

ich warte auf die Fortsetzung....
Gruß aus Ampelborn

Helmut
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#852204 - 07.08.12 17:17 Re: Kirgisien im Juli [Re: HyS]
uwee
Gewerblicher Teilnehmer Übernachtungsnetzwerk
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 1151
Hallo Henning,
ich kann Deine Meinung gut verstehen!
Hätte ich eigentlich auch nicht gedacht.
Isabel und ich sind viel in den Bergen im Sommer und im Winter auf Skiern.
Wir sind beide auch nicht extrem ängstlich.
Aber man siehst auf den Bildern nicht wie steil das ist!



Auf diesem Bild siehst Du meine erfolglosen Versuche Stufen anzulegen. Nur habe ich mich hierbei und ohne Gepäck schon hingelegt, landete aber zum Glück noch auf dem Weg. Ein Stück weiter und es wäre ein paar hundert Meter runter gegangen- ohne Eisen, Seil oder Pickel keine schönen Aussichten.
Haben denn versucht das Schneefeld zu umgehen.
Auch das führte in dem steilen Geröll zu einigen leichten Stürzen.
Bis wir 8 Taschen + Zeltbeutel+ Matten und dann noch die Räder so transportiert hätten wäre der Tag rum und die Haut an diversen Stellen weg.
Und bis zum Tunnel war es nur 1 1/2 Stunden.
Übrigens war wohl das auch die Stelle wo Britta und Bernd (BaB) den Weg verliessen und sich quer nach unten quälten.
Liebe Grüße
Uwe
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#852228 - 07.08.12 18:03 Re: Kirgisien im Juli [Re: uwee]
gibbi_affe
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 117
Unglaublich tolle Bilder !! Das Land ist jetzt in meiner "Must See"-Liste schmunzel
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#852249 - 07.08.12 19:32 Re: Kirgisien im Juli [Re: uwee]
DrKimble
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 1901
Gratuliere zu der tollen Reise und den wunderschönen Bildern...da kommt Neid bei mir auf. schmunzel
Gruß
Frank
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#852275 - 07.08.12 20:40 Re: Kirgisien im Juli [Re: uwee]
kettenraucher
Mitglied Übernachtungsnetzwerk
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Beiträge: 1372
Will nur - mal wieder - mein Kompliment ausdrücken. Die eindrucksvollen Bilder und die treffend lakonischen Texte von Euch bereiten mir immer eine große Freude. Toll, dass ihr das macht und hier erzählt.
Allen gute Fahrt und schöne Reise.
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#852308 - 07.08.12 23:00 Re: Kirgisien im Juli [Re: uwee]
HyS
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 13971
Hi,
wenn es wirklich zu gefährlich ist, dann lohnt es natürlich nicht, zumal man dort nicht so schnell erste Hilfe erwarten kann.
*****************
Freundliche Grüße
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#853769 - 12.08.12 17:32 Re: Kirgisien im Juli [Re: uwee]
sebael
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 518
Unterwegs in Deutschland

Wahnsinn, diese Bilder und diese Landschaft. Vielen Dank für diesen Bericht.

Ich kenne mich zwar mit Schneefeldern nicht direkt aus, aber es kann doch auch möglich sein, dass sich Hohlräume gebildet haben und man dann einbricht. Ist schon besser sowas, wenn möglich, zu umgehen oder umzukehren.
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#853786 - 12.08.12 18:49 Re: Kirgisien im Juli [Re: sebael]
Falk
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 30817
Über der Straße, wo die Überdeckung nicht besonders groß ist, halte ich das für unwahrscheinlich. Mit Steigeisen, wenn man welche dabei hat, kann man sich sicherlich einen Weg bahnen. Nur kostet es unwahrscheinlich viel Kraft, dann auch noch Fahrrad und Ladung drüberzubringen. Das letzte, was dann noch passieren kann, sind weitere Schneefelder mit schlechteren Verhältnissen. Ich hätte wohl auch abgebrochen. Vor der Hacke ist es dunkel, das wussten auch die Bergleute schon lange.
Falk, SchwLAbt
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#854217 - 13.08.12 17:26 Re: Kirgisien im Juli [Re: uwee]
uwee
Gewerblicher Teilnehmer Übernachtungsnetzwerk
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 1151






Nur noch 20km vor der Grenzstation zu China beschließen wir am nächsten Morgen nicht mehr erst- wie eigentlich geplant- auf die Passhöhe zu fahren, sondern gleich jetzt umzukehren. Der Gegenwind ist bereits jetzt heftig und wird in den nächsten Stunden zum Sturm ranwachsen.
Eine gute Entscheidung. Nach etwa 40km ändert sich der Straßenverlauf, und wir fahren bergab mit Rückenwind. Da kann man schon mal Kilometer machen. Mit Kymus und Joghurt versorgen uns die Kinder der Hirten am Straßenrand.











oder wir bekommen es- wie hier- gleich geschenkt


























Auf der Rückfahrt nach Naryn verlassen wir nicht die Hauptstraße und sind vom starken Verkehr und Dreck zeitweilig doch sehr genervt. Die Nebenstrecken, die wir bei der Hinfahrt gewählt hatten sind deutlich angenehmer zu fahren.

Von Naryn wollen wir zum Issyk Kul. 200km hauptsächlich über Pisten und einen fast 3900m hohen Pass. Wir sind dafür 4 Tage unterwegs. Auf der zweiten Hälfte der Strecke gibt es kein Magazin. Wasser gibt es dagegen überall reichlich.














































Drei Wiener sind gleichzeitig mit uns unterwegs.
Sie haben es eilig und wollen die Strecke in 3 Tagen bewältigen. Ein schweres Unterfangen!
Sie führen kein Zelt, sondern 3 Biwaksäcke mit sich.
Wir wollen nicht tauschen und freuen uns bei den häufigen und heftigen Gewittergüssen sehr über unser Zelt.














































Eine willkommene Abwechslung für unseren doch etwas eintönigen Speiseplan. In Höhen um die 3000m stehen Wisenchampions zwischen den Edelweiss.
Ausserdem wächst wilder Rhabarbar.






Nun folgen viele Flussdurchquerungen.











Der Pfad wird auch schwieriger. Der eine oder andere Four Wheeler schaffts aber doch noch.






Und hier sind wir im Reich der Gletscher.































Das letzte Stück ist sehr steil. Unsere Räder müssen wir jetzt häufig zu zweit schieben.







Die Passhöhe auf 3892m.
















Auf 35km gehts 2300m auf schlechtesten Wegen nach unten. Wieder mal nicht ganz einfach. Jeder von uns hat bei der Abfahrt zwei Stürze! (nix schlimmes)












Selbst Motorradler tun sich schwer!




Ausradeln am Issyk Kul. Wassertemperatur im Juli etwa 20°C.












Fahrradpflege auf 1606m Höhe




und so siehts am (touristischen) Nordufer aus!
















Die Strecke vom Issyk Kul nach Bishkek geht zwar 1000m runter, ist aber stark befahren, weist momentan viele Baustellen auf und macht keinen Spaß!
Dann lieber zurück per Zug. Dieser verlässt Balykchy um 16:47 Uhr und braucht für die 140km etwa 4 1/2 Stunden.

Wir wohnten in Bishkek sehr gerne bei Talant und Gulnara Asemov.
Ü/F 20 Euro pro Person. Für die Fahrt vom oder zum Airport- immerhin 40km entfernt- berechneten sie incl. Fahrradtransport 10 Euro. Die ganze Familie spricht deutsch. Er ist Germanist, sie Journalistin. Sie versorgten uns mit allen Informationen auch telefonisch von unterwegs.
Allerdings liegt ihr Guest House 10km vom Stadtzentrum entfernt.

Talant Asemov // Guest House und Reiseveranstalter


Eines möchte ich allerdings nicht unerwähnt lassen.
Ich beschwere mich nicht häufig über den Straßenverkehr.
In Kirgisien tu ich es aber!!!
Nicht in Bishkek, aber in der Provinz!
Es wird rücksichtslos mit Vollgas gefahren.
Das mag früher mit den Trabis und Ladas o.k. gewesen sein.
Jetzt mit Audis, Mercedes, BMW und VW ist es eine Katastrophe.
Selbst auf den Schotterpisten rasen sie mit Minimalabstand am Rad vorbei.
Man hat Angst, dass einem die Steine um die Ohren fliegen.

Landschaftlich ist das Land natürlich ein absolutes Highlight für uns Fernradler.
Wir trafen in gut 3 Wochen 12 andere Radler- 9 davon in Naryn (4 Holländer, 3 Österreicher, 2 Franzosen, je eine Deusche, Katalanin und einen Radler aus Andorra).

Liebe Grüße
Uwe



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#854680 - 15.08.12 08:53 Re: Kirgisien im Juli [Re: uwee]
BaB
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 6819
In Antwort auf: uwee
Hallo Henning,
ich kann Deine Meinung gut verstehen!
...
Aber man siehst auf den Bildern nicht wie steil das ist!
...
Übrigens war wohl das auch die Stelle wo Britta und Bernd (BaB) den Weg verliessen und sich quer nach unten quälten.
Hi!
Wir sind den Pass von der anderen Seite angegangen und hatten es mit einigen Schneefeldern zu tun, die uns sehr viel Zeit kosteten:





Zwangsläufig mussten wir auch noch dort oben übernachten, an der einzigen Stelle, wo wenig Geröll lag und wo auch kein Steinschlag zu befürchten war. Dadurch konnten wir aber den kurz nach Einbruch der Nacht einsetzenden Sturm 10h lang voll genießen. bäh Ich ging nicht davon aus, dass wir am nächsten Morgen noch ein intaktes Zelt haben würden...





Hier ist das Schneefeld, an dem auch wir den Pass verließen, von schräg unten zu sehen (und von da sieht es wirklich harmloser aus):


Vllt. hätte man es wirklich passieren können, ich habe es versucht und es schon ohne Ballast (Fahrrad etc.) als sehr risiokoreich eingestuft. Weiterhin lag der weitere Verlauf des Weges für uns an einer Nordseite, wir hatten nach etlichen Schneefeldern einfach die Nase voll und befürchteten noch weitere und der Abstieg erschien uns deutlich sicherer.
Wintertreffen 2017 - Forumstouren - Kettentest - Reiseradlertreffen Berlin - Workshops
Leben ist was passiert, während du eifrig dabei bist, andere Pläne zu machen.
When nothing goes right -> go left!
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Off-topic #854681 - 15.08.12 09:02 Re: Kirgisien im Juli [Re: uwee]
BaB
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 6819
In Antwort auf: uwee
Eines möchte ich allerdings nicht unerwähnt lassen.
Ich beschwere mich nicht häufig über den Straßenverkehr.
In Kirgisien tu ich es aber!!!
Nicht in Bishkek, aber in der Provinz!
Es wird rücksichtslos mit Vollgas gefahren.
Das mag früher mit den Trabis und Ladas o.k. gewesen sein.
Jetzt mit Audis, Mercedes, BMW und VW ist es eine Katastrophe.
Selbst auf den Schotterpisten rasen sie mit Minimalabstand am Rad vorbei.
Man hat Angst, dass einem die Steine um die Ohren fliegen.

Landschaftlich ist das Land natürlich ein absolutes Highlight für uns Fernradler.
Wir trafen in gut 3 Wochen 12 andere Radler- 9 davon in Naryn (4 Holländer, 3 Österreicher, 2 Franzosen, je eine Deusche, Katalanin und einen Radler aus Andorra).

Das ist interessant: Wir trafen direkt auf der Haupstr. zum Issyk Kul zwei andere Reiseradler (die einzigen auf der Tour), die den Verkehr auf der Hauptstr. als angenehm empfanden, wir fanden ihn spätestens an der Baustelle rauf zum See als sehr gefährlich und würden die Strecke auf jeden Fall meiden (Mit dem Zug, Minibus (den hatten wir bei unserem zweiten Anlauf zum Issyk Kul genommen) oder über einen kleinen Pass etwas weiter westlich). Aber in der Provinz hatten wir wirklich keine Probleme, vllt. 2 oder 3 Spinner, die eng überholten, aber davon haben wir hier in Berlin deutlich mehr.
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Off-topic #855180 - 16.08.12 18:04 Re: Kirgisien im Juli [Re: BaB]
uwee
Gewerblicher Teilnehmer Übernachtungsnetzwerk
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 1151
Ja das finde ich auch interessant, wie unterschiedlich die Wahrnehmung ist.
Wir sprachen auch auf anderen Touren mit anderen Radlern, die die gleiche Strecke am gleichen Tag gefahren sind und das Profil, die anderen Verkehrsteilnehmer oder die Bevölkerung ganz anders sahen als wir.
Während unserer Tour nach Singapur fanden wir nur in Zypern, dem Libanon und in Kambodscha den Verkehr grenzwertig. Haben aber nie erlebt, was andere Fernradler schrieben, dass man brutal von der Straße gedrängt wird.
Das hatte ich hier das erste mal.
Und reichlich Situationen, wo ich die Straße verließ.
Nette Szene am Rande: sind beim Einkaufen in Naryn als ein dicker Mercedes rückwärts fährt und dabei
mein Rad rückwärts schiebt. Es fällt eigenartiger nicht, aber wir sehen es schon unter den Reifen zermalmt werden.
Auf unser Geschrei stoppt das Fahrzeug.
Ein Uniformierter "CUSTOMS" steigt aus, betrachtet seine Stoßstange.
Als wir ihn eindringlich bitten auf mein Rad zu schauen und sich evtl. auch mal zu entschuldigen meint er: "Warum".
Schließlich seien wir auf sein Auto aufgefahren.....
Grüße
Uwe
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Off-topic #856080 - 20.08.12 03:27 Re: Kirgisien im Juli [Re: uwee]
dcjf
Mitglied Übernachtungsnetzwerk
abwesend abwesend
Beiträge: 2027
Unterwegs in Schweiz

Hallo

den Strassenverkehr in Kirgistan fand ich 2009 unproblematisch, bin aber auch fast nur Nebenstrecken gefahren, allerdings hatte ich von den Kirgisen gehoert, dass es zur gleichen Zeit 2 Unfaelle mit Reiseradlern gab. Insofern ist in Kirgistan Vorsicht tatsaechlich angebracht.

Gruesse aus Ust Nera

Christian
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